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Amtliches VerkünLigungsblatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (das früher kurheffifche) Oüerhefsen
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Pi* .Oderheikilch« Zeltun, etidxtnt i«bemal mötbentlUb. — B«iug»»t«ts menatlt» 3600 Mk. mit Zustellungrgediihc. Für ausfaUenoe Nummer« infolge 6tt«ils gut elementarer EreigniNe fein Lriatz. — Serlag non Dr. €. Hi,ererb. — Den« der llntm-BnchdrNLerei t>on3eb. »eg. Xe*. Markt 2123. — Rentier«*« 66, Veit« Itbeflonte: Nr. 5016 Amt Rrantrurt «. Main.
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firne Untre Ml in Wen.
Elsen, 31. März. Heute früh wurde die Kraftwagenhalle 1 der Kruppchen Eußstahlfabrik »on den Franzosen besetzt und die anwesenden Arbeiter vertrieben, worauf die Sirenen ertönten. Die Kraftwagenhalle 3, in die die Franzosen ebenfalls eingedrungen waren, wurde von ihnen alsbald wieder geräumt. Inzwischen hatten sich infolge des Sirenengeheuls die Werksangehörigen vor Wagenhalle angesammett und umstanden in dichten Massen die Franzosen, die aus einem Offizier »nL 10 Mann bestanden. Die Franzosen machten ein Maschinengewehr schuhferijg, verhielten sich zu- Nächst aber ruhig. Ta sie iich von der immmer großer werdenden Menge der Ar' .ter bei ihrem Abzüge bedroht glaubten, eröffneten sie plötzlich das Feuer aus dem Maschinengewehr. Einige Tete und mehrere Schwerverletzte blieben am Platze Darauf zogen die Franzosen ab. Ein von den Franzosen besetzter Luxuskrastwagen wurde von der erregten Menge angehalten und oollständtg zer- pört. Die Insassen wurden verprügelt.
Es en, 31. März. Im Laufe des Nachmittags Eckte in die Kruppschen Werke eine weitere fran- tösnche Abteilungen in Kompagniestärke mit zwei Panzerautos -ein und nahm den Brandinspektor Jgro vor der neben der Autoholle befindlichen Feuerwache fest. — Bis Eamsrag abend 6 Uhr wurden 11 Tote festgestellt. Weitere 82 Verwundete wurden in die Kruppschen Krankenanstalten ein- geliefert; davon ringen drei ebenfalls mit dem Tods.
A>n Sonntag chtüh find vier Direktoren der Krupv- teiire, Brun. Hartwig, Celkile und Ritter, von den : Franzosen verhaftet worden. Zwei weitere, die eben- laLS verhaftet werden sollten, waren nicht in Essen.
Unter den Opfern des Zusammenstoßes bei den Kruppschen Werken befindet sich auch das Mitglied des Betriebsrats Zander, der in Erfüllung seiner Pflicht versuchte, die Arbeiterschaft zu beruhigen Md Joie eingedrungenen französischen Truppen zum ruhigen Abzug zu bewegen.
