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fahr,» Deutschland ein mrbnährges Moratorium und die Räw

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Bung deS Ruhrgebietes in schnellen Etappen zugesichert Iber die Zustimmung Frankreichs bleibe unerschütterlich

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Eiftnbahnkonserenz in Bonn.

Pari». 5. April. Zn Bonn findet heute «hüt Konferenz statt, die sich mit den Eiftnbahnftagett im besetzten Gebiet beschäftigen wird. Der stanz-> stsche Oberkommissar der Rheinland«, Tirard, da: belgische Oberkommisiar und General Degoutd nehmen daran teil. Am Freitag wird der franzsi fische Minister Le Trocquer in Düsseldorf eine Ba' sprechung haben.

Di» ^Dbetheifiitbe Zeitung et icke int letbsmal möcfcentlid). Bezugsvreie Monatlich M00 Ml. mit Znsiellungsgediihr. Für ausfatlenBe Stummem infolge Streik, ooet elementarer Ereigntne lein 6tias. $ erlag von Dr. T. hiserotd. Druck bet llnin^Bnchdruckerei non Seb. Äug. Koch, Markt 21.23. Rernjpreäjet 55, Seit» Icheckkente: »t. 5015 Satt Frankfurt a. Main.

beit des Oberbürgermeisters der Stadt Essen, in dem dieser oepeniibei General Iaeguement in scharfer Ldeiie gegen die Bluttat am Karsamstag protestiert urch Maßnahmen fordert, die einen ähnlichen Mist» brauch der b-wafineleu Macht ausschlief',cu. In der Antwort deS französischen Generals hieß eS. die ge­forderten Sanktionen feien schon im Gange, da eine bestimmte Zahl der die Verantwortung tragenden Ktuvpdirektorrn bereits verhaftet worden fei. Ange­sichts der Ungeheuerlichkeit der Bluttat und angesichts brr 13 Toten und übrigen Opfer, unter denen noch heute verschiedene mit dem Tod« ringen, sei diese Antwort eine nicht $u übertreffende Unmenschlichkett und stelle ein« unerhörte Verhöhnung der Gefühle trnet leidenden. biS ausS Blut gepeinigten Bevölke­rung dar. Das Schreiben, das die Frage aufwirft, ob der Führer der französischen Abteilung, der den Befehl zum feuern gegen wehrlose Menschenmassen gegeben bat, nach der Aufsaffung deS Generals von jeder Vermttworlung freiznsprechen sei, verlangt zum Schluß, daß bk Verhandlung gegen die Kruppdirer- toren angesichts der starken Erregung unter der Be- völkerüng unter keinen Umständen vor der Beerdigung b<£ Opfer srattsindet.

isvokle, en ibn, Land«, ?n nutz ist Ver­rücke ft nen, s, Skizzen, hinesen.

Düsseldorf, 5. April, terbed, der stellvertretende Düsseldorf bat ein Schreiben gerichtet. Er erinnert darin

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Münster, 5. April. In Bochum haben die Fran­zosen heute Nachmittag sämtliche Großbanken militärisch besetzt und abg'sperrt. Nähere Nachrichten fehlen noch.

Zu dem Dorgehen der Franzostn gegen die Banken in Bochum meldet derBerl. Lok.-Anz.", datz die Franzosen nach angeblichen Streikgeldern für die Eisenbahner suchten. Bet der Reichsbank wurden 250 Millionen Markbeschlagnahmt". E» soll sich hierbei um den Rest der Kassengelder des Bahnhofs Bochum-Nord handeln Bei der Kom­merz- und Privatbank, wo kein Geld vorgefunden wurde, wurden zwei Direktoren und ein Kassierer verhaftet. Sämtliche Banken haben wegen de» Borgehens der Franzosen geschlossen.

