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Der Bapigeiwtet« beträgt ft* b«x ggef». Aeilenmilltmeter 30J» SU. (Jtleiue Anzeige,

1923

Die ^Oberhesfifch« Zeitung erscheint sechemal wöchentlich. L«,ng,p*et, monatlich 800 Mk. mit Zustellnng«gebühr. FS* ausfallend« Kummete infolge Streik» «er etementaiet Ereignisse kein Ersatz. Lerlag von Dr. E. Httzerottz. Drut der Univ^Bnchdruckerri von 2»h. Reg. Koch. Markt 21/23. Fernsprecher 55, Post­schelkkonto: Jtt 5015 Amt Frankfurt a. Stet«.

Anitliches VeMndigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhesse»

Marburg

Kontag. tei 29.3m«

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Der Ausbau der Stellung.

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Sn» »eemptn im Ruhrgebiet.

P aris, 27. Jan. Meldung«, ans Brest zufolge P0 dort gestern 25 Marineoffiziere und 150 Matro- eingeladen worden, um die Schiffahrt im Rhein- «d Ruhrgebiet in Gang zu bringen.

|' Keine Aushungerung des Ruhrgebiete«.

Essen. 28. Jan. Die Nachrichten über die Ast Wnürung des Ruhrreviers, auch von LebenSmttiel- »srsporten, haben dem Regierungspräsidenten von Düsseldorf zu einer schriftlichen Anfrage bei General ^kvigne Anlaß gegeben, wie es damit stünde. Ter «rneral hat nach einer kurzen Rücksprache mit General kgoutte unmittelbar auf das überreichte Schriftstück «undlich geantwortet,, die Gerüchte über eine geplante '^hungerung deS Ruhrgebiets entbehrten jeder Grundlage. Wenn die Eisenbahner bei den Lebens- EM^lran-porten keine Schwierigkeiten machten, würde «ch die Besatzung keine Schwierigkeiten bereiten. Ein E wäre uicht vorgesehen, nur für den Augenblick

Ueberwachung. Zum Schluß wurde nochmals -«Arücklich betont, daß das Ruhrgebiet nicht aus- »Hungert wecken solle.

Die Verteuerung der Lebensmittel.

28. Jan. Die durch den Einmarsch der ^anzosen ins Ruhrgebiet verursachte Verteuerung bei k*«enslnitter beträgt bis jum 27. Januar 122 Prozent.

Die Sage in MoetleL

J Eisenbahnverkehr. *>

? Essen, 27. Jan. Der Personenverkehr tnf Iw- .dustriegebict ist durch das Eingreifen der BesatzungS- 'bchörden vollkommen desorganisiert. Züge fahren Sechanpt nicht mehr, und die wenig«,, die abgelassen Wecken, mit großer Verspätung. Die ArbeitSniedev- Dkgnng der Eisenbahn« hat jetzt auch auf das linke Scheinufer entschiedener übergegriffen. So sind jetzt dir Bahnhöfe Rheyd, München-Gladbach, Friemers­heim und Cleve in den Ausstand getreten. Die beut- sthen Eisenbahner dürfen die Anlagen der besetzten Bahnhöfe nicht mchr betreten. Französische Eisen­bahner versuchen, den Betrieb für ihre Dienst- aufzu- l «hmeq, Truppenzüge können nur im Marschtempo 7 t -sabren, da stets zwei Soldaten de» Zuge voraus- tzchen. Durch das gewaltsame Eingreifen der Sol- | taten in die Weichenanlagen ist es bereits mehrfach I p Unglücksfällen gekommen. So ist in Rattingen ein B Lug entglei stund vor dem Bahnhof Vorhalle sind von kinem von Franzosen geführten Zuge die Lokomotive tnd mehrere Wagen umgestürzt, sodaß für die Wick«, wsnahme des geregelten Verkehrs ernstliche Schwieria- Hteii entstehen.

