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Marburg HiltM in 11. AB Cfteneoafc

AmUiches DerÄndigungsblatt des Kreises Marburg

Anzeiger für (das früher kurheffifche) Oberhestei

Tet »metgenoreis heiligt fit de. 9ge|p. 3etlem.i atmetet 60M «t (glei« ■yigen gegen hat.3$H,‘'„ weetaet). Bmtlühe *rt «um. «yjetaeB 75 Kt »et fdieietigee Bas 50 •!. Huflhlaa. Spät etelmitenbe ober den Ä®m über •/. Seite einnehmende Bnleiae« »erden nack der Tertiv^tendreite berechnet. HeNamen der ZeilenrntSimeter 240 Ml. Jeder Rabatt gilt «1« V-rrad-tt. Belege werden bmd)«et. Bet Bus- Kraft durch die Eeichattrn. »n» Vermittlung der Angebote 50 K, bet Hebet!enbung durch tu 50.— Ät ohne «orte.

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Den Toten von Essen.

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Die Feier im Reichstag.

i Berlin. 10. April Dir Gedächtnisfeier für die

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Msener Opfer im Reichstag vereinte das Reichskabinett, Htz preußische Regierung, d« Vertreter sämtlicher Ge- Werkschasten und Beamtenverbände, die Spitzen der Be- «tzftände, Vertreter der Länder, der Kirche, der Parla- ernte und Behörden. Nach Eintreffen des RrrchSpräft teilten leitete das Orchester der Staatsoper die F«er mit tzem Trauermarsch des Beethovenschen Ervica ein.

Reichskanzler Dr. C u n o erklärte sodann in seiner An- Wwche u. <l: Sind die Märthrer von Essen nicht ein Bgmbol unseres gemeinsamen deutschen Schicksal«? Sic V der eine einfache und große Gedanke geleitet, der gsseren Abwehrkampf vom ersten Tage an beherrscht, tedjt der Gewalt mit Gewalt zu begegnen, sondern ihr den Mffenlosen Widerstand des Rechts entgegenzusetzen. Klar «ab eindeutig ist das furchtbare Bild des Mntvvfec?. Recht und Arbeit auf der einen, Gewalt und Unrecht «ef der anderen Seite. Keinem französischen Soldaten twrrbe ein Haar gekrümmt, aber 50 deutsche Arbeiter N” in ihrem Blut. Die Schuld trifft die französischen Lachthaber, die zur Durchsetzung einer rechtlosen und erfolglosen Politik tausender Deutscher, weil sie nicht Uitbelfer des Unrechts sein wollen, Vertrieben, Hunderte «ckerkerten und zahlreiche Menschenleben vernichteten. & es Scham urch Gewissen des französischen Volkes, te man beruhigen will, indem auch hier eine Justiz- terödie Unrecht in Recht umfälschen will? Kein Richt- ^uch gegen Unschuldige wird die Tatsache beseitigen, daß tsm Raub ausgezogene französische Soldaten waffenlose hatsche Arbeiter, ohne von ihnen ein Leid erfahren zu Heben, mit der Waffe töteten. Die Toten, die hier zur

wigen Ruhe bestattet werden, mögen bet französischen ßtzwalt das Maß der Entschlossenheit zeigen, bie von kaschiuengewchren in einzelnen ihrer Träger vernichtet, «nulls im ganzen Volke gebrochen werden kann. Die Fwge wird ausgekämpst, ob die grausame Zeit des Aller- teis wiedcrkehren soll, daß fremde Leere über ganze LKker wie über Sklavenherben schalte«. Im Namen

