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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für ldas früher kurhessische) Oberhessen
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5^ Ausweisungen, gegen die unerhörten B Ng'n deutsche Frauen unb deutsche Kinder.
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Die Kölner Verhandlungen über die Be-
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nglands, die wir schon unter Llohd Georges Regie- !ngszeit beobachteten, ist im Kabinett Bonar Law noch asnr und für Deutschland in noch unheilvollerem Aus-
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sich auf dem Wege nach Paris, um den Alliierten Gedächtnis zu rufen, datz Amerika einen Anspruch 265 Mill. Dollar für die Kosten der Besatzung Deutschland hat.
einen Ersatz handelt oder ob die sechste Division Niidrgebiet abgehen soll.
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.Frankreichs, nichts unternehmen könnten. Beide lassen dber in ihren wiederholten Erklärungen, die immer präziser formuliert sind, keinen Zweifel darüber, daß sie sofort Nach Ansuchen einer derartigen Vermittlung zu ihre: Nebernahm« und Durchführung sich bereit fänden. Tie
den letzten politischen Erörterungen im englischen „. ■ «nd in der englischen Presse ergibt sich, das
England den ersten Schritt zu einer Einmischung in den deutsch-französischen Streitfall wegen des Ruhrunteraeh- mens nicht tun wird. Daß Amerika in derselben Weise -erfährt, ist ebenfalls bekannt. Bride Länder erklären, haß sie ohne die Anrufung des Hauptbeteiligten, also
regittung hält ihren Protest aufrecht. DreeS tst inzwischen gestorben.
Ter deutsche Botschafter ist weiter angewiesen, eine Noje, feie sich mit den Wuttaten auf der Zeche „Prinz- reger-t" b.faßt und für die Genugtuung verlangt wird, zu überreichen.
Die »Oberhesfische Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich 1400 Mk. mit Zustellungsgebühr. Für ausiallende Nummer» infolge Streit» ooer elementarer Ereignisse lei» Ersatz. — Lerlog von Dr. E-tzitzeroth. — Druck der llniv.-Buchdruckerei von Job. Lu«, «och, Markt 21,25. — Jernjprecher 55, Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.
240 Mk. Jeder Rabatt gilt al» Barradalt. Belege werden berechnet. Bet Auskunft durch die Geschäft»!!. und Vermittlung der Angebote 30 R, bei llebersendung durch un» 50.— Mk. ohne Porto.
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Köln, 21. Febr. Die „Köln. Ztg." meldet Gelsenkirchen: Heute Vormittag zwischen 9 und 10 sind dir französischen Truppen, die ausgrzogeu waren, nm
Eine neue Division für das Ruhrgebiet.
Paris, 21. Febr. Wie der Sonderbertchtersiat- ter des »Petit Journal" aus Diisieldorf meldet, spricht man von der Entsendung einer neuen Division nach dem Nubraebiet. Man habe aber nicht erfahren. so fügt der Berichterstatter hinzu, ob es sich um
I'Mfi in die Erscheinung getreten. Die Ruhrpolitik Uglands hat immer wieder Frankreich ermutigt, noch 1 f*crfere Saiten aufzuziehen, und das Fehlen jedes eng- Achen Protestes gegen die französischen Gewalttaten, gegen Ausweisungen, gegen die unerhörten Brutalitaim
Beam! degimgs- und Handlungsfreiheit im Ruhrrevier hat und te’" e’Sen‘? Faust die Liquidation des Ruhrunternehmens . Kind krmmmt. Und es ist schon immer eine gute englische >lt. _ XaM aetoesen, die sich auch immer bewährt bat. rwei
für französische Truppentransporte haben bisher zu kn- nem Ergebnis geführt. Wie der „Newyork Herald" erfährt, wird eine unbeschräntte Benutzung der Bahnlinien für die genannten Strecken von England nicht zugestanden werden. Es könne sich nur um einen Zugsverkehr handeln, der dem vor Beginn der Besetzung herrschenden Bahnverkehr an Wichtigkeit nicht übertreffe. In dieser Richtung werden die Verhandlungen fortgesetzt. Der fran- zöftsche General Payot ist gestern von Köln mich London abgereist, um mit Bonar Law zu verhandeln.
