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Mr. 44

Die Ruhedebatte im Unterhaus

den, rrttber. es ermöglichen, die Lohnzahlungen sort-

macht wird. Die täglichen Besprechungen des Staatsgt»us.tzen. Das sei eine Kriegsmaschine, die Deutsch-

besondere Anerkennung für mtb sein mannhaftes Ver-

ReichSverkehrSminister».

Der Retchsverkehrsmtnister

Paris, 20. Frbr. Zu den Londoner Unterhausver- handlungrn schreibtEcho de Paris", Frankreich werde sich durch niemand aus den alten Weg »urüÄ»rängen lassen, welchen Frankreich mit träfet Mühe verlassen habe.

versichern und ihm meine seine pflichttreuen Dienste halten auSzaiprechen."

Sine Verordnung des

Berlin, 20. Febr.

Unterproduktion kontwllierr. Poincarö vechiu also mit dein Zusammenbruch der deutschen Regierung. Tas Blatt befürchtet, daß di« französische Regierung zzu optimistisch sei und wendet sich dagegen, daß der Wickeraufbau und daS Prestige Frankreich» abhängig gemacht werde davon, daß Deutschland kapituliert, oder nicht-

Paris, 21. Febr. De? außenpolitische Redak­teur desPetit Journal", Marcel Rayl, der nach Düsseldorf gegangen ist, schreibt: Nicht Eisenbahnen seien es, die fehlten. General Payot, der Leiter drS Verkehrswesens, könne heute schon 50, 100 oder mehr Züge expedieren. Auch an Kohlen mangele es nicht, auf den Bergwerken und an den Schächten herum häuf, ten sie sich zu Bergen. Was fehl«, seien die Arbeits­kräfte. Auch würden die Bergarbeiter nicht für Frank- reich arbeiten. Jetzt schicke man nur ein paar hun­dert bereits beladene Wagen nach Frankreich. Frank­reich wolle klar sehen, man könne mit den Arbeitern nicht umgehen wie mit den Bürgermeistern. In den Bergwerken würden nur noch Reinigungs-, Jnstandhal- tungs- und EinrichtungSarbei.en ausgefähct. Auch in den Fabriken totrite solange gearbeitet iverde,^ als Erz e»nd Rohstoffe vorhanden seien. Die Unter­nehmer würden selbst bei eingeschränkter Tätigkeit oder völligem Stillstand der Betriebe die Löhnungen zah­len, solange sie könnten. Schließlich verpflichte sich die Reichsregierung, «inzugreifen, wenn die Zahlungskrafr der einzelnen Unternehmer erschöpft sei, und entweder die Ruhrhilse oder die Devisen, die von zahlreichen Privatpersonen dem Reiche zur Verfügung gestellt wer-

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land gegen Frankreich gerichtet habe und mit der es im Ruhrgebiet, im Rheinland, ja sogar im Saargebiet zzu arbeiten gedenke. Sie erscheine furchtbar^ aber es frage sich, wie lange die Maschine funktioniere.

Paris, 20. Febr. Im Laufe einer interministeriel­len Konferenz, die gestern abend am Quai d'Orsay statt- fand, berichteten Oberkommissar Tirard und der Führer der Fiuanzdel.gation in den besetzten Gebieten Schweiß- !g u t h. Nach demMatin" wurde von der Währungs- frage gesprochen. Man könne aber nicht behaupten, daß die Einführung einer neuen rheinischen Währung in dem alliierten Plan enthalten |«. Man studiere die Frage. Tie Konferenz habe sich auch mit den Verhandlungen beschäftigt, die General Payot mit dem englischen Ober kommandierenden General Godleh geführt hat. Nach dem Matin" scheint es, daß man zu einem Kompromiß gelangt sei. Von diesem Kompromiß schreibt dasEcho de Paris", die gefährliche Frage einer britischen Krisis, die durch das Dcrkehrsprvblem in der Kölner Zone hcr- voTgernfen worden sei, sei für den Augenblick vertagt, aber nicht gelöst. Von französischer Seite habe man zuge- ftimmt, daß dfe Militärtransporte nur in beschränkier Zahl durch den britischen Brückenkopf durchgeführt wer­den sollten. Offen bleibe noch die Frage der deutschen Eisenbahner, in der Sonar Law versichert habe, dfe deutsche Regierung hab« das Versprechen gegeben, daß rfe die Durchfahrt französischer Militärzüge durch das eng tische Gebiet nicht verhindern werde. Wenn das so schreibt dasEcho de Paris" später denn doch nicht geschehe, dann trage dfe englische Regierung die Verant­wortung für alles, was sich ereignen werde.

