Einzelbild herunterladen
 

Ruhr ist auf die Dauer eine Unmöglichkeit.

Aber

trag von Versailles über die Well gekommen

sind.

Deutschland

trägt einst wieder stolz dein Kleid,

Lm nächsten Vormittag bracht« der Dien« Hr

auch für die Zeit, in der sie geschieht, rotrb sie dazu beitragen, alle Erschütterungen, dir durch den Ver-

Deutschland muß sterben, um aufzuersteben, Deutschland lebt ewig, Versailles beißt der Ruf, Der Deutschlands Knaben zu Männer schuft

DaS Deutsche VolkSopfer sei Deine Opserstelle! Frei wird nur. wer opfern kann!

ßto Schükclade

der Anspruchsvollen!

eint Korte. Erstaunt las sie den Namen: Von Rose' uow Verenberg. Was wollte Joachim in so früher Stunde von ihr? Er hatte ausdrücklich gewünscht, die gnädige Frau sprechen zu dürfen.

Erstaunt zuckte sie die Achsel. Tann ging sie, mit alleem Stolz gewappnet, in das persische Zimmer. Uno stand dem alten Herrn von Rofenow gegenüber.

Womit kann ich dienen?" fragte sie kalt, an d-r Tür stehen blibend und ohne dem Briucher einen Sessel anzubieten.

Ter alte Herr starrte einen Augenblick betroffen zu ihr hinüber. War das die kleine Krankenschwester in dei schwarzen Pelerine und den groben baumwolle­nen Handschuhen? Die Pflegerin in der schlichtet; hellgestreiften Tracht und der hausmütterlichen weißen Schürze? Ein« Dame, mit ganz erlesenem Beschmack gekleidet, stand ihm gegenüber, den Kopf im Nacken, ganz ungeduldig harrender Hochmut-

Unter ihrem unerbittlichen Blick begann er zu stammeln. Er komme komme seinen Irrtum zu berichtigen, komme, gerade heraus gesagt, mit der fl.hentlichen Bitte um Verzeihung. Er sei dem Schick­sal dankbar, er wisse seinen Bruder jetzt in den aller­besten H Luden. Er danke auch für das Wohlwollen seines Bruders für Joachim. Aber auch der Wunsch einer endgültigen Aussöhnung zwischen ihm und Fritz li'ße ihm kein« Ruhe. Fritz besuch« jetzt Theater und **älnne in bescheidenem Maße Wicker Geselligkeit auf, das bezeug- ein« erfreuliche gesundheitliche Wickerher- striluno: nun möge der Bruder sich ihm ober auch nicht mehr länger verschließen. Er habe" gefehlt, sei überreizt, überarbeitet, mit seinen Nerven zusommen- gebrochen unb seit einiger Zeit in ärztlicher Bchand- lung, man möge chm seine Entgleisung nicht als ewiges Verschulden anrechnen. Unb wenn er sich mit der.Bitte um gütige Vermittlung gerade an sie, die fung« Gattin wende, sei er sich wohl bewußt, daß er ein besonderes Maß von Heroismus und S:elengröße von ihr fordere aber er erwarte alles von dem sanften Einfluß, dem gemütvollen Wesen einer Frau.

' - (Fortsetzung ir'gt.j

Alle praktischen Hausfrauen totff en es längst daß es zum Färben von Kleidern, Blusen, Gardinen. Siriimvfen ufto. nichts besseres gibt alS die weltberühmtenHcttmann'S Farven», MarkeFuchskopf im Stern», darum nehmen' st« kein« anderen.

zahlen erfreuliche Leistungssteigerungen auf. Im mittel­deutschen Braunkohlenbergbau wurden im Januar 4,6 Prozent Rohkohlen und 10,75 Prozent Briketts mehr gefördert als im Vormonat, während die Kvksförderunsi einen kleinen Rückgang um 1, Prozent erlitt. Die Jah­reszeit und die Frachtverteuerung haben btt Nachfrage nach Kohlen, z. B. für Hausbrandzwecke, zur Zeit etwas verringert, sodaß von einer eigentlichen Kvhlennot in Deutschland gegenwärtig nicht gesprochen wecken kann.

