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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (das früher kurheffifche) OberheffeiAF
1923
Der Möttigt AWtz jur Mflrooe
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77 Stimmen abgelebnt.
am Som«ae 4« London eine -große Konferenz der
An Rhein und Ruhr setzen deutsche Volksgenossen Leben und Existenz ein. Bo» Euch wird nur ein weiterer Geldbeitrag zum Deutschen Bolksopfer erwartet.
Druckerei besetzt uno nach der Herstellung und dem Verbleib des dort angefertigen Geldes geforscht, ferner wurden bei einer Reihe der deutschnationalen Bewegung nahestehenden Personen, die man verhaftete, Haussuchungen abgehalten. Weiterhin wurden die Gebäude der Bahngüterzollstelle im Südbahnhof, das Zollamt im Hafen, das Bauamt und die westfälische Transport-Ä.-G. besetzt, wobei zum Teil Zimmer erbrochen wurden, in denen man nach Schriftstücken fahndete. Auch die Finanzämter von Dortmund-Stadt und -Land wurden besetzt und die Herausgabe der Einkommensteuerlisten verlangt, von denen auf die Weigerung der Beamten hin schließlich ein Teil gewaltsam mitgenommen wurde.
Dortmund, 28. März. Die Franzosen drangen gestern vormittag dreimal hintereinander in das Postamt ein und durchsuchten das Gebäude unter Zertrümmerung aller Türen, die verschlossen waren. Eie raubten für ungefähr zwei Millionen Mark Briefmarken und ungefähr 400 000 oK bares Geld.
Bochum, 27. März. Heute vormittag besetzte eine starke französische Truppenabteilung mit mehreren Maschinengewehren die Handelskammer. Gleichzeitig wurde die Wohnung des Geschäftsführers Dr. Rechlin umstellt, nachdem die Wohnung des stellvertretenden Syndikus Dr. Dresbach bereit» vorher besetzt und Dr. Dresbach selbst vrr-
ter Baldwin erüärte sich gegen den Anttas. Er tagte, das RevarationSgefetz habe fett dem letzten April Neben Millionen Pfund, im ganzen elf Millionen Pfund eingebracht. Bisher beständen keine An
Mn Meinungsstreit zwischen Deutschland und Frankreich »ar dem internationalen Gerichtshof.
Paris, 27. März. Ein Meinungsstreit -wischen der deutschen Regierung und der Reparationskommission, der sich auf die Auslegung des Artikels 2ßO des Versailler Vertrags bezieht, soll vor den Internationalen Haager Gerichtsbof gebracht werden. Dem genannten Art kel zu- olge hätte die Reparationskommission das Recht zu erklären, daß Dmtschland alle Ansprüche oder Jnteresien einer Staatsbürger in Rußland, Edina, Oesterreich, Ungarn, Bulgarien und der Türkei verwirkt habe und den Ertrag dieser Rechte und Interessen der ReparationS- kommisston überweist. Die Uebermeisung soll Deutschland aut Reparationsrechnung gntg<-schrieben werden. Die Frag? wird, da sich die beiden Parteien geeinigt haben, bas Haager Schiedsgericht anzurufen, einem von dem Gerichtshof bestellten schwedischen Richter mit Namen Beich- mann zur Entscheidung vorgelegt werden
Köln, 27. Mär». Der pävstliche Delegierte Mon- gnore Testa bat »ach seinem Eintreffen in Köln deu Andinal-Erzbischof besucht und fein Beolaubigungs- chreiben überreicht und laut „Köln. Volkszeitung" den Oberbefehlshaber der britischen Truppen am Rhein,! den Kölner Oberbürgermeister, den Regiernnaspräsidenten,: owie den englischen und französischen Zivildelegierle» i in Köln besucht. Monsignore Testa wich sich in den । nächsten Tagen ins Ruhrgebiet begeben.