den Presseleuten würden sehr bald draußen im Lande eine Stimmung erzeugen, die dann aus den Zeitungen toieber nach Washington zurückströmen würde, und dann hätte die Regieru ng was sie braucht. Aber gerade das kann sie nicht brauchen, und darum wird diese öffentliche Meinungkuch nicht erzeugt.

sekretärS Hughes unb di« wöchentlich zweimal statt­findenden Unterredungen des Präsidenten Harding mit

München, 20. Febr. Angesichts der mifitS- rischrn Vorbeeitrungen der Tschechen an der bay­rischen und Slchetengrenze hatte die bayrisch« BolkS- Partei mit ander«« nationalen Organisationen zun»} letzten Sonntag an der ganzen bayrischen Ostgrenz«! 45 groß« Demonstrationsversammlungen einberufen, um das tschechische Volk und sein« Regierung üb« die Stimmung der bayrischen Grengbevölkernng ut*

TieOderhessisch« Zeitung erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich 1400 Ml. mH Zustellungsgediihk. Für ausfaOeb&e Nummern infolge Streik eoet elementarer Ereignisie kein Eriatz. Verlag von Dr. C. Hitzerotb. Druck der Univ^Buchdruckerei vouZob. Lug. Koch, Markt 21/28. Kernfprecher 55, Poft- scheckkonto: Nr. 5015 Lmt Frankfurt s. Kai«.

Kein Eingreifen.

DerDaily News" zufolge verlautet von umonistischer Seite, daß die Rückkehr sowohl Chamberlains als auch Harnes auf die Ministerbank bevorstehe, da die Regierung in diesem Augenblick die Unterstützung der vormaligen Minister sehr brauche. Auch für Lord Robert Cecil werde die Uebertragung eines Regierungsamts allgemein vorausgesehen.

Siintiti ior Dem K«WN>A»M.

Paris, 20. Febr. lieber den Verlauf der gestrigen Sitzung des Kammerausschussts für auswärtige Ange­legenheiten machten die Mitglieder des Ausschusses über die Ausführungen Poincares nach Havas noch folgende Mitteilungen: Poincare teilte der Kommission ausführ­liches statistisches Material über die deutsche Kohlen- ^Produktion mit. Die Franzosen und Belgier kontrollierten nenn .Zehntel der deutschen Produktion. Poincare sprach Tegoutte hohes Lob aus und erklärte, eS sei keine Red/ davon gewesen, ihn durch eine andere Persönlichkeit zu ersetzen. Es käme nicht in Betracht, daß die Besatzungs- Mächte selbst das Ruhrgebiet ausbeuten. Ihre Aufgabe bestände ausschließlich in der Kontrolle. Diese Aufgabe fei 60 Ingenieuren, die in der Hauptsache Franzofen seien, anvertraut worden. Einige freiwillige englische In­genieure würden erwartet. Als Antwort auf die Sabo­tageakte habe man 283 höhere Beamte der Ruhrgebiets urck 55 des Rheinlandes ausgewiesen. Sie wurden durrch Beamte niederen Grades ersetzt, weil sie nicht durch französische Beamte ersetzt weiden dürfen. Bor der Be­setzung deS Ruhrgebiets hätten dott täglich 585 Personen- und 620 Güterzüge verkehrt. Heute seien eS infolge des durch dfe Berliner Anweisungen verursachten Wirrwarrs nur im ganzen 70. Aber es wurden feit Beginn der Besetzung bereits Fortschritte erzielt. Man dürfe sagen, daß sie in ziemlich kurzer Zeit sich beschleunigen würden. Es habe im Ruhrgebiet 400000 und im Rheinland 120000 Eisenbahner gegeben und Frankreich habe nur 9640 hingeschickt. Es gebe in dem besetzten Gebiet überhaupt kein französisches Material. Bis jetzt wurden von den Besatzungsmächten 1026 Waggons. Kohle nach Frankreich und Belgien geschafft. Im Anschluß hieran sprach Poincare über die schwebenden Verhandlungen mit der englischen Regierung betreffend den Transit durch die englische Besatzungszone. Poincarä wird fein Expose über die Ruhrbesetzung am kommenden Montag beenden und alsdann über die Friedenskonferenz von Lausanne sowie über di« ftanzösische Orientpolitik sprechen. Sollte er in dieser Sitzung mit seinen Ausführungen nicht zu End« kommen, so wird der Ausschuß am darauffolgenden Mittwoch wieder zusammentreten.

