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Die Gewalthaber im Ruhrgebiet

Bevölkerung, 4. Zurückziehung der Truppen an« mt-

»rl'racht worden waren, find zur kriegsgerichtlichen

scheu Beamten etwas erzielen wolle.

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Höchst n. Main, 20. Jan.

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wüste man ihnen »höheren Gewalt"

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Mahnungen nicht gehört, Kohlenförderung nicht zu Wirtschaftslebens wären friedliche Bevölkerung des entschieden ab, unter den Soldaten zu arbeiten.

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die offiziellen Entschuldigungen tatsächlich beiseite schieben.

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rte »Oderhessiiche Zeitung ericheint iechrmat wöchentlich. Bezugspreis monatlich 800 Mk. mit Zustellungsgeb »ihr. Für ausfallende Nummern infolge Streits oder elementarer Lreignisje lei» Eriatz. Verlag von Dr. L. Hiperoth. Druck der llaiv^Buchdruckerei von Jod. Lug. stoch, Markt 21,23. lvernjprecher 55, Post­scheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankiurt a. Main.

es sich nicht um eine verwaltungsmäßige Handlung, son­dern um eine auf dem Belagerungszustand beruhende Maßnahme handle.

Sämtliche Banken in Essen sind geschlossen. Di« Ange­stellten haben erklärt, unter dem Druck der Bajonett- mcht zu arbeiten. In Sinson wurde das Stellwerk durch Maschinengewehre besetzt. Infolgedessen hat sich das Personal geweigert, den Drnst auszuführen.

Essen, 20. Jan. Im Gebäude der Reichsbank befindet sich ein französisches Militär. Die Retchs- bankbeamten erklärten infolgedessen, daß sie, solange eine Bewachung innerhalb des Gebäudes stattfindct, nicht arbeiten werden. Die Essener Pnvatbanken er­klärten sich mit der ReichSbank solidarisch und schlos­sen ihre Kassen und übrigen Geschäftsräume. Die Stadtverwaltung wird an die BrsatzungSbehörde wo- gen des Vorgehens gegen die Reichsbanr ein Protest­schreiben gelange« lassen.

Marburg MM, dra 22.3mot Hartung.

einen Ball veranstaltet. Wegen der inzwischen er­folgten Besetzung des RuhrrevierS und wegen der für diesen Sonntag tat Aussicht genommenen Kundgebung der Trauer war der Ball abgesagt worden. Darauf­hin wurde der Borsibende des Ruderklubs vor den Ortskommandanten befohlen und ihm von diesem er­öffnet, der Ball habe auf irden Fall stattzusinden und zwar solle nicht bis zur BolizeiMnde, sondern bis 5

Uhr morgens getanzt werden, der Borsitzende solle für sorgen: geschehe es nicht, so werde er auS dem fetzten Gebiet ausgewiesen werden.

WrQMfi Ser IergarbeiteroerlMt.

denken. Störungen de» dann unvermeidbar. Die Ruhrgebiet- lehnt eS gank Bajonetten fremdländische»

AnUliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg

Anzeiger für (das früher kurhefsifchej OberheffeW

Essen, 20. Jan Bon den Brrgarctrerverbän- den ceht uns folgende Erklärung zu:

In den letzten Wochen ist das Ruhrrevier von star­ken f.anrösischen und belgischen Verbänden mit Pa>». zerautomobilen. Ranonen, Maschinengewehren und sonstigen militärischen Ausrüstungen kriegsmäßig überzogen worden. Die militärische Besatzungtzbe- lwrde hat bereits gewaltfmn in den Gang des Wirt­schaftslebens eingegrisfen: die Kohlenbergwerke wur­den zum Teil beschlagnahmt und mit Truppen besetzt. Ausserdem wurde eine Anzahl Werkleiter gind Be­amter verhaktet, sowie die Sicherheit der Bevölkerung auf» »ntzerste ge'äbrdet. SS sind bereits friedliebende Bürger erschossen worden. Wir protestieren deshalb ganz energisch gegen den widerrechtlichen Einmarsch der französischen und belgischen Truppen In das Nuürrevier. 2. gegen jeden Eingriff betriebsfremder Elemente in den Bergwerksbetrieb und die verwal- t,mg, 3. gegen die militärische Besetmng der Berg­werke und Unterbringung von militärischen Kom­mando« auf de» ßeften. 4. gegen die Verhaftung von Werklettern und Beamten, 5. gegen die Erschiessung von friedlichen Bürgern.

