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Amtliches DerkunLigungsblatt des Kreises Marburg. d

Anzeiger für (das früher kurhesstfche) Oberhessei

Nr. 82

Ti» »Oderhe!Ii><t>« Zeitung erubttnt ledjsmal wöchentlich. Bizogsorel» »onatlich 3600 Mk. mit Zustellungegebühr. Für ausialtense *<ummeri inialgt Streik» »»er elementar« Gtetgntiie kein 61103. Vertag von Dr. T.Hiqer»ti,. Druck 6« Uni».-B»chdruckerei von 3oh. Äug. «och, Markt 21.23. ^«nwrrch« 55, «oft. ftbetf tonte: Rr. 5015 Smt itranfiutt a. Stein.

Marburg MM. 6«! 9. Ml Oft erntet*

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58. m

1923

LsnAur Md die staMA Pslitil

er erstgenannten Zeche besetzten die Franzosen das

Schätzung der deutschen Zahlungsfähigkell festgesetzt werde und wenn keine Annexion deutschen Gebietes am Rhein, unter ivelcher Formel sich eine derartige Annexionspvlitti auch zu verhüllen trachte, in Frage komme. Die Sicher- l-eit Frankreichs mühte in der Hauptsache abhängen von der Pfletp guter Beziehungen 5« Deutschland.

Die Verhandlungen Loucheurs ht London werden to der französischen wie in der englischen Presse au das eifrigste kommentiert. Eigenartig ist die Haltung des ofstziellen Quad d'Orsay, der diese Reise 015 reine Privatfache Loncheur-Z hinstellen will, obwohl an dem Vsstziellen Charakter nicht mehr zu zweifeln ist. Aller­dings habe dieses Programm den Ministerien noch Nicht vorgelegen. Das mag Wohl auch der Gnmd sein, weShalb mau in Parts ans der anderen Sette Loucheur gern etwas abschütteln möchte, denn selbst derMattn" kann nicht umhin, zu betonen, daß cs tesscr Poincars überlassen geblieben gewesen wäre, das Programm der französischen Regierung tu dem «den ihm glinsttg scheinenden Augenblick und der von 9dm gewählten Form bekannt zu machen.

Jedenfalls geht aus der Presse mehr und mehr der Eindruck hervor, daß man in Kreisen Frankccichs, die Immerhin für die Außenpolitik nicht ohne Bedeutung find, jede günstige Gelegenheit wahrnehmen möchte, wn die so schwierige Revarationsfrage und das letz­tsten Ende? damit zusammenhängende schwere Ruhr . Noblem auf eine für Frankreich günstige Weise schnell zu lösen. Die nationalistische Presse ist natürlich an­drer Meinung und lehnen niclst nur die Reise Lou- §eurs, sondern den ihm zugesprochenen im .Daily relegrapv" veröffentlichten neuen ReparationSvlan völlig ab. Ja, die Unruhe ist so groß, daß Leon Daudet schon eine Jntervellation in der Kammer an- -ekündigt bat. Allerdings kann diese Jntervellation dicht vor oem 11. Mai verhandelt werden und bi? dahin kann noch viele? geschehen. P in rar 6 hat in Ribft auch für den 9. Mai eine auSfiUtrliche Unter« dreirung >eines ReaierungsprogramniS in der Kam

P a r i s, 8. April. Haoas berichtet aus Koblenz, die interalliierte Rheinlandkommission habe ein ' Statut für das Personal der französisch-belgischen Eisenbahnrcgie ausgearbeitet, um seinen Schutz sicherzustellen. Zu diesem Zweck werde das Per­sonal behandelt wie die Personen, die zum Be- satwngsheer gehören. Andere Staatsangehörigs einschließlich der Deutschen, die bet der Regie be­schäftigt würden, würden ebenfalls als Personen befrachtet, die dem alliierten Heere angehören, unterständen also der Gerichtsbarkeit, die die Or­donnanzen der Rheinlandkommission festgelegt hat. ter Jede Person, die im Dienste der Eisenbahn­regie stehe, sei also von jetzt ab berechtigt, selbst von Taten, die nichts mit dem Dienst zu tun hättest, zu verlangen, daß Pe den deutschen Gerichten zu« Verurteilung entzogen würden.

üislet 27 WigkSeii getrtl.

