Einzelbild herunterladen
 

1

Amüiches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurhesiischej OberhesseW

L

tt. 304

Tt«Cbeibeihlrbe* Bettung erldwhtt >«ck>smal roödsentlidf. Le,ug»vr«is monatti» 800 Mk. mit ZustellungLgebühr. Für auiroUenae ituirmetx infolge Streit, »Der etementatet fftetcntiie tete tetia?. Setlag von Tt. L, -inetold. Druck Oer UntD^SiKbfetutCftet do« 3eb. W-fta. ÄotS, Ufat" 2128. Rerntttretbet, Soft» iSieckkonto: Nr. 5015 »mt Ätanhtttt a. TOeiit.

Marburg

Srdlng, in 29. JfjtmS«

G3

57. m M

Der Anzeigenpreis berrigi >Sr ve, Ogetp Zeitenmillimeter 15.00 ÄL < Riete» e. fanelliew an^igen weniger». AmtUwe unv an»W. »«eigen »Mk. ünlere Spaltendreiten entiptetbene. Se idieiett em £«« Wurfditag. 6pät etnlcnfenke »oet den Xenm über Seite einnedmende Anzeigen werden nach der Teihpattenbreite betedmet *efiamen der Zeilenmillimeter HO Mk. Jeder Rabatt »tlt al, Sattabatt. Belege werden berechnet. Bei Auskunft durch die ®ei<tiSft»it und Vermittlung Der Angebote 18 TL. bei UedetteNbung durch in, 25. WL ohne Port».

Die Wahrheit Eher die WieMehlung".

Stralsngta in Berlin.

Die deutschen Gegenvorschläge.

DerBoss. 8tg." zufolge find die Beratungen über Mt deutschen Gegenvorschläge im «etchskabinett so- Welt «fördert, do ft sh« endgültige Formulierung u». Wltteibar brvorfteht.

* t. Die KMWg Amerika;.

London, 28. Dez. DieTimes" meldet aus Der sh ing ton, aus der Presse ergebe sich, bafc die fJe nt1t<6< Meinung Amerikas zum grössten leit hinter den Vorschlägen von Vor ah steh«.

London, 28 Dez. DieTimes" meldet an? New- hork: Handelssefretär Hoover wiederholte gestern seine Urklärung, daß seiner Ansicht nach der größte Teil ter interalliierten Schulden an die Bereinigten Staaten he za h l t werden könne. Trotz des hohen amerika-- nischen Hanbelslarifes habe die Einfuhr in die Union )le Ausfuhr schnell eingebolt. tzeover Wud'gte dir Forchauer dieser Entzvickelung an Im Früftahr wür­den große Goldreserven von Amerika nach Europa za- rLckrufti-ßen beginnen

Wa shing 1 on , 28. Dez. 5nt Senat richtete Lod- >e der erklärte, in Ueberemslimmnug mit der Ausfossnng des Präsidenten Holding zu bandeln, einen Angriff gegen die bekannten Resolutionen des Senators Vorab. Er zählte noch einmal die Schwierigkeiten auf, denen die Pesbingtmrer Konferenz begegnet sei. als die EmschrLn- ding der Rüstungen erörtert worden sei, und führte aus. daß es angesichts.der Haltung der Mächte zwecklos sei. di? Einschränkung der Rüstungen zu versuchen, wenn nicht »uvor sekgestellt worden sei. daß Frankreich seine Haltung geändert hab-.. Er hasse und erwarte, daß Frankreich und Italien, die allein von den Teil­nehmer» an der Washingtoner Konferenz es nnterkasftn halten, bas Abkommen zu ratifizieren, dies baldigst btn würben Lodge schlug vor. daß die Bereinigten Staa­te« uuhr-leickte Kreuzer, FLugzeng-Mutterschiffe und Flu-zz nge bauen sollten, uird fügte hinzu: btr Frage bet auswärtigen Schulden sol'te von der Er- srterung auf den Konferenzen ausgeschlossen und von nen Bereinigten Staaten allein geregelt werden. Die Brr- eimglen Staaten wünschten mit den Schuldnernmionen ehrlich und gerecht zu verfahren, aber er selbst würde es nicht für richtig halten, wenn die Schuld krage von aude- vrn Mächten geregelt würde. Lodge äußerte weiter, bie Vorschläge Bvrahs würden dazu führe«, daß die Ver­einigten Staaten sich an der RTparakiousdeöatte beteiligen müßten, obwohl sie doch- gar keine R-vara- ttonen beansprucht». Aüf dec Washingtoner Konkorenz habe England erfreulicherweise die Mschafsung der lb Boote Vorgeschlagen. die Mächte hätten sich aber widersetz!.

B o r a h, der sich an der Debatte beteiligte, wieder­holte seine Voraussage, daß es binnen «lnem Fahr riueu neuen Krieg geben werde.

---*---

MSkttltunW für $od;.

