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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (das früher kurhessische) OberheffD
Di« „OdertzeffUche Zeitung eil Mut led>«mal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich 3000 Mi. mit ZusteUungsgedühr. Für auriaüende Nummern infolge Streiks ooet Rr. K elementarer Ereignisse kein tttia*. — Verlag von Dr. T. Httzeroth. — Druck der ■ * Unip^Buchdruckerei von Seb. Lug. Koch, Markt 2L23. — Kerniprecher 56, Post» icke Skonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.
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Umtos Wimo her ikWUl-n MtMit
F London, 20. März. In einem „Frankreich» Weg Sicherheit" überschriebenen Leitartikl führt die Westminster Gazette" aus, in Paris werde Poincare We Absicht zugeschricben, die Alliierten zu fragen, wir »m sichersten wohl die Entwaffnun-sver-tlich. kungen Deutschland» erfüllt würden Wenn eine fflche Frage gestellt werde, so werde klar ersichtlich, bah «re Konferenz von erster Bedeutung statt- srn d e. Welche Antwort auch immer gegeben werde, es Mnne nichtdievonLouchrurgewünschtefein, ter die FraK: der Errichtung einer rbeinische» Republik wieder aufgeworfen habe. Es wäre wünschens- Wert, bah dir französischen Staatsmänner sich mit den Wirklichkeiten beschäftigten und nicht mit Träumen. »» bestehe nicht die geringste Aussicht ans hie Errichtung einer solchen Republik. Die bmt)chen Bewohner dieses Gebietes dächten nicht an b-t L»slösung von Deutschland, im Gegenteil, d e r d e n t) ch e j »verstaub fei von Woche zu Woche festet geworden: Präsid.-nt Ebert fordere die Männer »es Ruhrgeb'-ts auf, scstzuhalten und finde willige Be- «itschast. Trotzdem sr: zu Höften, dah dir Daregungen. ut- Deutschland über seine Loge zu mnkft'n bereit sei. zp fiteren Verhandlungen führen. Es sei zwecklos, wenn pankreich erkläre, daß eine Intervention einer anderen Macht als feindselige Handlung angesehen werde. Früher oder spsäter müßte der Versuch er- folgen, einen Ausweg aus dem äugt nblick- «chen Stillstand durch Verhandlungen zu finden. Deutschland müsse jede Anstrengung in die'cr Richtung ermutigen und es werde sehr wenig Sympathie Dchen, wenn es alles auf den Widerstand sehe und keine Nercitschast zeige, die Bedingungen anzunehmen, di« zur Grundlage diplomatischer Erörterungen gemacht werden Müßten. Wenn die Forderung Frankreichs nach Wiederherstellung an »weiter Stelle komme, dann E Es Frankreichs Sache, seine Wiederberstellungsvo:- Mläge abzuändern und den würgenden Griff vom Ruh» gebiet wegzunehmen, sowie Sicherheiten auf eige- »<m Wege zu leisten.
London, 20. März. Der Pariser Berichterstatter ta „Times" wiederholt, daß nach französischer An- pcht ein neues Regime oder Garantftiystem entdeckt werden könne. Eine passende Formel müsse noch fle- frntrfn werden. Die kürzlich erfolgte Anstveisung preußischer Beamter sei nach der Ansicht des Berichterstatters bezeichnend; dir Franzosen beständen darauf, daß auf Kdcn Fall die rheinischen Provinzen von rheinischen Beamten verwaltet werden müßten.
Der diplomattsche Berichterstatter des „Daily Cyro- wcwe" hebt hervor, daß Leucheurs letzter Vorschlag betreffs der Loslösung der Rhcinlande von Deutschland als Unabhängige Republik nicht nur dem Geist und dem Buck- l i des Versailler Vertrages, feebein r«b tm anrr« rannten i.uternationalcu. Recht entgegen- Ue-setzt sei. Er bedenke nicht nur die Zertrümmerung 1 «r deutschen Einheit, sondern die Stellung dieser Zer- Mickelung Deutschlands unter die Aegde oes Völkerbundes, dessen moralisches Prest'ge durch dir Neber- »ahme einer solchen Verantwortung ruiniert würde.
