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Nr. 72

1922

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Worte ausNangen: Wir wollen zusimmenhalte« unV einig sein. Einige junge Burschen, die Im Anschluß hieran vor der stanzästschen Botschaft demonstriere« wollten, u-nrden von der Schupo ohne besondere Zwischenfälle zerstreut.

Berlin, 25. Mär». Der Reickstagsanssckuss f!ir auswörtttfi Angelegenbeften hat die auf Montag embe- räumte Sitzung aus Dienstag verschoben, da der Reichs­kanzler, der seit Sonnaberrb mittag einer Erkältung tvegm das Bett Sühn mptz, Wert darauf legt, an der Sitzung teilzun-'mr-n.

Berlin, 25. März. Heute mittag veranstat- trte der etwa 4000 Mitglieder zählende Berliner Sän­gerbund vor dem ReichsmgZgebäude eine überwött rigende Treuekundgcbung für Rhein und Ruhr. Red­ner der verschiedenen Reichstagsparteien, darunter auch der Sozialdemokrat Junczek vom Westfälischen Bergarbeittrverband, hielten Ansprache«, di« in dte

Di« »Oderhessische Zeitung erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugsvrei» monatlich 3000 Ml. mit Zustellungsgebühr. Für assiallrnvr Rümmer» infolge Streit, ooer elementarer Treigniüe leia Ermtz. Verlag von Dr. L. Higeroth. Druck der llniv^Buchdruckerei onn2»d. Sxg. «och. Marti 2123.^ernwrecher 55, Post­scheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a.Wkaiu.

den streng bestraft. Den willigen Eisenbahnern wer­den zu wiederholten Maten dte vollen veuischen Ge­hälter nebst Zulagen ukw. versprochen. Außerdem wird die Versicherung gegeben, daß daS Derttsche Reich keinerlei Maßregeln gegenüber diesen Bedien­steten verwirkttchen dürfe, weder fetzt noch in Zukunft. Die Wiederaufnahme des früheren Bahnbetriebs er­folge nur .zum Wohle der Bevölkerung'. Unterzeich­net ist dte Verordnung: »Ti« Regie'. Anschelnenv auf Grund dieser Bekanntmachung stnd in Worms be­reits 38 Dtenstwohnilngsinhaber, die Ito den Fran­zosen nicht gefügig zeigten, innerhalb 24 Stunden auS ihren Dienstwohnungen ausgewtelen worden. Auch in KarthauS stnd 14 Etsenbahnbediensteie, die unter den Franzosen nicht arbeiten wollten, ausgewiesen worden. Ferner ist der Vorstand deS Betriebsamts Worms n, RegtorungSbaurat Jordan, verhaftet und ausgewiesen worden Deine Familie hat ihm innere bald vier Tagen zu folge«,

BerlM, 24. März. Die Errichttmg der fkanzh sisch-belgifKen Eiscnbahnregie veranlatzi« den RetoS- verkebrsminister zu einer Bekanntmachung an daS Eilenbahnperlonal im besetzten und Einbruchs gebier, die folgendes bestimmt: 1. Keiner Weisung der Regle «st Folge zu leiste«. 2. JedeS Zusammenarbeiten mit der Regte wird untersagt. 3. Ter Aufforderung der Regte, unverzüglich zu den früheren Posten zurück­zukehren und den Dienst wieder otszu . ehmen, ist unter keinen Umstände« und an keiner Stelle nachzu­kommen. 4. Verstöße gegen dte bestehenden Weisungen ziehen schwerste Diszivltnarbestrafung nach sich, ins­besondere Dtenstrntlafjuug und strafrechtlich« Ver­folgung.

London, 24. Marz. Der Sonderbericht­erstatter des .Daily Erpreß" in Rotterdam hebt hervor, daß dte französische Besetzung des Ruhr­gebiets Rotterdam, einen der geschäftigsten Häfen der Welt, lahmgelegt habe. Der Handel von Rot­terdam sei auf 30 Prozent des ursprünglichen zu- rückgcgangen: 30 000 Arbeiter seien erwerbslos ge­worden. Rotterdamer Kaufleute erklärten, die ftanzösifche Aktion sei eine Verletzung des Vertrags von 1868, durch den die Freiheit der Rheinschiffahrt gararttiett werde.

