Einzelbild herunterladen
 

£

V

1923

Bevschleiermngsversuche

jiiat

nur

MiiIM M Bttittßtt?

nur

M

M

A a a M

knet, littcni,

|C#

Die die Blätter melden, Hal sich die Zahl der Opfer *t blutigen Ereignisse auf 13 erhöht. Die Erschossenen Werden Ende der Doch- in einem gemeinsamen Grabe auf dem mährend des Krieges angelegten Eff ner Ehrenrrieb- hof bestattet werden. Die Kruppschen Werke, auf denen feite Vormittag nach Beendigung des 24siündigen Pro teststreiks wieder gearbeitet wurde, werden an °dem Tag- «r Beerdigung abermals stiliiegen. Mehrere Blätter teelben aus Essen, daß eine französische Aerztekommis- pon die Leichen der Opfer des Essener Blutbades besich- hat. Die Kommission stellte fest, daß fünf Ar­beiter durch Snickenschüsse getötet worden sind,' Von den verwundeten Arbitern haben W Rücktttschusse erhalten.

Set Betitelet les Brote im SiWitL

Essen, 3. April. Msgr. Testa hatte mit Ver< tretern der Gewerkschaft deutscher Eisenbahner ein« längere Unterredung, um sich über die Besetzung de« Ruhrgebiets und deren Wirkungen zu unterrichten. Die Gewerkschaftsvertreter konnten durch reichhal­tiges Material dein päpstlichen Abgesandten ein Bild über die Vorkommnisse im hiesigen Bezirk geben. Besonders wurden die wirtschaftlichen und moralischen Schäden, die immer mehr als Folgen der Besetzung hervortreten, eingehend besprgchen. Im Verlauf« der Unterhaltung wurde immer wie­der betont, datz alle religiösen, geistigen-und mora. tischen Mächte der Veit wirksam sein mutzten, um der Menschheit einen gerechten Frieden zu geben.

Köln, 3. April. Die .Köln. Volksztg." mel­det aus Elberfeld, datz am Ostersonntag im Ober­präsidium in Münster eine Zusammenkunft de« päpstlichen Delegaten Testa mit dem Oberpräsiden, ten von Westfalen und dem Regierungspräsidenten von Düsseldorf stattiand. Gegenstand der Bespre- chunz, die drei Stunden währte, war eine ein- gehende Schilderung der Verhältnisse im Ruhr, gebiet.» Darüber hinaus berührte das Gespräch auch die Frag«, wie die Schwierigkeiten zu beseitigen feien, die zwischen Frankreich und Deutschland be­stehen. Testa wird etwa 14 Tage in Esten bleiben, um sich- einer ausdrücklichen Weisung des Papste« folgend, hier eingehend bei allen möglichen amt­lichen und autzeranttlichen Stellen über die 8et« hältmsse zu unterrichten.

listen fluf Mt Frage der alliierten Genoslen einen sach­lichen und genauen Repawtionsplan vorgelegt haben, bet sich dem Frankfurter RrparationSplan näherte. Det Kvngreßvertveter Hubiu erklärte daß die dentschen S» zialisten sich so schnell wie möglich von der Regiernn« Cuno lossage» müßten. t

London, 3. April. Die Cfletfonfetety der mtefr hängigen Arbeiterpartei nahm einen Antrag an, in dem die Zurückziehung aller Besatzungstruppen gefordert wird, Der Deutsche Crispien sprach sich gegen die Zurückziehung der britischen Truppen aus, wenn die anderen Besatzung^« truppen nicht ebenfalls zurückgezogen würden.

g'sindel befunden habe, die versuchten, die Arbeiterschaft aufzureizen. An der Erregung der Menge seien nur die deutschen Provokateure schuld gewesen. Für jeden ver­ständigen Menschen ist der SBtöbftnn, der in diesen Aus­führungen steckt, handgreiflich. Zu allem Ueberflusse braucht man nur die Darstellung entgegenzuhalten, b:t der Betriebsrat der Kruppschen Werke selbst von dem Vorfall gegeben hat und die keinen Zweifel darüber läßt, wie die Erregung der Arbeiterschaft entstanden ist. Aber Herrn Minister Severing möchten wir die bescheidene Frage vorlegen, ob nicht die Sonntags- und Dienstags- Ausgabe derRoten Fahne" eine Fülle von Material ent- dalten, daß diese Schmierfinken nicht mehr als politisch« Kindsköpfe, sondern als gemeingefährliche Verbrecher er­scheinen läßt. Wir sollten meinen, daß jetzt wenigstens reichlich Veranlassung gegeben wäre, sich näher damit zu beschäftige«

