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1923

Di«DberDelftiAe Rettung etfdxtnt ied>«mal wöchentlich. Lez»g»viei» monatlich 8600 Ml. mit Zustellnngsgedühr. Für avriaüende Nummer, infolge Streik» eoei elementarer LreigniH« tet» (11105. Verlag von Dr. L. Hitzeroti». Druck bet U«i»-B«chdruckerei vo» 3ob. Lug. Loch, Markt 2123. Nrrnjprecher 55, Poft- fchecktont»! St 5015 Lmt Frankfurt a. Main.

Marburg

Donnerstag, dm 21. März

Sexging

Amlliches VeÄndigungsblatt des Kreises Marburg

Anzeiger für (bas früher kurhessische) OberheM

Der Unreigenvrei» betrügt für den ggel». Zellenmillimeter 60.00 KL (Kletue «n,eige»

«ege, bei. SS1!,*/, weniger). Lmtlichr und aus». Anzeigen 75 KL Bet schwierigem rn

5a« 50 «U »uflchlag. Spät etelaufenbe oder den Saum über lk Seite einnehmende JA. ABniL Lnleige» werde, nach der TerÄpaltenbreite derechneL ReNmne, der Zeilenmillimeter u r 240 KL Jeder Sebatt gilt «1» Barrabatt. Beleg« werden berechneL «et Au», tunst durch die Leichäfrrit. und Vermittlung der Angebote 50 K, bei lleberjendung durch «n» 50. KL ohne Port».

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Solirmleihe.

«Paris, 28. Mürz. Dir Reparattonskommission lefaßte sich, wie der »Marin- meldet, seit etwa 10 Lagen mit der Frage, ob Deutschland nach dem Frte- »ensverttag das Recht haL ohne die Ermächtigung der alliierten Mächte ein« innere Anleihe in auslän­dischen Zahlungsmitteln auszuttehmen. Die sranzö- Kicke Regierung hat der ReparationSkommisston vor- «ebalteu. daß eine solche Anleihe den Bestimmungen »es Versailler Friedensverttagrs, wonach alle Eiu- «ahmen des Reiches sowie des Staates den Alliierten verpfändet seien, widerspreche. Die Sachverständigen der Kommission haben darüber der Kommission am Samstag einen Bericht vorgelegt. Gestern nachmittag ßand eine Sitzung statt, in der die Kommission Stel­lung zu folgenden grutldlegenven Fragen nahm: 1. Hatte Deutschland ein Recht, diese Anleihe ohne Er­mächtigung durch die RevarattonSkommtsston vorzu- nehmen Darauf erfolgt einstimmig ablehnende Ant­wort. 2. L>at die Reparattonskommission daS Recht, «ls Grund des Artikels 243 des Versailler Friedens < verrrageS da- ErträgniS der Anleihe alS eine der Re-' tarattonskommisston verpfändete Einnahme aufzu- fassen, ferner seine ganze oder teilweise AnSlieferrmg! «n di« Alliierten zu verlangen? Auch diese Frage wurde von feiten deS französischen und italienischen Vertreters in der Kommission besaht. Die anderen Mitglieder der Kommission einschließlich deS belgi­schen verneinten die Antwort aus diese Frage. S. Haben die den Anleihe-Zeichnern von der Reichsbank angebotenen Garantien Geltung? Mit AuSuavme des patizöstschen Kommiisionsmitgliedes hat die Repara- «onskommission anerkannt, das; die Reichsbank als Vrivaiunternebmen den Ansprüchen der Alliierten eilt« zogen sei und datz sie deshalb auch ausreichende Ga- rantten geben können. Fest steht jedoch, datz die Re­parattonskommission zur Aufnahme dieser Anleihe der deutschen Regierung das Recht abspricht. Es wurden daher zunächst das englische Mitglied Bradbury so­wie der belgische Vertreter Delacroix damtt beaus- fcagt, in diesem Sinne eine energische Rote an die

andere Weise seiner Bereitschaft zu verhandeln. Aus« druck gegeben habe. Damit meine er natürlich nicht, datz Deutschland von Frankreich die Eröffnung von Verhandlungen erwarte. Aber wenn man bereit fet, zu verhandln, so beständen immer Mittel und Wege, diese Bereitschaft dekanutzugebe-n. Augenblicklich könne daher Dnttschlanv nur da» tun, was es bereits getan habe Die deutsche Regierung nrüsie und werde die Politik fortsetzen, die sie nach dem Einbruch in daS Ruhrgeiei beschlossen habe. Die Fortsetzung der deutschen Polittk werde ermöglicht durch die Ttttsache, datz die durch die Ruhrbesetzung in Deustchland ver­ursachten Wirkungen keineswegs so ernst seien, wie man anfänglich befürchtet habe.