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Berlin, 24. März. Nach den hier vorliegen­den Mttdungen gehen die Franzosen in Bonn be­sonders scharf vor. Oftenbar hat hier der am 16. März fristlos aus dem Bahndienst entlassene Josef Kassel in Bonn-Kesserich seine Hand im Spiel, der für die Franzosen als Spitzel tätig ist.

Karlsruhe, 24. März. Die Franzosen brachten aus Straßburg drei Dampfkranen heran und luden damit in Offenburg die Drehbänke aus den Maschinenwerkstätten auf. Die von der Stadt Offenburg nachgej achte Genehmigung um Hergabe von 200 Tonnen Dienstkohle für das Offenburger Gaswerk rst abschlägig beschisden worden.

Frankfurt ä.M., 26. März. DeFranks. Ztg" meldet aus Wiesbaden: Der bekannte preußische Heer­führer, Exzellenz v.Mudra, ist von den Franzosen verhaftet wotiKn. v. Mudra war der Führer der Arg nenftuvpen.

Vorhalle, 25. März. Der 27 Jahre alte Bergmann Bracht wurde am Sonnabend an der Ba'-nstrecke zwischen Vorhalle und Volmarstein von einer französischen Patrouille erschossen. Bracht befand sich au fder Reise von Hagen nach Bochum vne mutzt« wegen der Zugunterbrechung in Vor­halle aussteigen Er versuchte dann, mit zwei Mit- reiftnkcn seine Reise zu Futz fortzuetzen, geriet da­bei in die Nähe der milttaristerten Bahnstrecke Vor­halleVolmarstein, die er jedenfalls in Unkennt­nis der erlassenen Bestimmungen zu überschreiten versuchte. Dabei wurde er von der französischen Lahnhofswache erschaffen. Die Zeugenvernehmun­gen haben keinerlei Anhaltspunkte für die von ftonzosischer Seite verbreitete Darstellung ergeben, daß von deutscher Seite auf die französische Wach« Schüsse abgegeben worden seien. Trotz wiederhol­ter Bemühungen von deutscher Seite ist dte Leiche bisl-er nicht freigegeben worden.

Baris, 25 März. Havas meldet aus Düsseldorf. Gerolstein habe tu der letzten Nacht ein Zusammenstoß zw-scken einem aus Köln und einem auS Trier kommen­den Zug stattgeftinden. Sech? Eisenbahn-rngesiellte und drei Reisende seien Verwundet worden. Der B-tri-b weö>e im Lause des heutigen Tages wieder hergeflrllt wilden.

Schlägerei zwischen Franzose« und Elsässer«.

Velbert, 24. März. Zwischen Franzosen und Elsässern fand^ in einer-Wirtschaftet«? wüste Schlägerei statt, weil die Elsässer sich mtt Deut­schen unterhalten hatten, was die Franzosen nicht dulden wollten. Durch das Erscheinen der franzö­sischen Wache wurde schließlich dem Strett Einhalt gelten.

Der Sieichswlrtschaftsministe, über die wirtschaft­liche« Folge« des Ruhreinbruchs.

Hamburg, 24. März. Anläßlich eines par­lamentarischen Abends der Deutschen Bolkspartei sprach hier Reichswittschaftsmintster Dr. Becker. TersÄbe führte aus: Da» unbesetzte Gebiet verfügt heute über mehr Kohle als es braucht. Wir stnd über die Wirtschaftsnöte viel besser hinweggrkommen als di« größten Optimisten angenommen haben. Wie steht es aber drüben in Frankreich aus? Frankreich hat bis heute in 2% Monaten nicht mehr als 100 000 Tonnen Kohlen und Koks erhalten. Soviel hätte es im Frieden kn zwei Tagen bekommen. Man dürfe die lieber- zeugung haben, daß es in Zukunft nicht viel besser gehen wird, denn nicht nur der Eisenbahnverkehr, fonderu auch der Schiffahrtsverkehr ruht, «ud das übrige wird der Niedergang der französischen Va­luta besorgen. Die Zukunst Deutschlands ist he«te nicht leicht zu übersehen, aber eines steht fest, daß am Ende des großen Kampfes das deutsche Volk mit einer ungeheuren Schuldenlast beladen sein wird. Dieser Abwehrkampf koktet in der entwerteten deutschen Valuta so viel wie der Weltktteg in der vollwertigen Valuta gekostet hat. Der Minister teilte sodann mit, daß ein Unterausschuß, der am Vortag« im Reichswirtschaftsrat zusamm« «getreten ist, den Weg weist, der für de« Abbau der Außen- handelskontroll« demnächst beschritten werden soll.