London, 20. März. Dem diplomatischen Bericht- i wstatter der „Daily News" zufolge verdient die Grenob- ji J®- Rcde Loucheurs besondere Aufmerksamkeit, weil fc zweifellos die in Frankreich immer mehr verbreiteten «rsichtcn widerspiegele. Mtt Bezug auf die Erklärungen Loucheurs, daß di« Rheinprovinz von Preußen ttsgelöst werden müßte, daß es jedoch «in Fehle» t-in würde, zu versuchen, die Rheinprovinz politisch und wirtschaftlich vom Deutschen Reich zu trennen, schreibt der Berichterstatter, dieser Vorschlag scheine über alles hin- ! «Szugehen, wa» irgendeine englische Regierung unterstützen könne. Der Grundton der «rtrschen Politik bezüglich der Entmilitarisierung des «heinlandes sei, daß ein fester Entschluß bestehen muß, 1 [ «ß die Rheinprovinz weder politisch noch virt- »chaftilich noch in irgend einer anderen is KeisevonDrutschlandlosgetrenntwerde» bü r fe. Das, was in England vorgeschlagen worden M, gehe nicht über die parktische und wirksame Anwendung der Rheinlandartckel be» Friedensvertrages hinaus. Dieser Plan könne, sowett er endgültige Gestall ang» wunmen habe, wie folgt »usammengefaßt nerden:
1. Ein allgemeiner Vertrag bei gegenseitiger Garantie unter der Aegide de» Völkerbünde» mit ; Rsonderen Abmachungen »um Schutze sowohl Frankreichs als auch Deutschlands.
2. Anwendung der Artikel 42 und 44, dir eine dauernde Entmilitarisierung des linken Rhein» »f« r s vorsehen;
k 3. Entwicklung (besonders lleberwachung de: »rate gisch en Bahnen) der Ausgobei:, die dem Völkerbund aufgrund des Artikels 213 zugcw esen worden pnb und in de mm vorgesehen wird, daß der Bölkerbunds- ttt mit der Anstellung einer Untersuchung beauftragt Bird, die die Mehrheit seiner Mitglieder zur Beobachtung der militärischen Bestimmungen des Vertrages für notwendig hält.
Paris. 20. März. Die Hcwasagentur, die Aor zwei Tagen aus Washington berichtete, der deutsche Botschafter habe der Regierung lediglich •in Memorandum über die Lage im Ruhrgebiet tderreicht, verbreitet heute die Meldung, Staats- r Nfretäi Hughes habe eine Mitteilung erhalten, Wren Veröffentlichung oder Weitergabe an Poin- das deutsche AusVärtige Amt gewünscht tzgbe.
Man bemerke (gesagt ist nicht, wer diese Bemerkung macht), es stehe dem deutschen diplomatischen Vertreter in Paris zu, Poincars zu informieren.
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London, 20 März. Bonar Low teilte, wie gemeldet wird, gestern im Unterhause mit, e» treff« nicht zu. daß Deutschlaich kürzlich endgültig Frankreich 7500 Millionen Dollars, d. s. ungefähr 1600 Millionen Pfund Sterling sük Regelung der Reparationen ausschließlich der bereits ^leisteten Reparationen in Bar, Kohle. Eisen und Waren angcboten und daß Frankre-ch d eses Angebot akgrlehnt habe, ohne einen alternativen Vorschlag zu m • den. Der Premierminister fügte Hinz«, daß unter gewissen Bedingungen Deutschland zur Feit der alliierten Konferenz in Paris beabsichtigt habe, ein Angebot von l1/» Milliarden Pfund Sterling zu machen. Die britisch« Regierung sei damals der Ansicht gewesen, daß bei Gewährung . eines Moratoriums 2*/t Milliarden Pfund innerhalb der Zahlungsfähigkeit Deutschlands liegen wür- öen. Aber diese Vorschlag» seien von den Alliierten nicht angenommen worden.