thn die Ruhe und Ordnung im Ruhrgebiet wieder herznstellen, verlangen wir: 1. sofortige Freigabe bet Bergwerke uns Zurückziehung bet Soldaten von den Zeche», 2. Freilassung bet Werkleiter und Beamten, 3, Sicherheit sSr Lebe« und Eigentum der friedliche«

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Bergwerke und für die allgemeine Rechnungsfüh­rung. Eine zweite Verordnung bestimmt Näheres über die Verwaltung der Zölle und über die Ein­fuhr und Ausfuhr im besetzten Gebiet. Durch diese Verordnung werden unter Straf« gestellt alle Biatz- nahmen, die darauf a^iehen, die Zahlung der Ab­gaben für Waren, die für das besetzte Gebiet be­stimmt sind oder ausgeführt werden sollen, im un­besetzten Deutschland durchzufiihren, ebenso auch jeder Versuch, die Zuständigkeit des Emser Amtes auszuschalten. Zu diesem Zweck wird im Osten des besetzten Gebietes, der besetzten rheinischen Gebiete und des zur Zeit mititärijch besetzt^ Ruhrgebiets eine KsntroNinie errichtet. Zölle sollen in dieser Linie nicht erhoben werden.

Keine Zahlung von Zöllen, Kohlensteuer und Aus­fuhrabgaben an die Franzosen und Belgier.

Berlin, 20. Jan. Bekanntmachung des Reichsfinanzministers. Unter Verletzung des Rheinlandab ommens will die Rheinlandkommij- si»n, Anweisungen gehorchend, die, wie sie betont, gewisie Oberkommiffare von ihren Regierungen empfangen haben, die Deutschland zustehenden Zölle, die deutsche Kollensteuer und die deutsche» Ausfuhrabraben in die Kassen des Auslandes leiten. Diese Anordnungen sind rechtsunwirksam. Tie deutschen Beamten werden Zahlungen, die Deutschland entzogen und frentden Mächten zu- gefuhrt werden sollen, nicht entgegennehmcn. An die Kasten des besetzten Gebietes ist daher nur zu zahlen, solange die deutschen Beamten sich bereit erklären, Zahlungen für deutsche Rechnung e»t- gegenzuuehme». Wird die Annahme verweigert, jo befreit nur noch die ZaUuxg an deutsche Kaste» im unbesetzten Gebiet von der Steuerschuld. Es wird von der Bevölkerung erwartet, Last sie nicht durch ZaAungen von Zöllen, von Kohlensteuer »der von Au fubradgaben tut fremde Beamte und an die fremder Gewalt unterworfenen Kasten den Willen und die Macht derer stärkt, die Deutschland vernichten wollen.

$ei|*it lkwiMll SMttmWdg.

Paris, 20. Jan. DirJournöe Inimsiriellc" schreibt: Wenn btt Dinge im Ruhrgebiet sich wie bis­her entwickeln, bann wirb man zu nichts geringerem «e'angen als zur Ersetzung bes benifchen Staats in den besetzten Gebieten bntch ben französischen Sinai. Dadurch wirb bau tragikomischen (!) Widerspruch ein Ende Bereuet wonach die Beamten des besetzten Gebiets ber beutschen Regierung unterstellt und ihr verantwortlich bleiben, aber gleichzeitig von den Franzose» gezwungen werben, bie Besetzte ihrer Re­gierung nicht zu befolgen. Wenn man von ben deul-

ferem friedlichen Arbeitsgebiet.