Mainz, 5. April. Die Biiroräume der hie« sigen Handelskammer wurden vorgestern abend ein. gehend durchsucht. Der Grund zu dieser Matz- nähme soll die Vermutung des Bestehens einer ge» Heimen Postorganisation sein, die Briefe an Deutsche verteilt. Der Syndikus der Handrlskank mer, Meesmann, wurde verhaftet.

Köln, 5. April. Heute vormittag haben die Franzosen das Amtsgebäude des Betriebs« amtes in Neuwied besetzt. Die auf eine Zer« mürbung des Widerstandes der Eisenbahner geiich» teten Massenverfolgungen nehmen zu, find jedoch

Mk. 35433,91 32161,S !2137,63 $9043,2) 3260,73 5953,23 5961,28 7157,25 15313,41

' Lchr kritische Lage im Ruhr-Gebiet zwinge die etit fiere n Elemente der politischen Meinung in «Heu beteiligten Ländern^ insbesondere in England und Krankreich, zu der Einsicht ,daß eine baldige Lösung Ar ms doppelte Problem der Reparationen und der Eicherbeit gefunden werden müsse, wenn eine europäische Krisis vermieden werden soll. Die Bewegung zu Gun­sten einer praktischen Lösung gewinne in «.-'.etlichen und nichtamtlichen französischen Kreisen an Boden. Führende stanzösische Staatsmänner und Militärs hätten die Be­kundung des englischen Interesses an der künsi aen Sicher- jrit Frankreichs begrüfct. Französische Staatsmänner

abhängig van der Lösung der Sicherheitsfrage. Frankreich Innere auf dem linken Rheinuser die Bildung einer tvest- cheinischen Republik als Freistaat innerhalb des Deutschen Weiches. Für die Lösung der Säarfrage würde der An- Must des Saargebiets an diese westrheinische Republik etter Abtretung des Nutzungsrechts der Kohlengruben an Frankreich oder die sofortige Schaffung eines autonomen Lölkerbundstaates vorg schlagen.

_ London, 8. April. Der diplomatische Berichter­statter desDaily Telegraph" schreibt, die augenbllck-

Hierfür erhielte

Rein!

Die Franzosen wären offenbar recht froh, wenn sie dic mit so viel Geschrei begonnene Richraktion durch eine neue vertraglich: Regelung der Reparationssragr und der militärischen Sicherung Frankreichs ersetzen könnten. Das nun schon feit Wochen anhaltende Verhandlungögerede ha! sich jetzt zu einem positiven Vorschläge verdichtet, den der frühere französische Ausbauminister Loncheur aus seiner Reise nach England mitnahm und in der Veröffentlichung desDaily Telegraph" jetzt znm Borschein kommt.

Die wirtschaftlichen Sachverständigen werden zu untersuchen haben, ob auf der Basis dieser horrend-n Jahresziffern eine Diskussion mit unseren Feinden mög­lich ist. Der Lonchenr'sche Plan enthält aber noch eine Reihe von Vorschlägen, die die militärische Sicherheit Frankreich garantieren sollen und schon vor Wochen in Frankreich biskutiert wnrüen. Das westliche Rhein­land soll von Pvcusten.losgelöst, zu einem selbständigen Bundesstaat gemacht und unter die militärische Kontrolle des Völkerbundes gestellt werden. Das Saargebiet soll ein autonomer Staat unter Aufsicht des Völkerbundes werden, die nach 12 Jahren stattfindende Volksabstim­mung soll wegsallen. Die Räumung der Einbruchs- gebiete würden entsprechend den deutschen Reparations­leistungen stufenweise erfolgett Das alles ist für Deutschland völlig unannehmbar! Wir werden weder in die Schaffung eines westrhciuischcn Staates einwillige,n, die den ersten Schritt .zur Zertrümmerung des Re-ches bedeuten wurde, noch auf buj «oargebiet Verzicht leisten, noch von unserer Forderung abgehen, datz die vollständige -ingüngslose Räumung aller Einbiuchsgebieie erste Voraussetzung aller Verhandlungen ist. Wir wissen, wie wenig auf Frankreichs Versprechungen zu geben ist. Ein leicht hervorgerufenerZwischenfall", da- Defizit einiger Tonnen Kohle oder irgend ein sonst au den Haaren hcr- beigezogener Vorwand mürb-: den Franzosen genügen, um die Räumung der Einbruchsgebiete auf eine immer fer­nere Zeit hinauszuschieben.

