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Amtliches DeMndigungsdlatt des Kreises Marburg

Anzeiger für (das früher kurheUche) Oberhessesi

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1923

Keine Vermittlung Englands

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Nichtsbestotveniger sollten auch diese Ko- nach wie vor ruhig im Lande bleiben.

der Beendigung feiner Funktionen in Kenntnis gesetzt und ersucht worden, das Gebiet zu verlassen. Der britische Oberkommtssar sei zugegen gewesen und habe sich der Stimme enthalte». Wedgewood fragte, ob irgend ein Protest erhoben worden sei. Darau wiederholte Mac Neig, daß der britische Oberkom- nnssar, der zugegen gewesen sei, sich der Stimme ent halten habe.

Paris, 24. April. Wie dasJournal" aus Weurges mitteilt, erklärte der Präsident des Pro­vinztages von Cher, Eastat, daß er die Gefühle der Versammlung zum Ausdruck brächte, wenn er die Regierung bittet, in der Ruhrfrage auf keine Ver­mittlung einzugehen, weder auf die des Vatikairs noch auf die Englands.

Von den Eeneralräten liegen weitere Kund­gebungen vor. Im Eeneralrat von Morbihan er­klärte Senator Brard, ein Hymnus der Hoffnungen und Zuversicht steige zu Poincarä empor, damit das Werk, das er durch die Besetzung des Ruhrgebiets eingeleitet habe, den Zweideutigkeiten einer inter­nationalen Kommission ein Ende mache.

Deutschland kann gegenüber allen diesen Dingen nur immer wieder seinen Willen betonen, seiner­seits zum Frieden zu gelangen, und die deutsche Re­gierung tut das. Sie hat, wie aus Berlin ver­sichert wird, niemals daran gedacht, ein eventuelles deutsches Angebot an England zu richten. Es würde vermutlich, wenn erst einmal ein derartiger Schritt endgültig beschlossen ist, an die Gesamt­heit der Alliierten gehen. Vorläufig-aber sicht erst die Beratung der sachlichen Unterlagen im Vordergründe. DerDaily Telegraph" der ja oft als offiziöses Sprachrohr benutzt wird, glaubt auf ein deutsches Angebot von 50 Milliarden Gold­mark rechnen zu können. Davon kann natürlich keine Rede sein. Die Meinungen über die äußerste Grenze der deutschen Leistungsfähigkeit decken sich begreiflicherweise bei uns nicht ganz, aber eine Summe von 50 Milliarden hat doch niemand je­mals nur ernstlich in Rechnung gestellt. Schon daraus ergibt sich, daß es falsch wäre, die Schwierig­keiten der nächsten Tage zu unterschätzen. Die Re­gierung betrachtet es als ihre Pflicht, auf die Rede Lord Curzons amtlich zu antworten, aber sie gibt sich wohl selbst keiner übertriebenen Hoffnung bin, daß damit der Ruhrkonflikt sei­ner endgültigen Löung nahe wäre und es wäre nicht gut, wenn in der benisch-n Öffentlichkeit eine Sum- mung groß gezogen würde, die mit überspamiten Erwartungen der kommenden Entwicklung entge- gensehe. Gerade auf politischem Gebiet sind auch durch die letzte Rede Curzons die Gegensätze nicht vermindert.

LautB T." enrvfiny der Reichskanzler gestern vormittag Vertreter des Reichsverbandes der deut­schen Industrie und besprach mit ihnen die Frage der Garantierung eines deutschen Reparationsange- dots durch die Industrie. Das Präsidium des Reichs- nerbandes der deutschen Industrie hält heute eine Sitzung ab. Die politischen Parteien werden sich heute in Fraktionssitzungen mit der Lage beschäfti­gen. Wahrscheinlich im Laufe des Tages sollen dann Besprechungen der Reichsregierung mit den Par­teien stattfinden.

Die Beratungen über die Schritte, die die deut­sche Regierung auf Grund der letzten Rede Lord Curzons zu unrernehmen gedenkt, wurden auch, wie die Telunion erfährt, am Dienstag und zwar inner­halb wie außerhalb des Kabinetts fortgesetzt.

Entgegen anderslautenden Meldungen stellen die Blätter fest, daß bisher bindende Entschlüffc in der Reparationsfragc von der Reichsregierung noch nicht gefaßt worden sind.

