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Marburg

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Amtliches Verkllndigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessei

__________________________________ SÄ£ 58 Wi.

Xun 1K (TOS*»' »nzeiaen werden nach der Textipaltendrette berechnet. Reklamen der Zellenmtllimeler

Donnerstag, den 15. Marz 1923

Der Anzeigenpreis betrügt fit den 9gefp. Zeilenmillimeter 6000 «t (Kleine Anzeigen gegen bar, 33'1,/, eentaei). Amtliche und aus». Anzetgen 75 «t B- Sa, SS »I. Aufschlag. Spät einlaufende oder den Raum über »».Sei

~ ------ <*.!<.v>4- t....*,». n» Zeilenmillimeter

$65 Stgtinis im Mssrl.

' Paris, 14. März. Der Sonderberichterstatter des jdDhitin" hat mit, wie er sagt, den quolisizierlesten Per» Lnlichkeiten in Brüssel über die Lage gesprochen, und es ft ihm über die Auffassung in Belgien folgendes getagt Mwten: Man müsse immer wieder daran erinnern, daß hie Franzosen und Belgier nach dem Ruhrgebiet getont« Mn seien, um bezahlt zu weiden. Jede ReparationSrcg«- hmg sei aber unmöglich, wenn nicht eine eng« Verbindung Wuschen der Ausdehnung der Besetzung und der Aus- dehnung der Bezahlung bestehe. Deutschland wüßte nun» Wehr, woran es sei, ebenso wüßten dies die reichen Natio- wen, ohne die eine Regelung der Reparationen nicht mög« LH sei. Auf di« Frage deS Korrespondenten. waS man Diter den Worten:Je nach Regelung ..." verstehe, fugte «an ihm, man müsse in dieser Frage nicht den Flächen- gmm allein in Betracht ziehen, sondern die Bedeutung X zu räumenden Gebiets. Eine Stadt von 500 000 Einwohnern fei unter Umständen eine ganze Provinz jert. Außerdem könne ein Nachlafsen gewts,er LLnktionen Ai« gleiche Bedeutung haben, »ie die Zu rückziehung der Truppen. (!) Aus die Frage nach der Hitze der deutschen Zahlungsverpflichtun­gen und ob hierbei vielleicht der Londoner Zahlungsplan Mit 132 Milliarden Gold mark gemeint sei. erfolgte fol­gende Antwort: Es ist klar, daß ein neuer Repara­tiv nsplan ausgearbeitet werden muß. Frank­reich und Belgien müssen sich einig fein und sich darüber mit England und Italien verständigen. Alle müssen an dieser R'gelung teilnehmen, die nur nach einer moralischen Kapitulation Deutschlands stattfinden könnte. Deutsch­land müßte diskutable Vorschläge machen. WaS Fran- ßosen und Belgier anoetrifft, wird sind bereit, aber jelbst- berständlich wäre es ein schwerer Fehler, wenn Deutsch­land in seiner gegenwärtigen Stellung verharre. Sollte «ter, was wir hoffen wollen, eine Einigung zustandekom- le»n, in der eine den verwüsteten Gebieten entsprechende .Priorität den Vorrang hat, find wir natürlich gerne be° -reit, je nach den Sicherheiten und Garantien, die uns gegeben werden, das Ruhrgebiet zu räumen. Ans btt

: Frag: des .torr spondenten, ob das Ruhrgebiet als<cher- . heil und Garantie ausgenutzt werden könnte, lautete die

Antwort:Gewih nicht. Das gestern offiziell verkün­dete Ziel ist: Das Ruhrgebiet ist ein Druckmittel für die Reparationen und für den Fall des beharrlichen Widerstandes Deutschlands ist es ein Zahlungsmit­te l" Wenn man nicht au diese Garantie glaubt, sagte der Korrespondent, muß man Deutschland demolieren, fcttttn aber muß man auf jede Zahlung verzichten und kann allerdings werden sie auf den aktiven Wider­stand der g-ir.-n Welt stoßen. Aus die Schlußsragf ,L8erdcn Sie bald wieder zusammentommen?" erfolgte die Antwort:Sehe bald wieder in Paris. Die Grundsätze kiner gemeinsamen Politik sind fest gelegt worden, jetzt schreiten wir zur Ausführung. Alle technischen Borte- «itnng.m nach allen Seiten sind getroffen und Frank­reich und Belgien find in allen zu treffenden Fragen dolltommen ein4k"

