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©cÖluS: Die französischen Imperialisten können sich hier eine Streikbrechergarde gegen die Arbeiter schaffen; sie lassen es sich Geld kosten. Ein Aufruf des Arbeitslosen- ratcs verweist ebenfalls auf diese Gefahr und fordert alle Arbeitslosen auf, solche Tendenzen mit allen Mitteln im Keime zu ersticken.
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letztere Auffassung wollen wir nicht mit ihm streiten. Aber über seine Auffassung der Kommunisten als politische Kinder dürfte er jetzt wohl doch eines I Besseren belehrt sein. Wer die Not unserer Volks- sgenossen im besetzten Westen dazu mißbraucht, daß | er Aufruhr anzettelt und Dlutveraießen verursacht.
ist stcherlich kein politisches Kind. Es ist ja richtig, daß schließlich die Unterwerfung der aufrührerischen I Banden gelungen ist, aber nur mit großen Schwie- I rigkeiten. Freilich, die Franzosen haben Gewehr I bei Fuß dabei gestanden und vergnügt schmunzelnd I Mgesehen, als sich in ihrer Gegenwart deutsche I Kommunisten und deutsche Kriminalpolizei gegen- I Zeitig blutig bekämpften. Schon allein dieses trau- I nge Schauspiel sollten dem Minister und der preußischen Regierung viel zu denken geben. Es hat sich l dabei auch herausgesiellt^ daß die Aufrührer wohl organisiert, zum Teil sogar im Besitz von bis dahin I stut versteckten Waffen waren, deren Zahl sie noch durch die Plünderung eines Waffenladens ver- I mehren konnten. Auch das zeigt, daß man es wirk-. I lich nicht mit waffenlosen, ungefährlichen politischen i Kindern, sondern mit gut organisierten gefähr- I Banden zu tun hat, die jede Gelegenheit benutzen, um Unfrieden und Unruhe zu stiften. Wir i sollten meinen, daß die Borgänge in Mülheim nun wenigstens der Regierung über die Gefährlichkeit mehr die Augen geöffnet haben, als es bisher der Fall war. Wir haben von jeher nur gleiches Maß für alle verlangt und immer wieder darauf hingewiesen, eine wie große Gefahr in der orgaui-1 fierten Bewegung der Kommunisten steckt.
, B erlin,. 20. April, tteber die Bildung von Ar- miterbundertsckaften in Magdeburg zum Schutze der I 2publik erfiärte der preuhiscbe Minister des Innern, ^ebertna, dein Mitarbeiter einer sozialdemokratischen »orrespondenz, daß er den Aufmarsch der Magde-1 Dttrger Hundertschaften für bedenklich ballt. Er Wunsche, datz er sich nicht wiederdoten werde. Es sei I erforderlich, datz ieder Aufmarsch und jede Hebung I unterbleibe,- um nicht andere Gruppen zu gleichem I Borges! ru auzuregen und dadurch di- allgemeine Ner-1 vosität unserer Zeit l is ins ungemessene zu steigern.
Deute Vormittag beschäftigte sich laut ,L8. T." in der Reichskanzlei eine Ministerbesprechung mit den Vorgängen in Mülheim a. Ruhr.
I Dortmund, 21. April. Gestern veranstalteten die Kommunisten auf dem Hansaplatz eine Protestkundgebung gegen die Vorgänge in Mülheim. Zu Zwischenfällen ist es n-rbt qefornmn.
Bochum, A. April. Im Laufe des gestrigen Tages fanden in Esten Demonstrationen der Arbeits- ioien und Norftandsarbeiter statt. Am Vormittag fanden Versammlungen statt, in beiten die Forderungen eingehend erSn-rt wurden. Die Notstandsarbci- wr fordern u. a.. dqtz sämtliche Arbeiten, zu denen die Arbeitslosen btSder tzerangezogen wurden, auSschliest- tich in städtischer Regie vorgerwmmen werden sollen. Des wetteren verlangen die Notstandsarbetter, die bisher durchgängig einen Stnndenlobn von 1750.41 bezogen, den Tarttstundenlokm, der nach der jeweiligen Gruppe bezahlt wird, der der Notstandsarbeiter noch keiner beruflichen Ausbildung angebört. In dem bisherigen ArdetrSlosenrar ist eine Spaltung eingetreten. Das neue Komitee bat si.l> insbesondere die Rechtsveriretnng der Notstandsarbeiter angelegen sein lasten. Im Laufe des gestrigen Nachmittags fanden Verhandlungen auf dem RatbanS statt, die aber zu keinem Ergebnis fübtten. Noch gestern abend sind, wie berfautet, Vertreter der Stadtverwaltung und der Notttandsarbeit-r nach Berlin gesabren, wo die ganze Frage endgültig geregelt werden soll. Während der Demonstration hatten die Geschäfte au? Stcherheits- grkinden geschlossen.- Zu ZwtschenMen ist es nicht gekommen.