Ganz langsam und allmählich passen sich die deutschen Warenpreise dem Devisenrückgang, der durch die Mark- stützungsaktion der Reichsregierung erzielt worben ist, an. Alleckings sinken auch jetzt noch Vorzugsweise die Preise der Einfuhrwaren ober derjenigen deutschen Inlands­waren, die teilweise durch Einfuhrwaren ersetzt oder in ibrerr Preisgestaltung durch diese beeinflußt wecken kön­nen. Am schnellsten sind die Ftttpreise der Dollar­bewegung gefolgt. Aber auch am Getrridemarkt ist, nachdem die Weltmarktparität nicht nur erreicht, sondern zum Teil schon überschritten war, ein Preissturz einge­treten. Allerdings ist noch immer große Zurückhaltung im Verkauf zu den rückgängigen Preisen zu bemerken. Man traut dem Dollarrückgang noch immer nicht voll­kommen und will ihn nur als einen vorübergehenden Rück­schlag ansehen. Auch bleibt die tatsächliche Mnfuhr von Getreide aus dem Ausland«, durch di« ein wirklich großes Angebot auf dem Getrridemarkt geschaffen wecken könnt?, weg.m der Schwierigkeit der Devisenbeschaffung zunächst ziemlich unbedeutend. Aber bei einem Andauern des gebesserten Markkurses kann die Wirkung auf die Ge­treidepreise und auf die meisten anderen Warenmärkte nicht ausbleiben. * Nur muß man, was das Ausmaß der zu envart ndcu Verbilligung anbetrisft, berücksichtigen, daß einerseits die Preise noch keineswegs auf einer Dal- larbasis von 50 000, sondern meist auf einer wesentlich niedrigeren kalkuliert waren, und daß anderersells gerade in letzter Zeit wieder wesentliche Preiserhöhungen für Kohlen, Frachten und Düngemittel eingetreten sind, was die Herstellungskosten natürlich erhöht und z.D. eine Ver­hilf gung des Getreides sehr erschwert. Aber die Rcichs- teegierung ist mit allen Kräften bemüht, ihren festen BikLn ytr Fortsetzung der MarkstützuuMcktion *uwb= zu tun und überall auf eine Senkung der Preise hinzuwir­ken. So hat der Rrtchswlrtschaflsminister stieben an Sie Spitzenverbände von Industrie, Hand-el und Handiverk einen ernsten Appell gerichtet, in ihrer Preisfestsetzung den g.svnkenen Kursen der ausländischen Zahlungsmittel nach Möglichkeit Rechnung zu tragen, und darauf hingewiesen, daß jede Zurückhaltung von Waren in der Hoffnung, später wieder höhere Preise erzielen zu können, eine Gefahr für den erho'greichen wirtschaftlichen Abwehrkampi be­deutet, der uns durch den rechtswidrigen Ruhreinbrnch ansgezwungen worden ist. Es besteht kein Zweifel, daß Handel und Industrie auch ihrerseits bemüht sind, etwa vorhandene Mißstände auf diesem Gebiet beseitigen zu «eiten und zu diesem Zwecke auch Opfer zu bringen. Wo x- roch der Verdacht übermäßiger Preissteigerung be­steht, oder dem Sinken dec Preise enig gengewirkt wird, ist ein schleunigstes und nachdrücklichstes Eingreifen der B-Hörden ang ordnet worden. Auch will die Reichrregi'- rttng-fir -bringenden Fällen dis Einfuhr erlrichtern, um einen Preis druck auszuüben. So soll z. B. der sich sehr start fühlbar machenden Verteuerung der Fleischpreise durch vermehrte Einfuhr dänischen Fleisches abgeholfen toerden, nachdem auch die inländischen Fleischpreise die Weltmarktparität überschritten haben. Es darf freilich niemals außer Acht g'lassen wecken, daß es sich hier uni Rot- und Kampfesmaßnahmen handelt, durch die manchen Erzeug-rkreis-n, deren Herstellungsasten immer noch stei­gen, während sie zu billigerer Abgabe genötigt werden, schwere Opfer auferlegt werden.

