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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurheffifche) Oberhessen

Sir. 49

Die ^Oberhelfii», Zeitung' erlcheint ieckrmal wöchentlich. Lezugsvreir monatlich 1400 Mk. mit Zustellungsgebühr. Für ausfallend« Nummer» infolge Streits »der elementarer Lreignifie kein Ersatz. Derlag eoe Dr. L. Hitzerotd. Druck der ll«iv.»Luchdr»ck«rei von3eb. Äug. Loch, Markt 21,23. Krrnjprecher 56, XSert« fckeckkonto: Nr. 5015 Ämt Frankfurt a. Main.

Marburg Dienstag, lei 27. Sebruar H»rn»ng

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58 m 1123

Eine Vermittlung in SW?

Nachrichten aus Washington lasten erkennen, d-tz der Präsident Hardibg seinen schon seit fangem gehegten Plan einer unmittelbaren Intervention in Europa durchführen will. Harding hat si chzu diesem Zweck mit England in Verbindung gesetzt. Der Plan der amerikanischen Negierung bewegt sich auf folgender Grundlage: Mm Frankreich die Furcht wegen seiner Sicherheit- sowohl in wirtschaftlicher wie in politischer Hinsicht ,8 nehmen, soll unter internationaler Garantie «nd Kontrolle Deutschland bestimmte finanz-wirt­schaftliche und -politische Verbindlichkeiten ein- gehen. Was die ersteren betrifft, so soll Deutsch­land einer international überwachten Finanz­kontrolle sich unterwerfen. Zu Mtfem Zwecke M unmittelbar in Berlin eine internationale

Finanzkontroll - Kommission eingerichtet werden. Liese Kontrolle mutzte Deutschland ohne jeden Vor­behalt annehmen. Die Kommission soll selbstver­ständlich jeweils die Zahlungsfähigkeit Deutsch­lands prüfen und auf Grund des Ergebnistes die wn Deutschland zu leistenden Zahlungen festfetzen. Falls Deutschland diesen Plan annehmen würde, soll das Ruhrgebiet sofort von den Franzosen ge­räumt werden. In politischer Hinsicht plant Ame- l rika eine engere Fühlungnahme mit dem Völker- bMd. Präsident Harding hat an den Senat eine Botschaft gerichtet, in welcher er vorschlägt, dah Amerika nunmehr in das dauernde internationale Echiedsgericht des Völkerbundes eintreten soll. Deutschland soll diesem Völkerbund beitreten und M allen Pflichten unterwerfen. Darin würde Amerika auch eine politische Garantie für Frank- = krich sehen. Keinesfalls würden die Vereinigten Staaten und England jemals zugeben, daß Frank- «ich aus dem Rheinland einen unabhängigen Staat mache.

Der Plan soll überall die grötzte lleberrafchung hkivorgcrufen haben. Jedenfalls mutz er mit der trotzten Vorsicht ausgenommen werd«. Vor über­eilten Erwartungen ist zu warnen. Wie aus der Reibung hervorgeht, könnte es sich auch darum Adeln, eine Unterstützung der französischen Po- mik über den Völkerbund, dem Amerika bi» jetzt str» stand, zu propagieren. Nur in diefem Falle «rde Frankreich wentzftens zu Konzessionen bereft stin.Echo be Paris" erklärt wieder. Frankreich Erfolge seinen Weg; einmal werde das Reich und ne Magnaten nachgeben. .Dann werden wir end- Mig unsere Rechnung zu regeln haben, indem wir n« Pfänder beibehalten, bis wir unsere Sache ge­wonnen haben. Wenn Berlin sprechen will, mutz Herr Cuno oder sein Nachfolge^!) sich auf diplo­matischem Wege entweder an Herrn PoincarS oder ® die Reparat ionskommisston wenden. Wir sehen «ne andere Möglichkeit." Das ist neben allem, »as wir bisher von der französischen Politik ken- «ti, durchaus eindeutig.