Marburg
SomM. i«i 21. Avril vstermonv
Sölktthvnhsl^üng.
Genf, 20. April. Die heutige öffentliche Bor- mittagssttzuug deS Vötkerbundsrais führte zu einer eingehenden Debatte über das Schicksal der früheren Kolonie D eu t sch- Sü dw est asr ika.
ES handelte sich darum, die Frage der Nattouali- tüt der Einwohner in den sogenannten Mandatsgebieten B und C, das heißt in den früheren deutsche«
Sie Lage in den beleM SeMtbn.
Karlsruhe, 20. April. Der Bahnhof Orten» I berg ist um 12 Uhr von den Franzosen wieder ge» räumt worden. Die Grenze zwischen dem besetzten I und dem unbesetzten Gebiet wurde von der Ort» I schäft und dem Bahnbo^ Ortenberg gezogen.
I x Offenburg, 20. April. Die Franzosen haben an alle Gemeinden des besetzten Gebietes einen Befehl erlaßen, in dem mitgeteilt wird, daß folgende Orte, obwohl sie nicht Truppen belegt sind, zum besetzten Gebiet gehören: Orten» I berg, Ebersweier, Rammersweier, Kehlweiersbach, Fesienbach, Urioffen, Sutterwald und Albersweier.
Einer Blätter Meldung aus Offenburg zufolge I handelt es sich bei dem französischen Vorstoß ans I mehrere Schwarzwaldorte, darunter Ortenberg, I um einen Raubzug, begangen an den Kassen der I Ruhrhilfe und der Eisenbahner. Den Franzosen I sollen ansehnliche Beträge in die Hände gefallen I fein.
Freiburg, 20. April, lieber den Vorstoß der Franzosen auf Ortenburg wird weiter be- Irichtet, daß keinerlei Anzeichen für eine Besetzung von Gengenbach zur Zeit mehr bestehen.
I Da die Franzosen andererseits den Eintritt nach I Offenburg von Niederschopfheim aus gesperrt haben, ist anzunehmen, daß es ihnen bei ihrer neuesten Maßnahme darauf angekommen ist, den Zuleitungsverkehr nach Offenburg, der teilweise über Ortenburg geht, wo sich auch das Postamt von Offenburg befindet, zu unterbinden.
H o r st - E m s ch e r, 20. April. Die Belegschaft der Zeche „Nordstern 3 und 4" erklärte sich bereit, heute wieder zur Arbeit einzufahren. Zn einer vorher abgesiaftenen B-^aichoftsverfammlung kam der starke Wille zum Ausdruck, die Kohlenförderung wieder aufzunehmen, jedoch nur unter der Voraussetzung, daß nicht etwa die geförderten Mengen den Franzosen oder Belgiern zugute kommen. Unter denselben Bedingungen nahm die Be» legschaft der Zeche „Vereinigte Welheim" die Ar» beit wieder auf. Die Belegschaft der Zeche „Graf Moltke 3" ist heute ebenfalls wieder zur Arbeit erschienen, doch wird von ihr nur die für den Kesselt und Deputatsbedarf erforderliche Kohlenmenge gefördert.