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Re Mllal mit Wen.

Paris, o. April. Die Protestnote der Reichs­regierung gegen die Bluttat von Essen ist gestern Albend noch im Quai d'Lrsey übergeben worden. Ob litte Antwort der französischen Regierung erfolgen

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Pari», 8. April. DieLiberty stellt fest, dich zwar die Versuche, den aufgestapelten Koks zu ver« laden, von den Franzosen in den verschiedenen staatlichen Kokereien im Ruhrgebiet fortgesetzt würden, datz jedoch das «»gekündigte Vorgehen großen Stils, das in der Abbeförderung von Kohla aus den grotzen Werken wie Krupp, Thyssen, Stinnes ufw. bestehen sollte, vertagt worden sek. Man habe höheren Orts gut daran getan, zunächst einmal eine Beruhigung der Gemüter abzuwarten. Das Blatt glaubt jedoch zu wissen, datz di« An», gelegenheit noch in nächster Woche wieder auf« genommen werden wird und bringt damit die fit morgen angesetzte Reise des Ministers für öffent. liche Arbeiten in Zusammenhang. In der Kon­ferenz, die, wie bereits gemeldet, Minister L« Trocquer mit General Degoutte rmd beut franzt- fischen Oberkommisiar Tirard am Sonnabend t» Düsseldorf haben wird, sollen nach derLiberte Matznahmen im Hinblick auf eine etwaige Wieder­holung der Vorgänge in Estin beschlossen werden. Die französischen Truppen würden künftig gege- benenfalls nut in starken, mit Maschinengewehren versehenen Abteilungen zum Schutze der französisch- belgischen Ingenieure in di« Fabriken ^schickt werden.

Bochum.fi. April. Gestern statteten 300350 Franzosen mit Bagage den ZechenNeukölln" und Levin" bei Essen einen kurzen Besuch ab. Darauf zogen sie in Richtung Bottrop ab. Da die Ur­heber der Eisenbatznsprengung bei lleberruhr (Fähre Lindemann) noch nicht ermittelt worden find, haben die Franzosen neue Geiseln sestgenom- men und zwar den Pensionär Beul und die Stell« werksmeister Haupt und König.

In der vergangenen Nacht haben nach einer Meldung derBost. Ztg." aus Essen die Franzose» im Hafen von Duisburg drei für die Kruppsche Fa« brik in Rheinhessen bestimmte Schleppkähne be­schlagnahmt, weil angeblich die Kohkensteuer nicht bezahlt war. Die Franzosrn drohten mtt der Blockierung des Kruppschen Hafens von Rhein­hausen, falls die Kohlensteuer auch weiterhin nicht bezahlt werden sollte.'

.Die Blätter melden aus Buer, datz die Berg­leute der staatlichen ZecheBergmannsglück", dir gestern morgen nach Beendigung des zweitägige» Proteststreiks gegen die französische Besetzung wie- der zur Schicht anfahren wollten, sämtliche Zechen­tore von französischen Posten unter Gewehr besetzt fanden Die Bergleute traten daraufhin erneut in den Streik. Der Betriebsrat legte Protest ein bet dem General in Recklinghausen, worauf dieser eine» Ingenieur zu Verhandlungen mit der Belegschaft nach Buer entsandte.

durch eine Volksabstimmung nach dem Verlaus von fünfzehn Jahren bestimmt werde.

Der Berichterstatter erklärt »um Schluß, datz die Einzelheiten dieses Planes noch eilte ausgiebigere Prüfung erforb: ten, daß jedoch seine Grundgedan­ken Anspruch auf eine ernsthafte und wohlwollende Er­wägung in England hätten.