Berlin, 7. April. Nach derDeutschen Allg. Ztg." beträgt die Gesamtsumme der bisher von den Franzosen geraubten Gelder 27 Milliarden Mark.

Berlin, 7. April. In der vorigen Woche wurden in Höchst 9 Milliarden 4 450 000 Mark be­schlagnahmt und feftgel-alten, welche von der Retchsbankstelle in Frankfurt a. M. an diejenige in Wiesbaden mit einem Automobil gesandt wur­den, trotzdem die Aeichsbankstelle in Wiesbaden das Versprechen hatte, daß diese Transporte un­behelligt bleiben sollten. Der Adjutant des fran­zösischen Delegierten der Rheinlandkommission, Hauptmann Michel hatte drei Vorstaudsbeamten der Reichsbank die wiederholte Zusicherung ge­geben (am 19. Januar und nochmals vor 4 Wo-, chen), daß er jede Behelligung dieser Transporte verhindern würde. Unter Angabe seiner Telephon­nummer hatte er gebeten, ihn zu benachrichtige^ damit er eventuelle Behinderungen abstellen könne, was er auch einmal getan hat. Die Beschlagnahme wurde bewerkstelligt durch einen besonderen Beauf­tragten des Generals de Metz. Das Auto bet Se< gleitpersonen wurde nach einigen Stunden wieder fteigelassen. de Metz glaubt FretkKe in Aussicht

. rations- und SicherheitSftag' in keiner Weise Abbruch tun würde. Heber diesen persönlichen Eindruck habe er ! DoincarS heute vormittag Bericht erstattet. Es scheine i jeder in England zu begreifen, bah Frankreich und Bel- , gien in aller Form entschlossen feien, die von ihnen unter« 1 nommenen Operationen bis rum End? durchzuführen, und er hoffe, daß es ihm gelungen sei, gewisse in England herrschende Borurteile (jenen die Pläne Frankreichs und seiner führenden Persönlichkeiten }u zerstreuen.

Paris, 8. April. HaVaS berichtet, die belgischen Minister Theunis unb Jasper würden bak>, spätesten- am kommenden Freitag oder SamStag, nach Paris kommen, um mit Poincarö über die Lag- im Ruhrgebiet zu verhatS deln. Diese Zusammen' -?:ft, die die normale Kurve der verschiedenen französisch-belgischen Beratungen fei werde m einer Aussprache über verschrdene Frag-n, wie die B'rteilung der beschlagnahmten Kohlen, der BefahnngS- kostru usw. führen Sehr wahrscheinlich werde Loucheur von Poincarö an ^fordert werden, den belgischen Mini- storn über die Eindrücke zu berichten, die er während seiner Berhandlung-n mit politischen Persönlichkeiten in Eng­land gewonnen bat, En-drücke, über die übrigens daS Wesentliche bereis der belgischen Regierung durch eine ofFiyelfe französische Mitteilung bekannt ist.

Paris, 8. Aprck. DerPetit Parisien" schreibt: Mau darf erwarten, bah P 0 incarö sehr bald mit den alliierten Ministerpräsidenten zusammenkommen wird: die erste Zusammenkunft könnte schon in den näch- sten Tagm zwischen Poinearö und den belgischen Mini­stern Theunis und Jasper flattfinben. Boincare fegt Wert darauf, zuerst den belgischen Brrbündeten ül-er die Lage zu unterrichten. Auch di- italienische Regierung wstch, nach demPetit Pariften", aut dem Lau­fenden gehalten; sie werde auch aufgefordert werden. a*r her. Bvrbereitungm für die Ansarbeit«iz eines g-nrrin- samen Aeparat'onsplaneS auf der von her französ scheu Regierung vorg schlagenen Grundlage teillunehmen. Erst hiernach würden Verhandlungen zw-schen den Franzosen, drn Belgiern und den Italienern einerseits und he« -Engländern andererseits eingeleitet werben.

