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A. Mr. 1923
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London. 9. Jan. „Dany Chronicle" berichtet aus Newyott, die Vereinigten Staaten hätten Frank- reich eine neue Gelegenheit für die Regelung des
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Esse«. «. Jan. 3« d«« französischen Truppen- 1 icwegungen ist noch zu meide«: Bis h«nt« traf«« im «eenMbiet 49 Züge mit Infanterie, Kaval. lerie und Artillerie ein. Davon wäre« bis gegen Abend 46 entladen. Moregn sollen weitere 24 Züge eintresfen. Die Zahl der Truppen wird auf ungefähr 40—50 000 geschätzt. Heber ei« Bor, dringen in das unbesetzte Gebiet liege« «och keine Rachrichten vor.
Karlsruhe. 9. Jan. Starke französische Trup- pentrartsporte werden aus der Pfalz gemeldet. Gestern Paksterten 7 französisch« TruppentranSporizüge. die aus Frankreich kamen, mit Halt auf allen Stationen die Pfalz. Ja den französischen Militärlagern der Pfalz herrscht fieberhafte Tätigkeit, die darauf lüftesten lasst, das; auch in der Rbeinpfmz erhöhte Alarmverettschaft besteht. Die Haltung ver französischen Offiziere und Mannschaften gegen ihre unsret- wisiigelt Quartiergeber und gegen die deurlchen Ge- sMftstnhaber, bei denen sie iüre Einkäufe zu machen pflegen, ist. wie übereinstimmend au? verichiedencn Städten gemeldet wird, beinahe feindselig.
Der Aufwand der franzöfischen Regimenter.--'
Par i s, 9. Ian. Der Bormarsch in das Ruhr- gebiet wird in Düsseldorf in allen Teilen vor- bereitet. Der französische General Degoutte. der Kommandant' der französischen Besatzungstruppen, ist gestern von Mainz nach Düsseldorf abgereist. Die französische Kavallerie ist in Düsseldorf versammelt und wartet Befehl aus Paris ab. „Daily Mail" erfährt über die militärischen Vorbereitungen zum französischen Einmarsch folgendes: Der Vormarsch richte sich in erster Linie gcgen Este» und Bochum, auch wenn es nicht ausgeschlossen ist, daß lyeitere Ziele wie Dortmund in den Bereich der Besetzung fallen sollen. Der Plan ist der. daß die französischen Truppen aus dem Rheinland in das Ruhrgebiet vorrücken,' während an ihre Stelle Truppen aus Frankreich und vor allem der Haupt- retl des in Metz stehenden 16. französischen Armeekorps treten sollen. Marschordar haben bekommen das 110. Infanterieregiment ht Fiinfkirchen, das chf. Infanterieregiment in Barle Duc, das 155. In
fanterieregiment in Commercy, die 130. Dragoner in Metz, die 18. algerischen Scharfschützen in Metz, die 22. algerischen Scharfschützen in Verdun.
Bor der Besetzung Esse«».
®k die Blätter aus Esse« melden, find ble französisch«« Vorbereitungen zum Einmarsch in das Ruhrgebiet zum Abschluß gelaugt. Die Spitze« der französische« Truppen werden für heute früh gegen 8 Uhr in Esse« erwartet, während^ das Gros im Laufe des Tages auf der Eifenbah« folgen wird. Der Befehl an di« Truppe« lautet auf Befetzunz von Mülheim a. d. Ruhr und Esten mit Umgebung. Für die Besetzung w« Gelsenkirche« und Bochum liegt ein Eventnalbefehl vor, beste« Ausführung erst als ein weiteres Druckmittel gegenüber dem Deutschen Reich« gedacht ist. Bei dem Heranrucke« der Franzose« wird eie großer Teil der Schutz- poUzei au- Este« zurückgezogen «erden.
Laut „DeH^er Allg. Zig.- erklärt die Verwaltung der Friedrich Krupp A.-G. in Esten auf ein« Anfrage, bah sie versuchen wird, de« ungestörten Fortgang der Arbeiten in ibren Werken aufrecht zu erhalte«, «eil von ihrer Arbeit allein in Este« 54 000 Menschen ihr Brot habe«.
