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Icheckloeto: Nr. 5015 »mt Frankiert s. Main.

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abends unb 7 Uhr morgens sei auch auf diesen legal«

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Leu Vorwand für diese Potttik gab ihm die Revanche

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zöstsche Regierung gegenüber der Weife verpflichtet habe, über die fetzung Auskunft ru erteilen.

Raubzüge.

Truppen in das Rühmtet eingetretenen Kohlenknapp- heit und BerkchrSstörungen habe der Güterverkehr aus den deutschen Eisenbahnen allgemein stark herabgesetzt werden müssen, sodaß auch im innerdeutschen Verkehr d e Güterannahme sehr eingeschränkt wurde. Die Note schließt mit der Feststellung des Widerspruchs in dem Verhalten der französischen Regierung.

Eine Kundgebung an die Angehörige« der Reich»,oll. Verwaltung.

Berlin, 22. Febr. Der Reichsminister veröfsent- licht folgende Kundgebung an die Angehörigen der Reichszollverwaltung in den beschien und Sinbrnchs-

i . Tclcafie gesät, ist in Poincar«, dem heutigen Voll- ; , strecket dieser Politik .zur vollen Reife gelangt, und

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2^ mid Elsatz-Lotbringen, wie seinerzeit Napoleon III.

KSuigsgrätz Vorwand für den 70er Krieg war. Was

Straßen verboten.

■ England» „strengste Neutralifllt",

Marburg Mas, in 23.5e6nmr

Koruong

M - Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg. .

Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen

bei# 6,

t B<1 M« Hots

Niederring trng Deutschlands bts zur bedingungslosen Kapitulation, Frank- reich sagt, das; ihm seine „Ehre und sein Ansehen in ter Wett Derartige? gebiete. Die Politiker Frank­reichs bavrn die Oberherrschaft, und die immer mehr sich bervorwagenden vernünftigen Stimmen der Wirt- Waftler werden mißachtet. Es ist in der Tat eine flarastrophenr-olitik, die Frankreich hier treibt und die von niemandem als von Llohd George soeben hn englischen Unterhausc selber vor aller. Welt gekenn- zeichnet wurde.

Es ist ein tragisches Geschick für Deutschland, daß in diefer Situation, da man klar den Abgrund vor Augen siebt, niemand sich rührt, um dieser französi­schen, den Weltfrieden gefährdenden Politik in den Arm zu fallen. Ob die Mächte den Wabnstnn aus­rasen lassen wollen, um letzten Endes Frankreich um Nt tiefer zu demütigen? Aber tote dem auch ieh Tentschiand hat fetzt in diesen Tagen eint unge­heure Aufgabe für sich selbst und für die ganze zivili- fkrte Welt zu erfüllenI Und das gesamte Ausland sSanl mit größter Spannung auf Deutschland, ob es die Schicksalsprobe besteht!

At Mmdlmm d« IfWtn MWn- BlMkslei mit $oiM«te.

Paris, 22. Febr. Zu den Pariser Verhandlun­gen des belgischen Ministerpräsidenten Theunis mit der französischen Regierung erfährt der .Petit Pa­risten" daß die Frage der Ausfuhrbewilligungen im Anfchlutz an das Ausfuhrverbot aller Erzeugnisse des Ruhrgebietes in das unbesetzte Deutschland behorche» wurde. Diese Ausfuhrbewilligungen sind einer fran­zösisch-belgischen Organisation zu übertragen, die den beiden Ländern gewisse Einnahmen zustchert und überdies einen Druck auf die Großindustrie des Ruhr- gcbietes auszuüben hat und eine Ausfuhr der Ruhr- erzengniffe nach dem unbesetzten Deutschland auf dem Umwege über das Ausland verhüten foll. Die Frage eines neuzuschaffenden Ruhrgeldes, das die Mark­währung beffern soll, ist nur im Hinblick auf die eventuell eintretende Notwendigkeit behandelt worden.

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Es gibt in den diplomatischen Kreisen niemanden, HNd es gibt auch keinen verständigen Politiker oder Wirtschaftler in Frankreich selbst, der sich darüber im Zweifel wäre, daß das französische Ruhrunternehmen bis jetzt ein vollständiges Fiasko war. Der Wan PoincarLs wird sich als ein Fehlschlag erweisen fe schwerer Natur, daß in keinem anderen Lande cs Überhaupt noch möglich wäre, daß ein derartiger Staatsmann noch länger im Amte bliebe.

