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Mnzeiger für (das früher kurheUche) OLerheffen

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5lt. 36

Tie »Oberhessijche Zeitung erscheint iechsmal wöchentlich. Sejugspteis monatlich 1400 Mk. mit ZufteNungsgebühc. Für ausfallende Nummern infolge Streik» ooer elementarer Ereignisse kein Eria». Verlag von Dr. T. hitzeroth. Druck der Univ^Luchdruckerei von Job. Sug. Noch, Markt 21,-23. Fernsprecher 55, Poft» Icheckkonto: Nr. 5015 Lmt Frankfurt a. Main.

Marburg DioM in 12. geteilt

Hornnng

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Bit Witik dtt Iraeiöfififfl Akgüim.

Paris, 40. Febr. Havas bestättgt, daß Poin­te demnächst vor der Kammerkommission für aus- :«nige Angelegenheiten zu erscheinen beabstchtige. «incar« werde sich auf ein Expose über die Lage be­ranken. Jede Erörterung werde er ablehnen und W sogar Vorbehalten, Fragen nicht zu beantworten, jw Anschlutz an Erklärungen Poincares werde die «mmission in seiner Abwesenheit darüber beraten r 'uan dürfe schon jetzt annehmen, daß sie mit über- »vlilgender Mehrheit der Regierung das Vertrauen ^ssprechen werde. Die Sitzung werde am 21 d. M. «Minden.

Ars Grund für die veränderte Halwng Poincar.'s nb m,gegeben, datz die deutsche Presse in feiner Weigerung vor dem Ausschutz zu erscheinen eine Mitz- »^Igung der Regierungsvolittk gesehen hätte. Bor- Mig ist es schwer zu sehen, was hinter den Kulissen sehr wohl möglich ist es auch, daß der ganze ^uber inszeniert ist, um der Welt zu zeigen, daß die ^nzösische Regierung von der Polkssstimmung ge­igen wird.

^Aehnlich siegt die Sache mit dem belgisch-sranzösi- Cp1 Streit. Die Franzosen sind in Belgien zu milde «rgegangen, während die französische Regierung die yjbt nachträglich damit rechtfertigt, daß man er- habe, daß die auswärtigen Mächte Frankreichs Ergehen nicht allzu scharf kritisiert hätten. Die nn- Nigende Vorbereitung der Rnhroperation. die so- ^hl vom Kammerausschuß wie von belgischer Seite Jtoitt wird, stellt einen weiteren Angriffspunkt gegen * französische Regierung dar.

Mit den Belgiener scheint man, bis auf dos Kom- ^Ndo, zu einer Einigung gelangt zu sein (wie wir ? Sonnabend mitieilten). Es liegen folgende Mei­ssen vor:

a r i s, 10. Febr. (Havas.) Poincarö hat heure ^Mittag von 10 bis 12 Uhr eine Besprechung mit

Uns MotoM

Ans dem Reichstage wich uns geschrieben:

Dem Reichstage ist nun durch die Reichsregierung das siyenannte Notgesetz zugegangen, dos dem durch den WSerrechtlichen Einbruch in das Ruhrgebiet für Deutsch- bmd geschaffenen außerordentlichen politischen und wirt- Mastlichrn Notstand gerecht werden soll. Für das Gesetz ^zeichnen verantwortlich der Reichsinnen-, der Reichswirt- sjsßaftS-, der Reichsjustiz- und der ReichSarbeitsminister. I Es handelt sich in der Hauptsache bei dem Notgcsetz eine Reihe von Bestimmungen des geltenden Mechis an die besonderen Berhältnisse anzupassrn. Weiter S nötig, gewissen Auswüchsen des Wirtschaftslebens, teils tmch besondere Borschristen für die Dauer der Notlage, ststs durch beschleunigte Verabschiedung besonders wich- Nyt Bestimmungen aus bereits vorbereiteten größeren Vcsetzen schärfer entgegenzutrrten, als es dem geltenden Srsttze möglich ist.

f 3m Einzelnen will das Gesetz zunächst gewissen vißständen auf dem Gebiet« des Schankstättenwcfens pLcibe g-'hen. Ein besonderes Schankstättengesetz liegt hm Reichsrat Mr Zeit vor. Man kam, aber nicht H zu seiner Verabschiedung warten.

