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Zweites Blatt
Nr. 81
Sonnabend, 7. April
1923
Die Zeugen.
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Ruf stand, bi» Güuftlingswirtschast am Hof beför-
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Für ö>e Schriftleitung verantwortt.: lut. C. Hitzeroth.
Für den örtlichen und Provinz. Teil: Wilhelm W: tz n e e.
Svrechze-i der Zchri'tleitnna 6>5 ’/.l i Hbt dirmlttaai.
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„Bon einer plötzlichen Abreise der Hoheiten ist -tiemals die Rede gewesen", beteuerte Effi.
k-standen, mir der Firma zu verhandeln, das Tor plötzlich bedrängt worden, die leute leien dann verschwunden. Er habe
«rrchtich« Aachrichir».
Christlicher Verein junger Männer, Roter« graben 5. 'Sonntag, abends 8 Uhr: Konfirmandenfe er. Dienstag, abends 8 Uhr: Posaunenstunde. Donners» tag. abends '/,>O9 Uhr: Bibelstunde. SamStag, abends 1 '-9 Ubr: Bch tstund".
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Seidel
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wesentlichen einig sind, daß im Interesse der Stabilisierung der Marr und der Prüfe wenigstens »eiteren Lohn« er Höhungen soweit wie irgend möglich Einhalt geboien werden must. Wenn der Lebenshaltungsinder im März- Durchschnitt trotz d»S - v.t nrh- zu leugnendeu Preisabbaus doch höher ist, als der im Vormonat, so beruht das vor allem auf den Verteuerungen der Woh- ungsmich-n sowie der Heizungs- und Beleuchtungs- wsten. Daneben sind freilich auch die Preise von Milch. Butter und Eiern weiter gestiegen. Es ist zweifellos von allergrößter Wichtigkeit, daß der Preisstillstand endlich
immer gewarnt, auch bet dem weiteren Umzug durch die Stadt. Vom Vorfall tm Kilian wisse er nichts.
Der Vorsitzende des Getoerkschastskattells L. gab ähnliche Auskunft. Die Anordnung in der Tapeten-
, Nachdem sie den Herzog und die Seinen wortreich naleid«» beklagt hatte. „Zn deiner Stellung warst du na- 11—tsrlich dazu verpflichtet. Mir hättest du immerhin w «nen Wink geben können. Wir hätten dann viel- drcht auch noch Zeit gehabt, uns nach einem Zu- ßuchtsort umzusehen."
(Nachdruck verboten.)
Der Herzog und sein Flügel: Adjutant.
Roman von Paul v. S z e z e p a n s k i.
20. Fortsetzung.
„Diskretion ist etwas sehr Schönes, mein Kind", sagte die alte Exzellenz tadelnd zu ihrer Enkelin,
Handels- und Marktnachrichten.
Sonderzüge zur Frankfurter Messe. Anläßlich der bevorstehenden Frankfurter Messe (15. bis 21. April) verkehren nach Frankfurt a. M. Gesell» fchafts-Sonderzüge, für die der Fahrpreis um etwa ?6 Prozent ermäßigt ist. Abfahrtszeit und Faor- kartenverkanfSstellen sind tm Inseratenteil unseres Blattes bekannt gegeben.
Fr. Krogmann Kassenschrankfabrik Gießen liefert kurzfristig und preiswrrt: 1055
feuer- und di-besficher«
Kasse«- «nd Bücherschränke in allen Srötzen. Zreforanlagen f. Banke«. Ak eu - Schrdlt>»«ichi,«» uns Einm«ierichrii«rO.
Als erster Zeuge erschien Panetsekretär G., der dre Veranlassung der Demonstrationen schilderte. Ein Plan, UngebSrigkelien zu begehen, habe nicht bestanden. Auf die Firma S. seien die Arbeiter wegen verschiedener Vorkommniffe erregt gewesen, dien verstblossen gewesen und am großen Feuerwehrleute gestanden. Es habe keine
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Spre* meir.tl h S-vi» 8i«l e» eu^jrd« -1 Uhr.
traten sein einziges Prinzip. Seine Methode: durch nicht daran dachte, den Herzog zu beeinflussen oder Intrigen die klügeren Kopse aus dem Gesichtskreis das Vertrauen, dessen er sich erfreute, auszunutzen. Seiner Hoheit zu entfernen und den Herzog zu.Auch von einer Günstlingswirtschaft, die das Volk isolieren." empören könnt«, hatte sie niemals etwas gebött.
