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Amtliches VeMndigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurheffifche) Oberheffel

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Th »Oderh«tstl»< Zeitung' erscheint ledismal wöchentlich. Bezugswreis monotlUb 3000 Mk. mit Zustellungsgebühr. Für ausfallende Stammet« infolge Streiks ooet St. 52 elementarer tteignifie kein Eriatz. Verlag von Dr. L. Hitzeroti,. Drulk der * * * Unio.-Buchdruckerei von Jod. Sug. Koch. Markt 21.23. sternjprecher 55, Poki- ILecklonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt e. Statu.

Marburg SttitM, kn 2. Ääij Le« »tag

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KMr. 1923

Sie RheiMdkömW« droht mit MeMe.

Eine internationale Konferenz oder die -Berwei- fang an den Völkerbund wird von vielen Leuten, Mch in Entente-Ländern, gefordert, insbesondere «ch von sozialistischer Seite. So fordern die pol- »tschen Gewerkschaften heute gemeinsame Schritte it5 internationalen Proletariats und empfehlen Nßat in Entente-Ländern, gefordert, insbesondere Sozialisten sind selbstverständlich dieser Meinung. 8m australischen Parlament fragte der Führer der Arbeiterpartei den Premierminister Bruce, ob er der englischen Regierung vorschlagen werd«, die Fragen der Reparationen und der Besetzung des Uuhrgebietes an den Völkerbund zu verweisen. Kenn dies unmöglich sein sollte, ersuche er den Premierminister, der britischen Regierung vorzu- schlage«, «tue internationale Konferenz für dieses Kel einzuberufen. Bruc« erwiderte, dies« Wunsch «fordere sorgfältige Ueberlegung und werde genau «tersucht.

Demgegenüber mutz einmal wieder betont wer­ten, datz beide Seiten, sowohl der internationale Sozialismus als auch das protestierende Angel- sachsentum, zurzeit den Franzosen gegenüber macht­los sind. Alles deutet darauf hin, datz die Fran­zosen den Kampf weiterführen werden, unbeirrt krrch papierene Proteste. Man wird weiter be- schen, ohne Widerspruch im eigenen Lande.

In seinem Leitartikel weist das Journal des L^bats" gestern darauf hin, datz, wenn bc; deutsche Widerstand sich verlängere, im Ruhrgebiet eine Etwaige Verstärkung der Militärstrettkräfte not- »endig werden könnte. Es werde dann unter llm- Duden notwendig fein, die Iahresklasfe, die dem- oächst entlasten werden solle, unter Waffen zu hal­ten. Die öfffentliche Meinung werde tei. Die öffentliche Meinung werde Wenn das Land in einen so wichtigen Konflikt ver- M'ckelt sei, müsse man auch die Opfer bringen, die brr Sieg erfordere. Schonend weist alsdann das darauf hin, datz es nützlich fein könnte, sich »er Kolonialtruppen zu bedienen. Wenn es auch na­türlich sei. datz die französische Regierung dabei Shts gewonnen habe, könne es verständlich fein, Mi man hierzu die Zuflucht nimmt.

Die neuen Maßnahmen der Rheinlandkommis- ß»n die unerhörte Androhung der Todes­strafe sind wohl ein Beweis dafür, datz die stranzosen in ohnmächtiger Weise einem Volks- M'derstand gegenüberstehen, den sie nicht erwartet Mben; aber den Franzosen kommt es nur auf ein Rel an, das sie nur durch Krieg erreichen können, wd Krieg ist es, was sie dort führen. Das faden- Miuige Mäntelchen von den Sanktionen glaubt *R Franzosen ihr bester Freund nicht mehr. Der «nst der Lage wird besonders gekennzeichnet durch *n Regierungen, der den deutschen Standpunkt Dm Ausdruck bringt.

Kia MmW« Stott SrotfWs.

.Berlin, 1. März. Wie amtlich mitgeteilt Mrd. hat die Reichsr^ierung die an dem Ruhrein- «uch nicht beteiligten Regierungen <if den Ernst der Lage aufmerksam ge- »acht, der durch die immer brutaler werdende Ber- Drvaltigung der Bevölkerung des Ruhrgebieies, die Kndigen Mißhandlungen, die täglichen Fälle von Plünderung und Straßenraub, die Ausweisung und Linkerkerung von Beamten und di« systematisch« «ranrrfalierung ganzer Städte geschaffen worden V. Die Reichsrcgierung hat diesen Schritt für not- vendig gehalten, um der Welt ein zus ammen- i»s s on de s Bild von dem französischen Vor- Dhen zu geben und erneut auf die Unerträglichkeit ^d Eomeingefährlichkeit der dadurch hervorgeru- mien und kommenden Zustände hinzuweisen.