Eine englische Anfrage in Backt«.

Di« englische Regierung hat die deutsche ReichS- regterung angesragt, wie sie sich zur Durchführung deS Eisenbahnabkommens stellt, daS England mit Frank­reich bezüglich der französischen Besetzung von Bahnen innerhalb der englischen Zone im Rheinland adge- schloffen hat. Tie Stellungnahme zu dieser Frage Ist für die Reichsregierung sehr schwer, da einersettS die Förderung der ftanzösischen Interessen ausgeschloffen sein mutz, andererseits aber auch eine Benachteiligung England? vermieden werden soll. Die englische An­frage zeigt, tu welche grotzen Schwierigkeiten England neben 'Frankreich durch die Milttarislernng der Eisen­bahn im besetzten Gebiet gekommen ist.

Stinnes tn Mailand.

Paris, 28 März. In Mailand, wo sich Mussolini aufhält, ist gestern der belg-sch- Außenminister, Jasper, angekommen. Di« römischen Blätter meldeten gestern auch die Ankunft Stinnes, der bereit? den Rachtexpretz RomBerlin bestiegen hatte, sich im letzten Augen­blick anders besann und sich entschloß, nach Mailand zu fahren. Die offizielle italienische Nachrichtenagentur veröffentlicht folgende Note: Alles, was über die Ur­sachen und die Ergebnisse der Unterredung be$ Staats­sekretärs im Ministerium des Innern mit Stinnes- geteilt wurde, entbehrt jeder Grundlage.

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«litt ntut Lkvrmk Im «' »WM.

London, 29. März. Bonar Law nahm an der gestrigen D'batte im Unterhaus über die Ruhrfrage nicht teil, da er noch unpäßlich ist. Sir Edward Grigg, der frühere Privatsekretär Llohd Georges, eröiinete die Aussprache, die sich in dem Rahmen der früheren Debatten bewegte. Grigg betonte, daß, wenn bie Reparationen nnr eine Meinungsverschiedenheit zwischen der fran­zösischen und der englischen Polittk darstellten, er an einer Verständigung nicht zweifeln würde. Aber wenn der Sinn FrankwichS wirklich aus Reparationen gerichtet fei, so würde es eine andere Haltung angenommen haben gegenüber den praktischen und geschäftsmäßigen Vorschlä- gne, die von der gegenwärtigen und der letzten Regierung vorgebracht worden seien. Er fei aber der Ansicht, daß genügend Grund für die Annahme vorhanden sei, chaß die Reparattouen nicht mehr de» Mittrlpmcki des ftanzösischen Gedankenkreises bildeten. Der Hauptbe- weygrund Frankreichs sei nicht Sicherheit oder Repara­tionen in der alten Form, sondern Sicherheiten unter einer neuen Begrifsbestimmung, die England auf daS gefährliche vulkanische Gebiet einer neuen Polittk führe, die

Has Deutsche Reich durch die jüngst erfolgte Auflegung einer Goldankelhe verschafft bat, ruft die ReparattonS- kommtfsion der deutschen Regterung Me Bestimmun­gen deS Art. 248 des Versailler Vertrags tn Erinne­rung. Der Umstand, datz die deutsche Regterung die Bewilligung ttnet Ausnahme von diesen Bestimmuu- 6en «ich' nach suchen zu müffen geglaubt hat, nöiigt die RevarattonSkommifston, ausdrücklich, und zwar mich gegenüber den Zeichnern der Anleihe, ihren Prioritätsansprüchen für die Einnahmen vorzubebak- ten, die daS Reich für den Zinsendienst oder die Rück­zahlung der Anleihe verwenden sollte, besonders dann, wenn die Einnahmen aus der Anleihe nicht zur Begleichung der ReParattonSangelegenbeiten verwen­det werde». Der Brief «t «Serzevwet von Dm- ttou und Bradbury.

Dieter Brief ist tK9 eine Rote tat Verlauft des «estrigen Tageö der deutschen Regierung übermittelt Worden.

Lriegslastenkommission zu richten.

