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1923

WH* ff

etnfetzen.

Fraurnhilft.

Dollar

Scklutz der Zeichnung:

5onno6tnii, Den 24. Mz 1923

Katbolische Mütirrvereinigung.

Katholischer Jungftauenverrine.

E-rbcnSnitttehL täte und ftutft düng., Unsere b ungern und

b.schlagnahmt Stroh- und Futtervor» oder requiriert die Stosse zur Bellet- Familien aber darben; unsere »Inder stieren, unsere Säugktnge geben an

Evangelischer

Frauenvrrrin

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lahmen, das Reich und Preußen werde« alles tun, um die Ernährung sicherzustellen. Wo sich aber Schmarotzertum und Gewinnsucht Einzelner zeigen, mutz mit aller Schärfe vorgegangen werden. Die Gegner zeigen keine Bereitschaft zu freier und ge­rechter Verständigung, zu der die deutsche Regie­rung immer bereit ist. Der Kampf, in dem Deutschland allein steht, mutz mit der Waffe des pasfiven Widerstandes und gestützt auf das gute Recht Deutschlands geführt werden. Unterwerfe sich Deutschland, dann sei es geschehen um Selbst­bestimmung und Zukunft der deutschen Republik, um die wirtschaftliche und soziale Stellung der deut­schen Arbeiter und ihre Weiterentwicklung, die dem französischen Kapitalismus ein Dorn im Auge ist. Der Reichspräsident schlich mit einem warmen Appell an die Männer von der Ruhr, auf deren tapferer und besonnener Haltung Deutschland voll vertraue. (Stürmischer Beifall.)

Darauf sprachen Arbeitsminister Dr. Braun sowie die Führer der Wirtschaftsorganisationen und Verbände und der Gewerkschaften des RuhrgebiÄs. Aus allen Ausführungen klang die Ueberzeugung, datz an dem festen Willen aller Volksschichten des Ruhrgebiets die feindlichen Pläne scheitern werden. Rach der letzten Rede stimmte die Versammlung begeistert in das dreifache Hoch auf das deutsche Vaterland ein und machtvoll durstbrausten die Klänge des Deutschlandliedes den Saal.

Beim Verlassen des Dersammlungshaufes wurde der Reichspräsident von einer vieltausendköpfigen Menge, unter der sich die zur Revierkonferenz heute hier versammelten Bergleute befanden, begrüßt.

F r a n k f u r t a. M., 17. März. Unter dem Vor- ntz des RcichSmttttsters für Ernährung und Land- totrttooft, Dr. Luther, fand heute bler eine Be­stechung mit den Behörden der südlichen besetzten Sebieie von Preu Heu, Bavern, Baden und Hessen statt, zu der Vertreter der LandeSreaierimgen, der Landwirtschaft und des Handels, der Städte und der Gewerftchasten zugezogen waren. Aus den Verhand­lungen war zu entnehmen, datz die Lebensmittelver­sorgung des besetzten Gebietes nach jeder Richtung bin gesichert ist and weiter gesichert werden wird, fo- lt'kft nicht die widerechtlichen Eingriffe der Franzosen He Versorgung unterbinden oder den Verkehr zum Erliegen bringen. Trotz aller Schwierigkeiten wird die Reichsregiernng alles daran setzen, der notleiden­den Bevölkerung im besetzten Gebiet mit allen ibr zur Verfügung stehenden Mitteln zu belsen und sie in den Stand zu setzen, den ihr aufgezwungenen Wirffchafts- kantps erfolgreich zu bestehen. Bei den Verhandlun­gen kam wiederholt der einbettliche Wille des altbe­setzten Gebietes zuin Ausdruck, mit der gleichen Freu­digkeit tote dies an der Rubr geschieht allen Gewalt- ntatznabmen der Franzosen zum Trotz die Abwehr biS zur Gewinnung einer Lebensmöglichkeit für das deut­sche Volk dnrchzuküyren.