Münster, 20. April. Während der letzten Tage haben die Franzosen die Zechen „Julie" und .Von der Heydt" bei Herne besetzt. Am 18. Avril haben sie die Zeche „Eintracht" bei Steele besetzt. Zn R a u r e l wurden die Eisenbahner aufgefor» beit, heute bis mittags 1 Uhr den Dienst wieder aüfzunehmen, widrigenfalls sie aus den Wohnungen vertrieben und ausgewiesen würden. Zn Hattingen haben die Franzosen wegen angeblicher Sabotage das Postamt bis zum 27. April geschloffen. Ein Telegrapbenarbeiter und ein Bau-
I Kolonien in Deuttw-Südweftafrika und im Stillen Ozean zu regeln. Im Laufe der Debatte stellte sich
I heraus, daß es unmöglich ist, die europäischen Bewohner, die nicht die Nationalität deS das Mandat ausübenden Landes besitzen, mit den Eingeborene« in der Nationalitätenfrage gleich zu stellen. S» legte der Vertreter der südafrikanischen Union. Sir Vittor Walton, ausführlich dar, daß tot früheren Deutsch-Südwestafrika noch 7ODO Deutsche leben, die wertvolle Mitglieder des Staatslebens und der kolonialen Kulturarbeit seien und daher durch kollettive Naturalisation, die allerdings einzelne verweigern dürften, Staatsangehörige der Unton werde« müßten. Andererseits wurde, so vor allem von dem Präsidenten der Mandatskommission, Marquis Theo- doli, und auch vom japanischen Ratmitglied A d a t s ch i nachdrücklich darauf htogewiesen, daß solche Lösungen nicht den Grundsätzen deS Mandats» Wstems zuwiderlaufen dürfen und der Anschein einer Annexion vermieden werden müfle.
Nach einer sehr langwierigen Debatte wurde beschlossen, das Redaktionskomitee noch tn dieser Tagung mit der Ausarbeitung gewisier Richtlinien zu betrauen und davon unabhängig die Frage bet Deutschen in Südafrika zu untersuchen.
Diese Auseinandersetzung bewies Von neuem die iuuere Unaufrichtigkeit und unvermeidliche Zweideu'igkett der ganzen MandatSshstemS, das zwischen der Fiktion von Verantwortung deS Völkerbundes und der in der Praxis bestehenden Annerionspolilik bin- und herschwanft.
Genf,, 20. April. Da die Verhandlungen zwilchen Polen und Danzig über die Errichtung einer polnischen Eisenbahndirektton in Danzig ergebnislos blieben, beschloß der VölkerbundSrat, diese Fra« auf die nächste Tagung zu verschieben.
Genf, 20. April. Die Regierung deS Freistaats Irland ließ durch ihren Vertreter in Genf, Mac White, dem Völlerbuudssekretariat ein Gesuch um Aufnahme in den Völkerbund überreichen. DaS Gesuch wird bei der nächsten Tagung des Völkerbundes tot September zur Behandlung gelangen.
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Der Aufruhr in Mülheim
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Gerade in dem Augenblick, da der Preußische Landtag die Aussprache über die Interpellation in Bezug auf Auflösung und Verbot der deutsch- völkischen Freiheitspartei beginnt, kommen die Meldungen über die blutigen Vorgänge in Mülheim. Zur Rechtfertigung seiner Haltung hatte bekanntlich Minister Severing vor einiger Zeit die Kommunisten als politische Kinder abgetan, ihre Gegenspieler auf der äußersten Rechten aber als ungemein staatgefährlich hingestellt. Heber diese
setzten und unb-setzten Gebiet an.
Wie die Blätter aus Mülheim (Ruhr) melden, sind bisher 50 Aufrührer verhaftet worden. Sie wurden im Laufe des gestrigen Tages im Rathaus vernommen. Aus ihren Aussagen geht hervor, daß tatsächlich geplant war, das Rathaus zu besetzen und die Herrschaft über die Stadt an sich zu reißen. Sobald die Vernehmungen beendet sind, werden die Teilnehmer an dem Aufruhr wegen schweren Landfriedensbruchs der Untersuchungshaft zugeführt werden. — Da durch die Mülheimer Vorgänge die Druckerei, in der die Reichsbank Banknoten drucken läßt, zeitweilig lahmgelegt war, hat die Verwaltung der Gewerkschaft Friedrich Thyssen kurzfristiges eigenes Notgeld ausgegeben.
Unter de« Schutze der Franzose«.