An besonderer Abschnitt des Notgrsetzes gibt der »bersten Landesbchörde dos Recht, in Zeiten einer außer- «deutlichen politischen oder wirtschaftlichen Not oder Gcfthr Vorschriften zu erlassen über Einschränkungen ton Vergnügungen oder Lustbarkeiten, die geeignet er- ßheinen, auf die Bevölkerung beunruhigend oder auf» m-end zu wirken. Zuwiderhandlungen gegen diese Vor- Mift werden mit Gefängnis bis zu drei Monaten und tot Sieldstrafe bis zu einer MUlion Mark belegt.

Der dritte Abschnitt des Notgesetzes bringt Stra'- torschriften wider Preistreiberei, Schleichhandel, verbo- twe Ausfuhr lebenswicht ger Gegenstände und unzuläsfi» Mn Handel. Bei diesen Verfehlungen in dieser Be» ckhunq ist vorgesehen, daß, sobald auf Freiheitsstraft von

Monaten oder mehr oder auf Geldstraft von 100 000 Mark oder mehr erkannt worden ist, neben der Strafe stets die öffentliche BekanMmachung der Ver- - mtnlung durch eine Tageszeitung sowie des öffentlich»u -Anschlags auf Kosten des Schuldigen angeordnet ist. Hiec »>ftd also auch die gesetzlich« Handhabe für die öffentliche Arand-markuug von Wucherern und Schiebern gegeben Für derartige Elemente ist der öffentlich« Pranger jetzt ^schaffen. Die Vorschrift ist zwingend, sie kann also nicht «laelöst werden. Jeder, der einer Verurteilung in der Een umschriebenen LSeise unterliegt, wird damit ohne Weiteres öffentlich durch Bekanntgabe in den Tag-s- iünngen sowie durch Anschlag in den Straßen an den Manger gestellt.

Weitere Bestimmungen des Notgrsetzes beziehen sich auf wßVorschriften, zu deren wirksamen Durchführung nun «rafandrobungen. die ii-ster fehlten, vorgesehen sind. W weiteren sieht das Notgrsetz vor, daß die aus dem «ksetzten rheinischen Gebiet oder aus dem widerrechtlich toLbcb'tzten Gebiet (Ruhrgebiet und Baden) ausgcwieft- *n oder durch unmittelbaren Zwang entfernte deutsche michs.augehyrige und ihre Familien vor allen anderen mch»!::.Kssuchenbe» unterzubringen sind. Dir oberste «nde-lehörde kann in solchen Fällen beisplelsweift die «Weisung unmittelbar durch staatliche Organe vor- »chmen lassen. Es bandelt sich um eine Ausnabmevvr- iwift. Die Verfügung der zuständigen Behörde bildet die «rint lag? und die Beschwerde ist zur Kürzung des Brr- «renZ ausgeschlossen. Das Notgesetz gibt dabei noch der «uksregierung generell die Ermächtigung, zum Ztmcke 61 Abwehr widerrechtlicher Eingriffe der firmten Trup- hn in die Staatshoheit, sowie in die öffentliche wir i^»ale Wirtschaft Verbote oder andere von dem gclten-

Recht abweichende Bestimmungen zu trefftn.