Als Poincare di« Sitzung verließ, erzählten ihm einige Journalisten Einzelheiten aus seinen eigenrnen Erklärungen. Poincare tourbt sehr wütend und er­klärte die Zahlen, die ihm genannt wurden, sür falsch. Er habe keine Zahlen genannt. Außerdem sei verab­redet, daß aus der Sitzung nichts bekannt würde.

Del Nationalist Tardieu greift in seinem Blatte Echo Noeie.ral" ven Dorsitzcnv^T» Leüaues yi. Er habe nicht das Recht g habtz Poincare für seine Festig­st it den Dank des Ausschusses auszu sprechen. Er habe also nur für sich gesprochen, da chm kein Auf­trag geworden sei.

Ere Nouvelle" erklärt, die Zahlen, die Poincare gestern genannt habe, bewiesen, daß Frankreich «ine

(Eint teMt Mt WM lit Mttattn in WtnWm. y

Beerlin, 20. Febr. Der deutsch« Geschäftsträger in Paris ist beauftragt, der französischen Regternng folgende Note zu übergeben: In Gelsenkirchen spielten sich in den letzten Tagen Borkommmsse ab, die be­weisen, daß die französischen Besatzungstruppen im Ruhrgebiet auch vor den schlimmsten Terrorakten gegen, die Bevölkerung nicht mehr zurückschrecken. \

In längerer Darlegung beschäftigt sich die Note mit den Vorgängen n Gelsenkiirchen. Die Erschießung des Polizeiivacktmcisters Huthma.her, oie Strafe®- pedition gegen Gelsenkirchen, die 100-Milliowen Buß«, die Entwaffnung der Polizeibe amten und Mißhand- hingen selben wecken einer scharfen Kritik unter­zogen. Reichsregierung ist der Ansicht, daß dis Gewaltmaßn ahmen gegen die Stickt eine schwere Ver­letzung des Völkerrechts ifc da es noch nicht einmal im Krieg' gebattet tg w g n Handlungen vyn 61156« Personen Strafen über die ganze Bevölkerung za vev» hängen. Weiter ist die Regierung der Ansicht, daß di« Maßnahmen gegen di« Vergewaltigung der Stadt vo» dec französischen Regierung gebilligt werden und btt Vergewaltigungen fortgesetzt werden. Die deutsch« Re­gierung protestiert gegen die geschilderten Gewaltakte und bchält sich vor, volle Genugtuung zu verlangens Schon jetzt fordert si«^ daß die Verhafteten, die noch immer festgehalten wecken, urck zur Bemänüung der ihnen angetanen Willkür vor ein Kriegsgericht ge­stillt wecken, sollen sofort in Freiheit gesetzt wecken.

Der Reichspräsident an die Stabt Esten.

Essen, 20. Febr. Der Reichspräsident sandte an die Stadtverwaltung folgendes Tcle- aramnt: »In tiefer Empörung über den in die Form de- Rechtsbruches gekleideten Willkürakt der französischen und belgischen Militärgewalt, der Ihren nach Pflicht und Eid handelnden Dürgermeister der Freiheit beraubte, bitte ich Sie, Herrn Bürgermeister Schäfer meiner herzlichsten Teilnahme zu

bat die Reichsbahndirekttonen beauftragt, die Liefe­rung von GaS, Wasser und Elettrizität an alle Dienst­stellen einstellen »u tasten, die auf die gegnerischen Mtlitärbettieb« Übergegangen sind. Zugleich werden die Lieferer angewiesen, die Zuleitung von Gas usw, an diese Dienststellen zu imterbrechen.

Englische Arbctterabgeordnete im Ruhrgebiet.

Essen, 20. Febr. Mitglieder der englischen Leaber Party sind tn Esten eingetroffen und haben gcstern tat Kruppschen Verwaltungsgebäude eine Unterredung mit den Arbeitnehmern gehabt. Sie sind dann nach bett Zechen hinausgcfahren, wo sie die Arbeiten Wer und unter Tage besichtigten. Dann be­gaben sie sich nach Bochum, wo sie eine lange Bespre­chung mit den Vorständen der Bergarbeitervereine batten. Sie kehrten dann nach Esten zurück, wo eine lange Konferenz mit den Metallarbeitern swttfand. Heute werden die Unterredungen mit den vcrschtede- nen Gruppen der Arbeiter fongesetzt.

Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen

Kein« amerikanisch« Vermittlung.

London, 19. Febr. Reuter meldet aus Washington: Heute ist hier erklärt worden: In Ermangelung von end­gültigen Zusicherungen, daß eine amerikanischeJn- tervention willkommen sein würde, werden dfe Ver­einigten Staaten keinerlei Schritte in den euro­päischen Angelegenheiten unternehmen.

8u dieser alle Einsichtigen nicht mehr überraschende Meldung sagt dieKöln. Ztg." sehr richtig: Der hervor­stechendste Zug der amerikanischen Europapolitik ist nach amerikanischer Auffassung Katzenpfötigkeit gegenüber Frankreich und ein schlechtes Gewissen gegenüber Deutsch­land, das man nur dadurch noch etwas zu beschwichrigen vermag, daß man an der alten Mär von der Allein­schuld Deutschlands sesthäll und int übrigen sich damit hinausredet, Deutschland erhalte nur, was es verdient habe. Mit diesen Redensarten kann die große Menge immer noch «bgcfüttert werden. Die Regierung sagt, sie müsse aus die Stimme des Landes hören. Man weiß ater ziemlich genau, wie diese Stimme des Landes ge-

Düssetdorf. 20. Febr. General Degoutte hat in einer Anordnung die bereits am 31. 1. und 2. 2. ertasten en Ausfuhrverbote auf Hüttensubrikate, auf Haldzeugfabrtkate, Nebenfabrtkate sowie Fabriker- reugnist« aller Art ausgedehnt. Die Lebensmittelzu­fuhre wird bis auf weiteres bestellen bleiben. Ein Erlaß des Kommandierenden Generals wird die näheren Bedingungen festlegen.

Essen, 20. Febr. Den hiesigen Behörden sind keut« Verocknungen deS französischen Generals Dc- goutte zugestellt worden, in denen allen denjenigen, die verräterisch für die Franzosen dienen wollen, der Schutz der französischen Truppen versprochen Wick.

Düsseldorf, 20. Febr. General Degoutte hat folgende Verordnung über die Sperrung des. etwa er­bauten toter tn Ban befindlichen SchisssgMks, das aus Grund der WiedcrherstellungSverpfllchmnMn den verbündeten Regierungen ausgeliesert werden muß, ertasten. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 100 Millionen Mark und Gefängnis bis zu fünf Jahren oder mit einer dieser Sttafen geahndet.

Beschlagnahme dez ZollwefenS.

Wiesbaden, 20. Febr. Die Beamten des hie­sigen Hauvizollamtes und besten Nebenstellen wurden gestern von den Franzosen schriftlich benachrichtigt, daß sie von beute ab entlasten seien. Sie könnten sich aber innerhalb 24 Stunden melden, falls sie ge­willt seien, unter französischer Aufsicht Wester zu ar­beiten. Anderntalls würden ste zu gewürttgen haben, mit ihren Familien anSgewiesen zu werden. Diele Beamten, etwa 24, erschienen beute früh bet der Dienststelle und warteten die Umstände ab, unter denen die Amtsübernahme durch die Franzosen erfol­gen werde. Direttor Wolper von der hiesigen Dis- kontogesellschast ist von de» Franzosen verdastet wor­den wegen Auszahlung von Geldern an die streiken­den Eisenbahner. Eine Anzahl EiseWahubeamwr ist gestern desgleichen verhaftet worden.

Türkismühle, 20. Febr. Die deutschen Zoll­beamten sind am 19. Februar durch französische Zoll­beamte ersetzt worden. Die deuttchen ZoWcamlcn sind der Gewalt gewichen. TürktSmühle ist die Grenzstation des SaargebtetS.

Marburg MM, ten 21 Mm -arnung

Ter Stueigenptel* beträgt für bex Sgesp. SeilenmiHtmeter 50.90 ÄL <Kl«tu« Anzeige» gegen bar, 33 M,*/. weniger). Amtliche und «usw. Anzeigen « Ät Bei schwierige» Satz 50 *1. Aufschlag. Spät eintausend« »der den Raum übet Leite einnehmende Anzeigen werben nach der leitlpaltenbrefte berechnet. Reklamen bet Zeiienmtlltmeter 200 Mk. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Belege werbet» bgeAiut «et tauft durch die Eeichästsst. un) Sermttttang der Angebote Ä 11. bei Uebezfenbee« durch Äs 50. Stt ohne Port».

