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Im. 1A(§

Uj na yut ausiauenoe nummern infolge

711. 26 «lementarer Lreignisie lein Eria^ Derlag oon Dr. T. Hitzerottz

1923

Fünf Jahre Ruhrbesetzung

rtlung

der Kühlenversorgung

innerdeutschen In-

sieht keinen An­

dern vom deutschen

Standpunkt aus eine Notwen­

digkeit. DaS Blatt fordert schließlich, daß der bay-

ein Gesetz über den StaatsprSst- tn Bayern eine Instanz geschaf-

rllch« Landtag sofort denten erlasse, damit

als durchaus zufriedenstellend und last zur unmittelbaren Besorgnis.

der Ueberschrtf»

Ministerium* ua-

tntr, ratze 15 a.

ordentlichen ten Hitlers Bürgerkrieg Regierung.

oritent, ucht: engl«!

arbeite» ut Hilst i so!«ü 491 ugcboU die 6» erbeten.

Matze geschädigt habe. Richt die Abstch- hätten München am DamSlag vor den gestellt, sondern die Maßnahmen der Die Maßnahmen der Regierung am letz-

Hie »Oderhessische Zeitung erscheint jechemal wöchentlich. Bezugspreis monatlich 800 SRI. mit Zustellungsgebühr. Für ausfallende Rummem infolge Streits ooer

das ganze Industriegebiet gezogen ist, geschlossen. Im Be» trieb sind nur noch die Linien Hagen über Dortmund mach Luenen und die Bahnhöfe innerhalb des obigen Ringes. Außerdem ist noch frei die Strecke nach Dorsten, die die Verbindung über Wesel mit Holland auftecht erhält.

Gelsenkirchen, 30. Jan. Bei der Besetzung des Bahnhofs Pommern haben die Franzosen bie dortigen Beamten aus den Wohnungen gewiesen, die ge­räumt werden mußten.

Koblenz, 30. Jan. Ms heute nachmittag di« Franzosen den Bahnhof Ehrenbreitstein besetz- ten, hegten die Eisenbahner sofort die Arbeit nie­der. Der letzte Zug fuhr in Richtung Köln gegen vier Uh^ Seitdem ruht jeder Verkehr. Das Rheiutal bei Koblenz ist von jedem Zugverkehr abgeschnitten.

Rach dem .Lokalanzelger" wurden jetzt von deut­scher Sette Vorkehrungen getroffen, daß die Lebens- mlttelzüge bis an den Rand des besetzten Ge­bietes geleitet werden, von dort werden die Waren durch Autos weitertransvoriiert.

MUitarifierung der Eisenbahnen tm besetztem Gebiet.

Wie die Blätter meinen, führen die französischen und belgischen Besatzungsbehörden sowohl im Ruhrbezirk als auch im alten besetzten Gebiet systematisch die Militarisie­rung der Eisenbahnen durch. Die Hauvtzufubrstraße nach Hamburg ist durch das Eingreifen der französischen und belgischen Eisenbahner für deutsche Transporte gesperrt. Ferner müssen die Lebensmittektransporte aus Hol- larch umgeleitet werden, um in das Industriegebiet' zu gelangen.

,------ _ Druck der

Unio^Buchdmckerei von Job. Au». Koch, Markt 21/23. - Kernjprecher 55, Post- toetflonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

ternehmen heute die .Münchener Neuesten Rachrtch. len" einen äußerst scharfen Vorstoß gegen die Sraars- regierung, die fett Freitag fich um jede persbmtch« Autorität gebracht und aHgemetn das Urteil 6erbeb aeführt habe, daß so nicht regiert werden könne Wenn ein Minister sich derart vor der Oeffrmlichkeii blotzgefteüt habe, wie eS der Minister des Innern in d'esen Tagen getan hat, fo verlange daS parlamen­tarische System um der StaatSautorität willen, daß dieser Minister sofort zurücktrete. Noch dringlicher sei der Rücktritt deSbalb, weil die Verhängung deS Ausnahmezustandes das staatliche Ansehen Bayerns in Deutschland und in der Welt in einem ganz außer»

Bayern.

Krise in Bayern.