Wir erwarten, dass die Besatzungsbehörde den de- *3»ten Forderungen Folge leistet. Werden unsere dann ist an eine geregelte

Paris, 20. Ian. Nach dem Sonderbericht- erstatter der Havas-Agentur in Diistelvorf hat Ge­neral Degoutte an die Direktoren der Reuhsbank- stellen des nen besetzten Gebiets die Mitteilung ge­richtet, dah unter dem Belagerungszustand und wegen der Beschlagnahme der Koi^ensteuer und der Zolleinnahmen sie persönlich haftbar gemacht wur­den für die in ihren Kassen befindlichen Gelder. Alle Dokumente seien ebenfalls unter V«e persön­liche Verantwortlichkeit gestellt. Die Reichsbank- stellen hätten unverzüglich ihre normale Tätigkeit wieder aufzunehmen. Sobald dieser Befehl a»s- geführt sei, werde die militärische Waffe zurück­gezogen werden.

6emal!!nme AranWnMw«.

Varis, 20. Jan. Wie dasEcho de Paris" mit* teilt, ordnete im Namen der interalliierten Kommission der 'mnzösische Delegierte Tirard an, daß die ausländischen Devisen, die sich augenblicklich im besetzten Gebiet besin- Ben. unter keinen Umständen ausgeführt werben dürfen: es sei beispielsweise auch untersagt, sic der Reichs bank in Berlin zu übermitteln. Der d« .scheu Regierung ist also, nach dem Blatt, praktisch die Erhebung einer 26pro;eu- tigen Ausfuhrstcuer in Westdeutschland unmöglich gemacht Das Blatt glaubt aber nicht, daß Frankreich entschlossen sei, sich dieser Devisen zu bemächtigen. DaSEcho de Paris" will ferner wissen, daß der Bvrrat an Papiergeld im Ruhrgebiet so groß sei, daß er noch für einige Wochen genüg-, daß es als» vorerst noch nicht notwendig wäre, zur Währunosfrage Stellung zu nehmen.

KslzbeWrgnaW-.

Idstein L T., 21. Jan. Die französische Be­hörde hat die sämtlichen Einnahmen aus den Gc- melnbcumtagen bet im besetzten Gebiet bolegenen Taunuswalborte beschlagnahmt. Der Befehl fotbert ben sofortigen Abschluss ber Einnahmen und Aus­gaben und verbietet jebe Zahlung auS Forstet» nahmen. Die hiesige Stadttaffe wird seit Freilag militärisch überwacht.

Griesheim bei Darmstadt, 2L Jan. Auf Be­fehl btt Befatzungstruppen mussten in bat hiesigen Walbunge« sämtliche Holzschlagarbeiten sofort einge- ftektt werbe«. Auch in bett Riedorteu wurden ähn­liche Massnahmen getroffen. Ferner wurde die Ab­fuhr bet Bereits auf ben Versteigerungen durch die Landbewohner gekaufte« und schon bezahlten Holz- menge« gesperrt. Im letztere« Falle erhofft man die baldige Freigabe des Holzes, da nach der Rheinland- Verordnung eine Beschlagnahmung von Privatbesttz nicht statthaft ist.

6iit grat Mnmg in MMl.

Paris, 20. Ian. Der »Iutranfigeant" be­rittet, tmch seiner Kenntnis fei die Schaffung einer neuen Währung für di« Nheinlande und das Ruhrgebiet beschlossen worden. Die belgisch« Ne- gieruug hab« sich dieser Mahnahme angcschlosten. Da» neue Veld werde am 1. Februar ausgegeben und zwar vorerst in einer Summe, die einer Mil­liarde Franken entspricht. Da» Papiergeld werde gesichert durch eine Milliarde, die «tan aus dem Verkauf von Kohle und Kok, aus der Produktion des Ruhrgebiets erzielen wolle.

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Koblenz. 21- Ian. Eine neue Verordnung der interalliierten Nheiulandkommissi« setzte drei neue Komitees bei der -RtzeinlandkoMmisfis« etn und zwar für die Zölle, für di« Einfuhr und Aus« fuhr, für die Forste« und Spezialksmi^es für die

. ... ______ .... Höchst am Main

hatte, wie ben .,Frankfurter Nachrichten- gefchrieben wirb, bet Ruberklub für Sonntag, ben 14. Januar

ÜWhMtt MM.