London, 21. Febr. „Daily Telegraph" berichtet, dis gestern abend zu später Stunde sei keinerlei Regelung des alliierten Bahnproblems im Kölner Gebiet er-iilt worden. In englischen Kreisen werde die Ansicht vertreten, daß. wenn sich Schwierigkeiten in dieser Zone ergeben sollten, entweder durch eine Aktion der beut«
Beamten oder durch weitere Forderungen der srarzösischen Negierung den Engländern kein anderer Weg offen bleiben würde, als die englischen Truppen $’ r-^z-'reiehen.
London, 21. Febr. Wie ich in der City erfahre, versuch« seit zwei Tagen hier anwesende Fiuaizxgen- tfi! Frankreichs einer franröfischen Anleihe Jen Weg zu bereiten, loosür sie siebenpwzenrige Zollbons vor- :a legen. Wie ich höre, besteht wenig Aussicht, daß sie @klb bekommen, obwohl ein bekanntes Bankhaus prinzipiell nicht abgeneigt ist, die Bons in Englano zu planeren. Die Agenten erhielten bereits eine Ablehnung in Amerika und werden weiterhin ihr (Rück in Skandinavien versuchen. Andere französische Finrnz- nnd Industrieinteressenten sind zur Zeit bemüht, englische Kreise für einen großzügigen Plan zwecks gemeinsamer Ausbeutung der besetzten rheinischen Provinzen bezw. der zu begründenden rheinischen Republik zu gewinnen. Das Angebot sieht in präziser Form eine kapitalistische und industrielle Beteiligung Eng and an der von Frankreich beherrschten Jndustriezonr vor. Die BerHandlungen schweben und sind unbedingt ernst ju nehmen. Die englische Regierung hat damit ebensowenig zu tun, wie etwa mit der Ausreise stellungslose: englischer Ingenieure nach der Ruhr.
Die Reparationskommission.
Paris» 21. Febr. Die Reparationskommissinn hat nach dem von ihr herausgegebenen amtlichen Eommuniciue« gestern nachmittag beschlossen, >rm 28. Februar Vertreter der holländischen Regierung zu höre;-, über grwissm K> h'eul'ef r-ng n die vost Teu^ch« land oit; Grund eines von der Reparationskomwission gebilligten Vertrags mit Holland ausgesühit wurde t und bei der Besetzung des Ruhrgebicts ins Stocken geraten sind. Ferner hat die Kommission den Zeitpunkt festgesetzt, von dem ab die Staaten, die Anteile an bei: garm verteil Borkriegsschulden Ungarns und Oesterreichs übernommen haben, für den Zinsendienst dieser Schulden aufkommen müßten. Die Reparationskom- mission hat schließlich die Aufhebung der im Verwog von St- Germain vorgesehenen alliierten Hypothek au, die im Genfer Protokoll vom Jahre 1922 näher be- zeichnefen österreichischen S aatseinnahmeu beschlossen, zum sie in den Dienst der vom Völkerbundsrat fle« plaui:^ langfristigen Anleihe zu stillen.
Tine amerikanische Weltschuldenkonferevz.
London, 21. Febr. Der Washingtoner Berichterstatter der „Westminster Gazette" will von maßgebender Seite erfahren haben, da ßdie amerikanische Regierung nach Regelung der britischen Schuld eine Weltschuldenlon ferenz plane. Hughes habe auf seiner Reise nach Südamerika verzichttt. um den Boden'für eine solche Konferenz vorzubcr-.iten. Er wünsche, daß dieser Plan geheim bleibe, „um die vollständige amerikanische Isolierung h-rvorznheben" und man sei der Ansicht, daß die Einladung zu dieser Konferenz infolgedessen umsomehr Gewicht haben werde. Dies sei auch der Grund der Oppo- sitton der Regierung gegen den Plan des Senators Borah, unverzüglich eine Konferenz einzuberufen.
