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Marburg

1923

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Die NekanMobe der NnhrbeletzMg.

-nuhrbesetzung tft gestern nachmittag 4 Mr !?*$ die belgischen und französischen Stellen sowie

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Eine entsprechende Weisung hat auch

Dr. Landsberg in Brüssel er-

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tricbsrat der Kruppschen Werte gestern abend nach einer eingehenden Besprechung der Lage beschlossen, die Arbeit in den Kruopschen Werken weiterzuführen. Tollten iedoch die Franzosen die vorgesehene Neber- wachungSlommisston einsetzen und durch die geplanten Masinahmen den normalen Gang der Arbeit stören, so wird der Betriebsrat die Parole ausgeben, datz die Arbeit niederzulegen ist.

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.8 erkin, 11. Ian. Die offizielle Belanntgabe Ruhrbesehnng ist gestern nachmittag 4 Mr

»erlassen. ht Gesandte halten.

Berlin,

It Zn- mittel« irburg.

Di« ^Oberhesstsch« Zeitung' erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich 800 Mk. mit ZusteUungsgebühr. Für ausfallende Nummer« infolge Streiks ooer elementarer Ereignis)« kei« Ersatz. Verlag von Dr. E. Hitzeroth. Druck der tlniv^Buchdruckerei von Jod. «ug. stoch, Markt 21.23. Fernsprecher SS, Poft» scheckkonto: Rr. 5015 Amt Frankfurt a. Mai«.

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der Lieferung von Holz und Kohlen, die gemätz dem Programm der genannten Kommisfion fällig waren, und um für dir Zukunft eine stritte Ausführung der aus die Reparationen bezüglichen Bestimmungen deS Vertrags von BerfailleS ficherzustellen. wird mit dem brütigen Tage eine mlS Ingenieuren und Beamten zusammengesetzte Kontrollkommission für die Beigwerke und Fabriken der besetz­ten'Gebt eie geschaffen. Die Ingenieure und Be­amten dieser Misston sollen bevollmächtigt fein, von den Berwaliungsor.ganen, Handelskammern, Arbeit­geber- und Arbcitnchmerverbänden, Industriellen, Kaufleuten usw. alle statistischen und sonstigen Aus­künfte etnzufordcrn. deren Einholung ste ftir nüülich halten. Siestnd berechtigt, die besetzten Gebiete ihrer ganzen Ausdehnung nach zu bereisen und Haven Zu- tritt zu allen Büros Zechen, Fabriken, Bahnhöfen usw. und können dort alle Doku­mente, Rechnungen und Statistiken ein­sehen.

Das Personal der deutschen Verwal­tung sowie die Vertreter der Industrie- und Han­dl lsvcrbände haben stch unter Androhung schwerer Strafen für den Weigerungsfall den Mitgliedern der Konirollkommisfion bet Ausübung ihres Dienstes völlig zur Verfügung zu stellen und stch gegebenenfalls nach den Befehlen zu richten, die ste vom Chef der Kontrollkommisston er­halten. Diefer ist berechtigt, fede beliebige Acnderung hinsichtlich der Verteilung der Brennstoffe und jegliche Umleitung der mit Brennmaterial beladenen Eisenbahn­wagen und Kähne anzuordnen. Die In­genieure und Beamten der Mission sind mit einer ihnen von den Militärbehörden besonders ansgest'll- icn Geschäftsanweisung versehen, die ihnen als Per­sonalausweis dienen soll.

Kontroll «der Kohlenverteilung.