London, 28. Dez Wie der veiiL sitze Korresvonoent deSDaily Mail" erfährt, hat Bra dburv, der nach ter Dienstag-Sitzung der Reparationskommission nach London abgereist war, gestern eine. Besprechung mft 8ona r Law gehabt Es sei dazu festzustellen, daß der öesnch BradburyS in London bereits einige Zeit vor der Sitzung der Reparationskomm-ssion verabredet gewesen fei. Bradburh werde Ende dieser Woche «och Paris zurückkehren und Bonar Lau »erde am Montag ebenfalls nach Paris reifen, ttm an der vertagten Konferenz der Premierminister teickzunehmen. Es sei noch nicht bestimmt, wer Bonar Law begleiten werde. Ende dieser Woche werbt eine Kabinettssitzung statt finden, die die britische Politik festlegen soll. Wenn die. Atmosphäre der Konferenz günstig fern werde, so wecke Bonar Law einen britischen Plan für die Verhandlungen mit Deutschland vor;u- lege n in der Sage sein. Unter der Voraussetzung, daß die Gesamthöhe der dentschen Reparationen auf eine» Betrag herabgesetzt werde, den Deutschland taülen könne, werde die britische Regierung ohne Zwei­fel bereit sein, im vollen Einverständnis mit den Alliierten Deutschland Strasmaßnahmen für die Nichtzah­lung aufouedegen und sich an der Ausführung oiefer Maßnahmen selbst zu beteiligen.

England.

Loudon, 28. Dez. Die Frage der Arbeits­losigkeit wird wahrscheinlich im folgenden Jahr als eine der dringendsten Fragen angesehen werden. Die Leitung des Gewerkschaftskongresses bat vor geschlagen, daß innerhalb 14 Tagen eine Zusammenkunft Bit Bonar Law abgehalten werden soll, um die Be­handlung dieser Frage zu besprechen. Die Führer d-r Arbeitslosen treffen Vorbereitungen für Kundgebun- Sen in London und Provinz am 7. Januar, nm bfc Einberufung des Parlaments zu errecherv« --e_

Aus dem besetzten Gebiet.

Berlin, 28. Dez. DieM ünchener Neuesten Nachrichten" wurden, den Abendblättern zufolge, tm tesetzten Gebiet von der interalliierten Rheinlandkom- *iffian auf drei Monate wegen des Artikels des schwe- Mischen Obersten Petersen verboten, in der dieser Mi Grund eigener Anschauung die Zuftäride im besetzten Webtet schilderte,.

Berlin, 28. Dez. Don Vertretern der Reichs­regierung find der Reparationskommis­sion am 2. Dezember übet die Frage der Aus­fälle in den Holzlieferungen für 1922 Erklärungen abgegeben worden, aus denen folgendes hervorzuheben ist:

Am 6. Dezember 1921 erhielt die deutsche Regie­rung auf mehrfache Anfrage die erste vorläufige mündliche Miteilung über die voraussichtliche An­forderung der alliierten Länder. Obwohl eine for­melle Anforderung der Reparationskommisston noch nicht vorlag, prüfte der Reichskommisiar bereits am 15. Dezember 1921 mit Vertretern der 'Staats­forsten und des Privatwaldbesitzes und mit sach­verständigen die Bufbringungsmöglichkeit. In einer Sachverständizenbesprechung mit der Repara- tionskmnmisfion am 10. Januar 1922 gab Frank­reich seine Schnittholzforderungen nicht bekannt. Die Protokolle über diese Sitzung mit den Svezi- fikationen gingen dem Reichskommifsar erst Ende Januar zu und bedurften noch mehrerer Rückfragen. Die endgültigen Anforderungen sind der deutschen Regierung erst am 31. März 1922 zugegangen und für die Lieferung an England sogar erst am 20. April 1922. Trotz des ihm vorliegenden ungenü­genden Materials traf der Retckskommissar bereits von Mitte Januar an vorlorolich Borbereitungen, um die Durchführung der Lieferungen zu sichern. Bereits am 11. Februar wurden die ersten B-rdin- gungsunterlagen veröffentlicht und als Einrei- cbüngstermine für Angebote der 27. Februar be­stimmt. Bereits vorher waren die Regierunaen d'r Länder aufgeiordert worden, unter allen Umstän­den dafür zu sorgen, daß die geforderten Holzmen­gen ftir die Reparationslieferungen zur Verfügung gestellt würden, wozu sie sich ausnahmslos bereit erklärten. Das Ergebnis der vom Roichskommissar ohne Preislimit veranlaßten AuMreibiing brachte keine volle Deckung für die gestellten Anforderun­gen, fo daß er sich genötigt saft, auf bemSPege des privaten Ankaufs den Abschluß weiterer Verträge zu tätigen, was auch nicht sofort zur vollen Auf­bringung führte.

