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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg

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Oicfn>inhett ;u führen, toeide mir verwüsteten Frankreichs

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Wim hat Poincar« die längst erwartete Rede Schatt«^ wir Deutsch«» lernten Nicht erwarten.

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geschehen. DaS arme Frankreich, dar nre in der schichte andere Völker vergewaltigt bat'? Aber Völker hören lieber Phrasen alS die Wahrheit, weist Herr Potncare.

433 neue Ausweisungen beschlossen.

Paris, 14". April. Dem „Temps" wird aus ’ Koblenz gemeldet : Die Interalliierte Rheinland»' kommisfion hat 433 neue Ausweisungen deutscher I Beamten beschlossen, die zum größten Teil dem! Zoll- und Eisenbahnverwaltungsdiensr angehören^

Darmstadt, 14. April. Die Franzosen gehen j gegen die Eisenbahner immer rigoroser vor. Die Ausweisungen erfolgen jetzt schon mittels der. Eisenbahn. Ein Zug mit etwa 60 Eisenbahn-1 Beamten und Arbeitern aus der Richtung Gries«' heim hielt heute mittag zwischen Weiterstadt und Darmstadt auf freiem Felde, und die Eisenbahner mußten von dem Schienenweg nach Darmstadt gehen. Ein zweiter Zug mit ausgewiesenen Eisen* bahnern wurde bei Gernsheim angehalten. Di» Familien der Ausgrwieseneu müssen Hrnerhalb waj

iwltöen Bedingungen insbesondere die schrittweise Räu- mmP des RuhrgebieteS durchgefübrt werbe, neun es seine Zahlungen trabet aufnehmen sollte.

bestätigt was mau schon wußte, daß die Belgier, die eben politische Aspirationen nicht haben, möglichst schnell pir Lionidation kommen wollen. Der „Oeuvre" schreibt dazu: „Offiziell darf über diese wichtigste F«pe noch nichts verlautbart werden, weil PoincatL es nicht wagt, offen«» den Mißet- fol® seiner Politik ,her Bewegungsfrei­heit" einzugestehen, obwohl er selbst bereits von der Not­wendigkeit überzeugt ist, wieder zu internationa­le« Lösungen zurück»ukehren. Er fürchtet die gwllende Meute der Rationalisten und den Angriff einer gewisse« Presse, die von einem hoben Beamten, dem höchsten Beamten deS Quai d'Orsay inspiriert Wick und der die Reise Loucheurs nicht nur als eine Son­dierung gebilligt hat, sondern sie zu einer Regelung ge- führt hätte, die ehrenhaft für alle Beteiligten und dodurc für u«S Vorteilbast gewesen wäre."

Pari», 14. April. Wie HavaS mitt eilt hat der belgische Ministerpräsident Theunis nach Schluß der heute Vormittag stattgehabte« Beratung zu den Journalisten gesagt: „Wir haben eine Sitzung des AussichtSrats des Ruhrgebiets abgehalten." — Nach der gleichen Quelle baben die Ministerpräsidenten der beiden Länder hischlo'- sen, demnächst «mfS neue tn Brüssel miteinander zu kon­feriere«.

Offenheiten.

PariS, 15. Avril. Der dem Elysee nahestehende ehe- hnalige Fi nanzmi nistet Francois-Marsal hat heute in> Lyon auf dem Kongreß d r republikanischen Vereinigung eine Rede gehalten, in der er u. a. sagte: Eine internMerta Kontrolle über die Gebiete der Rheinebene muß unS ge«' statten, jeden deutschen Einfall zu verhindern, solang« Preußen über dieses Gebiet politisch herrscht. Auch bie preußischen Ambitionen aus da« Saargebiet (I!) müssen endgültig beseitigt wecken. Wirtschaftliche Ab­kommen müssen für die Zukunft das industrielle Gleich­gewicht dieser Gegenden sicherstellen. Der für die Fabri­ken Lothringens, Belgiens, Luxemburgs und deS Eaar- gebietS notwendige Koks muß diesen Gebieten g-sichert wecken. Dafür muß das lothringische Eisenerz von den Fabriken Westfalen- ausgenommen wecken, di« übrigen- auch für ihre Konstruktion-atelier- halbwertig« lothringische Produkte erhalten können. Weitere Abkom­men, hauptsächlich betreffend Düngemittel, Farben und Textilien, müssen auf einer politischen Basis ein wirtschaf licheS Gleich gewi cht hcrbeifübren, dos uns endlich zum wahren Frieden führt. <$» wird die Besetzung des Ruhrgebiets noch mehr in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht als in militärischer, wenn mit Macht und Beharrlichkeit nach einem praktischen, klar ausgestellten Programm durchgeführt Wick, Belgien und Frankreich endlich den Frieden, die Wiederherstcllung und daS Glück bringen, daS sie erstreben.