Zu der Unterredung desMotin" mit den belgischen Persönlichkeiten, wie derTag" meint Thrunis, schreibt das Blatt sehr richtig:Sehr beachtenswert ist aber vor allem die deutliche Absage an die französische These, von der Notwendigkeit einer Sicherung durch immer t-cikrgreifenoe Besetzung deutschen Gebietes. Es ist Meifeltas richtig, daß die Verwirklichung dieser sran- »ösischen Gedankengänge zur völkigen Zerstörung Deutschlands führen müsse, und wir wollen sesthalten, daß ein Mitglied der belgischen Regierungdiche Wahrheit öffentlich anertonut hat.

Parts, 14. März. Der Sonderbertchtrrslatter der .Information' in Brüffel will tn feinen Unter* Erdungen mit befglsttzem potiitfchen PerfönUchtoiten Ken ganz Naren Eindruck gewonnen haben, daß die, Kclgische Regierung, unterstützt von der öffentlichen Meinung, bet den demnächstigen Berhandkungen die -keparationsfrase «in- für allemal für Deutschland zu t«6eht und aus die Ide« der internationalen Anleihe turückMkontmen win sche, die in fünf Jahren schritt» weise dir Reparationssvrderungen i« begleichen er­mögliche.

Brüssel. 1. März. Zu den Hiesigen Ver­handlungen mit Poincarä wird noch bekannt, daß don französisch« Seite die Bereitwilligkeit erklärt worden sei, zur Begünstigung des belgischen Han­dels und der belgischen Industrie in sämtlichen Kolonien und Ptotektoratländern Frankreichs den deutschen Handel zu verbieten.

Paris, 14. März. Ministerpräsident Theunis wird doraussichtlich nächste Woche zu et na neuen fr a n - «ösisch-belg'ischeu Konferenz nach Paris rei- sin. Hier sollen di« bei bei Beschlagnahme von Kohlen tent Koks erzielten Ergebnisse geprüft und da endgül­tige Plan erörtert werden, durch den man Repara­tionen hereinzubekommen, und die für die Sicherheit Frankreichs und Belgiens afordalichen Garantien- bei Deutschland durchzusetzen gedenkt.

Vorschläge aus Amerika.

! London. 18. März. In hiesigen politische Sfrci« fm treten jetzt hartnäckig: Gerücht« auf. di« sich nur schwer Nach prüfen lassen. Man kann sie etwa wie folgt zu- fammenfassen: Nachdem der deutsch« Reichskanzler durch nichtamtliche britische Stellen rirgeladen worden war, seine Pläne bekanntzugeben, sei man jetzt hier zu der An­sicht gelangt, daß die Brüsseler Besprechung zu einet I Bonn der Vermittlung führen könnte. Es heißt, daß Euno ausgefordert würde, zu erklären, ob er bereit sei, Vorschläge aus Amerika anzunehmrn und ob er den Gr» fcanfen einer W^nchalt-tsnsercuz zur endgültigen Ent­

scheidung des Reparationsproblems unterstützen würde. Hochgestellte Persönlichkeiten, die aber nicht unmittelbar mit der Regierung in Verbindung stehen, zeigen eine große Betriebsfamkeit nach dieser Richtung. Man spreche auch von bet Aussicht, Bonar Law könne gezwungen werden, in einer Umschriebenen Weise Frankreich klar zu machen, sdaß ber Tag der friedlichen Regelung gekommen sei.

Um di« Besetzung weiterer Städte.

