Einzelbild herunterladen
 

5

Blitzschutz- Anlagen ’Ä

Amtliches Verkllndigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberheffei

Rk. 69

Tie «DbexDelRiöx Zeitung etidieint sechsmal wöcheullich. — Sejugsetei* menetli* 3060 Mt. mit Zustellung»gedShr. Für ausfaBeeee Stummer» infolge Streit» »»er elemeutarer Lreiguist« lei» Lrmtz. — Bering von Dr. T. Htuersitz. — Drutk Mi Uut»-B»»dr»tk«rei von 2atz. Sag. Koch, Marti 21,23. — Äernipredi« 55, Post, toefleate: Sir. 5015 »mt Stonffutt e. Mui».

Marburg JomksIbs. len 22. Kirr StÄging

Der Snyigenptei» beträgt für bei 9gejp. ZeUenmillimeter 60.00 ÄL (Kleine Snjeigen gegen bat,33'1,♦/, »«Niger). Amtliche und «»»». Anjeigen 75 Ml. Bei Idnoierije* Satz nO •(* Auffchlug. Spät «telauienb« «der den Raum über lf, Seite einnehmend« Anzeige» werben nach der Textipaltenbreite berechnet. Reklame» der ZeUenmillimeter 240 Ml. Jeder Rubati gilt al» Barrabatt. Belege werben berechnet. Lei Au»- kunft durch btt* (beichaftsst. und Vermittlung der Angebote 80 M, bei Ueberiendung durch un» 60.— Ml. ohne Ports.

58. Wi* 1923

3e iie Bilintn.

Bo» den verschiedensten Seiten find uns in den letzten Tagen Billionenzisfern um die Ohren geschwirrt. Hm Reichstag hat sich bei der Beratung d«S Postetats herausgesteNt, bai die Post einen Fehlbetrag von mehr als 2 Billionen aufzuweisen hat. Im Reichsrat ist fast <«t gleichen Zeit ein Nachtragsetat vorgelegt worden, der kür 1922 einen Fehlbetrag von 7 Billionen naHweist. Eür-lich ist für daS laufende Jahr dem Finanzminister «« Kredit von 5 Billionen zur Verfügung gestellt worden, odaß man auch für das laufende Jahr einen erheblichen Fehlbetrag wird ansetzen müssen. Man wird ohne allzu tzroßer Pessimist zu sein, eine recht dunkle Finanzzukunst vor sich sehen. Dabei ist es unmöglich einen Etat auf- «str.len oder ihn wieder in Ordnung zu bringen.

' Wir führen Krieg an der Ruhr, und das kostet Geld: -rÄ wenn diese Zeit auch nicht dazu angetan ist, die Spar­samkeit biS in die Eiuzelheiten durchzuprüken, so darf die Finanzfrage nicht auf die leichte Schulter genommen wer­den. ES muß gespart werden wo man irgend kann. Unse­rer FinanMirtschast wich ja wesentlich durch die Repa­rationen die schwere Wunde geschlagen. Der Einbruch in das Ruhrgebiet hat nun diese Wunde erweitert und vertieft. Alle Finanzkünst« reichen nicht hin, um sie zu stopxn vnd deshalb hat die Regierung bekennen müssen. daß si­lier Papiersiut hllflos gegenüber steht. Die Billion--n-- riffern beweisen uns, daß wir auch um den letzten Rest unserer wirtschaftlichen Kraft kämpfen. Geling! es uns nicht, den Abwehrkampf erfolgreich durchzuhalten und ‘ «uf eine gesündere wirtschaftliche Grundlage zu kommen, io wird es uns schwer, wenn nicht ganz unmöglich fein, die finanzielle Wunde, aus der wir gegenwärtig bluten, wieder zu heilen.