Von Dr. Stresemann, M. b. R.

Die Aussichten des Ruhrkampfes lassen toohl schon heute erkennen, daß Frankreich nicht erwarten kann, saus seiner Ruhraktion wirtschaftlich« Vorteil« zu er- iringcn. Ich halte die von französischer Seite ange­gebenen Kosten für die Erhaltung des im Ruhrbezirk 'verwandten Heeres für viel zu gering. Frankreich nbäli nur geringe Kohlenmengen anstelle derjenigen, ftic ihm früher ohne Entgelt zugeslossen sind, hat enorme direkte Ausgaben, ohne die indirekten Ver­luste, die ihm die Stillegung eines Teiles seiner In­dustrie verursacht. Wie weil es infolge mangelnder gohlenversorgung zu weiteren Ausgaben schreiten mutz, wird vielleicht schon die nächste Zeit zeigen Leoer politisch noch wirtschaftlich läßt sich das Ruhr­gebiet für Frankreich ausbenten. Die 40 Millionen Franzosen im heutigen Frankreich können ans die Dauer nicht 1-2 Millionen Deutsche im Rheinland »nd Im Ruhrgebiet Politisch beherrschen und wirtschaftlich dersOaven wollen. Talleyrand hat einmal gesagt: »Man kann mit Bajonetten alles tun, aber man kann nicht auf die Dauer daraus sitzen." Das gilt namentlich in der Gegenwart fiir Fragen der Welt­wirtschaft, die mit der Methode des Herrn Millerand, der wohl der Hanpturheber dieser französischen Aktion ifi, nicht zu lösen ist.

Eine Verständigung zwischen Frankreich und Deutschland, nach der Sie mich fragen, ist bisher stets en dem mangelnden Willen Frankreichs gescheitert. Ts ist notwendig, einmal die Aktionen zu wieder­holen, welche die Regierung Cuno unternommen hat, ehe eS zur Ruhrbesetzung kam. Schon während der Londoner Verhandlungen hat die deutsche Regierung, obwohl erst wenige Tage im Amt, den Vorschlag einer provisorischen Lösung der Reparationsfrage unterbreitet. Als Bonar Lato diesen Vorschlag als eine gegenwärtig nicht geeignete Grundlage für eine Verständigung bezeichnete, ist die deutsche Regierung daran gegangen, den Plan einer definitiven Lösung «iszustellen. Frankreich hat die Diskussion dieses Planes verhindert. Er ist der Oefsentlichkett bisher in seinen Einzelheiten offiziell nicht bekannt gegeben worden. Wäre er ein Zeichen des schlechten Willens Deutschlands oder ein Zeichen hinhaltender Taktik, He sich ihren Verpflichtungen entziehen wollte, so würde Frankreich, das feine Einzelheitere sicher genau kennt, längst Mittel und Wege gefunden haben, um tzn als Dokument des schlechten deutschen Willens zu derösfentlichen. In Wirklichkeit bof dieser endgültige Plan dec deutschen Regierung Frankreich sofortige Zahlungen, und ging weiter, als beispielsweise die Vorschläge, mi.t denen seinerzeit Mrs. Morgan die deutsche Leistungsfähigkeit nach oben begrenzt hatte. Die Regierung bot Frankreich die Verzinsung einer loben Milliardensumme, auch wenn eine intet- Mümmle Anleihe nut einen Teil davon aufbrächte. Darüber hinaus fügte sie eine weitere Zahlung als Entgelt für die Zeit des Moratoriums zu, und stellte eine dritte Rate in Aussicht, wenn bet internationale Kapitalmarkt sie auszunehmen in 6er Lage wäre. Ich bin jetzt überzeugt, daß die deutsch« öffentliehe Mei­nung erstaunt gewesen wäre über die Höbe der Leistungen, z» beiten die Regierung Cuno sich bereit «klärt«. Zusammen mit dem, was Deutschland bis­her an anrechnungsfähigen Leistungen an die Alli­ierten bargeboten hatte, würde die Endsummen des deutschen Vorschlages doch an die Ziffer heran« reichen, die von Angehörigen alliierter Rationen wie­derholt als Höchstmaß deutscher Leistungsfähigkeit selbst bezeichnet worden sind.