Auch Theodor Liebknecht und dessen Gesinnungsge­nossen machen wieder von sich reden. Auf dem Partei­tag des noch verbliebenen Restes der Unabhängigen haben sie Reden gehalten, die selbst den alten Ledebour in Harnisch brachten und das will wirklich viel sagen! Es wäre undenkbar, daß ein französischer oder (englischer radikaler Sozialist' sich dazu verfliege, die eigene Regierung und die eig-nen Landsleute in einem fol- ihen Augenblick als die Schuldigen an dem ganzen Un­glück hinzustellen. Man vergleiche damit die Aeußerung des französischen Arbeiterführers Longuet in London, der zwar ein rührsames Spektakelstück mit Crispien und Ramsey Macdonald aufführte, indem er mit diesen beiden öfstntlich Hand in Hand erschien, sich im übrigen aber "rmit b taugte Poincarü für nächstes Jahr nie Er­schütterung seiner Mehrheit zu prophezeien. Der Bla­mierte dabei war natürlich Crispien. lieber die Hans- wnrstiaden, wie sie sich Herr v. Gerlach in derWelt am Montag" leistet, braucht man wohl in dieser Gesellschaft kein Wort zu verlieren.

Wan kann nur aus das Lebhafteste bedauern, do' die in Berlin erscheinendeRote Fahne" in deutscher Sprache g-schrieben ist und somit im Ausland mit einem An« schein- von Berechtigung als ein Teil der deutschen Presse bezeichnet werden kann. Desir erbärmliche Wi'ch bringt es fertig, zu behaupten ,daß die deutschenpatrio­tischen" Provokateure an dem Blutbad ebenso schuld z. seien wie die französische Regierung. Es stehe fest, daß sich unter den alarmierten Arbeitern ÄMdenttn und Aaszisun-

[be.

sch.

de H

i Kock xr sich 1 häL wbbenW fute t| letzte, ur ei, lkendq Ikt dtz tarnen B.

Sie BtaMung Str itnlMtn Sssiollte.

daris, 3. April. Der belgische Sozialistenkon- greß setzte gestern seine Beratunaen fort Rach der Rede des deutschen Sozialisten, Hilferving, nahm ein Vertreter der Labour Parlv, Merriß. das Wort. Er bezeichnete die Ruhrbesetzilng als einen Verstoß gegen den Versailler Frievensvertrag und verlangte die Zurücknahme der Be- iatzungstruvven sowie die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund. Der Vorsitzende des Kongresses, Vanderselde, erklärte, daß die Sozialisten nicht weniger als die ande­ren Parteien den Wunsch hätten, Frankreich und Belgien die Wiedergntmachungeii zu sichern, aut die beide Länder rin Recht hätten. Er rühmte die Bemühungen der bel- g schon Minister Theunis und Jasper um eine Vermitt­lung. Vanderselde verurteilte die Besetzung des Ruh ,« bietes und sagte, es sei notwendig aus der gegenwärtigen Lage mit Hilfe einer Entente der belgischen, französischen, italienischen und deutschen Arbeiter herauszukommen. In Anknüpfung an die Reise der alitierten Sozialisten nach Berlin sagte der Redner, daß die deutschen Soziu-

nif, müßten alles tun, damit das in Essen ver- tzossene Blut sie nicht trenne (I), sondern um so stärker vereinige.