Paris, 14. März. Der Außenpolitiker des Petit Journal" bestätigt, daß der französische Mi­nisterrat sich in der letzten Woche mit einem Plan militärischen Ursprungs beschäftigte, die Besetzung auf dem rechten Rheinufer progressiv auszudehnen. Von zunächst zu besetzenden Städten seien genannt worden: Karlsruhe, Heidelberg, Mannheim, Darm­stadt und Frankfurt a. M. Der Berichterstatter lagt, Vorschläge dieser Art seien zwar geprüft, aber nicht festgehalten worden. In Brüsiel habe man davon nicht gesprochen. Man darf also auch die Frag« stellen: Wird in Paris nicht mehr davon ge­sprochen werden? Diese Frage verneint der »Petit Parisien".

Paris. 14. März. Ter Kriegsminister hat die Einberufung des ersten Kontingents der Re­kruten des Jahrgangs 1923 auf den 10. Mai un­geordnet.

Paris, 14. März. In den Militärgcfäng- niffen von Belfort, Metz und Nancy werden beson­dere Zellen für bk aus oem deutschen besetzten Ge­biet zum Strafvollzug"nach Frankreich zu über­führenden Gefangenen hcrgerichtet.

Der Tagesbericht von Magi not.

Paris, 14. März. Kriegsminister Maginot hat sich nochmals vor der Presse über seine Reise ausgesprochen: die Bevölkerung sei ruhig, im Ruhr­gebiet herrsche Ordnung. Die Besetzung werde zwar streng, aber mit Umsicht und Kaltblütigkeit durch­geführt. Um dieses Ziel zu erreichen, habe man 8000 Schutzpolizisten ausweisen müssen, sowie eine große Anzahl von Beamten. Einige Ge­heimagenten seien zwar zurückgeblieben, aber diese seien umzingelt und binnen kurzer Zeit werde das ganze Gebiet rein sein. Die Einheit des Komandos sei durchgeführt. Die Belgier hätten Vertrauen zu General Degoutte und betrachteten ihn ein wenig als einen der Ihrigen, da' er im Jahre 1919 die Stellung eines Eeneral- stabschefs bei König Albert eingenommen habe. General Degoutte werde bald Mainz verlassen. Wenn man das Erreichte betrachte, müsse man sich wundern, daß dies mit so geringen Streit­kräften hätte erzielt werden könne«. Für den Augenblick muffe man General Degoutte Vcttrauen schenken. Der Minister kiindigte dann noch weiter an, daß am 30. Mai 15 0 0 0 Mann neuer französischer Truppen nach dem Ruhr­gebiet abgehen würden, um den Soldaten Urlaub gewähren zu können, die seit Beginn der Operation im Ruhrgebiet stehen.

Ein Ultimatum.

Koblenz^ 14. März. Die Ingenieur-Kom­mission hat den Plan gefaßt, z»ecks Aebernahme and Betriebes von Bergwerken bei etwaiger Wei­gerung der deutschen Arbeiter diesen ein Ultimatum zu stellen, das ihnen im Kakle des Beharrens in der Weigerung die Ausweisung v»a der Zeche und aus ihrer Wohnung androht.

Diefriedliche Aktion" der französisch-belgischen JrWenieur-Kommiffion demaskiert sich nun voll­ständig. Der Sitz der Ingenieur-Kommission ist von Effen nach Düsseldorf ve re legt wor­den Diese Nachricht ist außerordentlich bedeu- tungsvoll. Eie bekundet einmal, daß di« französische Regierung die Erfolglosigkeit der Wirksamkeit dieser Kommission vor aller Welt zugibt. Die Ver- lecung bedeutet aber wesentlich mehr, nämlich die völlige Ausschaltung dieser Ingenieur-Kommission und die unbestrittene Auftichttrng der Militarherr- schaft. Denn während diese Ingenieur-Kommission aus Effen verschwindet, werden die 150 OOff Mann, die zum Schutze von einem Dutzend Zivilisten in das Ruhrgebiet geschickt wurden, nicht nur nicht in ihren Standorten behalten, sondern auch noch um tau­sende weitere kriegsmäßig ausgerüstet« Truppen verstärkt. Dis Hülle fällt.

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Nochmals -ar Mmbrel oor dem WM Mr!«.