Esse H, 2. April. Trotz der großen Erregung, in die ne Mvölterung durch daS von den Franzosen an- ' Gerichtete Blutbad versetzt wv-den ist, ist der Ostersonntag And bis zur Stunde auch der Ostermontag ruhig verlaufen. Außer den bereits gemeldeten 11 Toten sind 19 Schwerverletzte, darunter mehrere in Lebensgefahr, sowie 11 Leichtverletzte zu beklagen. Am Ostersonntag find 4 Direk- " hren der Kruppwerke verhaftet worden. Zwei weitere Direktoren, nach denen ebenfalls gefahndet wurde, waren richt in Essen anwesend. Wie nunmehr festste!,t, erwartete das am Sonnabend früh 3 Uhr in den Kruppwerken zwecks Reouifition von Kraftwagen erschienene französische Som« tacnbo, das aus einem Offizier und 11 Soldaten bestand, Eine französische Kommission. Diese fuhr aber kurz nach Ihrem Eintreffen gegen 9 Uhr sofort wieder ab, da die Fabriksirenen zu heulen begonnen hatten. Da- fran- tösisthe Kommaicko blieb vor der Kraftwagenhalle, in deren Näh« sich von 9 Uhr ab die Arbetter der umliegenden Werke zu sammeln begannen. Schon kurz vor 8 Uhr -teuren zwei Vertreter des Arbeiterrat- das Kommando Hirten, abzuziehen. Um 9,30 Uhr wiederholten Mitglieder de- Angestelltenrats den Versuch, wobei unbehin- berter Abzug verbürgt wurde. Um 10,30 Uhr wurde ein dritter ebenfalls vergeblicher Versuch von denselben An- tzestelltenvertretern unternommen. Inzwischen waren der zunächst liegende Torcingang und die gegenüberliegenden Dächer Von den Arbeitern besetzt worden. Kurz nach 11 Uhr hörten die Sirenen auf zu heulen. Dies war da- Leichen für die Arbeiter, in die Werkstätten zurückzukebren. Die Vertreter der Arbeiter und Angestellten hatten durch Ihre Bemühungen die Rückkehr der Arbeiter in ihre Werk- tzätten erreicht. Noch ehe diese jedoch bewerkstelligt werden konnte, fielen die ersten MaschinengewehrsMsse, die lauf ein dem Toreingang geMnüberliegendes Dach gerichtet ioaren und sofort Verwundete und wahrscheinlich tauch Tote forderten Al- die Menge auseinanderstob, kamen die Franzosen au- dem Toreingang heran- und schossen mit ihren Gewehren auf die fliehende Menge. Wie die leitenden Aerzte des Krankenhauses frstgestrllt haben, find die meisten Schußverletzungen von Hinte» erfolgt. Dann zog der Offizier m U dem Kommando unbehindert to Gegen 12 Uhr hat die Menge ein französisches Auto Ungehalten, den Chauffeur stärker und die beiden mit- sahreuden Ingenieure, einen Franzosen und einen Belgier, leichter Verprügelt. Ein französischer Kriminalkommissar, Ger um dieselbe Zeit von der Menge bedroht wurde, wurde don Arbeitern unb Angestellten der Kruppwerk« in Schutz Genommen, sodaß ihm nicht- geschah, hat sich hierfür «ei den Deutschen bedankt.
Diese Schilderung bestätigt in allen Punkten die bisher don deutscher Seite über den Vorfall veröffentlichten Berichte. Die französische Presse unterschlägt natürlich die deutsche Darstellung und veröffentlicht Wahrheils- tvidrige Essener Meldungen. Der Berliner Vertreter der jbavasagentur glaubt, die Berichte der Berliner Zeitungen als teichcnziös und lügenhaft hinstellen zu mufft n, obwohl ihm alle Unterlagen für ein derartiges Urbeil kehle». Gegenüber den Von der Pariser Presse aufge- Ä-hcimtunaeo iß ze bemerken, daß weder die
deutsche Regierung noch die Leitung der Kruppwerke ein Interesse an der tzervorrufung derartiger Zwischenfälle haben, und an die Tatsache zu erinnern, daß die deutsche Regierung und die Verantwortlichen Leiter der Industrie und der Gewerkschaften im Ruhrgebiet bisher alles getan haben, um die Arbeiter zur Ruhe und Besonnenheit gegenüber allen Provokationen de» französisch-belgischen Mlli- tärs zu mahnen. Alle Entstellungen der französischen Presse werden au der nackten Wahrheit der Tatsache nicht- ändern und die französische Regierung von der schweren Verantwortung die sie vor der ganzen Welt auf sich geladen hat, nicht reinwaschen tannen.