Verlegung des Kohlensyndikat».
Rach einer Meldung der „Deutschen Allg. Ztg." beschloß gestern eine in Este« abgehaltene Mit, glieder-versammlung des rheinisch - westfälischen Kollensyndikats einstimmig, «nter Zustimmung der Arbeitervertreter, den Sitz de, Syndikats von Esten nach Hamm g« «erlege«.
MWmm -NftmrM« WttWk.
Französische Blätter melden, daß di« französisch« Ostseeflotte aus Kopenhagen abberufen worden ist und sich auf dem Weg« nach Frankreich befindet, um dort das Kanalgeschwader zu unterstützen. Gleichzeitig erscheint in polnischen Blattern die Meldung, das, französische Marine, offiliere «ach Polen gekommen find, um die Organisation der polnischen Flotte durchzn- führe«. Zwischen beiden Meldungen scheint ei« ursächlicher Zusammenhang zu bestehen.
Marburg ÄittWlt, 6« 10.3«8Mt OertxM,.
JOifetbtÜKbe Rettung etidxiRt »«bemal mötbentli*. — Sejugsptets mouatlt* 800 Ml. mit Zustellungrgedühr. tzür ausmüentte Kummern infolge Streit» ooer elementarer Greiqniiie fein (£va$. — Derlgg ooe Dr. G. pixeroth. Druck der Untu-Vuckdmckexei vo»rod. Äug. Äoth. Markt 21 tS. — Setnrote*er 5ö, Post- , stbeckkooto: Nr. 5015 Ärnt Fe mkiurt «. State
setzt.
Essen. S. Ja« Wie men att« zuverlässiger Oaelle erfährt, ist damit zu rcchuen, daß Frankreich reick zum Portsicken insgesamt 4—5 Divisionen be- reitqeflellt Hal, von denen allerdings ein erheblicher Teil Heu Beständen der Besatzungsarmee nommen itrixfc. DaS Ausmarschgebiet liegt zwischen Wesel und Düsseldorf. Das Hauptquartier wird ve> inuilich nach Duisburg verlegt werden, wo Quartier für fünf Generale angelordett ist. Vorläufig scheint bi jer Hauptsache nur Essen mit der« Kohlcuitmdikat und de: Kruppschen Gußstahlfabrik das Siel brr Be setmug zu sein, doch wird einem weiteren sofortigen Verrücken nach Osten bi» ix kürzester Frist ,«S wahr- fcheinl'ch entgegengesehen. .
Kraftwagen.Requirierung im Düsseldorfer Brühen, k»pf.
DEeldorf, 9. Jan: Tü«h öffentlich«! An- schlag wurden von dem Kommandierenden des Brücken-^ kopfes Düsseldorf, General Simon, alle Besitzer von Kraftwagen, soweit ihnen ein Requisikionsbesehl schon zugegangen ist, aufgefordert, ihre Kraftwagen sofort an der Kaserne Napoleon in der Tanneitstraße, früher Kaserne d« 39 er, vorzuführe«. Der Oberbürgermeister oder ein von ihm bestimmttr Berteetcr hat bei b« Vorführung der Kraftwagen zugegen z« sein. Wer dem Beseht zur Vorführung der Kraftwagen nichtnochkommt, wird neben der Beschlagnahme der Wagen mit der Stellung vor ein Kriegsgericht bt- droht. * s
FranMsch« «ortruppen im Vorort Kettwig.
E s s e n, 9. Ian. Die «ortruppen der Franzose« reiche« fett heute nacht bis an den Vorort Kettwig heran. Eisenbahner, von Düsseldorf kommend, be- ftättgen, daß wett über den halbe« Weg bis Esten heran alle Orte voll von französische« Truppen liege«. Die Eisenbahndirektion Esten hat» um Reibungen möglichst zu vermeiden, die Laderampen von Mitternacht a« für die zu erwartenden französischen Truppen frei gemacht. Die Stadtverwaltung lieh dem gröhte« Hotel der Stadt einen Brief zukommen, dah es vielleicht noch in der Rächt von französischen Offizieren belegt würde. Aeuherlich ist Esten ruhig.