Bochum. 2. Mär,. Die städtischen Körperschaf- »M. alle Gewerkschaften und die Arbeitgeberverbände 6en einen Aufruf an alle Welt gerichtet, ht dem die «esfchreitungen und Uebergrtsse der Befatzunaslruv- **' leit dem 20. Februar bis zum Tage des Aufrufes «sgezäblt werden, darunter die verhaftens und ^Handlung von 14 Obercreatschüiern und die Aus- «Ubung von Kaffeehäusern und Warenhäusern sowie

Bochumer Handelskammer und die Verhaftung Wt teilweise Ausweisung von Mitgliedern des Ma- Mrats und Stadlverordnetenversammiung.

Hamm, 1. März. Vlad) einer Meldung desB Eärle in einer Besvrechung mit Pressevertretern der «rsßjndustrielle Dr. Llönne-Tortmund über di' Wider- iündssähigkeit der Industrie im Ruhrgebiet: Die Jn- Mrrie denkt nicht daran, sich von irgend einer Seite cin- ^üchtern zu lassen. Der Wille durchzubatten ist nie» stärker gewesen als jetzt. Es gibt kein Industrie!- t» der augenblicklich daran denke» wollte, mit dem Feinde

zu verhandeln. Alle diesbezüglichen Gerüchte sind un­wahr. Die Versorgung der Industrie mit Rohmaterial ihat bis jetzt noch nicht gestockt. Ueberdies sind so große Vorräte vorhanden, daß auch die Zufuhr für längere Zeit eingestellt werden kann, ohne daß die Produktion stillgelegt zu werden braucht. Arbeitnehmer und Arbeit- gebet vom Rhein und der Ruhr haben nur den einen Willen, das Joch der Feinde abzuschütteln.

Eine Erklärung de» Abgeordnete« Wels.

Die französische Presie glaubt in der Rede des sozialdemcckratischen Abgeordneten und Parteivor­sitzenden Wels bet dem sozialdemokratischen Bezirks­tag in Berlin den ersten Schritt zu einer Opposition gegen dir Politik der Reichsregierung feststellen zu können. Demgegenüber veröffentlicht der Abg. Wels folgende Erklärung: In Deutschland gibt es nicht eine Partei, die den Kampf gegen den ftanzö- sifchen Militarismus im Ruhrgebiet f» entschiede« geführt hat und führen wird, wie die Sozialdemo­kratie. Die ftanzösische Hoffnung, datz die Sctzial- demokratie die Jnteresien des Herrn PoincarS je­mals fördern könnte, sind deshalb nicht nur falsch, sondern auch trügerisch gegenüber der Bevölkerung Frankreichs

Die IrttsMt.

Berlin, 1. März. Die RheinlandkommMon hat eine neue Verordnung Nr. 147 erlassen, die in drakonischer Strenge und Grausamkeit alles bisher von ihr auf diesem Gebiete Geleistete in den Schat­ten stellt. St« bezweckt, die deutschen Eisenbahner unter allen Umständen zu Dienstleistungen für das ftanzösische Militär zu zwingen.

Unter anderem wird jeder, der durch eine frei­willige Handlung oder Enthaltung den Eisenbahn­transport gefährdet, wenn dadurch ein tödlicher Un­fall verursacht wird ober hätte verursacht werden können, mit dem Tode bestraft. Wenn die Handlungen nicht geeignet waren, einen tödlichen Unfall zu verursachen, wenn sie aber zur Folge hät­ten haben können, den Eisenbahnverkehr in schwerer Weile oder für lange zu unterbre­chen, wird lebenslängliches Zuchthaus oder eine Zuchthaus- oder Gefängnisstrafe nicht unter 10 Jahren eintreten. Fahrlässige Gefähr­dung von Eisenbahntransporten soll mtt Gefängnis bis 5 Jahren und Geldstrafen bis 5 Millionen oder mit einer dieser Strafen geahndet werden. Jeder Ehef eines Dienftzweiges, innerhalb desien irgend­welche Akte der Transportgefährdung vorgenom­men worden sind, soll dieselben Strafen erhalten wie die Täter selbst, wenn er nicht alles getan hat. was in seiner Macht stand, um die Akte zu verhin­dern. Eins weitere Verordnung gibt den Militär- befehlshabern das'Recht, zu bestimmen, datz die von den interalliierten Militärgerichten im Rheinland verhängten Freiheitsstrafen von über 5 Jahren nicht in Deutschland, sondern in den Gefängnissen des Heimatsstaates des betteffenden Militärgerichts zu verbüßen sind. Auherdem hat jeder Armee­befehlshaber zu bestimmen, wann und wo die Todesstrafen zu vollstrecken sind.