Die Billionenzifsern sind aber auch die dunkle Kehr­seite der finanziellen Stützungsaktion, die die Regierung zugunsten der deutschen Währung durchgeführt hat. Wenn nicht nur eine Senkung des Dollarkurses, sondern auch eine Senkung der Preise erreicht werden soll, so muht- her Notendruckmaschine mehr Spielraum gelassen we d-n als bisher. Die Regierung hat mit Recht von Tarifer­höhungen abgesehen. Man wird wahrsil-e nlich auch mit einer Herabsetzung der Kohlensteuer zu rechnen ha>n. Alle Maßnahmen stellen erhöhte Anforderui gen an bit Rotendruckmaschlne, da diejenigen Einnahmen, d.e infclg der neuen Tarispolitik unb infolge der Steuerermäßigung «usfallen, durch Notendruck ersetzt werden müssen. Dies- i I Folge muß um des höheren Zweckes willen in den Kau' f; genommen werden. Es handelt sich heute darum, bx Masse der Bevölkerung durch die Schäftung erträglicher Lcbcnbbedingungen vor dem Zusammenbruch zu bewah­ren. Aber wir werden uns dabei doch bewußt sein müs­sen, daß wir eines Tages den Vorschuß, den wir uns jetzt Äeivissermaßen selbst gewähren, wieder zurückzahl, n mäi» Jtn. Wir machen auch jetzt erhebliche Kriegsschulden.

<! Luter diesen Umständen muß ein viel stärkerer Nach­druck als bisher auf die Notwendigleft gelegt werden, daß das deutsche Volk in seiner Gesamtyrit Opfer brirgt, da-- «it das Maß der KÄegsschulde» erträglich bleibt.

---♦---

- f M Aki« «ch Mk.

' * London, 21. März. Schatzkanzler Baldwin erklärte in einer Bakettrede, die beiden unbedingten Not­wendigkeiten für den Bestand Englands seien Friede und 1 Arbeit. England lebe von seinem Außenhandel.

Der Welthandel bessere sich langsam, könne jedoch inner­halb einer angemessenen Zett nicht wieder hergestellt wer- kn ohne eine Regelung in Europa, und die Rege­lung in Europa bebeute die endgültige Regelung der Fra­tzen der Schulden, der Reparationen und der Sicherheit. Ueber Westeuropa hänge eine dunkle Wolke. Aus die zwi­schen England und Frankreich in der Reparation-« frsttge herrschenden Meinungsverschiedenheiten ein- tzehend erklärte der Schatzkanzler, England halte den Weg, den e- verfolgen würde, für den bessere», um Reparationen - btt erhalten. Die Franzosen steiften die Frage der Sicher­heit über die Frage der Reparationen. Baldwin fuhr fort: Was auch immer jemand in England im Augenblick der Erregung sagen möge über den Militarismus in Frankreich oder den ftanzösischen Wunsch, Deutschland |n zertrümmern oder über Komplott der ftanzösischen Staatsmänner — ich nehme keine Notiz davon. Ich er­kenne an, daß der Wunsch nach Sicherheit eine Röntgende Kraft fein kann, der sich nicht- in Frankreich I» widersetzen imstande ist. England sei bereit gewesen. |io{je Opfer zu bringen, um eine endgültige Regelung der Schulde» und Reparationen herbeizuführen. Es sei auch - weiterhin bereit die« zu tun und werde bereit fein, wenn ! [ die Gelegenheit komme, diesen Standpunkt auftrchizu- erhallen. Aber so lange die augenblickliche Lage dauere, scheine der Augenblick der endgültigen Regelung immer weiter verschoben zu werden. Die Frage der Aievarationen unb Schulden könne niemals geregelt wer­den, bevor eine Regelung der Schwierigkeiten in West­europa gefiticheu sei. ,

k Zu den Rheinlandplänen Frankreich- schreibt die „Times": In den anderen Ländern würden die verschiede­nen Bläue für die Internationalisierung der Rheinlande oder ihre Kontrolle durch den machtlosen Lölkerbund nur mit der äußersten Borsicht ausgenom­men werden. Bon dem Standpunft der unmittelbaren Realitäten g sehen, seien diese Vorschläge überflüssig «nck machten nur ein an und ftir sich schon genügend schwer-ges Problem noch verwickelter.