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te Toten frage ich die Völker der Erde, wie lange noch kvllen sie warten, ehe diesem wahnwitzigen und gviuen- , telen Mißbrauch der Gewalt ein Ende geboten wird. Die teren Toten füllen unvergessen bleiben als deutsche Pechen, die ihr Vaterland mehr liebten als ihr eigenes Leben. und ebenso alle die, die ihnen an Ruhr und Rhein Nt dem Opfer deS Lebens, der Gesundheit und Freiheft terangiugen. Verständigung boten wir an, Geld urib Wut und Sicherheit, selbst noch als der Aeiick im Lande N*b. Man hat nicht gehört. Alles zur Benneidung oder Abkürzung des Ruhreinmarsches ist geschehen und künftig bürd nichts unterbleiben, was unserem Land Freiheit und Glichen geben kann. Diese mkfffen aber gesichert sein. Wie Reparationsvfticht muß aus das Maß des erfüllbaren zrrückgestellt und die Erde, in die wir Ijeute die 13 Braven tchatten, frei werden von Fuß und Land des Feindes. Sic in Gefangenschaft und Verbannung Lebenden müssen te Freiheit und Heimat wiedergegeben und keiner Rege- , hng kann zugestimmt werden, die Rhein und Ruhr territorial und verfassungsmäßig antastet Solange der Segner zu solcher Regelung nicht bereit ist, muß der ItNl'ibc Widerstand vom ganzen Volke mit aller Ent­schlossenheit und mit der gleichen Besonnenheit wie bis- te fortgesetzt werden.

Dcr zweite Satz der Beethovenschen 7. Symphonie beschloß die ernste weihevolle Feier.

X ReichSpräschent Ebert und Reichsten,ker Enno begaben sich zu den Vertretern deS Essener Werkes und te Arbeiter und sprachen ihue« persönlich mit Hände - ) knt? ihr Beileid aus.

11 Die Feier i« Esse«.

: . Essen, 10. April. Die Toten des Karsamstag sind heute unter der tiefen und würdigsten Teil- tehme der gesamten Bevölkerung des Ruhrgebiets tei letzten Ruhe gebracht worden. Die Arbeit ruhte b allen Betrieben. Sämtliche Geschäfte blieben

ium Zeichen der Trauer geschlossen. Das Glocken- geiäute aller Kirchen ertönte als letzter Gruß für te Opfer für Freiheit und Recht. Die 12 Todes« «pfer französischer Kugeln waren im großen Licht­hof des Hauptverwaltungsgebäudes der Kruppschen Lußstahlfabriken unter einem Hain von Lorbeer «sd Palmen ausgebahrt. Zur Teilnahme an der Trauerfeier waren um 9% Uhr in der Eußstahl- kabrik ein enger Kreis von Angehörigen sowie Mit- Oieder der Werksleitung und Vertreter der Reichs- lmd Staatsbehörden versammelt. Der Trauerakt teirde durch Gesang des Kruppschen Männergesang- •eteins eingeleitet. Darauf sprach Herr Gustav Krupp von Bohlen und Halbach von Herzen kom­mende, tiefempfündene Abschiedsworte. Unter den Klängen eines Scheidegruhes trugen Kruppsche Ar­beiter die Särge ins Freie und hoben sie auf drei Boße schwarzausgejchlagene Leichenwagen. Die ge­einte Kruppsche Belegschaft, die in den frühen Morgenstunden in den Betrieben sich versammelte, Wie unter Leitung freiwilliger Arbeiter Aufftel- bng genommen, und rund 60 000 Mann schritten ‘ fcn Leichenwagen voraus, als diese das Fabriktor