London, 14. März. Sir John S imvns erklärt?: Das Haus sei berechtigt, zu fragen, ob ein passives Abwarten weiterhin der Grundton der britischen Pokit'k sein solle. Drei neue Tatsachen seien niemals im Unterlaufe erörtert worden: 1. daß das britische

Heer am Rhein jetzt vollkommen umzingelt sei: 2. daß in Köln die britischen Handelsinteres« s e n sehr ernstlich benachteiligt würden. Die ernsteste Tatsache seien Anzeichen dafür, daß die Periode deS pas­siven Widerstandes auf Seiten Deutschlands zu Ende gehen könne. Die Berichte über die T a t e n f r a n- zösischer Soldaten deutschen Zivilisten gegenüber seien die erste Warnung vor oer Gefahr, die Politik des Geschehenlassens zu weit zu treiben. Poincare habe erklärt, daßfeine g-samten Vorschläge sich nut aus die unter den Friedensvertrag fallenden Teile des Ruhr- Mbietes in der neutralen Zone beziehen und daß er keinerlei Aktion außerhalb der neutralen Zone be­absichtigt. Was seither geschehen sei, habe mit der Ruhr nichts zu tun. Es sei Zeit, die Regierung zu fragen, ob sie sich wirklich vergewissert hab«, daß die letzten Ambitionen der Franzosen innerhalb der Versailler Vertrages liegen. Das Ziel der Franzesen sei garnicht btt Erzielung von Re­parationen

Das Arbeitermitglied Morel erklärte, ber ganze Ein- lluß müßten angewandt werden, um ein möglichst enges Zusammenwirken mit den Vereinigten St aa- ten herzustellen jur Vereinbarung einer Kon­ferenz Der Arbeiterparteiler Thomas hob her­vor, daß sich kein Redner zu Gunsten der Politik der Regierung ausgesprochen habe. Er sagte, Frankreichs Borg-eben treibe die deutschen Arbeiter, die sich dem alten militärischen System widersetzt hätten, in das entgegen­gesetzte Lager. Der Liberale Roberts erllärte, das Ergebnis der Schritte, die heute getan worden seien, werde ein großer Krieg fein, durch den die europäische Zivilisation vernichtet würde. Der Unionist Davis- j o n führte aus, Frankreich habe nur das getan, was auch nach der Ansicht Lloyd Georges daS richtige Verfahren geroefen wäre, falls Deutschland mit seinen Leistungen in Verzug gerate. Asquith betonte, alles was Poin- carS auf der Londoner Konferenz gesagt habe, sei über Bord geworfen. Die gesamte Operation sei riesig ausgedehnt worden und es scheine wirklich kein Grund zu bestehen, weshalb die Franzosen nicht nach München und möglicherweise auch noch Berlin gehen füllten. Die von Frankreich gewählten Methoden füg» . ten den Engländern sehr ernsten SchÄxn zu und bräch­ten keine Reparationen ein. Die Frag müsse unverzüglich an den Völker bu nd verwiesen werden, der einen Ver­teidigungspakt zwischen seinen Hauptmitgliedern schassen müsse, durch den auch Frankreichs Sicherheit gewährleistet werden würde.

