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feindselige Akt Frankreichs, den noch der französische Kammerpräsident ein sviel" zu nennen sich nicht entblödete, seiiS prompt beantwortet durch die deutschen Botschafter in Paris und
den alten Hang zur Uneinigkeit gesiegt gesamte deutsche Volk in seiner Haltung Räuber gegensiber eine unumschränkte zur Schau trägt. Heule tritt auch der
Stunde über bat und das dem srech-n Einmütigkeit
am Donnerstag »edelstes Scdam- wurde deutscher« Abberufung der Brüssel. Wen«
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1905, Nr.
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werde» dürfen. Das könnten nur Maßnahmen fein, die die Alliierten in ihrem eigenen Hoheitsgebiet durchführen, dagegen nicht Maßnahmen, die. wie die gegenwärtige, Einbruch von Truppen und Beamten in da» Ruhrgebiet, eine denkbar schwerste Verletzung der deutschen Hoheitsrechte bedeuten. Endlich können etwa nach dem Vertrag zuläsfig« Maßnahmen gegen Deutschland nur von den an den Reparationen beteiligten alliierten Mächten gemeinsam und nicht von einzelnen Mächten auf eigene Faust getroffen werden. Vergeblich versucht di« franzöfische Regierung, die Schwere dieses Vertragsbruchs dadurch zu verhüllen, daß sie der Aktion eine friedliche Bedeutung gibt. Die Tatsache, daß die Armee in kriegsmäßiger Zusammensetzung und Bewaffnung die Grenzen des unbesetzten deutschen Gebiets überschreitet, kennzeichnet das französische Vorgehen als militärische Aktion. Hieran wird nichts geändert durch die Erklärung, daß Frankreich keine militärische Operation oder Besetzung mit militärischem Charakter beabsichtige, eine Erllärnng, die übrigens nicht unbedingt, sondern nur für den gegenwärtigen Augenblick ausgesprochen wird. Die deutsche Regierung stellt fest, daß die franzöfische Regierung als einzig sachlichen Anlaß für diesen Vertragsbruch die Tatsache heran- znziehen vermag, daß Deutschland für das Jahr 1922 mit verhältnismäßig geringen Mengen bei der Lieferung von Holz und Kohle im Rückstand geblieben ist. Rach den ungeheuren Leistungen, ttc Deutschland tn Erfüllung des Wasfenstillstands- ablommens und des Vertrags von Versailles unter äußerster Anspannung bis znr Erschöpfung seiner Leistungsfähigkeit vier Jahre lang bewirkte, genügen diese geringfügigen Rückstände der französischen Regierung, um mit starkem militärischem Aufgebot in deutsches Gebiet einzudringcn und die Hand auf den wichtigste« Lefitz der deutsche« Wirtschaft 1« legen.
Die deutsche Regierung erhebt gegen die Gewalt, die hiermit einem wehrlosen Volke angetan wird, vor der ganzen Welt feierlichen Protest. Sie kann sich gegen diese Gewalt nicht wehren, sie ist aber nicht gewillt, sich dem Friedensbruch zu fügen oder gar, wie ihr angesonnen wird, bei der Durchfuhr«^ der französische« Maßnahmen mitzuwirken. Sie weift diese Zumutung zurück. Die Verantwortung für alle entstehenden Folge« fällt allein auf die Regierungen, die den Einmarsch vollzogen. Diese Folgen zeigten sich bereit» in einer «»eiteren Entwertung der Mark und in der prunghaften Steigerung aller Preise in Deutschland; die künftigen wirtschaftlichen und politische Folgen find unübersehbar. Solange der vertragswidrige Zustand, geschaffen durch den gewaltsame« Eingriff j« das Zentrum der deutschen Wirtschaft, ««dauert und seine tatsächlichen Folgen nicht beseitigt sind, ist Deutschland nicht in der Lag«, Leistungen an diejenigen Mächte z« bewirken, die jenen Zustand herbeiführtcn.