/ntaegen, bis der Morgen taut, der |bt«i Recht seine« Platz und Euch die tetbelt gibt. Wir.aber gelobe» Euch treue Wfc; unsere rastlose Sorge wird sein, nichts unge. sschehe« ,yi lassen, um die Dauer der Fremvherrfchaft ^.stürzen, Eure Rot zu lindern und de» Weg zum .watzren Friede» zu finde«. *n deutschem Grmeinsinn iiittb m opferfreudiger Vaterlandsliebe werden die fkemdcn Macktzpläne zerscheUeni Hallet alle Seit hoch bk deutjche Einheit und unser gutes Recht!
ReichsvrWdent Ebert. Reichskanzler Cuno.
Fahr und Tag dir äußersten Ansirenaunqen gewacht werden, um den Anforderungen der Reparationskommission Genüge »u leisten. Er legte feierliche Verwahrung gegen die Behauptung ein. daß von deutscher Seite nicht ba<$ getan worden sei. was unter kn obwaltenden Umständen menschenmöglich geimse» Wäre.
Zum Schluffe der Sitzung, ble, eine Stunde dauerte, flhtc der Vorsitzende der KriegPasteuwmmisfion Staats jcrrctär Fischer bä von deutscher Seite vorge'orachr-u MuLführungen nochmals kurz zusammen, worauf die ton» lrabiktatvrische BerHandlung geschlossen wurde. Fischer widersprach der sranzösifchen Behaupinng. daß die Koy- tzenlieftrungen an Frankreich und Luxemburg vor dem Kriege höher gewesen seien als zur Zeit. Er wies darauf chin, daß dieser Vorwurf auf Grund der r-tatistik roa Direktor Wallmichrath gestern widerlegt worden sei. Trotz bes Verlustes der Caargruben und der Gruben in Eber Mlesirn seien 1922 die von Deutschland abgegebenen .Kohlenmengen größer gewesen als die Kohlenmengen, die [1913 von Deutschland geliefert wurden.
Pari», 9. Fan. Rach einer Havasmeldun« begann die ReparattonskinnmiMon um 10% Uhr die vernimm über die deutschen Sohlenlteserun- ec« Air das Jahr 1993. Äoh» »radbnrd Rate
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vor allem die Gründe auseinandergesetzt, weShalv «ach seiner Auffassung kein Anlatz vorliege, eine Ver- fchlung Deutschlands bei den Kovlenliefenmgen drs Jahre» 1933 sestznstellen. Rach einer spiiteren Mel- >««g hat die SomMifsto« mit drei «egen eine Stimme eine deutsche Verkehsun« bet den deutschen Kohlenlirsernngen Mr 1923 mtf Grund des i 17 Ander S Abschnitt 8 fesigesteüt.
Ser Anzeigenpreis beträgt fflt den 9geip. Zeitenmillimeter ».00 Wt. ^ein-«nzeigrn aeetnb’r,25»/6 weniger«. Amtliche und nur». An^igeu 3- Mk. Bei «vwieri em 6«« Mi*/« «ütidilafl. Spät einlaufenbe oder den Raum Aber *1. Sette ehtwebmenbe Anzeiaen werden na» der legtipoltenbteite berechnet. »eName« der Zeilenmillimeter M Mk. Jeder Rabatt gilt al, «arrabatl. Belege werben t^echnet. Bel Ans- knnft dm» die Seichättest. und Bermiltlnnq der fln.tehote 20 St, Met Ueberettbung durch un# 50.— Mk. ohne Port». _________________________
Sie Wlfte Steife in MMMni.
Pari», 9. Jan. Da» Syndikat der Pariser Presse wurde gestern, wie der ^Oeuvre- berichtet, »u einer Sitzung zusammenbernsen. Seinem Borsitzende« dem Direktor des „Journal des DebatS", seien am Sonntag vom Ministerpräsidenten Nichtlinte« kür di« Haltung der Pariser Presse während der Durchsührung der vorgesehenen Operationen gegeben worden. Potnenre wstn'chte, vast matt von ihnen möglichst wenig Aufhebens machte, denn diese seien im Gnmde genommen dop nur die logische Folge der Ausführung des FriedenSvertrag». Er bat. afft» zu vermeiden, roa» Zwischenfälle hervor- rufm könnte.