Effi lacht« leis« und offenbar belustigt. Die alte| Herr von Steurich hatte bisher niemals von einer Exzellenz sah sie mißbilligend an. Der Kammer-1 solchen gesprochen — aber er war immer die Diskre- ?>err machte grosse Augen. , tton in Person gewesen und hatte vor allem, was
„Sie scheinen meine Ansicht über Denninghaus nch am Hof ereignete, nur geflüstert. Sie zweifelte nicht zu teilen, gnädiges Fräulein?" fragte er. „Sie "icht daran, daß er Denninghaus richtiger beur- sind noch sehr jung — die Jugend sieht die Welt teilte, al? sie es bisher getan hatte, und die Ver- mit harmlosen Augen cm." Haftung des Majors schien seine Ansicht über Den-
„Baron Denninghaus und Intrigen — die Zu- ninghaus zu bestätigen.
fammenjtellung kommt mir allerdings komisch vor, ^ie alte Exzellenz kniff die Lippen zusammen! Herr von Steurich". sagte Effi uncingeschüchtert.Iunchschwieg. !
„Ich kenne keinen Menschen, der so unbekümmert Sie hielt es für undiplomatisch, einen Mann zu
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ausgestellt. Man darf daraus wohl den Schluß ziehra, desi sich auch dis Arbeitsmarkflag.' in nächster Zeit nicht allzu sehr verschlechtern wird.
Die Reichsindexziffer für März weist noch einmal «ine Steigerung um 8 Prozent auf. Das bedeutet ab -r Deoenüber den Erhöhungen oer vorhe'rgehenden Monate
Immer daran dsnken KL.'L daß es zum Farben von Kleidern, Blusen, Gardinen usw. nichts Besseres gibt, als die weltberühmten „Heitmarm'» Farben«, Marke „Fnchskapf im Stern".
bert zu haben, und der ihrer Enkelin immer eine freundliche Gesinnung bezeigt hatte. Wie leicht konnte sie selbst in den Ruf kommen, von dieser Günstlingswirtschaft Vorteil gezogen zu haben!
Um so unbefangener gab Effi ihren Empfindungen Ausdruck.
„Major von Denninghaus verhaftet? — Ich fanu es nickt glauben, Herr von Steurich. Sollte es dennoch geschehen sein, so ist es ein schmählicher Gewaltakt. Der Major ist der redlichste Mann im Lande, und von einer Günstlingswirtschaft, die er befördert haben soll, ist mir nichts bekannt."
„Effi!" sagte mahnend die alte Exzellenz. j
„Warum soll ich das nicht sagen, Großmama?" fragte Essj erregt, mit Tränen kämpfend. „Ich I lasse ^Denninghaus nichts Uebles nachreden — auch non Ihnen nicht, Herr von Steurich. Trotzdem Sie ■o viel älter sind als ich und nicht mehr mit so harmlosen Augen in die Welt blicken wie ich. Worin hat die Eünstlingswittschaft am Hofe bestanden, und wen hat Herr von Denninghaus protegiert?"
„Ta ta ta", sagte der Kammerherr und sah mit I
Erbs mit Speck, Ochsenschwanz, Reis, Pilz usw. tragen jedem Geschmack Rechnung’.
Man achte auf den Namen MAGGI und die gelbrote Packung,
| der Leute tn den »Man, denen man schließlich den , Studenten übettasten habe. Aus Befragen fügte der 11 Kommissar hinzu, daß er d-u Feuerwedrkommandan, I teu ersucht habe, die Fene^webrwache doch etwas auf , 1 die Tapetenfabrik achten ,u lasten. Der Zug sei tn guter Ordnung auf dem Marktplatz angekommen bis plötzlich die Sacke mit dem Studenten das Bild geändert habe. Als er tn das MliansgebSude gekommen. sei dieses schon voller Mutschen gewesen. D'e fremden Arbeiter seien sehr rabiat vorgegangen, hiesige Arbeiter hätten sich schließlich verbürgt, daß dem Studenten nichts passieren solle. Es sei seine Absicht gewesen, größeres Unglück zu verhüten und fo habe er schließlich den Studenten unter polizeilicher Begleitung mitgegeben. Er sei damals immer noch der Meinung gewesen, der Student habe einen Mann geschossen, tote es allgemein behauptet wurde. Der Zeuge L. habe eine Rede gehalten und die Leute ge- ivarut. Der Angeklagte F. bestritt enttchieden bet« | lchiedene ihn belastende Angaben des Polizeibeamten I F., die ibn als Hauvtbeteiligten beim Eindringen tn den Kilian bezeichneten. Rachttäglich wurde auch noch ein Zeuge über die Vorgänge tn der Castelerstraße vernommen. Er sagte aus, daß dte Menschenmenge mir kolostaler Wucht tn das Tor gedrängt wurde, auch Frauen rmd Kinder hätten dazwischen gesteckt. Der umfangreiche Zug, tn dem tote früher gesagt, etwa >5 Crdner tätig waren, habe sich dort nach mehrfachem Gegenmarsch aufgestellt und dabei sei er tn unmittelbare Nabe des Tors gekommen. Damit waren die Zeugenvernehmungen beendet.