Pari?, 27. März. Wie der „Matiu" auS Brüssel berichtet, hat die nach dem Ruhrgebiet entsandte Deiv- gation der belgischen Sozialisten nunmehr ihren Bericht erstattet. Ihre Schlußfolgerung gehe dahin, daß H« : Deutschen im Recht sind, wenn sie nicht unter iremden Bajonetten arbeiten wollen und wenn sie gegen, die Besetzung protestieren, da jede Besetzung unnöllD» Ausgaben verursacht. T*"~ 4
imo666ngtgen Arbeiterpartei statt. Bei der a»n Sonntag abend staffindende« Kundgebung wird Ramsay Maedouald über die fozialisttsehe Bewegung in England sprechen. Ferner werden Longuet (Frankreich» und Erirpien (Deutschkand) spreche»^ Ste »werten Vermutlich eine gemeinsame Politik zur Behandlung der Ruhrfrage und des Reparatio ns Problems Vorschlägen.
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hastet worden war. Die Franzosen nahmen sämte liche alten Akten, des Zweckverband« nordwestdeutscher Wirtschaftsvertretungen, der Getreide» börse und des Verkehrs und Tarifbüros der Han, delskammer sowie mehrere belanglose Aktenstücks Zeitungen und Zeitschriften der Handelskammer mit. Nachmittags erschienen mehrere franzöfisch» Kriminalbeamte und Gendarmen nochmals in der Kammer und liehen sich den Eeldschrank öffnen, in dem sie nichts vorfanden.
Bochum, 28. März. Der französische Zivil- kommandant der Stadt richtete an die Boi chumer Geschäftswelt, die fett vier Wochen als Protest gegen die Requisttionen der Franzosen ihre Läden geschlossen hält, die Aufforderung, bi» zum 1. April wieder alle Läden zu öffnen, widrigen« falls die leitenden Personen der Geschäfte oder deren Inhaber mit Gefängnis nicht unter etnetn Jahr bestraft würden. Ferner haben die Franzosen damit gedroht, den Warenverkauf selbst vorzustehmen. Die Absperrung der inneren St»dt wird neuerding, wieder sehr rücksichtslos gehandhabt, stm die Bevölkerung zu demütigen, wird von den mSnnüchen Pasianten verlangt, daß sie beim Vorzeigen des Safjoeife» ihre Kopfbedeckung abnehmen. Geschieht dies Nichts
so werden die Hüte und Mützen einfach von den Franzosen heruntergeschli^en.
Einer Meldung des „Vorwärts" zufolge verhafteten die Franzos«: gestern in Bochum etwn 10 Zivilisten, well sie beim Dorzeigea der Pässe an der das Stadtzentrum abschließend« Sperre nicht ihren Hut abgenommen hatten.
Paris, 27. März. Havas meldet auS London: «r französische Botschafter hatte gestern im Forelgu Mftce eine Rücksprache mit dem Unterstaatssekretör Elr Ehre Crewe über gewtffe, das Rbeinland bettef- nvde Fragen. Man nehme an, daß dem französtschen ^ischafter Einsicht in die Instruktion gegeben wurde, ; e die englische Regierung der Kölner englischen Bc- Mungsbelrörde hinsichtlich der Durchführung des Ravot-Godlehschen Abkommens zugeben ließ.
London, 27. März. Wedgwood Benn brachte Mm Schluß der gestrigen Untertausdebatte einen An- t°6 ein. in dem unter Hinweis auf den geringen "wfang der ringeganzenen Beträge, ferner unter v^üvets aus die für die britischen Kaufleute entstan- *»nen Nachteile und die besondere Lage im Rubrge- •*ü die Einstellung der Anwendung des ReparationS- »»etzes vom Saht; 19*1 gesordert Wirt. Schatzkani-
Möglichkeit, daß das deutsche Volk seine einzige Waise, den passiven Widerstand, auS der Hand legen könne, ohne daß huch der Gegner sich auf die Linie des Status guo ante zurückziehe.
Zu der von Frankreich in der letzten Zett in den Vordergrund geschobenen Frage bet politischen Sicherheiten verwies der Neichsminister auf den deutschen Vorschlag des Rbeiniandpattes und auf das Gebiet srie- denssichernder Vereinbarungen, die aus dem Boden bet Gegenseitigkeit ausgebaut fein müßten. Hinsichtlich des Handelsverkehrs aus den besetzten Gebieten nach dem Ausland, namentlich nach Engi and. bemühe sich die Re- flicrutra, wie bet Reichsminister weiter ausführte, eine Regelung zu finben. Die ohne Durchbrechung der deutschen Widerstandskraft den BedÜrststssen des auSlänoischen. namentlich des englischen Warenverkehrs praktisch Rechnung trage. Die Quintessenz dieser auf englische Anregung zurückzuiübrrnden Ne. .lung laust darauf hinaus, daß die vor einem bestimmten Termin abgeschlossenen Handelsverträge neutralisiert werden, b. h. daß in Ansehung dieser Kouttaktr sowohl die französisch« belgischen Besatzitngsbehörden, als auch die deutschen Behörden sich jeder Kontrolle enthaften sollten Man wisse, daß verschiedene fremde Regelungen Vorstellungen in Paris erhoben haben, um das gleiche Zugeständnis von fron* zösisch belg scher Seite zu erhalten, daS Deutschland be* reits gemacht habe. Welchen Erfolg diese Vorstellungen gehabt haben, sei hier nicht bekannt.