Nun bereiten sich aber in der französischen Politik Dinge vor, von denen man doch fragen muß: Was Will Frankreich? Daß es eine wirtschaft­liche Lösung der Streitfrage mit Deutschland ins­besondere der Reparationsfragen nicht haben will, ist ja nachgerade aller Welt offenbar geworden. Und nun kommt das poliiische Ziel des Ruhr­unternehmens ganz flar und deutlich zum Vor­schein. Frankreich will einmal Deutschland zwingen, vor der militärischen Macht Frankreichs bedingungslos zu kapitu­lieren. Frankreich will dann weiter diesem Deutsch­land seine Bedingungen diktieren. Und Frankreich will endlich das dann mit militärischen Machtmitteln Hstruhaltende Ruhrrevier für seine wirtschaftlichen und politischen Zwecke dienstbar machen. Mit an­deren Worten: Es will das deutsche Ruhrgebiet zur französischen Heereswerkstätte machen!

Und dieses letztere Ziel ist in der Tat entscheidend. In allen diplomatischen Kreisen gibt man sich in die­ser Beziehung volle Rechenschaft und selbst die

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Essen, 22. Febr. Bei der _ _

rung Bochums fielen den Franzosen 28 Lokomotiven, 20 Postwagen, 167 beladene Kohlenwagen, 75 leere offene Wagen, 11 Personenwagen und 2 Schlafwagen in die Hände, die nach Dalhausen abiranSportierl wurden. Infolge des kalten Wetter» find die Be­satzungstruppen sehr darauf bedacht, Kohle für ihre Quartiere zu erhalten. Da sie von den Zechen nicht- bekommen, beschlalnahmen sie die durch die Stadt

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London, 22. Febr. Auf eine Anfrage de« Obersten Wedgwood hn englischen Unterhaus, od die von England gewährte Abtretung der Eisenbahnlinie Neuß—Düren mit der .strengsten Neutralität der britischen Regierung vereinbar sei, antwortete Von« Law bejahend. Ferner erflärte er, daß sich die fron- britische« in keiner

einem Mangel an deutschen Zahlungsmitteln abzu- belsen. Solange diese Notwendigkeit nicht etntrttt, wird an der Schaffung einer neuen Währung im be­setzten Gebiet nicht gedacht. In der Frage der stan- zöstsch-belgirchen Transporte durch das englische Be­setzungsgebiet gab Poincarö dem belgischen Minister­präsidenten eine Darstellung der en^ifch-französischen Verhandlungen, die jetzt in Köln ftattfinben. Er sprach die Ueberzeugung aus, daß eine Einigung zwi­schen England und Frankreich in kürzester Zeit zu er­warten sei. Infolgedessen wurde die technische Seite dieser Transporte auf den über Köln lausenden Bahnstrecken eingehend geprüft. Weiterhin wurden die Einzelheiten einer zu schassenden sranzöfisch-belgi- -chen Verkaufsorganisation besprochen, die den Ver­kauf der Ruhrerzeugnisse im Falle eines lang an­dauernden deutschen Widerstandes auf eigene Rech­nung übernehmen würde, um damit einen fühlbaren Druck auf die Ruhrindustrie austtben zu können. Schließlich wurde die Frage der Abgaben und Steuern im Ruhrgebiet besproclsen, eine weitere Ver­handlung darüber jedoch für eine bald zu erwartende Zusammenkunft des belgischen Außenministers mit dem französischen Finanz- und Handelsminister auf- aeschoben. Theunis wird heute nach Brüssel zurück- kehren «Nd vorher wahrscheinlich noch eine weite« usammenkunft mit Poincare haben.

Paris, 22. Febr. Auf der Konferenz zwischen Poinearö und dem' belgischen Ministerpräsidenten Theunis scheint es nur zu einem grundsätzlichen Be­schluß zu kommen. Die ftanzösischen und die belgt- schcn Militärbehörden sollen die Eisenbahnen des Rbeinlandes und der Ruhr fiir die Dauer der Ruhr- attion ganz übernehmen und in ein autonomes Netz verwandeln aus dem Transport für Rechnung und im eigenen Betrieb der Besatzungsmächte lausen so«.