I» firow!« Mt 3*

Münster, 3. April. Auf den drei oefteni neu« besetzten Zechen wurden folgende Anlagen besetzt: Aus der ZeckteKönig Ludwig" die Kokerei und die Anlagen für die Gewinnung von Nebenprodukten. Fremde, in französifcbem. Lohn stehende Arbeiter sind bisher nicht eingetroffen. Abtransportiert wurden nur am 2. April zelnt Wagen mit Koks und zwei mit Kohlen beladen» Wagen, die die Franzosen schon be­laden vorsanden, sowie ein Kesselwagen. Auf der ZecheWaltrop" besetzten sie die Kokerei und die An- lagen für die Gewinnung von Nebenprodutten sowie den Zechenbahnbof. Der Grubenbetrieb ruht seit der Besetzung. Die ZecheBergmannsglück" ist ganz be­setzt. Die Belegschaft hat die Arbeit eingestellt. Am 28. März wurde der Bahnhof Bottrop-Süd erneut besetzt, ebenso die Hafenanlage der ZecheProsper". Auf der Strecke Bottrop-Osterfeld beginnen die Fran­zosen die Brennstoffe zwecks Weiterleitung auf dem RheinHerne-Kanal, abrutransportieren. In Stert» linghausen-Süd halten die Franzosen erneut die Koh» lenzilge an, die nach Italien »Nd Holland bestimmt sind. Im bergischen Lande wurden Ründeroth uiti> Gimborn durch französische Kavallerie besetzt. Gum­mersbach und Düringhansen sind noch stet. An der Oslgrenze des Etnbruchsgebtets finden starke Trup- venverschtebungen von und nach Frankreich statt. 3« Bochum und Herne haben die Franzosen öffentliche Lebensmittelverkaufsstellen eingerichtet, worin fi* sämtliche Lebensmittel 25 % billiger verkaufen aI8 sie in den deutschen Geschäften verkauft werden. Gestern nacht wurden auf der Bahnstrecke KupferdrehKett­wig die Bahngeletse von Unbekannten gesprengt.

Münster, 3. April. Gestern sind die an der mi­litarisierten Sttecke gelegenen ZechenBergmannS- giück" bei Buer,König Ludwig" bei Recklinghausen undWaltrop" in Waltrop von sranzöstschen Trup­pen besetzt worden.

Aus Wipperfiirch werden in Richtung Ründeroth Truppenbewegungen, besonders Kavallerie, gemeldet.

Köln, 4. April. DieKöln. Volksztg." mel- det aus Kirchderne bei Dortmund: Die Telephon­leitungen der Zeche Scharnhorst nach der Zech« Eneisenau" und nach dem Dortmunder Telegra­phenamt wurden von den Franzosen abgeschnitten und für ihre Zwecke verwandt. Die deutschen Lei­tungsaufseher, die die Störungen beseitigen tooH« ten. wurden von einem Offizier festgenommen und nach der Ankündigung, datz sie, falls sie noch einmal Gestänge und Anlagen beträten, erschossen würden, wieder entlassen. Die ZecheScharnhorst" ist nun-, j mehr von jeglichem Telephonverkehr abgeschnitten, also der Möglichkeit beraubt, für Deamte und Ar­beiter bei einem Grubenunglück schnell die nötige Hilfe herbeizurufen. ,

Berlin, 3. April. DasAchtuhrblatt" mel­det aus Bochum: General Degoutte hat, nachdem die Ruhrindustriellen vor einigen Tagen beschlossen, unter keinen Umständen die von den Franzosen ßt»

Amtliches Verkündigungsblati des Kreises Marburg. W

Anzeiger für (das früher knrhesiische) OberheM

Die blutige Oflerzeit im Ruhrgebiet hat nicht .... allseitig berechtigte Empörung verursacht, sondern auch Aeußerungen gezeitigt, vor denen ein Dmischer nur mit Kopsschütteln und Cutsetzen wie vor einem Rätsel steht.

Marburg

M. jm 4. AW

Ostermond

M 5We Nii EW iml die Mek.atiöN'e .... . Lslilik.

Von unserem Berliner parlamentarischen Mit­arbeiter.

Die ungeheuerlichen Vorgänge in Essen haben nicht nur die innere Entwickelung in Deutschland unpcilvoll beeinslutzt, sondern sie; haben auch auf die internationale Lage ihre gefährlichen Wirkun­gen gehabt. Just in diesen Tagen war eine Ent- tvickclung im Zuge, von der man hätte erwarten dürfen, datz, bei einem vernünftigen Echo auf der Gegenseite, das ganze jetzt schwebende Problem, das seinen Kernpunkt in dem Ruhrkonflikt hat, auf ein Gleis hätte gebracht werden können, das den Ausweg aus den Verwirrungen hätte bringen kön­nen. Die Reichsregierung hatte beabsichtigt, zu der EEudfragm der Innen- und Autzenpolitik des Jst- und Auslandes zu der R e p o r at i on s f r a g e .eine grundsätzliche Stellung einzunehmen, die nach Lage der Dinge von einer überraschenden Bedeu­tung hätte werden sollen. Die Dinge in Esten und die Einstellung, die von Seiten der französischen Oeffentlichkeit zu ihnen genommen worden ist, machen es unmöglich, datz in diesem Augenblick eine i»lche beabsichtigte Aktion vorgenommen werden wird. Der internationale Schaden, der sich daraus ergibt, kann im Augenblick noch gar nicht übersehen werden.