Der Ausschuß »vor einmütig in bet Ablehnung der von der französischen Regierung gefortertm Kapitulation und tn der Uebet»ragung von der Notwendigkeit der Fortführung des passiven Widerstandes mit dem Ziel, hierdurch und durch internationale Abmachungen die Befreiung des Ruhrge- biet-s von der heutigen unrechtmäßigen Invasion herbei- zuführcu. <
In seinem Schlußwort beantwortete der Reichs minister Dr. v. Rosenberg noch verschiedene Anfragen. -
Marburg M«t. Jen 28. Mörz
Lenzing
Münster, 28. März. Auf den am Sonnabend besetzten Zechen „Rheinbaben", „Schlägel" und „Eisen" treffen die Frauzofe» Vorbereitungen zu« Ablrausoort der Koksmengcn, indem sie Schienen lege» und Bogen beschlagnahmen. Auf Zeche „Rhem haben" verlade» p« mit 25 fremden Arbeitern Kok». Auf Zeche „Schlägel" und „Eisen" sind den Truppe» 70 beladene Waggon» in die Hände gefallen.
Münster, 28. März. In Vohwinkel und HückcS- wagen hatte« die Fvanzosen en den Kontrollstellen mm» mehr <mch die LebenSmütelzügt an.
Köln, 27. März. Auf der Rückfahrt von Berkin nach Köln wurde, wie die Kölner Blätter mitiefleu, bet sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Sollmann gestern bei bet Paßkontrolle in Vohwinkel von den Franzosen aus dem Zuge geholt. Seine Brieffachen und Akten wurden einer genaue» Prüfung unterzogen, die vier. Stunden dauerte. Nachdem zwei Beamte der französische» politischen Abteilung aus Düsseldorf in Vohwinkel ringe» troffen waren, wurde Sollmann die Weiterreise frage» geben, wobei man sich bei ihm »egen bet llnwrbrrchuug bet Reise entschuldigte.
Frankfurt a. M, 27. März. Der französtfch» Kreisdelegierte Echneebeck in Höchst hat der Nassauischen Landesbank in Hochheim verboten, an Eisenbahner Gelder auszuzahlen und angedroht, daß die Eisenbahner, die 1. Lohn- und Gehaltslisten aufstellen, 2. Gelder zur Auszahlung in das besetzt« Gebiet bringen, 3. solche Gelder auszahlen, vor ein Kriegsgericht gestellt werden. — Der stellvertretend«^ Vorstand der Betriebsinfpettion II in Ludwigs« bafen, Betriebsinspektor Gottftied wurde vom Kriegsgericht Landau wegen Verstoße» gegen di« Verordnung 147 ssogen. Sabotage-Verordnung) zu 20 Jahren Zwangsarbeit verurteilt.
P a r i s, 27. März. Nach einer Havasmeldung aus Mainz ist gestern abend 11 Uhr bei der Aus»' ahrt aus dem Bahnhof Wiesbaden, angeblich tn-r olge falscher Weichenstellung, eine Lokomotive auf ein totes Gleis geraten, auf den Prellbock gestoßen; und von dem etwa 4 Meter hohen Damm abgestürzt, j Der Zug» und der Lokomotivführer erlitten leicht«« Quetschungen, der Hetzer, «in Frmqofe, wurde chwer verletzt und ist heute nachmtttlP gestorben.
Zwei Todesurteile. x
Essen, 27. März. Vom französtschen Kriegs» > gericht in Hattingen wurden di« Arbeiter Josef Hock und Karl Roseck in Abwesenheit zum Tode verurteilt, weil sie beschuldigt werden, den Tod eine», ranzöfischen Soldaten herbeigeführt zu haben.
