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Amtliches Derkünbigungsblatt des Kreises Marburg. «gfe/

Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhesse?.

ft. 98

Ti« »LdertzeistlL« jeituag erldwtnt itdiemal wöchentlich. Bezug-oret» Monatlich 9000 Ml. mit Zuftellungegebühr. Für ausraUenoe Mummen infolge Streik» ooet elementarer ®*«igniüe lern (£ria$. Verlag von Dr. L. -i,eror». Druck der Univ^Vuchdruckerei von 3oh. Lug. Koch. Markt 21.23. KernipreLer 55, Dock. Icheckkonro: Nr. 5015 Lmt Frankfurt a. Main.

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Marburg Sreitog. #en 27. Aznl

Osternrond

Der fltqeigetwtei» beträgt für Mn Sgelp. Zetlenmtlltmeter 80.00 ÄL (ÄL Ängetgen uuo FamiUen-anz. gegen dar, 50 Mk. Smtttch» ano an»w. Lnzeigen t0S Ml. 8ei imetetigern Lag oo*f« «ufichlag. Spät «inlautende oder den Kaum Üb« Seit« einnehmende Anzeigen werden nach der leitipaltentiteiU berechnet. Reklamen der Zeilenrntllimeter 30u ÄL Je Set Rabatt gilt al» Barravatt. Belege werde« berechnet. Sei tm> lunft durch die SeichattsiL an» Vermittlung der Lngedete 60 Ä, Mi Üeder,endnng durch an» 100. ÄL ohne Port».

58.m

1923

Noch

keine Entscheidung.

Die Beratungen der Negierung über den deut, sschen Vorschlag sind, wie unser Berl. Vertreter »itteilt, noch nicht abgeschlossen. Die Retchsregierung hat zu ihren Beratungen über die Erörterung der ^rrantiefrage auch die Vertreter des Reichsver« tande» der deutschen Industrie und anderer wirt» fchaftlicher Gruppen herangezogen. Die Besprechun­gen find noch nicht zu Ende gekommen. E» handelt fich darum, den Umfang der Garantieleistung wie tderhaupt die Sicherung des neuen deutschen An­gebots durch die deutschen Wirtschaftskräfte festzu­legen. Di« Bereitwilligkeit der deutschen Industrie zur Garantieleistung ist auch jetzt wieder aus­gesprochen worden. Dre näheren Einzelheiten wer­den tu den engeren Verhandlungen im Präsidium des Reichsverdandes der deutschen Industrie noch ftfigelegt. E» sei aber ausdrücklich bemerkt, daß «ile diese Dinge nicht nur unter teilt wirtschaft- fichen, sondern vor allem auch politischen Gefichts- ßunkten behandelt werden, und daß die Führer der Parteien in ständiger Fühlung mit den im gegen- «ärtkgen Augenblick in Zug befindlichen Verhand- dngen sich befinden. Sobald sich ein näheret Ueber- Kd über den Stand bet Dinge ermöglichen läßt, »erden die Parteiführer vom Reichskanzler zur ein- gchenden Aussprache empfangen. Es sei auch aus­drücklich festgestellt, daß das Reichskabinett ent­gegen anderen Mitteilungen sich bis jetzt mit der Reparations» und Earantiefrage offiziell noch nicht beschäftigt hat. Wie die Dinge stehen, werden nock «ine Reihe weiterer Beratungen notwendig sein. Erst für den Anfang der nächsten Woche wird man Mtscheidende Beschlüsse erwarten dürfen.