Essen, 8. April. Von der Firma Friedrich Friedrich Krupp wird mitgeteilt: Zn der Havas« bericht über die Essener Ereignasse am Ostersonnabend. die stch zwischen einem französischen Kommando und Kruppschen Arbeitern abgespielt haben, wrrd behauptet, da» Kommando sei von der Stenge mit Revolvern bedroht und unmittelbar bevor die Soldaten schien, angegriffen worden. Diese Behauptung st^ht mit den Tatsachen in direktem Widerspruch. Wie alle Augenzeugen berichten, hat keiner anwesenden Arbeiter einen Revolver gehabt. Während des ganzen Austritts, der etwa 2 Stunden dauerte. Hal die Menge trotz ihrer begreiflichen Erregung in keiner Form die Soldaten weder bedroht noch angegriffen, im Gegenteil wurde der Raum vor der besetzten Halle während der ganzen Zeit von Führern der Arbeiter- und Angestelltenschaft (Bctriebsratsmitgltedern) fteigehalten. Dreimal ist von den Führern der Arbeiterschaft der Versuch gemacht worden, da» Kommando unter Gewährleistung der persönlichen Sicherheit zum Abzug zu bewegen, immer vergeblich. Wenn der Havas- bericht weiter behauptet, die Soldaten feien mit heißen Dämpfen angegriffen worden, so sei demgegenüber festgestellt, daß e» stch lediglich um Loko- motivdämpfe, di« zum Fenster der Halle hereinkamen. handelt. Diese Dämpfe kamen von Lokomotiven. die stch auf einem unmittelbar hinter der Halle liegenden Gleis befanden. Der Bericht macht ferner das Kruppsche Direktorium für den ganzen Vorfall verantwortlich, weil e» durch den Sirenen» ruf die Arbeiter zum Verlassen der Werkstätten und zur Ansammlung veranlaßt habe. E» muß aus diesem Anlaß erneut betont werden, daß für das ganze Einbruchsgebiet wischen den Werkleitungen und der Arbeiterschaft die Vereinbarung getroffen worden ist. keinesfalls unter den französischen Ba- onetten zu arbeiten und daß beim Eindringen von Soldaten sofort durch Sirenenruf das Zeichen zur Nicderlcgung der Arbeit gegeben wird. So ist auch im vorliegenden Fall da» Sirenenzeichen in vollkommener Ilebereinstimmung zwischen dem Direktorium und den Vertretern der Arbeiter« lchaft gegeben worden. Rein phantastisch ist die Behauptung die Havasbericht, die Firma Krupp habe entlassene Schutzpolizeibeamte in die Betriebe eingestellt, um vorkommendenfall» gegen die Franzosen provokatorisch aufzutreten. Diese Unterstellung ist selbstverftänlich gänzlich aus d« Luft gegriffen.
Es ist begreifttch, daß der französischen Regierung diese- neue Blutbad, das sie in Esten angerichtet bat, ausserordentlich unangenehm ist. Weder die deutsche Regierung noch die Direktton der Kruppwerke haben ein Interesse an dem Hervorrufen derarttger Zwischenfälle. Die Regierung und die Verantwortlichen Leiter der Industrie und den Gewerkschaften im Ruhr- gebiet tatin tm Gegeteil bisher alles, um die Arbeiter jur Ruhe und Besonnenheit gegenüber allen Provo- kattonen des franzüsisch-belgl scheu Militär- zu mahnen. Die Behauvtung, daß die Zwischenfälle durch ehemalige Angehörige der Schutzpolizei geleitet worden sind, ist zu sinnlos, um einer Widerlegung zu br- dürfen Die Berichte der fran^stfchen Presse wider- sprechen sich tm übrigen selbst. So widerlegt HavaS se-ne Behauptung, daß Arbetter aus die stanzösischen Soldaten Steine geschleudert, mit Revolvern gedroht hätten usw. Durch die Feststellung, daß auf ftanzöst- «tfier Seite keine Verluste z» verzeichnen seien. Alle Lügen der französischen Presse werden diesmal an der nackten Wahrheit der Tatsachen nichts ändern und die stanzösische Regierung von der schweren Verantwortung die Ne vor der ganzen Welt aus stch geladen hat. nicht r»inwaschen können.
Das Krupp-Direktorium an den Essener Divisions- Kommandeur.