Essen, 28. Jan. Im Laufe des heutigen Tages fitzten sich die Franzosen in mehreren weiteren Bahn­höfen fest. Tie Linie ber im Norden und Westen des Industriegebiets besetzten Bahnhöfe zeigt nunmehr fol- 1 »enden Verlauf: LünenWaltropDattelnSuder- - r «mch --RecklinghausenHertenWesterholt -Buer- Koro -Gladbeck West-BotropOsterfeldSüd- Ltttbau-«!<AerkradeHambornDuisburg Hei- ^rch-SüdDuisburg-HauptbahnhofTüfseckorf { Derendorf. Im Süden kam die Operation bisher f tncht zum Abschluß. Da über die im Norden besetz- [ Bahnhöfe kein Zugocrkchr mehr stattfindet, wick die Äbrnsmitielversorgung des Industriegebiete« immer Ww.«iger. Nachmittags wucke auch Lünen-Nock be kcht, sodaß nunmchr auch die Lebensmitteltransporte «cr diese Station ins Stocken geraten sind.

Berlin. 27. Jan. Wie den Zeitungen von zu­ständiger Seite mitgeteilt Wick, schreitet die Milftari- strrnng der Eisenbahnen im Ruhrgebiet fort. Die Um- j-rupp-erung des französischen Militärs im Ruhrgebiet i1 w"ter ooi sich. Tie französischen Zollbcamteo J * ^nstens noch in Düsseldorf. Tie Franzosen ^suchen zahlreiche Waren einzukaufen und zwar mtv

Gebrauchsgegeustände, wie Resselstoffe und schwere Stiefel.

| [ * Die Umschnürung.

Berlin, 27. Jan. Wie die Z. a. M." aus berichtet, haben die Franzosen ihre Absicht, ® bsr bttgangenen Nacht chre Zollinie ums Ruhrgebiet p ziehen, nicht verwirklichen können. Es seien zwar krvgs um das Ruhrgebiet herum starke französische chw belgisch. Truppenmassen zusammengezogen mvr- »u, ber Eisenbahnverkehr aus und nach dem Rnhrge- net und insbesond«e die Kohlentransporte nach dem ^besetzten Deutschland seien aber bis jetzt nicht be- s | Ändert worden. Die Versuche bet Franzosen, mit ;9«im Personal auf den stilliegenden Strecken des «uhrgebietes den Eisenbahnbetrieb wieder aufzu- iF ^en, seien bisher fast ganz «folglos gewesen. An f »rchirbenen Stellen, so berichtet schließlich das Matt, f von den Franzosen mit ihrem Personal abge- «!sene Züge entgleist, sodaß die Verwirrung aus den «stnbahnstrecken iuuner größer wecke.

Italien sendet Ingenieure.

Ro», 28. Jan.Nuovc Parse" meldet: Me ministerielle V'.rockimng, die die Entseickmng bet ersten Staffel italienischer Ingenien« ins Ruhrgebiet vor- siehttz i!st unterzeichnet worden.

Die Stanjaien regieret

> Matur, 27. Jan. Eft» Maueranschlag btt Jmnalliterten Rhetntandkonrmtssion verbietet jev- wede Zusammenrottung und Kundgebung unt« An­drohung da evtl. Sparung des Racywertckrs. Mehr als fünf Personen dürfen nicht betsammen stehen.

Main», 27. Jan. Da .Mainz« Anzeiger' und die .Matnr« Volks,ettans« find mtt Wirkung vom Montag ad ans zehn Tage verboten worden; ein Grund ist nicht angegeben worden. Die .Mainz« Tageszettmrg' wurde ans drei Lage verboten nab zwar wegen VenSsfemlichung einer Snrschttetzung da Stadwerordneten-Versammlung gegen die Gewalt» matznahmen der Franzosen.

Aachen, 27. Jan. Heute vormittag wucken Loüdtrekror Cordes und Zollrat Plan von bet Be» satzungsbehörde verhaftet. Bte verlautet, soll noch beute durch den htestgen sranzöstschen »retsdelegterteil vis zum 26. Februar der Belagerungszustand »er« hängt werden. Da d« hiesige Regterungsprästdenr und sein «ertr«« trotz ber Ausweisung noch tot Dienste waren, rechnet man mtt Gewaltanwendung.