Sonst La» für den Plan Harding».

L o n d o n. LS. Febr. Zu den wichtigen Mit- «ikungen des Botschafters Harvey über den Per- «ttlungsplan Hardings erfahren einige Blätter, «gut unterrichteten Kreisen werde versichert, datz «nar Law den Plan Hardings warm unterstütze, «e offizielle Behändigung de« amerikanischen «ans wird innerhalb der nächst« 14 Tage er­wartet.

viele, noryer mutzten jedoch notwen- ^rrveise bei der französischen Regierung sondiert

Werden,

was, wie er von zuständiger Seit« er-

' s öie 61 Don zustano -Rten habe, noch nicht geschehen sei,

Anmerkung des Wolff-Büros: Das Gerücht,

Paris, 26. Febr. Der Haager Berichterstatter «rChicago Tribüne" meldet feinem Blatt, er sei «^der Lage, das von Berlin ausgegangen« Gerücht I Alland sei im Begriff, durch die Person des 9Rb ^teis van Karnebeek in der-Ruhrfiage zu vermit- t?n. entschieden zu dementieren. Es sei indesten ^ch"g, datz Verhandlung« stattgefunden hätten fischen den drei skandinavischen Ländern, die seit ^iger Zeit den Wunsch hegten, gemeinsam in der Angelegenheit vorzugehen. Der Ministerpräsident ranting hätte kürzlich eine lange Unterredung i Wttufct mit Karnebeek im Haag gehabt. Die all- rneine Meinung gehe dahin, datz der psychologische ^genblick für einen derartigen Schritt, insbeson­dre nach den letzten Reden im ftanzöstschen Senat, ferner Weis« gekommen sei. Es bestehe jedoch

Zweifel, datz drei von den neutralen Mächten - vermitteln bereit seien, sobald sich eine günstige . egenheit biete. Vorher müßten jedoch notwen-

gegen das stch der Haager Korrespondent derChi­cago Tribüne" wendet, ist von dem Berliner Kor­respondent« desselben Blattes ausgegangen. Datz das Gerücht nicht deutschen Ursprungs war, haben wir scfort festgestellt.

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Fmklelt eni Rniiiiii in ieWti Mitt.

' DerKöln. Ztg." wird au» London gcm-ldct: Die Rnhrangelgenheit beunruhigt die Regieruno augenblicklich tiefer, zumal die Franzosen offenbar die englische Stellung in Köln unboltbar »« machen suchen. Bezüglich der Eisen «ebuftage lagen ent Samstag dem Kabinett neue dringende Forderungen Poincares vor. Da» Gefühl wächst auch in ministeriell« Kreisen, die Regierung werde der einmütigen Forderuna der Opposition nicht viel länger widerstehen können, Pack? um Aufklärung über die gegenwärtig« Ziele der Rubrpolitik zu ersuch«.

London, 26. Febr.Daily Cbrouiele" schreibt, die Erregung im Ruhrgebiet steige. Frankreich scheine zu wollen, daß sie steige. Wie ander? könne man die Tat­sache erklär«, daß die Franzos« schwarze Truppen tn? Ruhrgebiet schicken, oder wie anders derartige Abscheu­lichkeiten, tote die aus Bochum berichteten. Das sei nickt die Politik einer Bebörde, welche bestrebt fei. die Stirn- mung zu beruhigen, sondern die darauf ausoehe. sie frr- auszufordern. Die Verwendung schwarzer Truppen fei eine widerliche Maßnahme, die jede zivilisierte öffentliche Meinung verurteilen müsse.Daily Chrouiele" fragt, ob Bvnar Law die wohlwollende Neutralität. die England verpflichtet. Frankreich am Rhein gewähr« zu lassen, soweit gehe, daß Grausamkeiten dieser Art Vorschub g-* leistet werden müsse. Sei es nicht ein furchtbarer Ge­danke, daß der Dienst, kraft dessen die englisch« Soldaten ®r Leben dahingrgeben hätten, von Poincarä beute in einer Weise ausgenutzt werde, die mit Sicherheit neue Kriege hervorruftn werde?!

