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Anrüiches VerAndigungsblatt des Kreises Marburg. k
Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhefsei
Tie „OderheMsche Zeitung' erscheint lechsuial wöchentlich. — Bezugsoreir monatlich 800 Mk. mit Zustellungsgebühr. Für ausiallende Nummern infolge Streiks oder Jir. 19 elementarer Ereignisse kein Triais. — Beriag von Dr. L. Hitzeroth. — Druck der / * Univ^Buchdruckerei von Jod. Sag. Koch, Markt 21.23. — Fernsprecher 55, Post, scheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.
Marburg MÄU, tat 23.3mor Hantnng.
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Deutsche Abwehr im Ruhrgebiet.
Ment MtllNSk».
Mainz 22. Jan. Der Vorstand beS hiesigen Hauptsteueramts, Oberregierungsrat Dr. Alfred Of- stnböcher, ist ani Samstag abend durch die Be- sntzungöbehSrde festgenommen und seiner Familie ist mitgcteilt worden, daß die Wohnung innerhalb von Vier Tagen $« räumen fei.
Auch die beiden Oberzollinspektoren Witzner und tzorn stnd von der BesatzungsbehSrde festgenommcn werden.
Wiesbaden, 22. Jan. Oberregierungsrat Spieß, der nach der Ausweisung drS stellvertretenden Kegierungsprästdenlen Reedern dessen Geschäfte wahr- nahm, ist soeben von den Franzosen ausgewiescu worden, weil er sich geweigert hat, die ans Anweisung der preußische« Staatsrcgieruug ergangene Verfügung an die Forstbeamren, nur der preußischen Regierung Folge r» leisten, zu widerrufen. Die Geschäfte deS «cgirrungspräsidenten werden jetzt von dem Ober- rrgierungsrat v. Wedel wahrgenommen.
Essen, 22. Jan. Die Lage hat sich im allgemeinen nicht verändert. Je nach der persönlichen Laune des örtlichen Befehlshabers der Befarmngstruppen wird scharf oder weniger scharf vorgegangen. Dir Kohlenzüge nach dem unbesetzten Deutschland sind ohne Schwierigkeiten durchgekommen. Nur in Dortmund hat man schwere Eingriffe in das Verkehrs- lcken norgenommen. Der Oberbahnhofsvorsteher und sein Stellvertreter wurden verhaftet, das Telegraphen. ICro militärisch besetzt und die Lokomotiven beschkag- nahnit. Als daraufhin Beamte und Angestellte die Arbeit niederlegten, machten die Franzosen den verbrecherischen Versuch, die Züge mit eigenem Personal «üzulasien. So wurde ein Zug nach Essen auf den Äka gebracht, der alle Signale Nberfuhr und nut durch ein Wunder nicht selwrreS vnhr l anrichk i e. Der Zug wurde schließlich in Esien angchalten. Tie Folgen des Dortmunder Streiks machen sich überall bemerkbar. Es läßt sich no chnicht übersehen, wie die Dinge sich weiter gestalten werden.
Köln a. Rh., 22. Jan. Präsident Hähiln vo» kanzeiiancr vom Landcsfinanzamt Köln hat, wie bc- krlis gemeldet, den Ausweisungsbeschl erhalten. Wie mi» mitnrtcUt wird, leistet er. entsprechend de« An- rrdnttngcn der deutschen Regierung diesem Answei- siiaaSticfchl keine Folge; infolgedessen ist mit seiner Verhaftung zu rechnen. Henle vormittag hatten sich Angehörige des Deutschen BeaintenbiindeS und der Gewerkschaft der Beamten und Angestellten und eine zroste Menschenmenge vor dem Landcsfincmzamt versammelt, um dem Präsidenten Ovationen darzubriu- m. Zwischenfälle sind nicht vorgekommrn.
MtzLMüMikMiS.
Mainz, 22. Jan. Als Tag der kriegsgerichtlichen Berhandlung gegen die von de« Franzosew lcttgenommenen Industriellen des Ruhrgebiets ist Muimehr der kommende Mittwoch (morgen), be- btinmt worden. Die Verhandlung beginnt um 9 Uhr »ormiltags. Gegen die Herren Dr. Schlutius und Aaisfeisen ist der Verhandlungstcrmin noch nicht an- öesetzt, da die Akten noch nicht eingetroffrn seien.