Mainz, 27. Jan. Oberbllrgerutetfter Dr. ftttlb, d« seit zwei Tagen tat Krankenhaus war, hat gestern nachmittag den Ags w ets ungSb eseh l erhalten und ist heute mittag 2 Uhr im Auto, in dem auch der Chefarzt des Krankenhauses Ptatz genommen hatte, eStcrrtert von zwei anderen AuwS mit franzöftscyen Ossizieren vezw. »ommisstonsmitgltedern, nach der Grenze deS unbesetzte» Gebietes verbracht worven. Das Krankenhaus wat in weitem Umfange durch deutsche Polizei abgesverrt; ebenso war dort eine Ab- wilnng Kavallerie ausgestellt, die erst abrüdte, nach dem das Automobil mit dem ausgewieseuen Over r^ermetst« abgefahren war.

Boppard, 27. Jan. In d« Stadt herrscht lehr grobe Erregung. Die Strotzen waren gestern bis in die späte Nachtstunde von Tausenden von Menschen belebt. Vaterländische Lieder wurden gesungen. Die sranzöstschen Poften wurden durch eine marokkanische Maschinengewehr-Kompagnie bet» urkt. Im Laufe d« Nacht wurden drei verhaftete wpparder Bürg« mtt unbekanntem Ziel wegge- s>rächt, kkurz vor der Wegsüvrung wurde die Sttatze urch stark bewaffnete Patrouillen rücksichtslos ge iöubert. Um 6 Uhr morgens wurde v« Bürger­meister mit unbekanntem Ziel fortgeschafst. Zurzeit ziehen starke bewaffne,e Streifen durch die Stadt und dulden keine Ansammlungen. Die Beamten und Angestellten bei Stadt find heule wegen der Berhaf tung des Bürgermeisters in den Stteik getteten. In ein« Kundgebung «klärten sie sich mit Vesten Ver­halten solidarisch.

Aachen, 28. Jan. D« hiesige Polizeipräsident Frhr. v. Korfs, hat heute nachmittag den Aus­weisungsbefehl erhalten. Er wurde b«eits um 4 Uhr nachmittags von fünf Belgiern aus dem Poli­zeipräsidium geholt und tat Kraftwagen mit unbe­kanntem Ziel fortgefchafft. Der hiesige Regierungs- tttäsiderck, Dr. Nombach, und sein ©teil Vertretet, Obertegiernngsrat v. Gör'chen, sind heute nachmittag von drei belgischen Gendarmen im RegierungSge- bäude »«haftet und im Automobil fortgeschafst worden.

Koblenz, SS. Jan. Die Rheinlandkommisfion hat die soforttge Ausweisung acht höh«« Beamten auS Mainz und Umgegend v«fügi mit b«. Begrün­dung, daß diele Beamten sich geweigert hätten, den Bestimmungen der neuen von d« Rheinlandkom- misston «tastenen Ordonanzen zu folgen. Die Fa­milien d« Ausgewiesenen haben daS besetzte Gebiet innerhalb 4 Tagen zu verlasten.

Koblenz, 28. Jan. Dir Rheinlandkommtsston hat dir soforttge Ausweisung des Haupttchristlrtters d« ^Wiesbadener Zeitung" mtt der Begründung verfügt, dast « austetzende Artikel geschrieben habe. Seine Fauttlie bar innerhalb 4 Tagen das besetzte Gebiet zu verlasten.

Bopparb, 28. Jan. Die Franzosen haben die Personen verhaftet, die den Zechenvettretern bei ihrer Rücstahrt von Mainz nach Essen Blumenspenden ge- rribmct haben.

Düsselborf, 28. Jan. Die französische Be- satzungsbehöcke hat den BLrg«meist« Schmidt und den Regierungsrat Oexle ausgewiesen; beide wucken sofort in das unbesetzte Gebiet abtransportiert.

ProteftstreU gegen die Moerser Gewaltakte.