London, 26. Febr. DemObserver" zufolge wid­met die britische Regierung der neuen, allerdings noch nicht ernsten Wendung in der französisch« Diplomatie, die die erste wichtig Rückwirkung der Besetzung des Ruhr­gebiets auf die diplomatische Gruppierung der Mächte in Europa sei, eingebende Betrachfttngen. W-nn die augenblickliche Aktion Frankreichs zu einer neuen Grup­pierung der Mächte führen sollte, so müßte die britische Politik natürlich »«geordnet werben. Da» Gefühl der Freundschaft für Frankreich, da? weiterhtn die fran­zösische Politik beeinflußt, veranlaske die amtlichen brift- scheu Kreise zu der Hoffnung, nicht daraus bestehen werde, das gefährliche Spiel des Mächtegleichgewichts zu spie­len. Die Tatsache, dah bie besten Köpfe in Paris die Zweckmäßigkeit des Versuchs, Großbritannien durch einen kontinental« Block zu isolieren, anznzweifein beginnen, bereitet Genugtuung.

London, 24. Febr. DieTimes" veröffentlicht eine Kundgebung von neun leitend« konservati- ve n Abgeordneten, in der betont wird^ die Re­gierung könne in der Ruhrfrage den Augenblick zun Handeln nicht aufs unbestimmte verschie­ben und müsse, wenn er gekommen fr, entschied« und entschlossen handeln. Der ossiziöfeDailh Telegraph" sagt: Die jüngst« ftanzösisch« Andeutung« der Absicht, die Rhein-Ruhrbahuen unter dauernde Kontrolle Frankreichs in stellen und Deutschland ein« neuen Vertrag unabhängig von England auf» zuzwing«, macht« in amtlich« Kreis« d« übelsten Eindruck, um so mehr, als sie in direktem Widerspruch mit tat gegebenen Versicherungen steht, e» fei« keine Annerion« geplant.

Di« Besetzungssrage.

London, 26. Febr. Der Kölner Sonderberichter­statter desDaily Chrouiele" schreibt zu der Frage der Besetzung her Zwischenräume zwischen den Brückenköpfen von Mainz, Koblenz unb Köln durch die Franzosen, die Folge dieser Besetzung würde sein, daß das britische Gebiet stärker isoliert sein werde als je. Der britische Brückenkopf in Köln werde vom nichtbesitzt« Deutschland durch die französischen Trupp« und Zollbeamten so gut wie völlig abgeschnitten.

Der Sonderberichterstatter meldet außerdem, die Ver­handlungen zwischen tat britisch« und den französisch« Militärbehörden bezüglich der ftanzösisch« Benutzung der Eisenbahn« im Kölner Gebiet schienen zu keinem endgültigen Abschluß gekommen zu fein. Die Franzoien kämen immer wieder auf die Notwendigkeit einer ziemlich allgemein« Benutzung der Eisenbahn« in der britischen Zone zurück. Brii sch-rftits seien die Verhandlungen durch da? Fehl« einer bestimmten Politik in London und data getaner Instruktionen etwa? behindert Die hartnäckige Haltung der Franzos« verursache große Uelerraschung. Man frage sich, weshalb sie dauernd auf weitere Eisen- bahnerleicht -«ng-n drängen, da sie doch den Zeniral- babnhos in Düsseldorf seit fast einem Monat aeichloisen hätten: dadurch unterbrach.'n sie einen der wichtigsten Ver­bindungswege ins Ruhrgebiet. Außerdem frage man sich, weshalb die Franzosen kaum irgend eine Anstrengung mgchien. um den Transport auf den Flüssen und Kanälen zu organisieren. Die Französin zögen es vor, die Eng- isänder wr^ni der Benutzung' der Eisenbahnen in der

britisch« Zone tu belästig«: da sie sehr wohl wünschen, daß, to«n bie Engländer ihren Forderungen nachgäben, die Stellung Englands am Rhein unmöglich würde. Dem Berichterstatter zufolge herrscht jetzt die Ansicht vor, haß die Franzosen in Wirklichkeit wünschten, daß die Engländer sich aus dem Kölner Gebiet zurückzögen.