ste von Wohlwollen und Verstäub nv» für unteren Standpunkt trieft Was er sich aber gestern oefctftd bat, übersteigt da- übliche sranzöflsche TDtater um et« erkleckliche-. Die Schupo eine Gebelmorgantsation^ die ausgerechnet er entlassen mußte, Me friedliche Be­setzung, die Niemand ein Haar krümmt, nein e- lohnt sich nicht, sich lunntt auszudalten. Heute wird der deutsche Außenminister sprechen und hokkenritch wieder einmal klar und deutlich zeigen, we-valb die Fran­zosen die ganze Aktion etnletteten. Gerade zu dem was Potncare so scharf bestreitet, zur wirtschaft! tcken und politischen Unterdrückung Deutschlands. Hoffen darf man, datz da- Auslaick sich durch Strenenklan^ Poinearescher Beweisführung nicht fangen läßt

auch nur eine einzige Minute de- Schwankens er­warten. Frankreich werde durcksiatten, wie es bisher cf.ne Gewalt (!)! und obne Provozierung (!) durck- oehalten habe. Es werde iusanan baut voranschret- ten und durch einen dauerhaften Frieden und einen Frieden der Wiederherstellung daS Werk seiner Toten vollenden. Dadurch werde es ihnen die beste Huldi­gung darbrinaen, die sie von den Ueberlebenden er­warten können.

In seinem einleitenden Teil seiner nichts sonder­lich Neues verratenden, phralenaesvickten Rede war Sotnrate auf die Kefclstchte Dünkirchens eingegangen. wobei er auf die Politik Englands ansvielte. ieweils die Maßnabmen zu eraretfen, die seine Sicherdeir ver­bürgten. England dürfe das Frankreich nickt ver­argen, wenn eS aitck feine Grenzen schütze und ein Volk besten Imperialismus unheilbar fei, bindere neu? Vorbereitung.» zu tr-ffen. Bisher sei das nickt

Marburg Mo* in 1t. M vftarmond

des Landes fei entscklosten, daS zu Ende was begonn-n worden fei. Die Aktion dem vollkommenen Wiederaufbau unserer Provinzen und mit der Wtedererbebung enden. Veraeblich werde Deutschland

Paris, 14. April. I« der belgischen Botschaft hat heute mittag ei« Frühstück stattgefunden, an dem nutze- den belgischen Ministern Theunis und Jasper die fran­zösischen Minister PoincarS de Lastenrie, Mag«not, Rei- bel und Le Tnocquer sowie der Abg. Loucheur, der Senator Lubersac und die belg scheu Vertreter in der Reparationskomm ss on, Delacroix und Brmelman, teil­nahmen. Heute Nachmittag wurden Theunis und Jasper vom Präftdente« dn Revublik emo sangen. Um 6 Uhr abends reisten sie nach Brüs,el zurück.

$orntar6 in Dünkirchen.