Frankfurt a. M., 21. Ja«. Wie wir von piverläfßs«»'S»ite erfahren, werfen die Franzosen immer «E^ktupffett nach dem Rheinland. Mainz ist überfüllt von französischen Truppen. Ständig »erden Truppen nach dem Ruhrgebiet verlade«; chenso treffen immer wieder neue Truppen aus km Innern Frankreichs ein. Mit welchen Plänen ßch die Franzosen tragen, kann $. B. aus einer Lenhervng gefchlosten werden, die der persönliche Adjutant des Generals Degoutte Kapitän Brastard im Gespräch machte, wonach zur Zeit allein im Rheinland 90 000 Mann französische Truppen sehen, während für das Ruhrgebiet insgesamt 200006 Manu in Aussicht genommen sind.

Ausdehnung der belgischen OkkuvattonSzone.

Paris, 20. Jan. Aus Düsseldorf wird gemel­det, dass die belgifche OkkuvattonSzone im Ruhrgebiet Bin das Doppelte ausgedehnt wird.* Die Belgtct wer­den das ganze Gebiet der Lippe besetzen. DaS bel­gische Haupiguartiet, das sich gegenwärtig in Dorsten befindet, soll nach Recklinghausen verlegt werde«.

Weitere Verwaltungen.

Essen, 20. Jan. Fritz Thyssen, Generaldirektor trngelmamt, Generaldirektor Wüstenhöfar, General­direktor Kosten, Direktor Spindler und Bergassessor CIft, die heute vormittag verhaftet wurde«, sowie vrheimrat Rattseifen und Bergrat Ahrens von der staiurichen BeHwcrkSdtrettion, die «ach Düsseldorf

Untersuchung «ach Mainz geschafft worden.

Durch Extrablatt bereits mttgeteilt.

Essen 20. Jan. Die französischen BesatzungS- VehSrden hatten an die hiesige Eifenvohndirrktion »ns Ersuchen gestellt, den Befehl des ReichSverkehrS- »inisteriums, dass keinerlei Kohlenttansporte nach hrnnkreich und Belgien abgefertigt nnt> auch auf Be- Z -fcht ber Besatzungsbehötben nicht umgeleitet werben dürsten, zu wibertufen unb ben Anweisungen ber Be- fthungSbrhörbe gemäss zu hanbeln. Als biese« An- stunen abgelehnt würbe, sinb Eisenvahnpräfident q Zahn unb Baurat Pusch in Haft genommen werbt«.

Essen, 20. Jan. Heute Mittag sinb Telegta- >6cnbircftot Ovetpostditektor Jünger unb vet Tele- | ! ßrophenbitettor des Bauamts Zehnte von der Be- -s fttzungsbehötde verhaftet worden, weil ste entsprechend kr Anweisung des Reichspostministetiums de« An­ordnungen der Besatzungstzehörde keine Folge leisten Wollten.

3 ! Berlin, 20. Jan. Der Prästdent des Landes- f k ßnanzam'es Köln, Röchling v. Lanzenauet, der im Alter von 62 Jahre» steht, ist auf Befehl der Jnter- Miteitett Rheinlandkommifflon mit sofortiger Wir- hmg nuSgewiefcn worden. Seine Familie erhictt Aeichfalls den Befehl, das befetzie Gevtet innerhalb Net Tagen zu verlassen. Der Leitet beT Zweigstelle kpryer des Landesftnanzamts Würzburg, Re. lt-rungsditektor Morgens, ist von den Franzosen ver- teftet worden, da er den Anordnungen des ReichS- Aan,Ministeriums pflichtgemäss Folge geleistet halte.

Verhaftung des 63 Jahre alten Herrn stellt einen Ast besonderes Roheit dar. Der Direttot bet Arichsbankfilial« in Ludwigshafen ist verhaftet wot- kn, weil er ben Auftrag ber Franzosen, ba8 Konto «Solle" zu streichen, ablehnte.