London, 26. Febr. Der diplomatische Bericht­erstatter desDaily Telegraph" schreibt: Am Samstag sandte, tote verlautet, Poiucare eine sehr dringende Mit­teilung nach London über die TMge der Eisenbahn« im Kölner Gebiet, in der um to^foe Zugeständnisse an die französisch« Militärbehörden ersucht werde. Paris sei nicht befriedigt von tat tauen, aber noch zu sehr be­schränkt« Erleichterung« für tat Kohlenverkehr, die durch die Abtretung des Neuß- Dürener Abschmttes ge­währt wurden. Man fordere die Abtretung einer weiteren Schmalspurbahn durch die britische Zone ein wenig weiter östlich. Der Berichterstatter sagt, wenn die Forderung bewilligt würde, würde dies eine weitere territoriale Ab­tretung durch Großbritanni« bedeut«. Diese Forderung könne daher nicht erwog« werden.

London, 26. Febr. Der Pariser Berichterstatter derWestminster Gazette" meldet, er habe Grund zu der Annahme, daß die Verschiebung der britischen Trupp« nach einer weiter stromaufwärts am Rhein gelegenen Stellung ein Gedanke sei, der in besonders maßgebenden Kreisen viel Anklang fände. Durch die Entfernung der britisch« Trupp« aus Köln würde England nicht nur aufhören, die Franzosen zu behindern, sondern die briti­schen T«pp« würden auch weniger als bisher Gefahr laufen, in ein« Konflikt verwickelt zu weroen.

Der Berichterstatter teilt weiter mit. er habe in dieser Frage sowohl in brittschen als auch in französischen Kreis« Nachforschungen angestellt unö habe genügend Ursachen zu der Annahme, daß diese Lösung der äugen» blicklichen Schwierigkeiten für besser angesehen werde als eine Lösung tme sie herbeigesührt rottroc durch bie Ge­währung einer beschränkten französischen Besetzung der Haupteijenbahn«, die England augenblicklich kontrolliere. » * > -

Englischer Einspruch gegen den französischen Milliardenranb.

Berlin, 26. Febr. DieB. Z." erfährt an zuständiger Stelle gegenüber dem französischen Rechtfertigungsversuch, datz die in Hengstey von den Franzosen geraubten 12 Milliarden weder für die Eisenbahner der britischen noch auch für diejenigen von den Franzosen gewaltsam besetzten Zone be­stimmt wären. Es handele sich ausschlietzlich um Zahlungsmittel, die zur Versorgung der englischen Zone mit den unbedingt nötigen Geldbetrag« be­stimmt waren. Der britische Delegierte in Köln bat inzwischen gegen die Beschlagnahme Einspruch erhob«. Wi« dieB. Z." von anderer berufener Stelle hört, sind inzwischen Verhandlungen ein­geleitet worden, die auf die Freigabe des Geldes abzielen.

Paris, 26. Febr. Rach einer Havasmeldung aus Düsseldorf werden -die in einem Berlin Kölner Zug vorgestern beschlagnahmten 12,8 Mil­liarden Papiermark heute nachmittag nach Düssel­dorf geschafft, da die Untersuchung über die Bestim­mung der Summe noch im Gange sei.

