MerhMche Zeitung
Zweites Blatt
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junge Mädchen öffnete die Tür und half der
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Seine Mutlosigkeit begann zu weichen, schiost, der Gräfin zu schreiben und selber
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der Anspruchsvollen! |
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Friedensmiete 20 Vrozent abgezogen, erbält dis Erundmiete. Auf diese Grundmiete sind Magistrats-Verordnung folgeirde Zuschläge -zahlen:
9 Prozent für Zinssteigerung,
15 Prozent für Vermaltnngskösten,
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Für die Schris Leitung verantwortk.: Tr. Carl
Für den örtlichen und vwvinz. Teil: Wilhelm Wißnrrd Sprechzeit der Sckrfftteit'inq b's V»ll 11 br vormittag«,'
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Mellenheim fühlte ein Zittern, das seinen Körper ivic im Fieber schüttelte.
Julie antwortete erschrocken und warf im Vorbeigehen einen Mcllcnheims Gesicht.
Mellenheim beugte sich wieder Vier und malte große, ungelenke
Mellenheim hatte ein mutwscs Lächeln in den Mundwinkeln. Wie g'cichgüllig war nun alleS! Es gab nichts Belangloseres als die Tatsache, ob man in Budapest oder in Kemorn ans Land gestiegen war. Die Grästn Solutzeff war weder in Kornern noch in Budapest. Dir Gräfin Solutzeff war vom Erdboden verschwunden, und nian faß hier mit ei 'em Bündel Dollarnoten beladen, mit denen man nichts auzufan- gen mußte. Mellenheim kämpfte mit dem Winde und überlegte, ob er der Gräfin nach Bukarest Nachreifen sollte. Der Gedanke, der ihm tut ersten Augenblicke abenteuerlich erschienen war, begann immer festere
Müllabfuhr, Treppen- und Flurbeleuchtung, Feuer« und Haftpflichtversicherung. Diese sind in tatsächlich entstandener, jedoch den ortsüblichen Betrag nicht übersteigender Höhe auf alle Räume nach dem Verhältnis der Ernndmiete umzulegen.
Der Vermieter kann die Zahlung dieser Betriebskosten erst verlangen, nachdem er dem Mieter die Belege vorgelegt hat. #
Betreffs der grasten Reparaturen ist zu bemerken, dah da nicht ohne weiteres ein Zuschlag erhoben werden kann, sondern dah hier das Miet- emigungsamt die Höhe des Zuschlags festsetzt und zwar höchstens bis 150 Prozent zur Grundmiete.
Im übrigen glauben wir alle Beteiligten au dis Bekanntmachung des Magistrats Hinweisen zu können (Nr. 245 der „Ob er Hess. Ztg"), welche allein maßgebend und allgemein verständlich ist.
Der Vorstand des Marburger Mieter-Vereins.
Aue Anzahl von Schriftstücke» aus einer Scpublave. Mellenheim besann sich nicht, jemals etwas inbrün- iger gehabt zu haben als dies gleichmütige Gesicht it dem buschigen Schnurrbart.
„Wie heißt die Dame?"
„Gräfin Sophie Adrianowna Solutzeff"
, „Es ist vorgestern eine Karte von einer Gräfin Lotutzeff eiugetross^.c. Wir möchten alle ihre Postsachen nach Bukarest schicken. Bisher sind keine Briefe 'für sie gekommen."
Mellenheim gab sich Mühe, seiner wahnsinnigen Enltäuschutcg Herr zu werden.
„Hat die Gräfin in Bukarest irgendeine Adresse angegeben?"
f „Nein! Die Sachen sollen postlagernd geschickt Eiverben."
Er reichte Mellenheim die Karte, die seine, ver- fwiichte Schriftzüge zeigte und den Eindruck machte, Nls ob sie in fliegender Eile verfaßt worden wäre.
Mellenbeim merkte sich die Chiffre.
r „Ich werde ihr schreiben", dachte er, «ttS er sich wieder aus der mlttagsttllen Straße befand und ziellos ‘Mt der Richtung des Donaukais dahinwanderte.