Anscheinend bebält sich Frankreich das Recht vor, bie unsterbliche Erfindung der ftaiqöfischen Revo­lution, die Guillotine, im Rheinland nur in den Fällen anzuwenden, die ihr einer besonderen Milde würdig erscheinen, in den anderen Fällen aber die Beförderung vom Leben zum lobe bei den Deli-nenten durch mittelalterliche Exeku^?'" en zu vollziehen.

Reue Gewaltmatznahmen Degouttcs.

AariS, 1. März. DerP-tit Parifi-n" macht brnte in erster D'fftLorftr Depesche hinauf aufmerksam.

General D gontte. irm die Kobftnsteuer einzu- treib->n. möglich rwelse zur Beschlagnahme der geforderten Kodl-n. zur Verhaftung der Grndenb-'f'tzer nnd zu- Bs-rwe^g'tung der Ert-'luna von Erlaubnisbkwftliann- am schreiten wird, falls die Kohlensteuer nicht bezahlt roürh*

. ®tt D. T B. meldet, sind einzelne Firmen W Rbeinlanbes bereit, die lvprozentige Abgabe zu be­zahlen. Die Regierung erklärt, daß sie diese Waren beim Gintrtt in das unbesetzte Gebiet b"sch!agnabinen würden, vorbehaltlich der Bestrafung./ Dft Namen der V.fter- lauosverräter sollen veröffentlich! werden.

Um die Kosten.

Loudon, 1. März. Dem diplomatischen B.richt- ersiatter derDaikh Telegraph" zufolge »erben auf der

Sachverständigenkonseren». die heute zur Er­örterung der Verteilung der rheinischen Be­ tzungskosten beginnt und woran sich auch die Bereinigten Staaten beteiligen werden, vielleicht einige sehr schwierige Frage aufgeworfen werden. Die Ausgaben für die amerikanischen Besatzungstruvpeu seien noch nicht erstattet, währerw die Ausgaben für die alliier­ten Besatzungsheere bis zu einem Zettpunkt, der nicht weit zurückl -ge. von den Beträgen, die die Reparations- kommission von Deutschland erhielt, bestritten worden sind. Es würde dem Berichterstatter zufolge von be- sonderem Interesse sein, wenn auf der Konferenz von französischer Seite die Frage der Extrakosten der Be­setzung des Ruhrgebietes ausgeworfen werden sollte. Bonar Law betonte erst vor kurzem im Unterhaus grundsätzlich, daß die Kosten der Sonderaktien für die französisch-belgische Besetzung des Ruhrgebietes nicht auS gemeinsameuKass ebei Rrparatwnskommission be­zahlt werden könnten, und daß jeder Vorschlag in diesem Sinne sorgfältig erwogen werden müsse.

DieTimes" berichtet aus Paris, eS bestehe dort die Neigung, die Ausgaben für die Besetzung des Ruhrgebietcs als zu Lasten der Kosten für die Besatzungs- Heere fallend zu betrachten, da vorgesehen sei, daß jede weitere Ausgabe, die durch Sanktionen von den Alliierten verursacht sei, Deutschland auferlegt werden könne. Daher entstehe die Frage, ob die Besetzung des Ruhrgebictes eine Sanftion sei, die von den Alliierten auferlegt ist, und eine neue Erörterung werde früher oder später über diesen Puntt stattf-nden.

Die Uebernahme der Eisenbahn.

London, 1. März. DieTimes" berichtet, datz die Vereinbarungen über die Uebernahme der Rhein- und Ruhreijenbahnen durch Frankreich und Belgien fast vollendet seien. Di« Verhandlungen über die Benutzung der Eisenbahnen in der briti­schen Zone am Rhein würden fortgesetzt. Die Ent­scheidung werde heute oder morgen erwartet.

Die Entscheidung über die englisch« Zone bevor­stehend.

Sfa ris, 1. März.Echo de Paris" glaubt zu wissen, die Frage deS Durchgangsverkehrs durch die Kölner britschr Zone werde binnen kurzem in der Hauptsache g-r-g.N fein. D-e ftanzösische Regierung fei geneigt, sich für den Augtnbltck mit d m britischen Angebot zu begnü­gen. nämlich mit der Benutzung von 10 Zügen auf 3 Linien, die Köln durchschiwiben, wenn das Versprechen ge­geben werde, daß im Falle dringender Rotwerdigk rt der verkehr verstärkt werden dürft.

eine deutsch« Note.