Sie tage hi heg befehlen Bettetet
Dortmund, 27. März. Heute vormittag rück- 'fen zwei Kompagnien französischer Infanterie, be-
Berli», 27. März. Der auswärtige Ausschuß deS Reichstaigs ist heute mittag 12 Uhr zu einer Sitzung zusammengetreten, an der vom Reichskabinett neben dem Außenminister von Rosenberg die Minister Oeser, Luther, Albett, Heinze und Becker, vom Wiederaufbauministerium Dr Müller, zahlreiche Mitglirter des auswärtigen Ausschusses und des RcichS- rats, bet preußische Ministerpräsident Braun, der bäuerische Gesandte von Preger, der sächsische Gesandte Gra- neuer und andere teilnehmen. Der Rorshcnde Abg. Stresemann (D. Vpt.) sprach zunächst fein Bedauern Über die Erkrankung des Reichskanzlers aus, die ihn leider an der Teilnahme bet Sitzung hindere. Anstelle deS Reichskanzlers äußerte sich der Reichsministe» des Aeußern in ausführlicher, verttaulicher Rede über die politische Lage. Danach sprach Abg. Mül- ler-Franke« (Soz.), der insbesondere erklärte, weshalb der Zusammentritt des Ausschusses von den Sozialdemokraten beanttMt wurde, und um @ Hfiningen über rin ge Stellen aus der Münchener Rede des Llnchskanzlrrs bat. Nach dem Abg. Müller-Franken (Soj.) sprachen noch die Abgg. Spahn (Ztr.), Helfferich (Du.), Stresemann (D SBt>L), Gothein (Dem). Äoenen (Komm.) unb Breitsche id (Soz.).
Berlin, 27. Mär». In der heutgeu Sitzung des Ausschusses für auswärt ge Angelegenhe ttn wies der Reichsmknister des Aeußern von Rosenberg an Sianb amtlicher Dokumente nach, daß die deutschen Vertreter in Paris ermächtigt und gerüstet waren, den deutschen Reparationsplan, der dort vom 2. bis 5. Januar tagenden Konferenz der Ministerpräsident 'n schriftlich vorzulegen »nb mündlich zu erläutern und ihn für den Fall, daß ein mündliches Gehör nicht gewährt werde, der Kourwenz auch auf schristsichem Wege zu übermittel«. Auf die Frage, wie sich die Reichsreg-erung zu dem Vorschlag? des Staatssekretärs Hughes stelle, den dieser in seiner Rede in der Historischen Gesellschaft in Newbafen am 2. Dezember entwickelte, antwortete der Reichsminister, die deutsche Regierung halte den von Hughes getoiefencu Weg für ganabar und ctaube, boS k»as Heil nicht nur bet nächst beteiligten Mächte, sondern eines großen Teiles der 23dt davon abhänge, daß dieser oder ein ähnlicher Weg beschritten werde. Nach Ansicht der Regierung sollte die von Hughes horgefcbfagcnc internationale Kommission von Geschäftsleuten ober «in ähnliches sachverständg's ober unpattciischcs Gremium an dem Deutschland und Frankreich mit voller Gleichberechtigung trilnehmrn, möglichst bald znsammentreten und folgende Fragen beantworten: 1 W»S hat Deutsch land bisher geleistet? 2, Was kann und soll Deutschland . gereckterweisi noch leisten? 3. Auf welche Weiß können diese Stiftungen bewerkstelligt werde»? Werde dieser oder ein ähnlicher Weg beschritten, so wäre uie Reichsregiemrng bereit, an den internationalen Kapitah markt togN Bewill guna einer mörlichst große» Anteile beranzutteten, die von Deutschland mit jeder von dem Anleibckonsortum als nötig bezeichneten Sicherheit o»S- zustatten und an Frankreich ober die Alliierten als so- lorfger barer Vorschuß zu behändigen sein würde. Die Regerung sei überzeugt und tourte erforderlichenfalls durch g-eignete Maßnahmen auch in gesetzlicher Form >afür forg.n, daß die deutschen Industrie- und Witt- I