P a r i s, 8. April. Nach einer von Ha Vas veröffent­lichten, offenbar beeinslustten Aeuherung über die Lon­doner Reise Loucheurs bill gten gestern zahlreiche Depn- Uferte die Initiative Loucheurs durchaus, kritisierten jedoch seinen Besuch be, Lloyd George. Immerhin wäre es für Loucheur schwierig gew-stn. den englischen Staats- mann völlig zu ignorieren. Dich Aussprache habe Lloyd Georg: jed-nfalls bewiesen, das; Frankreich grsHlvffen hin­ter der Ruhraktion stehe. Auch mit den Mitgliedern der jetzigen englischen Regierung habe sich Loucheur über diese Frage ausgesprochen. Mit Befriedigung könne man )ie Tendenz festste!len, den französischen und den brfti- 'chen Standpunkt einander anzunähern. ES sei gewiß, > dir britische Regierung an dem Tage, an dem die Verhandlungen wieder ausgenommen würden, Frankreich loyal zur Seite stehen würde.

Varis, 7. ?lpril. Die Pariser Presse fährt fort, sich in ihrer heutige Ausgabe mtt der Reise Loucheurs zu beschäftigen. WiePetit Parisien" mitteilt, hat Lou- chcur vor Antritt seiner Reise mehrere Begeg­nungen mit Poincar^ gehabt, in deren Verlaus die politische Lag: genau geprüft wurde. Im Verlauf "einer Unterredungen mit englischen Staatsmännern soll Loucheur den ftanMischen Standpunkt in der Rcvara- tionsfrage genau umschrieben haben. Er habe gleichzeitig die Gelegenheit wahrgenouuuen, um den engllschen Stand­punkt in derselben Frage genauer kennen zu lernen. Bei seiner Mrckfthr nach Paris erklärte rr von neuem, daß ihm nur an der Erforschung der Meinung der englischen politischen und finanziellen Seiten gelegen habe.Pellt Parisien" fügt hinzu, cs ist gewiß, daß die sranzösische

Set fcnw' gegen die Zechen.

Verlin, 7. April. Im Ruhrgebiet wurden, wie der amtliche preußische Pressedienst von zustän­diger Stelle erfährt, bisher von den Einbruchs- Mächten die nachdenannten Zechen besetzt: Wester- hokt, RheinHerne-Kanal-Hofen Bottrop, General Blumenthal, Concordia. Rheinbaben, Schlägel und Eisen, Emscher Lippe, Bergmannsgliick, Waltrop und König Ludwig. Bekanntlich konnten die Fran- .zcsen und. Belgier, trotz der Beschlagnahme der Koks­halden und der Heranziehung fremder Arbeits­kräfte nur geringe Kohlen- und Koksmengen ab- iahren.

Münster, 8. April. Gestern wurden die An­lagen der Zeche Waltrop besetzt und bisher noch nicht wieder geräumt. Heute früh wurden die Lechen Schwerin und Erin in Castrop besetzt; aus

Franzosen bei dieser Aktion darauf an, eine Linien die durch die Mitte des Ruhrgebiets geht und aa der zahlreiche Zechen liegen, zur Verfügung zu haben, um von hier aus eine Ueberleitung zur militarisierten Strecke nach Recklinghausen zu haben. Einer Dortmunder Meldung des »Berk. Lok.-Anz." zufolge haben dte Franzosen am Sonn- tag morgen die Zeche Bonifacius des Essener Derg- merksverein besetzt. Am Kokslager stellten sie ei«. Maschinengewehr mit Schußrichtung auf die Kokret auf. Darauf legte die Arbeiterschaft sofort die Ar, beit nieder. 3Jian rechnet damit, daß heute auch di« Belegschaft der Grube in den Streik treten wird. Auf der Zeche Bergmannsglück sind zurzeit etwa 100150 französische Zivilarbeiter mit dem Aus­laden der Koksvorräte beschäftigt. In den erste» drei Togen haben sie etwa 980 Tonnen Koks auf­geladen und zum Teil auf die militarisierte Nord­strecks übergeleitet. Trotz der geringen Menge find aber die Eisenbahnen der Regie schon in solche Bei- wirrung und S^erstopfung geraten, daß das Aus­laden auf der Bergmannsglück-Zech« eingestellt wer­den mutz le. Angeblich sollen Anfang der nächsten Woche neue Arbeitskräfte kommen.

Münster, 8. April. Heute früh besetzten die Franzosen bte Bahnhöfe Herme, Herne-Güter- bahnhof, Marten, Castrop, Merklind« und den öst­lichen Teil des Bahnhofs Wanne, so daß jetzt der Personenverkehr von Dortmund nur bis Rauxel geleitet wird und der zu den westlichen Bahnhöfen nur bis Langendreer. -

Le Trocquer kommt nicht ins Ruhrgebiet.