Es sprachen dann der Reihe nach der Vertreter der Staatsanwaltschaft und zwei auswärttge und zwei hiesige Verteidiger, einer der letzteren tm Ansnag des Nebenklägers S.
Das Urteil.
Der in später Abendsttinde verkündete Gerichts- spruch lautete dahin, daß dte Angeklagten mit Ausnahme des F. K. sich der ihnen zur Last gelegten Anklagen schuldig gemacht hätten. Das Urteil lautete gegen P. K., H. K. und H. P. auf se 3 Monate un» gegen F. auf 4 Monate Gefängnis. Der Angeklagte I. K. ivurde, dem Anttage des SiaatSanwaltS genta ß, freigesprochen. Außerdem beschloß das Gericht bet Zahlung von fe 10 000 M fettens der drei ersten Angeklagten und 15 000 M seitens des letzten Angeklagten Strafaussetzung eintreten zu lasten. Bei der nächsten Sitzung des Schivurgerichts wird die Sache ncchinalS aufgerollt, es handelt sich dann um daS Vottommnis tm S.'schen Büro.
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tntfnrrj? durch den Konjunkturumschwnng am schwersten getroffen wurde, ist eine Besserung der Marktlage in der letzten Woche festzustellen g,-vesen. Durch einen Alst'litt der Exportabgaben könnte diese Entwicklung rum besseren noch wesentlich gefördert werden. Dem Geschäfts- leben wie den Börsen ist vor allem die Etstichterung des Geldmarktes- zugut' gekommen, der nrir z. B. an der Effektenbörse schon recht bedeutende Ansätze zu einer netten Hausse verdanken. Die Befürchtungen, die nufere Witt- " Hbastskreise vor einer allgemeinen Wirtschaftsflockung begleu, haben sich jedenfalls bisher als übertrieben her
um den Eindruck, den er damit macht, seine 9Kei= »erteibigen oder auch nur zu bedauern, der in dem mtng sagt wie der Major. Manchmal' glaubte man, ' " "
s teur eine minimale Veränderung, auf der man eine Fer- tetung lveiterer Lohn- und Gehaltserhöhungen sicherlich richt wird aufbauen dürfen. Es scheint, als ob Arbeit tzeder und Arbeitnehmer heute wenigstens darin int
denken, die allen diesen Goldanlagen enlgegenstehen, insbesondere dann, wenn wieder stärkere Schwanktmg'n der Papiermark eintreten, nicht za übersehen Man soll fick Vor allem hüten, aus biefeti neuen Mögl'chkeiten b't Flucht vor der Papiermark etwa die Folgerung zu ziehen, hast auch eine Bemessung der Löhne und Gehälter in Gold- tiarf oder in einem anderen beständigen Wertmesser jetzt »der in absehbarer Zeit erreichbar werden könne. D-r €inn der Stützungsaktion der Relchsreqierung ist doch gerade, der weiteren Markslucht einen Dimm entgegen» zusetzen Dieser must zusamnienbrecheu. wenn in unf;rei Wirtschaft die Tendenz zum Durchbruch kommt, sich immer noch mehr von der Papiermarkwährnug frei zu «*chrn
Bor solchen Maßnahmen, die der Papiermark die letz- ta ll ntertog-n ihrer Extstenz als Wettmesser entziehen wollen, mim umsomehr gewarnt werden, als die deutsche Wirtschaft sich mehr und mehr dem jetzigen Dollarstande «nznpassen scheint. Die Schwierigkeiten, die zuerst in-
der Hebung des Markkurses, von der die Stützungs- > mn der Reichsr.gierung begleitet war, entstanden si.rö, scheinen sich zu verringern. Eine Belebung des Geschäfts und des Absatzes auch nach dem Auslande ist Mverkenttbar. Insbesondere in der Textilindustrie, dir
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auf die Erzcugungskost"n der Landwsttschast und damit die Preise der tm Inland erzeugten Nahrungsmittel er« stresst In dieser Hinsicht wird der Befchlnst des Stick-
