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Bergede» aller Art gegen den Befehl lich verfolgt. Der Oberkommandierenve alliierte» Besatzungstruppcn: Degomie.
Frankfurt a. M., 29. Jan. Die
seinen Gewaltakten zu verschaffen.
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zu vergiften, um so und dauernden'Erfolg
Diese systematische Geistes hat seit der ftcrges von Versailles
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k als Schwckhe ausgelegt wecke. Man habe also «e Beamten, di« die alliierte Oberhoheit nicht aner-
direktion Fsankfuri teilt mit: Heute vormittag fand auf Einladung de, R eichsbahndirektton Frankfurt-M. in deren Sitzungssaale unter dem Vorsitze des Eisen. bahndircktionsprSstdenten Dr. Stapff eine Besprechung mit Vertretern aus allen Kreisen der Industrie und des Handels, der Handelskammern Frankfurt» a. M-Hanau und Offenbach und der hiesigen städri- fd*n Behörden mit dem Ziele statt, die durch die Ruhraktton der Franzos"« geschaffene Lage zu erörtern, die mit dem Eisenbahnverkehr zusammcnhün- gende» auS dieser Lage sich ergebenden Wünsche der Verkehrsinteressenten zu besprechen und die Einheit der Durchgreifens zwischn Verkehr und Berkehr- trcibende» zu suchen. Unter anderem wurde die Kob- lcnfrage der Personcnzugfahrplan und die Unterbringung Ausgewiesenn: einer eingehenden Aussprache unterzogen. Die Notwendigkeit eines einmütigen Dnrchhalte«s aus dem beschrittenen Wege wurde allseitig betont.
Mit«! in LW.
V Wie 6fe Blütter 4t US Offen tNÄdettz spitzt sich ,ie Zage im Ruhktzebiet immer werter zu. Die französische kesatzungsbehörde Hal bekanntgegeben, daß alle deut- Den Beamten, die ihrem BefeP nicht nachkommen, ferbem sich wiedersetzen, sofort verhaftet, jedoch nicht bestraft, sondern ohne Verzug ausgewiesen werten Men. Infolge der zahlreichen Ausweisungen, di« ' bereits erfolgt sind, und deS rücksichtslosen Linzreifens -rr Besatzung in den Eisenbahn- und Poswetrieb, herrsch t unter der Bevölkerung eine eckitterte Stirn- Smng. Gestern wucke das Telegraphenamt von französischen Soldaten mit ausgepflanztem Seitengewehr besetzt. Das weibliche Personal wurde von den Offizieren mit der Reitpeitsche aus dem Saal getrieben.
Der Düsseldorfer Generalkommisiar der französisch- , belgischen Besatzung hat nach einer Meldung des „Bor- Marts'' dem Regierungspräsidenten auf die Frage, ob eine Hungerblokade ernsthaft gedacht sei, eine schrist- f tiche Mitteilung zugehen lassen, in der erklärt wird. L «r sei nicht daran gedacht, die für die deutsche Bevölke- I - wng reservierten Lebensmittel zu beschlagnahmen oder bü Lebensmittelzusuhr abzuschneiden. Wenn in der Leben sm ittelversorgung Schw er gke-ten eintre en würben, so sei das, wie in dem Schreiben behauptet wird, bie Schuld der Eisen^hner, die seit einigen Tagen bas Eisenbahnnetz lahmlegten. Dieser Versuche die Eisenbahner gegen die Bevölkerung des Ruhrgebiets «uszuspielen, Wick mißlingen, da die Bewohner des binhrbezirks sehr wohl wissen, aus welchem Grunde die Nsendahnerschast passive Resistenz übt. Im Gegen- 7 sch zu der schriftlichen Zusicherung, daß die Lebens- «tielzufuhren nicht abgeschnitten wecken sollen,'steht die Tatsache, daß die Franzosen die Ruhrtalbahn und i die Streck- Duisburg—Obechausen—Lünen für ihre vir (in Sporte beschlagnahmt und jede Benutzung für I deutsche Transporte ausgeschaltet haben.