dem belgsichen Mtntster des Aeußern Jaspar gehabt, der außerdem beiwohnten der belgische Gesandte In Paris, der Kriegsmtnister Maginot, Arbeitsmintster Le Troegner, Linanzmintster de Lasteeyrie und der Minister für die Befreiten Gebiete Reibet. Rach Schluß der Sitzung wuicde folgende Rote veröffent­licht, die cm die deutsche Regierung gerichtet werden soll: .Die belgische und die französische Regierung baden festgestellt, datz der Besuch des Reichskanzlers Cuno im Ruhrgebiet und seine dort ausgeübte Tätig­keit einzig und allein den Zweck gehabt haben, gefähr­liche Erregungen, besonders unter den Grotztndustriel- len, Angestellten und Staatsbeamten, hervorzurufen. Unter diesen Umständen sehen sich die französische und die belgische Regierung im Interesse der Bevölkerung selbst genötigt, um Zwischenfälle zu vermeiden, die einen blutigen Verlauf nehmen könnten, der Reichs, regierung und den Regierungen der Länder mitzu- tellen, datz es den Reichsministern und den Ministern der Länder nicht mehr gestattet ist. das Ruhrgebiet zu betreten.: Diese Rote werde alsbald dem deutschen Botschafter in Varis übergeben.

Dieses Verbot für ReichSminifier. das eigene Land zu besuchen, ist das Tollste was diefriedliche" Besetzung geleistet hat. Sehr richtig schreibt dieKöln. Ztg." dazu: ES gibt in v-n angelsächsischen Ländern Puritaner, denen die Gerechtigkeit über alles jwbt. ES gibt mich in den neutralen Ländern noch Leute genug, die die Phrase vom Selbstbest-nnnunaSrechi der'- ker ernst genommen haben. Biesieicht üb rlegen sie sich einmal, was es bedeutet, wenn man dem deutschen Reichskanzler verbieten will. nötigenfaNS auch dem Reichspräsidenten eine Bevölkerung auszumuntern, die l idet. deren Bewegunassreiheit gehemmt, deren wirt­schaftliche Eristenz vernichtet wird, deren ErnSbeungs- möglichkeit von Tag zu Tag schlechter wird. Sie wer­den alsdann leicht begreifen, daß eS ein Hohn ist, die Staatengemeinschaft, die in Gens ihren Sitz hat. als die höchste moralische Autorität der Welt zu bezeich­nen. wenn sie ein- derartige Vergewaltigung ruhig ge schehen läßt.

Paris 11. Febr. Die Ergebnisse der gestrigen Verhandlungen des französischen Kabinetts mit dem belgischen Außenminister Jaspar werden von dem Petit Parisien" wie folgt zusammengesatzt: Es fei vereinbart worden, die Bemtthnnaen auf den wich­tigsten Eisenbahnlinien fortziisetzen, haben den, fran­zösischen und belgischen Personal auch diejenigen deut scheu Eisenbahner und leitenden deutschen Beamten beranzuzieben, die zur Wiederaufnahme der Arbeit ge­willt feien. Hierzu Hierzu komme ein Stiftern von Ausfuhrbewilligungen für sämtliche Industrielle des Ruhrgebiets. Dies werde die beste Wafte gegen ten Widerstand der Großindustriellen sein. In der viel erörterten Frage des Eeinbeitskommando habe Gene ral Deaoutte als erster Mitarbeiter wenigstens für die Witschafts- und Finanzsagen verlangt: eine Enttcbei düng sei aber noch nicht getroffen.

Paris, 11 Febr D'e gellng-n Verbandlurwen te= ftanr^f-f-hkn Keb-'netts mit dem telai'ck-'n Rnßenmim- sier Iasbar hoten nach demBeft S^rpen" zu einem Stillem von Au-mtehewillsinnsi-tn fflr sämtliche In­dustrielle des RusirgebietS geführt. Aurch die Berwei« gerning ter Ausfuhrbewilligung könne die Beförderuuq ter Fabrikate »och dem mck>ehef--tzfti> Deutschland ern- fach unterbunten werden. D<ft So"tr-lle werte eine Se'5, g'grn den k^-berlland ter Eftvß'nbnllrielien ft:n

Paris, 11. Feb. Einige BlA'cr bleiben bei der Darstellung, daß die telg-sche Regierung eine at- g-itrint Bers-tzä s^ig des B ß- ungs-rgi -es fntb-r.