Schon längst ist von der Gegenseite die These der ..friedlichen Aktion" aufgegeben worden. Aber was sich jetzt in Esten ereignet hat, ist ein Dokument für das himmelschreiende Unrecht und für die un­geheure Gewalttat, die man dem friedfertigen, nur seiner Arbeit lebenden deutschen Volke antut. Die Entschlossenheit, trotz allem auszuharren in der Ab­wehr, ist jetzt innerhalb der besetzten Gebiete wie in ganz Deutschland nur noch stärker. Denn jetzt erst zeigt es stch, was wir zu gewärtigen hätten, wenn wir mit einem halben Ergebnis aus dem Ruhrkampf hervorgehen, oder aber, wenn wir unterliegen wurden. Tie Polizeik der Gewalttat mutz ein- für allemal gebrochen werden. Eher gibt es nicht Ruhe und Frieden auf der Welt!

14 Arbeiter haben leichtere Verletzungen durch Abspringen von den Dächern erlitten.

Nach einer Meldung derVoss. Zeitung" ist von den Franzosen jetzt eine Untersuchung der Vorgänge im Kruppwerk eingeleitet worden. Der Offizier, der den Befehl zum Schießen erteilt hat, ist von General D> gaulte nach Düsseldorf befohlen worden.

Et« Bericht des Betriebsrates.

E f f e n, 3. April. Der Betriebsrat der Firma Krupp A.-G. veröffentllcht eine Darstellung der Be- trievsratsmitglteder, die Augenzeugen der Vorgänge am Sonnabend waren, die die letzten Bericht« über das Blutbad bestätigen. Auschlietzend an diese Dar­stellung erbebt der Betriebsrat stvärfsten Protest gegen das gewaltsame und rohe Vorgehen des ftanzösischen Militärs. Er erbebt gegen das Kommando, das die­ses Blutbad angerichtet hat, den Vorwurf,. durch de« barilldx Ablehnung aller Berständigmigsverinche die Situation bervetgefflhrt zu Haden, di« bis zum Augen, blick 11 Arve'lern das Leben kostete und viele andere schwer beschädigte. Der Betriebsrat appelliert an daS Solidarftätsgefüvl der internattonalen Arbeiterschaft, nichts zu unterlassen, das Nubrgebiet von dem Alp­druck deS französischen Militärs zu betreten. Der Zusammenstoß französischen Militärs und sttedlich de­monstrierenden Arbeitern genüge, eine HatzatmofphSre zu schaffen, Me dem BerständtgungswUlen aller «öi- kcr großen Abbruch tue. Zugleich wird gegen ble Verhaftung der Leiter der Fabrik protestiert.

Essen. 3. April. Die Arbeitnehmerschaft der Firma Krupp trat heute vormittag 10 Uhr in einen 24stündigen Prote st streik. Der Betriebs­rat (Arbeiter- und Angestelltenrat) erläht dazu folgende Kundgebung:Noch einmal wendet sich die Kruppsche Arbeiterschaft an das Weltgtrnfissen. um durch einen 24ftiinbigen Proteststreik ihren Ab-, scheu gegen das Blutbad kimdzugeben, das der französische Militarismus am Samstag unter der Kruppschen Arbeiterschaft angerichtet hat. In glei­cher Weise protestieren wir gegen die Verhaftung eines Leiters der Werke, die wir nur als eine Folge dieser Vorkommnisse ansehen, um die Schuld an dem Blutbad von dem französischen Militarismus abzu­wälzen."

Köln, 4. April. Wie di«Köln. Volksztg." meldet, hat Kardinal Schult« aus Anlatz der blu­tigen Vorkommnisse in cffenan den dortigen Prä­laten Euskirchen folgende Drahtung gesandt:Den Angehörigen der Ermordeten und Verletzten bitte .ich mein tiefstes Mitgefühl zu übermitteln.. Diese grauenvolle Entweihung des DRerfliehens klagt den Feind vor criler Welt an. Kardinal Schulte."