Der HvlUmWesM de; Sanier KMettmv
Paris, S. Jan. Der „Chicago Tribüne" zu- folge hat "brt gestrig« Kckbinettsral in Paris Seschlosi fen, miE dem Bormarsch ins Ruhrgebiet am Mittwoch morgen vor Tagesanbruch zu 'beginn en. Falls Marschall Foch, sonste sei--« Mitarbeiter im Alberts- und Finanzministerium bis dahin noch nicht bereit sein solltet, soll der Bormarsch Lis spätestens Donnerstag morgen hiuausgeschobeu «uetden, Bei diesem Kalnne'tsrat sollen mehrer« Dim^ men dafür abgegeben toorden sein, mit dem Bormarsch bi« nach dem 15. Jan., als d«m Fälligkeitz- tage der nächsten deutschen Barzahlung zu tvarten. Di- Mehrbeit beschloß jedoch» daß dir brutschen B-r sehlungen in den Kohlen- und Holzlicserungen afc Grundlage für den Bormarsch genügen.- ' /'J . zj
B e rl i n, 9. Jan. In unterrichteten Kreisen er wartet man dick Abberufung des deutschBotschaftt-re nn Augenblick der Besetzung. Die laufenden Geschätte würden dann von einem Beamten b« Botschaft i»ti lcrgesührt treiben. -
Sie Melttmttt in RntM geleit.
Mainz, 9. Jan. Die ftanzösische Rheinarms« hat sich bereits in Marsch gesetzt. Seit gestern ziehen große Bagagtkolonnen «itb marokkanische Truppen durch die SladE. Auch die Truppen der Garnison Wiesbaden habe» sich zum Teil bereits is Marsch ge
Sie ientlte SiMtnettleiliM Welt.
1 Paris, 9.Jan. Die Reparatiouskommisi 1 Lion hörte heute vormittag von l/s10 Uhr ab die Ars- flhrungen des Vertreters des Kohlensyndikats Direktor Lübsen über btt deutschen Koblenlieferungen -fir t«s Jahr 1922 an, sowie die Erklärunaen des Geheimrat« Ruppel vorn Wiederauchamnmisterium über
Die französische Regierung habe um weitere Einzetheite« ersucht, die ihr auch übermittelt worden feie«.
Reuter berichtet, daß der amerilanifche Vorschlag 6e»; züglich der Regelung der Reparationsirage. wie er in »eti Rede Hughe» in Rewhaoen auseinandergesetzt uw' der durch offizielle Kanäle übermittelt worden fei. vo« Staatsdepartement als der französischen Regierung $«l Entscheidung vorüegeiw betrachtet wird.