Frankreich kann auch nicht einwenden, daß diesem Vorschlag etwa die notwendige Garantie gefehlt hätte. Bevor der Vorschlag nach Paris ging, bat eine Sitzung mit den Vertretern der deutschen Wirtschaft fiattgefnnden unb nach stundenlangen Beratungen haben diese sich bereit erklärt, die Garantie für diese deutschen Leistungen zu übernehmen. Die französi- scken Darstellungen von den deutschen Magnaten, in deren Hand Deutschland sich angeblich befindet, und He sich ihren Verpflichtungen entziehen wollen, ist Also nichts anderes als ein französisches Märchen.

Eine weitere Frage betrifft die Verständigung Arischen vor denffchen nick d« französkMur Industrien ßn seiner Hamburger Rede betonte der Reichskanzler kmio, daß die deutsche Wirtschaft zu ehret Koove- tfliion mit anderen europäischen Industrien bereit fei. Dieses Wort war nicht etwa zufällig gesprochen. Ihm

SönnckbeÄv, 24. Februar fmnnmg 1923

IeilWk SW«.

306. Sitzung vom 23. Februar.

Tie zwefte Beratung des Reichswehretats wird fort- gefegt Nach längerer Aussprache wurde auf Ansuchen des Präsidenten di« Weiterberatmig des RrichSwehretE unterbrochen, um erst das Notgesetz zu erledigen.

D.'t Ausschuß, über dessen Verhandlungen Abg. Dr.

IkkWWek Whig.

210. Sitzung vom 23. gebt., 12 Uhr.

Die Einzelberatung des JustizetatS Wick beim Kapitel »Strafanstaltsverwaltung" fortgesetzt. Die Verbandltlngen schreiten nur sehr langsam vorwärts, da die Kommunisten fast bei federn Paragraphen be­sondere Anttäge stellen, die aber ab gelehnt Werben^ Z. B. der Antrag auf Abschaffung der Strafanstalt»- Pfarrer und ein Antrag auf entsprechend« Vermeh­rung der Aerzte. Damit ist die Einzelberatung de-

(Nachdruck Verboten.) Der Weg der Schwester Hanna Roman von Viola Landt.

19. Fortsetzung

Hifi, ich Habs, hier Kinder. Also Earmen. An­fang Uhr. Ta müssen wir uns ja beeilen. Hanna, ht läßt wohl noch schnell einen Imbiß anrichte a."

Gerne, lieber Fritz."

Joachim hatte sich erhoben.Verzeih, lieber OnfeL ich muß dich doch bitten, mich zu dispensieren. So­fien fällt mir ein, daß ich «ine wichtige Unterredung im Stint habe, um 8 Uhr. Eine ganz dringende An- -etlgenheit. Entschuldige, aber es fiel mir nicht früher rin." Während fein Mund diese Worte sprach, taste- itn seine Gedanken rückwärts. Carmen... Sommrr- ter... Er sah Hanna Wicker in dem leichten Bot» lisisähnchen, mit dem Strohhut mit bet Rosenranke, tzriwß nochmals in weher Erinnerung das naive Ent­rücken, mit dem sie auf die Bühne starrte, hörte im leiste Wicker die aufreizenden Rythmen, dies« elek­trisierende Musik und wußte es: er würde dies Tper nicht mit ihr zusammen anhören können. Tie Erinnerung würde ihn umwerfen. Und noch eins offenbarte sich chm im gleichen Augenblick: die alte Licke lag nur scheintot unter den Grüften.

Das war entsetzlich. Niederschmetternd war diese Entdeckung.

Hätte er nur in Hannas Mienen lesen können. ®&er sie blicken ihm ein verschlossenes Buch. Mit un- ^weglichcm Gesichts ausdruck reichte sie ihm die Hand. »Schad«, Herr von Rofenow. Wer selbstverständlich, öhre Verpflichtungen gehen vor. Auf Wiedersehen!"

Sie fuhr mit ihrem Gatten ins Theater.

» «Die Loge war noch leer, ganz lanzsäm füllt« sich das weite HauS.