M, Esse«, 39. Jan. Die Franzosen scheinen von | »eu'e an verschärfte Maßnahmen ergreifen zu wollen. I »rr H öch stlouimandierendr. General Degoutte, ver- L Mngt in einer neuen Verordnung den verschärften k öktagerungszustand über daö ganze von Franzosen I «w Belgiern besetzte Ruhrgebiet. Der Verkehr ist » Nn io Uhr abends bis 6 Uhr morgens auf den ktraß-n verboten, mit Ausnahmen, die der OrtSkom- f «mnbnnt zu genehmigen hat. Diese Verordnung ist M Swnde nach nicht veröffentlicht; daS soll durch Polizeipräsidenten geschehen. Die BesetzungS- nhörde begründet den verschärften »elagerungszu- w"d mit. den „systematischen Hindernissen, die der «vgen-eur- und Kontrollkommission durch die Rttchs- drmnten in den Weg gelegt werde»". Gegen jeden kebotogeaft bei Poft. Telegraph und Eisenbahn wird »»ch der Verordnung mit Waffengewalt vorgegangen sieidrn. Alle Versammlungen ohne besondre Ge Kbmigung sind verboten. Verboten sind auch alle oritungen, Zeitschriften, Broschüren und Flugblätter, die die Sicherheit der Befetzungsbehörden gc'Shrden. «tsselbe gilt für Thrater,. Kino, Schauspiele usw. «S Sirare find vorgesehen 5 Jahre Gefängnis oder " Millionen Marl ober beide Strafen zusammen, «weit das französische Gesetz nicht härtere Sttasen »ersieht.
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den. Eine Absperrung ist alleckingS noch nicht vollzogen. Auch ist eine Zollgrenze noch nicht errichtet worden. Die Franzose» lassen die nach dem Osten gehenden Kvhlenzügc die Sverre passieren, kontrollieren aber Art und ßcrtunft der Kohle, die Kohlensorten und die Kohlen mengen. Mit der Einrichtung eines Zugverkehrs mit französischem Personal haben die Franzosen auch weiterhin keinen Erfolg erzielt. Bis gestern hatten sie sieben Zugentgleisungen zu verzeichnen. Bei Hrisingen wurde durch «ine durch einen ftanzösischen Eisenbahner geführte Lokomotive ein Mädchen überfahren und getötet.
Der „Berliner Lokal-Anzeiger" meldet ausC ob- lenz, daß auf dem dortigen Bahnhof 13 Lokomotiven treggefuhrt wecken sollten. Die deutschen Eisenbahner setzten die Maschinen jckoch nach dem unbefestcn Gebier zu in Fahrt und durch fuhren den Bahnhof Diez, wo die Franzosen vergeblich versuchten, die Lokomotiven auszuhalten, mit Schnellzugsgeschwindigkeit. Die Maschinen -konnten das unbesetzte Gebiet erreichen. Die Franzosen haben dararkf die Eisenbahn strecke in der Gegend von Diez auf eine Entfettung von 300 Meten. aufgerifsen, sodaß der Zugverkehr völlig stillicgt.
Aachen. 29. Jan. Zur Stillegung des Eisenbahnverkehrs erfahren wir, daß auf dem Bahnhof Mas-Hinen- getoehre aufgestellt wurden. Da alle Verhandlungen zwischen dem Personal und dem Bahnholskommandanft.-i ergebnislos waren, hat daS Personal die Dienststellen verlassen.
Essen, 29. Jan. Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, sind die Strecken Koblenz—Bonn, Düren Aachen und Geldern—Fückingen infolge des Eingreifens der französischen Behörden von den deutschen Beamten stillgelegt worden.