Paris, 22. Febr. Der belgische Ministerpräsi­dent Theunis" hatte heute vormittag eine Konferenz mit dem Finanzminister Delastchrie und begab äw dann noch zu einer kurzen Besprechung mit dem Mi­nisterpräsidenten Poincare nach dem Quai d Orsey. Mittags ist er nach Brüssel zurückgereist.

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Die Interalliierte Kommission hat soeben beschlos­en, sämtliche deutschen Zollbeamte in den besetzten und Einbruchsg^ieten ihre» Amtes zu entsetzen uns die Dien s: fl^llen der Reichszollverwaltung aufznheben. Tie Franzosen und Belgier wollen gegen Beamte, die thve Ehrenpflicht gegenüber der deutschen Regierung er­füllen, mit den schärfsten Strafmitteln vor- gihcn. Sie versuchen, die Zollverwaltung im Westen des Reiches zu zerschlagen und hoffen auf diese Weise, einen entscheidenden Schlag gegen die Wirtschafts­einheit des deutschen Reiches führen zu können. Diese neue Gewalttat, ist nichts anderes als Vas Einge- 'ländnis. daß alle bisherigen Versuche, die Angehörigen der Zollverwaltung zum Bruch ihrer Eidesvflicht zu verführen, f.h'geschlagen sind. Ich bin überzeugt, daß die Zollbeamten und Angestellten aller Tienstgraoe g-.genübei diesem neuen Gewaltakt mit der gleichen Festigkeit und Ausdauer im WkderZand beharren werden, die sie ebenso wie die übrigen Teile der Bevölkerung bisher bewiesen haben. Ten Zollbe­amten, die im unbeugsamen Ausharren auf ihren, Possen den Bestand des Reiches und die deutsche Wirt- ichaft verteidigen, ist der bleibende Dank des deut- chen Volkes gewiß, und sie können sicher sein, daß die Reichs. . cn?nticaüuna für sie und ihre Angehörigen einstehen und ihnen alle Schädigungen voll ersetzen wird.

Sie im Mwütl.

Paris, 22 Febr. Havas meldet aus Düsseldorf, daß gestern eine Konferenz zw schen dem General Degoutte, dem französischen Oberkommissar Tirarb, seinem Gene- raldelesierten Rvucheliere, dem belgischen Oberbesehls- haber General Bucquoh und dem belgischen Oberkorn- m'issar in den Rheinlaichen abgehalten worden ist. Der Zweck der Konferenz sei gewesen, ein enges Zusammen­arbeiten im Ruhrgebiet und dem Rheinland zu erreichen. Aul der Tagesordnung hätten gestanden die Erhebung hr Zollabgaben, die Organisation der Dienststellen, !'-ie an die St-lle der deutschen Verwaltung treten ,ollen, die Verteilung der Koble und die übrigen zu er­sehenden Abgaben. Schließüch hätte man besch.ossen, daß ein System der Zolleinziehung durch die französischen. Armier am 23. Februar in Kraft treten soll.

Paris, 22 Febr. Havas meldet aus Koblenz, der Zolldirektionsausschuß der interalliierten Oberkommission babe für den Verkehr zw'schen dem besetzten Gebiet und $?m nichtbesehten Deutschland eine Anzahl von soge­nannten legalen Streifen bestimmt. Jede Warenbe- 'örderung auf anderen als diesen legalen Wegen sei in aller Form verboten, als Betrug anzusehen und ziehe die vorgesehenen Strafen nach sich, wenn Konterbande ein- a?er ausgeführt werde. 3ebpc Verkehr zwischen 7 Nhr

London, 22. Febr. Robert Cecil sagte in einer Rede in Cambridge, es bestehe dir ernste Gefahr, daß der Völkerbund z» einer Gruppe von Staaten werde, amtatt das Organ aller zu sein. Er glaube, daß die Lösung der Ruhrfrage schließlich vom Völkerbund über­nommen werden müsse. Es bestehe aber die große Gefahr, die Möglichkeit einer Lösung zu vernichten, wenn taan nicht den. rechten Augenblick für eine Vermitteluug abwarte. i '