Indem ich Sie bitte. Vorstehende, Ihrer Regierung mitzuteilen, benutze ich auch diesen Anlaß, um Ihne« die Verficherung meiner ausgezeichneten Hochachtung zu erneuern.
Eine Note mit dem gleichen Wortlaut wurde dem belgischen Geschäftsträger in Berlin überreicht.
31 n, 12. Jan. Die gewerkschaftlichen
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wirklichkeitsfremdeste Pazifist tn die Reiben derer, di» i» Frankreich nur den Feind sehen können >:nd dal nationale Unglück weitet de« engsten Partetmrnfche« den Blick für die unauslöschliche Schmach, die die Gesamtheit des deutschen Volkes an diesem Tage über sich ergehen lassen mutz. Die eisige Abwehr, fcte Frankreich von jedem Deutschen heute erfährt, ist Nicht bloß vorübergehende Laune, nicht blotz Mitzmut, der schnell verfliegen lönntc. Diese Abwehr wurzelt zu tief tn den letzten Gründen unseres BolkstmnS, fte .utllt zu sehr aus deutschem Herzblut aus, als datz m«, e nicht für dauernd hallen dürste. Sie ist », ui.. . etwa nur zu verstehen als die Müdigkeit ein > durch Leid versteinerten Herzens. Nein, diese A b w e b r. i ft unendlich viel mehr. Sie ist Würde, Selbst- ’ ■' f t n v u n o,, Wieder genesnng z n deutschem Wesen, sie tft eine im höchsten und edekste«
3:1te nationale Tat.
Wir dürfen aufatme«. Zum ersten e :
schehen. Zum ersten Mak wieder ist nach lange«, angstvollen Tagen einer schmählichen Ziellosigkeit und Phantasterei eine Regierung an? Ruder gekom-.-en, die mit ernster Entschlossenheit zeigt, datz ein .bestes- les' Volk — und wenn es völlig wafsenloS ist — noch lange nicht gezwungen werden kann, sich alles bie» ten zu lassen. Gewitz, wtr können nicht kämpfen, tot« können den Stotz des Gegners nicht mit einem Gegen» stotz parieren, wtr können ihn nur geschickt auffangen. Datz die jetzige Retchsregterung hierzu imstande tft daß sie vor allem auch gewillt ist in den Grenzen d«S Möglichen Alles zu tun, um die natwnale Würde z« wahren, das hat sie mit der Tat bewiesen. Der
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Mm uni Würde!
Das deutsche Volk ist wehrlos. Das Wort de< Reichskanzlers hat eine erschütternde Bestätigung dnrch die Wirklichkeit erfahren. Frankreich hat durch fein« rechtswidrige Besetzung von Essen und Bochum zum tödlichen Schlag gegen die deutsche Wirtschaft anSge» holt. Wtr haben keine Möglichkeit uns gegen Mete« Schlag zu wehren. Alles, was wtr tun können tft: schweigend und mit Würde das Unvermetdltch« tragen. Die erfte Forderung unserer fürchterlichen Lage ist Ruhe, und nochmals Ruhe! Jede Unbe- sonnuheit, jede Panik würde unfeicn sicheren Untergang bedeuten. Zur V o s t 1 t v e n Gegenwehr fehlen uns alle Mittel. So müssen wir denn das Gefühl unserer Rechtswsigkeit auf uns nehme« und allein durch die Art, wie wtr es tragen, der unerhörten Gewalttat die Spitze abzubrechen suchen.