Ab 11. Januar 1933 unterliegen die vom Kable» syndilat ausgestellten oder ausgeführten Verteilung? pläne für Kohlen und Kols der Genehmigung der in- dustrietten Ruhrkommission die ste, wenn sie es für notwendig erachtet, abändern kann. Diese Pläne haben insbesondere die vollständige Lieferung der vor­gesehenen Mengen für die Länder der Entente und für die besetzten linksrheinisch«» Gebiete zu Umsätzen und müssen ausreichend fein, um die Bedürfnisse der ucubesetzten Gebiete zu befriedigen Unter diesem Vorbehalt ändert sich im Grunde nichts an der allge­mein jetzt in Kraft befindlichen Verteilung der Brenn- stosfe. Falls Uebertrctungen obiger Vorschriften sei­tens des KohlensyndikatS oder der Zechen festgestellt ii-crden odec falls die gelieferte Qualität zu wünschen übrig läßt, würden schwere Strafmatz nahmen ergriffen werden ohne Rüilficht auf die Umleitungen im Eifen- bahn- oder Wnfferstratzenverlehr, die von der industriellen Misston angeordnet werden könn­ten. Die Ingenieure der Mission werden häufig Stichproben vornehmen, um stch zu vergewissern, datz die Anordnungen des Kohlensyndikats korrekt ge­geben und genau befolgt sind.

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llngabe M.

Berlin, 10. Jan. Der französische Botschafter und der belgische Geschäftsträger Übergaben heute dem Reichsminister des Auswärtigen gleich lautende No- ttzen, deren Wortlaut in folgendem wiedergegeben ist:

Auf Grund der von der Reparationskommisston fcstgestellten von Deutschland begangenen Nicht- e.füllung in der Ausführung der Progranune oer Rv- parationskommifsion hinsichtlich der Lieferung von Holz und Kohlen an Frankreich und gemäß den Be­stimmungen von 8 17 und 18 der Anlage 2 zu Teil 8 des Vertrags von Perfailles hat die französische Re­gierung beschlossen, eine aus Ingenieure« bestehende und mit den erforderlichen Vollmachten zur Beauf- siwttgung der Tätigkeit des KohlensyndikatS versehen« Kontrollkommission ins Ruhrgebiet zu entsenden, um durch die durch ihren Vorsitzenden an das Syndikat oder an die deutschen Verkehrsbchörden erlassenen Befehle die strikte Anwendung der von der Repa- raiionskommission festgesetzten Programme sichcrzu- stellen «nd alle für die Bezahlung der Reparationen erforderliche,» Maßregeln zu ergreifen. Die Vollmach­ten dieser Mission werden durch die beiliegenden Ur­kunden bestimmt. Die deutsche Regierung wird ge­beten. dieselben den beteiligten Behörden zur Kennt­nis zu bringen und ste mit den erforderlichen Wei­sungen zur genauen Befolgung der darin enthaltenen Vorschriften zu versehen. Die italienische Regierung hat gleichfalls beschloffen, die italienischen Ingenieure an dieser Mission teilnchmen zu lassen. Die fran­zösische Regierung legt Wert darauf, zu erklären, datz sie gegenwärtig nicht ho­

lt denls z u einer militärisch en Ope­ration oder zu einer Besetzung politi­scher Art zu schreiten. Sie entsendet einfach ins Ruhrgebiet eine Mission von Ingenieuren und Beamten, deren Zweck deutlich ««schrieben ist. Sie mutz dafür sorgen, datz Deutschland die im Vertrag von Versailles enthaltenen Verpflichftingen achtet. Sie läßt ins Ruhrgebiet nur die zum Schutze der Million «nd zur Sicherstel­lung der Ausführung ihres Auftrags erforderlichen Truppen einrüüen.

Keine Störung und keine Veränderung int norma­len Leben der Bevölkerung wird nlfo erfolgen. Sie kann in Ruhe und Ordnung weiter arbeiten. Die deutfche Regierung hat das größte Interesse an der Erleichterung der Arbeit der Mission und an der Un­terbringung der zu ihrem Schutz bestimmten Truppen. Die französische Regierung rechnet auf den guten Willen der deutschen Regierung und aller Behörden, welcher Art ste auch feien. Sollten die Matznahnten der Beamten bc< Mission und die Unterbringung der sie begleitenden Truppen durch irgendein Manöver be­hindert oder in Frage gestellt werden und sollten die örtlichen Behörden durch ihre Tätigkeit oder durch ihre Untätigkeit irgendwelche Verwirrung im materiellen Leben unb In der Wirtschaft des Gebiets herbeizu­führen, so werden alle für erforderlich erachteten wangS oder Strafmatzuahme« unver­züglich ergriffen werden.