Paris, 25. Marz. Die französische« Nach­richtenagenturen veröffentliche« seit einigen Tagen keine Ziffern mehr über die Quantitäten des täg­lichen Transport von Kohlen und Koks nach Frankreich. Nach demJntransigeant" sollen nun­mehr auch die Vorräte aus den Gruben Rhein­baben und den nördlich Buer gelegenen Steinkoh­lenmerken beschlagnahmt worden. Im Laufe die­ser Woche werde auch der Rhein-Herne-Kanal auf einer Strecke von 19 Klm. frei werden. Auf diese Weise könnten 40 000 Tonnen Koks und Kohle nach dem Rhein befördert werden. Weiter meldet der Jntransigeant", daß für Donnerstag neue Opera­tionen vorgesehen seien, über di« man aber nicht sprechen wolle.

Paris, 25. März. SB« derMatin" aus Lille erfährt, hat die dortige Bereinigung der Kohkenhändlr Mg?rteHt, dass in Nordsrankreich Kohkenmangel ein tritt Wenn nicht kn einigen Tagen Kohlen in setzt grossen Men­gen ankommen, müsste« viele Fabriken stillgelegt werden

Paris, 25. MStz.Echo Rationale" VerSsfentt lickt dje Antwort des Ministeriums für die bettelten Ae- biete auf eine Anfrage des Abgeordneten Bosanette über die Verteilung der bis zum 31. Dezember gezahlten Entschädigung für den Wiederaufbau. ES ergibt sich daraus, dass bis zu dem genannten Tage insgesamt 41V* Milliarden für den Wi deraufbau verausgabt waren. Angeblich feien noch Entschädigungen in Höhe von R5*/* Mill'arden zu zahlen.

Paris, 25 März. ..Petit Parisien" meldtt: Mini­sterpräsident Poincare gibt noch vor den Osterferien in der Kammer ausführlich: Erklärungen über die Besetzung des Ruhrgebiets ab, auch wenn zu einet großen Debutt? iixr die eingrbrachten Resolutionen keine Zeit mehr sein solle. -----------^44^

fcerOötleStrortmg taHWnatomififioi

Die Rheinlandkommission hat eine neue Ver­ordnung erlassen. Mit dieser wird den Mikitar- Mrichten der Besatzungsarmee das Recht erteilt, alle Gewaltakte, Bedrohungen oder Einschüchterrw- ten sowie alle Straf- und Unter drückungsmaß- wchmen, die gegen Personen deshalb unternom­men werden, weil sie In dienstlicher Beziehung zu den verbündeten Mächten stehen, abzuurtei­len. Auch die Angehörigen der verbündeten Mächte, die sich wegen ihrer Nattonalität bedroht seLen sollten, werden unter den Schutz des Militär­gerichts gestellt. Die Kommission wird zugleich für sich selber, das Recht festsetzen, allen denen die fötperihfj oder materiell Schaden durch lfffentlichr Unruhen, Verbrechen oder Vergehen, begangen -von bewaffneten oder unbewaffneten An- ßlmmlungen^.«lekden sollten, Schadenersatz «n zu erkennen in Anwendung der Grundsätze deutscher Rechtsprechung. Hebei die Kollektivhaf­tung hat die Kommission entschieden, daß dieser Schadenersatz vorläufig von den Gemein­den zu tragen sei vorbehaltlich der Ansprüche, die gegen das Reich oder ble Staaten bestehen seilten.

