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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg. 'M <

Anzeiger für (das früher kurhefsifche) OberhefM

$te »Oderhelstich« Zeitung «richeint sechsmal wöchentlich. Lezugsprrir Monatlich

8000 Mk. mit Zustellungrgedühr. Für aaswliende Kummete infolge Streit» ooer

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Kranführer P. Fahbeck aus Eelfenkirchen, der zum Besuch einer befreundeten Familie in Buer weilte, auf der Hochstraße ohne Anruf von einem franzö- fUdjen Posten erschossen. Auf die Hilferufe seiner Frau, die ihren Mann begleitet hatte, erschien eine französische Patrouille, die erklärte, daß der Schutz, bet auf Fahbeck abgegeben worden sei, nur von einem Deutschen stammen könnte. Der Posten hatte Nch sofort, nachdem der Schutz abgegeben worden

Wie wir bereits gestern mitteilten, sind in Buer >ei französische Offiziere ermordet worden, roo- ^ufhin die Besatzungsbehörde die schärfsten Re- Aessalien anordnete. Wie jetzt bekannt wird, sind ie Offiziere von französischen Soldaten ermordet otben. Selbst uicnn die Franzosen das zugeben würden, dann würden sie die Tatsachen wieder so verdrehen, datz für ihre Aktion dabei etwas heraus Rme. Ueöer das unglaubliche Verhalten der Fran- Msen liegen heute folgende Meldungen vor:

Paris, 12. März. Havas gibt von dem Zwi­schenfall in Buer folgende aus Düsseldorf datierte Darstellung: Die gestern vormittag aufgenommene Untersuchung über den Doppelmord in Buer sei mit der größten Schnelligkeit durchgeführt worden. Die französische Polizei habe erfahren, datz ein Indi­viduum vor einigen Tagen sich öffentlich gerühmt habe, er werde bald einen Franzosen umbringen. Die Polizei habe sich in die Wohnung dieses Mannes begeben. Die Frau des Betreffenden habe behauptet, datz er abwesend fei und die Nacht bi au. tzen zugebracht habe. Schließlich habe mgn ihn aber in einem Schrank versteckt gefunden. Eine zweite Person, die anscheinend mitschuldig an dem Morde gewesen fei, sei ebenfalls festgenommen worden. Die beiden Verdächtigen seien zu dem nächsten Wachposten geführt worden. Abends seien die fran- zösischen Gendarmen sie abholen gekommen. Als sie sich auf der Straße befanden, seien die beiden Deut­schen geflohen. Die Gendarmen hätten darauf ge­schossen, wobei die Flüchtlinge getötet worden seien. Es habe sich eine Menschenmenge angesammelt und eine aus zahlreichen Personen bestehende Gruppe sei auf den Posten eingedrungen und habe ihn an­gegriffen. Die bedrohten Soldaten hätten aus dem Wachtlokal heraustreten und schießen muffen, um die Angreifer los zu werden. Dabei habe es fünf Tote gegeben. Zur Stunde habe man in Düffeldorf noch keine Kenntnis von den weiteren Einzeheiten über die Untersuchung. Die Namen der beiden Mörder seien noch nicht bekannt.

Die Aufklärung der Buerer Mordtat.

Wie die Blätter aus Buer melden, werden die Vernehmungen in der Mordaffäre von deutscher Seite energisch fortgesetzt. Nach übereinstimmenden Aussagen mehrerer deutscher Zeugen hat sich der Vorgang folgendermaßen abgespielt: Am Sonn- abend trafen zwei französische Offiziere in der Hoch­straße gegenüber einem Restaurant zwei französische Alpenjäger. Ein in dem Restaurant befindlicher .Rechtsanwalt und die Wirtin hörten, daß die Offi­ziere mit den Alpenjägern eine in französischer Sprache geführte erregte Unterredung hatten. Plötzlich fielen zwei Schüsse. Aks die Gäste des Restaurants sich darauf auf die Straße begaben, sahen sie die beiden Offiziere tot auf dem Boden liegen. Gleichzeitig bemerkten sie, daß die beiden Alpenjäger eiligst davonliefen.