Paris, 10. Febr. Die Börsen Zeitung .Tableau gramme", die die großen Finanzinteressen vertritt, schreibt: Es ist den Deutschen geluncen, unser Pfand

" ustg zu entwerten. Es ist nicht nötig, diele Wahrheit zu verheimlichen. Das ist die Bilanz der Lage. Sie kann jedoch nichts an unterem Entschluß ändern. Wir sind im Ruhrgebiet und müssen dort bleiben. Das aufgcreizle Nationalgefühl der beut* 'chen Arbeitermassen wird nach dem Zusamntensturz der Lebensmittelversorgung bald einer vernünftigen Auffaffung weichen müssen.

Degoutte m Paris.

Paris, 11. Febr. LautEcho de P^ris" wird General D'goutte heute in Paris erwartet. Der Mein zer Berichterstatter des Blattes nennt unter ten Fra Jen, die bei dieser Gelegenheit zur Sprache kommen ollen, das ftanzöftsche Kommando im Ruhrgebiet und eine Beziehung'n zu ten interalliierten Behörden im Rheinland.

Paris, 11. Febr. ' Poincarö hatte h-mte Abend eine Besprechung mit General Degoutte fiter die Anwendung der letzten Maßnahmen, die von ter fran­zösischen und belgischen Regierung festgelegt warten find. General Degoutte reist noch heute abend nach Dfisfeldori wefter.

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Paris, 12. Febr. Ministerpräsident Poiucare batte gestern vormittag eine Unterredung mit dem enp'ischen Botschafter Lnrd Crewe.

Parts, 12. Febr. Wie das .Fournak des De- batS' mitteilt, ist gestern abend eine Anzahl höherer Beamter des Ministeriums der öffentlichen Arbeiten nach dem Ruhrgebiet abgereist.

Paris, 11. F-br Der Minister für »ffentTtoe Arbeiten hatte gestern abend mit Berteetern der Kohlenbergwerke itnb der Metallindustrie eine Be­sprechung über die Rsickwirkunaen, die die Vorgänge im Ruhrgebiet auf ihre Betriebe ausüben.

Eine neue Note.

Berlin, ll.Feb. Halbamtlich wird gemeldet die deutschen Vertreter in London, Paris und Brüssel habe-! den dortigen Refterungen weisungsaemäß eine Net: übergeben: gegen die Vewrdimng, daß d< deut- chen Besnnten von deuischev Behörden in keiner W i e zur Verantwortung gezegeu weSen dürfe«. Bei dieser,

Verordnung habe die Rheinland Kommission von vorn­herein aus den aussichtslosen Versuch verzichtet, ihren Erlaß auf das Rheinlandabkommen zu stützen. Sie be­ruft sich vielmehr wiederum lediglich auf Weisungen, die gewisse Oberkommissare von ihren fKegtentngen erhalten haben. Die Veroidimng Nr. 140 entbehrt daher jeder Rechtsgrundlage und ist für die deutschen Behörden und Beamten, wie für Pi'vatpersonen, Firmen «nd Ge­sellschaften ebenso un-erbitrolich, wie die früheren aus gleichem Anlaß ergangenen Verordnungen der Rhein­landkommission.

Paris, 2. Feb. Die französische Regierung hat dem teutschen Geschäftsträger in Paris eine Note über­reichen lassen, in der mitgeteilt wird, daß vom 12. Feh ab metallurgische uno andere im besetzten Gebiet fabri­zierte Produkte nicht mehr nach dem nicht besetzten Deutschland ausgesührt wachen diirf n. Grund zu der Maßregel HAten Befehle gegeben, die die derttsche Regierung ihren Beamten im Ruhrgebiet erteilte. Durch diele Befehle versuche die deutsch: Regierung angeblich, Nnn-Hen aller Art hervorzurrtfen.