Essen, 31. März. Anläßlich der heute oor- mittau erfolgten Vorgänge auf dem Kruppschen Werk richtete das Direktorium an den Divisionskommandeur in Esten folgendes Schreiben:
„Heute morgen drang ein bewaffnetes franzö- 'ifches Kommando in unsere mitten in der Fabrik gelegene Kraftwagenhalle ein. Gemäß einer zwischen der Werksleitung und dem Betriebsauschuß der Arbeiter- und Beamtenschaft getroffenen Vereinbarung wurde das Zeichen d« Sirenenruf»
für die Arbeitseinstellung des betreffenden Werkteile» gegeben. Größere Arbeitermasten versammelten sich darauf vor dem Eingang der von dem Kommando besetzten Halle, um gegen den militärischen Eingriff zu demonstrieren. Mitglieder des Betriebsausschustes traten mit dem Kommando in Verbindung, damit es ohne Zwischenfälle die Halle verlosten könne. Das Anerbieten wurde abgelehnt. Nach einiger Zeit eröffnete das Kommando ein fVeutT auf die wehrlose Menge. Eine noch nicht festgestellte Zahl von Arbeitern wurde getötet und schwer verwundet. Dte Verantwortung für dieses unmenschliche Blutvergießen, dem unsere braven, »friedlichen Arbeiter zum Opfer gefallen sind, trifft ausschließlich bie Urheber des widerrechtlichen Eingriffe, in unser Werk. Wir legen schärfste Ver- Währung ein.
Friedrich Ärupp, Aktiengeellschaft. Das Direktorium.
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Die Führer der englischen Arbeiterpartei find in diesen Tagen bei Poincars gewesen, besten Ernst ailf sie den besten Eindruck gemacht hat, und haben sich sagen lassen, daß Frankreich, das gute, ganz unschuldig verdächtigt werde. Nur Hetzer verursachten im Ruhrgebiet die „Zwischenfälle", das Verhältnis zwischen Soldaten und Bevölkeru,rg sei sonst gut. Di^c Herren gehören nun einmal zu denen, die in Worten Taten sehen. Sie haben ihm einige „unangenehme Fragen" gestellt, also ungeheuer viel „getan" — in ihren Augen wenigstens, und löien nun alle Konflifte — wie sie glauben. Sie sollen nach Essengehenundvondendeut- schen Arbeitern hören, wie die Taten üfänC®efdjwiiV l*hen. ®[nber& das diploma-
MMe.
31 ®yr,L Regierungspräsident nrutzner hat dem kommandierenden General der Rbetnarmee Degoutte durch dte Hand des GeweralS eanvimreS «« Düsseldorf aus Anlass des Blutbades in Essen ein Protestfchretben ttberretcht, in dem eS beißt: Ich habe tn den letzten Tagen tm unvesetzten Txunmanb tn öffentlichen Versammlungen das Ver- halten ihrer Truvpen feit dem 11. Aamiar 1923 wie berbolt zusammenfassend dabtn geschildert, dass es kein verbrechen und Vergeben des deutschen Straf- geietzbuches, la der Krimtnalgesetzgebung der gesamten Kulturwelt gibt, daS ihre Truvpen auf deutschem Boden fett dem 11. Januar 1923 nicht begangen böttett. Ich hätte nicht geglaubt, daß diese mdne SPertt durch den Arb «termassenmord deS Essener Blnttonnabenv. begangen an Arbeitern feder polltt- ichen Richtung, etnschlteftlich der Kommunisten, eine derart rasche, fürchterliche Bestättgung finden würden. Ich beschränke mich diesmal nicht daraus, Ihne» In »»einer Eigenschaft als Verantwortlicher Setter der RegterungsbeztrkS Düsseldorf den schärfsten Protest wegen der Bluttat zu übermitteln, sondern spreche Ahnen diesmal mS Worthalter der Ermordeten, Schwer- und Leichtverwundeten und künftigen Krüv- V«, dann deren Witwen und Waisen, Frauen und Kinder meinen ttefsien Abscheu über das Wüten Ihrer Ihnen unterstellten SoldateSka, besoilders