Drohungen. '

I Paris. 26, April. DerTemps" charakteri- ßert die gegenwärtige Situation mit den Worten «Berliner Wolken und Wind aus London". An die Markentwertung der letzten Wochen anknüpfend, »tll das Blatt feststellen, daß die deutsche Regie­rung ihre neue Stützungsaktion nur mit Hilfe Lon- ^dons habe nehmen können. Stützungsaktion und Verlängertet Widerstand im Ruhrgebiet seien iden­tisch. Müsse man der Form der Wolken, mit der die kommenden Berliner Vorschläge umhüllt sind, große ; Bedeutung beimessen? Rein! Jetzt, da die deutsche Politik des passiven Widerstandes öffentlich banke­rott gemacht habe, und die Situation Deutschlands g»nz offen von der finanziellen Unterstützung Lon­dons adhänge, werde alles, was das Berliner Ka- F Anett gegen die französischen Interessen im Schilde f»>e, an bet. Grenze der englischen Duldsamkeit halt machen. Bis wohin gehe diese Duldsamkeit? kas sei die wichtigste Frage.Wir wünschten, daß England sich den Franzosen und Belgier im Ruhr­gebiet angeschlossen hätte. Niemand hätte es dann ftr die Entscheidungen der deutschen Regierung oer- «rtwartlich machen können."

ff Interessant ist, daß schließlich derTemps" m i t dem Kriege droht.Wie von einer Lawine firtgetragen, laufen die deutsche Regierung, der Reichstag, das deutsche Volk, die deutsche Presse bem Konflikt mit einet Schnelligkeit entgegen, beten sie fich selbst nicht einmal bewußt werden. Es hängt Acht von Frankreich (?) ab. daß diesem unerhörten Eturz Einhalt geboten wird. Nur die Engländer tonnten im gegenwärtigen Augenblick Deutschland bestimmen, seinen passiven Widerstand aufzugeben, denn Deutschland braucht Kohle und Kredit und es wird diese nur erhalten, wenn es England »ill, 1914sprachEngland zu spät." ' London, 26. April.Evening Standard" ver- fiientlicht die Erwiderung einer Finanzautorität aus die vebauptung des PariserTemps", daß Deutschland von dem Londoner Geldmarkt finanziert werd«. Der Verfasser keift darauf hin, daß derTemps" das offizielle Organ brs französischen Außenministers sei und fährt fort. London sei ein freier Geldmarkt uuo das einzige Mittel in der Welt, um Deutschhind zu Verhindern. Kre­dite in London zu erhalten sei, daß die britische Regierung dar Bankgesed aushebe und das gesamte Bank­geschäft von London zum Stillstand bringe. Wie könne kiu Deutscher verhindert werden, Kvhkn zu kaufen, nur mdj eine Kriegserklärung. Erwartet derTemps" etwa »iese boi England? Frankreich selbst habe dies nicht fttan. Die Wahrheit sei einfach, daß die Franzo - l«n nichts erreicht.hätten und daß sie, an- fiatt wegen deS Scheiterns ihrer Pläne sich »rlbst Vorwürfe zu machen, sich über andere ärgerten.

Di« Finanzierung.

Loudon, 26. April. Der Vorsitzende der Barcleh- «nk, Goodenaugh. erklärte gestern taut *$üaei" vor Verwaltungsrat des ameritzmßhen Bauktervereins

in Newhorh das anglo-amerikanische Abkommen über die britischen Schulden werde ein engeres Zusammenarbei­ten zwischen England und Amerrka bei der Lösung der internationalen Finanzprobleme ermöglichen. Sobald das Reparationsproblem geregelt sei, werde Deutschland Kre­dite brauchen. Wenn Großbritannien und Amerika be­reit seien, bei der Ausbringung wenigstens eines Teiles der ersten erforderlichen Summe zusammenzuw rken, so müsse eine befriÄ>igende Vereinbarung über die Länge de- Moratoriums verhältnismäßig l:icht sein. Der er­forderliche Betrag werde kaum sehr groß sein, und wenn Deutschland die Stabilisierung durchführe, könnten an­gemessene Sicherhe ten g"boten werden. Ihm sch ine, daß es Deutschland offen stehe, einen ein Ang bot für die Bezahlung dieses Betrages enthaltenden e.nsachen unb umfassenden Plan vorzul gen. Unter gewissen Umständen würde Großbritannien wffentliche Summen für die not- wendigen Kredite geben. Die kommerziellen und Kapitals- anlageintercsse» der Vereinigten Staaten würden diese dazu führen, an dieses Problem von ziemlich demselben Standpunkt heranzutreten wie Großbritannien, weil Ame­rika eine dauernde Politik, auswärtiger Kapitalsanlazen verfolgt habe. Würde es dies nicht tun, sondern statt dessen Zahmng::« in Gold, Waren oder Densten an- nehmen, so würde es viele Jahre brauchen, um die ibm geschuldeten auswärtigen Schulden einzunchmen. Eine von Deutschland gegebene Obligation, besonders sicher- gestellt durch deutsche Werte und die auch das Indossement der empfang nden Nation trag«, würde sich als markt­fähiges Wertpapier eiweisen, wenn einmal eine vernünf­tige Regelung in Sicht ist.