Mainz, 23. Jan. Der Verteidiger der verhafteten Bergwerksindustrieven «nd Werkleiter. Rechtsanwalt Erimm-Effen, der zurzeit hier weilt, hat rin Rechtsgutachte« über die durch die Besetzung bes Ruhrkohlengebiet» durch Frankreich und Bel- zien geschaffene Rechtslage ausgearbeitet, auf das er sich bei der kriegsgerichtliche» Berhandlung zu stützen gedenkt. Dr. Grimm untersucht darin ein- Srhend im Zusammenhang mit der Ruhrbesetzung hie für die Zechenverwaltungen hauptsächlich sich »gebenden zwei Rechtsfragen nach der Berechti- pkng der Eachrequifitione» und der Personalrequi- Äionen oder der Heranziehung z« Dienstleistungen.
Grund dieser Untersuchung kommt der Bertei- higer in seinem Rechtsgutachte» zu dem Ergebnis, M weder nach dem geltenden Völkerrecht, noch nach ^1» Friedensvertrag, dem Waffrnftillstandsver- Erag, dem Rheinlandabkommen und den dieses er- länzenden Anordnungen, noch «ach dem franzö- hsthen Landesrecht die rechtliche Möglichkeit für Frankreich und Belgien besteht, die im Ru'rgebiet vorhandenen und noch zu gewinnenden Mengen ®°» Kohlen, Kols und sonstigen Brennstoffen oder Nr die Bergwerke selbst gegen den Wille» ihrer Eigentümer u»d der deutschen Regierung zu beschlagnahmen, wegzunehmen «nd nach Frankreich •btt Belgien umzuleiten oder sonstwie an sich zu hringen, daß Frankreich und Belgien ferner nicht *tf»6t find, den deutschen Zechenverwaltungen oder überhaupt irgendeinem deutschen Stoatsangehöri- B» Befehl zu geben, entgegen den Befehle» drr •rutschen Regierung Kohlen oder Koks oder sonstige Brennstoffe an Frankreich oder Belgien zu liefern **b datz endlich kein deutscher Staat^angehör'rocr •« sich weigert, einem solche» Befehle ncchzukcm- '*•», hierzu gezwungen oder für seine Weiacrung ^»frechtlich zur Verantwortung gezogen werden
M»er Diebstahl.
Ludwigshafen, 52. Jan. Heute vormittag wurde ein Mitarbeiter der Badischen Anilin- und Sodafabrik, der Gelder zur Lohnzahlung in der hiesigen ReichSbauk-Nebenstelle erhoben hatte, von der französischen Behörde angehalten und mit dem Geld z»r Kontrollftelle gebracht. Schon in voriger Woche war der gleiche Vorgang zu verzeichnen. Das Geld wurde aber wieder freigegeben. Ueber die Freigabe deS beschlagnahmten Geldes wird gernve zwischen Beamten der Anilinkabrik und den Franzosen verban
Mainz, 23. Jan. Die Abordnung der Arbeiter und Angestellten von Tbysien, der Esiener Steinkohlen-Brrgwerks-A.-8. und des Esiener Bergwerksvereins König Wilhelm, die etwas mehr als 96 000 Arbeiter und Angestellte vertritt, war gestern in Mainz anwesend, um beim General Dc- goutte gegen die Verhaftung ihrer Werlletter und Direktoren zu protestieren und die sofortige Freilassung zu verlangen. Da General Degutte abwesend war, wurde die Abordnung vom General
schärfsten und feierlichsten Protest ein gegen die un-
sämtliche Einnahmen aus den Eemeindewaldun-zen
Leiter anderer Werke. Sie erwarten daher auf das Bestimmteste die sofortige Freilasiung sämtlicher
ltabschef Generalmafor Senavre empfangen und überreichte diesem die nachstehende Erklärung, die in einer anschliehenden Besprechung von den verschiedenen Mitaliedrrn der Kommission »och besonder» nachdrücklich unterstützt wurde;
Die Beauftragten der Betriebsräte.
(folgen die Unterschriften.)
Der Eeneralstabschef erklärte der Abordnung, Last General Degoutte in Düsieldorf und daher für sie nicht zu spreche» sei. Die Abordnung verlangte aber ans irgend eine Art und Weise mit dem General zu verbandeln, worauf sich die französischen Vertreter mit Degoutte in Düsieldorf in Verbindung setzten und der Abordnung nach einer kurzen Pause erwiderten, das? General Degoutte für sie nicht z« sprechen sei. Sie sollten sich an die Aus- fibtunoen -es Generals Simon halten. (Gemeint ist die bereits gemeldete Erklärung, die General Simon der Abordnung der Thysiemoerke in Düsiel- dsrf obee^ebfn hatte.) Auf eine nochmalige An- fange, ob es nicht möglich fei, General Degoutte doch noch zu sprechen, erklärte der Eeneralstabschef: „Ge-
forsten im besetzten Gebiet wollen die Franzosen s eigene Forstämter errichten. Von der französische» ‘ Besatzuna.sbe"örde sind auf der iegenannte» Dom- Dekanei in Sxencr mehrere Räume für die Einrichtung eines französischen Forstamtes beschlagnahmt werten.