deren Offiziere, auS. Ach bin üben engt, dass mein Urteil die Billigung aller Völker finden wird, denen daS menschliche Leben noch ein Heiligtum ist und betrachte es 'chltesslich nicht als da? Walten eines blinden Zufalls, sondern alS dte Fügung einer höheren Gewalt, dass stch der Karsamstag der Ermordung und Verwundung zahsreicher treuer Söhne der katholischen Kirche gerade in dem Augenblick ereignet, wo der be- aicubtgte Vertreter Seiner Heiligkeit deS Papstes, deS unentwegten treuen Hüters und Förderers der Menschlichkeit, Milde und Gerechtigkeit, tn den Mauern EssenS weilte. Eie, Herr General, und die ranzösische Regierung haben durch dte Agentur Ha- vaS die Mechun^ verbreiten lassen, dass ihre Truppen durch Gewaliiaten der Kruppsclren Arbeiter zu ihrem mörderischen Vorgehen veranlasst worden seien. (Schon etzt weise ich diese vom französischen Standpunkt aus wohl verständliche Fö'schung des Gcscheyenen und der Geschichte entschieden zurück. AlS geradezu kläglich muss ich schliesslich das Beginnen bezeichnen, dieDir-'k- trren der Aktiengesellschaft vorm. Friedrich Krupp für die Ansammlung der Arbeiter verantwortlich zu machen. Ich baffe von Ihnen unter ausdrücklicher Betonung, dass der Essener Arbeitermassenmord das 6-fmitte besetzte Gebiet, besonders den Rnbrbezirk, zur Siedehitze erregt hat, dass Sie unverzüglich alle Massnahmen ergreifen, die wenigstens Ihre Absicht erkennen lallen, dass sie sich n'cbt mit jenem Massenmord identifizieren. DaS schwere Unrecht wird auch die ftrntgfte Sühne nicht ungeschehen machen. Zum Schluss seien Die versichert, Herr General, bass ich die scharfe Sprache diefe? Schreibens nicht fvreche, weil ich »nt Zeit ’m unbefetzttn Deutfchland weile; ick er- k.öre mich ausdrücklich bereit, für dasselbe vor jedem ftanzösifchen Kriegsgericht mit meiner Perfon ein'u- 1 den, fofem mir dieses im vollen Umfange die Erbringung des Wahrheitsbeweises für meine Behauptungen zustchert. Wenn Sie und die ftanzösifche Regierung die Wahrheit nicht zu fürchten brauchen, dann wählen Sie Siefen Weg.
Eine Protestnote der Reichsregierung.
Me das „Berliner Tageblatt" wissen wisi, ist die Rcichsregierung zur Zett mit der Ausarbeitung einer Protestnote an die französische Regierung beschäftigt, in der schärfster Protest gegen die Erschießung der Krupp-
ctbettet tn Esten erhoben wird. Die Rote wette vor- au-sichtlich noch heute abend »u die sranzöftsche Regierung abgeben.
Berlin, 1. April. Der Herr Reicd-vrästde« hat aus Anlass der Vorgange t» Essen ax Herrn Krupp von Bodlen und den Betriebsrat der Kruppwerte tw Esten folgendes Telegramm gerichtet:
„Boll Snttetzeu über die Meldung von dem unge- k,elterlichen Blutbad, daS französischer Militarismus unter friedlichen wehrlosen Arbeitern angerichtet hat, bitte ich Sie, den Hinterbliebenen der Opfer diese- Massenmordes und den vielen bet diefe ruchlosen Schandtat Verwundeten meine herzliche Tellnavm« auSzusprechen. Reichspräsident Ebert.'
Berlin, 2. April. Der preußische Ministerpräsident hat aus Anlaß der Vorgänge in Essen an das Direktorium und den Betriebsrat der Krupp« A.-E. an Essen folgende» Telegramm gettchtdr Doll Empörung über das brutale Verhalten der französischen Eindringlinge gegen webdofe, um ihr« Arbeitsstätte besuchte Arbeiter spreche ich den Hinterbliebenen der so ruchlos Hingemordeten sowie den Verletzten meine innige Teilnahme aus.