verlassen hatten. Die Spitze bildete eine Fahnen­gruppe mit vielen hunderten von Fahnen. Danach folgte die Schar der Kranzträger, die u. a. einen Kranz des Reichspräsidenten trugen. Der eine Kranz der Reichsregierung trug auf der schwarz-rot- goldenen Schleife die Worte „Den Opfern für Frei­heit und Recht". Dem Trauerzug folgten darauf die drei Leichenwagen, die je vier Särge vereinig­ten. Hinter den Leichenwagen schritten die Fa­milienangehörigen. Dann folgte der Betriebsaus- schuß, der Betriebsrat, der Aufsichtsrat und das Direktorium, darunter auch Herr Krupp von Boblen und Haibach. Daran schlossen sich die Ver­treter der Reichs- und Staatsbehörden und der Verwaltung. Die Bevölkerung von Essen, mehrere Hunderttausend, hatte ftch bereits am frühen Mor. ze« in den Straßen versammelt, die vom Trauerzug durchzogen wurden. Beim Vorüberziehen der Lei­chenwagen entblößte jeder Einzelne der riesigen Menge in ehrfurchtsvollem Schweigen da« Haupt. Am Friedhofstor wurden die Toten von Geistlichen beider Konfusionen in Empfang genommen und zur Kapelle geleitet. Mm einen aufgerichteten Feld­altar gruppierten sich die Fahnenträger, die Kranz­träger und das Leichengefolge. Die Trauerfeier im Freien wurde durch Vorträge des Essener Volks- chors umrahmt. Nach einer schlichten, würdigen Ansprache des Superintendenten Becker nahm Dechant und Prälat Euskirchen, der beauftragt worden war, das Wort; als Vertreter des Krupp- ditektorium» sprach Dr. Wendt, darauf der Schlosser Bau! Brehm« für den Betriebsrat. Für die Stadt Effcn sprach der stellvertretende Oberbürgermeister Negierungsrat Baasel. Danach erfolgte Im Beisein der Familienangehörigen die Beisetzung der zwölf Toten in drei Gräbern und die Einsegnung. Die Trauerfeier wurde durch Gesang eines Männerchors eingeleitet und geschlossen. Die Trauerversamm­lung auf dem Ehrenfriedhof schritt dann noch einmal an den offenen Gräbern vorüber. Um die Mittagsstunde war die gewaltige und erhebende Trauerfeier beendet.

E s s e n, 10. April. Die Trauerfeier selbst wurde mit einem Musikstück eingeleitet. Dann erhob sich Dr. Krupp v. Bohlen und Halbach und trat vor die Reihe der Särge. Er hielt folgende Ansprache: Aus dem Herzen der Eußstahkfabrik, die in deutscher Treue ihrer Hände und ihrer Köpfe schaffenden Ar­beit gewidmet war, wollen wir unsere lieben Kame­raden, unsere unvergeßlichen Toten, zur letzten Ruhestätte geleiten. Schmerzbewegt und unaus­sprechlich bettoffen drücken wir ihren Angevrigen in dieser Stunde des Scheidens die Hand. Uns allen aber, die wir zur Kruppschen Werkgemeinschast ge­hören. muß diese gemeinsame Trauer dazu dienen, daß wir eng zusammenstehen, um die schwere Gegen­wart zu ttofltH und zu überwinden. Ehre dem An­denken der Gefallenen! Auch sie starben für deutsche Freiheit, für deutsche Würde und für deutscher Ar­beit Berantwottung. Ihr Leben und Sterben bleibt ein Baustein zu Deutschlands Zukunft. Das walte Kott! Nach dieser Rede wurden unter den Klängen eines Trauermarsches die einzelnen Särge aufgehoben, und es formierte sich der Trauerkondutt.

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teil«, 10. Avril. Bei der Tranerkundge- bung anlLtzlich der Bclfetzungsteterllch ketten In Esten ruhte in alten städtischen und privaten Büros, tu den Geschälten und den Beirieden von 9 613 10 Udr vormittags die Arbett. Der Verkehr der Stra­ßenbahn stand still und der Snhrwerksverkebr wurde in dieser Stunde auf den Straßen eingestellt. Nach Ablaus der Stunde wurde der Bettedr in vollem Umfange wieder aufgenommen. Bei Beginn und zum Schlutz der Stunde läuteten sämtliche Glocken. Auch im Eisenbahn-, Telegraphen- und Telephonbetticv wurde von 9 bis 9 Ubr 10 nicht gearbeitet.