London, 25. April. Auch die gestrige Abend­presse steht im Zeichen der Erwartung eines deut­schen Reparationsangebots. Zu den Meldungen der Berliner Blätter, daß die deutsche Regierung beab- fichlige, ein solches Angebot an die Unterzeichner des Versailler Vertrags zu richten, wird von unter­richteter englischer Seite erklärt, ein derartiger Schritt der deutschen Regierung werde durchaus fair sein.

London, 24. Avril. Im Unterhause fragte gestern Wedgewood Benn, ob von der französisch-bel- gischen Kommission ein neuer Plan für die deutschen Reparationen vorbereitet werde. UnterstaatSfekretär MacRetll erwiderte, er wisse darüber nur das, was er In den Zeitungen gelesen habe. An den Beratungen dieser Kommission nehme kein britischer Vertreter teil und die britische Regierung würde fehler 6tu= icheidung zustimmen, zu der man tu der Frage der Reparationen ohne ihre Teilnahme gekommen sei.

Londou, 24. Avril. Um Unterhaus interpellierte Ponsonby den Premierminister, ob der britische Ober­kommissar und die britische Regierung zu Rate ge­zogen worden seien, bevor der deutsche Rcichskom- miffar für die besetzten Gebiete ausgewiesen wurde, Wenn ja, ob irgendein Protest erhoben worden fei. Mac Reill erwiderte, der Retchskommiffar sei Kraft einer Entscheidung der alliierten Oberkommission von

M London, 24. April. Der gutunterrichtete I -diplomatische Mitarbeiter desDaily Telegraph" I schreibt, keine Rolle sei im gegenwärti- | 'gen Augenhlick entfernter von dem U Sebanken Lord C u r z o n s als di e ei nes | Vermittlers oder ehrlichen Maklers, wie dies I fälschlicher Weise in Berlin aus seiner I Rebe herausgelesen sei. Curzon habe Deutsch- I land eingeladen, ein aufrichtiges Angebot I in die Alliierten zu machen, nicht an oder I durch Großbritannien. Lord Curzon habe in seiner I Rede k ei n e S u m in e für die Gesamtentschädigung I ongeregt. Die Deutschen könnten ehrlich der Ansicht | scm, daß 50 Milliarden Goldinark über die Zay- | jungsfähigkeit des Reiches hinausgehen. Sie wür- k Hen sich jedoch durch bombastische Erklärungen, daß | pe eine solche Summe nicht zahlen können oder nicht M zahlen würden, nicht helfen. Sie sollen sich damit I begnügen, ihrer Bereitschaft Ausdruck I zu geben, sich der Entscheidung einer aufrichtigen | Autorität zu fügen, selbst, wenn diese Entscheidung | ihre Ansichten über die Unfähigkeit, 50 Milliarden t |» zahlen, umfloßen sollte.

I In einem Telegramm des Pariser Korrespon- I denten derTimes" gibt dieser den französischen I Standpunkt zu der Rede Lord Curzons wieder. Er l schreibt, aus gewißen Stellen in der Rede Curzons F könne Deutschland den Schluß ziehen, daß es jetzt t ruhig auf die Einladung Curzons hin ein Angebot | abgcben könne, nicht notwendigerweise ein präzises ^.Angebot. Denn nur ein Versprechen, die Summe | Pi zahlen, die von irgendeiner internationalen Kör- Perschaft als möglich erachtet werde, scheine angeregt z» werden. Dieses Angebot würde, wie man aus - bet Rede Curzons entnehmen müsse, von Groß­britannien unterstützt werden muffen, vor­ausgesetzt, daß die britische Regierung es für ver- Ieünftig halte. Man komme daher zu der Einsetzung Eroßbritanniens zum Richter zurück ober scheint es Pi tun. Das fei die Auslegung der Curzonrede durch , Deutschland. Dies bedeute, daß Deutschland itzur Bonar Laws Plan vom Januar b an zunehmen brauche, den es dann zu kleinen eigenen Gunsten abändere r«nb Frankreich unterbreiten könne kUrankreich habe diesen Plan im Ja- Ituat verworfen und müsse ihn auch Meute verwerfen. Es würde absurd Eh in, nach der Besetzung des Ruhrge­biets auf diesen Plan zuriickzukom- «en.

