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Anltttches VerAndigungsblatt des Kreises Marbwg.

Anzeiger für (das früher kurhessische) OberhesseD

«k. 10

Di« ^Oberhejfilche Zeitung erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich 800 Mk. mit Zusteüungsgebühr. FürusiaHtnbt Nummer» infolge Streits »Mt elementarer Lreigniste kein Ersatz. Verlag von Dr. L. -itzeroth. Druck der llniv^Buchdrnckerei von Job. Lug. Koch, Markt 21/23. Kernjprecher 56, Post­scheckkonto: Str. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

Marburg gttitm, Des 12. Sm« -artung.

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58. W 11»

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All ins deMe M!

' Der Reichspräsident «Ad die Reichsregi«r»«s et» re« folgende« Aufruf:

An das deutsche Bott!

Ein neuer Gewaltstreich ist auf Deutschland her, ^edergegangen. Mit wohlberechneter Wucht trifft her Schlag der französischen Faust de» unbeschützten Lebenspunkt der deutsche« Wirtschaft, längst vor- hergefehe« und doch ««erwartet.

Borhergesehen: denn die Pläne und Wünsche der Pariser Machtpolitik find ohne Eche» auf Gasten «ich Märkten erörtert worden.

Unerwartet: denn immer blieb die Hoffnung. N6 die wirtschaftliche Vernunft des französischen Polles die politische Begehrlichkeit seiner Macht­heber zügeln würde.

Hat wirklich der Glaube geherrscht, daß den sranzöfische« Röte« durch Zerstörung de« deutschen Lrbeitszentrums abzuhelfen wäre, so muß die schwerste Enttäuschung folgen. Segen de« Rat der Fachmänner aller Welt will Frank­reich die Probe machen.

Laß es bei dem versuche scheitern muß, ist unsere Ueberzeugung.

Doch uns fehlt die Macht, dies, Tat der Ber- bsendung, die sich gegen Deutschland wie gegeu die gesamte Wirtschaft richtet, aus eigenen Kräften zu verhindern. Was geschehen konnte, um das Unheil rbzuwe^e«, haben wir »ersucht. Das herein, gebrochene Unheil zu lindern und zu beenden, wird tojet Denken und Trachten sein. Dabei leite» uns die Würde und das Recht der Ratio«, mit der wir »«s eins fühlen auch in der Kraft des gute« Ee-

UAlle Herze« erfüllt dir ungeheure Bitterkeit ser Stunde, wo über weitere Teile unseres Vaterlandes da» Schicksal hereinbricht, die Leiden fter Fremdherrschaft ertragen zu mästen. Vermehrte Mot für unser sorgenbedrängtes Volk muß der Ein- be»ch in die Hauptstätte« unserer Arbeit In Ge­folge haben.

Um so dringender ab« ergeht der R»f an AlleVolksgenossen: erschwert nicht das Los brr am härteste« betroffe«en Landsleute.

1 Erfüllet aufrechten Sinnes und klare« Kopfes Me Forderung des Tages: kei»e Handlung Darf geschehen, die unsere gerechte Mache schädigt. Schwerste Schuld am eigene« s^lke würde auf fich lade«, wer sich hinreißen ließe, ch«ch eine »»überlegte Tat dem Segner in die »and zu arbeite« Bon eiserner Selbstbeherrschung sjedes Einzelnen hängt Wohl und Wehe der Ee- jsamtheit ab.

i Jetzt mehr al» jemals leuchte «», da» Beispiel cher Würde und der moralischen Kraft voran, das Me Rheinlattde in Jahre« des Leidens gegeben haben.

1 Den treuen rheinisch-westfölischen »rüder« Ot heute vor allem unser Gruß. Ihr werdet die richenseste Zähigkeit bewahren, dir Euer altes Erb- Hl ist und ungebrochen werdet Ihr diesen Wetter- «raus überdauern, Ihr, die kein Stur« der Welt, beschichte jemals entwurzelt hat!