L o n d o n, 26. April. Das liberale Unterhaus- mitglieb Lambert hat im Unterlaufe eine Anfrage gestellt, ob es richtig sei, daß die englische Regierung eine Annullierung bet gegenseitigen alliierten Schulden vorgeschlagen habe, und ob diese Annullie­rung von der Zahlung Deutschlands an England abhängig gemacht worden sei, und in welchem Ver­hältnis diese Summe zu den brifischen Schulden an Amerika stehe. Darauf antwortete die Regierung, daß sie tatsächlich damals in Paris vorgeschlagen habe, btc Netwjchuldeu mit Abzug der Segenschul- ben zu streichen und daß diese Regelung von einer Zahlung Deutschlands an England abhängig ge­macht worden sei. Die Negicrung glaube, daß Eng­land unter dieser Regelung etwa 900 Millionen Pfund Sterling aufgeben würde, wogegen die bri­tische Schuld an Amerika 1000 Millie ^fund Sterling betrage.

Berlin, 26. April. Die .Lumanilö" stellt fest, daß der ht Parts verhaftete kommunistische Ab­geordnete Höllem seit 40 Tagen in dem Sant^ge- angnis festgehalten wird und bisher nut einem Identitätsverhör unterzogen wurde. Der Unter- uchungsrichter hat ihn bisher noch nicht vernom­men.

Gin AMlas.

Essen, 26. April. Gestern wurde gegen 11 Uhr abends in unmittelbarer Nahe der französischen Kaserne in bet Segerotbstraße auf einen von Alten­essen kommenden Personenzug durch Spren­gung unmittelbar neben dem Bahngleise ein An­schlag verübt. Hierbei wurden drei Deutsche leicht verletzt und die Fensterscheiben an drei Wagen zer­trümmert. Die Tätet wurden nicht ermittelt. Die Untersuchung ist im Gange. Tie französischen Be­hörden, die den Vorfall als ein A11 e n t a t auf die ranzösische Kaserne ansehen, verlangen die Ermittelung und Auslieferung der Tätet inner­halb einer Frist von drei Tagen, widrigenfalls bet Beigeordnete Basel und der Polizeiinspektot dieses Bezirks ausgewiesen würden.

Infolge des gegen einen Personenzug bet Strecke EstenAltenesten verübten Anschlags hat ber fran­zösische Kommandant den deutscherseits eingerich­teten Pendelverkehr, durch den die Verbindung zwi- chen der KölnMindener und bet Betgisch-Märki- ichen Strecke aufrechterhalten wirb, verboten.

Essen, 26. April. Wie amtlich ^mitgeteilt wirb, hat bk Staatsanwaltschaft auf bie Ermitte­lung bes ober ber Tätet, bie auf bem Schienenweg -wischen Essen-Süd und Altenesten eine Explosion herbeigeführt haben, eine Belohnung von einer Million Mark ausgesetzt

Auf bet Strecke Esten-NorbAltenesten haben bie Franzosen an zwei Stellen die Schienen aufgetisseu. Bei dem auf dieser Strecke ver­übten Anschlag handelt es sich anscheinend um einen Racheakt unbesonnener Elemente wegen Festnahme zweier Komplizen durch die Franzosen. Denn es ist nicht anzunehmen, daß sich bet Anschlag direkt gegen die französische Besatzungsbehötd« richte^ ba bie Strecke dem deutschen Berkehr bknt

Die Lage iu dea beietztea Gebieten.