Diese neue Ordonnanz ist den amtlichen Stellen Lcher nicht zugegangen. Würde ste tatsächlich er= dessen, würde dies den Gipfel dessen bedeuten, ÄX5 sich die Kommission an Rechts- und Ver­tragsbrüchen schon geleistet hat. Das gilt beson­ders hinsichtlich der erwähnten Regelung non Ent­schädigungen. Bisher harren noch fast alle Witwen tob Waisen der von Desatzungsangehörigen ermor­deten Deutschen auf eine Entschädigung aus der ftanzösischen Staatskasse. Wenn es sich um die Moralische oder materielle Wiedergutmachung sol- chrr Berbrechn handelte, verschanzten sich die Besatzungsstellen hinter juristi­schen Ausflüchten. Jetzt aber will Frank- vich anscheinend großmütig und edelmütig werden, aber natürlich nicht aus der eigenen Tasche, sondern zu Lasten der Deutschen Reiches.

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Personenverkehr auch den kommerziellen Verkehr wie­der äufnet;men und zu diesem Zwecke dte gesamte Verwaltuns übernehmen, und- zwar auch den finan­ziellen Bettteb. Zu diesem Zwecke fei eine »Regie für die Eisenbahnen im besetzten Gebiet' eingerichtet worden. DaS deutsche Pettonal unterstehe somil allein dieser Regie und nicht mehr der Reichsregierung. Zuwiderbanokungen wür-

Marbrrrg Ami«, ira 26. M, Lenzing

Amtliches Berkündigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurhsssische) OüerhesseA

I« 75. MM, 5®tsmWltiM.

[' R stl, 24. März. Stadt und Land der Provinz -VchleswigHolstein begehen heute in würdigen Feiern !»en 75. Gedenktag der schleswig-holsteinischen Er- Hebnug. Die Stadt Kiel trägt reichen Flaggenschmuck, i" **--* die alten dlau-weitz-roten Landessahnen vor­zugsweise vertreten stnd. Schon morgens begann hier jd-" ---er mit einer Kranzniederlegung von etwa 60 Wereiusabordnungeu an den Gräbern der Gefallenen «! dem St. Jürgens-Friedhof. Darauf begaben fiel '*< Vereine im geschlossenen Zuge nach der Rikolai- techc, wo ein FestgotteSdirnst stattfand. Bei der Weier ftt der Universttät hielt Prof. Dr. Hattung den Westvorttag. Rach Beendigung der Universitätsfeier Hthr der MinisterprSsident zu dem Festakt im Kollc- ßiensaal des Rathauses. Nachdem das niederländische Mankgebet verklungen war, begrüßte der Kieler Ober- tzürgermeister Dr. Lueken die Gäste und dantte dem «inisterprästvemen für seine TeUnahme. Er führte WS, daß die Klänge deS Liedes in eine Zeit führten, Ne der jetzigen nicht unähnlich fei, t« die Zeit der «federländischen FreiheitSkämpse. In gleiche Richtung bewege sich heute in Deutschland die Stimmung der

i. Volksseele: Herr mach' mtf stets AuS der gleichen Stimmung heraus erwuchs der Kamps, dessen Erinne­rung wir heute ftstlich begeh«. «ns Schleswig Hott ßetn habe gelitten unter dem Druck Und der Thran- Mrt, dte die dänische Herrschaft ihm brachte, seitdem es sttn Recht verlangte: das Recht der freien Verfassung.

r bar Recht auf Einheit für Schleswig und Hoisteiw 1 Wd auf den Anschluß an das größere deutsche Vater- Wtd. Der Redner gedachte sodann des Vorkämpfers ter schleswig-holsteinischen Idee Uwe Jens Lornsens, testen ttagtfches Geschick ihn unserer Provinz beson tert nahe bringe. Das Ende der jetzigen Bewegung «ächte in Deutschland das Wort wahr werden, das m Anfang der schleswig holsteinschen Bewegung Wmd: »Uv ewig ungedeelt, das ganze deutsche Vater­land up ewig ungedeelt!'