Berlin,!. März. Die deutsche Regierung hat durch ihre Missionen in Paris, London und Brüssel eine Note überreichen lassen, in der sie gegen die Be­setzung der Zwischenräume zwischen den Brücken­köpfen Köln, Koblenz und Mainz durch französische Truppen und die Ausdehnung der Zuständigkeit der interalliierten Rh^inlandkommisston auf diese Ge­biete protestiert, deren Besetzung der Vertrag von Versailles nicht voriehe. Auch gegen die Verküm­merung des Verfar>:mlungs-, Vereins- und Presie- wefens tn diesen Gebieten durch die Rhcinland- kommission wird schärfste Verwahrung eingelegt.

Gegen die Einreise deutscher Minister.

Paris, 2. März. Eine Nachrichtenagentur meldet aus Gelsenkirchen, datz das interalliierte Kommando zur Verhinderung heimlicher Einreise deutscher Minister in das besetzte Gebiet angeordnet labe, die Beamten und Angestellten im unbesetzten Deutschland, die sich in die besetzte Zone zu begeben wünschen, vorher bei den Besatzungsbehörden um eine Ermächtigung hierzu nachzusuchen hätten. Sie erhalten dann einen Erlaubnisschein.

Setter« Besetzungen.

Berlin, 2 März. In Lorch erschien «in fron* rSsischtr Offizier mit 96 Mann beim Bürgermeister, hem er erklärt?, daß er Lorch tat Auftrage der französischen Regftrung besetze» müsse. Bo» 5 Uhr nachmittags an dürft niemand mehr die Straße betreten. Auf Grund dieser Verfügung bolte man sogar Leute auS der Kirch? heraus, die dort zum Gottesdienst versammctt waren

Bochum, 1. März. Heute früh besetzten die Fran­zosen die Babnböft Mülheim-Hauptbabnhos. Mül- deim-Stvrum, Mülheim-Evyinghen und Mülheim-Broich. D: «Strecke MülbeimKettwig ist dadurch stillgelegt.

Bochum, 1.Mär» D r Bahnhof Oberhause n- We st, der seit 23. Januar von den Franzosen besetzt war, ist nunmehr wieder geräumt. Die Franzosen hausten in den Anlagen ganz furchtbar, sämtliche Stellwerke sind zertrümmett. Die Hebel. Weichen usw. wurden mit schweren Hämmern abgeschlagen, da? ganze Mobilar, die Telephone, Bilder usw. sind zerstött und keine Scheibe ist mehr ganz

Herne. l.März. Etwa 70 der in Herne am gestrigen Vormittag inhaftierten Bolizeibeamten sind im Lauft des Tages mit Tanks und Kavallerie nach Bott gebracht und dort ausg-setzt worden. Die in Reckling­hausen ausgewiesenen Beamten der Schupo, etwa 250, find in Clfen ausgesetzt worden.

Verhaftung.

Köln, 1. März. DieKöln. Ztg." meldet: Der Oberbürgermeister von Gladbach Dr. Jovy ist heute morgen aus dem Bett heraus verhaftet wor­den. Er irmrde dann tn einem Lastauto fort­

gefahren. Als der verhaftende Offizier seine Pistmtz zog, erschallten ans der Menge, die sich vor beet Hause angesammelt hatte, Pfuiruf«; verschiede« Leute stimmten da» Deutschlandlied en. Al» der Oberbürgermeister am Aut» angetommen war, winkte er der Menschenmenge mit dem Hut zu, wo» rauf das Volk mtt Hurra- und Abschiedsrufen tu widerte. Inzwischen war die belgische Wache alar- miert worden und ging mtt aufgepflanztem Ba- lvnett gegen die Menge vor. Es entstand ein Ge­dränge, bet dem viele Schulkinder zu Boden fielen.

B o t r o p p, 1. März. Das Kriegsgericht in Sterkrad« hat wegen Nichtlieferung von Betten, wegen Nichterschei­nens vor dem Kriegsgericht und wegen Ausbringens eine- Hochs aus das deutsche Baterrland den Oberbürgermeister von Botropp Dr. Baur, zu einem Jahre Gefängnis verurteilt. Während der Verhandlung wurde der erste Beigeordnete der Stabt Botropp aus beut Gerichtssaal herausgeführt und verhaftet.