I Der Nebel hatt? sich gelichtet, ein scharfer Wind Mgle durch die Straßen, und das Wasser der Donau Mmtelte tu der Sonne. Sin Dampfer näherte sich
ersten besten Gelegenheit nach Bukarest zu fahren. Man konnte sich in einem Bukarester Hotel einmieten und bor+ auf Nachricht warten: denn man muhte mit der Möglichkeit rechn-n, daß die Gräfin die für sie bestimmte Post erst in einigen Tagen in die Hände bekam.
Mellenheim fühlte seine alte Elastizität znrück- kchrcn. Er trat in das Kaffee des großen HotelS am Donaukai und fragte den Kellner, der ibm den Kaffee brachte, nach den Bukarester Zügen. Der Kellner versprach. sich beim Portier zu erkundigen.
Mellenbeim zog sein Notizbuch aus der Tasche und entwarf den Brief an die Gräfin. Er sagte sich, daß die wenigen Zeilen auf eine äußerst unverfängliche Art abgefaßt und nur ihm und der Gräfin verständlich sein dürften. Er verwarf verschiedene Fassun- lstn und entschied schließlich dafür, den Brief so zu formulieren, daß es sich dem Anscheine nach um die Bitte einer befreundeten Dame bandelte, die der Gräfin auf ihrer Reise nähergetreten war, durch einen Zufall von ihrer Anwesenheit in Bukarest Kenntnis erhalten hatte und. nun in einer persönlichen Angelegenheit ihren Rat erbat. Er lächelte befriedigt, als er das Schreiben noch einmal überlas.
Der Kellner kam mit der Lifte der Züge. Mellenbeim stellte fest, daß ihm noch etwa zwei Stunden übrigblieben. Er ließ sich vom Kellner Briefpapier bringen und begann zu schreiben. Von Zeit zu Zeit hob er den Kopf und warf einen Blick durch die große Glastür, die das Kaffee von der Hotelhalle trennte. Hinter der Glastür sah man einen Wald von Palmen,
Die Abenteuer des Grasen Mellenheim.
Roman von Gertrud v. Brockdorff.
pyright by August Scherl G. m. b. H. Berlin
1922.
32. Fortsetzung.
Etwa um die Mittagszeit kam Mellenheim in udapest an und begab sich sofort ins „Hotel Afioria".
Er erkundigte sich bei dem Portier, ob die Gräfin oluvesf zu sprechen wäre. D -
Der majestätische Madjare schüttelte den Kops und »tufterte den Ankömmling mit mißtrauischen Blicken. Es wäre keine Gräfin Solutzeff im „Hotel Astoria" Ubgestiegen.
! Mellenheim starrte verständnislos in das gebräunte
Sonnabend, 30. Dezember
2«l«o«d
1922
Frau
11.
4.ame, die strenge, verschrumvfte Züge und einge- kmstene Lippen hatte, die Stufen zum Kaffee hinab- stc'gen. Mellenheim fühlte ein Zittern, das feinen
Emen anzunehme'7. Sollte man das Spiel aufgeben und uitverrichteter Sache nach Wien zurückkehren? — Sollte man das Spiel aufgeben, weil Sovbie Solutzeff durch irgendeinen widrigen Wind aus ihrer vorge- z tchueten Bahn geworfen war uud fremder vielem Augenblicke vielleicht dringender als je?
100 Prozent f. laufende kleine Jnstanbsetzungs- arbeiten.
Das sind also zusammen 124 Prozent. Nach dem Artikel der „OborbeD Ztg." sollen noch mcitere 100 Prozent für laufende Znstandsrtzungrarbeiten zu zahlen sein. ' —
Dieses ist nach unserer Meinung bis zum heutigen Tags für Marburg nicht richtig. Auch das Mieteinigungsamt soll Forderungen, welche auf 200 Prozent lauteten, bereits akgelehnt haben.
Auch ist es nicht richtig, wenn der Verfakfer des Artikels meint, diese 200 bezw. 100 Prozent sind für kleine laufende Reparaturen des Hauses, z. V. Dach, Treppen, Waschküche, sondern auch für laufende Jn- ltand'etzungsarbciten innerhalb der Wohnung des Misters.