? „Grande national V*
- Bo« unferm politischen Mitarbeiter > ’
ES gab eine lösche in der Weltgeschichte, in der Frankreich sich die „graude Nation" nannte. „Groß" war diese Nation nie! Sichtlich nicht tu "tiret Geir nung, in ihrem Charakter und in ihren Absichten« Aber wenn schon einmal nur äußere Faktoren al» Maßstäbe gelte nkonnten. so war sicher daS Frankreich eines Napolwu «ine „große" Nallon. Es verschlägt dab-- nichts, daß dieses damalige Frankreich wirk-! lick Krieg: provoziert^ Kriege schütte, Eroberungen \ und Gewalttatigkeiton über ganz Europa vollführt«,' um, räumlich gesehen, groß zu werden. Da bi? da- «»aliaeu Zeiten andere waren, da man sich noch int Zeichen wirklicher Geistig - Kultur befand, hat man Frankreich die damaligen Miffetaten wirlltch grs> mütig veuiebetr. Und oer Wiener Kongreß und d« spätere Vertrag von Varis haben Frankreich nicht zur „ Rechenschaft gezogen, haben ihm keine untragbare Eni- kchädigung anferlegt, haben nichts gewußt von „Savk- tionen und Pfändern", haben e5 weit von sich he- Wielen, eht besiegtes Volk zu knechten und zu oer- sssaoe'i« 'Wenn man sich diese Vorgänge von damals veraeaenwürtiat und sie mit den im Vertrag-von Mr- sailleS geschaffenen Dinget vergleicht, dann sollte man 'N-ineu, man wäre in der Zeitrechnung nicht vottvMS, " {onbeEii tun«inIah h 'nde« rückwärts ge^ch- ft ««* Aber riite drraciiae Annahme wäre beleidigend kür unser« Vorfo^ren. denn sie haben sich wirklich großmütig M| «del 'erwirfen, selbst gegenüber einem napoleonischen -Fr»«.««« cwS sich ganz Ätro^r zuck°SSldN«r mach, tep Jttnt desiev. GroßmochtspsKte willen- tzvndtzrttKt- -seude ihr Ätbai lafien mußten. Die „große Rattan" m6t fürwa-hr «tf eintm- Fundavrent, bi* von steinstm Me-re von Mut und Tränen umspült wird.
Der Traum von der ...grande Nation" läßt aber! ba» heutig« Frankreich nicht schlafe«. -WaS indessen ist ein Poincarö gegenüber einem Nap-leon. Ein citofrr.be'. Frosch, ein Mehlwurm! Eine Fliege im Netze der Weltgeschichte, die keine andere Aufgabe kennt, als die feinen Maschen und Ad'm durch blind- wütiges Gestrampel zu zerreißen. Und was ist di« französische Nation von heute? Wahrhaftig 'eine große", ein Gemisch von Großmannssucht und Klein- sich leit, von Haß und Anmaßung, von Begier nach! irtTrbfm Gut aus Acrger darüber, einem trägen Rent- ncrleben mtliebsam entrissen worden zu sein. G>)tt- srtdauk gibt es im französischen Volke noch viele an« fiLubige uni dufea--' Krrise und Schichte«, Sie nut mit Aerget und verhaltener Wut den Irrwahn bet amtsiichen Politik verfolgen, die aber keine Macht mt» keinen Einfluß haben, um ihre Auffassungen,' durchzusetzen, - - - ,
Und nun Wckt fick di« „graude Nation" au, ihre größte Heldentat zu begehen, die ihr« Geschichte kennt: ! üv.ler dem Schutz von fünf französischen Divisioneuf vrrstättt durch ein belgisches Detachament, ausgerüstet ‘ mir Flieger- und Tankgeschwadecn, mit Kanonen und 'Ärschsitzen und Mörsern ohne Zahl, mit Gas« und at btren chemischen Kriegsmitteln, geeignet, ganz Europa zu verstänkern, rücken ganze — vierzig fran^ fische Ingenieure im Ruhrrevier ein. Wie eine Affenkomödie mutet daS alles an. Das deutsche Volk, webr- und waffenlos wie es ist, sieht diesen glänzenden Sieg der „grande Nation" an als das, was er ist, al» eine freche, niederträchtige, räuberische Tat. Und die Franzosen werden es bei chrem Einmarsch schon merken, daß di- Bevölkerung her betroffenen Gebiete ihre Empörung und Verachtung solchen Bettretern einer „grande Nation" ganz unverhohlen ins Gesicht schleudert. Gegen einen Feind„ der überhaupt nicht vorhanden ist, gegen jemanden, der noch wicht ein- 1 mal mit dem Spazierstock sich wehren kann, schickt das große Frankreich eine ganze