Der belgische Anß-nminkster hat nach einer Mel­dung derAgence Belge" dem deutschen Geschäfts- träge in Brüssel eine entsprechende Note überreichen (afjen.

Zurückgeschickt.

Berlin. 10. Febr. Der französische Minister des Aeußern hat der teutschen Boi schäft in Paris die Noten, die sie am 1. und 4. Februar überreicht hatte, und die sich auf rechtswidrige Anordnungen der Rbeinlandkommission unb die Abschnürung des Rnhrgebietes beziehen, zurück- g-sandt. In einer Begleftnote teilte er mit, er könne bei dieser liegen beit nur feine Erklärungen Vom 3. Febr. wieterbolen. Die französische Regierung könne kein Schreiten annehmen das ausgesprochen oder zwischen den Zeilen irgend eine Kritik a nd en von der N e para ti ons kom mission regelrecht fe st g e ft e l Ite n Versäumnisse ober an de.n inssi_lse p ie.se^r Fest stellnng u nb «e- maßdenBestcmmutig-ndesBersaillerBer- iraq-s getroffenen Maßnahmen enthalte.

Die deutsche Reg'erung kann und wird sich, wie in ter Note vom 9. Februar feftg stellt wurde, hierdurch nicht hindern lassen, den französischen Maßnahmen auch in Zukunft das entgegenzuHalten, was ihnen nach Recht und Gerechtigkeit entgegenge­halten werden muß.

Der Givtek der Unverfrorenheit.

Parts, 12. Febr. L>avas teilte gestern ht einer offenbar als halbamtlich antuiebenben Metvung mit: Ter aeürige Betcblutz der ftanzösiscben unb belgischen Regierung, ven deuttchen Ministern den Zniritt znm Rukirgeblel zu unterlagen, wel, burch tt>re Anwesen- beit Unniven oer vor gerufen werden könnten, bedeutet nlM, baß die alliierten Behörden beabsichtigen, beim Betreten der Besevungsconne einen Passierschein ober Patz zu eerlanaen. Dte «roße Zahl bet Zugangs- Wege zum Rubraehiet mack» eine derarttge Kontrolle unmöglich. Nebttgens würde es nur eines Flug- -ctiges bedürfen, um biete Kontrolle zu umgehen. Es wurden jedoch auf Grund des gestrigen Beschlusses dentsckte Minister, wenn sie unbehelliat ins Ruhrge­biet bfnetngefanat wären, tofort wieder nach Deutsch­land zurfickgebracht, sobald ihre Anwefenbett gemeldet werde.

Ein vergeblicher Appell.

Berlin, 10. Febr. ll>r Chef eeakteur desVor­wärts", Frftdrich Stampfer, meldet seinem Blatt aus (fffent

Einer ter ktauvt,wecke meiner Reift hierher war, der Kriegspropaganda entgegenzuwirfen, die sich in einem Teft der ten tfdi en Presse bemerkbar Macht. Als 14 gellem die Nachrichten aus Recklingbausen la?, die so atentenerlick und unwab'scheinlich klangen, glaubte ich die teste Gelegenbeit gefunden zu baten, bie leicht­fertige Berichterstattung geradezu «ns frischer Tat zu rrtap?-.--,. Ich machte mich mit dem Genossen Martin öfter vom B'rgorb ftrrverband und zwei eng» iischw Kolleg-; auf ten Weg nach Recklinghausen. Ich muß aber feftlleNen, daß die Brr-chte fiter Reckling- dansin nicht übertrieben waren, sondern Viel eher hinter ter W'rssschkeit roch znrückbl iten. Nicht minder schänd­liche D nqe, ja sogar noch schändlichere spiel­ten stich Bet dem militärischen Uebefall auf dem Babndof ab. De Entrüstung ter Be­völkerung. die g-irohnt (st, ihre Köpfe hoch zu tragen, und hie sich jetzt mit Kolben und mit bet Reitpeitsche behandelt siebt, ist unbeschreiblich. Die Bewegung geht ietzt hier unter sozialtemokratjscker FüIrrung: die nationa» lillische W-.-lte ist zurückgcr-rängt, was eine gewisse Sitter- irit g gm V.nb fonnrnteiten gibt. Ater wenn dem Trei­ben ter ftanzösitchen Soldateska nicht Einhalt geboten wird, kann niemand für da», was noch kommen Hann, die Berantworftfzg Lbernetzmen. Ich m-nte mich von tei'fer Stelle an die zivilisierte Welt, vor alle« an die Sozialisten Frankreichs, damit sie das Bllerschb'mmfv r*rbüt"! und die Ebre Frankreichs retten, bie hier Von ten ftanzösftchen rtnwreit täglich tefnteft wird.

