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Rheinlandes beschäftigen sich mit der Reise des Son­derbündlers Dorten nach Paris und brandmarken übereinstimmend das landesoerräterijche Treiben dieses ehemaligen preußischen Staatsanwalts, der es angesichts der erschütternden Trauerfeier in Essen wagte, die Deutschen in Paris an-uschwarze«.

trag bezahlt sei. Das Wortvollständig" sei

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Zeit eine eifrige Tätigkeit entwickelt . Sein Besuch wird jetzt von den Blätter» mit der Reise Loucheurs in Ver­bindung gebracht. Im Gegensatz hierzu wird in Re­gierungskreisen erklärt, daß man nichts Von seiner An­wesenheit in London gewußt habe.

London, 12. April. Der diplomatische Berichter- statter desDaily Telegraph" schreibt, der franzö­sische Botschafter fak' gestern beim Foreign Ofner Vorgespräch«, er scheine jedoch im Verlause seiner länge­ren Unterredung keine besondere Mitteilung von Poin- cttte in der Frage des Besuches Loucheurs überbracht zu haben. Vielleicht behalte er sich eine derartig? Mitteilung für die Zusammenkunft mit Bonar Sato vor, die vermut­lich sehr bald stattfinde. Es sei jedoch nicht vollkommen sicher, ob Poincare eS für zwecSüenlich erachten werde, genauer die Absichten seiner Regierung bezüglich der Regelung mit Deutschland durch die Botschaftskanäle der Alli erten Frankreichs zu enthüll«, bevor er S ffe n t ll ch seine Politik am Sonntag in Dünkirchen dargelegt habe Eine beträchtliche Bedeutung könne dem Bericht beige mcfsen würden, daß Loucheur an dieser Veranstaltung teil nehme und seine Anwesenheit dabei müßte die Ansicht zerstreuen, daß seine Gedanken über die Reparationen jetzt mit denen Poincares (wenn kleinere Differenzen auch vielleicht noch immer beständen) ernstlich in Widerspruch stehen. Tatsächlich sei die Bedeutung der von Loucheur bei seinem neulichen Besuch in London barg-l'gten Politik durch den Umstand erhöht worden, der erst setz: festgestellt Wochen sei, daß seine Politik die allgemeine, obwohl nicht formelle Unterstützung deS Vorsitzenden der Reparativ nskommission genieße Dieser sei durch Loucheur in den technischen Punkten zu Rate ge­zogen Wochen. Außeckem scheine, daß Barthou vor kur- zem den Plan Seydoux zeitgemäß umgestaltet hab? Allgemein gesprochen sei daher Loucheurs Plan wenigstens in seinen wesentlichen Punk­ten, besonders hinsichtlich der Gesamtentschädigung vor 50 Milliarden, von denen 26 von Frankreich beanspruch» würden, vorher der grz«ud sätzlt chc n Zustim­mung sowohl des Präsidenten, als auch des Ministerpräsidenten sicher gewesen. Es wüche nichts mit diesem Plan Unvereinbares bedeuten, wenn Poincarö den Standpunkt bekräst g-, daß er keine weitere Herabsetzung der französischen Forderung an Deutschlaiü» annehmen würde und sich nicht vollständig von der Ruhr zurückziehen werde, bevor der geforderte Be-

Dorten.

Die Blätter sämtlicher Parteirichtungen

ans den Wohnungen. So wurden allein am 7. Avril morgens in Trier 120 Eisenbahner mit Familien au» privaten Genossenschaftshäusern von bewaffneten Svahi» gewaltsam ausgetrieben. Fünfhundert Männer, Frauen und Kinder sind dadurch obdachlos aus die Straße gesetzt wordcm Darunter befinden sich Wöchnerinnen und Säuglinge, auch 22 Kinder, eit am nächste» Tagt zur ersten Kommunion gehen sollten.

Die Regierung legt gegen dieses Verhalten scharst Verwahrung ein. .. J L

Bemerkenswerte fremde Gäste in Berlin.