Befuguiffe der Konirollkommisfion.

Auf Grund der von der Reparationskommifsion festgestellten Nichterfüllung Deutfchlands hinsichtlich

FraukM unb die Entente.

Amerika ist gegen die Aktion Frankreichs.

Basel, 10. Jan. Der Pariser Mitarbeiier bet ,.Basler Nachrichten" weist heute darauf hin, daß eebex d«G englischen Delegierten Bradbury auch der amerikw

6lne Rede 6» Mslnnzlm.

Berlin, 10. Jan. Der Reichskanzler Dr. Tuns hielt heute vor dem Auswärtigen Ausschuß des Reichstages eine Rede, in der er sich übet die gegenwärtige Lage verbreitet.

Der Reichskanzler kommt zu dem Ergeb«!», dich Deutschland materiell und politisch getan habe, am» in seiner Kraft stand und was mit seiner Verant­wortung für die weitere Existenz unseres Volkes vereinbar sei. Wir hätten materielle Angebote bis zur äuhersten Grenze unserer Leistungsfähigkeit ge-. macht. Wir hätten unsere Garantien angeboten «nd dadurch endlich das Letzte getan, was ein Sott tun konnte, um die Pläne der Revanche z« zer­stören. So wies der Kanzler nach, datz mit Frankreich nicht zu einer Lösung' de» Reparationsproblems zu kom­men sei. Was Frankreich wolle, besagen die- Nachrichten über die Truppenbewegungen, die uns die letzten Tage gebracht hätten. Diese seien nicht einmal in öuszerlicher Verbindung mit der grotzen Reparationsfrage in Szene gesetzt worden, sonder« mit den Verfehlungen bei den Holz- und Kohlen­lieferungen. Diese beruhten aus besonderen Ver­abredungen, bei deren Verletzung keinerlei mili­tärische oder sonstige Sanktionen vorgesehen find. Eingehend legt der Reichskanzler die Rechtslage dar und kommt zu dem Schlutz, datz Frankreich und Belgien den Vertrag von Ver­sailles offenkundig gebrochen hät- t e n. Das müsse zu umso ernsteren Konsequenzen führen, als die französische Aktion Deutschland ge­rade das Gebiet aus den Händen nehme, aus dem die Leistungen bisher geschehen seien. Eine aktive Gegenwehr sei dem deutschen Volke nicht möglich, aber es werde sich auch nicht willenlos dem Rechts- bruch beugen. Die Reichsregierung werde ihren P r o t e st gegen diesen Rechtsbruch allen Mächten notifizieren. Der Botschafter Mayer werde angewiesen werden, Paris zu verlassen, um hierher zu tomnten; das Botschafterpersonal werde dort bleiben. Die Reparationsleistungen würden den Vertragsbrüchigen Län­dern gegenüber eingestellt werden, denn die in der Hamburger Rede schon ausgeführte Pfandnahme habe notwendigerweise den Tod der Reparationen zur Folge, schon, weil mit der Be­setzung des Ruhrgebiels die stärkste Quelle der deutschen Wirtschaftskraft und Leistungsfähigkeit zusammenbrechen miisie. Die Beamten im besetzte« Gebiet würden mit Rücksicht auf die Fortführung der Verwaltungsgeschäfte dort gelafien werde«. Was weiter zu geschehen habe, häztge vo« dem ab, was von der anderen Seite noch erfolgen werde.