Part-S, 28. Mär». Die Rrparattonstommiffwn " hat der Kriegslastenkommission den gestrigen Beschluß tbcr die Goldanleihe in folgendem Briefe mttGci.iit: Anlätzlich der außerordentlichen Einnahmen, die sich

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Deutscher Protest.

Mürz 1923 mit Wirkung für bas gesamte deutsche Staatsgebiet verboten, Steuern, Zölle, sonstige Ab­gaben oder GÄühren oder Geldbeträge, die als

von Versailles und das Rheinlandabkommen ver- letzt. Die deutsche Regierung legt dagegen Rechts- verwahrvng ein. Zur Abwehr solcher Rechtswibrig- »- leiten hat die deutsche Regierung unter dem 16.

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N«c deutsch« Rote an die interalliierte Rheinland­kommission.

! Berlin, 28. März. Der inieralliierten Rhein- landkommission ist durch den Reichs- und preutzi- - scheu Staatskommi ar für die besetzten rheinischen Gebiete in Koblenz folgender Protest zugeleitet Worben: Die interalliierte Rheinlandkommission hat in der mit dem Schreiben vom 1. März 1923 St. 9115 Citi übermittelten Spezialordonnanz Nr. 148 für sich die Zuständigkeit in Anspruch genom­men, die Festsetzung und Erhebung der Kohlen- fteuer neu zu regeln. Sie hat damit den Vertrag

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Abgaben oder Gebühren von anderen als den nach ben deutschen Vorschriften zuständigen Stellen ge­fordert werden, an einen Beauftragten einer frem­den Macht oder an eine Kasse, die sich in ihrer Ge­walt befindet, zu zahlen oder die Zahlungen für tine fremde Macht anzunehmen. Wer es unter­nimmt, diesen Vorschriften zuwider zu handeln dder wer vorsätzlich zu einer solchen Zuwiderhand­lung auffordert, anreizt oder sich dazu erbietet, wird Bit schweren Strafen, auch mit Zuchthaus und Ver­lust bet bürgerlichen Ehrenrechte bestraft.

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Minister Becker Aber bte Lage.

London, 28. März. Relckswtrtschaftsmttttstcr Dr. Becker erklärte tn einer Unterredung mit dem Berliner Berichterstatter des .Daily Telegavd" über v'e R u h r k a g e, Verhandlungen könnten nicht ein» Wettet werden, solange Frankreich nicht bereit fet, zu verhandeln, solange eS auf dem Wunsche bestehe, Deutschland seine Bedingungen zu bthteren und so- "Htat es die Absicht verkünde, das, was eS besetzt vad<, zu behalten. Man werde keinerlei Verham, Nlngeu erreichen, devot Frankreich au| dft «bte oder

Losreißung Deutscher und deutschen Gebiets von Deutsch­land bedeute. Wenn England diese Polittk unterstütze, so würde eS die Verpflichtung auf sich nehmen, sich in die inneren Angelegenheiten Deutschlands einzu mischen und die deutsche Souveränität für alle Zeiftn zu beschränk«. Dies würde in den kommenden Jahren zu einer unver­meidlichen Explosion führen. Diese Polittk sei dem briti- scheu Kriegsziel und dem Vertrag von Versailles ent­gegengesetzt. Er bitte die Regierung, die Dominion? zu eftggen und sich bereit zu batten, eine Erklärung über die Polittk des britischen Reichs innerhalb der nächsten Wochen abzugeben.

Auf der Botschastergalerie waren der deutsche Bot­schafter Sthamer und der ftanzöfifche Bottchafftt Gras St. Aulaire, auf der Lordgalette der bttttsche Geschäfts­träger in Berlin, Lord d'Abernon, anwesend.

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- Sie Sage hi lei Nette« SrtWa.

Paris, 28. März. Wie Haoas aus Düsseldorf meldet, hat die französische Behörde in Düsseldorf ein geheimes deutsches Zvllbüro entdeckt. Eine An­zahl von Kaufleuten seien festgenommen worden. Desgleichen verhaftete man insgesamt 25 Beamte. Zn dem Havasbeticht wird mitgeteilt. daß an den Türen des Hauses, in dem sich das Büro befand, In­schriften angebracht waren und dieB. Z." meint, daß es sich also wohl um kein geheimes, sondern um ein wirkliches Zollbüro gehandelt hat.