Dortmund, 20. Jan. Heute nachmittag 2 Uhr t®> in Dortmunb ber Zollrat Bernart unb ber Zoll- 5 ; tetfmtntn Platt von ben Franzosen unter ben unwür- Mnften Umstände» verhaftet unb mit aufgcpflanztcm - Bnjonett in baS Dortmunder Stadthaus in Einzel- s_ ; ktt gebracht worden. Den beiden wurde bei der Ber- teftung alles abgenommen, Wäsche, Geld mtd Rauch- tog. Beide Herren sind über 61 Jahre alt unb man k fürchtet für ihre Gesundheit. Der Grund t*t Vet- kftung ist ihre Weigerung, den Befehlen bet Fran- Wftn nachzulommen. Die Franzosen beschlagnahmten kirn bie gesamten Einnahmen beS HanptzollamteS. Arichsttnanzminister Hermes sprach den wibetrechtlich verhafteten telegraphisch seinen Dank unb fein« An- ttkennung für ihr standhaftes Bethalten auS.

Vaterlands- und Sohnesliebe.

Mainz, 22. Jan. D«r Sohn des verhaftet«« Generaldirektors WLftenhöfer hat sich nach Mainz | Gegeben, um das dortig« Befatzungskommando drin, ftnd zn ersuch««, seinen alten «vd kränklichen Bater aus der Haft zu «utlasie« und dafür ihn i^bsi inhaftieren zu wtcklen. Diese Nachricht wirkt »vso erschütternder, als sich die verhafteten Herr«« ^'cht, wie vielleicht angenommen, in Ehrenhast, -udern im Militargefangnis befinden.

11 WM in privates Eigentum.

-^Düsseldorf, 20. Jan. Heute dvrnnttag erschien, re di«Kölnische Zeitung meldet, «ine Abordnung ** intcralliurten Kontrollkommission in dem Gesckäfts- der Bergischen Kohlenhandelsgesellschast Draht, Mlien tt Eo und beschlagnahmte die Geschäftsbücher Kohlenhandelsgesellschast, aus denen sich der Verkehr i Kohlensyndikat in Essen ergeben soll. Ein zu

Beschlagnahme zugczogenes Mitglied der Düsicl- Regierung erhob Einspruch gegen dir Beschlag- .^SMe. Der Einspruch wurde aber zurückgewiesen, weil

Mk WM.

Düsseldorf, 21. Jan. Unter Führung des Re- a'eruugspräsidenten Grützner begaben sich am 20. Januar abends gegen 6'/? Ubr die Arbeiter, Angestellten und Betriebsräte des Thvssenschen Werkes aus Hamborn und Mülheim, sowie je ein Vertreter der steirv -rnd christlichen Gewerkschakten zu der stanzöfischen Besatzungsbehörde, um aus Beschluß von 65 000 Arb eitern und Aug- stellten wegen der sofortigen Freilassung Fritz Thyssens unb weg-n der sofortigen Wiedererössnung der Reichsbankstellen vor­stellig zu werden Da weder General Degonette noch Genera! Simon zn erreichen waren, gingen die Vertreter zum Geueral Danvignes, der infolge Ueberanstren- aung unpäßlich war. Sie mürben sodann von Lberst Regnier empfangen. Die Betrick>srLte und ihre Be­gleiter forderten unter Ucbcrreichung einer schristlichen Erklärung mit energ scheu Worten die unverzügliche Freilassung Fritz Thyssens als ihre« Volksgenossen und als des Hauptes der wirtschaftlichen Unternehmnn- gen von deren eimvandfreier Leitung ihrer und ihrer Familien Wohl abhänge. Sie betonten, daß dieser nur seine Pslicht getan habe, wenn er als Deutscher lediglich deutschen Gesetzen Folge leistete. D r Oberst konnte mangels Vollmachten nur die Erklä­rungen ' »tyrgennehmen, womit sich die Betriebsräte und Gernerkschastsvertretir nicht begnügten. Es entspann sich eine längere, an dramatischem Zwischenfällen reiche Aussprache. Die Betriebsräte forderten unbedingt, in kürzester Zeit Degoutte als die verantwortliche Ver- svn zu sprechen und k-gt-n der französischen Regierung die Verantwortung für alle Folgen aus, wenn D-gsutte nicht bis Montag 6 Ubr morgen«, sür welchen Termin ein einstimmiger Beschluß der gesamten Lllexschastrn der Berg- und HMenwerkc vorliegen würde, die Freilassung Thyssens anordncte. Besondere Ent­rüstung erregte die Bemerkung des Obersten, daß tue Bestrafung, der, wie auf Befragen erklärt wurde, vor ein Kriegsg-richt in Mainz gestellten Zechenvertreter, milde ausfallen toürbe, wenn die Arbeiter bei der Arbest blieben. M