Pari», 20. März. Bor dem Senaksausschuß für die Finanzen erklätte Poincarö, Frankreich befind« sich augenblicklich angesichts der Einstellung der deutschen Zahlungen, in einer außerordentlichen, aber vorübergeh:ndrn 'Lage. Der Ministerpräsident verteidigte bet von der Kammer verworfne Regierungsvorlage, die zur Deckung des Defizits die Erhöhung der Steuern verlangte. Der Finauzminister teilte mit, daß trotz des erhöhten Ein- (Zangs an Steuern im allgemeinen Budget mit einem Defizit von 2 Milliarden Franken zu rechnen ist.
Parts, 21. Mär;. Die interalliierte sozialtsttsche Konferenz tn Paris hat, wie Havas mitteitt, bescytos- len eine aus je einem Vertreter der beteiligten Lander, England, Frantteich, Italien und Belgien, zu- lammeugeietzt- Delegation naey Berlin zu entsenden, die mit den deulichcn Sozialisten über die Repara «tonsfrage und die Besetzung des Ruhrgebiets verhandeln soll. r ; . e . _ .
Abg. Höllein vor dem Pariser Untersuchungsrichter.
Der in Paris verhaftete kommunistische Reichs- tagsabgeordnete Höllein hat nach einer Meldung der „Voss. Ztg." vor dem Untersuchungsrichter dagegen protestiert, daß er nicht als politischer Eefan- g°ner, sondern als gemeiner Verbrecher behandelt werde. Er erklärte, daß er von heute ab den Hungerstreik beginnen werde, wenn er nicht in die politische Abteilung de» Gefängnisses übergeführt werde.
Der zufriedene Le Trocquer.
Paris, 20. März. Der französische Arbeitsminister Le Trocquer ist gestern in Düsseldorf an- gekommen und hat die Grube „Concordia" besichtigt, auf der man im Begriff ist, 3000 Tonnen Koks für Frankreich ftt Verladung zu bringen. Ve Trocquer fuhr dann nach Essen, wo er die ftanzösischen und belgischen Ingenieure versammelte und ihnen feine Anerkennung für die vollbrachten Leistungen aussprach. Den Vertretern der Presie erklärte er, die Ausbeutung der Koksten- und Koksvorräte auf den Erubenplätzen der Ruhr habe begonnen und werde ohne Unterbrechung fortdauern. Einer der Haupttransportwege, der Rhein—Herne-Kanal, ist vor einigen Tagen sabotiert und unbrauchbar gemacht worden. Er ist dank den Ansttengungen unseres Personals wieder instand gesetzt. Die Deutschen werden erkennen, daß wir die von ihnen aufgerichteten Hindernifle nacheinander wieder beseitigen werden. Rach seiner Rückkehr nach Düsieldorf empfing der Minister wieder einige Vertreter der Presse, denen er sagte: Ich kann hinzufügen, daß mit Ende dieser Woche von den Lagerplätzen der „Toncordia" ungefähr 2000 Tonnen pro Tag abtransportierl werden sollen. Er habe den Rhein—Herne-Kanil besichtigt, wo die Deutschen Boote versenkt haben, um die Schiffahrt zu stören. Der Verkehr konnte jedoch sofort wieder ausgenommen werden. Ich bin von meiner Reise außerordentlich befriedigt. Der Miniftar ist gestern über Aachen nach Paris zurü^ekehrt.
Der Eeneralftab der Rheinarme« in Düsseldorf.
Paris, 20. März. Aus Düsseldorf wird gemeldet: Die Verlegung des Eeneralstabs nach Düsseldorf hat gestern stattgefunden. Der ganze Eeneralftab der Rheinarmee ist im Stajlhof untergebracht worden.
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Set Hit, 21. März. Der deut ich« Kefchäftsträglr in Paris ist ang-nviesen worden, der französischen Regierung eine N-w zu übergeben in der Angelegenheit f-er von dem Militärbe^Lshaber in Essen als Geisel fts'g'nomm-nen 10 anges-^ntp Einw-bner der Stadt. In der Note wird darauf biug-wi-sin, daß die ftanzösiscken Befehlshaber anstelle de? Rechtswege? anm in diesem Falle wieder die Anwendung drakonischen Kriegr^brau- chrs geivähtt hätten. Wie sollten für einen Vorfall, fiter dessen Tatbestand noch völliges Dnuiel herrsch«, ohne weiteres die Bevölkerung verantwortüch machen. Die
deutsche Regierung verlangt die sowrllge Freüassung und stellt außerdem den Antrag sowohl den Vorfall in Buer wie auch den Vorfall in Essen sofort einer internationalen Untersnchnngskommission zu unterbreiten. Dies« Unter- snchungskvmmission tofirbe gemäß d-m Haager Ab kam- (men über die Erledigung internationaler Streitfälle von 1907 alle bei biefen beiden Vorfällen in Bettachi kommenden Tatfragen auftullären haben.