Paris, 15. April. Anläßlich der Enthüllung eines KrtepeckenkmalS tn Dünkirchen hielt Minister­präsident Potncare die längst erwartete Rede, in der er erNärte, haft Frankreich und Belgien zur Pfand- navmr oes RudraebtetS geschritten seien, weil Deutsch­land seine Verpflichtungen nicht erfüllt und Frankreich selbst amtäbernd 100 Milliarden Mr seine Necknuna habe bezahlen müssen. Deutschland noch weitere Aufsckubfrtsten zu gewähren, hätte unS ihm Vollständig ausgeliefert. Frankreich habe sich fetzt da­von über,rügt, daß Deutschland die Kohlen hätte lie- fern können, die es un« verweigerte, Venn eS habe fick so eingerichtet, daß eS fetzt die Ruyrkodlen ent- bevren könne. Wir haben den Beweis erlangt, daß Deutschland tn der Lage gewesen wäre, uns mit ausländischen Devisen zu be« zablen. Weiter haben Wir gewisse militärische Drganisattonen auflösen und entlarve« können, die eS unter dem barmiofen Na­men .Schutzvolizete verborgen habe. Die Pfänder, die Deutschland uns nickt geben wollte und die auch gelotste Alliierte fflr unnötig gepalten haben, Kalten wir ~,-r unerläßlich. Frankreich werde die Pfäitder nickt gegen einfache Ver­sprechungen berauSgeben und daß eS nur nach Maßgabe der geleisteten Zahlungen sich aus dem Ruhrgebiet berauszteben werde. Selbst England und Amerika haben sich nickt enthalten können, wenig- stenS unsere Beweggründe zu billigen. Der MeimtngSumsckwung tn diesen Ländern sei zum gra­sen Teil darauf zurüSznführen. daß Frankreich eS verstanden habe, seinen Willen durckzufetzen und daß es fetzt die sogenannte .Schlagader' Deutsch- landS in Händen habe. Wir gedenken niemand zu erdrosteln und haben wir den Wunsck, unS bezahlt zu macken und uns vor dem finanziellen Zusammen­bruch zu bewahren. Kein Mensch könne ernstlich glau­ben, daß Frankreich den tollen Gedanken hege, fremde vöi'er unter sein Jock zu bringen und sich Gebiete gegen d-n Willen seiner Bewohner anzuetg- ncn. Potncare Wandte sich dann denen die Einwürfe gewisser Franzosen gegen die Rubrbesetzung und er­klärte. daß er sich durch Jene Gelegenheitspessimisten nickt von feinem Ziele abbrinyen lasten wecke. Die

r Die Pariser Konferenz hat damit geendet, daß die Bel- Iicr und Franzosen sich entschlossen zeigen, ihre Raub- polit.r fortzusetzcn, bis Deutschland Vorschläge Ma ch e. Zu diesem Zwecke will man den Druck verstärken. Die französische Regierung arbeitet fortgesetzt int Aus­lande mit dem Trick, daß Deutschland sich weigere zu zahlen unb hat damit leider auch, nie Meldungen aus kn neutralen Ländern zeigen, Erfolg. Namentlich in in Amerika soll die Stimmung aus diesen Gründen wieder franzosenfreundlicher geworden sein.

mittag findet keine Sitzung mehr statt. Nach der Sitz««« der Konferenz wurde heute Mittag folgende amtliche Mitteilung ausgegeben: >

Die französischen und belgischen Minister sind heute Vormittag aufs neue zusammengetreten. Sie haben die gemeinsamen Weisungen vorbereftet, die an rhre Oberkommissare in den Rheinlanden und an General De Voutte ergeben sollen und di« bie in den neu besetzten Ge bieten eingeführte Zentralverrechu«ng und beten Kontrolle, die Verwendung des Ertrags der Beschlagnah­mungen usw. betreffen. Es wurde beschlossen, daß die verschiedenen Waren und die Prvdutte, die in den besuchten Gebieten beschlagnahmt wurden, um die von beiden Re- gierungen oder ihren Staatsangehörigen gemachten Be­stellungen von Sachlieserungen zu decken, diesen direkt zur Verfügung gestellt wecken sollen. Der Ueberschuß der beschlagnahmten Waren und Produkte wirb von den französischen und belgischen Behörden verkauft werden. Der Ertrag dieser Verkäufe tirib der Berechmrngskasf« der Pfänder überwiesen und nach Begleichung der verschiede- lwen Besetzungs- und Betriebs Losten wick der über- schießende Betrag der Repamtionskammission überwiesen werden. Die beiden Reg.croirgen haben ihre Entsch.fißun- gen dahin bekräftigt, da sie die Räumung des Ruhr­gebiets und der auf der rechten Seite deS Rheins nenbe- setzten Gebiete nicht von einfachen Versprech­ungen abhängig machen, sondern daß sie sie nach Matz- gahe der Erfüllung der deutschen Reparationsverpflick- tungen durch führen werden

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Anzeiger für (bas früher kurhessische) OberhesseM^