Der englische Vertreter in der interalliierte» RöeinlanLkomission hat gegen die von den Franzosen und Belgiern verfügte Tnrchfüüruug der Sanktionen im Rheinland -eine TinmendnnA-n erhoben. Tie Verordnung wird daber durch die Franzosen und Skfaicr alsbald auch in der eng- ischen Zo»e durchgeführt.
Ern Verbot des landwirtschaftlichen Ministers.
Berlin, 22. Za«. Der preußische Minister
Frankfurt«. M, 22.‘ Jan. Die französische Gefangensetzung ihrer
Besatzungbehörde beschlöo"atmte, wir de» .Frank- ^-"den Personltckkerte» oder Berawerksdwektoren furter Nachrichten« aus Wiesbaden nemelbet wird,'^e auch gegen das gleiche Vorgehen gegen d.e
freit. Der hiesig:» Reichsbanknebenllelle ift der Befehl erteilt worden, keine Gober mehr an die Reichsbanknebenstelle der Pfalz abzngeben.
Das Gebäude der Bank «ebr. Röchling, da« in der Nähe der Rheinbrücke gelegen ist, wurde für ein Zollamt der ftmt»Oftfeben Skheinzollverwaltung beschlagnahmt. Der Betrieb mutzte nach Mannheim t Die unterzeichneten Beauftragten der Betriebs- ™ b‘e röte der Thyssenwerke, der Essener Steinkohlen-
errichten 3 “S 3 4 Berowerks-A.-G. und des Esiener «ergwerksver-
~ m . r. . . K . . - eins legen hiermit im Namen der von ihnen »er«
jur »WgMgWe srr ws« uns AMM- tretene» Arbeiter und Angestellten dringendsten,
der im besetzten Gebiet aelcqeneu Taunu-orte. In , - ■ . -
den Waldungen Wichten sämtliche HolznÄagarLeiten ""steten Herren und »suchen^ zur Kennt»» zu eingestellt werden. Ferner wurden die Abtrans- “ k TS ”-??1
porte der bereits bei den Versteigerungen gekauften °“s*eJ ^terfullung ,hres Ke uch, enfae.^n- und bezahlten H-lzmengen gesperrt. Zur Dukck-tt RUf We ^on^e Be
rührung der durch die RKeinlandkommisston vor- J ® c- e zu u fa en. fügten Beschlagnahme der Staats- »nd Gemeinde
der Landwirtschaft, Domänen und Forsten bat auf die Nachricht von der Beschlagnahme der Staat-.
»eral Degoutte hat seine Anweisung getroffen; daran ist «tchts meLr zu ändern."
Waldungen im besetzten Gebiet des Rbeinlandes durch die französischen und befaisthen Machthaber folgende Weisung an die zuständigen örtlichen Stellen gerichtet: E, verbleibt für alle Beamten bei dem Verbot der Mitwirkung bei der als Reparationsleistung au.geführten Holzlieferungen. Zn demselben Sinne sind die R.gicrungLpräsidenten auch hinsichtlich der unter staatlicher An sacht ste enden gleichfalls beschlagnahmten EomeinLefsrften im Einvernehmen des Bitnisters des Innern angewiesen worden.
Wie «sv die ZeMes MM!
Berlin, 22. Zan. Auf den Protest, der bei der franzöfische» Regierung wegen Ser Tötung dos Sohnes des Lokomo.ivfLhrers Birve in Bochum erhoben worden ist, hat Herr Poincar«- dem deutschen Eeschästkträxer in Varis geantwortet: Zch beehre mich, den Empfang Ihres Schreibens vom 20. d. Al. zu bestätige«, das sich auf den Zwischenfall in Bochum am 15. Januar bezog. Ich benutze diese Gelegenheit, um I^nen in Erinnerung zu bringen, datz entsprechend den allgemein aner-annte» Regeln jede Handlung, die die Sicherheit der auf dem rechte« R ci-infer die interalliierte Ingenienrksinmis- fion begleitenden Truppen gefährdet oder icSer Versuch einer so'»l-en Gefährdung nachsichtslos unterdrückt werden wird.