Dr. Sucher sprach abends im Klub für Handel, Industrie und Wissenschaft über Deutschlands Ab- wehrkamps an der Ruhr. Er sprach al» genauer Sen­ner die Eigenarten deS Ruhrgebiet, de« er eine Reihe von Jahren als Essener Oberbürgermeister angehört bat. Man denke im Ruhrgebiet wsttfchastltch, die «rbeiterbevöllerung empfinde, daß, wenn der stanzv- fische Plan gelänge, eS nrtt allen sozialen Einrichtun­gen vorbei sein und eine wtrftiche Versklavung der Bevölkerungömasse eintreten würde. Aus diele» Grundlage sei der Wille zu festestem Widerstand et» wachsen, der ein echtes Volksringen darstelle. Dieser Widerstand müsse zur Schaffung einer deutsche« Le- kensmöqlichkeit sichren, weil sonst entweder ein Chaos cMtreten würde, datz ununterbrochene weitere Erschüt­terungen die Folge fein mühten. Der Minister wies noch aus die schweren Ausgaben hin, die gleichzeitig mit dem Abwehrkampf zu erfüllen seien, gab aber der festen Ueberzeugung Ausdruck, datz, wie die Bevölke­rung am Rhein und an der Ruhr den äutzeren Kampf durchkämpf-, so auch unser inneres Reichsleben der schweren Belastungsprobe durchaus gewachsen sei« werde.

auch zwei Kommunisten anS Deutschland alS Redner austraten, nämlich der thüringische Reichstagsabgeord­nete Höllein und der Vertreter der kommunistischen deutschen Jugendorganisation. Nach Schluß der Ver­sammlung nahm die Polizei die beiden itaNenischen Kommunisten sowie Höllein fest. Da Höllein ohne Patz nach Frankreich gekommen ist, soll er heute vor» tnittag auSgewiesen werden.

Lord d'Abernon erstattet Berich«.

Wie derLokal-Anzeiger" wissen null, begibt sich der englische Botschafter Lord d'Abernon nach London, um seiner Regierung Bericht über die Lage zu erstatten Es sei damit' zu rechnen, daß er sich mindestens eine Woche in der englischen Hauptstadt anfhalten werde.

Meute Md die zerstörten Gebiete.

Poincare erteilte kürzlich aus eine Anfrage des Mar­quis de Lubarsac eine ausführliche Antwort über den Umfang, in dem bie französische Regierung von ihrem An­spruch auf deutsche Sachlieferungen im Jahr 1922 Ge­brauch gemacht hat. Diese Mitteilungen sind außerordent­lich interessant, denn sie beweisen, daß eS nicht Deutsch­lands, sondern Frankreichs Scholl» ist, wenn der Wie­deraufbau der zerstörten Gebiete Nordfrankreichs so gar nicht vom Flecke kommt. Frankreich hätte im Jahr 1923 für trou Millionen Goldmart Sachlieserungen beanspru­chen können», tatsächlich hat es nur für 209 Millionen Goldmark angefordert. Hiervon aber wurde nur ein Elftel für den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete verwandt, wahrend zehn Elftel für Ztvecke der hinter der fetzigen ftanzösischen Regierung stehenden Schwerindustrie angefordert wurden. Die übrigen Alliierten haben die ihnen zustehenden Sachlieftrungen fast in vollem Umfange beansprucht, und haben sie auch erhalten. Frankreichs tatsächlich gestellten Ansprüche sind ebenfalls voll be­friedigt worden. Bsi der Bereitwilligkeit der dentschen Industrie und der Reichsregiernng, den Sachlieferungsver­pflichtungen nachzukommen, kann auch kein Zweifel dar­über herrschen, daß Frankreich, wenn es nur gewollt fcätte, SachliefernnAM in der VoUkN, tyM piflehenden Höhe erhalten hätte.

Dieser Tatbestand zeigt deutlich, daß es die französische Regierung keineswegs eilig hat, die Kriegsspuren in ihrem Lande zu verwischen. So fiegnt die Dinge in Wirklichkeit, und wenn viele Bewohner der zerstörten Gebiete noch heute über vier Jahre nach Kriegsschluß, kein festes Dach über ihrem Kopfe haben, so ist nicht Deutschland, sondern ihre eigene Regierung daran schuld.