Paris, 7. April. Wie soeben mitgeteitt wird, hat Le Trocquer seine schon vor einigen Tagen angekündigte Reise noch dem RichrgMet nicht an* getreten aus Gründen, über die er sich nicht aus­lassen will.

Der Kampf gegen die Eisenbahner.

Köln, 7. April. Die Ausweisungen der Eisenbahner aus ihren Wohnungen nehmen einen gewaltigen Umfang an. In Jünkerath sind bis fetzt 93 Familien aus ihren Wohnungen verdrängt wor­den. Ferner wurden aus allen Bahnwärter- Häusern an der EtfelstreSe JünkerathEiblar di« Wohnungsinhaber vertrieben. Auf den Strecken KrefeldM.-Gladbach und CleveGeldernBonn Euskirchen erhielten ebenfalls sämtliche Dienst- wohnungsinhaber den Befehl zur Räumung. Zum Teil ist die Räumung bereits erfolgt.

lautet, daß die brittschen Staatsmänner Loucheur davon verständigt haben, daß Großbritannien jederzeit bereit seh die Erörterung, die infolge der Ruhrbesetzung aufge­schoben wurde, wieder zu eröffnen. Es wurde aber betont, daß Großbritannien die Organisation eines von Deutsch­land abzutrennenden Rheinlandstaales, in welcher Form auch immer, nicht dulden könne. Die Hauptsache, was sich bei. Loucheurs Besuch ergeben hat, ist, daß er sich bereit gezeigt hat, einer Summe zuzustimruen, die sich der (im Januar von den Französin abgelehnten) im briet scheu Reparallonsplan genannten Summe annähert. In Erwiderung dieses Zugeständnisses wird Großbritannien, wie man glaubt, wahrscheinlich irgendeiner Form von Neutralität des Rheinlandes, die aber keine Loslösung mit sich bring-, zu stimmen, bannt Frankreich gegen einen Angriff geschützt ist.

London, 7. April. Trotz des unmittelbar drohen­den Riesinstre-kS von einer halben Million Bau- und Bahnarbeiteru bleibt die englische Presse ausschließlich mit Louch-urs Besuch in London beschäftigt. Die halb­amtliche Schlttßrneiuung über diesen Besuch geht dahin, baß man sich über die Möglichkeft und Bedingungen einer Wiederannäherung zwischen den englischen und fran­zösischen Ansichten in der Reparattonssrage klarer ge­worden ist. De liberale Presse betont, in England be­trachte man LoucheurS Pläne als eine Er­örterungsgrundlage. Das bedeute aber noch nicht, daß England die Durchführung aller dieser Pläne billgen oder unterstützen werd«. Man könne und dürfe Deutschland nicht zwingen.Sicherungsbedingungcn" wie die Rhein-Saar-Republik und Verminderung der deutschen Gebietshoheit, anzunehmen. Das würde nur neue Ver­bitterung schaffen, die wieder jede Sicherheit illusorisch machen würde. DerDaily Telegraph" schreibt, die deutschen Einwände gegen die Pläne Loucheurs seien nicht unstichhaltig, aber es sei nun an der deutschen Regie­rung, die begonnene Unterhaltung weiteczuführrn und genau zu sagen, wrS sie in Loucheurs Vorschlägen für diskutabel halte, was nicht und tvas sie selbst vorzuschlagen habe.Daily Chroiime" schreibt: So unbefdmmt und unbefriedig, ad auAiLoucheurs Vorschläge seien, so sei es doch ein gutes Zeichen, daß die rationell« Erörterung dieser Probleme wieder l-egonnen habe. Loucheur sei sozu­sagen in offiziöser Mission nach London gekommen. Es ei auf jeden Fall zu hoffen, daß PoincareS Bekeh­rung sowüt fortgeschrftien sei. DieWestminster Ga- aette" tritt dafür ein, daß nicht allzuviel Aufhebens von Loucheurs Besuch in England gemacht werde. Die britische Regierung könne in keinem Sinne mit einem nichtoffiziellen französischen Politiker verhan­deln. ?lußerdem könne Großbrftannien nur in voll- ifcfler Harmonie mit Frankreich hmrdeln, loenn die von Deutschland geforderte Summe in lieber- einstnmnung mit einer wissenschaftlichen praktischen