Entscheidend sei für uns alle die Haltung de» Volkes. Zn Einheit und Würde werden wir der be­vorstehenden Leidenszeit und allen wirtschaftliche« Gefahren entgegentreten, die aus der Wegnahme des Herzens unserer Wirtschaft entstehe» können. Es gelte jede unnötige Teuerung abzuwenden, die insbesondere sich aus der wahnsinnigen sprung­hafte» Steigerung der fremden Währung ergeben werde. Trotz der ungeheuren Schwierigkeiten, die dem entgegenständen, habe die Reichsregierung Be­mühungen unternommen. Die Verhumdlunge« darüber mit den wirtschaftlichen Kreise« seien im Gange «nd würden in den nächsten Tagen »ach der Seite der Gewerkschaften hin weitergeführt werden. Das deutsche Boll muffe sich in allen Schichten, auch in denen, die bisher die Rot nicht empfunden hätten, zu einer einfachen Lfbeushaltung be­kennen. Zum Zwecke der Beratungen über diese Frage «nd die gesamte Lage seien die Herren Staats- und Ministerpräsidenten der Länder für Freitag nachmittag nach Berlin gebeten.

Allee Erfolg unserer Bemühungen gegenüber dem Vertragsbruch hänge davon ab, ob wir di« Kraft des Volkes beibehalteu können. Das Zu- sammenstehen des Volkes im Staate mit der Wirt, schaftskraft und de» politischen Parteien solle auch zum eisernen Ausdruck gebracht werden durch eine« vom Reichskanzler gegengezeichneten Aufruf de» Reichspräsidenten, den nächsten Sonntag zu einem Tag der Einkehr und ernste« Würdigung der Rot de» Vaterlandes zu gestalten. Die Regierung werde nicht ruhen, bis fie Wege gefunden habe, durch Fest­halten an der bisherigen Aktivität die Lage zu entwirren.

Wtxtfm btt beutWn MW au; Paris unb VrUel.

i Berlin, 10. Zan. Botschafter Mayer ist telegraphisch angewiesen worden, die Geschäfte an einen Botschaftsrat abzugeben und Pari» zu

fetten Republik zu erfcüüttern, möge kommen, was da wolle. Unerschütterlich wirb Stadt der Arbeit zur deutschen Republik stehen.

Tas Verhalten der Kruppschen Arbeiter.

Essen, 10. Jan. Wie wir erfahren, hat der

gezogen. Der grötzie Teil der Truppen stammt aus dem besetzten Gebiet. Die Bormarschvorbereitungen werde» im Laufe des Tages zur Erkebigung gelan­gen. Aus den Zechen treten bie französischen Kohlcn- kommisstonen sehr scharf auf. Insbesondere bemängeln sic die Gewichte, von denen sie behaupten, vatz sie zu gering seien. Ebenso wollen sie nur reinste Kohle ohne Zitsatz von Stein haben, was technisch natürlich über­haupt nicht durchführbar ist.

Essen. 11. Zan., 10 Uhr vor«. Französische Kavallerie und Znfanterie mit Panzerwagen über­schritten heute früh gegen 8 Uhr die Grenze des besetzten Gebietes. Bon Kettwig ziehen zwei ge« trennte Kolonnen auf Este» heran. Von Mülheim find keine Truppen im Anmarsch.

W StilNNMg hi EllkN.

Essen, 10. Jan. 11 Uhr vorm. Bis zur Stunde herrscht an der ganzen Grenze des besetzten Gebiets von Kettwig bis Mülheim völlige Ruhe. Neue Trupvenansammlungen waren nicht zu be­merken. In der Richtttng Düsseldorf traten heute Ver- kehrSerleichterungen für die Fuhrwerke ein. Gestern wurden alle Lastwagen und Personenwagen in Kett­wig zurückgeschickt. Heute bleiben die Lastwagen in beiden Richtungen unbehindert, während die Per- konenwagen die Erlaubnis für die Einreife erhalten, es wird ihnen aber nicht gestattet zurückzufahren.