Ein famoser Junge, dieser Joachim, toa?9" sagte ®°iriioro zu seiner jungen Frau.Ein durch und ^rch anständiger Kerl. Wir wollen nicht kleinich es ihm nicht nachtragen, wenn der Vater sich *£t-,t1ofigfeiten erlaubte," < --»-<

toar borangegangen eine offizielle Mitteilung der deutschen Regierung an den französischen Minister­präsidenten, die dasselbe Anerieten enthält. Herr Voincare ist aber auf diese Bereitschaft der deutschen Regierung nicht eingegangen. die französische In­dustrie hat die Hamburger Rede Cunos ohne Echo gelassen.

Jeder Franzose, der in den letzten Jahren nach Deutschland kam, verteidigte die Besetzung des Rhein­landes mit der Furcht Frankreichs vor deutschen Re- vaiuhezelüsten. Die Regierung Cuno hat durch die Vermittlung der Vereinigten Staaten von Amerika ein Abkommen angeboten, das die Grenzen beider Staaten sichern sollte. Es ließe sich sehr wohl ein internationales Abkommen' denken, das demjenigen der beiden Staaten, dessen Grenzen durch Krieg von der andern Seite bedroht werde, die Untersttitzung großer Mächtegruppen sicherten, sodaß in Wirklichkeit der Friede gesichert wäre. Frankreich yat jede Dis­kussion dieser ihm von Deutschland angebotenen Siche­rung abgetctznk.

Das Vorhandensein der wirtschaftlichen Jnteresien der Völker ist eine feststehende Wahrheit. Die Wirt­schaft der Völker hat ungeschriebene Gesetze, die nicht verletzt werden dürfen. Auf ihr beruht die inter­nationale Arbeitsteilung der Völker, auf ihr beruhen die alten festen Währungsverhältnisse. Beides hat der Versailler Friede zerrissen. Der Wahnsinn, ein Volk der verarbeitenden Industrie, wie das deutsche, von seiner Kohlenbasis so wett zu trennen, als es schon bisher geschah, mußte zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten führen. Die Abschnürung von oer

auf das stärkste zu vermehren. Sie gibt Frankreich keine Kohlen und verhindert die deutsche Reparations­fähigkeit. Politisch schafft sie leine Verständigung, sondern berechtigte Wut Uber unerhörte Brutalitäten.

Die Stellungnahnte der deutschen Regierung gegen­über diesen Verhältniflen ist eine klare. Sie hat das Volk an der Ruhr nicht zum Widetstanv auffordern brauchen. Wer die Natur der Westfalen kennt, wußte, daß die Franzosen auf Granit beißen würden, wemr fte versuchten, nttt. ®ctoalt Vorzugepen. Das ganze deutsche Volk empfindet Empörung über den unerhörten Zkecktsbruch dieses französische» Ein­marsches und der französischen Vergewaltigungen. Die Regierung Cuno hat es abgelehnt, angesichts der Verletzung der deutschen Hobeitsreane mit Frankreich unter dem Druck der französischen Bajonette zu ver­handeln. Für die Ausführung des Vertrages von Versailles steht Deutschland nicht Frankreich, sondern der Gesamtheit der alliierten Mächte gegenüber, die durch die Uttterschrift auch die Garantten für feine gerechte Durchführung sind, umsomehr als die Waffen­streckung Deutschlands nicht bedingungslos, sondern unter ganz bestimmten Voraussetzungen erfolgte. Cs i>t deshalb, tote ich int Namen aller bürgerlichen Par­teien des Reichstages in einer Erklärung bet den Be­ratungen bet Ruhrbesetzung anssührte, eine Pflicht der Nationen, die den Vertrag von Versailles ge­schaffen haben, die Jnttiattve zu ergreifen, um für die Wiederherstellung des durch den Frieden verbürg­ten Zustandes zu sorgen, der durch die Akiion der Herren WUlerand uud- ^ßsinearL zerbrochen toorfeen- ijt. In der Abwehr gegen diese Aktion sind sich alle deutschen Parteien einig und sie werden in dieser Einigkeit umsomehr verharren, je stärker die Brutali­täten werden, mit denen man von französischer Seite Versucht, auf das deutsche Volk zu wirken.