London, 22. März. (Unieibau8.) Aus eine Rn- l frage erwiderte Sonar Sato, daß seit Beginn der Auhrbesetzung die Frage eines milftärischen Gamntie- . Pakte« weder offiziell noch inoffiziell zwischen der brifi- kbrn und der ftanzösischen Äqpenttifi twogen jgu

Rom, 22. März. Nach der vom Mondo in seinem gestrigen Leitartikel ausgesprochenen Ansicht wäre die Stunde für eine nützliche Intervention in der Repara- tionsftage jetzt gekommen. — „Giornale d'Jtalia häft einen allzu engen Anschluß Italien« an Franfteich in der Angelegenheit der Reparationen für unangebracht und glaubt, England werde nicht länger der öffentlichen Meinung widerstehen -können, sondern eingreifen müssen. Die wirtschaftlichen Folg.-» des ftanzösisch-belgischen Ein­marsches in- Ruhrgebiet seien für die Neutralen und für die Verbündeten Frankreichs immer schwerwug-nder, daß Abhilfe geschaffen werden müsft.

Eine verviente Abfuhr Lloyd George«.

Pgris, 21. Mär». Im engl.schen Unt.rhaus nahm in der gestrigen Debatte über die englischen Truppen in Mesopotamien Lloyd George da« Mort, um von der Regierung genauere Erklärungen zu tot-langen. Asaulld, der sich darauf erhob, fegte, daß die Schuld an her Un­klarheit, die Lloyd George rügte, er selber und seine Regierung getragen hätte, die es niemals für nötig befunden habe, die Dokumente und Verträge zu verösfenhlicheu. durch welche Großbritannien zu fer­nem Vorgehen in Mesopotamien veranlaßt wurde. Bona, San> erflärte, daß diese Schriftstücke veröftentticht wer­den könnten, aber erst nach Zustimmung der französischen R gierung. Das Unterhaus nahm be geforderten Kre­dite mit 269 g gen 158 Stimmen an.

Lord d'Abernou in London.

London, 21. März. Ter englische Gesandte in Berlin, Lord d'Abernon, ist am Dienstag nach­mittag in London eingctrosfen und hat bereits am Dienstag abend eine Unterredung mit Bonar Law und Lord Curzon gehabt. Ter diplomatische Kor­respondent der „Westminster Gazette" versichert, aus autoritativer Quelle erfahren zu haben, daß Deutschland beabsichtige, Frankreich zur Regelung der Reparationssrage neue Borschlage zu unter­breiten. Diese Vorschäge werden aber nicht nur Frankreich, sondern aller» Verbündeten übermittln werden. Mit dieser Absicht stehe auch der Betuch des Borschafters in Verbindung.

Der deutsch« Schritt in Washington.

Nach omertlanlschen Mlttei'ungen bar die deutsche Rote in Wasbiugton dtc Bcremchaft Dcinlwlands an e>n-r tnt-.,rnflt‘cna(-n Kommission oder an einer intei- naftonalen Konferenz teilzunebmen, die über die Re- raration<$frage eine Entscheidung treffen toi, ausge­sprochen. Teurschtand würde eS am liebsten lebea, wei n diese Kommission mir auS Wirtschaftlern de stände. Tie Reichsrcgierung schlügt vor, daß solgende Tunkte beraten werden: 1. die Prüfung der angeb­lichen deutschen Verfehlungen, 2. die Untersuchung der deutschen Selstiings- und Zaoinngsfablgkett, 3. tote (.«runblagen und MögliRteiten für eine internationale Anleihe und 1. die Garantien, die die deutsche Reichs­regierung in Verbindttng mit der deutschen Wirtschaft Vt geben bereit ist.

Der Widerst«- hn Rheinland und an der Ruhr.

London, 21. März. Aus dem besetzten deut­schen Gebiet melden die englischen Berichterstatter, daß nach ihren Eindrücken Rheinland und Ruhr noch einige Monate in ihrem Widerstand unbeirrt ausharren können und werden.

Die Lügenpropaganda.

Paris, 21. Mürz. .Newvork Herald" meldet, die Anhänger von Dorten und Smeets rMieten Depeschen nach Paris, m denen c$ heißt, daß 300000 Bewohner der Rdeinlanve sich fflr deren Abtrennung und Ab- baliung einer Voikcabsttmmung aussprScden, die be­weisen würde, daß mehr als drei Fünftel der Bevölke­rung stch für Errichmng einer Republik mit starken wirtschaftliche« BrZiedungen zu Frankreich auS- sprächen.

Reue Mach« der Pariser Presse.