München, 29. Jan. Unter Die Krise in Bayern, Wechsel tm

Marburg Mwölh. den 31. Zannak

Wertung.

fen werde, der di« breiten Lasten der nationalen Bevölkerung auch wirklich ihr Zutrauen schenken. Es ''TTr fei aber notwendig, daß jetzt rasch gehandelt werde.

Sine Bekanntmachung de« bayrischen Innenministers Dr. Schweyer.

München, 30. Jan. Der Minister des Innern Dr. Schweyer. der infolge des Ausnahmezustandes zugleich General-Staatskommissar ist, veröffentlicht soeben eine längere Bekanntmachung, um den Unrichtigkeiten «ab Maßlosigkeiten entgegenzutreten, mit denen die Vorzänge bei bet Berhöngung des Ausnahmezustandes in der Oeffenllichkeit erörtert werden. Aus der Bekanntmachung geht hervor, daß nach der Verhängung des Belagerungs­zustandes der Staatskommissar für München es für un­zulässig erachtete, von sich aus eine wesentliche E>n- chränkung der vorgesehenen polizeilichen Maßnahmen zu- ziqestehca, nachdem Hitler wiederholt nachdrücklich nnb rierlich erklärt hatte, sich mit seiner ganzen Pekson und Eh« für den vollständig einwandfreien Verlauf de< Parteitages zu verbürgen und schließlich sogar erklärte, kniefäll'g zu bitten, keine weiteren Schwierigkeiten machen zu wollen. Die Versammlungen sind daraufhin zwar obue wesentliche Störung der öffentlichen Ruhe nnb Ordnung verlaufen, die Leitung der nationalsozialistischen l Zartei hat sich jedoch schon bei der Neuankündizang btt Versammlungen und im weiteren Verlaus der Parte»» tagung verschiedene OrdnuM-wWgkeitsH zujchichukN

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gung, bürge :r.

Der Berichterstatter führt weiter a«S, eS werde in "aris vollauf anerkannt, vast im Augmbltck zahlreiche Schwierigkeiten der gesuchten Annäherung im Wege "gen: man sei jedoch der Ansicht, daß mit der Zeit bud mit Geduld diese Schwierigkeiten überbrückt wer­den könnten: mit anderen Worten, Frankreich sei jetzt bereit, zu Wren, was Deutschland zu sagen habe und wünsche zu erfahren, ob Deutschland dieSabotage *b andere Methoden de« passtven Widerstandes" sieben und eine Konferenz in der Reparattonsfrage »stimmen werde. Man sei in Part« der Ansicht, wtz dies ein sicheres Mittel sein würde, um die Welt Wn der Ehrlichkeit Deutschlands itnb seiner aufrich- Jjfcn Absicht zu überzeugen, feinen Anteil an den «ertragSsckulden zu zahlen." (Deutfchkand wird ge- ivfyigt genug fetn. um auf derartigfriedliche" «e- tzclungsverfuche nicht mehr hereinzufallen.)

k Neue NerhaMnge».

Derlin, 30.Jan. In welcher Weise in dem wider- btchilich besetzten Ruhrgebiet gegenwehrlosedeut- sche Beamte verfahren wird, zeigt folgendes Per» Wien bei der Verhaftung von zwei Beamten durch die Belgier. Zunächst wurde eine Kassenrevision vorgcnorn- stien, dann mußten sich die Verhafteten auf bflm Flnr ^sziehen, wo die Kleider auf einen Stubl gelegt wurden ^ie Herren wurden dann ohne irgendwelche Abendkost ki»e Zelle eingesperrt, die übel verschmutzt und verlaust «ar. weder Tageslicht noch künstliches Licht bekam, kein ^aschgeschirr, keinen Krug und keine Betten enthielt, Fon- x^ll nur ein zusammenklappbares Gestell mit einer Kviutzigen Decke. Sie durften nicht sp«chen. nicht

nicht rauchen. Das Eßgeschirr war so schmutzig, Essen nicht zu denken war. Die übrigen Insasse« Daren belgische Verbrecher.

|L Die Belgier scheinen nunmehr eine andere Methode y befol^n. Ihre Delegierten besuchen in Begleitung

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ten Freitag bedeuten auch eine zweifellose Schwäch­ung der Reichsregierung. Der Wechsel in der Re­gierung in Bayern fei nicht nur vom bayrischen, son-