Lari-, 15. April, lieber vaS Ergebnis der fran- zösisch-b-.ig schen Kvns-renz verbreitet Havas eine offenbar amtlich beeinflußte Mitteilung, in der die Agentur fest- stellen zu können glaubt, daß die Verhandlungen in einem ausgesprochen technischen Rahmen geblie­ben seien, tue Rrrhraktion immer produktiver zu ge­stalten, damit sie diese so lange fortsetzen könnten als cs der deutsche WLerstand erforderlich mache. Finanzminister de Lasteyrie begebe sich deshalb nach Düsseldorf, um in einer Beratung mit den Technikern diese Organisation durchzuführrn. Die belg schen und französischen Minister batten schließlich fistg-stellt, daßderenglischcStand- punkt vom französischen und belgscheu noch zu weit entfernt sei, um zur Zeit über die Reparations'rag- neue aussichtsreiche Verhandlungen mit England wieder aufzunrhmen. Dag-gen habe man die Nützt chkeit aner­kannt, von ftanzösischen und belg'schen Sachverständigen bie Grundlagen einer finanziellen Regelung der Repara­tionen aufstellen zu lassen. Zu diesem Zweck wecke Louis B a r t h o u unter Beistand von S e tz d o u x mit dem bel­gischen Vertreter in der Reparationskommission, Dela- croir, verhandeln. In diesem Zusammenhang scheute man die Absicht zu haben, sich von dem Rahmen des Zah­lungsplanes tzom 5. Mai 1921 nicht zu entfernen, der die Zahlung von Schatzbonds der Serien A unb B im Werte von 50 Milliarden und in der Restzahlung von 82 Milliarden durch die Schatzbvnds C vorsche. Man wisse, daß Poincarö auf der letzten Londoner Konser nz ver- geschlagen habe, die für die Liquidierung erforderlichen Summen auf den Schatzbond- bei Serie C zu entnehmen, wodurch die deutsche Schuld entsprechend herabgssetzt würde.

In etwa 14 Tagen werde eine neue Konferenz der französischen und belgischen Minister in Brüssel abgehalten werden, dt bereit Verlauf etc inzwischen <w den Sachverständigen geleisteten Arbeiten geprüft wür­den. Ohne Zweifel wecke bann auch die Sicherheit- frage geprüft werden, die aus der letzten Inferenz nicht berührt worden sei.

Die Mahnahmen.

Pari-, 11. April. Hebet bie Einzelheiten der am Quai d'Orsay zur Debatte stehenden schärferen Maß­nahmen im Ruhrgebiet glaubt der „Newyorker Derald" mitteilen zu können, daß u.a. der Nachtver- kehr in allen unfichern Bezirken verboten werden solle. Wahrscheinlich würben die Truppen Verstärkun­gen erhalten. Im Ruhrgebiet und im Rheinland soften in größerem Umfang Materialien für Repara- tionszwecke beschlagnahmt twrben . Die Verstärkung der Kohlenabfuhr werde eine Gestellung französischer und belgischer Waggons in größerer Zahl erfordern. Die Zahl der Züge, bie jebe bet beiden Besatzungsmächte in den nächsten Wochen zu stellen habe, und desgleichen die Zahl der von ihnen zu stellenden freiwilligen Eisen- bahner solle sofort in einer Konferenz von Eisenbahn- sachverständigen bestimmt werden. Wenn bis End« des Monats nicht bie volle Kohlensteuer bezahlt sei, wecke lman sich möglicherweise an den Gemeindekassen und Fabrikgeldern schadlos halten. ,

Nach der „Chicago Tribut«" wurde auch die räum­liche Ausdehnung der Besetzung erwogen. Nach einet anderen Meldung ist ein« Sperr« des Ham­burger Hasen? vorgesehen, ganz wie im Kriege.

DK vclgtet kür Rückgabe des Nuhrgebieles.

Die Pariser Ausgabe des „Daily Mall" will wissen, daß Bonar Low demnächst eine Einladung zugehen würde, sich auf eine große Alliierten-Konsereit, im Mai nach Parts zu begehen. D:e Belgier geben der Uebcrzeuguna Ausdruck, daß man zwar int Ruhrgebiet ein Pfand er- halten hab«, daß men dieses aber erstatten müsse, sobald das Reich die Reparationszahlungen aus­genommen habe. Denn jedes Psanb m6rfe dem Schuldner wicdergcgeben werde«, tynn dieser seine Verpflichtungen erfülle. Inzwischen tofirbe eS wohl «otwendig fern, dem Reiche begannt gt geöen^ unter

Tte „Dbeibelftidte Zeitung «ridjetnt sechsmal wödtentü*. — Bezugrvrei, monatlid) » «g 8600 a,it- "tt Zustellungsgebühc. Für ausfallende Nummer« infolge Etrell, oeet

W, 00 elementater Ereigniiie lein 6tia$. — Verlag von Dr. T.Ht,«roth. — Druck bet

llnio.-Buchbruckerei von Job. Bug. «och. Markt 21.23. — Fernivrecher 55, Pakt- .4 sssr«.». lideckkottto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

Dtntlfle nootütel

Gelsenkirchen, 13. April. Die französisches Besatzungsbehörb« hat heute in einem Befehl aus« drücklich angeordnet, daß auf den Wasserstraßen de, besetzten Gebietes Passanten auf den Brücken nicht stehen bleiben und sich auch den Schleusen nicht nähern oder auf den Böschungen verkehren dürfen. Es heißt in dem Befehl, datz sich die Personen, dick diesem Befehl entgegenhandeln, der Gefahr bes Er« schiessen, aussetzen.