Buer, 12. März. In der Angelegenheit der Ermordung zweier französischer Offiziere in Buer wurde offiziell festgestellt, daß als Täter zwei französische Soldaten in Frage kommen, die gleich nach der Tat entflohen sind.

war, eiligst entfernt. Obschon zahlreiche Stratzen- patrouillen den Vorfall beobachtet hatten, ließ man die Frau des Erschossenen fast % Stunden lang ver­geblich um Hilfe rufen. Noch in derselben Nacht wurde ein hiesiger Arzt herbcigerufen, der den ge­waltsamen Tod der drei Ermordeten feststellte.

Buer, 12. März. In der Nacht zum Montag sind ein deutscher Kriminalbeamter und zwei Bür­ger von den Franzosen getötet worden. Der Kri­minalbeamte wurde im Rathaus erschlagen. Die zwei Zivilisten wurden erschaffen, da sie sich nach 7 Uhr abends noch auf der Straße sehen ließen, nachdem der verschärfte Belagerungszustand erklärt worden war. Die Franzten halten auch das Rat­haus besetzt; ee wird nicht mehr gearbeitet.

und fuhren ruhig weiter.

Die Lage in Bochum ist unverändert. Im Innern der Stadt sind noch alle Geschäfte geschlos­sen. Der Oberbürgermeister Graf und sein Büro­direktor sind nach achttägiger Haft auf freien Fuß gesetzt worden.

Französische Hetze.

Paris, 12. März. Ministerpräsident Poincarö wehnte gestern^ abend einem Bankett ehemaliger Jäger bei. Er sprach hierbei über die Zwischenfälle von Buer und erklärte: Sie können damit rechnen, daß dieses verdammenswerte Attentat bestraft wird und datz die Opfer gerächt werden. Morgen begebe ich mich mit General Degoutte nach Brüssel, und ich werde mich versichern, daß alle nötigen Maßnahmen zur Niederdrückung (Repression) ge­troffen sind. Keiner der Anwesenden habe nach dem Verlust von Elsatz-Lothringen von einem Re­vanchekrieg gesprochen. (!!) Eie hätten ein zu bestimmtes Vorgefühl für die Schrecken eines neuen Konfliktes zwischen Deutschland und Frankreich ge­habt. Aber sie hätten sich gesagt, wenn Frankreich angegriffen werde, würden sie in der ersten Reihe der Vaterlandsverteidiger stehen und alles tun, um feine Integrität wiederherzustellen. Unter Hinweis auf die Ruhrbesetzung erklärte der Mi­nisterpräsident, alle Franzosen und Belgier arbei­ten fortan an einem gemeinsamen Werk, nämlich Frankreich seine Sicherheit und die Wiederherstel­lung seiner verwüsteten Gebiete zu garantieren. Keinem Volke sei gestattet, ungestraft feierliche Versprechungen zu verletzen und alle Verträge wie Papierfetzen zu bebandeln.

Paris, 12. März. Der im Ruhrgebiet wei­lende französische Kriegsminister begab sich in das Krankenhaus Recklinghausen, wo er die Leichen der beiden getöteten Offiziere mit dem Kreuz der Ehrenlegion schmückte. Er versammelte int Hofe des Krankenhauses die Offiziere der Division und hielt folgende Ansprache: Zwei Franzosen find feige er«

Dortmund, 12. März. Der kommandierend« General des 32. Armeekorps, General Eaorn, gab dem Magistrat in Buer bekannt, datz im Falle in Buer ein neuer Mord an Franzosen verübt werde« sollte, der als Geisel festgehaltene Lkerbürger, meister ohne Urteil erschaffen werden würde. Der General übernehme voll Verantwortung für diese, Urteil und sei bereit, sich unter gewissen Umständen vor einem französisch-deutschen oder internationalen Gerichtshof zu stellen. Der Vertreter der Bar­schen Kaufmannschaft Arnhold ist freigelaffen war- den, um den Beschluß des kommandierenden Gene­rals dem Magistrat sowie der Bevölkerung zur Kenntnis zu bringen.