Dieser Tage sind neun amerikansche Wirtschafts­persönlichkeiten eingetrosfen. die als Delegierte dem internationalen Kongreß der Handelskammer in Rom beigswohnt hatten. Unter den Amerikanern befindet sich auch Mr. Kent, der in Rom das Pro­blem der Reparationsfrage in aufsehenerregender Weise bearbeitete. Kent war von Rom nach Paris gefahren, um dort mit Julius Barmer Fühlung zu nehmen, und er kam nun nach Berlin, um im Ein­vernehmen mit den amerikanischen Wirtschaftlern sich zu informieren. Weiter ist auch der schwedische bekannte Wirtschastspolitiker Profesior Eassel in 'Berlin zu Besprechungen und zur Information ein- getrofsen. Professor Cassel ist seinerzeit auch einer »er Verfasser der von dem Reichskanzler Wirth ge­forderten Gutachten der ausländischen Finanzsach­verständigen über die deutsche Wirtschaftslage und Leistungsfähigkeit gewesen.

Die amerikanischen Wirtschaftler haben auch größere Besprechungen mit dem amerikanischen Bot- chaster in Berlin, Houglton, gehabt und find im übrigen in besondere Fühlung mit maßgebenden Finanz- und Wirtschastskreisen getreten. Wetter st dieser Tage in Berlin eine andere interessante Persönlichkeit anwesend gewesen, nämlich der ita­lienische Graf d'Homi, der Privatsekretär des gegen­wärtigen italienischen Ministerpräsidenten Musso­lini. Irgendwelche amtlichen Mitteilungen des Grafen d'Homi Persönlichkeiten der Reichsregierung gegenüber haben jedoch nicht stattgefunden. Da­gegen ist Graf d'Homi mit verschiedenen Wirt- ichaftspersönlichkeiten in Verbindung getreten,

(Unsere gestrige Meldung, daß Mussolini sich elbst in Berlin befinde, ist auf einen Hörfehler am Telephon zurückzu führen. Es war wie aus obigem hervorgeht nur sein Privatsekretär. D. Red.)

SMmi im emlWi Süinhm.

lieber die Schlägerei im enalischen Unterhaus vom 11- April wird noch gemeldet: Ein Abgeordneter stimmte von neuem dieRote Fahne" an und bald sah man ganze fteihe» Von Arbeiter«bgwrdneten aufrecht stehen, »er-

Dailh Chronicle" erklärt in einem Leitartikel, daS Kibinett habe durch das im Innern angerichtete Durchein­ander und die im Auslände erlittenen Demütigungen die Leute, von denen es eingesetzt toorbcn sei, enttäuscht und sei ernstlich erschüttert. Nur wenige erwarteten, daß es noch lange Bestand haben werde. Der persönliche Faktor der geschwächt« Gesundheit Bonar LawS hänge über dem Kabinett wie ein Damoklesschwert. Einer poli­tischen Krisis, die vielleicht zu Neuwahl« führen könne, müsse daher entgegengesehen werden.Dailv Chronicle"" fragt, wie nxü die verschiedenen Parteien bereit seien, dieser Krisis zu begegnen. Konservative und Ar­beiterpartei seien nicht unvorbereitet. Die Arbeiterparwi ei einig, reich, wohlorganisiert und zuversichtlich. Sie Änne, trenn eS zur Auflösung des Parlaments kommen ollte, sicher darauf rechnen, viel besser abzuschneiden, als im letzten Herbst. Wie stehe eS dagegen mit den Liberalen? Jeder Nerv müsse angestrengt werden, damit, toenn die endgültige Krisis komme, die Liberalen bereit feien, ihre Pflicht zu tun.

wieder ruhiger wurde, wollte der Sprecher von neuem das Wort ergreifen, aber sofort setzte der Tumult wieder ein. Da verließ Bonar Law und verschiedene Mitglieder mit jhm den Sitzungssaal. Erwlich konnte sich der Sprecher vernehmbar mach« uno er erklärte unter dem Beifall der Arbeiterabgeoroneten, daß es besser ser, die Sitzung für eine Stunde zu unterbrechen. In diesem Augenblick trug sich eine bäuerliche Szene zu. Als die Abgeordneten ben Saal verließen, hörte man einen Ar­beiterabgeordneten ausrufen, daß er von einem Regie» runysmitglied (man spricht von Ormsbi Gore) geschlag« Word« sei. ES verbreitete sich eine unbeschreibliche Ver­wirrung und der fragliche Abgeordnete macht verzweifelte Versuche, um etwas zu erwidern. An wenigen Augen- blidten entstand eine regelrechte Schlägerei, in die zahl­reiche Abgeordnete und zwei RegieruugSmttglieder hinein- geriss« toudxn. Baldwin und Ramsap Maedonald ver­sucht«. die Ruhe wieder herzustellen. aber ein Arbeiter­abgeordneter fing von neuem an und provozierte ein neues Handg-menge. Die Konservativen einerseits und die Arbeiterabg.-ordneten anderseits kutschten währeno mehrerer Minutenschlagende Argumente" aus. Um 6 Uhr konnte der Saal schließlich geräumt werden und um 7 Uhr wurde die Sitzung vor den zahlreich erschicne- n?n Abgeordneten wieder ausgenommen. Der Sprecher teilte dann mit, daß er angesichts der stattgesunden« Szen« von seinem Recht Gebmuck mache, die Kammer, ohne sie zu befragen, bis Donnerstag zu vertagen. Er verließ sofort s.nnen Platz. Die zwefte Sitzung dauerte nur zwei Minuten. Man weiß noch nicht, welche Hal­tung die Regierung heute einnehmen wird. Wahrscheinlich werd« die Konservatven sich nicht von neuem von den Arbeiterabgeordneien emschüchtern lassen.