Paris, 26. Febr. lieber die Beschlagnahme von 12 Milliarden Papiermark und von Druck­platt«, die zum Druck von 5000 Mark-Scheinen be­stimmt find, im BerlinKölner Schnellzug, wird folg«de Havas-Meldung verbreitet: Die Beschlag­nahme, die von französisch« Poften in Hengstey südlich von Dortmund vorgenommen wurde, hat keinerlei Zwischenfälle zur Folge gehabt. Die Bün­del von Papiermark und die Druckplatten wurden im Gepäckwagen gesund«. Sie war« beide nach Köln aufgegeben worden. Dir vier Begleitmann­schaft« hab« auf Befragen erklärt, datz die Be­träge zur Bezahlung der englischen Truppen be­stimmt fei«. Eine Untersuchung ist augenblicklich im Gange, um festzustell«, zu welchem Zweck diese Summen verschickt wurd«. Vorläufig wurden die Beträge dem französischen Erneralstab zur Auf­bewahrung übergeben. Man wünscht festzustell«, ob sie nicht wenigstens zum grotze« Teil für dir Kaffe der ausständigen Eisenbahner bestimmt waren.

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Rene irsnziWr Wae.

Varis, 27. Febr.- Es sckeiitt, daß bei den Besatz-- urgsbebörben im Ruhrgebiet in iroenheiner Form der Gedanke erteefl-n worden ist, den Bergbau und b*e In­dustrie im Ruhrgebiet, und zwar sowohl das fiskalisch» wie das private Eigentum zunationalisieren" unb die Leitung den Betriebsräten zu ütagdrtt Tta Sonder­berichterstatter de?Journal des D'btts" in Düsseldorf, rreffen Mittnlung-n sich von denen der übrigen Korrespon­dent« durch starkes Verantworilichkeitsgeftihl auszeich­nen, hält es mindestens für geraten, den Urhebern dieser Lösung" ihre Idee auszureden. Er macht die Gefahr« geltend, die die Ausführung eines solchen revolutionären Experiments, das dann entstehen würde, für Frankreich mit sich bringen würde.

Unverfrorenheit« der interalliierten Rheinland* kommisston.

Pari», 26. Febr. Rach einer Havasmeldung aus Koblenz hat die interalliierte Rheinlandkom» Mission unter dem Vorsitz des französischen Ober» kommiffars Tirard beschlossen, eine Ordonnanz zu erlaffen, wonach jeder bisher und künftig aus« gewief«e deutsche Beamte mit der Ausweisung auch gleichzeitig rechtskräftig entlast« sein soll.

Die Besetzung von «önigswiater.

Parts, 27. Febr. Der .TempS" gibt folgend« Rechtfertigung für die Besetzung von Caub, Lorch und Königswinter: Auf Grund deS WaffenstillstandSver» trags vom 1. November 1918, bestätigt durch dm Bev> sailler Friedenso-rrrag. halten die alliierten Truppe« das gesamte auf dem link« Rheinufer gelegene deutsche Gebiet sowie die drei rechtsrheinischen Brückenköpfe Köln. Koblenz und Mainz mit einem Radius von 30 Kilometern besetzt. Daraus hab« stch auf dem rechten Rbeinnfer Schwierigkeit« im Eisen- bobnbetrieb ergeben, der auf diesem Ufer stch <x6» wechselnd durch besetztes und unbesetztes Gebiet voll­zog. Deshalb hab« die ftanzösisch« Truppe« aut Sonntag bie Besetzung vorgenommen, um dies« Schwierigkeiten ein Ende zu machen. Das »Jonrn. des Debüts" sieht den Gewinn dieser n«en Vertrags­verletzung nicht nur in der Erleichterung der ftanzö- stiLeu Versorgung und der Verstärkung der französi­schen Zugkontrolle, sonde« auch auf politischem Ge­biet. Die Besetzung von Caub, Lorch und Königs« Winter werde die bestere Ueberwachung der politisch« d«tichen Agitation am Rbeiu ermöglichen.

Protest gegen die Besetzung von SSnigöwinter mtb Limburg.

Berlin, 25. Febr. Gegen die Besetzung von Königswinter und Limburg a. Lahn Wurde, tote de» Blättern mitgeteilt wird, von der ReichSregierung energisch protestiert.

Offenheiten.