Ihr seid die Zeugen, wie Friede» «nd »echt von neuem gebrochen werde». Mit Euch er, s eben wir Protest vor der Welt, gegen de« Bruch * Vertrages, gegen de« schwere« Bruch des fitt- «chen Rechtes «ufere» Volkes a«f Lebe«, Bestand bad Selbstbestimmung.

Eine schwere Zeit hebt an, wohl schwerer noch fe die Jahre, die wir fett dem Kriege durchlebten. Wie lange die Prüfung dauern wird, vermag nie- »snd z« sage«. Rur da» misten wir, daß die Rot bk steigert und verlängert wird, wenn Volk «nd dtaat ihr nicht in untrennbarer Einheit begegnen, ^ber das auch «tiffen und hoffen wir, daß festes 3»samme«stehe« de» ganzen Bulkes «L? lÜrze« wird. Dazu wollen wir tut» die Witbe reichen und die Herzen stark machen.

In Stadt ««d Land laßt u»s den buchste« Sonntag nnter all de« ä«ße- ,tR Dr«ck»der inneren Erhebung wid- Ae» ««h überall durch alle deutsche I® Ha»s ««d Hütte unseres «aterlande» gedenken, seine» Leids ®ud seine» Rechts!

Berlin, den 11. Januar 1923.

Der Reichspräfident: Ebert.

^»e Reichsregierung: Dr. Luno, Reichskanzler. Dr. veßler. Dr. Hermes. Groener. Dr Brauns. Dr. D*inze. Dr. ». Rosenberg. Oeser. Dr. Becker.

Albert. Dr. Luther, Reichsminister.

DieErobevung" Essens.

Hebet das Vorrücken der französtfche« und belgi- fchen Truppen in das Ruhrgebiet berichtet derBor- wärts": Wer den Aufmarsch gesehen hat, der bis heute mittag nach Esten aus zwei Richtungen, und zwar aus Mülheim und Oberhausen, erfolgte, mit aller militä­rischen Kraft,-der mutz der Auffastmtg sein, datz dieses ganze Unternehmen rein militärischen Charakter trägt Wirtschaftliche Maßnahmen braucht man nicht mit schwerer Artillerie, unzähligen Kolonnen feldmarsch­mäßiger Infanterie und Tanks zu ergreifen. Der Vorwärts" spricht von mindestens 9 Divisionen, die an den sogenannten wirtschaftlichen Maßnahmen de- teiligt find.

Nach einer weitere« Meldung de» Blattes aus Duisburg werden in einem Austuf der Stadtverwal­tung 23 Schulen genannt, die mit Besaimngstruppen neu belegt worden find. Damit find, so heißt es weiter, im ganzen 348 Schulräume und Turnhalle« und etwa 50 Rcbenräume den Schulzwecken entzogen worden, sodaß die Schulverwaltung nicht mehr in der Lage ist. einen ordnungsmäßige« Schulbetrieb auf- rrchtzuerhalte«.

Berlin, 11. Jan. Wie den Blättern von zustän­diger Seite mitgeteM wird, ist der Transport der Reparationskohle seit heute vormittag eingestellt wor­den infolge einer Anordnung der Reichsregierung. Die Truppentransporte über Trier haben wieder ein­gesetzt. Die Franzosen haben Kettwig um 8 Uhr be­setzt, Obervmlsrn um 9.20 Uhr, Werden a. Ruhr um 9.45 Uhr. Nach 9 Uhr singen die Franzosen an, Esten kriegsmäßig zu umzingeln. An dem Vormarsch gegen Esten nahmen Truppe» aller Waffengarmngen teil. Zum Teil halten die sranzöfischen Truppen an den südlichen äußeren Stadtbezirke« Efle«S. Weitere Truppen marschieren nach Recklinghausen. Irgend- ein Einmarsch in die innere Stadt hat bisher noch nicht stattgefunden. Die Spitzen der Truppen waren geflchert durch eine große Anzahl vo« PanzeraMo- mobilen und Maschinengewehren. Alle Zeichen mili­tärischer Machtentsultung waren Aufgeboten. Die Truppen find feldmarschmäßig ausgerüstet. Auf­fallend ist die große Anzahl französischer Offiziere. Die VevSkkerung in den äußeren Bezirken Estens schenkt dem Bormarsch keine Beachtung. Die Straßen find leer. Zwischenfälle habe» fich nicht ereignet. Die meisten Geschäfte find geschloffen, die meisten Fenster verhängt. Im Innern der Stadt herrscht vollkommene Ruhe. Ob der Vormarsch auch auf Bochum auSge- dehm werden soll, kann noch nicht festgesteM werden. Die Besatzung scheint eine Stärke vo« 860010 000 Mann zu habe«.