Paris, 17. März. Wie Havas mitteill, sind feit einiger Zeit zwischen dem englischen Ardeitsministerium und dem französischen Ministerium für die befreiten Gebiete Verhandlungen im Gange über den Umfang einer etwaigen Beteiligung englischer Arbeitslosen am Wiederaufbau der nord französischen Departements. Die Verhandlung m ständen vor einem baldigen Abschluß: die Zahl der Arbeitskräfte sei allerdings noch nicht endgültig festgesetzt. Obwohl die französischen Unternehmer die Gewißheit hätten, die erforderlichen Arbeitskräfte im laufenden Jahre vollzählig zur Verfügung zu haben, hätten die Vertreter des ftanzösischen Ministeriums für die befreiten Gebiete sich bemüht, die englischenDelegierten durch einen Arbeitskontrakt für die Engländer zuftieden zu stellen, der demnächst die Zustimmung der beiden Regie­rungen finden und unterzeichnet werden solle.

Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg. M

Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhess«

Der Reichspräsident richtete an die Menge Worte bes Dankes und der Mahnung. Er erklärte, daß Besprechungen völlige Uebereinftimmung der Meinungen ergeben haben und daß die Regierun gen alles tun würden, die Röte der Ruhrbevölke­rung zu lindern. Preistreiberei und Wucher sollen energisch bekämpft werden. Der uns aufgezwun­gene Abwehrkampf sei gleichzeitig ein Kampf um die Freiheit der Nation und ein Kampf um die Existenz der deutschen Arbeiterschaft. Noch zeige der Gegner keine Bereitschaft zum Frieden, zu der die deutsche Regierung stets geneigt sei. Heute gelte mehr denn je das Wort: Einer für alle und alle für einen.

Hamm, 18. März. In der Versammlung, in der heute nachmittag Reichspräsident Ebert die oben im wesentlichen wiedergegebene Rede hielt, sprach auch der Oberprasident der Provinz West­falen, Granowski, dem Reichspräsidenten das Treu­gelöbnis aus. Dieses Treugelöbnis sollten alle hören, die auf die llneinigkeit des deutschen Volkes spekulierten. Der Oberpräsident schloß seine Rede mit einem Glückauf für den Reichspräsidenten.

6i« MM auf Smttts.

Köln, 18. März. Gestern abend kurz nach 7 Uhr erschien im Büro der rheinischen Sonderbünd-, lers Cmeets kn der Luxemburgerstraße 26 etn' Mann im Alter von 2528 Zähren, in dem Cmeets mit seinem Schwager Kaiser und einem Angestell­ten namens Trier anwesend war. Der Unbekannte gab sofort, als er die Tür aufmachte, zwei Schüsse ab, die jedoch fehlgingen. Eine dritte Kugel traf Smeets an den Keblkopf, durchschlug den Nacken und traf den hinter Smeets stehenden Kaiser, der sofort inständigen Polizeibehörden alles zur schnellsten Natur, daß an feinem Aufkommen gezweifelt wird. Von dem Täier. der durch ein Elasfrnster sprang und entfloh, fehlt jede Spur.

Köln, 18. März. Die an Smeets vorgenom­mene Operation ist gut verlausen. Dte Kugel