Der Bergarbeiterstreu in Frankreich. M

Paris. 20. Febr. Der KammerauSfchnß dest> kommunistischen Bergarbetiertoerbande« hat hatte bot»; mlttag in einer außerordentlichen Sitzung Erklärun­gen von den Vertretern der verschiedenen ScrtfserO gebiete Über tote Strelklage attgegengawmme» und ton Anschluß daran für morgen. Mittwoch, vormittag die Wiederaus nahm« der Arbeit tat gesamten Bergbau mit Ausnahme deS Moseldepartements beschlossen. Falls tn einigen Scntren bk Arbetterforderrmgeck nicht erfüllt werden würden, soll der Streik am 4»! März wieder ausgenommen werden.

Die Internationale.

Amsterdam, 20. Febr.§et Volk" meldet: Am SamStag wurde «in« Sitzung deS Büros bet Berg» atbeiirr-Jnternattomcke «tchgehalten, am der Bertoeter aus England. Deutschlatck. Frankreich, Belgien unbej Holland teilnahmen. Nach langen Besprechungen^ wurde eine Resolution angenom men, welche besagt,T Nach einer ausführlichen Darlegung der Lage int} Ruhrgebiet durch die deutschen Delegierten und nach} ernster Prüfung beschloß die Leitung der Bergackeiter- Internationale, die Protest der Arbeiterorganisationen( aller Länder gegen die Besetzung d«s RuhrgebietS iw. drastischster Weise zu unterstützen." Ferner sockerk, di «Resolution dazu auf, daß die Ruhrftage u< das Reparationsproblem dem Völkerbünde vorgelegt werden und daß die Bereinigten Staaten und Deutsch* land ihre Mitackeit gewähren sollten. Bis jetzt hat die Internationale durchaus versagt. MU papiernens Protesten ist nicht- getan.

Sonar Law redet.

^London, 20.Febr. Aus der Rede Lloyd Georges ist :wch nachzutragen: Die vorig« britische Regierung habe stets auf Mäßigung gedrungen. DaS habe man ihm, Llodd George, in Frankreich nicht vergeben. Bouar Law habe aber du französische Regierung ebenso unzugänglich, ja sogar noch widerspenstiger gefunden. Bei einem Pro­zesse habe man zu wählen: entweder von dem Gegner Barzahlungen zu erlangen oder ihn bankerott zu machen. Frankreich wolle beides haben. DaS sei un- Nögluh. In den letzten Wochen seien siebzehn Ersatz­wahlen in Frankreich gegen die Regierung ausgefallen, ißknn die Ruhrbesetzung noch um einige Wochen zurück- gestellt tcoroen wäre, so hätte die ftanzösische Regierung nicht mehr dazu übergehen können. Die Lag« im Ruhr- > gebiet fei schlimmer, als dfe ftanzösische Regierung ;u- } geben wolle. Er sei sicher, daß sie selber solche Vorgänge nicht vorausgrsehen habe. Der nationalistische Geist in Deutschland lebe wieder auf. Wenn Deutschland vernich­tet werd«, so würden keine Reparationen zu erlangen sein Ebenso würde dann die Abrüstung unmöglich i werben. Frankreich habe im Ruhrgebiet ein großes !tzeer stehen. Dabei sei seine Sicherheit durchaus nicht ^verbürgt. Wenn England wirklich der Freund Frankreichs lsei, so müsse es fein Bestes tun, um Frankreich auS seiner }tzcgcnwäctigen Stellung Herauszuhelsen. Er bitte Sonar Law dringend, einen weiteren fteundschaftlichen Schrftt tu tun, um Frankreich aus der Verstrickung zu lösen, letwr cs zu spät sei. Die britische Regierung sollte jetzt 'eine Aktion unternehmen. Er, Lloyd George, habe int August 1922 vorgeschlagen, die ganze Angelegenheit an }kn Völkerbund zu verweisen, aber Poincare habe sich tzetvcigert. Die Bereinigten Staaten hätten die moralische "Verpflichtung, zur Sicherung einer Lösung mitzuarbeiten. Es fei notwendig, im Verkehr mit Deutschland einen »cucn Ton und eine neue Einstellung an« itzunchmen.