Die Meldung wird in London auf Loucheur znrückgrsührt. Man glaubt, daß sie dazu dienen soll, die öffentliche Meinung in England zu­gunsten der französischen Pläne zu be- einfhtffen. Die Blätter heben hervor, daß Deutschland sich ni emalS einem Eingriff in feine Sou« verä nität werde fügen können. Die fran- zöfifchen Pläne ^liefen letzten Endes auf eine ver- schleierte Annexion hinaus, die für jede deutsche Regierung undiskutabel fei.

London, 6. April. Zm Anschluß an seine Zu­sammenkunft mit Lloyd George hat der vormalige Mini- ster und Finanzsachverständig: Loncheur eine Unterredung mit Bon ar Law in Torquay gehabt, wo der britisch: Premienniniswr sich von den Anstrengungen der Parla­mentssession erhall. Es verlautet, datz Loncheur dem Wiederaufbauminister die Einzelheiten eines Wiederhcr- stellungsplanes mita:teilt hat, der von den gemäßigten Elementen Frankreichs unterstützt wird und der umfaßt: 1. Die Herabsetzung der Gesamtsumme der Wiedcrl>er. stellung.'n: 2. die Ausgabe einer internationalen Anleih-' und 3. eine internationale Garantie der Verträge.

Paris, 5. April. Der Londoner Korrespondent des Manchester Guardian" meldet seinem Blatte: Loucheur. der sich z. Zt. in England aufhält, habe die Osterferien auf dem Landgut von Lloyd George in Chutt verbracht. Die beiden Staatsmänner sollen eint, lange Unterredung gehabt haben, der man größere Bedculurig beimißt.

London/ 5.April. DaS Reutersche Büro meldet: Aiamsay Maedonald sagte in einet Rede in Porchcawl (NeuWales), er sei kürzlich in Paris gewesen und habe ftst^stellt, daß man dott zugebe, Frankreich werde anS dem Ruhrgebiet kerne Repara­tionen erlangen. Er und seine Kollegen hätttn mit Mitgliedern des französischen, belgischen und italie­nischen Parlaments in Paris und anberStoo zusammen- tzearbeitet, um genau herauszufinden, unter welchen Bedingungen eine Regelung erreicht werden könne. Er vertraue darauf, daß man der Lösung des Ruhrproblems viel näher sei als vor drei Wochen. Die Arbeiter­partei bemüht sich, eine englisch-amerikanische Zusammenarbeit mit Europa zustande zu bringen, nicht für militaristische und imperialistische, sondern für moralische Zwecke, damit Amerika, Großbritan­nien und andere Mächte eine großzügige europäische Politik einleite» könnten. Der Versailler Vertrag werde revidiert werden müssen.

den einem weiteren, insbesondere auch mehr tauf» » Snnifch ' n Standpu nkte aus ins Auge gefaßt Ms bisher. Der Berichterstat glaubt die in man» cheu einflußreichen Kreisen Frankreichs, «.selbst in einige» kr höchste n", herrschende Auffassung wie folgt toieber» Heben eu können:

1. Reparation: Die Gesamttnlschäbigung müsse setzt auf eine verhältnismäßig 6 e s ch eibene Summe herabgesetzt und der Hauptteil der Reparationszahlungen mb -Lieferungen zum Wiederaufbau der verwüsteten Gebiete verwandt werden. Frankreichs ermäßigte Mindestforderung für diesen Zweck betrage 2 6 M i l l i a r- de n Goldmark. Andererseits werde vorg! schlagen, daß üe SchnÜvn der Entente-Mächte an die Ver­einigten Staaten auf Deutschland über­tragen werden sollten. Dadurch könne die Forderung Großbritanniens an feine Alliierten in Höhe der britischen Schuld an die Vereinigten Staaten -befrie­digt werden. Dem Berichterstatter zufolge würde tk Vamte Reparationsforderung auf Grund dieses Plaues etwa 50 Milliarden betragen. Die deutschen In» du strteilen müßten wesentliche Garantien geben, nach­dem Berlin selbst die Notwendigkeit weitreichender iuter- Mhonaler Ueberwachung der Finanzen Deutschlands be­reits zugegeben habe. Deutschland würde natürlich ein »esartliches Moratorium erhalten.