Parts, 26. Febr. Der Landesausschutz der Vereinigung der Reserveoffiziere hat, nachdem Millisterpräfident Poincarö aus Mangel an Zett dem Vorsitz der Bereinigung niedergelegt hatte, den ehemaligen Kriegsminister, Abg. Andr6 Lefhvre, an seine Stell« gewählt. Der ehemalige Kriegs­minister hielt gestern vormittag an tat Ausschuß eine Ansprache, in der er erklärte: Ich kann leider nicht an die ewige Dauer des sogenannten Fftle» dens oder Waffenstillstandes glauben. Der Krieg hat nicht 1914 begann« und ist nicht 1918 zu Ende gegangen. In Wahrheit hat er 1912 auf dem Bal­kan angefangen; seitdem hat man sich geschlag« und schlägt sich immer noch. Auch die Besetzung des Ruhrgebiets ist ein« Krlegsmatznahme, obwohl wenig Blut dabei geflosten ist.

Et» «eichstagsablleorvneter feftflnromme».

Berlin. 26. Febr. Die französische Eiseubahn- kontroSe in Scharnbost vor Hamm holte tat Retebs- tagsabgeordneten Dr. Hugo bei seiner Ausreise aus dem Einbruchsgebtet au5 dem D»3u» Die Fest­nahme erfolgte aufgrund deS ftanzöstschen BefedlS, wonach deutsche Abgeordnete anscheinend alS agents provocateurS behandelt werden sollen. Rach eifrigster Durchsuchung des Gevöcks und ergebnisloser Berneh- mung wurde Dr. Hugo nach dreistündiger Sistierung gestattet die Steife ins unbesetzte Gebiet sortzuketzm. Bevorstehendes Einreiseverbot in» besetzte Gebiet.

Essen, 26. Febr. Hier geht das Gerücht, datz G«eral Degoutte beabsichtigt, ein generelles Ein­reiseverbot ins Einbruchgebiet für alle Deutsch« zu erlaffen. Auch die Ausreise der Einwohner soll van einer besonder« Erlaubnis abhängig gemacht werd«.

Esse«, 28. Febr. Die Kontrolle, die tat Stu- bruchsgebiet auSgestbt wird, soll stch nunmebr «ach Beseblen der Besatzungsbebvrdm nicht mebr auf Kohlen und der« Nebenprodukte sowie metallurgische War« beschränk«. Seit zwei Tag« kontrollier« die Franzosen alle Wagen und lasten kein« Wag« durch. Selbst Umzugs gut ist tatte sestgebalten worden, weil sich ein Küchenherd darunter befand. Die Matznabmen sieben im schärfsten Widerspruch zu d« anfangs ard- geordneten Maßnahmen der ftanzösisch« Eisendahn- kommissio«.

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. Eine deutsche Note.

Berlin, 27. Febr. Der deutsche Geschästsftäger i» Paris ist ang-wies-n worden, der ftanzösisch« R-giermtg eine Note nebst Anlagen zu überreich« Die Note be­faßt sich mit den n«en Gewaltmaßnabm« wie Weg- nähme von Privateigentum, Mißhandlung und Tötung von Privatpersonen ufw Dft Regierung betont daß ti ihr nickt mehr mög'ick ist. alle Fälle auf,»führ« son­dern sie wird einzelne Fälle herauegreifen und in Anlage Cberreitfrn; aber für alle Fälle volle Genugtuung verlangen.

Essen. 27. Febr. Die Handel-'amnier Böckum, bet« Gebäude von ben Französin vollst änd g re-stätt wurden, richtet an alle Handelskammern ein Rundschreiben, worin lammender Protest erhoben wird, gegen den an der Handelskammer begangen« Raub. Der Geschäftsgang .seht nach wie vor weiter.

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Der oraanisiertc Raub im Ruhrgebietk

Aus dem Nuhrgebiet wird uns mitgeteilt: Die letzt« Lage Haven eine ungeheure Verschärfung tat