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d ftrie außerhalb des Ruhrgebiets erwarteten, an di« industriellen Großbetriebe Berlins eine Rundfragege­richtet über den tatsächlichen Stand der Dinge. Diese Rundsrage wurde übereinstimmend in dem Sinne be» antwortete, daß die Werke noch für längere Zeit gut mit Kohlen versorgt seien. Durch den milden Winter habe man Vorräte ansammetn können und außervem hätten die übrigen bauschen Kohlengebiete außerocdenh» 'ich gut gearbeitet, außerdem fände die Berliner J>»» vrstrie in der Fernversorgung mit el ktrischem St«« eine gute Unterstützung ihres Krafibedarfes. Da Reichskohlenkommissar bezeichnet den Stand der Bes- sorgung bei der Industrie und auch im Privatbedarf

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Paris, 3». Ja«. Ministerpräsident Po In­ka re erklärte gestern amerikanischen Prefsekorrespon- dentt« gegenüber, entgegen den deutschen Behauptun- gen habe Frankreich nicht die Absicht, das Ruhrgebiet zu annektieren, um die notwendigen Kohlen für die Eisenbahnen, die Industrie und Lothringen herauS- Molen. Er unterstreiche jedoch die Tatsache, daß die französische Armee solange deutsche« Gebiet besetzen weide, biS das Reich seine Reparatlonsverpflichtmt- gen gemäß de« Klauseln des Versailler Friedensver­trages erfüllt habe. Frankreich, so erklärte Poincare, ist lest entschloffen, nicht die (Garantie aufzugeben, die seine Truppen im Händen haben, bevor die Zahlun- 8en erfolgt finb. Auf diese Weise vereiteln wir im voraus jedes fremde Manöver, in das Problem ein­zugreifen. Die Rubx ist ein weiteres Pfand von der Zeichen Art wie die Rheinlande. Wenn Deukchland ead tut, wozu es nicht die Absicht hat, seine« Ver­pflichtungen durchzufahren, wenn e8 mit ba Zah­lungen beginnt und die Lieferungen ausführt, wie sie ausgemacht wurden. N werden die französischen und pelgifchTn Truppen sich aus dem Ruhrgebiet zurück- zichen und in fünfzehn Jahre«, nachdem mit der Ausführung der Vertragsbestimmungen begonnen wurde, wird auch das linke Rhcinufer geräumt wer­den.

Nach dem Kriege von 1870 habe« die Preußen ihre Garnisonen in Frankreich gölaflen, bis der letzte Centime bezahlt war. Die Pfandnahme wird also N lang: dauern. 618 Deutschland bezahlt hat. ES . Knnen fünf Fahre vergehen, bevor genügend Be­weise der Aufrichtigleit, Reparationen zu zahlen, seitens des Deutschen Reiches gegeben wurde«. Aber das Deutsche Reich kann das Ruhrgebiet vorher bo- lrei~n, wenn eS fein Finanzsvftem vorher reorgani­siert und eine folide Basis schafft, um eine internatio- «aJe Anleihe zu sichern, deren Ertrag für den Wieder- anibau bestimmt ist. Aber Frankreich ist einmütig darin, die Garantie, die das Ruhrgebiet darstAlt, vor diesem Tage nicht zu verlasten.

Poincare fühlte sich auch noch berufe«, Me Sorte* st-ondemen vor der deutschen Propaganda zu warnen, die behaupte, Frankreich vergeude ungeheure Sum­men für die militärische Besetmng des Ruhrgebiets. Das fei vollkommen falfch. Frankreich habe nicht einen einzigen Soldaten mobilisiert. ES habe nur 66er die Soldaten verfügt, die fchon unter den Waf­fen ständen. Die NnterhaltungSkost-n im Ruhrgebiet feien kaum höher als die in Frankreich, denn die Ko­ste« der Lebensrnittel und die sonstige« Gebrauchs, segenstände seien nicht sehr beträchtlich.

.Daily Herald* schreibt zu der Absicht der sran- lösischen Regierung, eine zweite Phase deS Vorgehens ta Ruhrgebiet zu eröffnen. Poincare fei nicht auf <tac Regelung der Reparationsprobleme au8; er habe ti auf der Pariser Konferenz zu verstehen gegeben, daß das Revarationsproblem ungeregelt bleibe, da­mit Deutschland schwach gehalten werden könne, votocaet sei auf die Zerstückelung Deutzchlands aus.