2. Sicherheit: Es würde eine schrittweise |'ksolgende, jedoch rasche militärische Räumung v>s Ruhrg bietes und der anderen in der letzten Zeit au' dem rechten Rbein-Ilfer besetzten Gebiete durch Frank­reich und Belgien stattfinden, vorausgesetzt, daß die deutschen Zahlungen und Lieferungen regelmäßig eiugin- gen. Außer der im Versailler Vertrag festgesetzten neu­tralen Zone würde keinerlei Sonderregime er« echt t werden. Das westliche Rheinland würde jedoch ein Bundesstaat innerhalb ves Teursche» Reiches werden. Von derselben Art, wie Baden und Württemberg. Der Zweck dieser Einrichtung wäre der, der bisherigen preußischen Verwaltung ein Ende zu machen. DieseWestrheinische Republik würde politisch, wirtschaftlich und administrativ einen integrierenden Teil des Reiches bilden: sie würde jedoch unter der Aufsicht des Völkerbundes entmilitarisiert Werben; keinerlei deutsche Trup­pen dürsten dott gehalten oder rekrutiert werden. Außer­dem würde das Deutsche Reich noch einen feierlichen Nichtangriffspakt mit den übrigen Mächten ab- . schließen, vorzugsweise in der Gestalt einer regionalen Vereinbarung zur Anwendung des Artikels 10 der Völler bundssatzungen. Was das Saargebiet betreffe, so foürtie esdas natürlichste Verfahren" sein, es ixm steplanten westrbeinischen Staat innerhalb des Deutschen Leiches anzugliedern; man werde jedoch sogleich für die sofortige Schaffung eines autonomen Saae- staats unter der Ailsticht des Völkerbundes ein» treten, statt zuzulasftn, daß die Zukunft dieser Enklave

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Amtliches Derkündigungsblatl des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurhesiische) Oberhessei

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Berli n, 5. April. Die französische und belgische Besatzung im Rheinlande und im Ruhrgebiet ist dazu übergegangen, die Durchsetzung von Reparationssach­leistungen und Restitulionen selbst in die Hand zu nehmen. Zu diesem Zwecke wurden von der Rbeinlandkommissiou und dem militärischen Oberbefehlshaber befondere Ver­ordnungen erlassen. Darin werden beschlagnahmt: 1. Waren und Erzeugnisse aller Att, die den Gegenstand von Bestellungen der alliierten Regierungen oder alliier­ter Staatsangehöriger bei der deutschen Regierung oder deutschen Staatsangehörigen aufgrund der Reparations- Vorschriften bilden. Es handelt sich dabei sowohl um Bestellungen, die von den deutschen Behörden für Repii- ratwnszwecke gemacht weiden, als auch um französische und belgische Bestellungen von Reparationslieferungen im freien Verkehr. 2. Die der deutschen Regierung ge­hörigen Vorräte an Maschinen, Vieh und sonstigen Ge­genständen, die für Restitutionszwecke bestimmt sind. Dabei ist offenbar an die Regierungsläger gedacht, woraus Liese­rungen zur Ablösung der Restitutionen bewirkt werden. 3. Alle Gegenstände, die den alliierten Regierungen oder Staatsangehörigen gehören, gleichgültig, in wessen Ge­wahrsam sie sich befinden. Damit wird die Fortführung der Restitution bezweckt. Außerdem ist vorgesehen, daß Gegenstände aller Art, die der deutschen Regierung oder einem deutschen Lande gehören, für Reparationszwecke beschlagnahmt werden können.