Koblenz, 2. März. Nach einer weiteren Mel­dung des Blattes haben die Franzosen heute unter Hinzuziehung von farbigen Truppen in Ehrenbreit­stein die Bahnhofskasse beschlagnahmt. Die Beschlagnahme erfolgte tn dem Augenblick, als gerade die Auszahlung der Ruhegehälter an pen­sionierte Eifenbahnbeamte oder Witwen begonnen hatte. Die meisten von ihnen muhten, ohne einen Pfennig erhalten zu haben, wieder nach Haus« gehen. Der Bevölkerung bemächtigte sich eine leb­hafte Erregung. Bei Beutezügen der Franzosen, die auf Wegnahme von Lokomotiven und beladenen Kohlenwagen hinzielten, wurde beobachtet, daß regelmäßig vor Einkreisung eines Bezirkes von den französischen Flugzeugen aus die Bahnhofsanlage« beobachtet und photographiert werden. Zeigen die Aufnahmen genügend beladene Wagen, dann wird der betreffende Bezirk umstellt und ausgeräubert.

Mainz, 1. März. Die Besatzungsorgane haben beim Gaswerk, das wegen Koksmangel ohne, hin nur mit Einschränkungen arbeitet und nur noch für wenige Tage Kohlenvorrat hat, mehrere hu«, bett Tonnen Äofs beschlagnahmt.

Mainz., 1 März. Heute Vormittag fuhren mehre« ftanzösische Kriminalvolizisten im Auto vor dem Metall» arfeiterjeim vor, in dem u.<t auch die Verwaltung bei Deutschen Eis nbahnerverbandeS untcrg bracht ist, drangen in das Gebäude ein und nahmen eine Durchsuchung sowie ein Verhör der anwesenden Personen Vor. Gegen 12 Uhr verhetzen die Kriminalisten da? Hans wieder, nachdem fit tat Auto von Zeit zu Zeit mehrere augenscheinlich Fest­genommene sowie verschiedene Pakete mit sich geführt hatten

Bekarmtllch sollt« heute Abend der angeSnbigte. be­schränkte Eisenbahnverkehr im Bezirk Mainz beginnen, unb zwar sollen vorn Mainzer Hauptbabnhof aus täglich 29 Züge Verkehren. Jedoch liegt der Hauptbahnhof noch vollkommen öde da; nur einige Lokomotiven rangieren, und ausländische Arbeiter prüfen bie Schienen und schrauben . Bon einem Zudrang des deutschen Publikums ist nichts zu merken; nur einige Zivilftanzofeu nnd Solda­ten gehen aus und rin.

Gestern Abend 6 Uhr mußte der D-Zug ParisWftS- baben auf der Station Biebrich-Ost, augenscheinlich wegen Defekts, liegen bleiben.

Essen, 1. März. Der Oberkellner des Hotels zur Post" ist von den Franzosen ausgewiesen wor­den, weil er auf die Wotte eines ftanzksttchen Offi­ziers:Die Deutschen sind alle Schweine!" erwidett hatte:6le aber das größte?" Auch der Besitzer des Hotels soll ausgewielen werden.

Söffe» eie Ihre «r»eiter verhungern!"

Bochum, 1. März. Die Zeche .Adler" hl Kupferdreh war betet ftmrchstfchen Äemmmtixmte« wesen der Beschlagnahme von 170 Millionen Lohn« gelder« vorfteMg geworden. Der Kommandant »er» langte von bet Zechenverwaltung den Nachweis, datz eS sich wirkiich tu» Lohngelder handle. Der In» genleitrkommifften wurde daraufhin die Lohnliste vor- gelegt, die jedoch für nicht genügend erachtet wurde; es wurde die Vorlegung deS Haupwuches »erlangt. Da die Beamten dies ablebwen, zettchiuget» stch die Verhandlungen und die Beamten wurden entlaffen mit den Worten: .»en« Sie unS nicht nachweife« können, aus welchen Mitteln das Geld stammt, »an« leben Sie zu, wo Sie Ihr Getd herbekommen, bann lassen Sie ihre Arbeiter verhungern.'

Ei« französischer Soldat standrechtlich erschoffe«.

Bochum, 2. Mürz. In Stockum wurde am 27« Februar ein ftanzöstfcher Soldat aus bisher und«» tarnten Gründen auf dem Schulhofe standrechtlich er» schossen.

London, 1. März. Im Unterhaus fragte Ponsonby beit Premierminister, ob namentlich be­züglich bet Reparation die deutsche Regierung irgendeinen allgemeinen Vorschlag gemacht habe, bet augenblicklichen ernsten Lage im Ruhrgebiet etil CEnbe zu machen. Bonar Law verneinte bie Fragri

Paris l.März. Die Botschaftettonferenz hat heute Vormittag beschlossen, die Frage der polnischen Ostgrrnre einer Prüfung zu unterzfthen.