Newyork, 21. Febr. Elthu Wadworth befindet
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^^oktck gewesen, die sich auch immer bewährt hat, zwe Gegner erst einmal sich gegenseitig erschöfeu und ver- , g Ruten zu lassen, bis England auf den Plan tritt.
in der Rüttenscheider Straße führten die Franzosent einen Geld schrank und cnchere Sachen fort, die sie mittels Auto abbeförderten. Wähernd dieses Vorgangs standen 10 Posten vor der Tür. v ■
C ssrn 22. F.br. Gestern nachmittag "sckpen >or dem Rathaus in Lüdenscheid ein französischer General mit mehreren Offizieren und 30 Mann und verlangte bet Ehe; der im Rathaus liegenden Schupowache zu! sprechen. Als der stellvertretende Major Wagner nach den Wünschen der Franzosen fragte, wurde ihm aus-; getragen, dir noch nicht abgelieferten Waffen bis heute mittag abzuliefern. Als Geisel für die Ausführung des Befehls wurde Wagner mitgenommen, wobei ihm gesagt wurde, daß er nicht verhaftet sei, sondern seines Gefangennahme nur als Bürgschaft für die Ausführung des Befehls dienen solle.
M ühlh e i m (Ruhr), 21. Febr. Der General der - 128. französischen Division hat den deutschen Kriminal- ■ beamten in Essen das Wasfentragen verboten. Der, Rigi erun gspr äs ident von Düsseldorf hat an den Gene» ' ral Denvignes das Ersuchen gerichtet^ diese Verfügung i auslieben zu lassen.
Paris, 21. Febr. Der Kommandant der Gen- armerie von Saargemiind Hai Befehl erhalten, ein« Gruppe von Gendarmen zusammenzustellen und sich mit ihr nach Düsseldorf zu begeben.
Dortmund, 22. Febr. In Dortmund sind gestern vormittag der Kommandeur der Schupo Oberst Daniel, mehrere Polizeileutnants und eine Reihe unterer Beamten verhaftet worden. Ein Lastwagen, der die Ausrüstungs- gegenstände der Beamten wegbnngen sollte, wurde beim Urbergang in das unbesetzte Gebiet von den Franzose« beschlagnahmt. >y ,i
ru l-j assen. Frankreich weiß das. Darum hält es sich fckxch für stark genug, um England der ärgsten Belastungsprobe hinsichtlich seiner Gefolgschaft und den stärksten ^tuadttageu auszusstze«. Weiter hat England das größte Interesse daran — und hier liegt vielleicht der entscheidende Punkt —, daß Frankreich nicht volle freie kand in Deutschland und gegenüber Deutschland gewinnt, daß es nicht absolute Be-
Phrlich und sriedestörend erkennt. Nun muß man sich mn ohi tzker klar darüber sein, daß das in seiner Politik immer foklb! rfaI Hnö geschäftsmäßig denkende und handelnd: a nicht etwa einzig des Gesühlsstandpunftes wegen
-- tocil es Frankreichs Verbündeter ist —, sich an Frankreich« Seite hält. Es sind ganz andere Motive, die für die Stellungnahme gelten, und diese Beweggründe sind fthr eigennütziger Natur. England hat ganz einfach augenblicklich ein außerordentliches Interesse daran, es nicht zu einem Bruch der Entente kommen
• Die englische Ruhrpolitik ist so zweideutig und zwie- l| II waltiq wie möglich. Starke Worte der Verurteilung folg-
11| kn sehr positiven Taten der Unterstützung. Eine ein« 11| W Kette von Widersprüchen in Wort und Tat tut sich ill auf Die Ueberlassung von Bahnlinien int altbe- t Men Gebiet an Frankreich unb die Räumung eines
• bi keile« der englischen Zone zeigen an, daß England "ü ang kündete Neutralität im deutsch-französischen Streit ___NS:geben und einzig zu Gunsten Frankreichs at (1S* Stellung genommen hat. Die schwankende Poli-ik
Hund angehören.
! Run ist aber von Interesse — und nichts charak- ieriftert die -englische Ruhrpolitik besser und deutlicher —, (sich «in Bild davMM. machen, welche Voraussetzungen ■ mach englischer Meinung erfüllt fein müssen, ehe eine iceeni Antervention ftkHrag?-kommen kann. England nimmt - d«n merkwürdige Standpunkt ein, daß es Verbündeter IUM Frankreichs sein muß, 'auch wenn es Frankreichs Haud- >mme» bmgsweise chls fälsch, töricht, zwecklos, ja sogar als ge- emt. kährlich und sriedestörend erkennt. Nun must man fick
Auf dem Verbandstag der Polizeibeamten in Berlin hat Minister Severing über die Verhandlung des Generals Fournier über die Schupo gesagt, daß die Polizei liefen Zumutung 'n, den D enst mit einer Armbinix und einer Nummer zu versehen, unter keinen Umständen Kon- zesstoaen zu mach n. Das wäre die schimpflichste Art des Nachtwächterdienstes. Die Polizei unter die Befehle iunger französischer Offiziere <u stellen, dazu sind un» diese zu grün und wir nicht blau g nug. Die Polizei werde an her Spitze der Abwehröewegung bleiben.