Bochum, 29. März. Der Stadtverwaltung Esten ging gestern abend folgendes Schreiben der französt- fchkn Behörde zu: Aus Anlatz der Attentate pokitttcher Art. die sich jüngst im besetzten Gebiet ereignet habe« und die btS zum heutigen Tage unbestraft geblieben sind und wegen der Folgen, die für die öffentliche Meinung und bie Sicherheit der Truppen daraus ent­stehen können, bestimmt der kommandierende General olS erste Sanktton betreffenb den Verkehr: Bis auf weiteres ist jeder Verkehr mit Autofahrzeugen und Motorrädern zwilchen 8 Uhr abends und 5 Uhr mor­gens zwischen dem besetzten und unbesetzten Gebiet den Deutschen untersagt. Die Automobile, die bte zur Arbeit gehenden Arbeiter befördern und mit AuS weisen versehen sind, sind ermächtigt, zwischen dem besetzten und uuvesetzten Gebiet zu Verkehren. Diese Derordrmug tritt mit dem 28. März tu Kraft.

(Saffei, 28. März. Rach beim hiesige« Polizei» Präsidium eingegangenen Meldungen fallen dft Fran­zosen am 5. Februar ihren Truppen im Ruhrgebiet offiziell in Tagesbefehlen bekannt gegeben haben, datz der Einmarsch tn das Ruhrgebiet erfolgt fet. weil die Deutfchen eine französisch« Jngenteurkommisston Über­fallen und ermordet hätten. St« verbreiten weiter die Lüge» daß alle ftanzösischen Deserteure von den Deuttchen au Frankreich zurückgeltefert würden.

P a t i s, 28. März. Nach einer Havasmeldung aus Düsseldorf ist zwischen Oberwesel und St. Goar ein französischer Militärzug an einer Straßenkreu­zung zu ebener Erde mit einem Lastauto zusammen- gestoßen, das von einem Deutschen geführt wurde. Dabet seien drei Deutsche getötet und drei verletzt woichen. Derartige Unfälle seien ziemlich häufig. Dr« Schuld daran schieben die französischen Stellen dem Umstande zu, datz die Wächter an den Stratzen» Übergängen gleich dem übrigen Eisenbahnpersonal ihre Posten verlassen haben. Die französischen Be- hörten würden übrigens die Gemeindest für die Be­wachung der Eisenbohnübergänge zu ebener Erde verantwortlich machen.

Ein D»3#fl entgleist.

Wiesbaden, 28. März. Am Montag abend entgleiste nach 11 Uhr ein V-Zug. Die Ursache war wahrscheinlich falsche Weichenstellung. Der Zug fuhr auf ein totes ®l«ts und die Maschine stürzte in einen 6 Meter tiefen Abgrund in ein Wärter» Haus. Der Packwagen schwebte in der Lust und schob sich in den nächsten Wagen. Der Heizer und der Lokomotivführer verunglückten tAUich. Von den Passagieren, größtenteils französische Soldaten, ist keiner verletzt worden. Sie wurden mit der elek­trischen Straßenbahn muh Mainz geschafft und in einem neuen Zug weiterbefeördert.

Ci« weiteres «ageheuerlttves Urteil.

Landau, 28. März. Der Drehscheibenwärter Löchner wurde zu 10 Jahren Zwangs­arbeit verurteilt, weil er angeblich verschudlet habe, daß eine ftanzösische Lokomotive im Bahnhof Ludwigstafen in die Drehscheibe fiel. Zu diesem drakonischen Urteil ist zu bemerken, datz sich die dem Verurteilten zur Last gelegten Handlungen am 2. März, also ehe die Franzosen den Betrieb über­nommen und ehe sie das Personal offiziell benach­richtigt hatten, ereignet haben. Ebensowenig war die in Frage kommende Verordnung Rr. 147 (Ge­fährdung von Eisenbahntransporten) damals öf­fentlich bekannt gegeben.

Die Mannesmannwerke beschlagnahmt.

Düsseldorf, 28. März. Das Verwaltungs- gebäude der Aktiengesellschaft Mannesmann ist von der Besatzungsbehörde zum grotzen Teil be­schlagnahmt worden. Der stellvertretende Regie­rungspräsident Oberregierungsrat Lutterbeck rich­tete an den General Denvignes ein längere» Schrei­ben, worin er gegen die Besetzung der Rheinischen Metallwaren« und Maschinenfabrik und die damit zusarimenhängenden Beschlagnahmungen und Ber- baftungen, ferner gegen die Beschlagnahme von etro r 103 Millionen Mark Lohngeld derselben Fa­brik und gegen die Besetzung de» Echweitzwerkes der Manesmannwerke Düsseldorf-Rath und die damit verbundenen Verhaftungen und Beschlagnahmen protestiert

Der Kampf gegen die Zechen.