lieber die durch die Arbeitervartei verursacht« wilden Szenen schreibtDaily Expreß", eine derartige Szene xibe wahrscheinlich nie im britischen Parlament stat'.ge- rmtbcn. Während einer halben Stunde habe bas Haus einem Zologsch« Gart« geglichen Nach dem Kampf im Hause hätten einige Arbeiter-Parlamentsmitglieder n Bonar Laws Zimmer im Unterhaus einzudringen ver­sucht Polizist« odtten jedoch rasch die Tür des Zimmers ses PrrmiermmisterS abgeschlossen.

London, 13 April. Bei der Eröffnung der gestrigen Sitzung kam die Regierung dem Sturm dadurch zuvor, daß sie von selbst tue Erörterung jener Materie vorscklug. aus der die vorgestrigen Tumulte entstanden Die Debatte nahm daher ein« ruhigen Verlauf. Machen ald erklärte gestern, er bedauere die vorgestrigen Vorfälle, die von den Ertvemist« der Arbeiterpartei hervorgerufen wor- bcn seien.

Die tagt io ien bejeilen (fetteten.

Münster, 12. April. Die Bahnstrecke» Recklinghausen-SüdRecklinghausen-West und Recke linghausenWaltrop wurden militarisiert. In Bochum haben die Franzosen heute vormittag wegen angeblich verweigerter Requisition das Rat« Haus und ein weiteres städtisches Berwaltnngs« gebäude besetzt, abgesperrt und die Beamten ver­trieben. Der Dienstbetrieb liegt still. Am 11. April wurde die ,.W r st f ä l i s ch e B o l k s z e i i u n g" ft Bochum beschlagnahmt und bis 18. April verboten. Es erscheint nunmehr als einzige Bochumer Zeitung nur noch dasBochumer Volksblatt", aber auch nur unter Vorzensur.

Heute morgen wurde da» Polizeidienst­gebäude in Oberhausen von den Franzosen nach etwa noch dort befindlichen Schuswbeamten er­folglos durchsucht.

In Herne besetzten die Franzosen das Rat, haus und schafften Tische und Stühle daraus fort.

Bochum, 12. April. Da die Emschertal« bahn fortgesetzt von den Franzosen für Transporte benutzt wird, haben die Eisenbahnbsamten gestern den Bahnhof von Recklinghausen-Süd verlas, s e n. Die Franzosen besetzten den Bahnhof und vollendet« dadurch die Militarisierung der Strecke Recklinghausen-SüdHern« Boerning Castrop Merklinde bis Marten, wodurch der Anschluß an die bisher militarisierte Strecke in Recklinghausen-Ost erreicht ist.

Münster, 12. April. In Dorst« halt« die Franzosen n«erdings wieder die nach Holland be- stimmt« Sohlenzüge an, sodaß der verkehr unter« droch« ist. In Bochum wurde heute die Verkehrs- flexre wieder ausgehoben. In Herne haben die Fran­zos« beute morgen das besetzte Rathaus wieder ge­räumt. Hundert fremde Arbeiter find daselbst einge­troffen. In Aplerbeck verhafteten die Franzosen bret Fahrdienstleiter und einen Ronenführer weg« eine» Anschlag» auf ein BabngleiS der militaristertm Rord- ftreckeW Buer. Ferner wurden der Obersteiger Botmeier von der ZecheBergmannSglück" sowie ei« Bahnbeamter verhaftet. In Recklinghausen wurde der Polizeirat Stterbof verhaftet und ausgewiesen, eb«so der Polizeibauptmamt Koppmann aus Ober­baus«. Auf der Berginspektion H in Gladbeck be­schlagnahmten die Franzosen 500 Millionen Mart Lobngelder, die für die Zeche »Rheinbab«" bestimmt waren. Die Zechenbelegschast ist in d« Streit ge­llet«.