Essen, 11. Jan. lieber die Besetzung Essens wird ausführlich gemeldet: Heute nach­mittag trafen die französischen Truppen, aus den äußeren Stadtbezirken Essens kommend, im Zen­trum der Stadt ein. Kavallerieabteilungen bil­deten die Spitze. Dann folgten gepanzerte Kraft­wagen und außerdem größere berittene Abteilun­gen mit Maschinengewehren sowie Radfahrer und Infanterie. Um 2.15 Uhr kamen die Truppen in der Nähe des Bahnhofs an. Es wurden sofort Maschinengewehre in Stellung gebracht und eine Reihe öffentlicher Gebäude besetzt. Zuerst erfolgte die Besetzung des Postgebäudes und des Bahnhofs. Die Post wurde sofort geschlossen, und der gesamte Postverkehr wurde auf lange Zeit unterbrochen. Insbesondere wurde der Fernsprech- und Tele­graphen verkehr eingestellt. Französische Offiziere drangen in die Telegraphensäle ein und richteten na chWiederaufnahme des Fernsprech- und Tele- graphenverkehrs eine Kontrolle ein. Die Personen, die fich bei der Besetzung der Post im Gebäude be­fanden, wurden festgehalten und nach etwa einer Stunde wieder freigelassen.

Das Kohlensyndikat, das fich ebenfalls in der Nähe des Bahnhofs befindet, wurde durch größere Kavallerieabteilungen sofort besetzt. Danach rück­ten neue Truppen, an deren Spitze fich der General

Sointcre M i>« fttmmtt.

Paris, 11. San. Zu Brginn der gestrigen Kammer- sitzung erklärte der neugewählte Präsident Raoult Peret, die Session, die heute eröffnet werde, finde eine entscheidende Etappe in der Durchführung des Friedens­werkes vor. Sie sei Zeuge ernster Ereignisse und histori­scher Tage, deren Folgen für die Zukunft unberechenbar seien. Dementsprechend sollten auch die Worte und Taten der Herren Abgeordneten fein. Möchtm sie die Lage des Bolles fest und kaltblütig beurteilen. Die Na­tion biete das edelste Schauspiel. Mutig und entschlossen stehe Frankreich da, treu seinen Allianzen. Alle seine Allianzen wünsche Frankreich nur zu verstärken. Aber einem Schuldner, dem Frankreich schon 100 Mil­liarden gezahlt hebe, wolle Frankreich kein» Konzessio­nen mehr machen.

Ministerpräsident Poincare, dem sie Deputierten Ovationen darbringen, besteigt darauf bi: Rednertribüne und erklärt, dass feine Regierung der deutschen Regierung ein Moratorium ohne Pfänder und Garan- tien verweigert habe, weil das französische Volk schon s-viel Geduld gezeigt habe. Frankreich sei bis zur äußersten Grenze des Entgegenkommens gegangen. Ministerpräsident führt namentlich an, welche Maß- nahmen Frankreich vorgeschlagen habe, «M btt deutschen

Rampo-nd befand, ein. Der General, von zahl­reichen Offizieren begleitet, ritt an der Spitze des Zuges. Hinter ihnen folgten Kavallerie, eine Rad- fahrerabteilung, Panzerwagen und Infanterie. Der militärische Zug unterband lange Zeit voll­ständig den Verkehr, insbesondere den Straßen­bahnverkehr. Die Bevölkerung verhielt sich beim Einzug der Truppen vollständig schweigend. Die Geschäfte waren im Zentrum der Stadt ebenso wie in den Außenbezirkeit geschlossen. Die einziehenden französischen Truppen marschierten auf den Rat- hansplatz. Nach längeren Verhandlungen begab sich der französische General in das Amtszimmer des Oberbürgermeisters Dr. Luther.