jl Sonar Sato erklärte, die Ansicht der Regierung Jjebe dahin, daß dfe fraitzösische Ruhraktion nichts andere? tlls schlimm« Fotzen zeittgen könne, doch glaub« die Re- istienmg nicht, daß es zum Nutzen gereichen wecke, roentt fye gegenüber Frankreich eine antagonistische Haltung !«innähme. Er glaube nicht, daß dfe Haltung Deutsch­lands anders gewesen wäre, wenn England sich Frankreich angeschlossen hätte. Der deutsche Widerstand beruhe aul der Ueberzengung, daß die Sanktionen um unerfüll­barer Forderungen willen auferfegt wurden.Di« Verzweiflung habe die Deutschen zu ihrer Haltung ideranlaßt Die wesentliche Frage sei, ob irgendeine I n - 4er»ention zweckmäßig sein würde oder nicht. An- :tzesichts der Feindseligkeit Frankreichs und der wahrfchein- istchcn Feindfeligkeit Belgiens und Italiens gegenüber :einem Vorschlag auf Intervention des Völkerbundes Würbe ein solcher Vorschlag der Ruin de? Völkerbundes .fein. Sein Vertreter der Washingtoner Regierung habe Mgeud etwas verlauten lassen, was daraus hindeutet«, sbaß Nockamerika geneigt wäre, bei den europäischen Strei- :tigletten zu intervenieren. Bonar Law schloß, er wisse nicht wann der Augenblick für eine Intervention kommen iknne: bisher sei er jedenfalls noch nicht gekommen. !8t rolle noch einmal wiederholen, daß die Regierung M bei Schlußfolgerung gelangt sei, daß es im Interest« ifer Entente liege, di« britischen Truppen |» ilenge wie möglich in Deutschland zu belas- 8« n ; ihre Zurückziehung würde ein ernster Schnll sein.

er dfe Beibehaltung der Entente schwie­riger gestalten würde als bisher.

Vor Bonar Law erklärte Fisher, das Bestreben, die 4bgifrung zu einer Aktion zu veranlassen, liege im Intec« itffe der Entente. Er fei nicht der Ansicht, daß daS Ziel ncares militärischer Art fei.

Wedgwood Ben fragte, ob «S nicht Tatsache fet, bcß die deutsch« Regierung iveit mehr angeboten habe, bis im englischen Vo schlage verlangt werde. Der Ichahkanzler erwiderte:Ich glaube, im Jahre 1921

dies der Fall gewesen."

/Mac Neill erklärte, daß auf der Londoner Kon­iferen; im Airgust die französische Delegation einen Plan Unterbreitet habe, der die Kontrolle des Ruhrgebiets um- Mte. Obgleich die britisch« Regierung nicht in der Lage Morsen fei, den Vorschlag anzunehmen, habe die fran« tösisch« Regierung sowohl auf biefer Konferenz, alS auch Mts den Konferenzen in London im Dezember und in :Boris im Januar weiter darauf bestanden, daß träfe Äon- -tallc wesentlich fei. Die erste ofsizielle Mitteilung, daß jbie französische Mgierung eine Aktion gegen Deutschland ?beabsichtigt«, sei am 9.1. abends erfolgt; der Vormarsch Utbe am 11.1. begonnen.

London, 20. Febr. DfeTimeS" berichtet,u der Mstrigen Unterhaus-Debatte über den liberalen Abände- «tngsantrag, die unerwartet große Regierungsmehrheit *on 109 Stimmen sei zum Teil auf die Tatsache zurückzu- Wven, daß sich etwa zwanzig Arbeitermftgliedcr der ItHnmmung enthalten hätten.

LautDally Expreß" stimmten Chamberlai«, Hörne !«ob Polock für dfe Regierung.

LS onbon, 20. Febr. Die Blätter heben den großen Andruck und Erfolg der mit ungnvöhnlicher Frische und Überzeugungskraft vorgetragenen gestrigen Unterbau?- :*« Llond Georges hervor. DerWestminster Gazette" findet die Rede d«S vormaligen Premierministers I allgemeine Zustimmung bei den Liberalen; eS werde bedauert, ba§ Lloyd George diese Rede nicht bereits 7* »wei Jahren gehalten habe. . .