Katholischer Deutscher Frauenbund und Zen trat verband

Marburg

Sen 19. Mrr

Leuzin g

Sh »Er BtifiolslaM

Hamm, 18. März. Der Reichspräsident, Reichsarbeitsminister Dr. Brauns, Reichswirt- schastsminister Dr. Becker, preußischer Minister des Innern Severing und preußischer Handelsminister Sterung sind zu Besprechungen mit den Führern der Behörden, der wirtschaftlichen Organisationen, der Gewerkschaften und der Arbeitgeberverbände des Ruhrgebiets eingetroffen. Auf einer von 1500 Delegierten des Ruhrgebiets besuchte« Versamm­lung hielt der Reichspräsident eine Ansprache, in der er der Bevölkerung des Ruhrgebiets Dank und Bewunderung des deutschen Volkes für den Ab­wehrkampf aussprach, in dem die Beamten, An­gestellten und die Arbeiterschaft wetteifern. Dieser Dank gelte ollen denen, die an Rhein und Ruhr, in Hessen, Pfalz und Baden die Not und Last des pasfiven Widerstandes tragen. Der Widerstand sei vontan und aus eigener politischer und wirtschaft- icher Erkenntnis und ohne jede Aufforderung der Regierung entstanden. Arbeiter wie Unternehmer erkannten sofort, daß das deutsche Wirtschaftsleben und die deutsche Einheit in höchster Gefahr standen durch den Einbruch ins Ruhrgebiet, den leicht- ertigsten Bruch von Recht und Moral, den die neuere Geschichte kenne. Der Einbruch, der wirtschaftlich ein vollkommener Wahnsinn ist, sei die krage Aeußcrung des politischen und wirtschaft­lichen Imperialismus. Deutschland ist nicht durch eigene Schuld in diesen Kampf geraten und habe die größten Opfer gebracht, um die rechtlose Be­setzung weiterer Gebiete zu verhindern. Er ge­dachte der erschreckend hohen Zahl von Volks- geno'sen, die eins fremde Militärwillkür dahin­gemordet hat. Die Fürsorge für die Hinterblie- ben-nt soll eine Ehrenpflicht des ganzen deutschen Volkes sein. Die Opferbereitschaft werde nicht er-

ffin Rolltzm ter Um».

Bochum, 16. März. Heute vormittag tagte bler eine Konferenz von Delegierttnnen einer Reche vo« Frauenveretne« au- dem gesamten besetzten Gebiet, wobei beschlossen wurde, einen Aufruf zu veröftent- Ileben, der dte Bedrängnis der Bevölkerung an der Ruhr und in manchen Teilen des RbetnlandcS in er» schotternder Einsachheft und Etndrtngltchteit schildert. U. a. heitzt es darin: Eine große Zahl französischer und ve«gischer Truppen zehrt von unseren knappen

Frauen- und Jungftaucnverein. .Arbeiterwoblsabrtt. Katholischer Mädchenschutz.

Verein. Vaterländischer Frauenverein. Verein Deutscher Frauenkultur. Evangelisch-Westfälische

Mangel an Milch zugrunde; unsere greisen Männer und Frauen geben in Lumpen betteln um ihr karge- Brot. . . . Deutsche Mteschwesternl Wir wissen, datz Ihr mit glüpenden Herzen unserem Kampfe folget, sicht uns auch weiterhin zur Seite und helft unS, Ruhe und Besonnenheit wahren. Vergeßt nicht, datz mtr auch für Euer Leben und Glück, für das Bestehen und Gedeihen unsere- und Eures Vaterlandes unS

Paris, 18. März. HavaS meldet aus Düssildott. >bke französisch-belgische Kommission sei gestern dort knig'rtoffen, um an Ott und Stelle die Frage der ^entucllen Schaffung einer rbrinischen Währung zu vrü- «n In dieser Kommission sei Frcmlrttch durch den Dele- bnr Brngu- de France, Srr.'^l. vertreten.

Paris, 18. März. Di- französische kommunis!!- Partei veranstaltete gestern Abend eine Protest- dNdgebung gegen die Ruhrbesetzung, tu deren Ver­ruf außer englischen and italienischen Delegierten

Di» »Obethessistbe Zeitung" erscheint lechem«! wöchentlich. Bezugspreis monatlich -- 3000 Mk. mit Zustellungsgedühc. Für ausfaQenbe Nummern infolge Streits ober

m. 66 elementarer Lreignisie kein lkrmtz. «erlag von Dr. T. Hitz-roth. Druck der

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Qa.

SAtzaiMilumn des DeuWen Reiches

Garantiert von der Reichsbank

Die Neparationskommiffion und die Soldanleihe.