Zn den Unrnbcn in Mülheim melden die Blätter, daß alle Versuch«, von den framdfitoen Besatzungsbehörden bie Genehmigung zu erhalten, durch Hinzuziehung von! Schutzpolizei die Ruhe wiederherzusiellen, vergeblich geblieben sind. Auch General Danvignes in Düsseldorf hat alle dahingehenden Vorstellungen abschlägig beichieden. Unter diesen Umständen müsse fester mit einer Wiederholung der blutigen Zusammenstöße in Mülheim gerechnet werden, da heute ein erneuter starker Zuzug allerlei verdächtiger Elemente nach Mülheim zu bemerken ist. Im Stadtteil Broich treibt eine bewaffnete Aufrühr:rbaude ibr Unwesen durch Raub und Plünderung. D e aus der Altstadt vertriebenen Aufrührer konnten sich nnbehin-I dert von den französisch.belgischen SRifid tärposten über die Ruhrbrücke in Sicherheit bringen. Bon zuverlässigen Zeugen wurde zu! Protokoll gegeben, daß auf der Rohrbrücke, neben der l Wache der Franzosen während des ganzen! gestrigen Nachmittags bewaffnete Kommunisten standen, die sich an der Kontrolle der Pässe beteiligten. Don anderer Seite ist I beobachtet worden, daß Franzosen sich in unmit «[barer I Nähe von feuernden Kommunisten Pfunden hab'», trotzdem das nnerlaubt« Wasftntvagen seftns der B satzungs-1 behörde mit schweren Strafen bedroht wird. (Kn Kommunist soll sogar ganz offen erzähü haben, datz di- Fran- zosen sie zu einem Sturm gegen das Rathaus angefeuort hätten mit der Erklärung, datz sich dort ein von der Be- I satzung.'behörde gesuchter Krimumlfornmisfarrat befinde. I . ^ssen, 21. April. Die in allen Bevölkemngs- Kbubten herrschende Erregung darüber, datz durch den Willen der französischen Besatzung die Stadt Mülheim I zwei Tage lang dem Terror anarchistischer Banden au-ge-1 liefert g wesen ist, ist so stark, daß selbst das kommunistische Organ in Essen, das „Ruhr-Echo", das noch am Tage zuvor d.e Aftou der sog nannten Arbeitslosen rüilhalttos I unterstützte, gestern abend sich veranlaßt sieht, die Arbeitslosen davor zu warnen, sich als Werkzeug für die , Zwecke der Franzosen mißbrauchen zu lassen, b.e berant» »wrtlich seien für die Niederschietzung der Krupparb.-iter. Das Blatt weist aus die Fälle hin» in denen französische Agenten sich unter bie Arbetslosen mischcken, und sagt ziwz • 1
Der seit mehreren Wochen in Haft befindliche Redakteur Hoerter von der „Dortmunder Zeitung" ist wegen dem in seiner Zeitung veröffentlichten Artikel üb«
Amtliches Derkündigungsblatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (das früher kurheffische) Oberhesse,
300 Mk. Jeder Rabatt gilt al« Kanada«. Beleg« werben berechnet. Bei itus» tonst durch di« Eeichäftsli. unö Vermittlung der «naebote 50 M„ bei Ueberienbunn durch uns 100.— Mk. ohne Porto.
;• Mühlheim, 20. April. Nachdem durch die große tzäuverungsaktion die Stadt in den frühen Mor- lenfinnben von der Herrschaft der Aufrührer befreit wurde, Men die Straßen, abgesehen von Ansammlungen Neu- ipriner, wieder das gewohnte Mld. Die Läden find , geöffnet unb die Straßenbahnen Verkehren wieder. Dec kerwr der Aufrührer war kaum erträglich. Bewaffnete hnlten die Straßen besetzt und untersuchten die Passanten. Einem wurden 220 000 Mark geraubt, andere wurden getreten und geschlagen. -Es wurde häufig geschossen. Als xgen vier Uhr nachmittags sich Oberbürgermeister kem b ke am Fenster zeigte, fiel von draußen ein Schuß «s ihn. Die Kugel ging wenige Zentimeter Über den »Vf des Oberbürgermeisters hinweg und schlug in die Pgenüberllegerche Wand ein. Bei einem neuen Schieß» krsuch wurde der Täter durch einen Kopfschuß v,m Ratbaus aus niebergestreckt. Das Schießen dauerte den xnzen Abend an. Um 10'/« Uhr abends stnn-n vier Ausrührer, in das Lokal des Wirtes Johann Rosendahl « Mühlheim-Broich und tranken Bier. Als sie ohne Be- phlung fortgehen wollten, fragte der Wirt nach der Be phlung. Mit den Worten, daß sie in zehn Minuten Meberfäme*, nm zu bezahlen, g ncien bk Leute fort Sie AlÄienen auch tatsächlich zehn Minuten später vor dem tont Wirt inzwischen geschloffenen Lokal, schlugen aegeti
Tür und verlangten Einlaß. Als Rosendahl öffnete, vurde er fofott durch Schüs se getötet; sein Sohn -abiclt vier Messerstiche, ein als Gast anwesender «wen Halsschutz.