Berlin, 10. April. Die Arbeitgeber und Ar­beiter-Organisationen des alibesetzten Gebietes, die loNtlschen Werteten des Rheinlandes haben zum Be« gräbnis der in Esten erschostenen Arbeiter an die Di­rektion und den Bettiebsrat bet Firma Krupp ein Telegramm gerichtet, worin eS betfit: Heute am ®e» gröbnistage stehen wir schauernd und tief ttauernd an der Bahre dteser Treue». Ihr Sterben wird uns erst recht anfeuent, die feindlichen Absichten zunichte in machen. Ihr Marthrium soll die entrechteten Tette unseres Vaterlandes fester zusammenfchliefien, biL Stecht Sieg wird.

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Aus dem Reichstag wttd uns geschrieben:

Weit über dem Tharatter einer Trauerfeier hinaus er >5 die große Kundgebung, die die Reichs­regierung im Reichstage im Saale der deutschen Volksvertretung zur Ehrung der Toten von

Essen veranstaltete. Der ganze Saal war in tiefes Schwarz gehüllt. Die Reichsflagg« bedeckte die Prä- sidenteutrirüne. Von den großen Bogenlampen hängt der Trauerflor tief in den Saal hinab. Au der Spitze der Reichsvertreter erschien der Reichs­präsident mit dem Reichskanzler und dem Reichs- tagspräfidenten, ihnen zur Seite reiht sich sämtliche Minister des Reiches und Preußen, die Vertteter des Reichsrates und die Delegierten be rArbetter- organisationen. der Gewerkschaften ustv. aus dem Ruhrgebiet. Zm Saale selbst sah man viele Parla­mentarier, die Vertreter der Stadt Berlin, Dele­gierte der Universität, den Weihbtschof Heitmer von Berlin, die obersten Vertreter der protestantischen Krrche, die führenden Mitglieder der großen Wirt- schafts-Korswrationen usw. Ausländische Vettretrr waren nicht erschienen, auch nicht geladen.

Dem Toten die Ehre, dem Leben die Arbeit! Das war die Parole, unter welcher diese Kundge­bung stand. Die Toten von Essen sind als Kämpfer sur Leben unb Freiheit der ganzen Nation gefallen/ Aus dem Felde der Ehre haben sie ihr Leben hinge- geben gleich denen, die in dem Ringen auf blutiger Walstatt dahingegangen sind. Es war nur natür­lich, daß der Reichskanzler auch diesen Anlaß be­nutzte, um vor aller Welt kuntMtun, für welche Ziele Deutschland diesen Kampf fühtt. Der R->ibs- kanzler wiederholte das, was er schon mehrfach dar­getan hatte, daß Deutschland bereit war unb auch noch bereit ist, prattisch an bet Lösung des großen Problems, das den europäischen Ftteden gegenwär­tig bedroht, mitzuarbciten. Aber Freiheit und Friede muß gesichert werden, wenn die Opfer nicht umsonst gebracht werden sollen.

An bet Bähte der Toten von Esten hat der Reichskanzler es noch einmal ausgerufen, daß in­nerer Streit schweigen muß, wenn dre Ration um Leben oder Tod, um Existenz oder Untergang ringt.

Ser Wag eil ies Minlmi.

Der Kanzler ist in seiner Gedächtnisrede im Reichstag, bie den denkbar tiefsten Eindruck gemacht hat, nicht um­sonst auch für die Unantasrdarkerl des Rheinlandes ein- g treteu. Dte Gründe dafür liegen aus der Hand. Jmnur drohender zieht sich eine Gefahr zusammen, bei der oie llnabhängigtet be» Rheinlandes auf dem Sviele steht. Das Warnungssignal ist die Reise Louchmrs nach Eng­land. Im englischen Unterhaus hat die Regierung »war den Versuch gemacht, die Bedeutung der Zusammenkünfte zu n» schleiern, aber weder Bonar Law noch der Schatz­minister Baldwin hätten sich mit Louckeur unterhalten, trenn es sich um die Reise eines Privatmannes handelte. Wir haben allen Grund, die Augen offen zu halten.