Sodann verlangten die Arbeiter mit aller Entschieden­heit die soso rtige Wiederaufnahme der TL« tigkeit der Reichsbankstellen, und zwar ob«, laß diese Wiedereröffnung von der Verpflichtung tu* Direktoren uno Angestellten zur Mitwirkung bei der Er- lfebung der Kvblensteuer und sonstigen ungesetzliche» neue» französischen Anordnungen abhäng g gemacht werde. Auch hier erregte die Bemerdaug des Obersten, was ben« die Arbeiter für die Reichsbank einzuttrten hätten? leb­hafteste Entrüstung. Als sie ihre Meinung übet die wirtschaftliche Bedeutung der Reichsbank für ihre Unter­nehmungen deutlich ausdrückten, lud der Oberst schließlich di- Betriebsräte für Sonntag Vormittag 10 Uhr zn General Simon ein, um den Betriebsräten, wenn irgendmöglick, die endgültige Stellungnahme des Generals Deaouette übermitteln zu lassen. Die Betriebsräte um» fassen Angehörig- sämtlicher Parteien und Ge­werkschaftsrichtungen.

E f s« «, 21. Za«. Heut« vormittag wurde dank scharfem Protest und einer Solidaritätserklärung der Post- und Telegraphenbeamte» der Oberpost- direktor Jünger, Poftdirektor Zehme, die schon nach Düsieldorf abtransportiert waren, i» Freiheit ge­setzt. Die Herren kehrte« auf ihre Poste» nach Este« znrück.

Dortmund, 21. Jan. Die Beamten und Arbeiter de» Hauptbahnhofs stellten infolge er­neuten Eingriffs der Befatzungsdehörden morgens 5 Uhr die Arbeit ein. Die über Dortmund fahren­den Züge mdsien umgeleitet werden.

Streiks.

Oberhausen, 20. Jan. Auf ber Zeche Sferfrabe di- zur Guten Hoffnungshütte gehört, sinb nach der Kölnischen Zoitung" von ber Mittagsschicht 800 Mann unb von ber Abendschicht 250 Mann nickt einseiahren. Heute früh war auf dem Zechenplatz ein Wagenpark b-lgischvr Truppen aufyesahrrn. Drei Kompagnien M- gischet Infanterie fiick in ber Nähe bet Zeche emg-Tfitft Die Bergleute erklärten, baß sie unter ben Bajonetten ber Belgier nicht arbeiten würden

Berlin. 20. Jan. Nach einer Meldung derVossi- schen Zeitung" legten wegen V-rkattum, des General- direktors Tengelmann von den Essener Steinkohlenberg­werken sämtlich« Beamten dieser Gesellschaft die Arbeit nieder.

Wie berVorwärts" meldet, werden vomussichtlich am Montag bte Arbeiter. Angestellten und Beamten bet staatliche» Zeche» in den Streik treten.

Berlin, 20. Jan. In der gestrigen Sitzung der Betriebsräte ^Seätinghaujen stellten srch auch die p*

5>et Anzeigenpreis beträgt für den 9gefp. Zeilenmillimeter 20.00 Ml. (Kleine Anzeigen gegen dar 25*1« weniger). Amtliche und ausro. Anzeigen 30 Mk. Bei tchwieri e» Satz 50*(. Aufichlag. Spät einlaufeude oder den Saum üb« */, Seite einnehmend« Anzeigen werden nach der Teztipaltenbreit» berechnet. Reklamen der Zeilenmillimeter 70 Mk. Jeder Rabatt gilt al« Barradatt. Beleg« werben berechnet. Bei Aus- tunft durch die Geschäfts«, und Dermittlung bet Angebote 20 M bei Ueberienbung durch uns 50. Mk. ohne Porto.

Wettet