Es ist eine ersreuliche Tatsache, datz der Ernst der
Berlin, 12. Jan. Die R? ichsregieruNg übermittelte dem hiesigen französischen Botschafter heute mittag 1 Uhr folgende Antwort auf die Notifikation der Ruhrbcsetzung:
Herr Botschafter! Auf die Mitteilung, die Em. Exzellenz mir am 10. Januar mündlich nutz schriftlich machten und die gleichzeitig der deutsche Bot- ichaftcr in Paris von der französischen Regierung erhielt, beehre ich mich, namens der deutschen Regierung folgendes zu erwidern:
Die französische Regierung beschloß, ebenso wie die belgische Regierung, eine Aktion gegen das Ruhrgebiet, die sie als eine Entsendung einer Kontrollkommission »in Ingenieuren und Beamten bezeichnet. Diese Kommission soll, von Truppen be, gleitet, die Tätigkeit des deutschen Kohlensyndttats überwachen, die genaue Durchführung der Programme der Reparationskommisfion ficherstellen und alle für die Bezahlung der Reparationen notwendigen Maßnahmen treffen. Zu diesem Zwecke soll sie mit diktatorischen Befugnissen ausgestattet werden. Sie soll volle Befehl- und Strafgewalt über das Personal der deutschen Verwaltung und die Vertreter von Industrie und Handel in den besetzten Gebieten erhalten. Auch soll sie befugt sein, von Verwaltungsstellen, Handelslammern, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden nnd von Kauf- lenten jede Auskunft zn verlangen und die Büros, Bergwerke, Fabriken, Bahnhöfe und andere Anlagen zu durchsuchen. Nach den der deutschen Regierung von den örtlichen Stellen ^gegangenen Meldungen begann in,mischen vir Durchführung dieser Aktion. Französische und belgische Truppen zogen in bedeutender Stärke in voller kriegsmäßiger Ausrüstung in das Ruhrgebiet ein. Die französische Regierung gründet ihre Aktion auf di« Feststellungen der Repartiaonskommission über den Stand der dentschen Holz- und Kohlenlieferungen nnd beruft sich dabei auf die §§ 17 und 18 der Anlage 2 zu Teil VIII des Versailler Vertrages. Zugleich erklärt sie, daß sie augenblicklich nicht an eine militärische Operation oder an eine Besetzung mit politischem Charakter denke. Sie glaubt hinzu- ügen zu sollen, daß sie auf den guten Willen der deutschen Regierung zähle, die das größte Jnterrsic labe, die Arbeit der Kommission und die Unterbringung der Truppen z« erleichtern.
Die deutsche Regierung muß den Schleier zerreißen, den die französische Regierung mit dieser Darstel- lnng über den wahren Charkater ihres Vorgehens zu werfen versucht. Die deutsche Regierung erklärt, daß die Beschlüsie der Reparationskommisfion und die angeführten Vertragsbestimmungen keinerlei Rechtsgrundlage ür eine Aktion im Ruhrgebiet enthalten, daß diese Aktion vielmehr eine Verletzung des Völkerrechtes und des Vertrags von Versailles darftellt. Nach den ausdrücklichen Feststellungen der Reparationskommission in der Rote vom 21. März würde die Verfehlung bei den Holz- und Kohlenlieferungen nichts andre; tun als die Forderung von Barzahlungen rechtfertigen, so daß die'Anordnung anderweitiger Maßnahmen auf Grund der §§ 17 und 18 in diesem Falle ausgeschlossen ist. Selbst bei recht- mäßiger Anwendung der §§ 17 und 18 würden aber nur wirtschaftliche und finanzielle Maßnahmen, die ihnen im Wesen und der Bedeutung nach gleichzustellen find, gegen Deutschland getroffen