Buer, 12. März. Bei der Besetzung der staatlichen ZecheWesterholt", die am Sonntag erfolgte, wurde daS Zechentor von den Franzosen gewaltsam erbrochen. Ans dem Zechenplatz anwefticke Bergleute wurden vertrieben. Ein Maschinist erhielt eine Verlesung durch einen Gewehr­schuß. Auf diese Vorgänge hin beschlossen dir gesamten Belegschaften der drei staatlichen ZechenWestrrholt", Bergmanns Glück" undSchilden" m den Streik zu treten. Im Lauft des heutigen Nachmittags sind zahl­reiche französische und belgische Tankgeschwader aus der Richtung Recklinghausen in Buer eingerückt.

Der französische KricgSministcr im Ruhrgebiet.

Paris, 12. März. Der französische Kriegs- Minister, Maginot, hat gestern eine längere Automobtl- reise durch das Ruhrgebiet gemacht. In seinem Wa­gen hatten die GeneMte Degoutte und Buat sowie der französische. Oberkommtsiar Ttrard Plav genommen. An Stelle des abwesenden Kommandanten der eng­lischen Gesatzungstruppen, General Godley, begleitete der englische Oberst Mac Llogan, den Minister von Düsseldorf bis Kattwig. Bet der Ausfahrt aus Düsseldorf war eine Kavalleriedivision ausgestellt. Nach der Ankunft in Essen besichtigte der Minister die Schuporascrne, in der jetzt die französischen Truppen untergebracht sind. Dann begab er sich in das Kohlen- lyndikat, wo eine Jnsantertekompagnie unter den Klängen der Nationalhymne die Ehrenbezeugung er­wies. Zum Schirrst hatte der Minister eine Unter­redung mit dem Vorsitzenden der Jngenieurtom- mtsion, Löste. Fernerhin wurden Bochum unv Witren besichtigt. Vor seiner Rückkehr nach Düsseldorf titelt dec Minister aus der Villa .Hügel" det Esten ein« Abendtafel ab, an der die französischen Generale tetr« nahmen. Einem Mitarbeiter der .Information" sagte der Minister, das; er von der Haltung der französische« Truppen sehr befriedigt fei; er habe nur kleine tech­nische Mängel sestgestellt die et sofort abstellen wolle. Bor allem sollen den Truppen Betten geschickt nn» ihre Kost verbessert werden.

Nach der Vesichtigungsreise versammelte der fian« rösischo Lriegsminifter gestern abend die Vertreter der französischen Presse, bei denen er sich rühmend über den Geist bei den französischen Besetzungstruppen aus­sprach, wobei er hinzusügic, daß es eine Lüge sei, wenn man von Meutereien und Todes­strafen in bet Truppe spreche. Von der Haltung der Ruhrbevölkerung war er überrascht. Ueberaü habe er et» Benehmen gesehen, das keinerlei Gehässtgtett t-eaitet. Dieses Verhalten der Bevölkerung sei dem Verschwinden der Schnpopoltzet zu verdanken, da diese eine Brutstätte des Aufruhrs und der Unrnhe sei. DaS lasse erkennen, daß die Zivilbevölkerung sich ausgezeichnet mit dem jetzigen Regime abstnde und sich an den Verkehr mit unseren Trup­pen gewöhnen würde. Ohne die von Bettln erlassenen Verordnungen wäre das möglich und die Ruhe würde im Ruhrgebiet herrschen. Der wirkliche Feind fei in Berlin.