Armee, mobilisiert 1 es sein- Truppen von Köln bis Basel, macht es Kriegs« ' Vorbereitungen im Rheinland und in der Pfalz, schickt 1 sich an zum Vorstoß über Frankfurt mit dem ganz offe- 1 nen Sirte; den Norden von dem Süden des Reiches zu ' trennen. Und das alles, weil vierzig — sage und ! schr.ib« vierzig — französische Bergwettsinzenienre 1 zur Kontrolle der Ruhrbergwerke geschickt werden sollen. Aber die französische Presse ist sehr unvorsichtig: । Sie spricht es jetzt schon fiat und deutlich aus, daß die französischen Generalstäbler mit dem Gedanken de« ‘ nur „wirtschaftlichen" Okkupation absolut nicht ein- ' verstanden seien, daß ihre Pläne viel, viel weiter gilt* ; gen. Und schon hört man zur Beschwichtigung sagen: ! Der Gedanke der wirtschaftliichen Ottupasio« j ist ja aufgegeben! — Aha! — Denn et sei „unpcatos
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verlt«, 9. Ja«. Der ReichchprSsident hat an di- Bevölkerung des vo« der neuen Besetzung bedrohten Gebietes folgenden Aufruf gertlbtet. der durch Stzenlichen Anschlag berbrettet wurde:
Mtlbürseri Gestützt auf militärische Gewalt schickt sich fremd« Willkür an, erneut da» Selbstbestim- mungsrecht des demsckten Volkes zu verletzen; abermals erfolgt ein Einbruch unserer Gegner In deutsches Land. Di« Politik der Gewalt, die seit dem Friedensschlüsse die Verträge verletzt und bk Menschenrechte mit Stiften tritt, bedroht das Serngebiet der deutschen Wirtschaft, die Hauplquelle «wserrr Arbeit, das «rot der deutschen Industrie und der gesamten Arbeiterschaft. Die Aussuprung oeö Friedensvertrags wird so zur ab- toiutert Unmöglichkeit Zugleich werden bl« Lebrns- brdingunge» des schwer leidende« deutschen Bolles doch weiterhin zerrüttet. — Der Vertrag vo« Brr- Willes sollte den Völker« den ersehnten Frieden brin- Mch Was hier geschieht, ist aber eine Fortsetzung des Unrechtes und der Gewalt; es ist Vertragsbruch. angetan einem entwaffneten, wehrlosen Volke. T-ernschland war bereit, zu leisten, soweit seine Kraft tk-cht. Trotzdem wird es nun übetfaffen. Diesen ®e« ktoth.’t klagen wir vor Europa und der ganzen Welt •#: laut erbeben wir unsere Stimme, daft hier eine $Rmbe Macht das heilige Recht des deutschen Volke» •8 eigenen Boden und feto Recht zum Leben verge. wa-iigt.
Run sofft Ihr für r.as ganze deutsche Vaterland tos starte Los der Fremdherrschaft erleiden: Harret aus in duldender Treue, bleibt fest, bleibt ruhig und bleibt besonnen. Trete» im Ge- ftibte unsere» guten Recht» in ernster
öchWkdkv jMvemttl beim »ekbWd.
- London, 9. Jan. Einige Blätter melden, M die schwedische Regierung beim Eeneralsekre- tariat des Völkerbundes Schritte unternommen ^.be, um eine internationale Konferenz von E 8inanzfachleuton einzuberufen in der Absicht, eine i ^'tdgültige Re lung in der Reparationsfrage zu l 4tmögfjch«>r
iic Rechtslage.
. Direktor L « bsen führte an», InSrm «r bn allen Bingen den Verkehr der in Frage kommenden Organe wtttereinanber e»läuterte und am die Schwierigkeitzen im normalen Geschäftsverkehr hinwies, baß natur- Ä gemäß bei so gewaltigen Sieferunaen, wie bte Alliierten sie > verten. die Schwierigkeiten sich vermehren müßten. Lübsen betonte mit Nachdruck, daß von der Spitze der heutfchen Regierung bis herab »um letzten Organ feit
Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg. I
Anzeiger für (das früher kurheMche) Oberhesse
Staatsdepartement mitgeösilt worden, daß bet Plan be»üglich eines Sachverständigenausschusses zur Festsetzung des Betrages, den Deutschland zu bezahlen in der Sage ist, Poincars unterbreitet worden ist. Die Entscheidung des Ausschusses würde die Grundlage für ei« »ukün^tiges alliiert«« Uebereinkomme« bilden.
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