—Bon anscheinend amtlich fiifptffettef Seite wirlsi heute in den Pariser Blätter« eine Meldung ver­breitet, die besagt, daß im Ruhrgebiet ein« über­raschende Wendung eingetreten sei: plÄMch hätten stch deutsche Verwaltungsbeamt« den französischen Behörden zur Verfügung gestellt und zwar z. B. auf Befehl des Regierungspräsidenten in Münster. Die Bürgermeister (von denen ja die meisten ver­haftet find!) hätten sich bereit erklärt, die Kund­gebungen und Befehle des Generals Degoutte be­kannt zu machen.. Die Kriminalpolizei wolle weiter arbetten. Die Ruhrpreffe sei bereit, alle franzö­sischen Mitteilungen aufzunehmen. Zn Düsseldorf sollen sogar die kathÄischen und protestantischen Anstaltsgei^lick-n und das gesamte Gefängnisper­sonal dem General Degoutte angeboten haben, i^re Stellungen wieder eiunehmen zu wollen. General Degoutte hätte diesem Anerbieten wohlwollend (?) zugestimmt. Der „Petit Parifien" begleitet diese Meldung mit dem heuchlerischen Kommentar, dafi man abwarten müsse, was der Zweck dieses über­raschenden Umschlags sei. — Es träte zweckmäßig, einen derartigen auf den ersten Blick al<- Sensti- tions-Tendenzmeldung erkennbaren Ausflnsi einer geradezu gemeingefäbrfi-fien Lügenpropaganda in den Papierkorb zu wersen, wenn es nicht auch im übrigen Ausland deutschfeindliche Zeitungen gäbe, sie bei einem Stillschweigen der deutschen Presse die nötigen Schlüsse aus einer solche« ZWtsrierung Parijer Zal^nridunAen zöge«.

Der Grund wird wohl sein, daß die gesunkene Stimmung in Frankreich etwas gehoben werden muh.

• e

e

Paris, 20. März. Die heute hier abgebaltene iozialiftische Konferenz der alliierten Länder bat sich bis zum 29. Mär, vertagt, um inzwifchen der Delega­tion, die stch nach Berlin begibt, Gelegenheit zu ge­ben, mit der deutschen sozialdemokratischen Partei zu verhandeln. Die Entschließung, die nach Beendigung der Beratung angenommen worden ist, bat folgenden Wortlaut: 1. Tie Lösung des RevarattonSproblems und des Problems der internatwnaien Sicher;- dl ist nnertätzttch für den friedlichen Wiederaufbau Europas. Diese Lösung Darf keinen politifdien Hintergedanken verbergen, der beispielsweise auf territoriale Annexion oder auf die künstliche Schaffung von Puflerftaaten auvsgedt: 2. Tte augenblicklich betriebene Rubrpolittt kann keine Lösung dieser Probleme bringen: 3. Die Eigenliebe aller Regierungen bildet im Augenblick ein HindernlS für Vf-rbantoiungen. Aus vielem Grund bestimmt die Konferenz e*ne viergliedrige Delegation, die mtt der sozialdemokratischen Partei verbandeln soll über eine den augenblicklichen Notwendigkeiten angepatzt« Fassung des ReparationSvlancS und Vie ’Sietrhtgütigen unter denen Internationale Sicherheit erlangt werden kann. — Wie bereits berichtet begibt stw oie aus einem Engländer, einem Franzosen, einem Italiener und einem Belgier bestehende Delegation morgen nach Beritn.

Amsterdam. 21. März. Der Korrespondent des »Allgemeen Handclsbiad'. Nypels, der stch kürzlich in Wiesbaden cufDielt, schreibt seinem Blatte: Bereits einige Zeit vor dem Ruhrkrieg haben die Franzosen toegonneii, höhere Beamte aus dem altbesetzten Gebiet auszuweisen unv haben dies in größerem Matzstabe soilgeieyt nacyvcm die Aufmerksamkeit der Welt sich aus die Sreigiusie im Ruhrgebiet tonjentriert harte. Alle, die aus dem 'Mein und im Rveiuland Interesse bauen, sollten meines Erachtens neben dem Ruhrge- bkt auch dieses andere oon den granzoien besetzte Gebiet im Auge bebauen. Denn wenn nicht alle Zei­chen trugen, Haven wir dort binnen kurzem liebet» rrrfujnnffru rtr erwarten. Man scheint auch dort weiireichenve Pläne zu haben.