Mainz, 26. April. Von heute an haben die Besatzungsbehörden jeden Verkehr mit ge­deckten ober offenen Personenkraft­wagen (gedeckten und offenen Omnibussen), Lastkraftwagen und kleineren Last- fraftr agen, ob sie die Post ober Privaten ge­hören. soweit sie der gemeinsamen Beförderung von Personen dienen, verboten, hierunter fallen auch Taxameter und andere Personenkraftwagen, die Personen ausgewiesener Familien befördern sollen. Auch solche werden als zur gemeinsamen Beförderung fremdet Personen dienend angesehen, wenn der Führet nicht den nach bet Vetotbnung 164 vorgesehenen Vetkehrsschein erworben hat. Das gleiche Verbot erstreckt sich vom 27. April an auf den Verkehr von Waren. Später wird ein Ver­kehr mit Waten wieder zugelassen werden, für die eine Zulassungsbescheinigung vor dem 15. Januar 1923 ausgefertigt wat, wenn dieser vervollständigt wird durch das Visum des Delegierten ber Rhcin« landkommission oder in seltenen Ausnahmefellen wenn vom Delegierren ein Verkehrserlaubnisschein nach der Verordnung der Rbeinlandkommission vom 16. April erwirkt Worten ist.

Frankfurt a. M.. 26. April. Infolge der Grenzschwierigkeiten, die heute morgen im Auto­mobilverkehr bestehen, hat auch Die hiesige Ober­postdirektion Den Verkehr ihrer Wagen nach dem besetzten Gebiet e i n st e l l e n lasten. Ebenso sind auch die sonstigen Kraftwagen­linien zur Einstellung ihres Betriebs gezwungen worden.

Wetzlar, 26. April. In Dostenheim-Süb. Griesheim und Schwanheim wurden alle für die Beförderung von Arbeitern dienenden Lastkraft-' wagen an den Uebergangsstellen non den Franzosen am Weiterfahren verhindert. Ein großer Teil der Personenkraftwagen wurde beschlagnahmt.

Essen, 26. April. Die Bergarbeiter ber Zeche Lothringen haben heute die Arbeit wieder auf- gerommen. Die Franzosen haben die chemische Fa­brik der Zeche Lothringen besetzt. Der Gruben« Inspektor Lenz der Zeche Dahlhausen (Tiefbau) wurde verhaftet. In Bollum wurden mehrere Last­kraftwagen und Motorräder an den Kontrollstellen beschlagnahmt. Die städtischen Badeanstalten in Esten werden den Betrieb wegen Kohlenmangel ab 29. April einstellen.

Bochum', 26. April. Die ZecheProsper II" ist wieder geräumt

Düsseldorf, 26 April. Die von den Ftan- joscn seit einigen Wochen festgehaltenen Geiseln, welche die durch französisches Personal geführten Züge begleiten mußten, wurden freigelassen.

Mannheim, 26. April. Die Besetzung des Rheinschiffahrtsbüros ist von den Franzosen nach >4tägiger Dauer heute morgen wie­der aufgehoben worden.

Speyer, 26. April. In Speyer, Kaisers­lautern und Zweibrücken sind von den Franzosen die Fürsorgestellen des Roten Kreuzes auf den Bahnsteigen verboten worden. Die Fürsorgestelle in Kaiserslautern wurde am 22. April von vier französischen Kriminalbeamten durchsucht.

Ein Verräter.