Aus Parts wird gemeldet: Ter frühere stanz. Mini- fier des Aeutzern Delcaffe ist gestern in Nizza plötzlich gestorben. Ueber die näheren iinvuuibe drS Todes meldet Havas aus Nizza, daß er auf dem Heimwege von einem Konzert gestern abend 6 Ubr einen Schlaganfall erlitten habe. Seine Leiche fei von Vorübergebenden auf einer Gartenbank anfgefunden worden. Dekcass- war pokittfch längst ein toter "N»ann. Sein Name erinnert uns aber an die wtkde- ßen Zeiten der Einftelsnngspoiitik, die vorzüglich er mit Eduard VII. von England gegen Deuttchland durchfiihfte. Er War der typische Vertreter der galli- schcn Angriffslust, die das politische Ziel Frankreichs In der dauernden Niederhaltung Mitteleuropas steht.

B r l i n, 22. Febr. Die Sttecke Neuß-Dürrn ssk von französischem Personal besetzt. In Düsseldorf sollen, tote den Z-itnngen mitgeteilt wird, Arbeitslose zu einem Tageslohn von.60 000 X als Erd- und Bergarbeiter angetoorben worden sein; darunter sol­len Galizier sein, die in Berlin von stanzösischrn Agenten anaeworben wurden. Maßnahmen gegen diese Zustände sind getroffen worden.

In Moselweiß ist die StationSkaffe ndt einer Summe von über 100 Millionen Mark, welche zu Lohnzahlungen bestimmt waren, weggenem» m e n worden. ,

• Der Bürgermeister den Gelfeuktrche« wurde freigelaffen.

Düsseldorf, 22. Febr. Aus WermelSstrchen (Kreis Lenneps wird gemeldet, daß die sta.izSfischen Truppen in Dergisch-Horn kerne Lebensmittelsendungen ans dem besetzten inS unbesetzte Gebiet durchlrssen, . Vorstekluvaen der Eisenbahnverwaltung sind bereit- i erfolgt. Der Düsseldorfer Regierungspräfident hat den General Denvignis gebeten, zu veranlassen daß der­artig- Eingriffe SrÜicher Befehlshaber unterbleiben.

Bochum, 22. Febr. Unter ungeheurer Beteili­gung sand gestern die Beeidigung des von den Fran­zosen aus der Zech« „Prinzregent" getöteten Berg- nanns aus dem Friedhof in Alteubochum statt. Am Grabe hielt der Vertreter der christlichen Ge.verk- schosten, Medtfeld, eine kurze Ansprache, in der er sagte: „Wir wollen keinen Krieg, aber wir deutschen Bergarbeiter und Beamte sind keine Svaveunatareu und werden u»S niemals dem Joch fremder Bajonett« unterwerfe«." Eine Knoppschastskapelle führte die zahlreichen Teilnehmer an der Beerdigung von der Grabssätbe zurück. Bald wurde j-doch der Zug von den Franzosen mit Bajonetten auseinander getrieben. Es entstand eine Panik, wobei einige Frauen leichtere Verätzungen erlitten haben. Die Franzosen habe« zabl'-ichr Vochaftungen vovgenommen. Sämllich« Ge­werkschaften haben am Abend nach der Beerdigung an General Dcgmtttt Protestschreiben gerichtet.

I Paris, 22. Febr. Der Sonderberichterstatter von I Aavas in Düsseldorf meldet, Arbeitslose in großer Zahl I ständen immer noch den ganzen Tag vor dem Haupt- > I bahnhof, in dem sich die Annahmestelle für die fran-i I zösische Eisenbahnleitung befinde. Gestern seien 14» I Rangierer nnd Eisenbahnfacharbeiter eingestellt worden.

Essen, 22. Febr. Auf der militarisierten Strecke I Tüfiftdrrf-Wetter sind gestern zwei Personenzfize zu- I samwevgestoßen. Es gab acht Tote und fünf L-chwec- verletzte. i

Tkchrckiifche Arbeiter für Frankreich.