Zu 8e TrocguerS Reise.

Berlin, 21. Mär^ Zu der Pariser Meldung über die Erklärung Le TrocguerS gegenüber einem Havacvcrtrclct nach seiner Rückkehr aus Düsseldorf bei den Brenwioffmenaen betnertt das Wolfs Büro: liilenn j. Zi. eine Million Tonnen Kohle und 450 000 Totmen Koks im Ruhrgebiet aus den Halden liegen, so ist das nichi ein Ereignis, vas von den Franzosen cr.Uett wurde, sondern diele Konlen- und Koksmengen wi-rtoen bisher von den Bergardeliern fretrotaig ge- fkrden. Diese Förderung hört auf ieder Grube auf, sobald die zwangsweise Abvesörderung erfolgt. Im übrigen ist die Abbeförderung mit Hilfe französischer Arbeiter unter bewaffneter Bedeckung bisher nicht über 40000 Tonnen täglich binausgegangen. Das ist noch nicht ein Prozent der deutschen fteiwilligen Lie- truingen evr dem 18. Januar 1923.

Zur Wieveraustmhm der Täiiglett der Militär, kmtirolllommisfion.

Paris, 21. März. Eine Pariser Zcitungsmei- d.ing betagt, d'e sran;ösi<cde Regierung hätte in den letzten bet »em englischen Kabinett avgesragt, ob dieses “ bereit fei, mtt Frankreich zusammen die Tättgkett der Interalliierten SüftttärkonttoLkommtssion wieder aufnehme» zu lasten. Engwnd habe sich dazu in zustimmendem Sinne geäußert. Der englttoe Ver­treter in der Kommission, Oberst Btngtzam, habe aus London dieselben Weisungen erhalten tote General Rollet in Paris. Die Kommission nimmt tnsolg:- desten mit bet inzwischen eriolgten Zustimmung Deutschlands ihre Tätigkeit wieder auf, jedoch hängt tlc pratttsche Durchführung ihres Programm- davon ab, tote weit die totalen deutschen Behörden die Kon- ttolle ermöglichen werden.

Das deutfche Eigentum i« Amerika.

' N e w y n » ,^lew -York Herats

meldet aus Washington: Der Besitz, der noch von dem Treuhänder für das Eigentum von Staats­angehörigen der ehemaligen feindlichen Länder ver­waltet und der auf 300 Millionen Dollar geschätzt wird, wird bald verkauft werden, wenn die Regie­rung votteilhafte Preise erzielen kann. Der Erlös wird wahrscheinlich als Garantie für die aus dem Krieg« sich ergebenden Ansprüche Amerikas an Deutschland verwandt werden.

li.

Mik- 1285 SWslMijUMN des DeMes Reiches Garantiert von der Reichsbank Sckilutz der Zeick'nunq:

3m Wat auf Smeets.1

Koblenz, 21. März. Der Haoas-Bertreter in Koblenz meldet, die Rhetnlandkommission hab« beschlofien, ihre Bettreter zur energischen Bettet« bung der Untersuchung der Ankläger gegen 6meeto aufzufordern und sämtliche erforderlichen Berhaf« hingen unb Haussuchungen, namentlich unter den Mitgliedern der alldeutschen Bereinigungen unb den Redakteuren der nationalistischen Blätter vor« zunehmen. Ferner mutzten die Direktton und bi« Beamten bet Telephonzentrale einem Verhör unterzogen und unter allen Umständen in den An« klagezustand versetzt werden, da seit einigen Tage» Smeets von sämtlichen Telephonverbindungeu ab» gekchnitten fei. Die Rheinlandkommission habe sich ferner mit dem Plane befaßt, ähnlich wie in Ober» jchlcsten, ein militärisches Sondergericht etnzu« richten.