Der französische General teilte Oberbürger­meister Dr. Luther mit, daß er im Auftrage seiner Regierung gewisse Maßnahmen in Essen dur^uführen hübe, und zwar im besonderen die Besitzergreifung öffentlicher Gebäude, u. a. der Eisenbahn, der Post, des Telegraphenamtes und der Kanalbaudirektion. Er erklärte weiter, datz er beabsichtige, einen Teil der Truppen aus Essen wieder zurückzuziehen, wenn die Besetzung durch­geführt sei und die Ruhe und Ordnung nicht gestört werde. Zum Kommandanten für die öffentliche Sicherheit und zum Verbindungsoffizier habe er den Obersten Elemencon bestimmt. Auf die Mit­teilung des ftanzösischen Generals erklärte Dr. Luther, daß er sich nur unter dem Zwang der mili­tärischen Gewalt füge. Namens der Stadtverwal­tung erhob er gegen die Ausübung dieser Gewalt Einspruch, Der General nahm diese Erklärung des Oberbürgermeisters schweigend zur Kenntnis.

Damit war die Unterredung zu Ende, die sich äußerlich in korrekten Formen abgespielt hat.

Soweit bisher bekannt ist, find in Vredeney Quartiere für 3000 Mann und 1000 Pferde an« gefordert worden, in Altenessen für zwei Generale, 30 Offiziere und 200 Mann. Di« Quartierzahlen für Essen sind noch nicht bestimmt. E» kann an­genommen werden, daß noch weitere Truppen in Essen oder in den Außenbezirken der Stadt ein­treffen werden.

Die französischen Truppen haben sofort nach ihrem Eintreffen in der. Stadt Essen Plakate mit einem Aufruf des Oberkommandierenden, des Ge­nerals Degoutte, dessen Hauptquartier sich in Düs­seldorf befindet, anbringen lassen. Zn dem Aufruf wird mitgeteil^ daß im Ruhrgebiet zur Durchfüh­rung eines einer Zngenieurkommission anvertrau­ten Mandats französische und belgisch« Truppen stationiert werden würden. Um die Ruhe und Ordnung aufrechterhalten zu können, wird der Be­lagerungszustand über das ganze von französischen und belgischen Truppen besetzte Gebiet verhängt.

Nnlegung Des KöhlenWikatt.

Parts, 11. Jan. DasJournal" schreibt, das Kohiensyndikai habe seine Dokumente aus Este« fort« geschafft. Das sei nicht nur ein Akt der Feindselig­keit, sondern auch des Zugeständnisse» gewesen, Fran- reich in Verlegenheit zu setzen. Dadurch, daß daS Ma­terial entführt sei, fei es nötig, vom Einzug ht Esten an den BerwaltungSdienft ficher zu stellen. Aber was das Kohlensyndikat vor allen Dinge« gewollt habe, sei, die geschriebenen Beweise sor^uschafse« kür die betrügerischen Berfehlungen, deren eS fich bei bat KohlenUeferungen schuldig gemacht habe. Auch die anderen Blätter besprechen die Derlegung deS Koh- lensvndikats von Este« «ach Hamburg mit großer Ausführlichkeit.