Essen, 26. Jan. Tas Vorgehen d« Belgier gegen den Landrat und Bürg«m.eister von Moers, die von ber belgischen Besatzungsbehörüe ihres Amtes ent­hoben wocken sind, hat im linksrheinischen Jndustrie- bezirk gestern zu einem großen Proteststreik gegen die Eingriffe der Militäckehörde in die Selbstverwa!-- tung geführt. Auf allen Zechen des linksrheinischen Rcvieres haben die Bergackeiter die Arbeit eingestellt. Alle Werkstätten ruhen. Tie Betriebe der Staats­bahn sowie ber Kleinbahnen liegen still. Die össent- licheit Aemter, Post-, Telegraphen- und Fernfprech- iirr.ter sind für jeden Verkehr geschlossen; das Fern- iprechamt vermittelt nur Dienstgesvräche, Auch die

Schulen flnü geschlossen. Die Geschäftsleitte, sowohl in MörS, wie in Homb«g haben sich an der Kundge­bung durch Schließung der Läden beteiligt e

Koblenz, 27. Jan.' Die BefehlSgewalt in Koblenz wurde heute mittag 12 Uhr von den Aute- rifmtem an die Franzosen Obergeben.

M sranzWA Politik.

»afel, 27. Jan. Dem Pariser Korrespondent betBasler Skschlichten" wird üb« die Auffassung b« Lage am Quai d'Orsay folgendes mitgeteilt: Die Ablehnung des deutschen Moratoriumsgesuchs bildet die rechtliche Grundlage b« Aenberung im Charakter ber Besetzung des Ruhrgebiet» und ber völligen Abschnürung dieses Gebiets vom übrigen Deutschland. D« Kampf zwischen Deutschland, Frankreich und Belgien gehe weiter. Früher oder ipät« werde man zu ein« Diskussion des franzö­sischen Planes für ein Moratoriu mkommen, aber erst bann, wenn Deutschland nachgegeben hat. Bon der Annahme einer Vermittlung kann keine Rebe sein. Frankreich sei durch die Haltung b« deutschen Regierung gezwungen worben, weiterzugehen, als ursprünglich beabsichtigt gewesen war. D« erste Gang bes deutsch-franMschen Duells sei bereits von Frankreich gewonnen worden und zwar daher, weil es nicht gelang, die Arbeiterschaft des Ruhr­gebiets zu einem Generalstreik aufzurufen. Tat­sache sei, daß die Bevölkerung des Ruhrgebiets nicht zu geschloffen ist, wie man von Berlin aus glauben machen möchte. Frankreich wolle dem deutschen System bes betrügerischen Bankerotts ein Ende machen. Es habe zahlreiche Beweise schon in Hän­den, daß die deutsche Industrie viel mehr prospe­riere, als man im Ausland wußte.

Paris, 27. Ian. Die meisten Blatt« sehen in General Mangin den Oberkommissar für bas Ruhrgebiet, der nationalistischeEclair" tritt je­doch für den Vizepräfidenten des Eomitee bes Forges, Pinot, ein. DasEcho National" setzt seine scharfe Sprache fort und sagt, man werde den Baum nach seinen Früchten beurteilen. Die Frucht des seit 14 Tagen angewandten Systems sei aber Koksmangel. Es sei. unfaßbar, daß Frankreich im Ruhrgebiet säße und weder Kohlen noch Koks habe. Die ,^Ere Novelle" wendet sich bireft an Poin- rarL Er könne nicht mehr verheimlichen- baß « die Eisenbahner, die Postbeamten und die Berg­leute solidarisi«e; früher oder spät« werde er ge­zwungen fein, auch Soldaten zu mobilisieren. Wenn Poinctr^ entschloffen sei, die Partie bis zum Ende zu spielen, müffe er sie auch gewinnen ober daoongehen.

Paris, 27. Jan. Eine Abordnung von Ab­geordneten der Kammer, der Rechtsrepublikaner, Radikale, Vertreter der Mitlelparteien und solche der Sozialisten angehören, erhielt den Auftrag, sich zu Poincack zu begeben, um seine Aufmerksamkeit auf die immer stärker werdende Drohung d« roya­listischen Attion zu lenken.

Memel, 27. Ian. Hier ist ein französischer Aviso eingetroffen. D« Panzerkreuz«SBoItire" soll vor Memel kreuzen.