timen der Kohlcnkommisfion. In dieser Verord- g wurde der Tatsache nicht Rechnung getragen, daö Kohlensyndikat sich nicht mehr in Este« beet. Welter wurden von französischer Seite die Aus- uugSbestimmimgen des GeneralbcrgwerkSinspek- Sost mitgeteilt. Der Regierungspräsident von c.dorf hatte bereits ans be« Befehl deS franzöfl- to Generals, alles zu tun, was zur Durchführung r Maßnahmen notwendig sei, erwidert daß er bensowenig wie der Sandrat von Essen und Oberbürgermeister von Esten das Recht habe, Bc- nnd Anordnungen für das Kohlensyndi- t zu erlassen. Der Regierungspräsident klärte heute wiederum, daß weder er eine sonstige amtliche Stelle gehl ich in der Lage wäre, an der Durch- hrung der zweiten Verordnung mit- «»rbtiteu. Die französische Regierung «rüste bnrüber mit der deutschen Reichsregierung in Berti sehen. Cer französische General gab die Er- ng ab, datz die Zechen nicht mehr den Weisungen Berliner Stellen Folge zu leisten hätten, sondern Behörden deS brsetzien Gebietes. Diese Erkiä- wurde niündlich abgegeben. Der Regierungs- fibent ersuchte um ihre schriftliche Fixierung. Dies we zugesagt. General Ganvignes stellte fest, weder das Kohlensyndikat noch die Zechendirek- ln dieser Sitzung vertreten feien. Sodann wurde ", daß sich die Ingenieure nitnmehr sofort mit Werks.'eitungen in Verbindung sehen sollten und «r sollte ein Teil der Ingenieure sofort in die s gehen, um sich hier die Unterlagen über die üen- unb Eisenproduktion des Jahres 1921 im fiflnts zu der des Fabres 1913 jit verschalen.
Schluss gab der Regierungspräsident ebenso wie der Oberbürgermeister Dr. Luther einen feier« Protest gegen das Vorgeben der Franzosen Bon den hiesigen Beegwerksdirrktoren und den ssleit,ingen wurde allseits auf die ernste Lage hin- ksen. die dadurch entstehen kann, datz die Werks« en gezwungen werden, Reparationskohlen zu . nachdem die deutsche Regierung die Erklärung tieben hat, datz ste für diese Reparatianskohl^n Zahlungen leisten könne. Dadurch kämen die sleifungen nicht in den Besitz der Mittel, die Söhne auszahlen zu können. Diese tsuszahlung der Löhne würde zweifellos sehr
Folgen in sich bergen
$Je französische Rheinflottille, die bisher untätig Hamborner Hafen lag, ist im Ruhrort-Hafen einen.
$ffeit, 12. Jan. Heute vormittag wurde« vom l Laiquelet i« Alteneffen die Obcrbürger-
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inatjrM*’ bekannt nnd zwar erstens btt Vollmacht bei m .'»miollkommifsion und zweitens die Komrollmaß
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"ür oic viiicn pW Dein TTTntinri fCDcri ac fügen müßten, gegen die Befehung aber feiet- C7 Einfprnch erheben. Der General nahm
brores «rteilung zu regeln hatte.
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der B «ächte eingestellt; auch die Barzahlungen an »ird » je betreffenden Mächte sollen eingestellt werden, 'n A »« nächsten Ausgleichszahlungen find erst wieder ■ Juli fällig.
Mt Willig wirft imsgröM
Essen, 2. Jan. Aus zuverlässiger Quelle ver» sautet, daß brr frau-ö'i'ch- 7?e eralstab von der frru- zvsischen Regierung den Auftrag erhalten hat, zum writeien Vorrnckeu, weil die Mchtbezahlung und Nichtlieferung eine absichtliche Verfehlung darstellen. Als Borrücknitgsgebiet wird die Gegend des Ruhrsiedlungs- veibandes angesehen, also die Gegend bis Hamm. Gel» senkirchen und Wattenscheid sind bis 2 Uhr mittags noch nicht besetzt gewesen.
Den Blättern zufolge wurde gestern abend Gelsenkirchen von den Franzosen besetzt. Die Besetzung Bochums werde heute erwartet.