Auf den Einspruch der Repko gegenüber der deutsche« Goldanleihe weist daS 89. B daraufhin, daß die Repko gar kei n Recht hat, die deutsch« Regierung in der Ausgabe von Anleihen zu behindern. Im übrigen geht aus bent Anleiheprospekt deutlich hervor, daß die Devise« au- dicscr Anleihe nicht für Ausgaben des Reiches Brrwen- dung fänden. Sie gehen in das Eigentum der Reichsbank zur Bildung eine- FoickS über, der ledig­lich einen Devisin-AnsglttchssondS darstelU. und der bi- zur Rückzahlung der Dollarschatzanweisungen als solcher erhalten bleiben soll. Abgaben aus ihm dürfen nicht ohne Gegenleistung stattfinden. Durch den Ertrag der Dollarschatzanweisungen soll die RttchSbank Mittel in fcie Hand bekommen, um das Ergebnis ihrer erfolgreich«« Markstützungsaktion zu sichern, also einer weite­ren Währungsverschlechterung vorzubcugcn und ein wei­teres Steigen der Preise aufzuhalten.

Das Verhalten der französischen {Regierung gibt erneut ihre wahren Absichten in unvcrhüilter Fornl zu erkennen, sie zeigt deutlich, daß es ihr gar nicht darum , zu tun ist, die deutsche Währung gestützt zu sehen, um da» .mit Deutschland «pamtionssäbiger machen, sie will vielmehr unter Mißbrauch der Repko der deutschen Re­gierung eines der Abwehrmittel au- der Hand sch lagen. Dieser unerhörte Vorstoß, der sich würdig anreiht an die Terror» und Willkürakte int besetzten und Einbruchsgebiet, muß das ganze deutsche Volk zur Be­sinnung Bringen und ausrütteln. In dem Willen, ben französisch-belgischen Einbruch in beutfche- Gebiet ab* zuwchren, ist das beutsche Volk einig. ES wird auch die­sem neuen Attentat auf seine einheitliche Ab­wehrfront durch ernt um so stärkere Beteiligung an der Anleihe zu begegnen wissen. . ,'i-

Bos MMlmmmte skiM-e M.

Aus den Kombinationen deS Auslandes über Berhand- Lrngnt in der Ruhrftage ist sehr geschickt und nach bewußter Mgie die Behauptung getoorben von Friedensbe­mühungen Deutschlands. Pcttinax weiß schon Uas die deutsch« Regierung verlangen roilL Er meint; Erstens würden Frankreich und Belgien das Recht be- ßülteu, militärische Kräfte im Ruhrgebiet M belassen; sie müßten aber alle Ingenieure und Beamten »bberusen. Zweiten- mußte aus dem linken Rbein- nfe r das durch btt englisch-französisch-amerikanische Kon- tzvttion vom 28. Juni 1919 geschaffene System der un­abhängige« brutschen Verwaltung wieder» Hergestellt werde«. -

r Da ist Tardine entschieden deutlicher. Obwohl er ziemlich sicher weiß, daß die Brüsseler Konferenz von dem schttttweisen Rückzug im Ruhrgebiet nur al- von riner Eventualität gesprochen hat, die dafür wird Man sorgen niemals Wirklichkeit werden soll, verlangt er noch schärferen militärischen Druck. Ja dasJournal Ms Debats" spttcht jetzt ganz klar, waS man t» Frank- . mch dentt. Die Einzelheiten der Vergleichsbedingungev ßien unter den gegenwärtigen Umständen nebensächlich k«no müsse sich unterwerfen oder znrücktreten. Bor der Ausnahme der Verhandlungen über die Sache müsse er die aufrührerischen Instruktionen rückgängig machen, die v. Ikn Beamten in ben besetzten Gebieten erteilt habe, fc habe den Geist des Widerstandes mit allen ihm zu Ge- btte stehenden Mitteln geschürt. Diese Hetze müsse in «nz Deutschland ein Ende nehmen. Ein derartiger Um» Mwung werbe aber erst eintreten, wenn das deutsche Volk die Regierung, die es bent Ruin entgegen führe, gezwun­gen habe, sich zu beugen. DerTemps" verlangt, daß Deutschland seine Vorschläge offiziell und unmittelbar an ke beiden Besatzungsmächte Frankreich und Belgien richte und nicht an die Reparationskommisswu Diese ' würden sie selbstverständlich den übrigen Alliierien, deren Schuldner Deutschland sei, und- sicher -wach der Regir- Wmg der Bereinigten Staaten Mitteilen. Wenn der kutsche Vorschlag bann eine gründlichere Debatte ver­kette, wett>e die Reparafionskommisjion gewiß über jene fragen zu befinden haben, für di« sie zuständig sei.