Herr Breftscheld zu Verhandlungen bereit.

Lonron 10 Sehr. D-.r Rrich lagsabgeordnete Dr Breit sch erd, der hier eingetroffen ist, erklärte in einer Unterredung mit dem diplomatischen- Berichter­statter desDa ft» News" über die Lage im Ruhrgebiet, 'eine einzig- Hoffnung beruhe auf einer Jniii itive Groß­britanniens oder Noroamerikns. Eine Vermittlung sn dttngend notwendig: bestehe die Gefahr, daß sie zu

fbät kommen könne. Die gesamte Sozialdemokratisch« Partei sei mit der deutschen Regierung im passive» Widerstand gegen die Politik de» französische» Militaris­mus und de» französischen Kapitalismus einig. Dem Berichterstatter zufolge gab Breitscheid jedoch zu, daß dieser Widerstand nicht »nbegreuzt aufrecht­er halten werden könne. In der Zwischenzeit verstärktet, die Franzosen sowohl die nationalistische als auch die kom­munistische Bewegung in Deutschland. Breitscheid räumte, wie ter Berichterstatter schreibt, ein, daß die In«! dustriellen es unterlasse» hätte», ihre« An»' teil an der Steuerlast zu tragen. Er habe mit dieser Tatsache hör den Augen die Frage des Berichterstatter», ob der französische Vormarsch da» gesamte Deutschland geeinigt habe, verneint. Seine Partei unterstütze die Regierung unbedingt in ihrer gegenwärtigen Haltung, ater die Partei sei eben sozia­listisch und die Regierung sei eine Bourgeoise Regierung: beioe lebten Seite an Seite, mehr al» Nachbarn, denn al» Kameraden. Ans die Frage, ob Deutschland sich bereit erklären würde, zu verhandeln, a n ch w e n n die Franzosen noch im Ruhrgebiet stünden, habe Breilscbeid entschiede» bejahend geantwov- tet Er habe erklärt, die deutschen Arbeiter würden nie­mals eine Weigerung, in ernstliche Verhandlungen einztie treten, dulden. Es sei jedoch unmöglich für Dentschland, bte Initiative in einem Augenblick zu ergreifen, in dem es sichet wäre, daß eine solche Senxgung in Frankreich als ein Zeichen ter Schwäche aufgefaßt mürbe. Herr Breitscheid hat sich wohl nur als der kommende Man» Frankreich in cmpftblente Erinnerung bringen wollen.

Hüntfch nuSgewlesen.