---*---

MWÄM WMMttW.

Von unserem volkswirtschaftlichen Mftarbeiter.

Nachdem nunmehr die Kohlenzufuhr auS dem Ruhr­gebiet für das unbesetzte Deutschland gesperrt ist, fwt nun natürlich große ~ ' .Tagungen gemacht, um die Produk­tion der übrigen deutschen Kohlengebiete möglichst zu steigern. Das ist in gewissem Umfange bereits im Januar gelungen. So betrug in Deutsch-Oberschleiieu die arbeftstägüche Januarfördernng 31 503 Tonnen: find rund 3000 Toakuen täglich mehr als im gleichen Wirmtt des Vorjahres. Auch im niederschlesischen und im sächsi­schen Steinhohlengebiet weisen die Ianuarsörderungs-

,Zch Bitt« dich, schweig davon", sichte Han-ia.

Ein zarter Veilchenduft, der plötzlich zu ihr hiu- schwebte, rin Rascheln von seidenen Röcken ließ sie aasblicken. Hinter ihr hatte eine Dame Platz genom­men. Aber in der plötzlich einsetzenden Verdunkelung des Hauses vermocht« sie das Gesicht dieser Tarne nicht mehr zu erkennen.

Tie Musik begann, eine leicht beschwingte, kokelte Musik Die unbefangene Fräh ichkrit in Hannas Zügen erschlaffte, diese Dunkelheit war ihr erwünscht, sie brauchte nicht mehr Unbefangenheit zu heucheln wie gut tat das!

Air sah kaum auf die Bühne, sie sah mitten hinein In den schwarzen Schlund des großen Hauses. Carmen Sommeroper selige Maientage Ihre Ge­danken taumelten und wurden müde und schwer.

In der Paus« wandte sie sich einmal rückwärts. Ta sah sie ip das Gesicht der Frau von Gerlach.

Die junge Witwe beugte sich mit erfreutem Lächeln zu ihr.Ach, meine liebe Frau Kommerzienrat - welche Ueberraschung! Nicht wahr, ich darf Ihnen noch ncchftäzlich meine herzlichsten Glückwünsche zu ihrer Vermählung aussprechen? Ich hörte erst in diesen Tagen davon. Wie reizend dieses Wickerfinden. Sie kennen mich doch, gnädige ^rau?"

Ach bitte, nennen Sie mich doch nicht so", sagte Hanna leise in kaum verhehltem Unmut. Diese Lie- ben-wückigkeit war in der Tat überraschend und über­wältigend."

Wenn sie «s nicht wünschen, licke Frau Koinmer- zieurat Wie p;?af(t Hh -en die Beizung? Frau Gcßlei-Rethackt ist w'cker glän-e d. Aber ich finde, di« Micaela könnte schlanker sein und auch der Jose"

Kein Wort von früher. Kein Wort von der Be- gegi-ung im Restaurant. Die Welt mißt immer ihr Urteil an den Enderfolgen ab.

Versonnen fuhr Hanna heim.

Bist du müde, Lickling?" fragte Rofenow.

Ja, ein wenig, eS war heute ein anstrengen­der Tag."

AweitesrBrE

enthält auch auf Klub- und andere geschwsieue fltefd» schäften ausgedehnt. Branntwein darf nicht au Persone« unter 18 Jahren verabfolgt wecken, ebensowenig nikn» tinhalkige Tabakwaren. Mit Gefängnis dis zu 8 Iah«, und Geldstrafen bis »n 100000 Mark wich bestraf« wer in selbstverschuldetem Rausch strafbare Handln nae« begeht. Die Veröffentlichungen betreffend Verurteüu», gen wegen Preistreiberei sollen durch Anschlag au beuti lich sichtbarer Stelle erfolgen. Die Mindeststrafe fti» schwere Fälle von Schleichhandri und Wucher wick von 20 000 auf 100000 Mark erhöht.