schaftskrrise ihre Kraft in den Dienst der so auf d«s Erfüllbare zurüchs führten deu'schen Reparationspsticht stellen. Die deutsche Regierung habe im Lause der diplo- mat scheu Konversationen bk wichtigsten der an Europa« Schicksal interessierten, aber nicht unmittelbar am Ruhrkonfl kt beteiligte» Mächte, ohne Anträge zu stellen oder Wünsche zu äußer», vo» dieser Anschauung in Kenntnis g setzt, habe sie aber gleichzeitig auf die Schwierigkeit des Problems hngewiesen, wie Deutschland Sicherheit dafür verschafft werden könnte, daß b’t über den Vertrag von Versailles hinaus besetzten Gebiete geräumt und vertragsmäßige Zustände im Rheinland toicderhergestellt werten Das Problem sei, abgesehen von den täglich sich verschärfenden Leiden der Bevölkrung und der dadurch bedingten Gefahr eine» Ausbruches der VolksleckXüfchaftsn deshalb so wichtig, Reichsregierung sich nicht bette le» könne, daß irgend ein sachverständiges Gremium in ber , Lage jein werde, ein sicheres Urteil über die tatsächliche LeistnngsfShigkett Dntfchlands abzugeben, bevor dem gewaltsamen Eingriff in das deutsche Wirtschaftsleben und der dadurch verursachten Wertvernichtung Ern- halt geboten sei. Auch seh« die Reichsregierung keine
Paris, 27. März. Im Leitartikel des „Tenors" tzrrrd heute ausdrücklich betont, daß die SicherheitsfraK- vvrläufig zurückgrsteltt worden ist und bei etwaigen Ber- Hondlunge» über die Räumung des Ruhrgebrets vyn Frankreich und Belgien nicht oukgerollt werden soll. Die Auhraktion sei lediglich zugunsten der Reparationszah- kngen unternommen worden. Natürlich sei die Sicher- heitefrag? für Frankreich und Belgien von größter Wich- ltzkeit, aber die erste Bedingung der Sicherheit fei die Erlangung von Zahlungen. Die Brendigung des Ruhr- j»nflikts habe zunächst nur eine Verständigung über die Zahlungen und die Zahlungsgarautie» zur Voraussetzung. Solange hierübet keine Einigung erzielt fei, würben alle tabm-n Projekte die Lösung des Äouflivs nur ver-öger» Birnen.
London, 27. März. Dem dilomattschen Bettcht- nsratter der .Daily Chrotcle- zufolge wird in geeisten »reifen ein Plan für die Löfung deS Pro- c wems der Sicherheit Frankreichs venttttert, der die l VmmUtartsterung einer breiten Zone am Rhein unter der Garantie des Völkerbnndes vorfeye. Das natio- Reiltberaie Parlamentsmttglled General Svears werde tn der morgigen Unterhausdebatte wahrfchein- Lch zu dtefer Frage das Wott ergreifen. Bon deutscher Sette werde an dem Plane ausgesetzt, datz « «ut die Entmilitarisierung der einen Sette bet deut- gen Grenze vorsehe. Im Verlaufe der Erörterungen wnne von oeutfebe Seite sogar eine entfprechrnde «egcugarantte gefordert werden, da nach dem Frte- dknsvertrag 'Wt die Dauer das entwaffnete Deutfch- «tb eine Sicherheit mindestens ebenfo nötig habe kle Frankreich, das ju Lande und in der Lust die f-irffte Macht der Welt fet. Die .Westminster Ga- tote“ fchretbt, der letzte zur Sicherung Frankreichs «nfgestEe Plan fet nahe verwandt mit dem nach d«m Wafstitsiillstande für eine dauernd« Befetzung des Nbetnlandes aufgestellten Entwurf. Kein Plan habe aber Aussicht aus Annahme durch Deutfchland, »er mit der Aufrechterhaltung dr» deutschen Eharak- «rs und der deutschen Verwaltung deS Gebietes unvereinbar fei. Die Franzofen feien throrfettS ankchet- *nb nicht geneigt, einem Plane zuzusttmmeu, der «eie Bedingungen erfülle. •
ä Das gleiche Blatt berichtet au» Parts, an amr- * 1-cher französischer Stelle werte die «wrgige Umet- 6»udbcbotte über diese Frage mit großem Jntereste ENvartct. Man fei gespannt, ob die Debatte konkrete Vorschläge zutage fördern werte. Sollte dies der Fall fein, fo könnten die Folgen fehr schnell etntteten. Dte französischen Rcgterungsttetse stimmten der Ent- VUitarisierung des RheinlandeS zu.