Trier, 26. April. Der Weingutsbesitzer V a - b e n mürbe von ber französischen Besatzungsdehörbe lum Zwangsverwalter ber beschlagnahmten Domäneweinkellereien bestellt. Baben, der seit langem verdächtig ist, ein Partei- aängo$ Dortens zu feite, entsprach bem An- inncn dev-Htanzosen und inspizierte gestern nach­mittag in Begleitung ber französischen Offiziere mehrere Kellereien ber Domänenverwaltung. In ber Bürgerschaft herrscht über bie Haltung Bubens größte Empörung.

3000 Eisenbahner ausgewiesen.

Paris, 26. April. DerInlransigeant" be­richtet aus Düsteldorf: Die Ausweisung ber wiber- penftigen beutschen Eisenbahner wirb fortgesetzt. Bis jetzt mußten 3000 Beamte mit ihren Familien das besetzte Gebiet verlosten. Demselben Blatte zu- olge wird die Eisenbahnverwaltung des besetzten Gebietes in einem neuen Aufruf an die deutschen Eisenbahner diese zur Wiederaufnahme der Arbeit auffordern. Sollte diesem Aufruf keine Folge ge­geben werden, so wirb sich bie Verwaltung an bas polnische Personal wenden.

Ruhrkinder in Berlin.

Berlin, 27. April. Gestern wurden auf dem Schlesischen Bahnhof in Berlin 300 Ruhrkinder, die ich aus der Durchreise nach Ostpreußen befinden, von einer zahlreichen Menschenmenge herzlich be­grüßt. Vom Roten Kreuz wurden die kleinen Rntzrgäst« mit Epstze und Trank versehen und von

der Berliner Bevölkerung reichlich mit Gaden be­schenkt.

Die Kommnniftrn nnd PsinearL

Essen, 26. Avrtl. I« aSaemetmen VetttiHtte» konarcß der gesamten Berg» und C'ünenfnbuftrte von Rheinland und Westfalen waren 300 vetrteve ver- trtien, davon IN Gchachranlagen. Der Partei,ug«. dörtgketi nach fetzten sich die Vertretet «4 94 »Halte- bertt der kommunistischen Parteien, 5 »lialledern bet sozialdemokratischen Partei und 45 Parteilosen (D zu­sammen. Der Referent, der über den ßobiew. und Sovnsiebstadl der französtschen Imperialismus en» die Sicherung der Teputartodle sprach, sowie sämtliche Diskus,lonsredner erklärten aufS eitrfdrtcbenfte, da» unter französischen und belgischen vaionetten unter keinen Umständen gearbeitet werden dürfe, und datz tm Kampfe gegen den französischen Imperialismus lind Kapitalismus die Arbeiter auch tbre Knochen riskieren müßten. Etnsttmmtg wurden eine Reibe Maßnahmen in diesem Sinne beschlossen. $te Veto« arbetrerschast muß sich geschlagen die Deputarkodlen holen, otine die Offiziere um Erlaubnis zu »inen. Aus atten Zechemmlagen müssen sofort Koblenvet» teiltmgsauSschiifse gcotld-t werden, die Mr di, D«ch- sührnng dieser Maßnabmen sorgen. ES beißt Votn- cMe uilkviftützen, wenn man Kohlen auf die Hakden kippt, die in der nächsten Zett schon von Poincare er- iaßt werden können. Zur Durchführung dieser »- nahmen wurde eine Delegation von drei Mitglied er* gewählt, ferner wurde einstimmig eine Scfoturten an­genommen. die daS Verhalten derjentgen brutto e# Arbeiter, die für die Franzosen arbeiten, aufS toärfft« vcrurreilt. Nach zlveistündtgen Verhanblangen murtw bie Berkammlimg geschlossen.

Essen, 26. April. Bei dem gestrigen Betriebs- räielongreß handelte eS stch um eine fast ausschließlich komnnmifttsche Veranstaltung, die ntan entfernt bte Allgemeinhett der «rbett-rscdaft vertrtn. sondern de» kommunistischen Bestrebungen dienen soll.