London, 25. April Der politische Bericht- ttftatter desEvening Standart" schreibt, von den | bestunterrichteten Kreisen in London werde ein j mbgittiger Schritt seitens der deutschen Regierung ; erwartet, und es schienen gute Grundlagen für diese F Erwartung zu bestehen. Es fei jedoch der deutschen Regierung vollkommen klar gemacht worben, daß I Lord Curzons Rede in keiner Weise als kinladungan Reichskanzler Cuno und feine Kollegen angesehen werden könne, irgend- f tinen anberen Stritt als einen bi» | leiten gegenüber bet französischen Hnb der belgischen Regierung zu un- Lte r nei) m en. In einflußreichen politischen Krei- ; fen in London sei man allgemein bet Ansicht, daß t die deutsche Regierung jetzt auf einem vernünftigen t- Standpunkt stehe, und erkenne die Tatsache an, daß korb Curzons Rebe vom Freitag den Zweck »er« Mgte, den Weg vor zubereiten und daß sie diesen Zweck auch nicht verfehlt habe.

Richt Worte, sondern Taten allein brechen Frank­reichs Brutalität. Darum gebt zum Deutschen Bolksopferl

Es ist also nichts mit bet englischen Vermitt­lung. Das ist der Rede kurzer Sinn. Das Rätsel­raten darüber, wie Lord Curzon diese ober jene Stelle r i.'t auch für französische Ohren zwei­deutigen Rede gemeint haben könnte, ist nicht von so großer Bedeutung, wenn man sich bewußt bleibt, daß England alles nur im Interesse seines Alliierten Frankreich begonnen hat. Genau wie im Kriege irb zunächst einmal unsere Friebensbereitschaft in präziseren Formen herausgelockt, inbent man bei den phantasiebegabten Politikern Deutschlanbs, die iberall unbegrenztes Wohlwollen für uns wittern, £ie Stimmung jenes Hans im Glück hervorzurufen sucht, der schon zufrieden ist, wenn er nur etwas tnberes bekommt.

Jetzt wissen wir also, daß Lord Curzon, was England betrifft, eigentlich nichts Neues gesagt hat, p«r uns zu einem Angebot drängt, daß esviel- «eicht" (das ist auch nicht klarj nicht einmal ver- tittdn wird, um Frankreich nicht zu reizen.

Marburg WM, Den 25. W Oft ermatt*

Die Lage in Den fielet

Münster, 24. April. Haltern wurde heute früh gegen 8y2 Uhr von französischer Kavallerie und Tanks belebt Gegen 9 Uhr rückten die Truppen wieder ab und ließen nur auf dem Bahnhof 120 Mann und am Ostausgang der Stadt 30 Mann zurück. Der Zugverkehr stockt.

Münster, 24. Aprll. Rach den neuesten hier vor­liegenden Nachrichten wurde in Haltern ein französisches Kommando to > 50 Soldaten zurückgelassen, die in einer Wirtschaft am Lippefluß einauartkrt wurden. Die Sol­daten werben damit beschrift gt, die User der Livpe und die riach HeilbronnHullern führenden Straßen mit Drahtverhauen abzusperren. Nach Heilbronn stoßen Pa« twuillen vor. In Kirchderne halten die Franzosen bis für die englisch besetzte Zone bestimmten Kohlenzüge an.

Essen, 24. April. Der französische Militär« kommandant von Bochum, O d r y, hat die von 11 Uhr abends bis 7 Uhr früh währende Verkehrs­sperre aufgehoben. Der Bahnhof von Bochum wurde wieder freigegeben. Es wirb aber noch einige Zeit bauern, bis bet Betrieb wieder auf» genommen werben kann, ba zuerst die technische« Einrichtungen des Bahnhofs instand gefetzt werben müssen, weil sie feit über zwei Monaten nicht in Gebrauch sinb.

Der Polizeipräsibent von Bochum, Kühl» meier, besten Verhaftung vor einigen Tagen gerne!» bet würbe, ist vorläufig aus der Haft wieder ent­lassen worben.

Kaiserslautern, 24. April. Der zweite Bürgermeister von Kaiserslautern Relle ist von den Besatzungsbehörden gestern verhaftet worben. Relle ist bereits 71 Jahre alt. Der Grund feinet Verhaftung liegt darin, daß Relle, der für den ebenfalls seit einigen Wochen in Haft befindlichen ersten Bürgermeister Dr. Baumann die Geschäfte führt, die Verbreitung eines Flug» blatte» nicht verhindert hat. In dem Flugblatt waren die Namen der 13 Eisenbahner ge­nannt, die in französische Dienste getreten sind.