Die GittSvschte«.

London 30. Jan. Dem Pariser Berichterstatter desDaily Chronirke" zuwlgr beginnt bte franzö­sische Regierung einzusehen, daß sie im Ruhrgebiet einen Fehler begangen habe. Sie würde gern Ber- honvlnngen mit Berlin einleiten, um von neuem daS besamte ReparationSproblem zu erörtern unter der Voraussetzung, daß

1. Deutschland bett ersten Schritt tut, um bett wirt­schaftlichen Frieden zustande zu bringen,

2. daß Deutschland unzweideutig -feine Absicht be- Nitbe. feine im Versailler Vertrag niedergefegten Verpflichtungen zu achten und zu erfülle«.

ffSndigen deutschen Stellen Folge XN leiffen. i

Berlin, 80. Jan. Die preußische Regierung teilt mit' Der Miniffer des Inneren ließ an den Oberpräsidenten von Münster folgenden Er» laß ergehen: In Anbetracht des völkerrechtswidkige« Borgehens der Franzosen und Belgier gegen die Bevöl- kerung und die Beamten des neubefetzten cheinisch-ivest- sälifchen Industriegebietes wird sämtlichen Beamten, der Pchizei mit Einschluß der Lands Lgerri, verbo­ten, Offiziere «mb Fahnen der Belgier und Franzosen zu grüßen.

Abwehrmantelgesetz gegen bk Ruhrbesetzung.

Berlin, 29. Jan. Wie wir erfahren, haben ht ben letzten Tagen in Berlin wichtige Verhandlungen zwischen der Regierung und den maßgebenden »er» tretet« der deutschen Industrie stattgefunden, tut benen vor allem Mitglieder der Rubrkonzerne teil- genommen haben. Man hat sich davet übet einen Gesetzentwurf unterhalten, der von der Reichs- reoierung ausgearbeitet worden ist. Dieser Gesetz­entwurf stellt gewiflermaßen ein Mantelgesetz dar, das die gesamten Maßnahmen umschließt, die mr «bioehr der Besetzung des Ruhrgebiets getroffen sind. Man hatte zunächst vor. diese Maßnahmen auf dem Wege der Verordnung des Retchspräsidenten ge­setzgeberische Kraft zu geben, ist dann aber wieder von diesem Plan abgekommen. Tas neue Gesetz soll bereits am Mittwoch im Reichswirtschaftsrat beschws- sen werden.

Die WenwrforoiiM.

Berlin, 30. Jan. DieB. z. a. M." hat auf ©ntnj französischer TendenzmÄdungen, die ein Erlah­men des deutschen Widerstandes von dem Versage«

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Sie Situation -er Malz.

Mannheim, 30. Jan. Das Eisenbahn- personal der Pfalr ist unter milflSrikchen Be­seh! gestellt und d« Präsident abgesetzt wor­ben. DaS Pkillz r Retz der ReichSeisenbahn ist von dem Oberkommandierenden heute übernommen wor­den. Die Beamten und Arbeiter, die nicht unterschrifllich sich bereit erklären, de« Befehlen deS Kommandierenden Generals unbedingt Folge zu leiste«, werden entlassen.

MMoB in Men.

Düren, 31. Jan. Hebet die Vorfälle in Düren er­fahren wir noch fo'gcndeS: Als am 87. Januar bekannt Würbe, daß Regierungspräsident Dr. Rombach, früher Landrat in Düren, auS Aachen auSgewiesen sei und den Bahnhof Düren passieren würde, sammelte sich eine nach Tausenden zählende Menschenmenge vor dem Bahn­hof in Düren. Dir französische Besatzungsbehörde bet Kolomaltruppen auf, die mit ausg'pflanztem Se-tengewehr die Menge zerstreuen sollten. Aks drei Personen ver­haftet wurden, bemächtigte sich der Volksmenge eine große Erregung. Die drei Berhaftetrn wurden schließlich wie­der freigelassen. Vertreter der Eisenbahner hatten unter­dessen den französischen Bahnhosskommandanten daraus aufmerksam gemacht, daß sie unter französischen Bajonet­ten ihren Dienst nicht ausführen könnten und deshalb die Zurückziehung des auf dem Bahnhof ausgestellten Milftärs verlangten. Die Wache wurde auch zum Teil zurückgezogen, nach kurzer Zeit aber wieder ausgestellt And verstärkt. Die Eisenbahnergewerkschasten stellten nunmehr folgerche Forderungen:

1. Sofortige Zurückziehung sämtlicher Wachen auS den Bahnhöfen,

S. Sofortige Räumung deS Wartesaals 3. und 4. Klaff? von kriegsmäßig ausgerüsteten Kolonialtrruppen,

3- Genugtuung für den im Dienste mißhandelten, nicht uniformierten Eisenbahnbeamten, der von einem fran­zösischen Gendarm einen Schlag ins Gesicht erhalten hat.

Außerdem wurde d-e Erklärung abgegeben, daß die zur Absperrung bereit gehaltenen Truppen durch französische Eisenbahner unter keinen Umstände« nach dem Ruhrge­biet weiter befördert werben.

SeüttoirtWL

Berlin, so. Jan. Den Blättern zufolge gehen dir französtfchen Bemühungen weiter dahin, ehren Keil zwischen die Arbeiter und Arbeitgeber tm Ruhrgebiet zu treiben. Französische Spitzeln fordern Die Belegschaften der einzelnen Schächte auf, in lokale Lohnbewegungen eitrzutretem Auch im linksrheinischen Gebiet versuchen die Fran­zose« «ach Berichten der BettiebSräte ähnliches. Daß die Franzosen mit diesem Appell an den kurzsichtig­sten Egoismus bei den Ruhrberglenten keinen Erfolg habe« werden, steht außer Frage.

DkMk SegeuMvMe».

Berlin, 8(X Jan. Der ReichsverkHrs- m int Per richtete an die Eisenbahndirektion Müu- ler t W einen Erlaß- der das Verhalten des Eisen- hchnperfonals im widerrechttich besetzten Geb«t regelt. In diesem Erlaß heißt eS zum Sc^: Gegenüber einer etwaigen Requisition deutschen Eisenbahnprrfo- nals durch die fremden Militärbehörden anläßlich des rechtswidrigen Einfalls ht das Ruhrgebiet befehle ich: Sämtlichen Beamten und Arbeitern der ReichSeis-n- bahnverwallung wird hiermft ausdrücklich verbo­ten, anderen Befehlen als denen der zu-

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von Offizieren die Hauptzollämter und Grenzzollämter , und versuchen, die Beamten dabin zu bearbeiten, daß sie t nicht mehr die Weisungen ihrer Vorgesetzten befolgen. Sic : notierten die Personalien sämtlicher Beamten, mit denen : sie sprechen. Sämtliche Beamten erklärten, sie würden - M. den Anordnungen der Rheinlandkommission nicht ; Kgrn. Daraufhin wurden zwei Zollbeamte in Kal- ' denkirchen verhaftet und zur Bahn gebracht. Das Eisen- bahnpersonal hängte den Wagen ab, in dem sich dft : Beamten unter militärischer Bewachung befanden, s»doß der Wagen zurückblftb. Die auf den Bahnhof strö- ntenfce Volksmenge verlangte dir Freilassung der beiden Beamten. Die Belgier setzten die beiden Beamte» in Freiheit, um sie am nächsten Tag um 7 Uhr morgens 1 wieder zu verhaften und in einem Kraftwagen nach Krefeld zu bringen.

Simmern, 30. Jan. Auf Befehl der Besatz- «ngsbehörde wurden am Sonntag früh der Land- mrffer Rohne auS Castevaun und der RegierungS- landmesser Schmidt am Montag mittag verhaf­tet. Nach der Verhaftung des RegierunaSlandmesiers Sck,mtdt sind heute früh sämtliche Beamte und Anae- stellte des hiesigen Landeskulturamts ht einen 24ftfln= Moen Protestsiretk getteten. Ferner traten sämt­liche Schulen wegen der Ausweisung deS Landrats Josten und des Bürgermeisters Sckardt ebenfalls ht einen 24stündigen Proteststreik.

Essen, 30. Jan. Präsident Jahn von der Reichchsbahndirektion Essen und sein erster Vertreter, Oberbaurat Pusch, sind soeben von de« Franzosen abgcführt worben. Ob eine Verhaftung oder eine Ausweisung vorliegt, ist zur ©tunbe noch unbekannt.