Berlin, 21. März. Der deutsche Geschäftsträger in Pari» hat der fmnzösischen Regierung eine Note überreicht, in der es mtt Äizug auf einen Befehl be» Kommandanten der 47. französischen Infanteriedivision in Recklinghausen, General Loignelot, der angeblich der Ver Hinderung von Sabotageakten an den Verkehrsmittel-: dienen soll, heißt, der Befehl laufe aus die Einführung eines allgrmeinen Geiselsystems hinaus. Willkürlich ans- gewählte deutsch« Beamte werden für den Fall einer Beschädigung bet Verkehrsmittel mit schweren Freiheitsstrafen bebroht ohne Rücksicht darauf, ob sie überhaupt in bet Lage gewesen wären, biefe Beschädigungen zu der hindern. Außerdem wird offen von dem System be- Kollektivstrafen Gebrauch gemacht, ba Geldbußen »ich andere Repressalien gegen ganze Städte festgesetzt werden, einerlei ob in den einzelnen Fällen die Stadtbevöl- kbrnng in irgendeiner Weise als mitverantwortlich angesehen werden kann oder nicht. Der Befehl stellt alsi einen neuen Versuch bei französischen Befehlshaber dar, die deutschen Beamten unb die deutsche Bevölkerung mit völkerrechtswidr g.-n Mitteln zu Dienstleistungen gegen das eigene Land zn zwingen.
Das Auswärtige Amt ließ dem Reichstag ein zweites Weißbuch über den Ruhr-Einfall zugehen. Das Buch umfaßt die Aktenstücke über den französisch-belgischen Einjall in das Ruhrgebiet, die Besetzung von Offenburg und Appenweier, die Häfen von Wesel und Emmerich und des Gebiets zwischen den Brückenköpfen von Mainz und Koblenz. Ferner enthält das Weißbuch die Akten üher dia wirtschaftlichen Maßnahmen der Reichsregierung anläßlich des Ruhrüberfalls.
Zm Merrtat om| Smeek.
Köln, 20. März. Die „Cologne Post" teilt mit, daß der britische Kreisdelegierte Piggott nach dem Bekanntwerden des Anschlags auf Smeets sich bei den deutschen Behörden vergewisserte, daß dem Verletzten alle mögllche Hilfe zuteil werde und daß die polizeilichen Nachforschungen nach dem Mörder mit ollem Nachdruck betrieben würden. Mit Rücksicht auf mögliche Zwischenfälle seien dem Kreis- delegierien besondere Vollmachten dach Artikel 12 des Rheinland-Abkommens übertragen worden (Berbot von Verfammkungen und des Nachtverkehrs). doch werde er davon keinen Gebrauch machen, weil sich keine Anzeichen der Beunruhigung zeigten. Zum Schutz der Druckerei der „Rheinischen Republik" seien aber besondere Vorkehrungen getroffen.
Frankreich «nd der Ucderfall auf Smeets.
Die französische Presse, an der Spitze der -Temhs", äußern sich sehr «tragt über bas Revolver-Attentat auf ben Führer der „rheinischen Republik SmeetS. Sie nehmen den Vorfall zum Anlaß, um darauf hinruws-sen, daß bi« deutschen Nationallsten immer mehr die Herrschaft an sich reißen. Der „Temps" macht auch der xpg-- lischen BesatzungSbcbörd« von Köln den Vorwurf, daß sie nicht genügend für Leben und Sicherheit des Smeets gesorgt habe. Das Blatt fordert weiter von der ftanzösischen Regierung, daß sie Dr-itschland gegenüber be» Falls Smeets wegen „angemessene Sanktionen" anwende.