In diesem Zuschlag nicht enthalten sind die Kosten für Tapezieren, Ansireichen der Decken, Wände, Fenster, Fußboden und Türen. Diese bat der Mieter selbst zu tragen. Diese 124 Prozent hat t>er Mieter ohne weiteres zu zählen. Er muß ferner zahlen dir Betriebskosten, als Grund- und Ge- bäudesteuer, Entwässerungrgebübren, Straßenreini- gungsgebühren. Wassergeld, Schornsteinfegergeld,
Guilleaume, Schuckert uud Siemens u. Halske. Ferner zeichneten sich @eifenflrcbner, Hirsch Kupfer, Bingwerke, Stöhr, Weser-Schiffbau und besonders Rück- sorthaktien durch namhafte Kurssteigerungen aus, die über 1000 vCt. binauSgtngen. Valutapaviere wurde« entsprechend dem Rückgang der Devisenkurse niedriger bewertet; ungarische Papiere waren sedoch ansehnlich ansgebeffert. Deutsche Anleihen waren ungleichmäßig. Den Besserungen in Temstter ReichSanleihe stände« Abschwächungen für Preußische KonsolS gegenüber. Ter Devisenmarkt befestigte sich etwas im Verlaufe des offiziellen Verkehrs beim Hervortreten einiger, Nachfrage, doch blieb diese Ennvicklung obne auffallenden Einfluß an der Efsettenbörse.
Berlin, 29. Dez. (Produktenmarkt.) Die, Schwankungen am Devisenmärkte batten eine mattere Haltung d:S Broduktenverkebrs zur Folge: die Preises erfuhren ober im allgemeinen nur geringfügige Acnde- \ rmigen. Für Weizen zeigten 'sich die Provinzmüble«, kauflustig. Roggen war begehrt bei kaum veränderte«; Preisen. Gerste blieb still; auch in Hafer war daS Geschäft ruhig. Von Badern wurde Dezember-Ladun« 'erbältniSmäßig billig angeboten. MaiS ließ sich für sofortige Verladung leicht unterbringen, das Geschäft na m aber keinen großen Umfang an. Mebk. Kleie und Futterstoffe blieben bei geringfügiger Veränderung rubig. Die Unternehmungslust hielt sich allgemein zurück.
iShigkeit Dttttschlands in Bezug auf die R-yarationen ergab sich als ganz natürliche Folge dieser Nkwärkkent- wickelung. Sie lag sckbMick so klar auf der Hand, daß auch die Ent-n*» einschl'eßlich Frankreichs die Rostv'n- sh?*it ein’? Zahlungsaufschubs anerkennen mnbte. Rur Iber die Pch'ngnngen ist man sich noch nicht eini'a. weil *üe französische Regeeung in der ZaAungsunsShmkeft D'utschkgnd? ein"N Vorwand ntr B-ranvuno und wirt- ichastlich-n E-obewng d's Rbewkandes und des R'chroe- hi-t-g erblickt. Auf e'uioen Geb,e*en baden sich tu- 'wisch-n die deutschen Jnk->ndsvre'se den W^stm-rr'tvr'i- k"t vid» rur a-uäd-rt, sondern sie ro'-T überfch' tsen. Ties ist b*r Fall bstm Holz. 9*6*t auch i** der für den ^port so ssd-wns wicht'o-n E's'n'ndnüri- ist die be"tfche ^-wkurren-södi-'k-it b-vn Weltmarkt fzm stark ev- fchssst"st. Auch H* Kokl'n"re's" und d e Tarisi für To"1 ,,nS sind gttvalt-'o in bi- Höbe ctge>n-'tn. ■
Vi-ssstcht wäre e? mö-fl'ch ceto'fm. den w'Mschgst- stch-n Ri-d-ro--ng anf-udokten wenn man d-n Wst-fpn- -en b-r Insiatt'on eine sn^ernatstch orginisierte Pröda'- ''-'nSsteio-rung und R''0^u't'oi'?sö'cke'''mg ept-e-e^gese''' ^'ste. Hier aber stand tr? foriob'stisck^ Rrinziv br* stchtstnnbentag"^ al? ein bisher l-'der uostk-erwindstch e Hindernis im W-g-. So baden wir auf d-r Mtetzfeiie unserer Jahr-sbllan; nickt? Gstnsti-«" von wesentlich'- Ped-utnng anzuführen, w'nn wir nickt Hoffnungen vnt Aufsichten bew-rtrn oder Wösten und Wünsche als Tadn- in Zahlung re^m-n. wi- to t uns l'ber gewö^tten müßten. enyp-rtetes Papiergeld an Zahlungssratt anzunehmen.