Wien, 27. Jan. Nach Prager Blätter­meldungen besteht die Absicht, die Armee der Tschochstowakei, Zugoslavien und Rumänien ein­heitlich auszurüsten. Das Ausrüstungsmaterial wird in der Tschechoslowakei hergestellt werden. Die Entstehung dieser kleinen neuen Militärmacht wird hi« mit der gdoßen Spannung zwischen Italien und Jugoslawien begründet. (In Wirklichkeit han­delt es sich um Sicherung gegen deutsch-russische Eventualiräten.)

Frantre'ch gegen eine BSlkerbundaftion.

Paris, 28. Jan. Im Quat d'Orsay wird «- klärt, datz Frankreich eine Erörterung d« Reva- raiionsfrage durch den Völk«vundsrat unt« den gegenwärtigen Umständen keinesfalls zulassen kann. Man gibt zu versteden, daß die ftanzösiscve Regierung durchaus nicht grundsätzlich gegen eine Reparations- dcbatte im Tiöllnbund ist, ober diese Debatte augen­blicklich für unannebmbar halte. Sollte d« Völker- bundsrat gegen Frankreich stimmen und auf einer derartigen Debatte bestehen, so würde Frankreich sich soso« zurückziehen.

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Die Effektivstärke der französischen Armee.

Paris, 27. Ian. Nach dem Kammerbeschluß wirb die Effettivstärke der französischen Armee für das Jahr 1923 630 000 Mann betragen.

$« Gral iet Ent

Die Lage im Rul,rg biet ist jetzt in das Stadium bei Stellungskrieges getreten. Nachdem die Franzosen an dem bewundnnswerten Widerstand d« waffenlosen deut­schen Arbeit« und Unternehm« gescheitert find, richten sie ihre neue Taktik darauf ein, sich zuinstallieren". Mr sind also in b« zwecken Etappe. Die Franzosen wr« suchen auf eigene Faust zurechtzukommen. Mit BewaÜ haben fie in die Stellwerke bei den Eisenbahnen an­gegriffen. Sie militarisieren vollständig den Eisenbahn­betrieb. Die Zollinie wick militärisch zu schaffe» wt* sucht. Man muß sich darauf gefaßt machen, daß die Franzosen mit großer Zähigkeit ihr Ziel weiter »«folgen. Sie richten sich auf lange Dauerei n. Wie im Welt­krieg, so sind wir tatsächlich in einen Stellungskrieg gekommen und nun handelt ei sich darum, wer am längsten anszuhalten vermag.

Der Kampf, ders ich im Ruhrgebiet und um das Ruhr­gebiet abspielt, ist ein Kampf auf Leben und Tod. Die augenblickliche Lage ist so ernst und schwer, wie fie in Wahrheit seit Kriegsende noch nicht gewesen ist. Die begeisterte Entschlossenheit bei Volkes d«f uns keinen Augenblick dazu verketten, bte ungeheuren Gefahren gering zu schätzen, die jetzt erst an uns herantreten. Es kann unsere Entschlußkraft nur stärken, wenn wir uns Nar machen, welches uns« Los fein wick, wenn wir jetzt vor- zeitig die Nerven vmlieren. Wir würven dann eben alles Untieren: Unsere politische Einheit, unsere nationale und wirtschaftliche Existenz!

Poincarä läßt die Katze aus dem Sack, Er spricht in sein« letzten Note ausdrücklich von denOkkupations- behöcken", denen diese ausgewiesenen deutschen Beam­ten ihre Unterstützung * versagt hätten. Damit wick zugegeben, daß bas Ruhrgebiet das Ziel der Eroberung mit Waffengewalt ist, und daß bte Franzosen dieses Gebiet alserobert" behandeln wollen. Die Bestellung eines General-Gouverneur» üb« das Ruhrgebiet zerstreut auch die letzten Zweifel über den Charatter dieserfriedlichen" Attien. Ab« hinter den ftanzösischen Politikern von henk steht, darüber kann man sich ebenfalls nicht täuschen, -um mindesten 80 bis 90 Prozent des fran­zösischen Volke». Was ans andere Weise bis jetzt nicht möglich war, das soll nun über daS Ruhrgebiet er­folgen: Zerschlagung der Reichsenheit durch die Waffe des Wirtschaftskrieges I Dazu soll d« Zollabsperrnng dienen und die Berwirllichung eines schon früher gehegten Planes bezüglich der Einführung einer neuen Währung. Die französischen Blätter berichten, daß die neuen Zah­lungsmittel bereits gedruckt und geprägt sind.