Me den Blättern auS dem Ruhrgeb'»t gemeldet wirb, wird auf ollen Zechen, die von den Franzosen ober den Belgiern besetzt gebalteu werden, gestreift. Die Zechen- beamten und die Arbeiter wollen bte Arbeit erst bann wieder ausnehmen, wenn sich kein Soldat mehr auf den Zechenanlag^n blicken läßt. Auf der ZecheSBeRerfiolb" sind rund 5000, aufRheinbaben" 4000 und aufCon­cordia" über 4000 95?arm im AuSstond. Die Art der BerlÄung deS Holdmkoks durch die Franzosen und Bel­gier ist weiterhin sehr primitiv. Bisher sind die Fran- zosen und Belgier noch nicht über eine tägliche Verladung von 34 kleinen Zügen hiuü'lsgekommen, während vor der Besitzung alle 10 Minuten ein Zug mit Reparation?» kohle nach bem Westen rollte.

Laut einer Meldung desB T." haben die Zechen- birettoren im Ruhrgebiet noch einmal bie Anforderung erhalten, bie Kohlensteuer bi» zum 31. März an bie fran­zösische Besatzmqsbehörd« obzuführrn, wenn sie sich nicht strafbar mache« wollten.

Nach einer Meldung be»Lolal-An^igerS" wurde gestern bet stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrafs der Bergbauakttengesellschoft Loihringen, Geheimrat Korte, von den Franzosen verhaftet. DrS Blatt bringt die Ver­haftung in Zusammenhang mit der Weigerung der Berg- iverkSleiter, die Kohlensteuer an die Franzosen zu zahlen, und glaubt, daß weitere Verhaftungen von Großindustriel- -en bevorstehen.

DaSB T " berichtet ouS Bielekeld: In Peckelch wur­den bei einem bärtigen Händler sämtliche Bestände an Eiern, Butter und sonstigen Lebensmitteln beschlagnahmt, die ins besetzt« Gebiet verschoben werden sollkn. Der Händler, der sich im Besitz von ftanzösischen Ausweis­papieren befaiü», wurde verhaftet. , . ».

Sine Kundgebung der Brrgarbeitergewerkschaften.

Essen, 28. März. Di« Bergarbeit«rg«oerk> schäften aller Richtungen einfchlietzlich der polnisches Verufsvereinigung haben einen Aufruf an bi« Ruhrbergleute erlassen, worin vor den ftam zöfischen Versprechungen und Lockungen gewarnt wird: Der französische Imperialismus und Mitt« tarismus seien und bleiben arbeiterfeind« 11 ch. Der Vergarbeiterstreik im Saargebiet sei de« schlagendste Beweis dafür. Der Versuch der Fran« zosen, die Bestände von den Halden abzufahrei^ werde ein Mißerfolg bleiben. Die Kundgebung schließt: Kameraden? Wir bleiben fest im Ab« wehrkampf für unser Recht und unsere Freiheit. Der SLiderstand wird wie bisher mit Ruhe und Entschlossenheit fortgesetzt, bis Frankreich von bet Gewaltpolitik Abstand nimmt.

Dortmund, 28. März. In Dortmund, Köln und Elberfeld fanden gestern große Kundgebungen fozfaldemokrattfcher Frauenorganisationen statt, bl« insbesondere au8 affen Tellen de» besetzten Rhelulan- des und de» nenbefetzten Rubrgebiete» beschickt wa­ren. I« den Kundgebungen richteten die deutschen Frauen einen Aufruf an bte Frauen aller Kulturvöl­ker, worin sie namens deS Rechts, der guten Sitten und der Menschenwürde feierlich protestieren gegen di« französisch-belgische Invasion. Die Kundgebungen Unterließen einen gewaltigen Eindruck.

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Zum «»schlag aus erntet».