[ mcr zugewgt.

| Im ttcbrtgeu ha! e« den Anschein, alS wollte die L Sntcrl>e!lnHon Darchets Poincarä zwlngeu, Loucheur f »sfertitch zu desavouieren. Das würde natürlich | Poinearö nicht Heb feilt. Interessant ist vor allem die UHeluing des Prästdenieri Millerarrd. .Halte schcn F derbe, der oft dte Ansichten MillerandS ivicherglbf,. L iin Leitartikel derVictotre" auvnefübrt, es sei unter» I: sKudlich. das; französische Zeitungen den vom .Daily [ Telegraph" veröffeuttickten Plan berächtttw zurück- l svelsen Wollten, so imterftrciffU das auch noch das k »Journal des Debats". Loucheur.tn« gerade, weil [ St «ich! Miitlstet sei stch viel freier In England aus - t ftneebe i. Die Ruürakiion fei aber nicht Sewsizwech F sondern nur Mittel zur Regelung des Reparation»« t Problems und der Sllcherheltsfragc.

I Das stimmt merkwürdig mit den AuSsührungen [ HcrvöS im .Victoire" überein, der darauf btnwclst, [ klne Lösung würde früher oder später uottvendig kom- | inen. .Wollen wir zehn Jahre verlieren, um noch | Kager wie die Katze um den beißen Bret zu fchlei- L chen?" In Frankreich scheint also die Stimme der I keruuiift sich doch mehr und mehr Bahn zu brechen, k La:, fängt langsam an, auch in politischen Kreisen zu t denke».

I Mau muß zweifellos damit rechnen, daß die Reise I kouckeurS von großer Tragweite fein wird. Sollte t Volncate nickrs mit der Reise Loucheurs zu tun bä­te den, so weist die Propagandafahrt deS ehemaligen | französischen Ministers iwex Herrn Poincare hintotc ' k eine Zukunft, in der der jetzige französtsche Mi- \ Mervrafident aus gespielt hat und in der man mit \ Hilfe Loucheurs versuchen würde, eine englisch-fr«>r- Sslsck-e Lösung zu sinden. Auf-diese« Ziel weist ftdensays die neueste Entwicklung.

Für die dentfckw Regierung 1 irdelt er stch jetzt : korum, ihre Politik aus die Wendung einzurichten, fit i'n unter allen Umständen eine akttve Außenpolitik

kteibeu, auch wenn wir del der äußeren Abwehr des skrwreinbruchS auf aktive Maßnahmen verzichten wüsseu, um ein französisch-englisches Zusammen-

. wirken beim Abschluß des RuhrkonfliktS wäre eine «rherordtirtlich verhängnisvolle Erscheinung, toemt ste als vollendete Tatsache überraschte und wenn Deutschland von jedem Mitbestimmungsrecht dabei «r-ögeschlossen wärt Denn ste zielt ganz rmverkenu- dor auf eine Begünstigung der französischen militSri- f^n Pläne, die eine Vergeivaltigung des Rbein- iendes und eine Sosreißung feiner Bevölkerung aus «m bisherigen staatlichen Zusammenhängen bedeut- du. ES tritt damit die SicherhettSfrage, di« eine Zeitlang aus der Disttlsion verschwunden war, wieder m den Vordergrund. Und eS muß bte Aufgabe der deutschen Regierung In der nächsten Zeit sein, von dornherein mit" aller Enttchiedenbett der Gegenseite »ar zu macken, daß Deuttchland auch in der Sicher- ttttsfrage nur eine Lösung annehmen kann, die nicht «dem Grundsatz der Gleichberechtigung tu« Gesicht f»lägt und die uns alS ein rechtloses Sklavenvoir auf Roften der Unverletzlichkeit der Rhrinlande ebenso un- «rschütterlich bekämpfen und zurückweisen wie eine kösung, die etwa auf Kosten unserer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit versucht werden sollte. Wir erwar-, ftn von der deutschen Regierung, daß sie unverzüglich' Are Außenvolitik auf diese Notwendigkeit erstellt, renn hier ist wirNich Gefahr tm Verzüge.