Innsbruck. 22. Febr. Wie der „Tiroler An- I zzer" meldet, wurden gestern wiederum tschechische Av- beitir, von denen vermutet wird, daß sie von den Fran- I 5jr«n für Vas Ruhrgebiet angeworben sind, im hiesigesi Bahrhof zum Aussteigen gezwungen. Mit ihrer W-s 1 jch^eid^ die die Arbeiter vo-rbrochten, wurde» i*|

fahrenden Kohlenwagen.

Elfen, 23. Febr. Wie aus Frtedrichsfeld ge­meldet wttd, lassen die Franzofen neuerdings die für Holland »eftimmte Kohle aus dem EwbruchSgebiet nicht heraus, fondern verlangen zunächst deren De»» zollung. In Duisburg haben die Franzosen die EisendahnstatioNSkasse beschlagnahmt. Welcher Be­nag in ihre Hände gefallen Ist, konnte bisher nicht festgestellt werden.

Berlin, 22. Febr. Frankreich und Belgien «t- such.. im a tbcsetten Gebiet, wie in den Einbcuchsge- biden klaren Rechten zuwider durch gewaltsame Zu­griffe deutsche Steuereinnahmen an sich zu reißen. Zu diesem Zweck besetzen sie die- Kassen der dcufiche« Zollämter, entfernen die deutschen Beamten aus ihren Amlsräumen und fordern Steuerzahlung. Die Kassen, die sich in fremder Gewalt befinden, sind nicht mchr । Tür.stPllen des Reiches. Steuern können aber rechlS- wirlp.n r<ur an das Reich bezahlt werden, und es ist daher verboten, sie an Frankreich oder Belgien zu zah­len. Tie Zahlung an Frankreich oder an Belgien be­freit teu Steuerpflichtigen von seiner Steuerpflicht richt. Wer 'nicht den Gewaltakt der Eiubruchsmächte seiner vaterländischen und seiner Rechtspslicht entgegen uuttrstützcn, wer sich selbst vor doppelter Zna-lipruch- nahme bewahrest will, muß daher seine fälligen Zah­lungen an die Kassen des Reiches leisten. i

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Ne MWidssM her ImstM- MsiMea Mwimee.

Berlin, 22. F--br. Die Reichsregierung hat den Rezirrunaen aller Signatarmächte des Vertrages von Versailles, außer Frankreich und Belgien eine Denk­schrift über die Rechtswidrigkeit der belgischen nnd iran'öfischen Sanktionsmaßnahmen milge^rsst. In der Denkschrift werden die durch das französisch-bclgischc Vorgehen aufgeworfenen grundsätzlichen Rechtsfragen einer genauen Prüfung unterworfen, die in den ver­schiedenen deutschen Protessno'en bereits frstg ueö- ten Rechts- nud Vertragswidrigkeiten des Vorgehens werden an Hand der Bestimmungen des Vertrages von Veisaille?, des Rheinlandabkommens und der all- gemkiven Regeln des Völkerrechts im einzelnen nachge- wiesen. Von besonderem Interesse ist dabet. daß sich dir Denkschrift bei der Erörterung der von den Fran- -osen und Belgiern im Ruhrgebiet nach dem Einmarsch gctlosfev.cn Maßnahmen auf ein im Jahre 1913. «- kchienenes grundlegendes französisches Werk Roltns „Des Okkupation militaires en Dehors des Ockup r'ivu de Gu er re" Paris 1913, stützen kann. Die Aussih- rangen bf-= Werkes bedeuten die denkbar schärfste Vcr° urfeitung des Handelns der französischen ufli> bel­gischen Okkupationsbehörden. Die Denkschrift wird an» den Negierungen der nicht Signatarst mtcn res Prrtrcgeö von Versailles zur . Kenntnis geb.achc.-

Berlin, 23. Febr. Vor einiger Zeit hatte die sranzösischc Regierung der deutschen Regieci'.ng ki-.c Rott überiandt, worin gegen das Vcrbot, daß prlnijche Arke'ter hir Durchreise durch Deutschland verboten und daß auch ftine polnischen Warrn für Frankreich und V-lgieu durck Dent'chland befördert werden dürfen, preftssicri wurde. Ties sei ein Ptlstoß gegen Artikel 276 und 321 des Friedensvertrages. Ter deutsche Gcr.iralkonsul in Kativwitz sei im Gegenteil ausdrück­lich nna-.aiesen worden, Sichtvermerie auszustellen, wenn febstetzt. daß sie tatsächlich für die Durchreise nach Fraukr-.rch bestimmt seien. Tie No'e stellt ferner fest, da ßcine ällgemeive Berwsigrrung eer Durchfuhr >on Waren von Pllen nach Fra ikreich und Belgien sl'leus ter deurschrn Behörden nicht vorli/gt. Jn- iolge her durch den Einbruch der franzöfijch-öelg-ijchen