Handels- und Marktnachrichten.
r xr 1 *n' ®c5‘ (Börsenstimmungs-
v i d.) Die Neigung zur Abschwächung am Deviseu- des VormittagSverkebrS dämpfte die mcufatif für Effekten. Jndustricpapiere waren tn- u^Ä^dei ziemlich ruhigem Verkehr vorwiegend -,l0 bis 600 vEt. niedriger, jedoch waren Elekttizttäts- .verte meist gebessert, um niehr als 1000 pCt. Fellen u.
.Erwarte mich heute gegen sechs Uhr an der Mar-! garetenbrücke." ■
Mellenheim steckte die Karte ,u sich und bezahlte den Kellner. Er war sich klar dariiber, daß er frühe-- stens mit dem Nachtzuge nach Bukarest ab'.eisen könnt«. Aber war es überhaupt das ratsamste nach Wien zu- rüüzukebreu nnd einen Wink der Grästn abzuwattent
Er lief, von widerstrett-enden Gefühlen hin und' her gerissen, durch daS Stratzeugewirr der Tyeresten-' ladt, entdeckte irgendwo einen Briefkasten uni» schob wie unter einer Zwangsvorstellung den Brief mit der' Ehisfre der Gräfin in den klaffenden Spalt. ;
Er atmete erlöst wie ein Mensch, der sich bewußt ist. eine Handlung von entscheidender Bedeutung voll-' bracht zu haben, ging langsam, mit einem erwachenden Blick für Menschen und Läden, den Leopoldriuff! hinunter und stand pünkttich um sechs Uhr au det Margaretenbrücke.
Julie kam schlank und clasttsch den Rudolflai hinunter und fing au zu laufen, alssieMelleubeimSau- sichtig wurde.
Sie reichten sich ftiimm und fest, ein wenig h«, fangen, die Hände. l
.Wie lieb von dir, daß du gekommen bistl" sagte Julie und batte ein unruhiges Forschen in den Auge» Sie war atemlos vom raschen Lauf. Ihr sonst s» blasses Gesicht glühte. Der Wind war schärfer geworden und stach wie »nit feinen, spitzigen Nadeln. -
Es war doch selbstverständlich, daß ich kam", meinte Mellenbetm tu einer leisen, halb unbewußtes Abwehr. ”
Julie lächelte. |
»Ich hatte es heute nicht leicht, mich frei zu mache» Mrs. Campbell hat ihre Eigentümlichkeiten. Sie iS mitunter recht nervös — ich glaube sogar ettoal hysterisch, obwohl ich es int Grunde sonderbar find« daß Amerikanerinnen hysterisch sind
(Fortsetzung folgt.) !
- .... ________ Buchstaben, die sich
vor feinen Augen in wunderbare Figuren verwandelten.
Der Wert der Mark im Auslande. Frankfurt, den 28. Dezember 1922.
Er dachte: .Das hinge Mädchen ist nicht Julie. — Ich träume ja. — Welch ein lächerlicher Zufall würde rs fein, wenn ich Julie in den drei Stunden meines Budapester Aufenthaltes begegnete."
Er blickte mit weilgeöffneten Augen in das blaffe, liebliche Gesicht über dem schwarzen Trauerkleide.
Das junge Mädchen blieb plötzlich stehen. Ungläubiges, se iaes @tarnten breitete sich wie ein Leuchten über ihre Züge.
Es nmchle den Eindruck, als ob sie den Arm der allen Dame loslossen und auf Mellenheim zusMrzen ivollte.
Die alte Dame sagte etwas, das wie eine scharfe Zureckstwetsung klang.
; Bit SilMi Des ffiirfliWMs 1922.
; Bo» unserem volkswirtschaftlichen Mitarbeiter.