Der Unterstaatssekretär für auswärtige Angelegenheiten Mae Neill erklärte namens der Regierung, gewis­sen Mitgliedern des Hauses schienen einige grundlegende Tatsachen entgingen zu sein. Deutschland sei im Verzüge. Es sei beschult, gt gewesen, eines der größten Ver-' brechen begangen zu haben, die je gegen die Menschheit verübt wurden (!) Es sei zu früh, um dies zu vergessen. (Beifall auf der Seite ber Regierungspartei.) Die Regierung, das Haus und er feien überzeugt, daß das Land immer roch Frankreich freundsch aftlich gesinnt fei. (Beifall.) Sie wünsch­ten Krenr.de und Alli erte Frankreichs zu bleiben. (Er- ntuter Beifall.) Die Meinungsverschiedenheit mit Frank­reich sei nicht «ine solche der Grundsätze. son­dern eine der Methoden. Weng: Leute würden der Ansicht sein, daß der Einmarsch ins Ruhrgebiet als Sanktion für eine Versäumnis gegenüber ber Verträge an sich eine singe rech tigkeii dar stelle. Welchem guten Zweck würde gedient, wenn hie Regierung öffentlich, mög« lich.rweis? durch den Mund ihrer Rechtsbeamten die Ansicht ausdrücken würde, daß ihre Alliierten den Vertrag verletzt hätten. Es treffe nicht zu, daß das britische Heer jetzt umzingelt sei und keine Verbindung tnit dem unbesetzten Deutschland habe. Die Einrichtung des Völtorbundes wurzele noch nicht tief, in dem Gedanken der Völker, und so könnte der Versuch, die Maschinerie des Völkerbundes in Betrieb zu setzen, diesen zertrümmern. Die Regerung sehe gegenwärtig keine Hoffnung, durch die Maschinerie des Völkerbundes oder durch irgendeine internatiomale Konferenz eine neue Politik einzuschlagen, die der geäußerten Kritik entgegenkommen würde.

*

London. 44. März. Die Blätter weifen auf die geringe Mehrheit der Regierung bei der gestern anläßlich der Ruyrdebatte tm Unterhaufe erfolgten Absüinmung hin. Dem Parlamentsbettchterstatrer des .Daily Herold" zufolge Ist dies die geringste Mehr­heit, die die jetzige Regierung jemals in einer wtch- ttflen Frage erhalten habe. Zahlreiche Sonfervattve batten sich der Abstimmung enthalten.

Paris, 14. März. Der Londoner Korrefpondent des .Lewyork Herold" erfährt ans hochstehenden Kreisen in ber konservativen Partei bestehe eine starte Strömung, bte, se'bst wenn ein Eingreifen des Völ­kerbundes in der Ruhrfrage noch verfrüht fei, dabin treibe, daß die Regierung Frankreich um die Bekannt­gabe feiner Zutunstsabstchten hinsichtlich des Ruhrge­biets ersuche. Dieser Atisicht seien sogar auch eine Anzahl Minister. Angesichts der Abstimmung im Unterhaus nehme man an, daß sich «in Schritt dieser An nicht mehr lange werde ansschieben lassen.

Lonson, 14. Mürz. Der Partamemsbertzch!- trftatter des .Daily Telegraph" meldet, die Arbel er- vartet habe beschlossen, eine offizielle Abordnung in bas Ruhrgebiet und andere Telle Deutschlands zu ntfeuben. Tie Mitglieder ber Abordnung würden nach ihrer Riichkebr der Erekuiive der Ardeiierpartci berichten.

Frau Asquith Im Ruhrgebiet.

Das «B. T." meldet aus dem Rubraebtet, das; d!e Frau des früheren .mgtistden Premierministers Asquiih auf einer Rundreise durch das widerrechtlich b>.',ctzte Gebiet begriffen ist.

. Mk.

Buer, 14. März. Außer den bereits gerne!« beten drei Todesopfern haben die Franzosen am Montag mittag noch zwei Schupobeamto erschossen und zwar auf dem Hofe de» Ly« zeums. Der Vorgang wurde von einer Nachbarin der umliegenden Häuser durch die Dachluke au» kurzer Entfernung beobachtet. Die Erschossenen sind die Wachtmeister Mohr und Krause. Die beiden Beamten waren au» dem Etnbruchsgebtet ausgewiesen worden, waren aber wieder zurück« gekehrt, um ihre zurückgelaffenen Sachen zu holen. Die Leichen wurden bisher noch nicht freig^eden. Der Termin, bis zu welchem sämtliche Schupo« leamte aus dem Einbruchsgebiet sich entferne« jollten, war von den Franzosen auf den 13. März festgesetzt worden: die beiden Beamten sind aber bereits am 12. März von den Franzosen wieder ergriffen worden. Oberbürgermaister Zimmer« ütGitn, der wegen Nichtdefolgung des Requifittons- befehls zu 10 Millionen Mark Geldstrafe verurteilt worden ist und augenblicklich als Geisel in Reck« lingtzausen festgehalten wird, ist jetzt ausgefordett worden, die 10 Millionen Mark zu bezahlen.