Karlsruhe, 14. April Dieser Tage veran» statteten wieher drei bis vier französische Soldaten, in ben (belaube südlich Rheinaus eine „Privat« jagd" auf Hasen, wobei eine grosse Anzahl von. Schüssen aus Militärgewehren abgegeben wurden.' Abgesehen hiervon, dass es sich hier um einen ganz krassen Akt der Wilddieberei handelt, wird durch dieses wilde Zagen auch die auf freiem Feld« ar«' beitende deutsche Bevölkerung grosser Gefahr aus« gesetzt, umsomehr als die wilden Schützen jed« selbstverständliche Vorsicht bei ihrem Beginnen, äusser Acht lassen. 4

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Der „Tag" gibt aus einem Brief« eine, del« gischen Soldaten, den dieser an feine Eousin« chrieb, nachstehende interessante Stell« wieder: jha st es nun nicht gut, Soldat zu sein, denn beinah« alle Rächte schiessen die Soldaten auf Deutsche. Di« Soldaten ziehen zur Wache mit 120 Patronen, dazu noch sechs im Gewehr, allezeit bereit, zu schiessen. Selbst de, Nacht, dürfen sie ihr Gewehr nicht über die Schulter hängen, sondern müssens unter dem Arm tragen. Sobald sie etwas bemerken, sollen ft, nur Halt rufen. Bleibt der Angerufene nicht sofort tehen, so müssen die Soldaten schiessen. Auch sagt unser Leutnant: Sobald ihr seht, dass es ein Deut» cher ist, nicht rufen, sondern sogleich schiessen!"

TerSlnyigenptet« beträgt ffit bett Sgesp. Zeilenmillimeter 80.00 KL (ftL Anzeigen und

Famtlien-Nnz. g«a«a dar. 50 KL Amtlich, ,«d au,». Anzeige« 100 ML Set |dm>tethe* rn *.4« Satz Aufichlog. Spät ei »lausend« oder bee Raum übet ft, Seite einnehmend« jX ARfirS Anzeta««werden »ach der Tertwaltrndr«»« beredmet Reklame» der Zeileumillimeter a 300 StL Jeder Rabatt gilt eie Barrabatt. Beleg« werd«» berrchueL Set Aue» teuft durch die Seichästsu. »ad Sermittleng bet Angebote 50 K, bei Uebetienbueg durch ans 100.— ML ohne Porto.

Es ist desbolb sehr erfreulich, baß diese Bebmtvtung hon der deutschen Regierung durch die Sieröf«ntlichung ks'Tclcgrammwechscls zwischen dem Auswärtigen Amt r »nd der deutschen Botschaft in Paris in den ersten Jommrtagen vor der Pariser Konferenz wderlegt. Der korschaster erhielt d« Aufforderung, offiziell mitzrr- teflen, daß die Reichsrsgtcrung im engsten Einverneh­men mit maßgebenden Vertretern deS bcutsche« Wirt- schrstSlebens einen Plan ausgearbeftet hat, der der Pariser Konferenz unterbreitet und mündlich ' erläutert werden sollte. Poincarö war ben 4 I ganzen Tag besetzt, und so wurde Perelti von diesem Schritt der deutschen Reg erung tn Kenntnis gefitzt. Ein 'Telegramm vom 1. Januar an Bergmann besagt, daß er den deutschen Plan in Form eines Aide Memoire schriftüch Vorlagen würde. Später wurde bann mit ihm Vereinbart, daß selbst, falls nur eine münsliche Erörtentng ßcskttet würde, Staatss.kretär Bergmann z u s ammen- faslende Mitteilungen schriftlich einreichen sollte. , Für den Fall, daß er zur lieberreichnng schriftlicher Vor- , schlüge ausgefordert tverdcn sollte, würde ihm der enb- j [ gültige (§ntlrl'urf telegraphiert werden.