In der Innenstadt, wurde inzwischen das Kauf- -^us Koopmann von Wass<.ntrag-nden umstellt !® wurde Herrenkleidung im Werte von 18 Kst!:vnen Mark geraubt. Am Tage und am Abend wur- d«« auf Seiten der Angreifer, soweit bekannt, 5 Mann »tötet und eine größere Anzahl verwundet. Bezeichnend w; daß die Angreifer ihre Verwundeten und Toten in die den Franzosen besetzte Kaserne brachten, wo fte Leute ausgenommen und verbunden wurden.
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Famillen-tinz. geae* dar. 50 Mk. Amtlich« anb ausw. Anzeigen 10S Mk. Bei lämteticem F0
Satz Aufjchlag. Spät «tnleuitnbe oder be* Raum über ll, Sette einnebwienbe llX AfiBrl «njeiqen werden na» bei Textivaltenbreite berechnet ReName* der Zeilenmtllimeter
D-e im Rathaus seit den frühen Morgenstunden mit Oberbürgermeister eingeschlosfenen Beamten und Solrzei mann schäften erhielten im Lauft deS Ta- -fiR und während der Nacht Verstärkung durch Poli- Kikamte von Duisburg, Oberhausen und Sierkrade sowi torch beherzte Bürger. Um 4 Uhr morgens gingen bie .»Lagerte«, mit dicken Knüppeln bewaffnet, in sechs »ruppen gegen dft Aufrührer vor, die sich schnell Mückzog-n und verschwanden. Es gelang, verschiedene W Gewehren Bewaffnete, zunächst etwa 20 und im «uft des Morgens weitere 10 zu verhaften. Einer Mr.Führer, der ftöhere Lumpenhändler Kürten. . ”■ !:ch sogleich znr Wehr fttzte und dem Beamten au 1 wurde schwer verletzt Sr mußte
«s Krankenhaus gebracht werden. Der bereits genannte -isd-.'issührer Kropp ist mit 12 Jahren Zuchthaus L»ti&;ftraft Den Mörder n Rosendahls ist man ttr der Spur. Die durch die Festnahme größtenteils myrerlos gewordenen Aufrührer zogen sich in den großen T-eldorfer Wald zurück. Auf Seiten der Belagerten tour« ' wtz-sw-i Beamte durch Schüsft schwer und drei leicht ver- chk- Zu bemerken ist noch, daß die Arbeiterschaft «r großen Mülheimer Werkt, die etwa 100000 Mann Elt, es abgelehnt hat, in einen Shmpathie - ein- Rtoeten. Der größte Teil der Arbeiter hat sich von der «tt'hetzung fern gehalten.
Mülheim, 20. April. Die Stadt wurde nachts U» i>>n kommunistischen Rotgardisten, die bis in die ,?.chi hinein die Herrschaft über dft Straßen an sich ge [«tfen hatten, befreit.
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MafrvsenabteNnng geweftn war, widerfttzte sich gewaltsam der Verhaftung und wurde dabei erschossen. Zwei deutsche Kriminalbeamte wurden bei dem Eindringen der Kommunisten in das Ratbaus von dies-n festgenommen und den Franzosen zug-führt, woselbst sie in Haft gehalten wurden, well sie Revolver bei sich führten. Be» zeichnend ist, datz die Franzosen bie Komunisten ungehindert mit Gewehren herumlanfen las- jen. Die heute morgen bei der Säuberung der Straßen vettriebenen Kommunisten sind in den Essener Stadt- wall» geflohen. Heute morgen wurde eine neue Ansarnm- fang von Syndikalisten ir der Gegend des Gymnasiums zu Mülheim gemeldet De aus Oberhausen herangc- '''g ne Verstärkung wird im Lauft des Tages Voraussicht lich wieder nach Oberhausen abrücken, da Mch dott mit der Möglichkeit vo» Unruhen zu rech- nen ist.