®t» wöchentlich. — Bezugsvrei» monatlich
, _ 56dö Ml. mit Zustellung gebühr. Für ausraUtnbe Nummern infclgt Streit« ooer
W.74 elementarer Ereignis!« kein Lrlatz. — Verlag »an Dr. L.Hi»erotd. — Druck der * llnin^Bmhdrnckerei oo»2»d. S», »ach. Sfetrt 21-25. — ^rrnlvrecher SS, Post-
Icheckk-nta: Ar. 5015 Lmt Frankfurt a. Main.
zrtchen für einen Rtedergang des Handels mit , - _ • , - - . . .
Deutfchtond. Der Antta« Benn wurde mit 172 gegen stleitet von mehreren Lastkraftwagen, tn das Stadt- innere ein, um eine Reihe Gebäude zn besetzen
London, 27. Mär^ Wie gemeldet wirt, findet un£ Haussuchungen vorzunehmea. So wurde «ine
Der Anzeigeuprei« d-trägt für den Sges». Zetlenmtllimeter 60.00 Ml. (Kleine Anzeigen gegen dar, 83 st,ft. weniger). Amtliche und «u»n>. Anzeigen 76 3Kt Bei schwierigem rc Sag 50 *1. Austchlag. Spät eintausend« »der den Raum über st, Seite einnehmend« JA AuulB» Anzeigen werden na» der Teztipaltendrette berechnet. Reklame« der Zeilenmillimeter u 240 Mk. Jeder Rabatt gilt tls Barrabatt. Belege werden berechnet. Bei Au»- tunft dnrch die Seichästsst. und Vermittln« der Angebote 60 Ä, bei Itebetienbuag
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Parts, 28. März. Der Ftuanzausschutz der Hammerleschästigte sich gestern mit den für das Ruhr- »rtmtebmen angeforberten Krediten. Poincorä, dem Kr AuSfchuß einen Fragebogen übermittelt hatte, »eb einen allgemeinen Ueberblick über die Befetzung KS BergwerlSbezirks in politischer und wtrtfchast- Itthcr Hinsicht. Der Mtntsterpräsidem gab nach dem Krotokoll über die Sitzung zu, daß angesichts der -ah!reichen Schwierigkeiten, denen man habe begegnen müssen, die bis heute .rzielten wirr- fchastltchen Ergebntff«, was die Produktwi- Mt der Pfänder anbetteffe, sehr wenig bedeutend feten. Nur eine verlängerte und Eblllflerte Besetzung könne angesichts des iechten Willen- der deutschen Regierung dte Ver- Wirkltchung eines Ausbeutungsprogramms tzrmöglichen, durch das man das NeparationS- tzrovlem regeln^ könne. Dieses Programm habe dte »tederetnsührung der Ein- und Aussuhrbewtlllgun- »rn alS Folge der wtnschoftttchen Blockade notwcn- MO gemacht. Die Großindustriellen deS Ruhr- f'btets feten die Seele des »eutfchen Wl- er st and es. PoincarL stellte die Behauptung aus, •aß ste wiederholt de» Versuch gemach» bitten, mit der franz^sr,cheu Regierung • trekt« Vorhandluwge» einzuletten. Die französische Regierung werde jedoch nur amtlichen, von der deutschen Regierung «nsgehenden Vorschlägen Folge leisten. Wenn amtliche Vorschläge eiet« <et Art ihm von neutralen ober alitierten Mächten unterbreitet würden, »erde er ft« nicht annehmen. Er habe kiigens di« Gewißheit, daß ihm derartige Vorschläge nicht gemacht werden würden. Potn- «te fügte hinzu, die br'gifche und die sranzöstschr kkrgierung seien darüber vollkommen einig, die Pfänder bis zur restlosen Bezahlung (!) in Händen zu behalten. Die Räumung der Gebiete würde den Zahlungen entsprechend ersotgen. Dte Näumung, namentlich von Essen, könne krst tn letzter Linie ins Auge gefaßt »-erden, wenn dte Gefarnttegelung der Reparationen erfolgt fei. Die Etfenbahnen in der Hand der Franzofen stellten das beste Pfand dar.