fcK,s fr'l2 ^-,d"EofMnger ohne Rücksicht । sakrtt habe auf die Arbeiter herausfordernd gewirkt, auf hie eig nen Gestehungswsten erheblich zu senken, nm l noch mehr aber die Feuerwebrposten, dafür sek dte -er ^vowirtschaft u:e Versorgung mit den für die Früh- Polizei da. Dieser Zeuge sÄUderte auch die Vor- aorebestellung erforderlichen künstlichen Düngemitteln zu I Oäitae am Kilian, die Menge sei über den Swuß auf- erleichter t, hoffentlich günstige Erfolge haben. Der Aus-1 üeregt gewesen. Der Pförtner der Seyaeser'schen fall der Ernte des neuen Jahres wird wesentl-ch davon I Fabttk schilderte das Eindringen der Menge durch abhängen, ob dir deutschen Landwirte zur Stabilisierung 1,03 Tor. Eine Anzahl sei in die Fenster geklettert, der Mark und zur Preissenkung Vertrauen gewinnen v J ct auch getreten worden. Der Feuerwehrmann K. rum sollte auch nunmehr baldigst Klarheit darüber qe £üb1.a,t' ,baR n vom Kommandanten aufgeforben
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----*---- I schienen. Der letztere sagte ähnlich aus, fügte aber
er habe dic Absicht, den Herzog vor den Kops zu stoßen."
Herr von Steurich lächelte überlegen.
„Das beste Mittel, um an seine Ehrlichkeit' glauben zu machen, seitdem die°Fürften sich cjnbil- den, sie seien nur von Schmeichlern unzgeben", erwiderte er. „Sos Vertrauen in diese ftogenanntcn ehrlichen Leute erlischt erst, wenn die Iurften cn ihrem Leide erfahren haben, wohin ihre Ratschlage führen: die Fürsten ins Exil — die aufdringlichen Ratgeber ins Gefängnis. Sie wisien wohl bereits, Exzellenz, dah Denninghaus verhaftet wurde. Im Reuen Palais, in dem er sich törichterweise noch aufhielt, als die Herrschaften es bereits verlassen hatten. Auf dem Wege vom Reuen Palais in das Schlotz soll er von der über die Günstlingswirtschaft der letzten Jahre empörten Menge übel zuqerichtet worden sein."
Die alte Exzellenz zupfte nervös an den Fransen der Tischdecke. Die Nachricht war ihr neu, überraschte und erschreckte sie. Sie hatte bisher in Dcu- ninghaus einen ehrlichen Mann gesehen, der gar
cr> .. fctn.yi, daß sie auch einmal bei den Fabriken etwas
-ute Vorgänge am 4. Jun 1922. auf Ordnung sehen sollten. Polizeibeamter u. schlt- ™ ' i kette daS Drangen der Menge und das Belästigen
. „ n- otr£’ 0- April. Vor der Sttattammer der Fenettvehrlente. Wer das Tor geöffnet, habe er pes hlcsiSen Landgerichts fanden heute die Vorgänge I nccht gefehen. Nachher habe er sich zum Matttplatz gttegentlich der Arbeiterdemonsttation am 4. Juli v. begeben, von den Vorgängen im Kilian torbte der c,1f Nachspiel. Auch das Schwurgericht bürfte Zeuge nichts. Fabrikbesitzer S. behtnbete. daß die mi:ben^ Vorfällen beschäftigen. Heute er- ganze Sache vom Kavp-Putsch herttihre. Damals fet Imlcneit als Angeklagte fünf Manner, der Gießer P. dtc Arbeit ohne weiteres liegen geblieben, am an-
Former H. K., der Zimmermann I. K., der deren Tage habe die Firma geschlossen.
;i,.. .'mollLeut bet Arbeiter H. P. Als I Anschließend verbreitete sich der Zeuge über die
Zeugen waren rund 30 Personen anwesend. Auch I weiteren Verftandlimgen mit den Arbeitern wegen sol- re elne d^le Besetzung. Lau- chcr Arbeitseinstellungen, die sich bei ihm nicht ohne
.J»Ö o.’Ln(L8^C'? uft wurde en sämtlichen Angeklagten Störung des Betriebes dnrchstchren ließen. Irgend!