Frankfurt a. M., 29. Jan. In Wiesbaden und Matnz-Kaftel ist folgender Befehl der Franzosen angeschlagen worden: 3L L 23. Bon dem obcrlom- mandlercnben G-neral der alliierten Lesatzungstruppen wird befohlen: Sämtliches Personal der Eisenbahn hat an Ort und Stelle seinen Dienst aufrecht zu erhalten und alle Befehle auszuführem, die ihm i» seinem Auftrag von der E. I. E. F. C. und ihren unergeordveien Stellten »rteUt werden. — Gemäß der Verordnung 1 Art. 6 bir St. C. I. T. 9t. werden
Die Schuldfrage war das erste wirksame Mittel das encetoanbt wurde, um Frankreich jede nur mögliche ' Zwangsmaßnahme für alle Zukunft unter dem Scheine des »Rechtes" sicherzuftellen. Unter ihrem Schutze hat Clemenceau mit der allein von Frank, reich beantragten „Wiedergutmachung aller verursachten Schäden" ohne jeden wetteren Kommentar unbegrenzte Generalvollmacht gegen das wehrlose Deutschland verlangt und erhalten. Folgerichtig ist den» auch die darausbin eingesetzte Neparattonslommisfl« ein willenloses Werkzeug in den Händen des rach» «sichtigen Frankreich und man kann sich ein Bild vo» der widerlichen Komödie, die sich in jcker solchem Sitzung absvielt, machen, wenn man bedenkt, baß der Präsident biefee,. „obieftiben“ Tribunals ausgerechnet feer Bar 1 hou* nach (J.(emtnceau und Potn- care einer der haßerfülltesten Franzosen ist. Daß dieser Mann neuerlich zuin Vorsitzenden der Reh* rationSkommission wiedergewählt wurde, ist de» deutunaSvoll. Die Machilosigkeit der Engländer tii dieser Kommission spiegelt sich bei jeder neuen ,Se* fehlungsklansel wieder, die unter dem schweige«- den Protest des Herrn Bradbury gegen Deutsch» land in die Welt gesetzt wird.
AVer nicht genug damit, daß man durch Offiziere Organe feiner persönlichen Rachsucht zu ihre» „Recht“ verbisst. Auch diejenigen, die längst von bei offiziellen Bühne der Politik abgetreten sind, wecke» ausgiebig Int Dienste dieser Sache verwendet. @tx krasses Beisiel hierfür ist die amerikanische Prop* gandareise Clemenceaus. Jeder BeschöntgungS- »del Abschwächungsversuch in bezug auf die agitatorisch« Tätigkeit dieses Mannes ist verfehlt. Er bat gewirkt, da? ist unzweifelhaft trotz aller gegenteiligen Presse» meldttnoen. Das oMzielle Amerika hat ihn ange« hört, er ist von Hocking empfangen worden ebeitW wie von anderen Trögern öffentlicher Remter unV wtr dürfen versichert sein, daS Gift, das er drüben verspritzt, bat bei denen jedenfalls seine Wirkung getan die im politischen Leben zu entscheiden haben, Warum greift denn Amerika nicht beute ein? Dasselbe Amerika, das sich doch im „Interesse der Hn- manttät“ und „zum Kampfe gegen den Imperialismus“ 1917 zum Kriege entschloß, warum häll es denn beute ausgerechnet mit seinen menschliche« Gefühlen zurück? Es bat nach allem doch den Anschein als haben die Verleumdungen deS „Tigers" nur ein leider allzuoffenes Ohr geftmden?
Wir tuen überhaupt gut daran inbezug auf die Wirkungen der ftanzösischen Lügenpropaganda nicht allzu opftmistisch zu urteilen. DaS gilt besonder- auch im Hinblick auf die Presse, so plump uns die VerdrebungSversuchc immer anmuten mögen, di« sich Organe, wie beispielsweise der offizielle „TempS", mit der Wahrheit erlauben, wir können versichert fein, sie finden in der öffentlichen Meinung der Welt einen fruchtbaren Boden, der auch die schamlosesten Unverftorenbeiten willig aufsaugt. WaS nutzen dem gegenüber die nachbinkenden Erkenntnifl« eines Llovd George, der mit seiner verspäteten Einsicht vergebens versucht, den Lügendunft zu erhellen, der die Welt dank Franfteichs svsiematischer Verhetzung heute umnebelti Wie skrupellos die ftanzösischen Zeitungen boraeben, wenn es gilt, den Absichten des Herrn Poinearö- zum Ziele zu verhelfen, gehl ops den Versuchen hervor, auf dem Umwege über Pariser Blätter die ihnen beareiflicherweise höchst unbemteme Regierung Cuno im eiaenen Lande zu disfteditft-en. Die Bewegung in Ungarn, fa den Raub von Memel bat man sich jenseits deS Rheine- nicht gescheut, als von Deutschland selbst in Szene gesetzt darzustellen und b’e Bemühungen gelegentlich der Ruhrbesetzung Arbeitnehmer und Arbeitgeber gegeneinander zu hetzen durch ganz unverschämt« Verdächtigungen, werfen ein eigenes Sicht auf de« „glühenden Wahrheit-?kult“ der „ritterlichen Ration". Hier wird nicht mehr mit den Waffe« in den offenen Kampf gezogen gegen
D o r i m u n d, 29. Jan. Gegenüber den mehren- b«n Verhaftungen leitender Reichs- und Staatsbeamten faßte heute eine Konferenz von Vertretern der Arbiter- nnd Angcsielltengewcr^schaftxn aller Richtungen fo'g-nde Entschließung: „Die von den Bcsatzungsftuvven borge- r»mmereil Verhaftung-» leit-uder Reichs- und Staatsbeamten können die Gewerkschaften in ihrem bisherigen Verhalten nicht -rre machen. Diese Maßnahmen sind welm-br g e gnet, den. Widerstand bis zum äußersten zu steig rn. D.e Gewerkschaften werden jedenfalls wie bisher ihr Möglichstes tun, daß die Franzosen an der Ruhr ihr Z el nicht err ichen.