Der preußische Minister des Innern Severing hat, einer Korrespondenzmeldung zufolge, der Schutzpolizei im Ruhrgebiet verboten, ohne Uniform und r'.me Waffen Dienst zu tun.
Reit. Verhanv.nng im Prozeß gegen Dr. JarreS.
Bochum, 21. Febr. Oberbürgermeister Dr. Jar<r rcs, der bekanntlich vom belgisckzen Kriegsgericht zn e'nem Monat Gefängnis verurteilt worden ist, Hal gegen das Urteil Berufung eingelegt. Die neue Ser« bandlung vor dem Oberlriegsgertcht findet am 28« Februar in Aachen statt.
Reue Brutalitäten.
Düsseldorf, 21. Febr. Ein Unterprimaner, der *";it Freunden auf die Straße ging, streifte im Gedränge Ken Arm eines französischen Offiziers. Der Offizier drehte sich um und schlug mit seiner Reitpeitsche den jungen Mann so ins Gesicht, daß er noch am anderen Morgen Blut im Munde hatte. Der Offizier ging, ohne ein Wort zu sagen, weiter. Nach Aussagen des Schülers unb der Sengen war nichts geschehen, was den Offizier heraus- g.fordert Kälte.
Ein Kaufmann, der nachts heimkehrte, wurde von einem französischen Soldaten ohne Ursache mißhindett. Der Oberbürg-rmeister hat gegen die Mißhandlungen der Bürger entschiedene Verwahrung bei dem General eingelegt und um Ermittelung und Bestrafung der Täter ersucht. In der Steinstraße wurde ein deutscher Polizei- beamtet von einem belgischen Offizier ohne Grund mft der Reitpeitsche mißhandelt. Einer Feststellung seiner Personalien -entzog sich der Belgier.
Tie Franzosen sind in die $ rüdem Tönnes eingrdrun- zen und beschäftigen dort eint Reihe französischer Setzer unb Buchdrucker.
Dortmund, 21. Febr. Die „Kölnische VolkS- Setoitg“ ’ mrSet. in Brambauer verlangte eine französische Kompagnie in der Küche für Speisungen bei Amerikahilfe die Abgabe der Kochkessel. Trotz des Lin- weises, daß eS sich um amerikauisches Eigentum handelt und 100 Kinder hungern müßten, wenn man die Kochkessel wegnehme, beschlagnahmten die Franzosen diese.
Die VerkehrSlage im Ruhrrevier.
Essen, 22. Febr. Seit gestern wird ans allen Paßkontrollstellen eine scharfe Paßkontrolle auszeübt, In sämtlichen Zügen, auch in der Straßenbahn, wird auch das Handgepäck untersucht. Von den aus dem besetzten Gebiet kommenden Zügen werden die Lokomo- iiren abgekoppelt und die Züge müssen so lange warten, bis sie von Lokomotiven ans dem nnbeschten Gebiet abgchoft werden.
Auf einigen Bahnhöfen des Betriebsamtes Euskirchen und auf dem Bahnhof Bonn wurde das Eiseu- bahnpersonal' unter ber Zusicherung des Gehalts und der Pension von den Franzosen zur Wiederaufnahme der Arbeit aickgesordert. Das Personal hat die Auf- so-derung obgelkhnt: in Kyllburg wird der Bahnmeister von den Franzosen in der Wohnung festgkhaltcn und' nickt mehr herausgelassen.
Elberfeld, 22. Fe"r. Die Gen-ra'bttritLs- Mtnng West to-lt mit, daß die Stationen Herne, Boi um-Norö. Weifmar mm Dtlhauseil, also dir Be
tzleiche Stellung nehmen England und Amerika hiusicht- A Hm sich ber Frage ein, ob der Streitfall dem Völkerbund V GU Unterbreitet werden soll. Ein derarttger Lösungsversuch 31 'tbet hätte schon deshalb von vornherein lvenig Aussicht. • i »eil ja weder Amerika noch Deutschland dem Bölker-
Der Kanzler über die französische Politik.