>-JC C-® ’*,em klagten Tage widerrechtlich eine» Zwang ans die Arbei'er habe er nicht auSge« i
► m »ctiaetcr toc uud ^scheim'sche ■ Fabrik, sowie tn fuhrt, sondern mir verlangt, daß ihm am Tage vorder
ras Polizetgebäude kKilian) etngeBxungen zu kein Mitteilung gemacht würde. Bei der Atrkuntt des
und dott Jletigungen nsiv. begangen zu haben. I Zuges sei er willens gewesen, mit den Arbeitern bin«
Die Vernehmung. ter dem eisernen Tor: zu verbandeln. Das sei nicht
Bei der Vernehmung gab der Angeklagte P. K. an, »löalich gewesen und so habe er sich in sein Büro be- datz der Zug den Zweck gehabt hätte, die Unbill übet "eben und dort hätten ihn eindringende Leute über- den Rathenanmorv zum Ausdruck zu bringen Am fallen. Seine Arbeiterschaft habe am Tage vorher Bahnhof hätte es plötzlich geheißen, daß die Arbeitet übrigens erklärt, daß sie arbeiten wollten. Sie müß- !n der Tapetenfabrik nicht herausgelassen würden ten nur dem Zwang von außerhalb fo'gen. Er fügte Mit der gesamten Menge fei er dorthin gekommen noch Hinzu, daß er die FenertoeHrtoache nicht bestellt itnd in die ausg.'brochene Tür hineinge'orängt war I habe. I
den. Von den dortigen Vortommnifsen habe er erst Zeuge Fabrikant O. sagte aus, daß auch bei ihm später Kenntnis erhalten, :3m Anschluß schilderte er I da§ Tor anfgestoßen worden sei. Er habe seinen Ar-I den Umzug durch die Stadt zum Kilian. An irgend heitern die B.-teilignna am Zuge sreigestellt. Nach! ivelchen Ungebörigknten Habe er sich nicht beteiligt, wnhtnh des Z ioes sei der Betrieb stillgelegt worden. I sondern immer beruhigend auf die Menge gewirkt' Bei einigen weiteren Zeugenvernehmungen stellten Der folgende Angeklagte H. K. wurde, wie <r angao, sich Widersprüche darüber Herons, ob der Angeklagte auch mit der Menge in den Jabrikhos gedrdMtt. Tort I. K. mit tn die D.’fche Fabrik einaedrnngen sei. Es sei auck. rin Schuß g. sollen. Einem Bekannten habe wurde schließlich festgeftellt daß dies nicht der Fall er gesagt, hinauszugehen, damit ihm. nrchts vassier«. war.
Ter Angeklagte 3. K. gab an, gar nicht ans dem Rach einer Panse kam als nächster Zeuge der Stn- Z»ge herausgetreteu tu sein und Mjlthcrte dann den deut F.. der dautals beschuldigt wurde, geschossen zu I Wirrwarr. Angekl. T. F. war nach seiner Angabe nm hoben. Man habe ihn zu Boden geriffelt und bei der lingehörigkeilen zu verhiitdern, in das Kiliangebäude Gelegenheit habe sich die fieinc Pistole, die er bei sich gehangen und hatte die Forderung der Menge übet« geführt, entladen. Bold daraus hätten ibn zwei Be- brächt. Er habe diese auch beruhigt und sie aufgc- amte in den Kilian gebracht. Dort sei dann die I fordert, dem in Schutzhaft genommenen Studenten I Menge eingehrungeu und hätte seine Herausgabe ver- nichts zu Leide z« tun und Aianneszücht zu be- laugt. Dem sei auch Folge geleistet worden. Uebrl- tocbreit. Der Angettogte .<■>. P. hat sich unterwegs aens habe man ihn mehrsoch mißhandelt, der Ange- iem Zuge augeschlosien. Am Kilian habe ctre ge klagte P. ft. habt ibn beschützt. Vom Staatsonwatl waltige Menschenmenge gestanden, aus Neugierde sei fp.'urde feftgestellt, daß wegen des Waffenbesitzes der er auch hineingegangen nm bald der Aufforderung Zeuge rechtskräftig bestraft ist. Mehrere Polizeibe- der Arbeiterführer, blncu5utgeben, Folge zu leisten. I amte und der Kommissar schilderten das Einvnugeu l
WMliülihe MoUMekliA.
Von unserem volkswittschaftlichen Mitarbeiter.