■ Paris, 29. Jan. Der Sonderberichterstatter von Havas in Düsseldorf meldet: Angesichts des offenen Jfcet passiven Widerstandes der deutschen Beamten ?Äten die alliierten Behörden beschlossen, im ge- hnnten Besatzungsgebiet alle oberen Beamten, die bei ablehnenden Haltung blieben, $u verhaften tmb Wtert auszuweisen. Die Durchführung der neuen «aßnahmen habe heute begonnen. Das sei der Beginn | Phase energischen Vorgehens, ht bie man heute j ^«treten sei. Die französischen Behörden hätten | jetzt eine Micke bewiese», bie die Deutschen selbst.
«von der Zeit fytr, als sie Frankreich und Belgien «sitzt hielten, eine ganz andere Methode gewohnt men, in Bewunderung versetzt habe. Die Alliiertem fetten ihren Friedenswillen und den Willen zu einer
Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg
Anzeiger für (bas früher kurhessische) Oberhesse,
^cundschaftlfchen Verständigung hiufreichend borge» ■j Ihr Langmut habe nicht dazu sichren dürfen, daß R als Schwäche ausgelegt wecke. Man habe also 5 * Beamten, die die alliierte Oberhoheit nicht aner- 2 e?611 un^ sich mit der Berliner Regcirung solidari- “2 Seren. Airfrtpfrtrjvri rw»
mäßig". Großbritannien, dessen praftischer Reparativns^ vkan verworfen wocken sei, werde wahrscheinlich aul Jahre hinaus keine Revarationen erhalten. Jetzt, wo bi» Unklugheit der ftanzösischen Politik immer deutlich« zutage trete, werde an England bas Ersuchen gerüstet] i« Hilfe zu komme», indeme 5 ben englischen Kaufleute»! unb Industriellen untersag-, vorteilhafte Geschäfte z» treiben unb bem englischen Volke einen Erwerb zu ver-I schaffe» unb oies zu einem Zeitpunkt, wo anderthalb Millionen englischer Arbeiter auf bet Straße lägen. 1
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GtlNoe Sraeneinerniltmig.
Es wll — schmerzlich genug, daß'so etwas heute gesagt werde» mutz — im einstweilen noch unbesetztetü Gebiet Deutschlands immer noch Leute gehe«, div sich vom furchtbare» Ernst unserer Lage und dem! «msange der tödlichen Gefahr, die alle Deuts ohne Ausnahme bedroht, noch gar keinen rechten Begriff machen. Vielleicht geht diesen Bedauernswert noch ehe es zu spät ist, ein Licht auf, wenn sie einmal die ungeheuren, alle Gebiete der heutigen zösifchen Politik umfassenden Vorbereitungsmah»! nahmen zmn Bewußtsein bringen. Nicht allein auf! dem militärischen Wege versucht Frankreich zu feinem Ziel — der wirtschaftlichen Knebelung Deutschlands — zu gelangen, sondern es hat schon lange, ehe e» zur offenen Gewalt schritt, eine umfangreiche geistige Mobilisation ins Werk gesetzt, die einer militärische» Okkupation den Boden vorbereiten sollt« und bie auch während der Besetzung fieberhaft arbeitet um die Einheitsfront unserer Abwehr zu unterwüblen und zu zerstören. Richt nur mit Bajonetten und, Gasen „erobert“ der Feind, sondern auch mit Lüge» unb Verleumdungen versucht er die öffentliche Mei»
erli», 29. Jan. Der «Lokalanz." meldet aus, _ ,
daß die Franzosen den briiien Teil der do Ni- vU Kj
^Krankenhäuser beschtagnahmt heben. Allein vs»! „ ,.