Hieraus ergriff Ministerpräsident Brau« das t «ort. Lang anhaltender Beifall belohnte die Aus- shhrungen deS Redners. Heute Nachmittag findet eine tzststvorstellung im Staatstheater statt. Abends wer- L ten in allen äußeren Lokalen Gedenkfeiern abgehal- ? Au.

Berlin, 24. März. Der ReichSkanzter sandte an ten Oberprästdeuten von Schleswig-Holstein solgen- teS Telegramm: .Zum 75. Male jährt sich der Tag, tet sich Schleswig-Holstein zur Wahrung seiner bet ftssunKsmStztgen Rechte und Freiheiten erhob und «m; Deutschland in Begeisterung und Treue einte. Sin anderer Frethettskampf mit anderen Mitteln, aber nicht minder ehrenvoll, hält unS fest tm Banne. Läge Ihre heutige Freideitsseier ei« gutes Vor» «ttchen sein für den gewaltsamen Sieg von Einigkett, »echt und Freiheit und für das ganze deutsche Volk!'

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Berkin, 24. März. DerLok.-Anz" meldetz Die Führer der aufgelösten Deutschvölkischen Freie beitspartei nahmen heute vormittag im Reichstag zu dem Verbot des Ministers Severing Stellung. Dabei wurde die Rechtswirksamkeit des Verbote» bestritten und an den Staatsgerichtshof ein Protest gegen das Verbot abgeandt und die Entscheidung des Staatsgerichtshofs beantragt.

Berlin, 25. März. Die Führer der Deutschs völkischen Freiheitspartei, die Abgeordnete« Graefe, Wulle und Henning hatten em Samstag beim Reichskanzler um eine Besprechung nach« gesucht. Da Dr. Cuno gestern stark in Anspruch ge­nommen war, ist die Besprechung auf heute fe$t» gesetzt worden. Die genannten Abgeordnete» haben, wie die Blätter berichten, beim Unter­suchungsrichter in Moabit beantragt, am Montag unter Eid vernommen zu werden, damit st«, rote sie erklären, die Haltlosigkeit der gegen Deutsch- völkische Freihertspartei erhobenen Borwürfe rest­los aufklären können. Die deutschnationale Reichs- tagsfraktton hat eine Interpellation eingebracht, in der sie die Auflösung einer polittschen Parket mit parlamentarischer Vertretung als eine schwer» Gefährdung der Freiheit de» politischen parlamen­tarischen Lebens bezeichnet und bk Reichsregie­rung fragt, ob sie die tatsächlichen Unterlagen der preußischen Regierung bekannt sei und ob ste be­reit sei. zu den durch dieses Vorgehen aufgewsw jenen Fragen Stellung zu nehmen. Zn einer «ei­teren Interpellation wendet sich die Fraktion gegen die Anweisung des preußischen Ministers des 3* ttent, gegen alle Selbstschutzorganisationen einW- schreiten und alle Versammlungen, dte stch eineg Saalschutzes bedienten, zu oerbieten oder aufzu- lösen. Diese Anweisung entbehre der rechtliche* Grundlage, soweit es sich um berechtigte Notwehr gegen Störungen sowie gegen gewaltsame Angriffe auf Eigentum und persönliche Freiheit und Sicher­heit hudele. Entsprechende Interpellationen find auch von der deutschnationalen Fraktion des Land­tages eingebracht worden: außerdem hat dir Reichstagsftaktion einen Anttag gestellt, dk« Reichsregierung aufzufmdern, dem landesverrifts» rischen, zum gewaltsamen Umsturz aufreizende« Aeußerungen der kommunistischen Presse, insbeson­dere derRoten Fahne", wie den militärische« Vorbereitungen und dem gewaltsamen öffentliche« Vorgehen linksradikaler Organisationen entgegen» zutreten.