Anmerkung des W.T.B.: Das ist alles, was die französische Reoiernna auf den deutschen Protest wegen der Bochnmer Bluttat zu erwidern weist. Es wird nicht einmal der Versuch gemacht, das Vorgehen der französischen Soldaten, die blindlings mit Maschinengewehren in die Menschenansammlung kineingeschossen haben, sachlich zu rechtfcrtiaen. Das ist allerdings verständlich, denn die französisÄe Regierung hätte zum Nachweis der angeblichen Gefährdung ihrer Truppen nichts anderes anführen können al - die Tatsache, datz von der Ansammlung patristis.^e Li-der gesungen wurden.
W Mmk.
»er»in. 22. Ian. Wie die Blätter auS Esien melven, vewätzrt siel, da? Snftem der passiven Rcsi- ftr»,; mehr »nd mehr. Die Abwehr der französischen Gewattakie fft garn planmätzig oraanisiert. Beamte, ?tt!geskellie und Arbeiter gehen Hand m Hand vor. Die Organisationen und Behörden stehen geschloffen Vmter icbrm Einzelnen. Gegenüber der französischen Vergewaltigung hören alle Parteiunterschiede auf. Die Arbeiter erklärten In Gesprächen: DaS, was nie. manb fortiabrachie, haben die Franzosen erreicht: die Zerfleischung der Arbeiterschaft im Ruhrgebiet hat aufachört.
Die Unsicherheit unter den Franzosen wächst in- folgedenen immer mehr. Die Ingenienrkommissto«» ist so gut wie ganz lalimgeiegt. Rur Militärs treten noch akttv auf. aber auch sie msisien Schritt für Schritt vor dem geschloffenen Widerstand dez deutschen Ruhrgebiets znrükkweichen.
Rach einer Erklärung beS ReichSkuhlenkommisiaeS waren laut „B. T." die ; fuhren von Kohle ins un- besettle Gebiet am Samstag und Sonnmg stärker als ie iw Dezember und Januar bisher. Die Einstellung der Reyarationsliefernnnen an Frankreich und Belgien hatte also in dieser Beziehung sehr günstige Wir- itmgea.
Rach einer Nachricht des ..B. T." aus Recklinghausen ruht auf den fiskalischen Zechen der Betrieb seit heute vormittag vollständig. Die Bergarbeiter find -war heute früh auf den Arbeitsstellen erschienen und auch eingefahrrn, doch wird weder in den Grtrbcn noch nn de„ Matchii.en gearbeitet. DaS ,.B. T." hört weiter, dast die franzSs-fch; BetaNung von den ftoat- Uchen Gruben zurückgezogen- wurde.
Ein lleberetnkommsn mit der französischen Be- satzungsbeeörde in Dortmund.
Bochum, ?2 "-'n. Der Betrieb-rot des Bahnhofs "s- hat mit der französischen
Besatznngsbe^örde ?o ecnocs vereinbart:
1. Kein franzöfischer Poste,i darf mehr auf beni Stellwerk sein.
2. Die französische Wache am Valnhof wird auch weiterhin geduldet wegen des Empfangs von Lebensrnitteln.
3. Das Aufpflanzen vs» Sertengewehrrn «nf den Gewehren ist verböte«.
4. Französische Truppentransporte werden nicht ausgeladen.
s. Kohlenzüge «erden nicht umgeleitet.
6. Es darf keine Verhaftung höherer Beamten erfolgen.
Nachdem dies« Vereinbarung getroffen worden war, wird der Betrieb auf dem Bahnhof Dortmund. Süd im Laufe des heutigen vormittags wieder ausgenommen.
sine $toWk.