Diese wahr heiligem ü ße Darstellung zeigt, wer die . - ,,Reparation" nicht wollte. Hätte Poinrarö gewollt, ' iwre bi« ganze Ruhraktrvn nicht nölig gewesen, aber er wollt« nicht, weil er neben bett Repapa- i tionen politisch « Pläne hat.

Von Bedeutung ist eine Mitteilung des „Petit Pari- i M»"- Sie besagt: Pvincar6 scheint bie belgischen Mini- . fier davon verständigt zu haben, daß «s nicht zweck­mäßig erscheine, neue Verhandlungen mit England einzuleiteu. Die Standpunkt« eie?« Jtit? und jenseits des Kanals seien zu weit voneinander entfirnt. Gleichzeitig haben die beiden Ministcrpräsi- ■ »toten in voller Uebereinftimmung die Fortführung bcr Ruhraktion beschlossen, solange Deutschland n'cht : F»en Widerstand einstelle vnü sich zu neuen Verhandlun- I fite bereit erklär«. Mau habe sich bei der Konfirenz mit ' «n.ain besten zur Erreichung dieses Zieles führenden Maßnahmen beschäftigt. Augcnbl-cklich sei man imstande.

L mglich 7000 Tonnen Koks fvrtzuschoffin. Bei allmäh- «chcr Verbesserung der gegenwärtigen Zustände hoffe Man, 10 000 Tonnen täglich zu erreichen. Es handele sich i AM einen Vorrat von 900 000 Tonnen. Außerdem sind : frittge Maßnahmen zur Eintreibung der Kvhlensteuer cr- firissen, der sich die Bergwerksbesitzer bisher zu entziehen versucht hätten. Man beschäftige außer dem französiich- iclgischen Eifinbahnpersonal zur Zeit ungefähr 2000 deutsche Angestellte. Man will die Zahl durch Nen- kinstkllnngen erheblich vermehren. Für den Personen- And Güterverkehr sollen neue Tarife ausgearbeitet werden ; mtd St 2rotquer wird sich zur Inspektion in- Ruhrge- mtt begeben. Die französisch-belgischen Minister 6c- fcnen, daß die Nieder» wi n gn n g bei beut- ipett Widerstände- eine größere Bedeu- i £ung beanspruche als die Festsetzung eines fiieparationsprogramms.

Slach dem „Echo de Paris" habe Poincar6 den Irrtum Rrfticue« wollen, daß bie Seife LouchenrS irgendwie ein Nachlassen Frankreichs an Ausdauer und Entschlußkraft bedeute. Wie er in der Hnterrtdunq. die er mit den bel- fiischen Ministern vor dem offiziellen Zusammentritt batte, erklärte, sei der frühere Mftarbeüer be» Herrn , Ariaud ans seine eigene Verantwortung und seine eigene Initiativ« nach London gefahren. Sein« Besprechungen Mit den Engländern finden also in keiner Weil« dir Billfi Wing der französischen Regierung. Diese Auslassungen «dniten nun keineswegs, daß Frankreich Loucheur völlig Mlen lasse, sic zeigen aber, worauf ja auch „Petit Parisien" schon nnweist, daß noch wesentliche Differenzen zwischen der englischen und französischen Auffassung bestehen. Auch Sprache de- „Temps" ist gruribverschieden von der "Tonart des „Matin", die er gestern ftüh anschlug und wohl aus das Scheiter« der von dem französischen !Gesandten in London unternommenen Schritte zurück- .vusührcn ist. SL Aulaire konnte Bonar Sato nur wicdcr- »len, daß di« französische Regierung ihre Dieinung nicht geändert hat und Bonar Lato seinerseits hat dem fra«»ösischen Ge- kondten ohne Zweifel zu verstehen gegeben, A«ß auch der englische Standpunkt bet« leibe ftL

„Journal des Dcbats" schreibt: „68 ist notwendig Mnb gleichzeitig recht, baß Frankreich und Belgien neben fctem Offinsivplan ein Friedensprvgramm besitzen. Die . «uhrbesetzung kann noch sehr lange andauern; aber es 1 •iib der Tag kommen, wo Deutschland ^«ter unseren Truppen nachgibt. Es darf Mcht sein, daß Paris und Brüssel von diesem Augenblick Ebe nascht werden, um unvorbereitet in Verhandlungen . Mnzutreten." ■

LDas amtliche Kommunique besagt: \

Pa ris, 14. April. Die belgtsch-sranzüstjche Konsc- ]