Der Kriegsminister begab sich abendS nach Köln, wo er beim englischen General Godley zu Gaste ge­laden war. Er überbrachte dem englischen General den Dank für den Abschluß des englisch-französischen Ab­kommens über btv Eisenbahnen ht bet englischen Zone.

Bochum, 12. März. Nach einer Meldung des Seil. Tageblattes" durchfuhren gestern mehrere Automobile, worin u. a. der-französische Kriegs­minister und General Degoutte sich befanden, die - - Stabt Bochum in rasendem Tempo. Die 13jähriga Tochter eines Bergarbeiters wurde von einem der

Der brutale Mord in Dortmund.

Dor tmund, 12. Mürz. Zu der Bluttat bet Franzosen in der vergangenen Nacht sind noch fol­gende Einzelhc'ttn nachzutragen: Der von den betrunkene« französischen Soldaten Getötete, ist der 43jLhiiqe belgische Staatsangehörige Heinrich Shvssel, der scbon seit v«r Jahren in Deutschland anfäsfig war. Seine Braut Marie Welker gibt folgende Darstellung des Vorfalls: Sie und ihr Bräutigam standen mit mehreren Bekannten! in der Mlhelmstraße, als betrunkene französisch« Solda­ten. mit ihren Revolvern vor sich hcrschießend, aus sie zustürzten. Ihr Bräutigam brach bald darauf, durch einen Schuß in den Bauch getroffen, zusammen. Als sie sich zu ihm beugte, drang ein Franzose aui sie ein und schrie sie an:Machen Sie daß Sir wegkommen, sonst werden Sie auch noch getötet." Ter Sterbende wurde bann in das Luisenhospital gebracht, wo er starb. Von fünf weiteren Getroffenen konnten vier nach Anlegung eines RotvcrbandeS wieder nach ihren Wohnungen ent»

Asndert sich darüber nicht. Man braucht im neubrfetzteo gebiet nur in den dahinflutenden Mensch-nmaffen über eine der zahlreichen Verkehrsstraßcn der Städte zu gehen, 1® aus den Gesprächen der einzelnen Gruppen den lodern- hcu Haß zu hören, den das Volk und zwar das ge- tzmite Volk tat fvuyLsffchen Eindringlinge» eulsegt»- hringt. Jawohl, es ist ein ausgesprochener Haß. der k» nicht nur in Worten, der sich überall auch in dem tzerbissenen Widerstand äußert. Die Franzosen sind unter

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Kijtn Umständen auf ihrer Hut. Seit Wochen schon ist Wer einzelne Franzose mit Schußwaffe ausgerüstet, nicht umsonst wagen sich die Soldaten fast nur i« größeren Dupps von ihren Massenquartieren weg. Es herrscht eine Harfe Spannung, die den Franzosen den Aufenthalt stark »erleidet. Sie fühlen sich denn auch Offiziere und Mannschaften höchst unbehaglich in dieser Menschev- Nausefall« des Industriegebiets, von der sie fürchten, daß stt einmal über ihnen zusammenklappen kann. Darum

Angst, die sie hinter brutalem Vorgehen mit der Waffe otei der kleinsten Gelegenheit verstecken. Daher die bluti- Dm Repressalien, die sie in Buer gegen eine unschuldige Bevölkerung verüben. Sie zittern vor einer allgemeinen

Die MuthmIW der Franzosen

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i Im Anschluß «n die Vorgänge i« Buer schreibt mau von zuverlässiger Seite aus dem Ruhrgebiet:

,i Essen, 11. SJ15rj. Im Lauft des heutigen Tages tzmrde hier bekannt, daß in der verflossenen Nacht tn geet zwei französische Offiziere ermordet worden sind. Mch allem, was man weiß, sind die Täter mcuternoe tzanzösische Soldaten. Das hat aber tue Franzosen Mht gehindert, ihre ganze Wut gegen die Bevölkerung tzon Buer zu richten. Wer die Stimmungen hier tennt

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Erhebung und schlagen in ihrer blinden Angst zu »ti«* t*£6 wenn sie damit Schuldlose trefft«.