Ä«S allodcm gewinn man ben klaren Eindruck, dis bas ganz« Gerede von der ftanzösischen Regierung mitaufgebracht sei, um dem von der Ruhrfrage etwas er- terbeten Volke zu zeigen, baß Deutschland in kür - rester Frist sich Beugen toerbe. Frankreich mit Strgergefte! Demgegenüber ist es für uns immer wieder titifl sestzustcklen, daß wir es bisher nur mit diplomati- Jfcn Tricks und französischer Mache zu tun haben, denen M auch vom Reichspräsidenten tote der Regierung selbst richtig geantwottet wurde. Nicht wir wollen eine »Atmosphäre schaffen", sondern Frankreich. Seit Wil» Ms 14 Punkten wissen wir, was wir von den Tricks «er Frinbe zu halten haben!

Berlin, 18. März. Wie WB. bestätigt wird, ist im Lause der diplomatischen Unterhandlungen, die in den drrschiedrnrn Hauptstädten seit Beginn der Ruhraftion Ito f logen werden, der Standpunkt der Reichsregiernng m den letzten Tagen erneut auch in Landon und Washing­ton dargelegt toorben. Die Meldung aus Washington, taß auch diese letzte beutsche Darlegung weder ein Er» kchen um Vermittelung noch jonstige Anträge ent« klten habe, ist ttchffg.

! i Französische Fantasie«.

' Paris, 17. März. Havas verbreitet folgend« Mel- kj ans Washington: In Abwesenhttt des deutschen Bot- fchrfters Babe brr Botschaftsrat Beim Staatsdepartssmentz Vorgesprächen. Man habe ernstlichen Grund zu der An­nahme, daß er Staatssekretär Hughes die Lage auSttn- ändcrgesetzt und üBer die Haltung DeutschwtchS in der Alibrfragc sich geäußert habe. Der Besuch stehe, wie ver­kante, int Zusammenhang mit demjenigen, den kürzlich kr deutsche Botschafter in London zu dem gleichen Zweck Bei der englischen Regierung gemacht habe. In autorisier- kt Kreisen nehm« man an, baß diese beiden Schtttte DmtschlandS darauf abzielten, «ine Atmosphäre zu schaf- ßn, di« di« eventl. Wiedcraufnahm« der Verhandlungen Mit Frankrttch wieder ermögliche, ohn« bent Prestige eines wr beiben Länder Abbruch zu tun. Eine Intervention kr Vereimgten Staaten fei jedoch nach wie vor un­wahrscheinlich.

Paris, 18. März. Im Ouai d'Orsay wurde heute kgende Mitteilung ber ftanzösischen Regierung ausgc- kbcn: Zu ben Gerüchten über eine Vermittelung, die fet einigen Tagen verbreitet werden, erklätt die fron» M sche Regierung, daß jedes Angebot einer Vermittelung W? unfreundliche und feindselige Handlung angesehen Mird. Dir ftanzösische Regierung ist entschlossen, den Anregungen fein: Rechnung zu tragen, die im ©inne einer Ermittelung von Neutralen oder Alliierten ausgehcn wnnten. Frankrttch wird nur Vorschläge annrhmen, ihm offiziell und direkt von der deutjchen Regierung Umacht werden.

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