Essen, 24. April Heute Nachmittag erschienen 3 französische Kriminalbeamte im Verlagsgebcache der Essener Volkszeitung", nm die für den Verlag und die Redaktion verantwortlichen Beamten zur Vernehmung zu führen In Alwes'nbet des Belegens Kdenen wurden der Verlagsbeamte Panlus und der Chefredakteur Hau- kammer zumHandelshof' gebracht. Sie sind bis zu« Abend noch nicht zurückgekehrt.

Der Stampf um die Kohle.

Blättermeloungen zufolge haben die Franzose« in den letzten Tagen eine größere Anzahl tschecho­slowakischer unb polnischer Arbeiter zur Verlobung von Koks und Kohlen auf die besetzten staatlichen Zechen bei Buer geschafft. Zwischen bett fremben Arbeitern uub ben deutschen Bergleuten begannen bereits Streitigkeiten. In einer Wirtschaft in Buer ist es zu einer schweren Schlägerei gekommen, bet bet es auf beiben Seiten mehrere Verletzte gab.

Bochum, 24. April. DasBochumer Volksblatt" ist am 24. April wieder freigegeben. Die vereinigten Brrgarbeiterverbände Bochums hoben ein Protestscbreiben an den General Ordry gerichtet, in welchem sie sich gegen die Beschlagnahme der Deputatkohle beschwerden. De Belegschaft der Zeche Dahlhausen ift wegen der Besetzung in einen 24stündigen Proteststreik getreten. In Bochum und in Dortmund sind im Innern und an den Ausgängen der Stadt Kontrollposten auf- gestellt, die sämtliche Kraftwagen und Kohlen fuhrwerke kontrollieren, letztere wegen der Zollabgabe. Die Kon­trolle wird sehr scharf durckg'führt. Vom General Ordry ist der Verkehr in der Stadt von 11 Uhr abends bis 7 Uhr vormittags wieder freigegeben worden. Dtt Haupt- bahnhof ist von den Truppen geräumt, die technischen Ein­richtungen sind jedoch derart zerstört, daß es noch einige Tage dauern wird, bis er wieder in Betrieb genomme» werden kann.

Ka ternberg.24. April. Am Montag Abend ver­sammelten sich in Katrrnberg etwa 80 Arbeitslose und Aotstandsarbeiter. Sie zogen vor das Poli^eiamt und verschafften sich dort Eingang. Zunächst durchsuchten sic d,rs Gebäude nach Waffen, fanden aber nichts vor. Dann drangen sie in die Wohnung des Polizei Ämrnissars Schrö­der ein, der nicht anw's'nd war. Inzwischen war durch Sireneng-heul die Feuerwehr alarmiert worden. Bei ibrer^Ankunft kam es zu einem Zusammenstoß, wobei der Sohn des Jnbebrs des Warenhauses Kämper er­schossen wurde. Kämper selbst wurde dabei so schwer verletzt, daß er ins Krankenhaus gebracht werden murt. SPon den stiebenden Demonstranten wurden v er in Stop- pcnberg Verhaftet und nach Essen gebracht. In Lf cn wurde im Laufe des Tages en: Abordnung von Arbeit-« losm vorstcl! g, die die so'artige Freilassung der Berhas- tet'n v-rlangte. Sie wurde aber ihren Forderungen al g wiesen. Bei dem Zusammenstoß hatten auch die D monstrantcn Verluste. Zwei wurden schwer, zwei leicht verletzt. Von ben Schwerverletzten ist inzwischen einer gestorben.

Vergangene Nacht versuchte eine größere Bande in das Polizeirevier in Kateruberg cinzndringen. Durch den Lärm waren Nachbarn hinzug'kommcn und es ent­wickelte sich ein Gefecht, in dessen Verlauf ein Mitgli d der Bande getötet, ein anderes schwer verletzt würde. Es gelang mehrere Rädelsführer sestzunehmcn. Die Bande hatte es bei dem Ueberfall aus Waffen abgesehen, d:c sie in dem Polizeirevier vermutete.

Wie die Blätter aus Düsseldorf melden, fanden auch dort Notstandsarbeiter, die sich zu Stra­ßentumulten hatten aufhetzcn lassen, Schutz bei den Franzosen. Die Demonstranten entzogen sich nach den Krawallen, die dank des tatkräii gen Eingreifens der Schutzpolizei rasch unterdrückt wurden, der Festnahme dadurch, daß sie in eine große Garage der Franzosen flüch­teten, wo die Schutzpolizei an der weiteren Berw'gung der Flüchtenden gehindert wurde.

Hiwiiin auf Umwegen.