Berlin, 12. April. Ueber die Sprengung de» Kanalübergangs in Henrichenburg meldet dieSoff. Ztg.", daß der RheinHerne-Kanal durch die ent» tandene Bresche auf einer Strecke von 1100 Metern ast vollständig leergelauf« ist. Da» Wasser steht nur etwa 50 Ztm. hoch. Der Verkehr auf dem Kanal ist vollständig lahmgelegt.

Berlin, 12. April. Rach einer Meldung der VE Ztg." aus Koblenz wurde gestern der Regie* rungspräfideni von Koblenz, Dr. Frantz, in seiner Wohnung von den Franzosen verhaftet und aus dem besetzten Gebiet ausgewiesen.

Abgelehnt.

Der Magistrat der Stadt Buer hat, wie die Blätter melden, die Zahlung der von d« Franzose» von der Stadt verlangten Geldbuße von 40 Milli­onen Mark abgelehnt mit der Begründung, daß di« Franzos« den Bahnschutz selbst übernommen und die Stadt vom Polizeischutz «ntblöst hätten. Man befürchtet eine neue Leidenszeit.

Der Kampf gegen die Eisenbahner,

Stolberg (Rhld.), 12. April. Gestern mußte» 20 Dienstwohnungen im Hauptbahnhof Stolberg von ben Eisenbahnern geräumt werden.

Köln, 12. April. Die Zahl der in Neuß au» den Wohnungen getrieben« Eisenbahnerfamilte» ist auf 36 gestiegen. Auf dem Bahnhof Hönningen am Rhein haben heute nachmittag 5 Beamte Be- ehl erhalten, ihre Dienstwohnung« zu räum«. In Linz räumen die Franzosen das Betriebswerk aus. Die Bohrmaschinen, Kohlenkasten der Kohlen- bühne, Schaufeln, Werkzeug und Holzvorräte wer­den auf Eisenbahnwagen nach Remagen abgefahren. An der Werstbahn in Koblenz wurde von den Fran* zosen ein Schiff mit Koks beschlagnahmt und mit* tels Schiffskrans auf die Eisenbahn umgeladen.

Um dir Zechen.

Berlin, 12. April. Die ZecheM at t h i a« Sünnes, auf der vor kurzem Schacht 3 und 4 besetzt wurde», ist nunmehr von de» Franzose» voü-

Amtliches Derkündigungsbiatt des Kreises Marburg

Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhesse,

Ktetcysregternng hat einen ganz besttmuu« Plan, der eine endgültige Lösung deS Repararwnsproblemcs Satte in die Wege letten können, ja schon zur Parlier Konferenz in Vorlage gebracht. Dieses deutsche Pro- eramni ist ja damals gar nicht entgegengenomtnen und nicht gehört worden. Daß die Reichsregierung mich jetzt ihre ganz bestimmten Pläne hat und für alle Möglichkeiten gerüstet ist, gehört ganz einfach zu ton Erfordernissen einer aktiven Politik, vte Bem passiven Widerstand der Bevölkerung ergänzenv zur Seite treten muß.

Ter Pariser Luftballon denn nichts anveres «st Vie aUs Koinbinalionen zurecht gemachte Informa- non will über d« Plan weiter wissen, daß dieser Vorschläge »außerordentlich präziser Art" enthalte, und jivar sowohl bezüglich der baren Zaytungen, «5 auch der Sachleistung« und des Wiederaufbaus der zerstört« Gebiete. Der Plan würde eine env-- Mlüge Entschädigung von 23 Milliarden Goldman mi Frankreich vorsehen, und ferner sollten die Repa­ration« für Belgien nnd Italien den gerecht« An­sprüchen dieser Länder entsprechend sestgeietzt lein, innere und äußere Anleihe sollten die Mobilisierung tiefSchuld durchführen. Deutschland würde die Räumung des Ruhegebietes verlange», die nach Schaffung der ersten Rate vorgenomm« werven soll. Den RheilUandpläneit jedweder Art gegenüber ver- tsaite sich Deutschland ablehnend. Die Pariser Met- b-Ufl will weiter wissen, daß der Retchsfinanzminifler Hermes und der ReichswirischaftSmiMster Dr. Becker sich über den oben entwickelten Plan vollkommen Anig loten, daß aber noch der Außenminister Rosen­berg widersttebe, der vor der Vorlage eines mdgül- ügen Zahlungsplanes eine internationale Begut- «hwng der deutschen Zahlungsfähigkeit wünsch«.