Budapest, 20. Febr. Reichskanzler Dr. Cuno äußerte sich einem Vertreter des „Pestet Lloyd" gegenüber dahin, die Ziele der französischen und belgischen Polittl seien die Rbeingrenze und die völlige Auflösung des Deutschen Reiches, darüber bestehe in Europa kein Zweifel mehr. Hinter diese Bestrebungen stellten sich die wirtschaftspolitischen Aspirationen der stanzösischen Großindustrie. Die französische Polittk üabe, nachdem sie ihr Ziel durch den Frie- t nsvertrag nicht völlig erreichen konnte, nur danach gestrebt, die Verpflichtung Tetttschlands aus dem Friedensv-rtrag so hoch zu schrauben, datz sie nich: hätte erfüllt werden können. Frankreich habe aus diese Weise wenigstens eine formulae juristische Handhabt besitzen wollen, um feine Ziele weiter zu verfolgen. Bei dieser Sachlage habe es für Deutschland nur ein Mittel gegeben, die Besetzung des Ruhrgebiets zu vermeiden, namsich die Unterwerfung unter die Ziele der französischen Poltük. Dies aber sei nitt der Existenz und der Souveränität Deutschlands unvereinbar und dürfe daher auch von keiner deutschen Regierung anerkanitt werden. Deutschland werde mit allen ihm zu Gebote stehenden Wiitteln gegen den französisch-belgischen Anschlag als ein freies und un abhängiges Land kämpfen. Gestützt aus sein Recht und seine Entschlossenheit sei sich das deutsche Voll bewußt, daß ihm schließlich der Sieg b-'schieden sein müsse. Dieser Sieg, schloß der Kanzler, wolle Deutsch land aber nicht so gedeutet wissen, als ob es fick dann der Mitarbeit au dem Wtederausvau entziehen ivolle nnd als ob es Verpflichtungen, die gerecht uns erttäglich seien, ablehnen würde.
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-4 21. Febr. Der belgische.Winistcq,rSsi-
Thennis ist zu Beginn des Nachmittags in Paris an- gekommen und hat sich sofort nach dem Quai d'Orsay begeben Dort fand ein Frühstück statt. Nach Beendigung desselben hat eine Konferenz begonnen, die «ich hai'pjsächlich, wie das„Jonrual des Debais" mil- feilt, mit der Frage der rheinischen Währung und der Ausfuhr der deutschen Produkte aus dem Ruhrge- bi'i nach Deutschland beschäftigte.
Paris, 21. Febr. In der Kammer wurde geßern vor Eintritt in die Debatte ein sozialistischer Antrag auf Haftentlassung Cachins mit 351 gegen 188 Stimmen al'gelehnt. Vorher wollte Poincarv. der übrigens sehr ungehalten über die Aussagen der Kammermitglic- der über seine Kammerrede ist, das Wort ergreifen, das ihm aber vom Kammerpräsidenten verweigert wurde.
Stoor! aus tzie deutsche Protestnote.
Berlin, 22. Febr. Auf die deutsche Prol-irnoie oom 27. Januar wegen der Verwundung des Arbeiters Drees in Kärchende bei Hagen antwortete die französische Regierung am 13. Februar, daß die französische Wache pflichtgemäß auf die deutsche Zivilperson ge- schossen habe, die trotz des Anrufs auf sie zugxgungen fei. Die Haltung der Wache sei schon deshrlb ge- kecknfirtigt. west in der Näh: der Stelle, wo die Zivil- perkon verwundet worden sei, ein Revolver gesunden würbe. — Die deutsche Regierung Hal ihrem Geschofis- zröger in Paris eine Note übersandt, worin es heißt, daß dir französischen Darstellungen nicht de-r Tatsachen entsprechen-. Drees wurde nach Feststellungen Oer deut- 'chcv. Behörden aufgefordert, nach Hause zu gehe«, und cf5 er dies tat, wurde aus ihn geschossen. D-r am aubertn Morgln von eiu.m französischen Offizier abze- ae'fn. Revolv r sei belg scher Herkunft. Die Reichs-
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die GeDbuß- von 100 Millionen einzuziehen, wieder ab« gerückt. Das Geld ist nicht g'zaklt worden. Dagegen haben die Franzosen die weggenommenen AutomoLfl-. Pier de, Schreibmaschinen usw. mitgenommen. Unmittelbar nach dem Abzug der Franzosen, die sich in der Richtung Buer—Recklinghausen bewegten, eröffneten die Vost unb die Eisenbahn wieder ihren Dienstbetrieb Die Schutzpolizei, die zurückgezogen war, trat heute mittag wieder in volle Tätigkeit. In den letzten Tagen hah-n die Franzosen all"s get in, nm sich so unbeliebt wie möglich ;n machen. Die Sperre, die abends um 7 Uhr einsetzte, wurde mft der denkbar größten Strenge dnrchgeführi. Passanten, die wenige Minuten nach 7 Uhr noch in dem Sperrgebiet waren, wurden eingesperrt und erst am Morgen entlassen. Unter den Eingesperrten befanden iich viele Bergarbeiter unb Fabrikarbeiter, die zur Schicht gingen oder von ber Arbeit kamen.