Berlin, 24. Marz. Zu der Versetzung bet preußischen Schutzpolizei in Alarmbereitschaft mel­den die Blätter, daß vergangene Nacht in Gera i« Thüringen drei Kuriere Hitlers abgefangen wor­den sind. In ihrem Besitz befand sich ein Geheim« befehl zur Alarmierung der thüringischen Mit« »lieber der in Hof stationierten nationalsozialisti­schen Hundertschaft. Der Befehl lautet: ,Heute, Sonnabend mittag 2 Uhr Sammelpunkt Hof. Ab­marsch nach unbekanntem Ziel." Rach den Aus­lagen der Kuriere gingen von Hof aus noch vier Automobile mit Kuriere« mit ähnlichen Auf­trägen ab. Die festgenommenen Kuriere tragen , die offiztellen Armbinden bet bayerischen Rational- lozialiste«.

Berlin, 24. März. Nach einetVorwärt»"- Meldung wurden in -den ftLhen Morgenstunde« t« zwei Vororten Münchens Ansammlungen von je mehreren hundert Mann der Hitlergarde beob­achtet, die anscheinend zu einer FelddienstübuuG ausrücktcn.

Berlin. 25. März. In Erävenroda wurde der völkische Schriftsteller Artur Dinier nach einet Meldung derDeutschen Zeitung" durch Gendar­men verhaftet und in das das Amtsgerichtsgefäng­nis nach Liebensiein eingeliefert.

Berlin, 24. März Die von der Berliner politischen Polizei im Hochverratsprozeß Roßbach und Genossen in Berlin und in anderen preussilche« Orten angestellten Ermittelungen nähern sich dem Abschluß. Das umfangreiche, an verschiedenen Stellen beschlagnahmte Material wird im Laufe des heutigen Tages dem Oberreichsanwalt nach Leipzig übersandt. Die in Berlin von der Polizei verhafteten Personen find dem Richter vorgeführt. Gegen sieben Festgenommene ist ein richterlicher Haftbefehl ergangen, nämlich gegen Oberleutnant Roßbach, gegen den stellvertretenden Leiter bet

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Eitre intersoztalistische Delegation in Berlin.

Berkin, 24. März. Die von der Pariser interparlamentarischen Eozialistenkonferenz ge­wählte Delegation ist in Berlin eingetroffen. Sie besteht aus den Genossen Shaw (England), Auriot (Frankreich), Huysmann (Belgien) und Matteoii (Italien). Die Besprechungen des Parteivorstandes mit ihnen haben heute mittag im Reichstag be­gonnen.

Berlin, 25. Mm^. Die Besprechung zwischen Berttetern der sozialdemokratischen Partei Deutt'chlanos und der von der Pariser SozialistenSonferen» der inter­alliierten Länder nach Berlin entsandten Abordnung nahm geifern im Reichstagsgebäuoe ihren Anfang. Die intet- alliierte Abordnung erstattete Bericht über die Pariser Aerhandlungen, tvährend von deutscher Seite die An­schauungen der sozialdemokratischen Partei dargelegt wur­den. Nach der allg-meinen Aussprache trat man begin­nend mit dem Reparationsproblem in die Spezialdebatte ein, die heute fortgesetzt werden wird.

Der Unzetgenorei» beträgt für den 9gejp. Zeilenmillimeter 60.00 Ät (Kleine Anzeige, gegen dar, 33ft,«/, weniger). Amtliche und eusro. Anzeigen 75 SRI Set fd)»ietlaem ro sag 50 «I, Aufschlag. Spät einlaufende oder den Raum über ft, Seite einnehmende JA AuBlL Anzeigen werden nach der leitipaltenbreite berechnet. Reklamen der Zeilenmillimeter "te 240 Mk. Jeder Rabatt gilt al, Barradatt. Belege werde« berechnet, «ei An»> kauft durch die Seichäftrlt. und Vermittlung der Angebote 50 Ä, bei Ueberiendung durch uns Uk Ml. ohne Porto.

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I t Frankfurt, 24. März. Eine ftanzösifche «er» tednung wendet sich an die deutsche« Eisenbahner mit

i tet Aufforderung, sich unverzüglich wieder auf ihre Mosten zu begeben. Die Franzose« wolle« «eben dem