Der Dollarkurs hat um die Osterseiertoge herum tzpieder ein wenig angezogen. Die Reichsbank ist sofort «it Devisenabgaben eingeschritten und hat eine stärkere Kurssteigerung zu verhindern vermocht. Majt bart sicher £n, daß es ihr auch in Zukunft, insbesondere nut Hi,ft r Devisenvorräte» die die Gotdanlejhe erbracht hat. möglich sein wirb, ihre Stützungsaktion weiter sorttu- setzen. Nur auf diesem Wege kann der drohende Zusammenbruch unserer Währung aufgehalten werden, bis das Erg-bnis des Ruhrkampses eine dauernde G5efunbur.iT der Mark möglich macht. Jnzw schen kommt in unserer Wirtschaft der Drang nach einem wertbeständigen Zahlungsmittel immer stätter und stärker zum Ausdruck. Dt: Aabl der Kohleisivett-, Roggenivert- und GoLanleihe-! schwillt von Tag zu Tag mehr an. Insbesondere sind es neben den Ländern die Gemeinden und andere kommunale Körperschaften, die ihr Geldbedürfnis beftied'grn, indem sie die große Nachfrage nach wertbeständigen Anleihen für ihre Zwecke ausnützen. Auch die Sparkassen haben vielfach bereits den Versuch gemacht, den fast erloschenen Spattrieb der Bevölkerung durch Einttchtnug von Goldsparkonten wieder zu beleben. Allerdings sind die Be-
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-Die dretundzwanzjg Koffer können nicht gepackt Horden fein, ohne daß du etwas davon merktest", «harrte die alte Exzellenz. „Die Hoheiten find heftentlich in Sicherheit, — ich wünsche es von Herren. Aber Denninghaus ist ein Filou. Mich glau- zu machen, daß deine plötzliche Beurlaubung ein
i »blonderer Enadenbeweis der Herzogin für mich v Wn sollte, ist ein starkes Stück. Ich werde es ihm vergessen, daß er mich hrnters Licht geführt zwei alleinstehende Frauen schutzlos ihrem Schicksal überlafien hat."
L »Wer tut uns etwas, Großmama?" fragte Effi ”nnIos- »Aus dem Schloßplatz soll es ja unruhig ;esuch ^gegangen sein — hier im Villenviertel war es iktz-us-l «Ute fast noch stiller als an anderen Tagen." ’3 «n? »Bisher", sagte der Kammerherr bed-utungs- :c Jd z *;(• „Was morgen geschehen wird, ahnt niemand. _J11> W habe es schon längst bedauert, daß es Denning- Don115< vU5 Klungen war, einen so großen Einfluß auf
Herzog zu gewinnen. Ein Mann ohne Esprit vid ohne weiten Blick — der Grundsatz der Physio-
offenbarem Wohlgefallen in die erregten Züge des jungen Mädchens. „Das ist eigentlich noch nichts I für Ihre kleinen Oehrchen, mein gnädiges Fräulein. «Aber wenn Sie mich herausfordcrn---Sie
| kennen doch den Fliegerleutnant Zerboni? — Seine Mutter, Frau Zerboni, richtiger Fräulein Zerboni, wohnt ja im Häuschen nebenan."
„Wir haben als Kinder oft zusammen gespielt", sagte Effi, „und seine Mutter, Frau Zerboni, war immer freundlich zu mir.“
_ „Ja, ja", sagte der Kammerherr mit boshaftem Lächeln, „Fräulein Zerboni war immer freundlich — nicht nur zu Ihnen, liebes Fräulein Effi. Hm — ja! Na also! Seit vorgestern ist Leutnant Zerboni im Lazarett der Herzogin installiert!“
„Mit drei Dutzend anderen Offizieren, Unter- Offizieren und Mannschaften, deren Mutter der Frau Herzogin nicht seit vielen Jahren bekannt find wie Frau Zerboni und nicht von Ihrer Hoheit mit Recht ebenso geschätzt werden wie Frau Zerboni, mit drei Dutzend anderen Verwundeten, die nicht einmal alle Landeskinder find, noch viel weniger hier geboren wurden wie Benvenuto?"
„Der Willkommene!“ sagte Herr von Steurich boshaft lächelnd.
„Deine Kinderjahre liegen so weit zurück, daß vu den Bornamen dieses jungen Mannes allerdings vergesien haben könntest, Effi", mahnte die alte Exzellenz. Hochmütig fügte sie hinzu: „Von einer Kinderfreundschaft kann nicht die Rede fein, lieber Steurich. Unsere Gärten find nur durch einen Zaun getrennt, — da haben sich die Kinder manchmal gesehen. Ein Verkehr mit Frau Zerboni war natllr-