E s I e u, 12. Jan. Der Regierungspräsident von Düsseldorf, G r ü tz « e r, hatte gestern abend von dem wnzösifchen kommandierenden General des Brücken- Wfc» Düsseldorf ei« Schreiben erhalten mit der Aus- betung, die in der Liste namhaft gemachten Ber
ietet ver Elfen- und Kohienindustrie zu intr Besprechung etnzuladeu, die heute vormit- 10& Uhr im Rathaus zu Essen beginnen sollte, esc Besprechung hat heute vormittag stattgefunden.
der namhaft gemachten Betgwerksdtrekwren limtes, Thyssen und Krupp waren deren Vertre- tr erfchienen. An der Befprechung nahmen ferner te der Berginfpektionen, Vertreter des arbeit- crverbandcs von Essen und des Bergbaulichen Ver- s teit Sowohl zu dieser Besprechung als auch zu gestern in Düsseldorf abgehaltenen Vorbesprechung eu die Arbeitnehmerv er tretet nicht erschienen und eingeladen. An der heutigen Besprechung nah-
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B e r l i n, 12. Jan. Den Blättern zufolge wer- ? M nicht nur die Reparationskohlenlieferungen, *’ A C « X f l M-f . . ___ ___wn
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Hamburg, 13. Jan. Tas rheinisch-westfälische Kohlensyndikat hat am 9. Januar seinen Sitz von Essen nach Hamburg verlegt. Beim Einmarsch der Franzo^n und Belgier am 11. Januar hat auch der hauptsächlich zur Sicherung der Reparationslieferungen in 6ffen ver»
n. Z mdern auch alle S a ch l i e s e r u n g e n an die hreUm m Einmarsch ins Ruhrgebiet beteiligten E«tente-
Mitglieder auf, als Einsvruch gegen die sran- * Gewaltvolitik am 15. Januar, vormittags big
V-*®6 $ ® . H1/» U6r in allen Fabriken, Werkstätten, Läden »hle> 03 I°toic auf der Straße die Arbeit ruhen
bliebene Teil der Verwaltung die Stadt verlassen Am 10. Januar wurde die Tätigkeit in Hamburg aufgensm- men Um Störungen infolge der Nebersiedelung möglichst zu vermeiden, wählt das rheinisch-westfälische Kohlen- syndikat den schnellen Weg der Presse für folgende Mittelung: Rheinisch-Westfälisches Kohlensyndikat. Brie'» anschrist:,Hamburg, Kirdorfhaus, Alsterdamm 16'17; Ti kearammanschrift: Kohlensyndikat Hamburg. Girokonti .bei der Reichsbankhauptstelle Hamburg, Fernsvrechnum- mern der allgemeinen Verwaltung, Buchhaltung und Kasse: Merkur Nr. 6000—6018. Die Fernsprechmim- mern der verschiedenen Abteilungen werden noch nntge- teilt. Die Einzelmitteilnngen über die am 12. Januar tn Kraft getretenen neuen Kohlenpreise haben sich etwas verzögert. Das Kohlensyndikat verweist deshalb vor- läitsia auf die Veröffentlichung der Preise durch den Reichskohlenverband.
UratlWanh oroteltiert
Washington, 12. Jan. Der deutsche Botschafter WiedfeIdt überreichtr gestern dem Staatssekretär Hughes den Protest Deutschlands gegen den Einmarsch der Franzosen und Belgier ins Ruhrgebiet.
schon diese Maßnahme bei den betroffenen Regierungen keinen allzngrotzen Eindruck gemacht haben wird, so kann man sich doch nicht Verbehlen, baß die Nachricht von bei Verlegung des Kohlenfhndikats bei be« Gegnern rnnfo nachhaltiger gewirkt hat. Die darüber fehr erregt» Pariser Presse steht darin einen Versuch, die Kontrolle der Kohlenförderung zu verhindern. Nach ihrer Ansicht sei diese Berechnung vielleicht ge» rechtseriigt, wenn dar Kohlensyndikat auch die Berg» werke hätte abttanSportieron können. Das sei aber nicht der Fall. Das einzige Ergebnis, das die widerspenstigen Großindustriellen erreichen könnten, wenn ste in diei-r Haltung beharrten, sei Frankreich und seine Alliierten zu zwingen, nicht nur Essen, sondern das gesamte Ruhrgebiet zu beteten. Dies« Getarnt» befetznng könne tatsächlich notwendig werden, um die verschwundene Bergweiksorganisation aus einer neuen Grundlage wieder herzustcllen.