Die Entwertung der deutschen Valuta war schon Ärmlich weit vorgeschritten, als wir in da? Wirtschafts- jl6r 1922 eintraten. Der Dollarkurs betrug am 2. Fan. 186,75. Das kommt uns heute zwar s hr niedrig vor. efcr es bedeutet doch bereits eine Gleichsetzung der Mark »it etwa 2 Pfennigen in Gold. Im Lause de? Jobree bet Zerfall der Währung freilich erschreckende Fortschritte gemacht. Im D zember ist b efer Prozeß ’-ftm b» gewissen Umfange zum Stillstand gekommen. Nack; hem großen Marksturz Anfang November, bei dem der $oltar von 4500 auf 9100 empor kletterte, folgte »in Mckschlag, weil man eine Wendung der oußenpokitischrn Zage erwartete, die zwar nicht zu einer Wirdererstarkung. podl aber zu einer langsamen Erlo ung der deutschen virtschastslagr führen sollte. Das Jahr schließt mit tin« völligen Unsicherheit über die weitere Enttoick btng des Reparationsproülems. Der gegenwärtige To’* tlrkurs von etwa 8000 liegt ziemlich yi der Mitte zwischen km Höchstkurse von 9100. der am 8. Ro -ember -rr-ich- »urde und dem niedrigsten amtlidien Dezemb-rkursi Nn 6100, der am 18. Dezember notiert wurde, als man [io D utschland dem Gerücht einer amerikanischen Mil- Mrdendollaranlcihe vorze.tta Glauben schenkte.
Nicht dieser Rückgang des Marfwertes. der b s auf fas: *lw Pstanig heruntersank, belastet die B lan; des Mrt- schastsjahreS 1922 am tneiften. Biel stärker in? Gekickt fällt die Tatsache, daß der Zerfall der Währung [irr bcurrruhigendern Maße auf di- Wtrlschast selbst, al,o in kster Linie auf die Produktion, fibergegriiicn hat. Auch die äußerlich so glanzend erscheinens- Geschäfts^.-iunklnr, dir fast während des ganzen Jahres herrschte, kann nicht darüber hinwegtäuschen, daß di« verhängn svolle Wirluin- kr Inflation eine erhebliche Schwächung der deutscb n Produktion gewesen ist. Ihren Umfang hat e n deutscher Kirtschaftsführer wohl zutreffend auf Vs brr Bo lriegs- <ckugu»e geschützt. D r Weg. ben bh. Zer'ernna im Laut- biffr? Jobres genommen hat. um lo t der Mark pnc volkSwirlschaftltchen Erzeugung zu gelangen, ist leicht Ht beschreiben. Tie nächstliegende Folge der Geldentwertung war ein ungeheures Anwachsen des Noten- »mlanfs und der schwebenden Schulden. Betrug jener •et Jahresbeginn 122 Milliarden Mark, die schwebende Lckuld 270 Milliarden Marl, so haöen 8: ce am' Jahrcs- tnbf di- Phantastisch- Ziffer von 1000 Milliarden o’ cr «im r Billion Mark erreicht ober schon übei schritten Hand k Haut, mit dieser Entwicklung ging ein Anschwelien ter Preise, daß nicht nur di- Einfuhrwaren, sondern auch die im Lande selbst <r#eugien, im wcch enden Maßt ergriff. Die Handelsbilanz wurde stark passiv, und teil den Löhnen und Preisen stieg die Gefahr, daß sie Herstellungskosten die Weltmarktpreis: erreichen, wodurch dir heute zum große» Teil auf den Export eingestellte deutsche Industrie fast völlig fhltgelegt werden würde. ISenn dies- Wirtschaftekatastravhc bisher nicht einge- treten ist, so wirkte doch schon die trübe Aussickt aut düs- Zukunft lähmend aus cie Unternehmungslust und Überhaupt auf die ganze Boltsstimmung. Ein Pe>p- »ismus und eine tiefgehende Hosinungsiosigkeit hat unpr kolk ergriffen, und nicht mit Unrecht haben ausländische Beurteiler in diesem seelischen Ermattungsvorgang dir. ter bedenklichsten Erscheinungen des deutschen Nieder -a»gs gesehen
Die Aufblähung der Preise mußre in Deutschland Jtrner eine Kapitalnot hervorbringen, der auch durch »och so starke Ncrm-hruag br# Papiergewumlauss nid), abgeholsen werden konnte. Die unvermeioliche Folge oer Kapitalknappheit ater mußte fein, daß die Proonzenlln weniger Waren erzeugten, der Handel seinen Umsatz 6er- fieinern mußte. Ein Teil des volkswirtschaftlichen Apparates mußte leer lauft», während sich die -einzelnen Lirtschaftsträger durch Erdöhnug ihm B rv ensle für den Umfatzrückgang und die Verteuerung ihrer eigenen Lebenshallusg einigermaßen schavfos z» halten suchten o trieb ein Keil den andern, und das Ergebnis war, baß
Inflation immer größer wurde. Die ZahlungSun-
schrmmcrte. Eine alte Dame kam, auf ein junges Mädchen gestützt, durch den Palmengang und näherte sich der Glastür.