Gerade die letzte Mitteilung zeigt, dag man tn Varis offenbar wieder auf eine Uneinigkeit nicht nur tnnerhalb bei Parteiloser, sondern auch DeS Stabt* tzetks selber Vvrkiiliert. Alle diesbezüglich« Host-

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Bon einem parlarnentarischeu Mitarbeiter wird Ms mitgeteilt:

Die ungetneme Rührigkeit, die gegenwärtig hin­ter den außenpolitischen Kulissen, namentlich zwischen England und ämertfa beobachtet werden kann, ist nachgerade verblüffend. Es ist auffallend, wie uatnent- iich die Pariser Presse gegenwärtig mit Mitteilungen

arbeitet, die fle von ihren Berliner Verttetern gehört haben will, die aber im Grunde nichts anderes als Kombinationen darstellen, die keinen ander« Zweck Haven, als Deutschland auf dem Zahn zu suhl«.

Sinn ist es der Berliner SBemeter im Pariser ^Journal', der erklärt, er habe von »sehr yochfteyen- der Berliner Stelle" wichtige Jnsormattonen erhalteli über die Einstellung der deutschen Politik in der nacy- Kcn Zeit. Danach >'oll der Finanzminister Hermes offenbar im Einvernehmen mit dem Staatssettetar Bergmann einen ganz neu« Reparationsplan ausa-- «rBettti haben, und dieser Plan soll dem Reichspräsi­denten Ebert vorgelegt worden sein und Vesten Zu- fnmmung gesunden haben.

Wenn wir schon zu dieser Behauptung Stellung nehmen, so nur, mn folgendes feftzustell«: Die

Marburg Snttu, in U M vstermoud '

TUDbeti)eifü<be Zeitung erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlith 3600 Mk. mit Zustellungsgebühr. Für ausraHenbe Nummer» infolge Streits ooet Mt. 85 elementarer Ereigniffe kein Eriah. Verlag von Dr. T. Htnerottz. Tru< bei **** Unin^Buchdruckerei von Job. Lug. Koch, Markt 21.23. nernfprecher 55, Poft» itbetf tonte: Nr. 5015 Ami Frankfurt a. Mai».

® Paris cintrcffenben belgischen Minister Theunis und öafpee werden sich, wie DasJournal dos Debats" mst- teilt, unmittelbar nach dem Quai d'Orsay begeb« uno Poincare frühstück«. Anschließend beginnen sofort Konferenzen, der von ftanzösischer Seite außer Poin- ^>re oer Minister für öffentliche Arbeiten, der Finanz- ^htifter, der Kriegsminister, der Minister für die @e« Weife« Gebiete und der Direktor tm Außenministerium Rocca bei wohnen toetben. Ueber den Gegenstand *r Beratungen sagt das Blatt, es handle sich bettont- darum, die insbesondere auf der Brüsseler Konferenz «leits erörterten Frag« zu klären. Mrn nehme an, *6 auch von del Reise Loucheurs die Rede sein werde, «rs Außenministerium teilt mit, daß alsbald nach dec «chung durch ein Kommunique der Zweck der Verband- und ihr Ergebnis in bestimmter Form bekauni- »geben werden soll«. i

12. April. Die Reise des früher« fron- ^Ocheu Finanzmiuisters Klotz nach London ist Havas ^wlge streng geheim gehalten worden und war nur " f«uröfischeu Beamten bekannt. Klotz» der sich Taae-i» London aujgxdalten. hatte während bkki