Berlin, 3. April. Di« Nachricht von dem be­vorstehenden Protest der Reichsregsierung gegen die Bluttat von Essen ergänzt dieB. Z." dahin, datz wegen der autzerordentlichen Schwere des Vorfalls ein« genaue Feststellung aller Einzel­heiten notwendig ist, um jedem Einwand von geg­nerischer Seite vorzübeugen. Deshalb finden zeugeneidliche Vernehmungen der Beteiligten durch die Beauftragten der deutschen Amtsstellen statt.

Amsterdam, 3. April. Auf dem am Oster­sonntag und Montag abgehaltenen Kongretz des niederländischen Arbeitersekretariats in Amsterdam wurde beschlosicn, dem Betriebsrat der Firma Krupp in Essen ein Telegramm mit dem Ausdruck der Teilnahme wegen des Niederschietzens unbe­waffneter Arbeiter durch die Franzosen zu senden, ferner ein Protesttelegramm an General Degoutte.

Die französischen Kommunisten im Dienste ihrer Regierung.

Paris, 3 April D:eHumanste" veröffentlicht inrn Aufruf der kommunistischen Internationale, in welchem die französischen Arbeiter auigefordert werden, gegen die Ruhrbesetzung Kundgebungen zu veranstalten. Die deutschen Arbeiter werden aufgefordert, den deutschen Nationalismus zu bekämpfen sowie mit den französischen Soldaten im Ruhrgebiet zu fraternisieren. Di« Arbeiter Deutschlands und Frankreichs, so heißt es in dem Auf-

Tte JDberbeiitUhe Zeitung erubetnt jedjetnal wöchentlich. Dezngsorei» monatlich 3600 Ml. mit Zustellung-gebühr. Für ausfallende Nummern infolge Streits »oei Hf 78 elementarer Ereigniiie lein Ltmtz. «erlag von Dr. S. Hitzersth. Druck der ** * llniv^Buchvruckerei von3 ab. #uj. X»d), Markt 21,23. Nernfprecher 55, Post­scheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Watt.

Die Bluttat von Essen setzt die sranzöfifch« Oessintlich- M in nicht geringe Verlegenheit. Ein Rest Von Scham Mngt sie, Mf Dinge nicht in ihrer brutalen Nakthcfi lern Namen zu nennen.

In dem Eifer, Entschuldigungsgründe zujammenzu- siichen, verwickelt sich aber di« Pariser Presse in allerlei DLerjprüche, die zugleich vom schlechten Gewissen zeugen, terJntransigeant" behauptet, die deutsche Propaganda We ein Osterbild beschaffen wollen, deshalb den Essenei Mischenfall herbeigeführt und die Vorkommnisse durch Wotographen int Bilde festhalten lassen. Die Photo- ggapfrn hätten der Meng« zugerufrn, Haube hoch Diesem Hrrus sei auch Folge gegeben. Man habe durch derartige Sefnai;:nen offenbar Nachweisen wollen, daß die Menge imf:eroa?fnct gewesen sei. Einige Zeilen weiter wird Wfrrr behauptet, daß die Arbeiterschaft wg<n die ftan- Mschen Soldaten mit Steinen und Knüppeln losqe- tzcmgrn: sei: Der offiziös Schlachtbericht vermeldet tzem Mrnüber, batzauch-nicht ein einziger der augeblich so hart «drohten srrmzösfschrn Soldaten auch nur einen blauen Meck davoug:tmg:n bat, während andcrcrse ts 11 Deuifch M Tote und zahlreich' Verwunde te auf der Strecke fie­len Dir Wahrheit über den Essener Zwischenfall berich- Ü. der uns doch gewiß nicht freundlich gesonnene Ver­irrter des englischen Reuterbüros. Er sagt:Seitens der Mkeiter war 'keinerlei Provokation erfolgt. Zahlreiche Irteiter wurden in dem Augenblick verletzt, als sie fort» flkiten, um sich vor dem Kugelregen in Sicherheit zu Bingen " Diese wenigen Worte wiegen das spalt-n- terge Berlrgenheitsgestammel der Pai ser Presse reich 86 auf

Da die ftanzösischc Presse offenkundigt dem unange-

w6mcn Verlauf des Essener Blutbades durch Brutali- lit und Lug« umzubeuten versucht, ist dieser Bericht des teuter-Korrcspondenten. der in der englischen Presse nne- tergrgebtn wirb, von größter Bedeutung. Der Korresiwn- Nnt hat auch eine Erklärung sür die Tat. Er sieht sie tenz einfach in der Angst der Franzosen vor der Menge. Mn übrigen weist die gesamte, englische Presse mit teckt daraus hin, daß keinem ftanzösischen Soldaten ein &gar gekrümmt worden ist.