Paris, 7. April. Loucheur ist heute Vormittog »« $oin#are empfangen worden. Der Presse erkkärtc it »I Lauft des Tages, er fei ohne irgendeine Mission seit ns »kr Regierung nach England gegangen, hab« aber vor «iner Abreise mit Poincarö darüber g.sprochen, daß Ekmit gewissen Mitgliedern der englischen Steuerung zu- Mnmenzukommen beabsicht'ge, von denen einig? mit ynt seit langen Jahren befreunbet seien In seinen B' Mechungen mit ihnen habe er seästellen können, daß £ englische öffentliche Meinung l<ginnf, die Lage in Frankreich besser zu begreifens Ec fei überzeugt, daß gW Verständigung möglich fei, die den Lercechttgteu «Ä«ejsen Frankreichs und seiner Alliierte« in der Repa

Regierung sich durch LoucheurgenaueAmsknuit verschaffen konnte. Man tSnu« zu einem Uebereinkommen gelangen. Demnach könne von einer tiefergehenden Mei­nungsverschiedenheit zwischen dem fran­zösischen Ministerpr ösideu te n und Lou- cheur kaum die Rede sein. Mau vergleiche damit bce Meldung, welche derEclair" aus Lonüoir ersahreu haben will, daß dort Neia>,ng bestanden habe, in Lou­cheur den künftigen ftanzösischen Ministerpräsidenten zu erblicken. D:rMatin" wirft die Frag? auf, ob nicht in der Haltung Englands zur Ruhrfrag« eine Aendernng eintreten werd,'. Vielleicht könnten jetzt die Berhandlung?» zwischen London und Varis auf einer für Frankreich durchaus annehmbaren Basis wieder ausgenommen werden. Sie würde» das ireufcty Ergebnis haben, daß die Alliierten sich in einem Augenblicke einig würden, wo Deutschland diskutierkare VorfchGg' zu unterbreiten gezwungen würde.

Enzland und dir Reis« Loucheurs.

London, 8. April. Reuter melde!, der Besuch, den Loucheur in Eugtand al>gesratttt hat und bei dem er Unterredungen mit Boa ar Law, Starb (ftvrge und anderen hervorragenden Persöl-fchkeitm hatte, hat in politisch?» Kreisen zu lebhaften Mutmaßungen Anlaß L geben. Man glaubt allgemein, daß trotz de? gegen- teil'gen ErklSrung Lonch nr als inoffizieller Vertreter brr französischen Regierung gehandelt hat und daß di? ihm anvcriraute Au'grb? darin kjinnb, die Fmae der Repa­ration und der cugt sch-fronzösisch-rn Beziehungen zu er­örtern. Dies? Auffassung w.a? durch i*n gestrigen Besuch Loucheurs beim Präsidenten Mifferand heftärft. Es ver-

Maschinevhc'us unb stellten bis Eirenen ab.

Paris, 8. April. Havas berichtet aus Düssel­dorf, henic feien sieben neue Kokslager tefchlaguahml worben. In ben staatlichen Koterctcn hätten bie beutschen Arbeiter bte Arbeit noch nicht roieber ausgenommen. Die Defen seien ausgelöscht worden. Auf ber Kokerei bei König Ludwig-Gr^be hätte sich ein Teil bet Soldaten zu­rückgezogen. Sofort hätten bte Arbeiter nicht nut in bei Grube, sondern auch in der Kokerei die Ar­beit miebci aufgenontnten. Das gleiche sei auch auf b:r Cmschcr-Lippe-Grube der Fall. Auf der Grube Waltrop seien der Direktor und drei "Mitglieder des Vetrielsrotes verhaftet worben, weil sie sich ge­weigert hatten, bte Kräne »um Fortfchaffen bes Koks bedienen zu lassen.

Essen. 9. April. Die Franzosen haben am Sonntag bie alte Einschertalbahn von Dortmunb nach Herne beschlagnahmt. Den Eisenbahnern wurde ein Ultimatum bis Montag gestellt, wo sie zu erklären haben, ob sie in französische Dienste treten wollen, widrigenfalls sie des Dienstes ver­wiesen unb auch ihre Dienstwohnungen zu räumen hatten DemLerl. Lok.-An-." kommt e» drn