Vor dem VölkerbundSrat in Genf hat eine interessante Aussprache stattg-fund'n, die sich um das Schicksal der uns geraubten Kolonie Deutsch-Silb westafrka drehte. Auf den langwierigen Pariser Konferenzen, die dem Abschluß des Friedensvertragrs von Verfa lles vorauSgingen, hatte es einen harten Kampf zw schen Präsident Wilson aus der einen und den Vertretern Frankre'chs, Englands. Italiens und Japans auf der anderen Seit; gegeben. W lson ver­suchte wewgstens den enen seiner 14 Punkte wahr zu machen und zu verhindern, daß die längst beschlossene Verteilung der Beute, soweit die deutschen Kolonien in Frage kamen, stottfand. Er s tzte dem seinen Plan der Mandatserteilung entgegen, in dem Sinn, daß die deut­schen Kolonien insg samt Eigentum des Völkerbundes würden und bie einzelnen Teile desselben nur mit der Verwaltung im Auftrage des Völkerbundes betraut wür­den. Der Form nach wurde dem auch schließlich statt- gegeben, dem Sinn nach aber erfolgte die Verteilung, derMandatsgebiete" nach den bereits vorher verein­barten Richtlinien. Nun haben in Genf gerade die Eng­länder unter Vorschiebung der SiKafrikaner einen neuen und anscheinend erfolgreichen Versuch gemacht, die ang'- strebte völlig- Annexion auf Umwegen zu erreichen. Um die E'g'nschast als Mandatsgebiet zu bewahren, ist im Völkerbundpakt festgesetzt, daß die Nationalität der Be­wohner unsrer gestohlenen Kolonien sich von der ver­waltenden Macht unterscheiden müsse. Das sollte vor allen Ding'» bedeuten, daß die eigentlich kolonisatorische Aufgabe in ben Händen derjenigen bfeiben müsse, die sie bis dahtn misg übt hatten, also der Deutschen. Nun wird in Genf beantragt, die 7000 deutschen Ansiedler in Süs- west-Airika g schloss n zu -ngstsch^en Untertanen zu machen und dann die Natonalität bet Eingeborenen besonders zu rcg'lu. Mit and rcn Watten: jene Bestimmung des Völkerbundpaktes wird jetzt so ausg.legt, daß sie sich nur auk Eingeborene bez eht. die weißen Bewohner wer­den g schlossen annektiert und damft auch die Annexion als solche staatsrechtlich vollzog n. Wir haben allen Anlaß, uns mit allen Mitteln dagegen zu wehren, namentlich g-?gen eine derartige Vergewaltigung deutscher Reichsang höriger in unserem alten Siedlunasgebiet.

Das Schicksal der Südafrikaner.

Paris, 24. April Der Völkerbundsrat be­schloß, die Bewohner bet ehemaligen beutschen Ko­lonie Deuljch-Sudwestafrtka gemäß bem Antrag bes Obcrkommissars könnten allgemein die fübafrb konische Staatsangehörigkeit annehmen. Ausge- nom.ren davon sollten nur die bleiben, bie ein be- sonoere.' Gesuch an bie südafrikanische Regierung

6w Beträtet.

Berlin, 24. April. Eine Verordnung bei Reichspräsidenten bestimmt, daß Personen, von denen eine Unterstützung der an dem widerrechtlichen Ein- brnch in deutsches Reichsgebiet beteiligten Mächte zn besorgen ist, zur Verhinderung ihres Etntritts in das besetzte und EtnbruchSgebiet in ihrer persönliche« Freiheit beschräntt werden können. Ein dem Reichs- Minister des Innern unterstehender RegterungSkom- misiar hat die zur Durchführung der Verordnung er­forderlichen Anordnungen zu treffen. Wer den t>o« ihm oder seinem Bevollmächtigten erlassenen Anord­nungen zuwiderhandelt oder zu solchen Zuwiderhand­lungen ausfordert, wird mit Gefängnt oder Hast oder Geldstrafe bis zu 2 Millionen Mark bestraft. All« Zivtlbehörden haben den zur Durchführung der er» forderlichen Maßnahmen an sic gerichteten Ersuche« Folge zu leisten. Aus Beschränkungen der persön­lichen Freiheit findet das Gesetz betreffen» die Verhaf­tung und Aufettthaltsbefchränkung auf Grund de» Kriegszustandes und Belagerttnaszustandes vom 4. Dezember 1916 mit der Maßgabe entsprechende Ru- w-ndung. daß anstelle des RcichsmilitärgerichiS der Staatsgerichtshof zum Schutze der Republik tritt.

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