Zwei Strömungen sind sich bei der Anwesenheft LoucheurS in London entg.gengekommen: Der franzos.sche Wunsch, das Ruhrabcnteuer sobald wie möglich und so nutzbringend hrie möglich zu liquidieren und der Wunsch, die Entente aufrecht zu erhallen, der sich tote ein roter Faden durch die .gesamte englische Polittk zieht. Ob Herr Poincare selbst sein Abenteuer liquidieren wird, oder ob eS Louch-mr an seiner Stelle tut, ist eine neben­sächliche Frage. Wichtiger ist, daß die AauKation in dem Sinne der von Loncheur verfolgten Politik sich anbahn t und daß Loucheur ganz zweifellos im Einvernehmen nut dem Präsidenten Millerand steht. Loucheur sucht eine wirtschaftliche Verständigung und geht dabei viel­leicht nicht allzu sehr über die ©teilte des Möglichen hinaus. Auf der andern Seite aber sucht er einen Boden für bte militärische Sicherung Frankreichs zu gewinnen nick» stützt sich dabei auf den allen Plan, bie Rheinlande in irgend einer Form aus dem jetzigen staatlichen Verband zn lösen und zu neutralisieren, sie in irgend einer Form dem Machtbereich Deutschlands zu entziehen. An bte Stelle Dmtschlands würde dann ganz logischerweise Frankreich treten, da man weder von Belgien noch von England noch von einer btt weniger beteiligten Mächte erwarten wirb, baß sie bei einer Jnternationaliste- ntny des Rheingebietes Frankreich den Vorrang streitig machen. * *"

Loucheur hat für seine Pläne in London sicher gro­ßes Entgegenkommen gefunden. In England wird sich die Reg'erung und wird sich auch ein Teil der Opposition mit den französischen Stcherungsplänen absinden. So­lange England seine Hand mit im Spiele bat, steht man es in London offenbar nicht als eint große Gefahr an, trenn Deutschland an der Westslanke durch die Neutrali­sierung des Rheinlandes dauernd geschwächt wird. Und in Amerika ist noch viel weniger irgendwelcher Wider­stand zu erwarten. Es ist viel eher denkbar, daß man bert die französischen Sicherheitspläne als einen Fort­schritt im pazifistischen Änne betrautet. Die Geisbr liegt darin, daß sich wieder eine Einheitsfront zusammcn- sindet und daß Deutschland vor BerHandlung?-bedinquii- gen gestellt wird, bie ihm von bet gesamten Entente dikttert werben sollen. Dieser Gesabr muß man ichon jetzt ins Auge sehen. Deutschland wird für die Unab- bängigttft und Unversehrtheit des Rheinlandes mindestens ebenso fest einstehen wie für bte Rnbr. DaS muß man bet Gegenseite siigen. Das ist die Kampfpatole des ge­samten deutschen Volke». Hände weg van der Ruhr und von de« Rhei»l - '

Sn Erwartung von Erklärungen des deutsche» Außenminister«.

Das „B. T." erfährt aus parlamentarischen Steifen, daß bei der bevorstehenden Beratung des Etats des Aus­wärtigen der Reichsminister de» Aenßeru von Rosen­berg sich in einer Rede insbesondere mit der vor. Frank­reich angestrebten sogen. „Neutralisierung" des Rhetn- landeS beschäftigen dürfte. Es sei eine Kundgebung bei Reichstages gegen biefe „Neutralisierung" geplant End­gültige Bescblüsse sollen in den kommenden Fraktionl- besprechungen gefaßt werden.

Kein zweiter Besuch Loucheur« tu England.

London. 11. April. Reuter erfährt, daß in gut unterrichteten Kreisen in London nichts von einem zweiten Besuch Loncheur« in tkng« land zweck» offizieller Unterredung mit der briti­schen Regierung bekannt sei.