Mülheim, 20. April. Die Syndikalisten haben einen 24stünd’g'n Generalstreik verkündet, von dem auch in dem fommunistischen Organ „Ruhr-Echo" in Essen die Rede ist. Demgegenüber ist festzustellen, daß dft Arbeiterschaft und bie Gewerkschaften mit den Krawallen nicht das mindeste zu tun haben und der Parole des Generalstreik» keine Fo ge geleistet wird. Bei der ganzen Bewegung bandelt es sich in jeder Stobt u$r um eine Verhältnismäßig geringe Anza dl anarchistischer Elemente. Twtzdem ist bte Lage m Rnhrgrbftt nach wie vor bedrohlich, da bei der Em- [ blößung von Schutzpolizei und bei der Wohlwollen - I den Neutralität der Franzosen, bte die Be- I wasfnungderKommunistenosfenzulafsen, j icktoch mit Schußwafftn betroffene Sicherk^tsbeamte sest- lialten, eine an sich geringfügige Anzahl lichtscheuer El« mente genügt, um. wie es hier der Fall war, eine Stadt tagelang durch Teror zu beherrschen.
Köln» 20. April. Wie die „Kölnische Volkszeitung" zu den Vorgängen in Mülheim an der Ruhr noch meldet, kam es in den Nachmittags stunden infolge der Ausschreitungen des Pöbels zu zahlreichen Straßenkämpfen. Zu- Abwehr der Aufrührer bildete sich ein Selbstschutz. Nach der „Kölnischen Volkszeitung" sammelte sich auch in Recklinghausen zahlreiches lichtscheues Gesindel aus dem be-
Die ^Oberhefstlw« Zeitung «rlchelnt letbsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich 3600 MI. mit Zustellungsgebühr. Für ausfallende Stummer* infolge Streite oder , 95 elementarer Ereignis,e lei* Eria^ — «erlag von Dr. E. HlUerotd. — Druck der U*to^«tubbr*<erei non 36b. Lug. Koch, Markt 21.23. — »emiprecher 55, «oft. Icheckkonto: Nr. 5015 »mt Frankfurt a. Mai*.
I sogenannten Arbeitslosen sind in Wirk- dchkeit nicht als solche zu betrachten. Sie wurden inSge- hmt von der Stadt mit Notstandsarbeiten beschäftigt und |® doller Höhe der für dft betreffenbe Arbeitergruppe kltenden Tarisbestimmungrn entlohnt. Sft waren au f- »tputscht von bem radikalgerichteten kommunistischen Dugel, insbesondere von den in Mülheim ziemlich »ahl- «chen Syndikalisten. Am gestrigen Morgen ver- ?tzstalteten sie unter Mitführung von schwarzen Fahnen, : ® venen als Symbol eine Fackel angebracht war, eine nt o n ft ra t i» n vor dem Rathaus«. Sft verlangftn Sofortige Hergabe von 150000 pro Person. Dft ^tstandsarbeiter, meist halbwüchsige Burschen, ■toben unter einer einheitlichen Leitung, dft militärisch organisiert war, und, insbesondere durch fthlreiche Patwuilftn von je drei Mann, dft mit Revob- 7111, Jagdflinten u^> dicken Knüvpeln bewaffnet waren, ^hreich der ganzen Nacht bas gesamte innere Stadtgebiet in der Hand. Das Rathaus war stundenlang von Seiten zerniert. An allen wickttgen Kreuzungs- ■mften waren Barrikaden in Gestalt von euer» ritftiten sch ioeren Lastwagen bemerkbar.
' Gerüchtweise wurde erzählt, daß dft Kommunisten ibre •trpflegung auf der französischen Wache et- L“en und dorthin auch ihre Verwundeten und Toten gemocht hätten. Der Bürgermeister war während der letzten Tage im Rathaus eingeschlossen. Um 3 Uhr früh ?$*n von Ober Hause» zweiundachtzig Krtminal- J^tote zur Verstärkung, denen dft Säuberung der zum ^haus führenden Straßen bull' gelang. Es wurden 15 ?^angcue gemacht. Der Haupträdelsführer Max rvpp, der dem syndikalistischen Ausschuß ang-hört, ----- verhaftet. Ein anderer Rädelsführer, der meh- lte 5“. Zucht ha usstraftn wegen Eigentumsverbrechen ab» * hatte «ab bä bet Sievotutiou Mitglieo einer