Buer, 14. März. Heute in aller Frühe wur­den zwei der drei deutschen Todesopfer beerdigt. Rur die allernächsten Angehörigen der Toten durf­ten auf den Friedhof. Dem Oberbürgermeister der Stadt wurde es erst nach langen Verhandlungen er« laubt, als Vertreter der Bürgerschaft der Beerdi­gung beizuwohnen. Die Stadtverwaltung hat bei den Franzosen auf das Energischste dagegen pro« icftteil, daß die Franzosen ein würdiges Begräbnis verhindert haben. Die Franzosen veranstaltete« eine glänzende Trauerfeier für die beiden erschos­senen Offiziere. Die Leichen waren in dem durch Blumengewinde, Fahnen und schwarze Tücher aus- geschmückten Rathaus aufgebahrt. Auf dem Rat­hausvorplatz hatten drei Kompagnien Alpenjäger und mehrere Jnfanteriekompagnien und Kaval» llerieschwadronen Paradeaufstellung genommen. Um liy2 Uhr fuhr General Degoutte tm Auto vor. Dann letzt« sich der Leichenzug zum St. Urbinkirch- hof in Bewegung. Den Särgen, die auf Lafette« ar fgesahkl waren, folgten die nächsten Angehörigen, die Generalität der Besatzungstntppen des Ruhr­gel iets und die abkommandierten Kompagnien. -

91t Last h ten dtMu (Mitten.

Karlsruhe, 14. März. Aus Arloffen und Windschläg ist die französische Besatzung zurück­gezogen worden. W

Ludwigshafen a. Rh., 14. März. Im Reichsbahndirektionsbezirk Ludwigshafen ist bie Lage unverändert. Der Güterzugverkehr auf den militarisierten Strecken ist sehr unregelmäßig und gering. Die Werbetätigkeit der Franzosen, bte da»! Fahrperional zur Arbeitsaufnahme bewegen soll,- erstreckt sich auch auf die Nebenlinien. Für de« vorderpfälzischen Arebirerverkehr ist eine Auto»- Mobilgesellschaft m. b. H. gegründet worden. Auf, der schmalspurigen Strecke LudwigshafenMecke«-! heim fahren zwei Zugpaare für Arbeiterverkehr; völlig leer. Während die Pfälzer die französische«; Züge völlig boykottieren, muß leider festgestelltj' werden, daß die rechtsrheinischen Deut«" schon sich dem Boykott nicht mit der gleiche« Ge­schloffenbeit anfchließen. Wie von zuständiger Stell» versichert wird, sind z. B. gestern 200 Personen au» dem unbesetzten Deutschland in die franMsche« Züge eingestiegen. 4

Berlin. 14. März. DerLokalanzeiger" mel­det aus Effen, daß heute die Franzoseninda« * Regierungsgebäude von Düsseldorf ein/« drangen und aus der Regierungshäuptkaff» einen größeren Geldbetrag, dessen Höhe noch nichts feststeht. raubten. Der Kassierer wurde fest«' genommen. Es wird vermutet, daß es sich um die- Eintreibung einer Geldstrafe handelt, die der Ee«! meinde Kettwig auferlegt war.

Gelsenkirchen. 14. März. Der fahrplan­mäßige Eüterzug WanneBottrop wurde heute ftüh kurz vor der Nordsternbrückp bei Bottrop durch Signale von den dort stehenden französischen Wacht- Posten zum Halten ausgefordcrt. Trotz starken Bremsens gelang es dem Lokomotivführer nicht, den in voller Fahrt befindlichen Zug noch vor der Briicks zum Stellen zu bringen. Die Spitze des Zuges rutschte^ noch einige Meter über die Brüpe. Sofort eröffne'ten die Franzossn Schnellfeuer auf die Maschine und verwundete« den Heizer durch zwei Brustschüsse lebens­gefährlich. Nach der Unterfuchung fcet Loko« lnonve und des Packwagens konnte bet 8#8 di*