Mellenbeim hielt tm Schreiben Inne. Sein Gesicht toar wie das Gesicht eines Toikrankcn.
Er dachte: .Ich darf jetzt nickt fortgehen. Ich muh warten, bis Julie mir irgendeine Nachricht zurommen läßt."
Er schloß den Brief und schrieb langsam, wie ein Kind, das sich tm Schönschreiben übt, die Chiffre auf den Umschlag.
Als er wieder aufblickte, waren Suite und die alte Dame verschwunden.
Mellenheim lehnte seinen Kopf in die Polster des Lkdersosas und wunderte sich nachträglich. darüber, daß der Gedanke an eine Begegnung mit Julie ihm vorver auch nicht tm ■ entferntesten in den Sinn gekommen war.
Es war seltsam, auf welche sinnlosen Ueberraschun- Cen das Leben mitunter verfiel. Das Kaffee füllte sich langsam mit Menschen. Eine Zigeunerkapelle begann zu spielen. Der Kellner trat an Mellenheims Tisch und schob mit vertraulichem Lächeln ein schmales, lünglickes Kuvert neben ihn aus die Marmorplatte.
Mellenheim öffnete es mit zitternden Fingern. Julies Visitenkarte fiel heraus. Auf der Rücksette stand mit Bleistift geschrieLeru ....... .
Marbum und llmgeaenb.
Marburg, 29. Dezember (Iulmond).
* Inventur- und Wertermittlung. Die Handelskammer zu Cassel schreibt: In letzter Zeit sind wir von zahlreichen Firmen gefragt worden, mit welchem Wert das Anlage- und Betriebskapital, also Warenvorräte. Rohstoffe, Maschinen usw. in die diesjährig« Inventur vom 31. Dezember 1922 cinzustellen sind, damit die Inventur den Vorschriften der Reichseinkommensteuer, der Vermögenssteuer und des Gesetzes über die Zwangsanleihe genügt. Wir mussten leider antworten, dass über diese Frage selbst bei den Zentral- und Steuerbehörden noch keine völlige Klarheit herrscht: es ist jedoch zu erwarten, dass' die zur Zeit noch 'chwebeuden Verhandlungen tm Laufe des Monats Januar nächsten Jahres zum Abschluß kommen. Wir milchten daher den Firmen raten, in die diesjährige In ven tu rau fstcll u nq nur die am 31. Dez 1922 vorhandenen Arten und Möfigen an Waren. Rohstoffen, Maschinen usw. aufzunehmen und mit der Auswertung solange zu warten, bis tm Januar nächsten Jahres die endgiltige Klärung der dieses Jahr besonders wichtig: Frage der Wertermittlung der Bestände erfolgt ist.
* Auch ein Opfer der Papier- und Druck- Verteuerung! Der Marburger Akademische A d r e ß k a l e n d e r. der seit über ino Jahren erschienen ift und f'it Jahrzehnten in vielen Marburger Familien einen Stammplatz dunimmt, wird in diesem J^hr, Wie uns die Elwerfsche Universitätsbuckhandlung mit» Tei't m P erfdHnen.