Berlin, 28. März. Wt« die .«off. W au» Köln meldet, hat di«Untersuchung de» Anschlag«« auf SmeetS bestätigt, daß der Haupttäter Deuttch- mcmn unb etn mit Ihm verhafteter namen« B»> brlnSth SIS vor kurzem Mitglieder des Rhei­nischen VolkSvundeS, einer mit der SmeetS* gruppe konkurrierenden Separatistischen Gegengrün- bitng, waren. Im ganzen sind bis jetzt acht Personen Im Zusammenhang mit dem Anschlag auf Smeet» verhastet worden,

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Sis ImhIms otiiliiL

Da» Preußisch« Staatsministerium hat nachträglich da» Vorgehen ©ebering» gebilligt. Vor dem Verbot hat­ten die anderen Mitglieber de» Kabinett» keine Kenntni« von der beabsichtigten Maßnahme. Daß man nachträglich Herrn Severine; nicht fallen ließ, berfatnb sich an sich schon ziemlich von selbst, da bie EntscheSmnz jetzt natürlich bei bem Staatsgerichtshof ruht. Seinen Spruch wird maw abwarten müssen.

Inzwischen wird behauptet, daß bte Zustimmung bei Kabinett» durch da» außerordentlich belastende Material erzielt worben fei, ba» Severing ben Ministern unter» breitet habe. Selbst wenn diese Darstellung stimmt, wick man bte Kritik an bem Borgeben be» Herrn Seve­ring in keinem Punkte abzuschwöchen haben. Daß in Einzelfällm, in denen belastendes Material vorltegt, em» geschritten werden muß, bildet gar keine Stnitzraie. Di« Kritik fängt erst an dem Puntte an, an bem Herr Severing gegen «ine gesamt« parlamentarisch vertreten« Partei zieht und dabei Streiche nur gegen rechts autteikt, Liu solche» Vorgehen läßt sich auch dann nicht recht­fertigen, wenn in Einzelfällen von den Rechtsradikale« gesündigt sein sollte. Da» Berbot riner ganzen Partei ist, wie wir e» schon einmal betonten, im innerpolittsche» Kampf etwa» ganz Neue». E» ist nie einem Stoats-i mann bisher eingefallen, eine ganze Partei zu unter* drücken, wenn einzeln« Mitglieder der Partei staatsgefähv« licher Umtriebe verdächtig waren. Wenn man erst ein­mal diesen Weg einschlägt, so ist Kim Partei mehr davor sicher, aufgelöst zu werden, well ihre Augen dem t»9*' tischen Gegier am Staatsruber nicht gefallen. Mft Recht erinnert bieZeit" daran, daß es wohl so nicht lang« dauern werde, daß in Thüringen und Sachsen auch bie Deutsche Volkspartei verboten werbe.

Wenn aber schon einmal bas Polizeiverbot gegen ganze Parteien al» solche in Kraft treten soll, so begreift man nicht, warum nicht auch die Kommunisten einem solchen Verbote anheimfallcn. Sir bilden Hundertschaf­ten, fie pflegen die militärische Ausbildung, sic sind mit Massen ausgestattet, sie verfolgen ganz offenkundig be» Sturz bet gegenwärtigen Regierung und der gegentoärtfcc« Verfassung Warum also nur gegen recht»?

Berlin. 28. März. Die deutschvöMschei, Parteiführer waren den Blattern zufolge gestern beim Reichsminister des Innern Defet wegen bei nom preußischen Minister des Innern erlassenen Verbots der deutschvölkischen Freiheitspartei vor­stellig geworden. Oeser erklärte sich bereit, für mögliche Beschleunigung der Beschwerdeverfahrens beim Staatsgerichtshof zum Schutz bet Republik einzutreten. Seit heute früh erscheint in Berlin als beutschvölkisches Parteiorgan bieNeue Frei­heit". bie aber nur als Ucbergangsorgan gedacht 'st Vom 1. April ab soll als offiziöses Organ der Parici dasDeutsche Tageblatt" wieder erscheinen.

Berlin, 28. März. Anläßlich des Treibens des kommunistischen Selbstschutzes bezw. der sogen. Hundertschaften in Suhl wurden, wie der amtltd)« Preußische Pressedienst mitteilt, vom Oberpräfi« deuten Hörsing bereits am Sonntag 280 Mann Schutzpolizei nach Suhl gelegt.

Französisches Borgehen gegen DeutschvöMsch«.

Buer, 28. März. Gestern Nachmittag wurde bet Bergmann Klein Von ftanzösischen Gendarmen «ui be«