Sie tolmtt Sunimii.

Lausanne, 26. April. Da» Wirtschaft»* komitee verhandelte heute u. a. über Artikel 81 der alliierten Vertragsentwurfs, worin die Türken auf» gefordert werden, die Liquidierung der deutsche», i sterreichischen, ungarischen und bulgarischen Güter, Rechte und Interessen sowohl der betreffenden Re­gierungen als auch von Privatpersonen vorzuneh­men. 5>te türkischen Delegierten erklärten, daß fte keine Einwendungen gegen bie Durchführung bet einschlägigen Bestimmungen bes Versailler Ver­trags unb ber anbeten Verträge zu erheben geden­ken und daß man ihnen nicht zumuten könne, dis Rolle von Ausführungsorgan en der Entente z» üf ernennten. Die Frage müste von den Beteiligte» direkt geregelt werden. Die Alliierten fchlosten stch grundsätzlich dieser Auffastung an. Die Sachverstck»» Rgen wurden beauftragt, in diesem Sinne etut neuen Text auszuarbeiten.

London, 26. April. Reuter berichtet an» Lauianne, daß Ismet Paschas Haltung, der in der ersten Kommission auf Rußland und die Heeres* engen Bezug genommen hatte, beträchtliche Auf­merksamkeit erregt habe. Es lägen Anzeichen baffit vor, daß Rußland die Absicht habe, seine Haltung z» ändern und daß es den Vertrag unterzeichne» werbe. Die Rückkehr bet Russen nach Lausann» weide infolgedessen als wahrscheinlich angesehen.

Lausanne, 26. April. Der französische Gene* »al Weygand wird heute abend hier erwartet. Er beabsichtigt, bevor er seinen Posten ht Syrien an# tritt, mit dem Führer der ftanzösischen Delegation, General Pelle, und mit Ismet Pascha Rücksprache zu nehmen.

MtkÄlMMt SrtffifWtl out k« SMgtiWM

Leipzig, 26. April. Der StaatSgerichtS- 6 o f jum Schutze bei Republik verhandelte über bie Be» tbtoerbe der Dmtfchvölkischeu Freibeitspartei gegen die Auflösuipsversügungen der Ministerien des Innern von Preußen, Sachsen und Thüringen. Für die Frriheits- nartei find erschienen: Wulle, Sxnning, v. Grase und Graf Reventlow. Begründet wird das Verbot damit, daß es sich um die versteckte Fortsetzung einer Anrahl Vev» botener Verbände handelt, ferner hab: sich die Partei unter Führung Hitler- unterstellt. Ihr Ziel sei nach einer Aeußerung v. GräfeS auf bie Beseitigung be» Paria- meutariKtus gerichtet unb zwar nicht auf veriassungS- mäßigTM, sondern auf gewaltsamem Wege, deshalb wur­den Hundertschaften und sogenannte Turnerfchasten gebil­det, die dem Kommando deS Oberleutnants Roßbach unterstellt waren. Diese Turnerschasten stellen eine mili­tärische Organisation dar, die »um Umsturz und ja« Bürgerkrieg führen sollte. Sie selbst waren wieder et» Bestandtell des Deutschvölkischen KampftorvS unb bild«, ten tue OrganisationSabteiluug IL In dieser Beziehung chwebt ein Berfabreu gegen Roßbach und Genossen, sodaß das betreffende Material nicht Im vollen Umfange Vor- gelcgt werden kam». Reichsanwalt Hew2> beantragt« einen Beschluß über die Vorfrage herbeijusühreH, «6 ritte Partei überhaupt verboten werden kamt. Auch wem» eine Partei verbotene Verbände korporativ aukgcnomme» hätte, würde bie« »ach dem Schutzgesetz le.* Gnuckl j zur AuflSsuug sei». ». Gräfe wandte sich gegen die Äse» |