* Erhöhung der Entfernungsgrenze für Wochenkarten. Da die Wo- ckenkarte vielfach, namentlich von Arbeitern,' der Monatskarte vorgezogen-wird, weil sie der letzteren gegenüber Vorteile bei Feierschichten und beim Wechsel des Arbeitsortes bietet, ausserdem eine Zahlung des monatlichen Fahrgeldes in Raten er- möglicht, hat die Reichsbahn die Entfemungsgren- zsn, bis zu der Wochenkarten ausgegebcn werden, nunmehr von 50 auf 75 Kilometer erweitert.
UM M in MMa <
VM des 5hi*5ffli?twW5 WM?
In einem längeren Artikel der „Oberhess. Ztg." Rr. 299 wird versucht, die V kanntmachungsn des Magistrats vom 16 Oktober 1922 („Oberhess. Ztg." Rr. 245), welche auf Grund des Roich-mieten- gefetzes erlassen worden sind, anseinande^zufetzen. Mr möchten. d<-z« folgendes bemerken: Rach der vom Magistrat amtlich bekanntg'gsbenen Verordnung vom 16. Oktober 1922 hat der Marburger Mieter folgendes zrr zal len: Nachdem man von der
Kirchliche Nachrichten.
Selbst, evang- luth. Gemeinde, Nikolatstr. 1«: Sonntag, 31. Dezemb-r, nachm. V-.6 Uhr: Sylvester«. gottesdienst. Neujahrstag, vvrrn. 10 Uhr: Gottes- ‘ bienst. ,
LandeSkirchl. Gemeinschaft Ma rbur g-S ü b, Sckivanallee 51. Sonnwg, vorm. 8 Uhr: Morgen- anbacht. Abends 8l/i Uhr: Sylvesterfeier. Nm" jahr, abends 8 Uhr: Evangelisation. Dienstag, 8*/e Ohr; Mitglieberstnnde. Mittwock. abends 8Ubr: Junamänner-Bibelstunbe. Donnerstag, abend? 8*/e Ubr: Juaendbund für ill- Mädcken. Freitag, 8*/e Uhr: Bibelstunde. ।
Ehristli cker Verein junger Mäinn, Roter» graben 5. Sonntag, abend? 9 Uhr: Sylvesterftier,1 Montag, abends 8 Uhr: Bibelstunde. \
Neuapostolische Gemeinde. Heusingerstraße 5. Gottesdienste: Sonntag, vorm. 10 Uhr: abends 8Mr. Nmjahr, vorm. VJ0 Uhr Die Kapelle ist ge»1 b-izt. ___________________________________________ J
«errtttcher «onntassvle»».
Anr rir Notfälle von mittag« 18 Uhr hi- Montag fri| 7 Uhr.)
Arn L Januar: San.-Mat Dr. Hoffmann, öae»’ füßertor 8; Frl. Dr. Klammer. Am Plan 3>/s. ■
Geschlechtsleiden W
Kein Ouelksilb., ohne Lerut->stSr.Bl«t«nter!.
Auikt. Brofch. Nr.2ö gegen Eiufendtiag von 200 Mk.
^Spez. HrztDnBoIlaendßr’s’Xtam
ISäfr Frankfurt «.TL, Bethniannitrane 56. (8886 »S 1 11—1; 41—7: 6onntngs1^^^^”^j|
Westcht mit dem buschigen Schnurrbart und fühlte, wie bSlSI |sie Wände um ihn her zu fchwanlen begannen.
. i. .Die Dame ist am vergangenen Montag von Wien Khgcreist", stammelte er und vergaß, teilten amerikanische» Akzent aufrechtzuerhalten. »Sie bat gebeten, Ihre Briefe an das .Hotel Astorta" wettergehen zu rrt-fll Men —“
। Der Portier zuckte verächtlich die Achteln und zog
Für 100 Mark wurden gezahlt:
Es werde» gezahlt für:
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heute:
vordem Krieg;
Zürich
0.07
125.42 Fr.
1 Fr.
Ml.1415.—
Amsterdam
0.03
59.20 Kuld.
1 ffifo.
„ 299 —
Kopenhagen
0.07
88.80 Kron.
1 ttr.
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Stockholm
0.05
88.80 Kron.
1 Kr.
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Wien
115.80 Kron.
1 Kr.
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Prag
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London
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