Frankfurt a.M 11. Febr. Der vorn preußis<ben Ministerium einstimmig znm Regierungspräsidenten von Wiesbaden ernannte frühere Kultusminister Dänisch/ wegen dessen Amtsantritt die Rheinlandkvmmisiioa be­kanntlich ein vorläufiges Veto eingelegt hatte, weilte in den l-tzten Tagen im besetzten Gebiet, um als Kommissar Det preußische» Regierung Informationen über die wirt­schaftlich? und politische Lag? einzuziehen. Am SamStag Nachmittag wurde er aus einer Besprechung mit den Ldndräten und Bürgermeister« des RegierungstezirkS Wiesbaden heraus durch einen französischen Beamten ja dem Ctertelegierten Maranis de Lilles genötigt, der ch» ebrenwörtlich verpflichten wollte, noch vor Mitternacht das tesetzte Gebiet zu verlassen. Herr Dänisch lehnte diele» Ansinnen ab und erklärte, er würde nur der Gewalt wer- ck.en. Daraufhin wurde er in das französische Polizeft kommissariat g -führt und dort einer gründlichen Durch- fuchung unterzogen, gegen die er unter Berufung auf ftine Immunität als preußischer LandtegSabgeordneter entschie­den Pwtest einlegte. Ebenso verweigerte er die Unter­zeichnung teS von dem französischen Polizeikmmissar aufgenommenen Protokolls. Gegen 7,10 Uhr wurde» Derrn Dänisch seine Papiere mrückgegeben und balbi darauf wurde er in einem französischen MilitärautomobE an bie Grenze des besetzten Gebietes gebracht.

te $«6iW tont d«§ HtglOt belebte

London, 10. Febr. Die britische Regierung erteilte! auf die Anftage der französischen Regierung, welche Er- lrichterung-n für die Durchfahrt von Zügen mit Repa-. rassonSkohle vom Ruhrgebiet im Falle eines General- llieiks auf den deutschen Bahnen von ten englischen B-satznngsbebörten gewährt werben könnten, ba die Hauptlinie vvm Ruhrgebiet durch die von englische« Truppen besetzte Zone führe, bisher noch leine Antwort. Die amtlichen Londoner Kreise sind der Ansicht, daß die betten Linie, die vvm Ruhrgebiet nach Frankreich führe« ohne die britische Zone zu berühren, mit Leichtigkeit für ten gegenwärtigen täglichen Kvhlenverkehr genügen wür­den und drücken bie Hoffnung aus, daß die ftanzösische amtlichen Stellen die Schwier^kriten, denen die britische« Behörden sich im Rheinland gegenfibersehen, nicht dadurch vermehren werden, baß sie auf ihrer Forderung auf Durch­laß hon Kohlenzügen durch ba» britische Gebiet bestehen.

M hWtei Sransofe«.

Etn menschenfreundlicher Kommandant.

In Recklinghausen führt der dortige französische Kommandant General Laignerot, ein Schreckensregi­ment, da» an bie Zeit des dreißigjährigen Krieges t» innert Vertretern der Stobtbehörde hat er zynisch klärt daß er vor keinem Mittel zurückschrecken werden bis di« Bevölkerung vor ihm auf den Knieen liege. Di« Bevölkerung sei ihm vollkommen gleichgüüig: wen» ie sich seinem Willen nicht beuge, Werbe er immer frf-ärier v^rg hur. bis sie au-seinerHanb frißt. Infolgedessen werben von französischen Soldaten auf den Straßen Reckl-nghausens friedliche Passanten mit Kolbenfch'ägen, Fußtri ten und Reitpeitschen mißhan- d lt S-lchen Av'schr itu^gen sind auh Fraueq und Mädchen mcögefetzt D-r Gemfi seh änb'er Bar­tenstein z. B. ist derart mit Gewehrkolben bearbeitet worden, daß er feinen Verletzungen erlegen ft. Jnfasftn von Straßenbahnwagen, darunter Frauen und Kinderz wurden herausgezerrt uns auf ter St-aße verprig lt. Bon sriedl cher Täigfei* k?«- wende Betgarbeiter wurden geschlagen und gefloßm. Ein Leh er, Studienrat Bitter, mußte infolge der et* littetten M ß andlnngen ins Krankenhaus gebracht wev» den. Eine Anzahl katholischer Seminaristen nmrbe vo» ranzösischen Offiziere» mit Skeirpeitschen, »o» 6* raten mit Kolbenstößeu bli tg geschlagen.