Paris, 22. Febr. Der „Temps" verössentl cht eine Ag-iNurmeldung aus Washington, wonach der Finanz­ausschuß des Senats einstimmig den Vorschlag abgelehnt bat, Deutschland einen Kredit von 1 Million Dollar zum Änkmn von Produkten in den Vereinigten Staaten zu bewilligen.

Das Fiasko der Rheluwährunq.

In der Konferenz des belgischen unb französifchen Ministerpräsidenten ist der von belgtfcher Sette ans- aearbettete Plan zur Schaffung einet besonderen Rbeinwährung als nndurchsührbar aufgegeben worden.

z«gMi MUH stoen koolmd.

London, 22. Febr. Die „Times" veröfientlickt einen Artikel ihres Pariser Berichterstatters, worin dieser eine Reihe ftanzösischcr Presseäußerungen über die Frage der Bildung eines gegen England gerichteten Kontinental­blocks bespricht. Der Berichterstatter hebt besonders einen Artikel des Senators de Aouvenel hn „Matin" vom 20. Februar über ein Bündnis zwischen Italien und Frankreich hervor, worin es heißt, es sei unmög3ch. die Jnkuust Europas von Großbritannien abhängig $3

manchmal scheint es. wenn auch nur auf Augenblicke, als ob die Welt einsähe, was diese Politik für fto bedeutet. . "

Der Tod Drlcasses weckt in der Partfkr Abend­presse weniger politisches als geschichtliches Interesse. Ter Mann, bei als französischer Außenminister m den ftitischen Jahren der Republik, wenn auch nicht durch Erfolge, fo doch durch die Kühnheit feiner Poli­tik Auffehen erregte, wat fett einiget Zeit nahezu vergessen. Im ersten Kriegsjahre batte ibn Viviani Noch einmal an die Spitze des Außenministeriums ge­stellt. Aber feine falfchen Berechnungen in der Bat- kanftage, insbesondere die Illusionen über Bulgarien, brachten ihn zu Fall. Er verlor darauf auch feinen Kammersitz, den er ein Bierteljabrbundert innegebabt batte. Seitdem lebte Delcassö zurückgezogen in Süd- ftanfteich.

Die Blätter erinnern jetzt an seine sogenannte „protze Zeit", an seine Freundschaft mit Eduard XII. und an Sine Verdienste um die sranzösfich-belgische und sran- zösfich-ital^nilche Koalition, zugleich aber auch an ssinen ftusationellen Sturz, der im Jahre 1905 durch Dmtzch- Iars herbrig-sührt wurde.

Der „Tcmps" schreibt über ibn: In Teliasso war die Leidenschaft bet Jnlent onen größer als die Sstge um ihre Ausführung. Er folgte zu oft feinen eigenen Jde-n, ohii- zu beachten, daß die Politik mit lltussän* -?s unb mit Wenschen rechnen muß.

französischen Politiker und Diplomaten finden es gar nicht mehr der Mühe wert, dieses Ziel verschliiern tu Wollen. Frankreich empfand im Kriege seine Ab- dängigkeft von England und Amerika bezüglich der Ltiegsrüstungen ganz außerordentlich stark. Und nun littet sich ihm Gelegenheit, im Ruhrgebiet sich seine eigenen Kriegsreserven zu schassen, um in eine gar gegks nicht mehr vermeidbar angesehenen Auseinander 3iü sttzung über die wirtschaftliche und politische Ober- ® herrschast aus dem Fest lande nach jeder Richtung hin ^2 r bereit zu Mn. .

ef» Die Deutschen werden gut tun, wenn sie sich diese LI Jtoctc lehr wohl vor Augen führen. Frankreich b«-

•5^3 trübt mit allen Mitteln, die ihm zu Gebote stehen die