Das Vorgehen der Besatzung ist rechts- und vec» tragswürig. Die deutsche Regierung hat dagegen bei der Gegenseite Verwahrung eingelegt und durch <xne am 29. Marz erlassene Verordnung verboten, derartig: Liefe­rungen und Leistungen zu bewirk n ober Handlungen vor- znnehmen, die solch: Lieferung::', und Lcisfungen vorzu- bereiten ober zu fördern geeignet find Verboten ist insbesondere auch die Erstattung von Anzeigen an bk- Dienststellen der Besatzung. Aus diese imRrichsan- jeiget" vom 31. März veröffentlichte Verordnung wird- besonders aufmerksam gemacht.

London, 5.April. In bestunterrichteten pofitrschen Kreisen Englands ist man der Ansicht, daß ein geheimer. g6er sehr bedeutungsvoller Gedankenaustausch zwischen England und Frankreich über die Ruhr« und Reparations- Hrobleme in Gang gekommen ist. Man nimmt an, daß Irr britische Außenminister Lord Curzon, der zur Kur Hl Frankreich weilt, mit leitenden Persönlichkeiten Frank- ^chr die Aussprache eröffnet hat. Große Aufmerksam- Hit wendet sich dem Besuch Loucheurs in London zu, der Her mit dem Schatzkauzler Baldwin, dem Präsidenten Handelsamts und mit Lloch George zusammenkom- wn wirb. Loucheur hatte eine lange Unterredung mit |tm- Besitzer desDaily Telegraph". Nach den Heuti» Hm Ausführungen dieses Blattes Würde es nicht mehr ttroer sein, England, Belgien und Italien auf ein wirt­schaftliches Mindestprogramm gegenüber Deutschland zu Amgen. Auch Frankreich wäre unter gewissen Bedin- Hangen zur »Zustimmung zu diesem wirtschaftlichen Teil Her Ruhr-Lioetibierung bereit. Es müßten von Deutsch» Hmd unter weitgehender Finanzkontrolle und eifriger Mitwirkung der Industrie Anleihen von 50 Milliarden

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wird, ist noch zweifelhaft. Seit einigen Wochen nimmt der Ministerpräsident Poinca«i die beut« scheu Prolcste einfach zur Kenntnis, ohne deren empfang zu bestätigen oder gar auf den Inhalt eiuzogehen. Rur die Presie erhält Richtlinien zu Glossierungen. Es kann kein Zweifel darüber be­stehen, vatz die bisherigen französischen Schilderun­gen der Ereignisie auch in Frankreich nicht vollkom­men befriedigt haben. Alle Darstellungen, welche das Vorgehen der französischen Soldaten entschul­digen sollen, find amtlich« Diktate.

Die ftai:;ös:sche kommunistische Presse veröffentlicht einen Aufruf, der sich in der üblichen Weift gegen den Militarismus wendet und sagt, in Esten feien nicht deutsche Arbeiter, foubern Mitglieder des internationalen Proletariats gefallen. Wenn die französische Regierung den kommunistischen Anklage" auch keinen besonderen Wett beilegt, so ist die Stimmung nach der Essener Tat in Paris nicht zuversichtlich. Nach demTag" soll ein Mimsterrat stattfinden, der über die Protestnote beraten soll.

Anklage gegen Krupp von Bohle«.

London, 5. April. Einer Düsseldorfer Mel­dung derDaily Mail" zufolge dürfte Herr Krupp von Bohlen und Halbach wegen Dkitschuld an den Vorgängen in Essen von den französischen Behörden angeklagt werden, die behaupten, daß dft Demon­stration der Arbeiter gegen die französische Truppenabteilung vorbereitet gewesen sei

Kruppsche Betriebsratsmitglieder beim Reichs­kanzler.

Berlin, 5. April. Die Mitglieder des Be­triebsrats der Firma Krupp sind heute vormittag in Berlin eingetroffen. Sie wurden im Laufe des Vormittags vom Reichskanzler empfangen, um eine Darstellung der Vorgang« in Essen zu geben.

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