Die Schaffung eines Zollgebietes inmitten des Reichs- körpers würde, wenn t*r Plan sich durchführen läßt, in der Tat das Reich und seine Geschlossenheit zerschlagen. Nach bm Ruhrgebiet würde nach dem Plane d« Fran­zosen bas Rheinland einer derartigen Zollabsperrnng unterworfen werden. Auf btt Basis der militärischen und wirtschaftlichen Herrschaft Frankreichs üb« Rhein­land und Ruhrgebiet würbe bte französische Politik und Wirtschaft in der Tat in der Lage fein, schier unbestritten das ohnmächtige, zerriffene Deutschland in ihre Gewalt zu bekommen. Man würde aus dem Deutschen Reiche einen neuen Balkan machen. Das ist Sinn und Ziel dieses gegenwärtigen Kampfes, in dem uns niemand beisteht, den wir ganz allein ausführen müssen. Es hick' krinen Zweck, die freilich berechttgte Frage aufzuwerfen, wo denn die übrigen Vertragsmächte blieben. In Eng­land wie in Amerika herrscht die nüchterne, reale, ge­schäftsmäßig-kühle und fast brutale Auffassung, nuna5- zuwarten", bis man sieht, auf welche Seite der Erfolg sich neigt. Mit Menschlich kett und Rechtlichkett hat eine derartige Haltung nicht viel zu tun. Sie ist diktiert von sehr egoistischen Interessen. Aber erstaunlich ist es doch» daß die ganze Well diesem müüärischen Abenteuer der Franzosen zusiehL Als der deutsche Einmarsch sich seiner- zett in Belgien vollzog, da wandten sich nicht nur in Worten, sondern auch in Taten die Sympathien der ganzen Welt diesem Laude zu. Nun aber, da das wehr­lose Ruhrgebiet und seine frickliebende arbeitsame Be» oölkerung einem gewalttätigen Einbruch ausgesetzt wick, oa vernehmen wir nichts vodt solcher Sympathie. Es ist wie im Kriege: Mr sind aus uns allein gestellt! Es lieht alles, wirkllch alles, auf dem Spiel!

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Die Reparation: Immission hat auf den Antrag Frankreichs bei Stimmenthaltung des englischen Ber-. tteters beschlossen, daß nunmehr das London« Zahlungs-^ Ultimatum vom 5. Mai 1921 wieder in Kraft tritt DaS' . csucben der Reichsregierung vom 14. November 1922 auf Gewährung eine» Moratoriums wucke als hinfällig^ erklärt, well Deutschlandin zwischen die Sachlieserungen, an Frankreich und Belgien eingestellt, infolgedessen sich vom Vertrag gelöst habe. Außerdem hat. um ganz reine Bahn zu machen, die Reyaratto ns Kommission eine®ete- ral-Verfehlung" Deutschlands festgestelli. Gleichzettig wurde beschlossen, Deutschland diese Lage zu eröffnen und es aufzufordern, am 31. Januar den fälligen Bettag von öOO Millionen Eoldmark zu zahlen.

Man kann diesenB schluß" nur als einen groben Untua betrachten. Bon Deutschland fünfhundert Millio­nen Goldmark, das sind, sage und schreibe, drei Bil.ioaeu Lapiermark, zu verlangen, wäre dasselbe, als wenn man _>om Mond verlangen woltte, er solle Golostücke auf die Erde werfen. Was fetzt die Reparationskvmmission deschiosscnh aj. iste in Unsinn, der zur lächerlichen Storni- die wird, denn die Entente hat oft genug im Lause der letzten Jahre den vollständigen Widersinn und die gänp- Uche Undurchführbar kett des Seubancc Zabllut-splant IN'