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ter un» selbst und unsere eigene günstige Position Mwächen.

j Es steckt in dieser ganzen Frage ein Moment von iidvßer Wichtigkeit für uns, aus dem heraus wir starke Mrückhaktung in all diesen Dingen zu flbeit haben. Alle leinen Explosionen des Hasses, alle unnützen Demoti­vationen usw. bergen in sich die Gefahr einer gewissen Krsplitterung unserer düster entschlossenen Abwehrkraft teib einer Ablenkung aus Ziele dieses Abwehrkampfts, die Ifcar gefühlsmäßig blendend, aber tn ihrer tatsächlichen Eiriung nebensächlich sind. Und dazu ist der Kampf iN schwor, die Aufgabe zu groß, als daß wir uns auch nu- jet Meinen den Luxus gestatten könnten, um einer tMUgenblickssestk willen die große Ahwchrlinft zu bet» kfrn. - ' .

V Heikes Her, und kalter Köpft Das gilt für Jas alle in diesen Tagen. Die Raubabsichten Frankreichs Scheitern tu bringen und das in der Form, dft die «lierrsftir unseres eigenen Volkes am wenigsten schädigt, A dir Ausgabe, der mir täglich und stündlich unsere lieber» fcnng widmen müssen. Dazu gehört ein warmes Herz Ars Vaterland, dazu gehört aber ebenfalls der kalte und «lrr Kopf. Nach dieser Parole handelt hn Ruhrgebiet gesamte Bevölkerung. Mag auch das Herzblut noch m oft in Wallung geraten, so bleibt doch der Verstand «err der Handlung n. Auch das ftanzösische Wüten in Muer wird die Bevölkerung des RuhrgebftteS nicht von träfer Bahn abdrängen. Die ermordeten französischen kffizftre sind bort wahrscheinlich meuternden Soldaten .Bm Opfer gefallen. Dft französische Bestie beginnt allo «ch selbst zu zerfleischen und wenn sie dabei auch mit Iren Tatzen unschuldige Deutsche niederschlägt, so hat kau ja dock das Gerübl, daß sie am Zusammenbrrchen ist. Hnßes Herz und kalter Kopf das bleibt erst recht unsere Parole, je tobsüchttg-r dft Franzosen sich gebährden.

Der Gedanke einer allgemeinen blutigen Erhebung tzkgen dft Peiniger, die ein friedliches Volk mit Waffcn- Wacht überfallen haben, liegt nun bislang der Einwoh­nerschaft des Industriegebiets noch fern, womit ich nicht »agrn will, daß weiterer Verschärfung der Situation Kirch die Franzosen so etwa? nicht ganz oder teilweise Möglich werden könnte! Vorläufig ist es aber nicht der tzall: der Haß toiri) in seinen Ausbrüchen gezügelt durch kn der Bevölkerung in Fleisch und Blut über gegangene« Sedankc« der friedlich en Abwehr. Und daS ist in N>er Beziehung gut! Zum ersten ist gerade dies« ftied- 'Iche Abwehr wirksamer als jches andere Mittel: die H»nzen wirtschaftlichen und sonstigen Kommissionen stehen gegenüber wie na wie die Kuh vorm neuen Tore! .bum anderen aber würde der Franzose bei irgendwelchem Wistauchen von Gegmgewalt sich nicht scheuen. daS Jn- Mstrftgebiet. in Rauch unb Schutt aufgehen zu lasse«.

man ja schon in der king-ngekasscuen Aktenmappe eine? .K>nzosischen Offiziers die Anotbuiurge» für veittzehrndr !tzerstörungsmaßnabmen im Falle eines Rückzuges gefun- itet b#t. So würde jeder derartig elementare Ausbruch

mordet worden. Man hat sie aus dem Hinterhalt getötet. Derartige Attentate dürfen nicht unge­straft bleiben. Obwohl wir die Stärkeren wären, haben wir niemals unsere Kraft mißbraucht und der Bevölkerung gegenüber die menschlichen Gefühle bewiesen. Wir werden nicht ungestraft bas Blut bei Unfeten vetgießen lassen. Derartige Veibiechen muffen unerbittliche Zwangsmaßnahmen zur Folge haben.