Von der deutschnationaleu Fraktion ist ein AnttaU ringegangen: Zur Unterbringung der ans dem besetzte» Gebiet ausgewiesene« Reichsangehörigen sind in rrfhe Linie di« Wohn- und Geschäftsräume heranzuziehen. He von solchen Ausländern, insbesondere Ostjuden, bewshnß und benutzt wecken, die seit dem 1. Februar 1919 de» Cften in das Reichsgebiet ringewandert sind.

Abg. Krätzig (Soz.) sicht in der Vorlage keim wirksame Maßnahme gegen die Not. s

Abg. Bruhn (Deutsch«.) stimmt den verschärfte» Bestimmungen gegen den Wucher zu, warnt aber babmJ icke wirtschaftlich gebotene große Preissteigerung oh«« weiteres als Wucher zu bezeichnen. Kartoffeln z. B- feie* nitr um das Achtfache gestiegen, während der Dollart um das Fünfzehnfache gestiegen sei. Die Eisenbahn müsse den Anfang mft dem Preisabbau machen. Rckner be­gründet dann den deutschnationalen Antrag und bezeichn r.et die Ostjuden als eine Gefahr für Deutschland. '

Abg. Dr. Be ll (Ztr.) verweist auf die groben Aus­wüchse des Schankstättcngewerbes auch in den Mittel und KloinLäri^n.

Ein Slnrrag Grothfuß (Dem.) enthält di« gleichen Forderungen wie der deutschnationale Antrag, will sie aber gegen alle Ausländer angewendet sehen. Ein An­trag Stresemann (D. Vpt.) bringt die gleiche For­derung in Form einer Entschließung.

Minister Oeser lehnt dem Antrag Bruhn als z» NeitWhend und pt einseitig ab und bittet, die Angelegen­heit der Regierung in Form der Stresemannschen Ent- schlftßiwg zu Überlassen. Die Regierung werde sich übri­gens in dieser Frage nicht von dem Boden des Rechts entfernen ftnb da nicht cingrrifen, wo eine einwandfreio Rechtslage vorlicge.

Abg Leut Heuser (D. Vpt.) stimmt den Ausschuß- bef'bluffen zu.

Socann wird die Entschließung Stresemann ange­nommen, ebenso die Restvorlage nach den Ausschuß-' (rschlüsfen. Eine Entschließung der Kommunisten auf Erfassung der Sachwert.- wird dem Ausschuß überwiesen,, - Dienstag, 2 Uhr: Wciterberatung des Reichswehr- i-tat-j. Schluß 7 Uhr. <

EM 3t Versailles!

Vater: Mein Junge, sag, hast du geweint?

Weinen auch Männer? Sprich, schlug dich ein Feind» Vater, nicht lachen, sieb, grau toack dein Haar, 4 Bin doch ein Junge, einst werd ich ein Manm > Einst kann ich erzwingen, was beut ich nicht f<mn, ' Schüttle dein Haupt so mild und gequält, Jugend will Kamvf, wird durch Not gestähltl

Junge mein letzter, so höre mein Wort, Roh riß der Krieg mir den ältesten fort! Warf ihn zur Erd« in rasendem Spiel! Und ich war stolz, weil fiir Stolzes er fiel! Mutter? Ja Mütter sind oft zu weich! Mutter war krank, sie folgte ihm gleich!

Dann kam der Feind der Deutschland zerbrach. Knabe Versailles heißt unsre Schmach, Hörst du .Versailles', dann erröte vor Scham, So heißt das Wort, das die Ehre uns nahm. Hörst du Versailles, dann krampfe die Hand, So heißt das Wort, das zerriß unser Land, Hörst du Versailles, dann senke dein Haupt, Weil deine Väter Betrüger geglaubt.

Hörst-du Versailles, dann segne den Tor, Bester verfault, als im Elend verroht. Sieh, du bist jung, mir zeranälis das Herz, Glaubst noch an Sonne, freust dich am Scherz, Hörst nickt den Schrei aus geraubtem Land, Siehst nicht des Hastes rings schwellender Brand. Vater halt ein, denn mein Wort ist ein Schwur, utschland vergebt nicht, «s schläft doch nur, Deutschland ist krank und es harrt seiner Zett,