Bette» der städtischen Krankenhäuser Hahr» bie ' Ber > tn, 23. k;a,>. »igu; e-nrr Mrltzung der „Mon- r^aofat 270 Betten beanfprucht. Auch der Dtzph- j tegstzost" aus Essiu, ist im Laufe des Sonntags die mili- 1 «^ck-'.illon, die H- piklinik der Pavillons sür -ärischr Eitikreijuitg c> s Industriegebiets beendet wor-
Schorfach, Masern und Typhu« mutzte« von beit Kranken auf Berlangm der Franzosen geräumt werden. Die »tritt haben darauf erklärt, datz infolge diefeS Borgel»ens schwere Epidemten auftrete» kön- »en, und datz st« die Verantwortung für alle Folge» de« Franzose« überlass« mützte«.
Die Wittani her Neffe.
Essen, 29. Jan. Für den 29. Januar vormittags hatte der Ebes des Stabes der 128. Division die Ber- fteter der Essener Zeitungen zu einer Besprechung ringe- laden. Den Erschienenen ist eröffnet worden, daß bisher volle Pressefreiheit bestanden habe, die jckoch zur B-r- breitung falscher Meckungen und zu Angriffen auf Frank- reich und die ftanzösische Armee mißbraucht wurde. D'es müsse von nun an anders werden. Der Stabschef bat im Auftrage des Generals den Erschienenen einen entsprechenden Befehl übermittelt und auf bie Tatsche auf» Merksam gemacht, daß der Belageruuaszustand bestehe. Die Pressevertreter haben mit folgender Erklärung erwidert: Wir verwahren uns gegen jede Einschränkung der Pressefreiheit, soweit sie nicht durch ine deutschen Gesetze begründet ist. Mr berufene Vertreter der deutschen öffentlichen Meinung behalten wir unS diejenige Steüung- nabrne vor, die im Interesse des deutschen Volkes liegt. — Der Stabschef hat bie Erklärung zur Kenntnis genommen und erwidert, daß ein neuer Zustand geschaffen sei, demzufolge der französische Belagerungszustand allein und nicht mehr die deutschen Gesetze Geltung hätten Er hat Maßnahmen gegen die Presse durchblickn (affen. Der Vertreter des kommunistischen „Ruhr-Echo" hat eine gesonderte Erklärung abgegeben, daß für die K»m- munisten weder die ftanzösischen noch bie deutschen besitze Geltung hätten, sondern allein die Befehle der Dritten Internationale und daß die dementsprechend sowohl gegen das französische Kapital als auch gegen das deutsche ankämpfen würden.
Nm NerhsstMgen.
Hörbe, 29. Jan. Heute früh wurde Oberpostrat T schauder von den Franzosen verhaftet und im Auto in unbekannter Richtung weggefahren. Die Verhaftung erfolgte unter beträchtlichem militärischem Aufgebot. Eine Kompagnie hatte das Postamt umstellt und mehrere Panzerautomobile waren vorgefahrrn. De Franzosen brangen in die Privatwohnung des Po'tratS und verhaken ihn aus dem Bett. Es wurde ihm verweigert, sich von seiner Familie zu verabschrckrn.
Mülheim, 29. Jan. Der Leiter des Finanzamrs m Mülheim, Oberregierungsrat Dr. Nowak, ist heute vormittag verhaftet wocken. Gleichzeitig wurde der Ober- ic-nfetretär Schmidt verhaftet.
Dortmund, 2? 'Jan. Heute Vormittag sind ohne Angabe von Gründen der Dortmunder Polizeipräsident Brandt, der Präsident der Ob«posckirekti,n Dort» mund, Ernst, und der Bahninspektor Weckner verhaftet worden Wie wir nachträglich erfahren, wucke auch der Oberposckireüor Kieselbach vom Telegraphenamt und der Hafenmeister Lather verhaftet.
Simmern, 29. Jan. Auch Landrat Dr. Gosten ist auf Befehl der Besatzungsbeböcke ausgewte- sen worden. Er wurde gestern von ftmizösiscken Truppen sestgenommen und in daS unbesetzte Gebiet geschafft. Am Tage vorher sande« große Kundgebungen vor dem jrreishause statt.