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Gilt 5t. Gungs.
Sfat» Anlaß der Wiederkehr de» oberschlesischen Slbkummnngstages sand tn Berlin ein Empfang des Vorstandes des vberschlesischen .Htlfsbundes statt, btt dem Retchstax^rdgeordneter Ulitzka tat Auftrag Ober- <a>reifrt3 da«. Treugelöbnis zum Deutschen Reiche aussprach. Der deuttcde Anspruch auf Oberschlesien würde nie erltzlchen. Bei allen Sorgen für den Westen dürfe der Osten nicht vergessen werden, weil bet Ausgang des «bwevrlmnpses an Ruhr und Rhein auch für den Osten entscheidend sei.
Hierauf ergriff der Reichskanzler das Wort: Die Augen Deutschlands sind nach Westen gerichtet, zum Rbein. zur Rubr. wo ein friedliche« Volk tat schwer- ften Abwehrkampf gegen einen wtttschastsfeindlichen AkilitarismuS stritt und täglich neue Beweise von Tapferkeit unb Disziplin erbringt, die die Weltgeschichte ander» wetten totrb, als das schlummernd« Gewisien biefer Zeit. Dori entscheidet sich der Kampf nm Deutschland, feine Sinbeit und Qohlfabtt. Zur Beenbiaung des Abwebrkampfes (tehöre nicht allein her Wille bet Front, sondern vor allem auch bet Wille der Heimar. 3« länger die Besetzung, umso fester muß dieser Wille werden und die Wechselwirkung Zwischen äufferer und innerer Front. Die ReichS- reoieruna veraitzt neben dem groben Kampf an bet Rubr auch di« besonde'-en Röte und Leiden der übrigen B«bSrf«rungfeile i:U)t. Die Befürchtung, daß der Riibrtonfltkt nach dem Osten übergreife, ist biStzer nicht etngetroffen. gleichtoohl sei in bei Entscheidung über Meme! et ne schwere Wunde geschlagen. Der s.'anzler rief dem Memellande, da» nicht einmal tn einer Abstimmung sein« Wünsch« anSdrücken konnte, eine» warmen Sruß zu, im Bewußtsein der Unzer»
retßbarkeit der Bande zwischen BolkSgenoffen. ettt dem Memellande ist ein Stück von Ostpreußen to»ee- rtfien, ba» selbst «tn gefährdeter Außenposten des Reiches ist. Seine Lage ist umso schwieriger gewov- beit, alS auch die Grenze an der Weichsel und bet Zugang bet ostpreutztschen Bevölkerung zu iht M»H aller deuttcben Bemühungen nicht so gestaltet worden ift, wie Ostpreußen es nach dem Vertrage von »e> satlles zu erwarten berechtigt war. Unsere Protest«, die wir auftechterhalten, verhallen ungeböri. Amy Pte Abftennung bet Orte be« «reise« Sattbot sei et« Feblspruch gegen den der Protest beftehm bleibt. Tas ßemetafame So« der Abwehr fremder Uebet- griffe, das gemeinsame Schicksal des Ringen« um deutsches Land und die Erhaltung deuttcher Kultur« und Wtrtschaftswerte verbindet un;ertrennlich Ost und West. In keinem Teile de« Reiche« ist die Aw> teilnahme an dem Geschick bet Bevölkerung im Wellen und dem glücklichen Ausgange des Kampfes an bet Ruhr größer als gerade tat Osten. Wenn alle unser« Bolksgenosien so Zusammenhalten und so zum Vaterlande stehen, wie Ost und West, dann wich unser Volk m'ch auS der gegenwärtigen Rot, Bchrängni« unb Eiend einen Weg finden in bessere Zeiten, zu kraftvoller Entwickelung aller in ihm schlummernde« großen Kräfte, aus Knechtschaft zur Freiheit.