Ueber die Stimmung in den Ef lener Arbei­te rk r e i f e n schreibt.die sozialdemokratische .Essener Atbetterzeitnng": Es gibt keine Macht, die stark ge­nug wäre, und wenn sie ein aus tausend Kanouen- fd'liinben drohendes Gesicht zeigen würde, um unsere Herzen im Gefühl der Zugehörigkeit zur deut-

10. Jan. Die Reichsregierung hat die brutschen Vertreter im Auslande angewiesen, bxi den

1 Wie weiter berichtet wird, wurde auch die f^uzstation Bajohren nördlich von Memel von Litauern besetzt. Ferner verlautet, datz regit?

.Ee litauische Truppen bei Eglijchken, östlich Ba- '-»hken, über die Grenze traten und südlich iu der Achtung auf Memel vordringen.

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a? ®crlin bei deu Botschaften, bei der deutschen ^schäft in Berlin nnd der Gesandtschaft in Brüs- -^ctfclgt England hat bisher keine Schritte ^«ftomtnen, um seiner Missbilligung über das ^Eärisch« Vorgehen bei der französische» Regie- Ausdruck zu geben.

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fremden Regierungen sinter eingehender Darlegung der ady und Rechtslage gegen die Vertrags- und oölker- «chl-widrige Gewaltpolitik Frankreichs und Belgiens Verwahrung «inznlegen.

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Auch ius Mmellnub wirb elWjnlleu.

Dlemek, 10. Zan. Rach hier vorliegenden Nachrichten bestätigt sich, datz anscheinend irreguläre luouische Banden in den Erenzort Laugsargen ein- Udrnngen find. Ein Teil der französischen Be- !«tzrmgstruppen wurde iu Kraftwagen an Ott und ktesix geschafft nnd in Vormarsch gesetzt. Auch der Dberkommissar PMsne begab fich nachmittags dorthin.

Memel, 10. Zan. Der Oberkommissar Pötisn« Klietz als Vertreter der alliierten Mächte folgen­de» Aufruf:

Einwohner des Memrlgebiets! Eine große Anzahl »on Freischärlern drang iw die Grenz- L station Laugsargen ein. Al» Vertreter der tiliierten Mächte werde ich mich mit allen mir zu Gebote stehenden Mitteln der Verletzung des Gebiets widersetzen. Zch ersuche die Bevölkerung, die Ruhe zu bewahren, ihren Geschäften und ihrer Arbeit nachzugehen. Den mir von de» alliierten Mächten anvertranten Posten werde ich nicht verlassen.

Der Anzeigenprei» beträgt für de» 9gesp. Zellenmillimeter 20.00 ÄL (Äleiwe Anzeige» gegen bar, 25°/. weniger). Amtlich« und tum. Anzeigen 25 Mk. Bei schwierige« EO ,

Satz 50°/. Aufschlag. Spät einloufenbe oder den Raum über ff. Seit« einnehmende JO. yuljlgj Suttulu. Mi 11.3emr | Iedrr"Rabatt* gttt^a^ Barrabatt?* B?leg« werde» berechnt. B«i Au». I J923 tauft dmch die Eejchäftrst. u»d Vermittlung der Angebot« 20 SR, bei Uebet/enbung durch an» 50. Mk. ohne Porto.

Amtliches VerMndigungsblatt des Kreises Marburg. ß

Anzeiger für (das früher kurhessische) OberheW

PkWIAk fiflnötag.