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SKticcu auf eine Zermürbung der deuiscy« Fronr . durch Zerwürfnisse der Panel« untereinander und in stch. sind ja bis jetzt gescheitert. Nun spielt man einen Näßeren Trumps aus und glaubt von Zwtfttgketten und Uneinigketten innerhalb der Reichsregierung teteriKtt zu können Wir müssen auf das bestimmteste ttkläreu, daß davon nicht im geringsten die Rede sein kann. Die Regierung nach wie vor einheitlich und g-- Ahlos!« nicht nur bezüglich ihrer ganz« Taktik hi der Kuhr- und Reparationsfrage,1 sondern auch bezüglich «uer Einzelheiten in den Maßnahmen nnv Plänen, die selbllverständlichlicderweise siir alle Eventualitäten dvrgcschcu werden. An der ganzen Jnformatton aus Vuriscr Blättern ist nur das Eine wahr, daß ver Leichssinanzminister H-nnes dieser Tage dem Reichs­präsidenten einen Besuch gemacht habe. Die dabet Nsührie Aussprache ivar selbstverständlich politischer Salut und diente lediglich dem Zweck, den Relchs- dräsidcuten Über die allgemein« un8 in besonderen fiuan zwirtschaftlichen Probleme der Gegenwart zu DUierrichlen. Um diese Pariser Jnformatton ruhig teitTtetlen zu können, muß man sich nur daran er- fcnerit, daß das »Journal" schon einmal den Reichs- fisauzmtnister Hermes als ftanzosenfr«ndlicher und ZahiungShereiter als seine c »deren Ministetkollegen, Damals handelte es stch um den Reichskanzler Dr. aSirth, hingeftellt bat. Es hat in dies« Jntriguen «was Ucbung. Hofsenttich tut die deutsche Oefsem- Üchkeir den Pariser Luftballons nicht die Ehre an, Picdct, wi« das schon so oft der Fall war, darauf tzlnein Zufall«.'

Del Anzeigenpreis beträgt ftr bei Sgesp Zelle»«illt»«ter 60.00 ÄL (Älthw Anzeige» gegen bat, 33*/,*/, »enigel). Amtliche aus». Anzeige» 71 KL Bet fch»t«rtg«» ro Satz 50(, Ausschlag. Spät -«»taufend« »der de» Raum öd« *1» Seite «iaaedmeud« Ja AuUlL Anzeige» »xrlx» nach der T-rtspaltenbrelte berechnet. Neklaare» der Zeile»«tllimet« u 1 240 Mk. Jeder Rabatt gilt al» Sanabatt Beleg« werde» berechnet. Bei Aus­kunft durch die SefchSftsst. »nb Vermittlung der Angebote 66 Ä, bei Uedersendung durch »ns 60. Mk. ohne Porto.

Gilt neue tzeMe Note.

Berlin, 12. April. Den Regierungen in Paris, London und Brüssel wurde eine Note übergeben, in der geg« die Verordnung« Einspruch erhoben wird, durch die den Besatzungstruppen diktatorisch Gewalt über die Eisen­bahn Übertrag« wird. Sie weist den Vorwurf der Ver- twgsverletzung zurück, aus dem die Beschlagnahme von der Rheinlandskommission begründet war. Durch die Zumutung an die deutsch« Bedi«steten, ihre Arbeiten unter militärischem Zwang zur Unterstützung deS rechtsw3>r^en Einbruchs in deutsches Gebiet fortzusetzen, wurde ihnen nur die Wahl gelassen zwischen dem Verlass« des Dienstes und dem Verrat an dem eigenen Volke. Nach­dem sie unter diesem Zwang den Dienst verlass« haben, wZird behauptet, sie seien in den Streik getreten. Auch die Behauptung, daß bei dem Erlaß der neuen Verordnungen die Sorge für die Sicherheit und Existenz der Bevölkerung mitgesprochen habe, hrrte wie ein beabsichtigter Hohn. Die Bevölkerung wünscht, von den bisherigen Be­drückung« und der Drangsalierung der Okkupation be­freit zu werden, aber sie lehnt es ab, daß eine fremde Macht ihre sonst nicht wahrnehmbare fürsorgliche Ge- innung durch Entlassung und Vertreibung der deutschen Volksgenossen betätigt.

Die jetzt getroffene Maßnahme reiht sich dcr Er­richtung besonderer Verwaltungen für die Zölle, die Forsten und das Ein- und Ausfnhrwesen au. Sie ist ein weiteres Glied in der langen Reihe der Ver­ordnungen der Interalliierten Rheinlaudkommission, die alle gleichmäßig dasselbe Ziel verfolgen, das Rhein­land politisch, wirtschaftlich und admini- lrativ vom unbesetzten Deutschland zu trennen. Die neu eingerichtete Regie macht Von der ihr rechtswidrig Übertragenen Ermächtigung zur Entlaj- ung deutschen Personals mit äußsrstcr Brutalität tzte- bivnch und begnügt sich nicht mit der Dienstentlassung, tatet» 6ezjt(«i6t jit Beamten.mit ihr« Familien

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