Finanzen zu sanieren und dem fortgesetzten Skandal der deutschen Kapitalflucht ein Ende zu machen. 68 sei nicht zu hoffen, möglich, daß Deutschland freiwillig die un- erläßlichen Maßnahmen ausführe. Man müsse es allo überwachen und wenn nötig zwingen, deshaG bi# Bfandnahme und namentlich die im Ruhrgebiet ber* langten Garantien. Poincare kritisiert alsdann den eng­lischen Plan und betont Vor alten Dingen, daß man einen Bankierausschuß vorgesehen habe, in dem et» Deutscher sitze, der EntfcheSmngen zu treffen habe. Noch niemals feit drei Jahren hatte man Frankreich, das auf 52 Prozent der Reparationen Anspruch habe, vorgeschra- aen, ben Vertrag vonLersailleSumznstoßen, der nicht nureininneres Staatsgesetz, son- oern ein internationaler Pakt sei. Drei Jahre nach seiner feierlichen Anerkennung diesen geheiligte« Vertrag zu zerreißen, wäre ein verhängnisvoller Weg. Dann würde nichts Dauerhaftes mehr sein, unb die feierlichen Verträge wäre« nur auf Tagesdauer geschlossen. Eine seltsame Ironie habe eS gefügt, daß der Plan, den man Frankreich als endgiltige Regelung Dorgefegt habe, auch der Repara- tionskommisfion ein Ende bereitet hätte. $ einte re übt alsdann Kritik an dem vorge sehenen Ban- kiera«ssch«ß und sagt, die Einstimmigkit, mit der die Lämmer sei« Erklärungen anfnehme beweise ihm.

daß die Regiernngen, ix den finanziellen W die Finanzlente nicht frei schalten ««b walten lasse« bürsten. Frankreich und Lugtans tinnten loyal miteinander verhandeln, ohne ihre Alban» in Gefahr zu bringe«. Die Miauz sei nicht Untergeber worden, da sie auf unauSlöschvchen Erinnerungen berate und auf dem staatlichen Interesse beider Länder Sie werbe heute umso weniger gebrochen, als Me beider- Regierungen gegenseitig überzeugt seien, baß die Roi- wendigkett bestehe, sie ausrechtznerhalten. Frankreich habe übrigens nur einem von Englarch selbst unterzeichneten., Vertrag Respekt verschaffen wollen. Boincarä geht als­dann zu den Feststellungen der Berfehlnngen über, die die Reparattonskommisfion bei den deutschen Hol»- «nd Koblenliescrungen habe konstatieren müsse«, en*