Berlin, 10. Zan. Zn der heutigen Sitzung les Preußischen Landtags erklärte Ministerpräfi- öe»t Brau« angefichts der drohenden Ruhr- hrsetzung durch die Franzosen #. Als das Par­lament vor Weihnachten auseinanderging, durfte «an noch hoffen, datz Vernunft «nd Menschlichkeit eher Siegerwahn und Machtgier siegen würde. Hiese Hoffnung habe getrogen. Der Mann, der Mrzeit die Geschicke des französischen Volkes leite l mb schon so viel Unheil über Deutschland gebracht L jade, scheine nicht ruhen zu wolle», bis ihm die Zerstückelung Deutschlands und die Vernichtung der i deutschen Wirtschaft gelungen sei. Der nichtteg Vor- «and Frankreichs gehe über die kühnste« Aus­legungen des Fttedensvettrags hinaus. Das Vor­gehen bleibe Vertragsbruch «nd ei« schnöder Ueber- fall a«f ein wehrloss Volk. Autzerdem sei der Ge- »altstreich sinnlos, denn et werd« die Reparations- köhigkeit Deutschlands vernichten und nnr Hatz «nd Erbitterung feen. Er versichert sodann die Bevöl­kerung seines und des Landes Mitgefühl bei den vielen Unzuträgkichkeiten der Besetzung und fordert Se auf, allen Bedrückungen und Verführungen zum Trotz treu zum Deutschen Reiche z« halte«. Er schloh mit einem flammenden Protest gegen diese Dergewaltigung des Völkerrechts. Auch Präsident deinert versichert im Ramen des Landtags der Levölkerung im neubesetzten Gebiet die Teilnahme des Landes. Der Landtag und da» Volk werden kreu zu den vergewaltigten Brüder« stehen, wie es sicherlich auch diese, trotz ihrer Rot, in ihrer Reichs­treue nicht fehlen lasten werden. Auf Antrag des Zentrumsabgeordneten Herold vertagt fich der Landtag auf de« 17. Zanuar.

Sn MmM geht weiter.

Der Vormarsch der französischen Truppen.

Paris, 11. Zan. Der Vormarsch der franzö­sischen Truppen ist nnnmehr auf die heutige Nacht endgültig festgelegt worden. Bis zum Tages­anbruch sollen alle vorbereitenden Bewegungen ausgeführt sein und die Soldaten ihre bis ins kleinste voraus bezeichneten Quartiere eingenom­men haben. General D e g o u t t e hat gestern das grotze Hauptquartier im Steinhof in Düsseldorf eingerichtet.

Weitere Bcsetzungsvorbereitungen.

Duisburg. 10. Jan. Geftern in bet Zeit von 89 Ubr abenvs find eingetroffen 5000 Mann Infan­terie, 400 Mann Artillerie, 200 Pioniere unb 100 Mann Kavallerie. Rätst Auffassung beS Bürgermeisters von Duisburg unb französischer Offiziere wirb bet Vor­marsch in bet Nacht bom 10. zum 11. Januar begin­nen. In den bisster freien Ortschaften zwischen Tüf- felborf unb Duisburg ist Kavallerie eingerückt. Die alliierle Verbanbskommiffion für MilitärtranZporte Hal innerstalb des besetzten Gebiets eine Reihe von weiteren Zügen angefordert. Es fallen jedoch bie Kohlenzvge, bte Arbeiterzüge unb eine beschränkte An­zahl von Personenzügen weilet verkehren. Im Ge­biet zwischen Mükltrim (Ruhr) unb Kettwig ist alles nach ber Essener Grenze zu besetzt worben.

Eine kleine Stockung.

Effen, 10. Jan. Rach den letzten Informationen haben bie französischen Truppentransporte für bas Ruhrgebiet graste Verspätungen erlitten. Die nach Esten bestimmten Tttlpventranöpsrtzüge finb bisher nicht eiitgetroffen. Andere Züge, bie an der Peripherie des Ruhrgebiets entladen werde« sagten, finb auf mehr rückwärts gelegenen Stationen ungehalten und entladen worben. In Mülheim-Speldorf ouSgetabene Truppen finb in der Richtung nach Duisbttrg zurückg- zogcn worben. Bereits in Duisburg befindliche Trup­pen wurden auf das li.'.ie Rheinnfet zurtickgezogen. Der Aukruf ber Reichsregierung ist von bet Essener Stadtverwaltung durch Anschlag veröffentlicht worden.

Nigoro'es Benehmen der ftanzöffschen Kohlen- kommiffionen.

Essen, 10. Jan. Die Franzosen haben zwischen Düffelborf und Duisbntg vier Divisionen zusammen-