Man weiß nicht was man von den Soldaten halten M, die bewaffnet bis zum Halse, vor einer «nbewaff- ®ten MengeAngst" haben, und Reuter gibt die Er­klärung wohl auch nur, um die Tat der Franzosen ent- Hnling nd klar zu machen; die Engländer sind Vorsicht tige Leute! Aber uns kommt es zunächst einmal au- kn tatsächlichen Vorgang an, der vertuscht, gefälscht oder tetzeschwiegen werden soll. Um die Inszenierung voll- fcränen zu machen, scheint man sogar eine fertige smötne aufziehen zu wollen. Das wäre freilich eine Dpftlleistung vor demWeltaewissen".

Serliit, 3, April. Rach etiret Meödung der JBojt. Ztg." aus-Essen sollen die mm Direktoren der Kn.pp-Werke, die am Lstersamstag verhaftet wor­den sind, Ende der Woche vor «in Kriegsgericht in Werden gestellt werden. - Es wird also, wie das Natt schreibt, von den Franzosen der Versuch ge- aacht, durch ehe Justizkomödie das Urteil über das Wui lad in den Krupp-Werken zu beeinflussen und ten klaren Tatbestand zu verwischen. Zur Beein­flussung der öffentlichen Meinung dienen auch neue Ieitungsverbote. DieRheinisch-Westfälische Zei- tang und die ^Essener Volkszeitung" wurden für 8 Tag" verboten, weil sie die Ereignisse vom Sams­tag sc darstellten, wie sie sich wirklich abgespielt haken ..

Nach einer Meldung derVoss. Ztg." sind die Direk­teren der Kruppwerke, die vor ein Kriegsgericht gestellt kerben sollen, gestern in das Zuchthaus von Werden ge­bracht worden. Es war bis zum Abend unmöglich, eine Verbindung mit ihnen herzustellen oder etwas über ihre Behandlung zu erfahren. ' '

London, 3. April. Der Essener Sonderberichter­flatter desManchester Guardian" schreibt zu den bluiz tzen Vorgängen in den Kruppwcrken, die französische' Darstellung sei ein Meisterwerk naiver Ver­logenheit, mit dem der Versuch gemacht werd«, voll- fimmen falschen Eindruck zu erwecken, daß die Arbeiter vorsätzlich gegen die Französin ausgestachelt tourben und daß die Sirenen ein vorher vereinbartes Zei­chen zum Angriff gaben. Der Bericht, daß ein Deutscher Me Franzosen mit dem Revolver bedrohte, fei unwahr, Ebenso der Bericht, baß Mitglieder der vormaligen grünen kkolizei bei Krupp gewesen wären, die die Arbeiter tu Gewalttätigkeiten auf reizten. Der Berichterstatt-, r

fihrt fort, es scheine nicht, daß die Franzosen auch nur kin Wort des Bedauerns für das Geschehene ausdrückten.

Der Anzetg«uoi«i» bett egt für bee 9gt|p. Zeilenmillimeier 60.00 URL (Äletae tl «zeigen gegen bat, 331 l,*l» weniger). Lmtliche unb «>. Anzeigen 75 Mt. Vei fHwtettqee re Satz 50(, »usichla«. Spät etalouftnbe »bet ben Staate übet Seite eiaaebmenbe JQ A|||iL Anzeige» werden na» bet Deztipallenbieite berechnet. Neklamea bar ZeileUMillimeter 240 Mk. 3ebet Rabatt gilt al« Bairabatt. Belege werben berechnet. Bet Aus­kunft durch die Deichastrft. unb Betmittluug bet Äugebete 50 K, bei Uebetfenbung durch un« 50. Mt. ohne Porto.