London, 10. April. Der diplomatische Berichter­statter des „Daily Telegraph" schreibt, weder in britischen amtlichen, noch in französischen Steilen fei ein« Bestäti­gung zu erhallen, daß eine baldige Konferenz der Wrt alliierten Mächte über die Revarat'onsfragen stattftnden werde nckd daß an den bieswöchteen Unterredungen zwischen den französischen und belgischen Ministern in Baris auch Loucheur sowie die Botschafter Großbritan­niens unb Italiens teilnehmen würden Es sei jedoch bo- zeichnend unb erfreulich, ' " derartige Berichte aus Bari» kommen unb dort gutgeh^ßen würden Denn sie »eigen, wie sehr bie Politik Loucheurs, die Von der französischen hlfenLliche» Meinung begünstigt werbe, eine baldige Wiederaufnahme der Zusammenarbeft zwischen den Vie» alliierten Mächten besürwotte.

Poincare und bte Ruhrbcjetznng.

Paris, 10. April. Der diplomatische üRebofr teui der H.ivasagenlur glaubt zu wissen, baß Potn- cat<? am nächsten Sonntag bei bet Einweihung eines Kriegerbenkmals in Dünkirchen be« bisherigen Stsnbpunlt bet französischen Regierung in bet Re» patattonsfrage — keine Herabsetzung bet beutsche« Schuld an Frantteich, keine Räumung be» Ruhr­gebiets rin Erfüllung bet brutschen Verpflichtungen — bestätigen werde. Loucheur wirb in feiner Eigen­schaft als Abgeorbneter bes Norddepattementr per­sönlich btejet Feier beiwohnen.

Parts, 10. April. Ministerprästbent Pot«, cacö hat heute vormittag Besprechungen mit be» Ktiegeminifter Maginot gehabt.

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Eine Niederlage der englische« Regierung.

London, 11. April. (Unterhaus.) In der Frage der Verwendung von vvrmallgen Sjikbaten ht der Zivil- Venvaltung erhielt die Regierung mit 145 gegen 138 Stimmen eine Nndertzqe. In bot Wattdelgängen bei Unterhauses wird die Niederlage der Regierung eifrig besprochen. Die Anhänger der Regierung geben zn, daß trotz der technischen Frage bei der die Regierung ge* schlagen wurde, eine mißliche Lage geschossen worden iß und daß das Ansehe« der Regierung gelltten hat.

LtthMms 086 WM Politikern.

Dortmund, 10. April. Der Großinbustrtekl» Sünnes, bet gestern abend von Berlin nach be» Ruhrrevier abgefahren war, ist heute früh auf bem Bahnhof Scharnhorst mit seiner Frau von ftanzö- fischen Truppen aus bem Schlafwagen herausgeholt und vorläufig in einen Gefängniswage« eingesperrt worden. Wie die Telsgraphen-llnion erfähtt, ist Herr Hugo Slinnes tatsächlich auf seiner Reis« Berlin—Hamm—Dortmund in Scharnhorst von de» Franzose» verhaftet worden. Inzwischen ist Herr Stinnes bereits wieder freigelassen worden und t» Dortmund angekommen.

B e r l i n, 10. April. Der Staatssekretär Ham«, der von der Regierung beauftragt worden war, an der Beisetzungsfeier in Esten teilzunehmen, ist heute morgen von den Franzten in Scharnhorst, der Uebergabestelle vom besetzten ins unbesetzte Gebiet verhaftet worden. Mft ihm wurden die Abegeotd- neten Giesbert und Stegerwald, die ebenfalls zu de» Beisetzungsfeterltchkeiten reisen wollten, verhaftet. Die beiden Abgeordneten sind, wie di« Telegraphen-, Union erfähtt, mittlerweile wieder . freigelasten i worden. Der Staatssekretär wird von den Fran­zosen noch zurückgehalten.

Wie die Blätter mitteilen, lagen bis in bi« spä» ten Abendstunden hinein irgendwelche Nachrichte« über bas Schicksal bes von ben Franzosen verhafte­ten Staatssekretärs Dr. Hamm in Berlin nicht vor. Man nimmt an, daß er nach Castreop oder nach Br«, benet), dem französischen Hauptquartier, abtrane» portiert worden ist Di« Reichsregterung wird selbstverständlich kein Mittel unversucht lasten, um den Staatssekretär aus seiner Hast zu befreie«, btt; umso widerrechtlicher ist, da die Einreise tn das betl