Es ist unverkennbar, datz durch solche Tiraden nur eine schlecht verhehlte EnttSufehung zum Ausdruck gebracht wird. Die Hoffnung, uns durch Drohungen tiefet Art noch einfchüchtern zu können, fcheini umfo- weniger aerechifertigt, als Dr. Cuno in Fortsetzung seiner richtigen Politik aus dem sranzöstschen Vertragsbruch bereits eine weitere schwerwiegende Konte» auenz gezogen bat tn derEinstellung derReparationslie» sorungen. Unb wenn Herr Poincare nun doch noch übet die ernste Entschlossenheit bet Retchsregterung im uw klaren sein sollte, bann wirb ihn Wohl bet einmütige Protest, in dem sich bas ganze Land gegen seine frechen Anmatzungen erbebt, darüber belehren, datz et es jetzt nicht mehr mit irgendwelchen 6e« langlosen Politikastern zu tun bat, sondern mit einem durch unerhörte Leiden und Demütigungen erstarkenden und zu sich selbst erwachenden Volke. Und es mutz doch sehr fraglich bleiben, ob einem solchen wirttich k-eschicküsbildenben Fattor die verächtlichen Advokaten» kniffe des französischen Ministerpräsidenten auf die Dauer gewachsen fein werden.
■ Wir tuen gut daran, Würde zu bewahren. Umfo wirkungsvoller sticht die bis inS Groteske gesteigert« Grotzmannsfucht der grande natton ab. Wäre die Sache in ihren Folgen nicht fo überaus traurig für nnS, es könnte wahrlich nichts Lächerlicheres geben, als die Umzingelung Essens, die wir vorgestern haben erleben müssen. Mit dem Aufwand aller nur denkbaren Mittel moderner Kriegskunst bat die »glorreiche Armee" eine friedliche Stadt .erobert" mitten in einem Lande, dessen Bewohner durch einen »heiligen Friedensvertrag" vorher aller Warfen beraubt worden sind. Mit dem Aufgebot einer großen »Streit« macht" ist der stegreiche stanzöstsche General in Essen cingerückt und hat den Hausmeister des Rathauses mit martialischer Gebärde zum Bürgermeister Dr. Luther geschickt, um ibn aufztifordern, den »Sieger" auf der Treppe zu empsangen. AVer er ist an den salfche« Mann gekommen! Dr. Luther hat den prahlerische« Herrn wissen lassen, daß er auf feinem Dirnstzimmer ’tt sprechen wär-, v'»hin fte der Herr hem*
sss^trqte* der S^vte Essen unb Recklinghausen, sowie tum * Landräte brr »reife Essen, Recklinghausen, TinS- - r” nach Alienessen befohlen, wo ihnen bie Berorv- )?ti betreffend bie Maßnahmen im nenbesetzten Ge- • Verschiedene Befehle vorgelefen wurden. Ra-
der deutfchen Herren erklärte Oberbürgermeister ^sfer-Effen, datz die Herren sich dem militärifchen
Amtliches VerÄndigungsblatt des Kreises Marburg
Anzeiger für (das früher kurhessische) OberhesseM
ferner der zweite Bürgermeister von Essen Dr. rtrag in tchöscr, der Landrat von Esfen fowie als Vertre- et h ia der Staatsrcgicrung RegieiungsprSsident Grütz- »d m-Düffeldorf unb von französischer Seite der koni- Mnbicrntbc General Simon, sowie General Bonn öanvigncs teil. Zur einen Seite des Generals Weit« kimson war ein belgischer Ingenieur, auf der anderen läte der französtfche Generalbergbauinspekior Soft, 9 c " tvie brlannf seinerzeit im Oberschlesten die Kohlen-