Köln, 21. März. Wie das Wolff-Büro hört, ist es den Bemühungen der Kölner Polizei gelun­gen, den Anschlag gegen Smeets aufzuklare» und die Persönlichkeit des Täters festzustellen. Nähere Eingaben können, um den Gang der Unter­suchung nicht zu gefährden, zurzeit nicht gemacht werden Zlach den in der Wohnung des Täters Vorgefundenen Papieren scheint es stch um eine» jugendlichen Phantasten zu handeln. Der BufNarungsarbeit der amtlichen deutschen Stelle» standen umso grötzere Schwierigkeiten entgegen, al« jeder Anhalt für die Persönlichkeit des Täter« fehlte

« »

Frankfurt a. M., 21. März. Wie wir erfahren. 66* die ftanzöfftwe Befatzungsbehörde aiS Saakttou gegen die angeviich von Deutschen verübten Anemar« gegen französische Soldaten von beute ab jeden Ver­kehr nach und au« dem besetzten Gebiet von 8 UQt abends bis 5 Uhr morgen« verboten.

Paris, 21. März. (Eine Havasmeldung au« Koblenz entschuldigt die heute in Kraft getretene neue Verkehrsbeschränkung mit dem besetzten Gebiet damit, dah diese den Verkehr schädigende Matz- nahme durch die Notwendigkeit veranlatzt sei, er unruhigen Elementen unmöglich zu machen, ft» Rheinlande Attentate zu verüben unb sich sodann nach dem nichtbefetztcn Deutschland zu flüchten, wo ihre Straflosigkeit gesichert sei.

Französischer Schutz für Mörder.

Itter, 21. Mätz. Vot einigen Tagen hat hier bet Friseur Hammer am Spätabend den Fuhr­mann Nikolaus Krewer erschossen. Die deutsch«, Gertchie erließen gegen ihn einen Haftbefehl, dessen Ausführung jedoch von der franzöfischrn Be» satzungsbehörde verhindett wurde, da Hammer unter französischem Schutz stehe.

DEtt Protest.

Berit«, 21. März. Der deutsche GefchästSträger in Pari« batte der französischen Regierung am 25. Februar eilte Rote überreicht, in der unter Anführnn« einiger besonders krasser Fälle gegen die an bet Be­völkerung de- Ruhrgebiets verübten Getoalttättgkette» der ftanzösischen Truppen protestiert wurde. Dabei batte die deutsche Regierung stch auSbrückltch borde« Latten, auf Grund be« von ihr fortlaufend gesammel­ten Materials für lebe« begangene Unrecht volle Ge­nugtuung zu fordern. Vor einigen Tagen bat mut der deutsch« Geschäftsträger tn Paris der sranzösische,- Regierung in einet Rote eine Sammlung toeitere« Beispiele ton Gewaltakten det französischen Truppe» hn Ruhrgebiet unter Protest Übermittelt.

NeLmss-eobeWevSeblete«.

B o ch u m, 21. März. Au« Essen wird berichtet: Die ftanzösische Jngenieurkommission. die bord« vor einigen Tagen in Begleitung eine- starken belgischen TruvvenmisgebotS die August Tbyssen-Sütte befttzte. Hat auf mehreren Logervlätzen photosraphifibe Aufnahme» der Bestände an Kohlen, Halb- unb Fertigst,brikoten ge­macht, obwohl die Werkleftung entschieden dagegen pro­testierte. Gan» besondere Auftnerksamteit widmeten bi» Mitglieder bet Kommission den Ncuanlagen, die di» August Tbvsftn-Hütten zurrest als Ersatz für die ver­loren gegangene« HaqeMnger Anlagen errichtet bat. Da tote Ausnahme der Bestände bet der Kürze Zett nataM gemäß nur in oherftächlicher Weise erfolgen konnte« war zweifellos der Hauptzweck dieser Eingriffe, Einblick in die ProbuktionSm ög lichkeiten unb bie technischen Er­neuerung-« des Betriebes zu gew-nnen.

Ludwigshafen, 21. Marz. Die ftanjik fische Besatzungsbehörde hat über Ludwigshafe» eine neue Verkebrsiperre verhängt unb zwar eo» abends 8 Ul>r bis 5 Uhr morgens. Der Grund pt ser neuen Sperrmaßnahme ist noch nicht z» er­fahren.

Ludwigshafen, 21. May. Der total» demokratische pfälzische Landtagsabgeordnete Kör, net ist heute vormittag von den Franzose» »er» hastet worden.