Verlin, 12. Mätz. Der französische Minister­präsident unb bie französische Presse benutzen ben Vorfall in Buer zu einer ungeheuerlichen Hetze gegen Deutschland unb bie beutsche Regierung. Poincars kiinbigte bereits Rache für bie Opfer unb Strafmaßnahmen an. Das alles geschah, als von deutscher unb französischer Seite bas Ergebnis bet Untersuchung überhaupt noch nicht vorlag. Nach ben bisherigen Meldungen bestehen keine Anzeichen, daß Deutsche an bet Ermordung französischer Offi­ziere in Buer beteiligt ftnb, wohl aber beuten Um- ftänbe darauf hin, daß zwei Soldaten bet Be­satzungsarmee, welche entflohen sind, bie Tat aus­geführt haben.

Aehnlich wie es jetzt in Buer geschehen soll, würben anläßlich der Morbaffäre in Oberkaffel Deutsche beschuldigt, bis bie amtliche Untersuchung die völlige Unschuld bewies.

Nach einer weiteren Meldung wurde der Ver­leger beiRecklinghäuser: Zeitung", Bauet, ver­haftet, weil et sich geweigert hatte, eine Erklärung in seinem Blatt auszunehmen, in welcher behauptet wurde, baß bie Ermordung bet beiben französischen Offiziere in Buer von beutschen Nationalisten er­folgt sei.

Unsinnige Repressalien.

B u «r, 12. März, Am Sonntag mittag «mtben bet Kiiminalbeamte Buichhoff aus Buer-Erle unb bet Elekttomonteui Wittershagen von ben Fran­zosen verhaftet. Burchhoff würbe auf Grund bet Denunziation eines Eroßpolen, bet dem Beamten Rache geschworen hatte, von ben Franzosen fest­genommen. Er nannte als Alibizeugen but Mon­teur Wittershagen, mit bent er zur Zeit bet Mord­tat zusammengewesen war. Beide würben in bet Rächt im französischen Attestlokal schwer mißhan­delt. Es scheint, daß Burchhoff sich gegen diese un­menschliche Behandlung gewehrt hat. Gegen 9 Uhr abends führten bie Franzosen ihn auf ben Platz hinter dem Rathaus. Die Bewohner bet anliegen­den Häuser waten vorher aufgefotbett worden, die Fenster zs schließen. Auch war verboten, Licht zu machen. Zwei Offiziere unb zwei Solbaten schlepp­ten Burchhoff auf ben freien Platz. Die Bewohner bei Häufet hStten laute Schreie bes Bedauerns- wetten, gleich barauf fielen zwei Schüsse; bann wutbe es still unb bie Franzosen entfernten sich hastig- Die Leiche weist grausige Verletzungen auf. Der Echäbel ist durch Kolbenschläge vollständig zet-, ttfimmett. Eine Schußverletzung findet sich in bet Stuft, eine zweite vor bet Stirn. Det Monteur Wittershagen wutbe kurz nach biesem Vorfall ans den Lyzeumshof geschleppt unb hort erschaffen. Die Äugel durchschlug ben Schädel, bet vollständig zer­rissen ist. Der Schuß mutz aus nächster Nähe ab­gegeben worden sein, da bas Gesicht zahlreiche Pulvetflecke aufweist. Die Leichen bet beiben Er­mordeten würben im Laufe bet Nacht in bas Buetsche Rathaus gebracht mit bem Bemerken, bie beiben Deutsches feien auf bet Straße erschossen worden, weil sie gegen die Verordnung betreffend den Nachtvetkehr verstoßen hätten.

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