Berlin, 2. April. Der preussische Ministerpräsident Braun richtete anlässlich der Vorgänge tn Essen an Direktorium und Betriebsrat der Krupp A.-G. tn Essen folgendes Telegramm: «voll EmvS- rinig über das brula'e Vorgeheu der französifcve^ Eindringlinge gegen wehrlose, nm ihre Arbeitsstätte besorgte Arbeiter »vreche ich den Hinrerllebenen der so mchlos Hingemordeten, sowie der verletzten metne innigste Teilnahme aus."
Essen, 2. April. Das Direktorium der Firma Friedrich Krupp hat an den Kommandierenden General in Essen ein Protestschreiben wegen der Verhaftung einiger Mitglieder des 'Direktoriums gerichtet. Ebenso hat die Stadtverwaltung an den General Iuquemont ein Protestschreiben gerichtet, in dem sie gegen das Vorgehen der'Soldaten bei dem Blutbad und gegen die Verhaftung pro« testirt.
Die Kunde von dem entsetzlichen Blutbad, das französische Soldaten unter friedlichen Arbeitern angerichtet haben, wird in diesen Tagen die ganze Welt durcheilen. Der Vorfall fordert strengst« Untersuchung und Bestrafung der Schuldigen. Zch ersuche Sie, schleunigst Anordnungen zu geben, bi« einen ähnlichen Mißbrauch der Waffengewalt ausschließen.
Auch di« Handelskammer in Essen hat an den kommandiercndei General ein Protestfchreiben gte richtet.
Essen, 2 April. Da- Tir-klorimn der Firma Friedrich Krupp bat an den tomwi’brerenben General in Esst» ein Protestschrnben wegen der Verhaftung einiger Mitglieder des Direktorium- gerichtet.
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England erwartet deutsche Borschläge.
London, 31. März. Der Berliner Berichterstatter des „Daily Mail" kündigt an, daß der deutsche Außenminister Rosenberg unmittelbar nach Ostern bestimmte deutsche Vorschläge, die an die Gesamtheit der Entente gerichtet find, bekannt, geben wird.
Paris, 2. April. Der „Temps" schreibt im Zusammenhang mit den Gerüchten über einen be« vorstehenden neuen deutschen Reparationsplan, di- ganze 9ßdt, an die Deutschland sich zu wenden gedenke sei zur Zeit beunruhigt von der ungeheuren Papiergcldflut, die die Reichsbank allwöchentlich über Deutschland ergieße. Wenn die deutsche Re« gierung ve-n Reparationen sprechen wolle, werde sich die ganze Welt besorgt fragen, wie man die WährungsfraZe Deutschlands wiederherstellen soll, denn solange monatlich 2—3 Trillionen Mark gc« druckt würden, werde jeder deutsche Zahlungsvor« chlag nur als ein Scherz oder eine Falle erscheinen« ks sei daher sehr instruktiv, wenn man frage, ob die Regierung Eunos z. B. mit der von Professor fasse! vorgeschlagenen Methode der Währungs« anierung einverstanden sei, oder ob die deutsche /Regierung, die sich so gerne auf den privaten Cha« ratter der Reichsbank berufe, geneigt sei, diese in ein ausländisches Institut umzuwandeln, das nicht verpflichtet wäre, ihr irgendwelche Kredite zu gex währen. Mit anderen Watten, werde die deutsch« Regierung bereit sein, die Rcichsbank einet aus« ländischen Macht zu unterstellen und nicht mehr eine Papiermark zu verlangen? , i
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London, 2 April. Gestern wurde hier die Jahres« ton kreisi der unabhängig.» Aroeiterpätlrt eröffnet Rom- ;äi) Macdonold erwähnte habet in einer Rede den Vorschlag der Arbeiterpartei, eine Konferenz von Vertretern aller Parteien der alliierten Parlamente p» ErörteruuD