Düsseldorf, 23, Jan. Der Präsident dec zweiten Abteilung des Landessinanzamts Düsseckorf, Tr. Finger, wurde vormittags von der Besatzungsbehöck« in seiner Wohnung verhaftet. Der Aufenthaltsort Fingers ist unbekannt.
Essen, 29. Jan. Für heute mittag 2 Uhr hatte der französische Kommandeur für daS Telegraphenwesen die Ecwerkschastsvertreter der Beamtenschaft des Post- und eelegraphenamtes zu sich geladen, um sie zur Nnterzeicb- Lung einer Erklärung zu bewegen, daß si esich den ftan- roftschen Anordnungen fügen würden. Dieses Ansinnen ist von den Beamtenvertretern abgelehnt worden. Direktor Jünger, der dagegen Einspruch erhob, hat bie Enlarung erhalten, daß er sich zur Verfügung der ftan- zösilchen Behöcke zu halten habe. Sechs Vertreter der Beamtenschaft sind sofort verhaftet worden und in einem bereitstehenden Auto mit unbekanntem Ziele fortgebracht worden. Die Vertreterin der Beanttinnen ist von den Franzosen sofort srerg.'lassen worden. Infolge des Vorgehens der Franzosen hat das Personal des Post- und Telegraphenamts beschlossen, die Arbeit um 3 Uhr nieder- zul.gen.
M ^n, aufgefordert, ihren (Eifer im unbesetzten Deutsch- If zu entfalten. Man wecke zuerst mit jenen bt= A Amen, bie die wichtigsten und beskbezahltesten Po- * innehaben, bie sämtlich tätige Agenten für .... A ^ionalistischc Propaganda seien, der die deutsche 5 dkoßindustrie ergeben sei. Diese Maßnahme wstrde die andern Beamten
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Streits.
Roch einer Meldung deS „Vorwärts“ aus Hamm sind dort gestern die Betriebsräte der Bergarbeiter ans dem ganzen Ruhrgebiet versammelt gewesen, nm m der gegenwärttgen Lage Stellung zu nehuien. Ter Generalstreik ist einstimmig abgelehnt worden. Die bisher von der Brrgackeiterschaft eingenommene Abwehrstellung soll im gleichen Maße beibehatten Wecken. Ein« Entschließung spricht sich gegn leben Rationalismus aus, lehnt die Etnsuhrung der Frankenlöbnung ab und gelobt auch fernerhin Treue zur deutschen Republiü
In sämtlichen Stein, und Braunkohlenrevicren Deuffchlands, außer dem Ruhrrcvier, haben gestern Revierkonferenzen stattgefunden, worin üb-r- all die Geneigtheit zutage getreten ist, Ueberschichten Zit der fahren, um den etwa einftetenden Ausfall an Rnbrsteinkohte anszugleiche».
Berlin, 29. Jan. Roch einer beim Wolsfbüro eingegangenen Meldung au8 Essen sind die dortigen Telegrapnhenheamten i« ben Streik getreten. Tatsächlich arbeitet fett drei Uhr nachmittags keine telegraphische Verbindung mit Essen. Wie der telegraphisch« Verkehr, so ist auch der telephonische Berühr mit Essen unterbrochen.
Der Dorn im Am.
Lvn don, 29. Jan. „Sundap Expreß" berichtet, d'r französische Regierung habe beschlossen, Großbritannien gegenüber nachdrücklich die Roiwerckiqkeit hervorzu- brben,' ent Verbot aus Ausfuhr britischer Kohle nach dem nubes-tzten deutschen Gebiete zu l g n. Dem Blatte zu- fcla? Haben die Franzosen in der Verschiffung englischer Ksi'le nach Deutschland einen entscheidenden verhängnisvollen Zug in ihrem Spiel, das die Zermürbung der deutschen Industrie durch Vorenthaltunz der Rubrkohle 5e- "vecke. Wenn die britische Kohle an den Platz der Ruer- ioHc trete, so könne der französische Plan scheitern. Wie das Blatt weiter schreibt, werde die britische Reg»eruuZ einem solchen Ersuchen nicht statigeben. Die französische Politik an der Ruhr entwickele sich keineswegs ,^>lan-
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