ucht auch zu beweisen, daß Deutschland 0o«i «ab Lobten hätte liefern können und daß Frankreich nicht dulden dürfe, daß irgentevrlche Berfehlungen noch bei diesen Lieferungen erfolgen Der Minifiervrösideut flt(T alsdann auf dir wirtschaftliche Laae Deutsch­lands ein, um festzustelfen, daß cS ftn Unre.t. i gdwfai sei. die Sachlieferungrn auf da» fflebaroü- U jr Verweigern. Da Deutschland die Kohle« ni-ü cliesett habe, sei eS ganz natürlich, daß fich Frankreich mmmebi selbst auf den Bergwerken sichere. Auch eef »«bete» Gebieten habe Deutschland seine« Widerstand be­findet Darüber müsse die gesamte Welt unterrichtet sein. Deutschland könne ungeheure Quantitäten 8tick­st o f f Herstellen und könne zweimal mehr produziere«, als f-tne Landwirtschaft nötig habe. Es könne achtmal mehr te.;plosiv stosse Herstellen, als die Alliierten im» stände gewesen wären, während der KriegSperiode zu fabri­zieren. WaS die Lieserung von Stickstoff betreffe, Übet die mo» verbandelt habe. [» mässe nw ftstüelten, daß man eine absolute Ablehnung erfahre« Hobe. Was dir Quantttät und den Preis anbetreffe, überall Schikanen! Anch dir Schisse, die Frankreich er­halten müsse, seien noch nicht vollständig aoaeliesttt- worden. Die französische Reoierunq hab« brnminltd) btt Verwendung deutscher Arbeiter einen großen Plan auf- gestellt, de« dir Reparationskommission südlich ge­billigt habe. Poincare perltest batifi istimmnnge» des Versailler Vertrages, in denen D sHkck.ch verpachtet wird, gewisse Maßnahmen nicht als feindselige Hand­lungen zu betrachten, die Chamberlain im englischen Unterhaus« in aller Form anerkannt habe. Daher besitzt Frankreich unstreitig das Recht, zu handeln, wie «ä ge­handelt habe. Poincare fährt fort: Wie ich an Monat Dezember gesagt habe, will Frankreich nicht «i 1 dem Rahmen de- Versailler Vertrags her» austretrn, und wenn eS heute in da- Ruhrgebiet einmarschiert ist, so geschieht daS nicht, «m irgend etwas vom deutschen Patrimonium zu nehmen, sondern nur nm die gemeinsamen Interessen der Alliierte« zn verteidigen, Poinearä behauptet, die deutsche Regierung habe die Fort­schaffung deS KohtensyndikatS aus Effep. begünstigt, weil eS jedenfalls Beweise für dir Verfehlungen Deutschland» enthalten hätte. (Ein Abgeordneter ruft: Warum ho­len Sie sie nicht in Hamburg?) Der Minister­präsident protestiert alsdann gegen 0« Auslegunst, ote Man der Z«rück»iebung der amerikanische» Truppe» gegebea habe. Nichts sei Weniger richtig, alS zu behaupte«, Amerika habe dadurch gegen daS Vorgehen Frankreichs protestieren wollen. Scho« fett langem fei der Entschluß gefaßt worden. Deutschlam, selbst hab« die Belassung btt amerikanischen Truppen verlangt, wte einx Proklamation deS General- Me» am Unabhängigkeitstage beweise. Poincarö fährt al-dann fort: Heute haben unser« Trupp«» dir «nglisch« und amerikanische BesatzungSzone durchschritten und fint überall im Geiste voller Kameradschaft ausgenommen worden Zweiselrohne zwingt uni daS Beifeitestehe» Englands, Vorsichts­maßregeln zu ergreifen, die ihm <Poi«rar6), wen» a sie nicht genommen hätte, in gerechter Weise hätten zmn Vorwurf gemacht werben können. 6ot*n» fährt der Redner fort: Wir haben di« deutsch« Regierung benach­richtigt, daß «s sich um keine Operation militärischer Art handelt. Wir haben von nnftren Soldaten nur in beschränktem Umfange Gebrauch gemacht, um di« Tätigkeit unserer Ingenieur« bei den deutschen Indu­striellen pr unterstützen. Poincarä frP8tte darauf: Ver­heimliche« wir unS aber «icht, daß wegen des 8tr», sagen» Englands diese Pfand nähme wenig vroduktiv fein wird. Ich weise sogar in loyaler Brise darauf hin. daß. man sehr bedeutende Zahlun« arn nicht erwarten kann. Aber geringe Zahlungen sind doch immer noch besser als garm'cht. Wir sind davon überzeugt, daß Deutschland keinerlei Anstrengungen mache» wird, um seine Berpftichtungen zu erfüllen, wenn tote nicht eine» unerläßlichen Zwang ausüben, namentllch auf die Großindustriellen. SS handell sich nicht fxmmL Deutschland zu ruinieren; da» wollen wer nicht- Wi» sind der Ansicht, daß ein elendes Deutschland rasch wiche» das Zentrum der Reaktion werden wir». ES handelt sich darum, von Deutschland das zu erhalten, war eS ver­nünftigerweise zahlen kann, namenllich Holz und Koh­len. Alsdann wollen wir Reformen verlangen, die seine Firnlnzen retten und die Mark stabllisiereu werden. Wir sind immer bereit, mit Deutschland wie mit unseren Alliierten zu verhandeln, nicht etwa, um die Wiederrr- Hebungsbestrebungen zu verhindern, sondern im Gegen­teil, um Deutschland ganz besonders in dem Versuch, ei« ausländische Anleihe zu erlangen, zu unterstützen. Poin» tore schließt: Die Kammer muß der Regierung ihr Ver­trauen schenk». Die öffentliche Meinung hat während der Pariser Konferenz und nachher Ruhe unb Kalt­blütigkeit bewiesen. Die Regierung wich entsprechend ben Verträgen unb Beschlüssen handeln, die die Kam««K gebilligt hat Unsere Aktion toitb nms» rascher durch- geführt werden, je weniger sie durch pwtete Revistone«