Gelsenkirchenn. 30. Jan Die gestern in Essen verhafteten Gewerkschaftsführer des Post- und TelegraphenpersonalS wurden in das unbesetzt Gebiet ab g e sch o ben. Sie wurden auf freier Landstraße aus gesetzt

MafsenamlSentbebung vo« Bürgermeistern.

Koblenz, 30. Jan. Bürgermeister Dr. Uhde t« Trabeutrarboch. Bürgermeister Rausch in Zell, Bür- germeister Schürholz in Köln-Land, Bürgermeister Schumacher in Engkirch, Bürgermeister Dr. Wendel in Blankenrath. Bürgermeifler Weiß in Büchenbüren und Bürgermeister Schmidt in Sannheim wurden infolge einer dem ftanzösischen Kreisdelegierten übermittelten Entschließung vom 24. Januar 1923, die sich gegen die erlassene« Berordnungev aussprach ihres Amtes enthoben.

Der MviahvvkMr.

Mtt vorgehaftenem Revolver zum Fahre« gezwunge«.

Koblenz, 80. Jan. Die Berkrhrslage im Ruhc- siebiet erfährt gegenwärtig wieder eine BerschSrsumi. Der Eisenbahnverkehr nach dem unbesetzten Gebiet ist noch in vollem Umfange im Gang«. Die Truppenkom- mandos an der Ostireuze des Ruhrgebiets enthalten sich nach den verschiedenen Proteststreiks jeden Ein­griffs. Dagegen ist der Verkehr aus dem Ruhrgebiet nach Westen und Süden vollständig unterbunden, da die Eikenbahner hier zum größten Teil in den Aussti-w getreten sind und den Franzosen viel zu schassen mack-en. Linksrheinisch liegt der Personen- und Güter- verkehr vollständig still. An verschiedenen Or­ten wurde ba8" Lokomotivpersonal- das deutsche Lebensmittel befördert, mit vvrgehaltenem Revolver gezwungen, französische Transporte zu fahren. Im Rnhrgeb et liegen Ress nghausen, Obcrhausen, Bottrop. Oblrhaus.m-West, Düsseldorf-Derendorf. Großenbaum, Kettwig, Werden und Kupferdrch vollständig still.

Maia}, 30. Jan. Bereits gestern Nachmittag 4Ubr hatte« die Franzosen versucht, ben Betrieb int Matuzer Hauptbahnhof zu übernehmen, indem der Hauplbahnhvf, die Stellwerke usw. um 4 Uhr mili­tärisch besetzt wurden. Auf den Protest der Esse», bahucrorganifationen hin, die mit dem sofortigen Streik aller Eisi:wahitcr drohten. Wurden um 7 Uhr abenbä nach dreistündiger Besetzung die Maßnahmen rückgängig gemacht Heute Mittag kurz noch 1Uhr wurden der Hauptbahnhof und die Betriebsstellen erneut milftänsch besetzt. Als Antwort darauf erwlgtt ungesäumt die Enistellung jeglichen Betriebes. Der Eisenbahn­verkehr ruht fett etwa 2 Uhr nachmittags vollst ändig. Vor dem Bahnhof hat sich eine »och Tausenden zählende Menschenmenge angesammelt. Es «cheint sich ein Autoverkehr in die Umgegend zu cnttmckela. Inzwischen mühen sich aus dem Hauptbahnhof ftanzösische Mrlitäreisenbahner ab, um wenigstens einigen Betrieb in Gang zu bringen. Bisher sind biete Versuche aber vergeblich gewesen. In der Stadt sind die tollsten und wtdersprechendsten Gerüchte verbreitet, ein Umftand, der durch das Verbot der meisten Zeitungen verschärft wird. -

Ge lsc n kir che n, 3. Jan. Im Laufe des Ogeftrigev. Tages Wurden weiter folgende Bahnhöfe besetzt: Blankenstein, Herbede, Bommern-Tal, Bommern uno Vorhalle. Damit ist die Linie, die im Norden des In­dustriegebiets von Luenen nach Westen über Düsseldorf und dann im Süden des Gebiets bis nach Vorhalle um

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