Gelsenkirchen, 21. Febr. Das von der französischen Besatzung in der Stadt Gelsenkirchen bekchlag« nakmte No!g?ld des Handelskammerbezirks Bochum, Gel- enkirchen. Latttngen, Herr« und Witten ist bereits ein« gelöst und sollte nicht mehr in den Verkehr gebracht werden Vor ber Annahme dieses Geldes wird gewarnt. Ein kurzfristiger Aufruf dieses Geldes wird demnächst erwlgeu.
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Essen, 21. Febr. DaS Polizeipräsidium ist von den Franzosen noch immer nicht freigegeben worden. Wie nunmehr feftfleht, haben die Besatzungstturpyen aus dem Polizeipräsidium sehr viele Gegenständ« fort» geschleppt, so z. B. die von der Wucherabteiluag be- cklagnohmten Waren, wie große Mengen an Wein, Teppichen, Tabak, Lebensmitteln usw. ferner haben sie Kleidungsiiückc der Schupobeamten toeggenomme«. — Aus de» Büro des M«ichprngsgeschäfi«s von Petersen
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Mnik 6er Reitpeitsche und der Tanks im Ruhrrevier, Ee? heg ist eine stärkere Förderung der fran- tbsisch-A Ziele als es eine unmittelbare Eundesgenossenschaft nur irgendwie ber« ^»cht hätte. Unter diesen Umständen ist das Der- . t. ™:^iben der englischen Truppen in ber Kölner Zone nicht «ne Erleichterung, sondern eine Belastung des Kampfes, «n Deutschland um seine Existenz zu führen hat. Eng« AvSs Politik ist nie durchsichtig gewesen, sie ist jetzt brr« Sleitrier denn je. Es ist keine Frage, daß England eine ^kendigung des Rubrabenteuers wünscht, zumal, da das «auch in seinem eigenen Interesse liegen würbe. DaS siche M für Amerika. Beide würden zu gegebener it auf dem Plan erscheinen. Aber mit dieser rein fsiven Rolle ist es nicht getan. Beide haben größere ^erpflichttingen. Amerika zumal! Aufdie Wilson- 4en Punkte sind wir hineingefallen, wir it^ben uns verleiten lassen, die Waffen ^iederzulegen, unb man hat uns dann doch «intergangen. Wir haben das Recht, von Amerika I* fordern, daß es seine moralische Pflicht gegen Deutsch- wieder gut macht. Neben Wilsons Tiraden trägt .* 7* geroßmäul ge und schwankende Politik Lloyd Georges toet | sich jetzt so antifranzösisch auffpielt, die größte Schuld . ":lo dürfen wir mich von England Taten fordern. Yn-
11, Aschen kann freilich das deutsche Volk nichts anderes ' y als selber durch tapferes Aushalten den Boden ■_A> rr. eine Jntervenrionstättgkeit des Auslands vorzu- **** . Nichts wird den Fortgang der Entwicklung und ?k-7lentlich im Sinne der zur Bereinigung des Rnhr- ■* L^'lilts unerläßlichen ausländischen Hilft mehr beschleu- 5?en als beutsche Ausdauer, deutsche Ertichloiseuheit . e,|v deutsche Opftrtreue.
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sie!’ Nutzung der Bahnlinien.
leuzli . daris, 21. Febr. Die Kölner Verhandlungen über * «uutzung der über Köln gehenden Eisenbahnlinie:
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