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Hamm, 20. März. Aus der Revierkonferen^ der Vertrauensleut« des Verbandes der Berg« arbeitet Deutschlands wurde eine Entschließung angenommen, die sich gegen jeden Versuch wendet, der geeignet sei, den Widerstand zu lähmen, oder Den Kampf zu verlängern. Die Reichsregierung wird ausgefordert, keine Möglichkeit unbenutzt zu lassen, durch Verhandlungen gleichberechtigter Re« pietungeM den Ruhrkampf zu beenden und di« Re« paratiottskrise zu lösen.
Ctac Flugschrift der Reichsregierung.
»erlitt, 20. März. Wie der .Lokalanz.» au« parlamentarischen Kretten erfährt, befindet sich bet der Reichsregirrung eine Denkschrift über die wirtschaftliche Lage des deutschen Reiches vor der Ferllg- stellung, bU demnächst als Flugschrift zur AnfNaruug der össentlichen Dietnung des Auslandes beröffenthebt werden soll. Die Flugschrift baut sich auf bett staatlichen Äua<~n des statistischen RetchSamteS auf und enthält Tatsachen und Zahlen zur Beuneilung ter Leistung unb der Zahlungsfähigkeit Deutschland« bis kurz vor dem Einbruch der Franzosm und Bel- gter in das Ruhrgebiet. Eine Menge graphifcher Tabellen erläutert das umfangreiche Material.
Die deutsche T jflntaitieibe in Amerika
Rewhork, *20. März. Das Bankhaus Ferso« Sons & Co. erklärt, daß eS sich um den Einspruch Frankreichs gegen die deuttche Dollarschatzanletbe nicht zu bchlmmeiit vabe. Ein Bankbaus fei tritt« politische Ctflü-.ttfarioiu Das Staatsdepartement habe übrigens keine Einwendungen dagegen erbobett, daß die deutsche Anleihe auch tn Amerika zur Zeichnung aufgelesl werde.
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6|ti unb Mr.
Berlin, 20. März. Die „Voss. Ztg." stellt ge der Erschießung eines französischen Soldaten im Hauptbahnhof von Essen fest, daß die Umgebung des Bahnhofs in der Nacht zum Sonntag um 2 Uhr, als der Schuß fiel, vollkommen menschenleer ge» wesen sei. Es sei ficher, daß sich zu jener Zeit kein Ztviltst am Bahnhof oder in der Nähe des Bahnhofs befunden hat.
Berlin, 20. März. Von der ftanMfche« Besatzungsbehörd« find noch einige weitere Bank» direttoren in Essen als Geiseln verhaftet worden. Aus ftanzöfischer Quelle verlautet, daß di« Festnahme von Bankleitern erfolgte, um den Eingang der Geldbuße sicherzustellen, di« der Stadt Essen für den Fall angedroht wurde, daß der Mörder der französischen Soldaten nicht ermittelt wird.
Hastmtlassimg Ouaatz'.
Essen, 20. März. Auf Grund der Vorstellung«« des GeschästsfübrerS der Handelskammer Essen ist btt Reichstagsabgeordnete Dr. Ouaatz gestern Abend von den Franzosen mit der Begründung, daß er nttbt verantwortlich für die Geschäftsführung bet Handelskammer fei, aus dem Zuchthaus in Werden entlasse^ werben.
Dir Furcht vor ber Wahrheit.
London, 20. März. Rach einer Meldung be« .Financiel Time«* aus Essen hat der alliierte Mift- rärkommandanl infolge der Rachrichten in der neutralen Presse über die Vorgänge in Buer beschlösse«, allen neutrale« Breflevertretern die SrlaubuiS zum «ufentvall Im Ruhrgebiet zu entziehen. Biele Journalisten haben am Montag das besetzte Gebiet bet» lassen müssen.
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Aus Buer wird uns von einem z. 3t in Marburg weilenden Herrn H. folgender Bericht zur Verfügung gestellt:
Die Vorgänge, die sich am 11. d. Mts. in Buer abgespielt haben, find ein so unglaubliches Beispiel der entmenschten Art der ftanzösischen Besatzurqs« armee, daß es Pflicht eines Deutschen ist, sie der breitesten O'ffentlichkeit zugänglich zu mache«, be« mit alle Welt erfahrt, welch zügellos« Horden un« eren hartdedrängten Induftriebezilck iu Wr» hatten. - - . "*A