Halle, 22. Jan. Der Haupivorstand des Reichs- Verbandes deutscher Bergbauangestellte» (Sitz Esien) bat einstimmig folgende Entststlietzung gefatzt, worin der Rechtsbruch tm Ruhrgebiet aufs schärfste verur» teilt und He Ueberzeugung ausgesprochen wird, datz die Abwehr der feindlichen Gewalt nur Erfolg verspricht. wenn ste getragen wird vom solldarischent disziplinierten Gemeinschaftswillen aller am Bergban beteiligten Kreise. Der Hauptvorstand erwartet vo« der Reichsregierung die unverzü liche Zusannnenbe- rnfung aller zur Aufstellung von einheittichen Richt, linien für die notwendigen Maßnahme». Er steht voraus, datz der Abwehrkampf im Ruhegebiet den im Bergbau Beschäftigten schwere Opfer auferlege« wird, da schon heute der Feind dazu übergeht, aufrecht« Männer um Heimat Lohn und Arbeit zu bringe». Er betrachtet eS als ei« Gebot der Ehre mW Solidarität, die Opfer der leitwlichen Gewaltpollttk vor Untergang zu bewahren. Der Reichsverband fei für bew Fall unzureichender staatlicher Hilfe zu tätige, Soll- darität bereit und werde für diesen Fall feine Mit- «fieber verpflichten, einen bestimmten Prozentsatz be< Einkommens für diesen Zweck zur Berfügmtg zu stelle«. Wen« die feindliche« Maßnahmen die scho« vorhandene Kotzlenknappheit zu einer Kohlennot steter«, ist der ReichSverband deutscher Bergvauange- stellte« bereit, die zur Inganghaltung unserer BolkS- tvirtschast nötige« Ueberschichten zu verfahre«. D« Reichsverband ist darüber hinaus bereit, unter Bo» auSsetzung der gleichen Bereitwilligkeit der Arbeit, ncter den Ertrag vieler Ueberschichten für die Milde» ntng der Not im Ruhrgebiet zur Verfügung zu stelle«. Er erklärt sich mich Bereit, in der GewerkschaftSbe- wegung jetzt alles zurückzustellen, was der einBeit« lichen Kräftentfaltung hinderlich ist und erwartet, da» auch dje übrigen Gewerkschaften und die Arbeit ebe» verbände den Grundsatz vom Recht und der Freiheit verwirklichen.
Berlin, ?2. Jan. Die unterzeichneten Gewerkschaften richteten an bie deutschen Brüder im Rnbr- s.-biet solg'nden Ausruf:
Die unterzeichneten Vorstände der Gewerkschalle» Deutschlands erklären ibr voller Einverständnis mit den Abwebrmaßnahmen der bedrängten Arbeiter, Angestellten unb Beamten in den besetzten Gebieten. Wir hiil'qen ausdrücklich noch die von den Bergarbeiterver- r'.'^en ausgestellten Forderungen, insbesondere nach so- trrtigrr Freigabe der Bergwerke und Zurückziehung der »rauzösisckttn und belgischen Soldaten von den ArbellS- ^ätten, ferner auf Freigabe der völkerrechtswidrig ver» bafttten Werkleiter und Beamten. Wir fordern He gesamte Arbeitnehmerschait auf, an diesen Forderungen sestzuhalten und nicht nachzulassen in ihrem Widerstand gegen j<Hen störenden Eingriff der feindlichen Militär- mähte in das deutsche Wirtschaftsleben. Im Name» aller Angestellten und Beamten im ganzen Reich und — so glauben wir — mit Zustimmung des ganzen deutschen Bolles, sichern wir den deutschen Brüdern im Ruhrgebiet in ihrem gefahrvollen Kampfe nachhaltigste Unterstützung zu.
Mlcem. Deutscher Gewerkschaftsbund, Allgrm. Freier An- gestelltenbnnd. Deutscher Gewerkschaftsbund, Gewerk- schaftsring Deutscher Arbeiter, Angestellten- und St* amtenverbände, Deutscher Beamtenbund.
Str tnWt Sem-Wil.
Essen, 22. Ian. Folgende Zechenbolegschasten, deren Leite, verhaftet worden sind, befinde» sich utr Zeit im Ausstand: Aus der Zeche ^Bonifazius" legt die Beleafchaft die Arbeit nieder. Die Zeche „Dahlbnsch" beschloh einen 3Kst»ndigen Proteststreik. Auf der Zeche ^Friedrich Thyssen" Nr. 3 ist die Be- legschaft ausständig. Ans der Zeche .Bönsbcrcshos- streitt ein Teil der Belegschast. Aus den Zeche» „Viktoria", „Katharina" und „Herkules", die bet Essener Steinkof>lenbergwerks-A.-E. gehören ist die Norgenschicht nicht angefahrc». Auch die Beamtenschaft des Zentralbüros der Essener Steinkohlenbergwerke hat bie Arbeit nicht wieder ausgenommen.
Parts. 22. Ion. Um Mitternacht drahtete bet Ssnverberlch'erstatter bes „Oeuvre" auS Esten: Die Konferenz der Beraarbeiter bat für morgen be« .Streik mit verschränkten Armen", alko ben passive« Mberfianb. beschlossen. Diese Entscheidung Ift ein- stnumlg getroffen worben. Die Schmierigkeiten verdoppeln sich. Der Kamps ist allgemein geworden. Jetzt heißt e8: Durckih-ttttm!
Berlin. 22. Jan. Auf Einladung des Reick»- kcnzlerö begeben sich den Blättern zufolge morgen» nochmitrag die Bcr.reier fämi.'icher Gewrrkschatten «nb Beawre, verband: zmn Roichstimztir Cn«o zweck» weiterer Besprechung der durch die Besetzung fee»