In den fii<fe*ai8*ea. die sich zunächst ordnungs­gemäß zu entwickeln schienen, trat im Juni infolge der b oinnendmk starken Senkung der Mark Mötzlich ein schwerer Rückschlag ein. der alle Berechnungen über den Haufen warf und dis Lieferungen zum Stocken brachte. Der Reichskommisiar batte seins sämtlichen Verträge in Papiernrark abgeschlossen, aber infolge des Sturzes der Mark konnten die Lie- eranten mit den Vertragspreisen weder den lall­enden Rohstoffbedarf noch ihrs Betriebskosten ins­besondere die Löhne und die Transportausgaben dicken und gingen bei Durchführung der Verträge dem Ruin entgegen. Sie stellten daher die Liefe­rungen ein. Der Neick^kommifsar versuchte an- angs pflichtgemäß die Lieferungen zu erzwingen und schritt sogar zur Enteignung greifbarer Dor- räte. Als sich aber herausstellts, daß er damit nicht zum Ziel kommen würde, bat er die Reichsregie- rung, ihm das Reckt zu gewähren, zukünftig Ver­träge auf der Basis der (Sottmar! abzuschließen um bie Erfüllung der abgeschlossenen Verträge zu er- mögrichen. Trotz der erheblichen Bedenken wegen der Rückwirkung eines derartigen, einer Reichsstelle gewährten Rechts auf die übrigen Reichsbehörden und damit auf die Reichsfinanzen, räumte man dem Relchskammiffar allein diese Ausnahmestellung ,®Iunb dieser Ermächtigung einigte sich der Reichskommissar feil Iuliende mit der über­wiegenden Mehrzahl der Lieferanten und brachte die Hol.zlreferungen wieder in Gang.

Durch diese unvorhergesehene Störung war sebr viel kostbare Zeit verloren gegangen. Weitere we- lentltcke Hemmungen traten durch die HandnSuna der Aonabmebestimmungen ein. In zahlreichen o""/" stellten die Abnahmebamten der alliierten Lander schärfere Anforderungen, als nach den Vro- lokollen vorgesehen war Wenngleich auch auf Vor- ocs.ellungen bet deutschen Regierung diese lleber- griife abgestellt wurden, so brachten diese Fälle doch Zerrverlllste mit sich und Transportstocknng-n, und die betroffenen deutschen Lieferanten weigerten sich b:s Lieferungen unter dielen protokollwidrigen Be­dingungen fortzusetzen und zogen teilweise V'u An- beboie zurück. Es stellte sich heraus, daß die For­derungen der allierten Länder auf die Holzarten und die Abmessungen, unter Bedingungen, wie sie in ^.utschland nächt üblich sind, von der deutschen Sägeindustrie als eine erhebliche Erschwerung emp­funden wurden. Durch die von den Lieferanten als

schikanös empfundene Art der Abnahn« wurde dem Reichskommissar die-Aufdrtngung des Holze, außer­ordentlich erschwert. Bis zum 15. Rwsmber wurde der Schwellenbedarf für Belgien vollkommen sicher- gestellt und die Schnittholzlieferungen für Frank­reich aufgebracht. Die für England vorgesehene Probelieferung von 10 000 Kubikmeter wird bis Ende 1922 erfüllt fein. Die außerdem angefor­derten 70 000 Schwellen sind bereits abgeliefert. Bel den Telegraphsnstangen waren wegen der von den Alliierten geforderten Abmessungen, die eine besondere Aussortierung des in Deutschland han­delsüblichen Materials erforderlich machten, An­gebote nur in geringen Quantitäten zu erlangen. SLege» der strengei» Zmprägnierungsbestimmungen konnte ein größerer Posten bereits gekaufter Stan­gen nicht N»r Ablieferung gelangen, «nd bei Gru­benholz war die ursprüngliche Anforderung au Langholz im März in kurze Stempel umgeändert worden. Zur Erzeugung muß der am 1. Ok.ol.er begonnene neue Einschlag benutzt werden. Die Lie­ferung wird voraussichtlich für dir spezifiziert an­gegebenen Lagen bis Ende 1923 fristgemäß durch- gefiibrt werden können. Von dem Fehlbeträge von 65 600 Kubikmeter Schnitthslzansorderung für Ita­lien war bereits ein Betrag von 30 000 Kubikmeter mit Genehmigung der italienischen Regierung ge. kauft worden. Nachträglich verlangte die italienisch« Regierung im Abnahmedienst ein« Aenderung der vorgesehenen Abnahmeformalitätcn und stellte sonst bei keiner anderen Lieferung vorgesehene For­derungen/ Da eine deutsche Firma sich weigerte, darauf einzugehen, mußte fie aus dem Vertrage entlaisen werden. Diese Darstellung zeigt die ernsten Anstrengungen der deutschen Regierung und des Reichskovimissars. An diese Darstellung wird durch die Möglichkeit, daß nickt sämtliche auf- g eg ebene Mengen bis zum Endtermin abgeliefert werden können, die motivierte Bitte um Verlänge­rung der Uebergabe- und Lieferungszetten bis zum 1 April 1923 geknüpft. Damit würde für die ge­samten Hölzer eine tatsächliche Lieferzeit von 12 Monaten gegeben sein, die auch sicher seitens der beteiligten alliierten Sachverständigen bei den Ber- handlungLN anfangs Januar ins Äuge gefaßt war.

Die Darstellung schloß mit der Feststellung, daß im Hinblick darauf daß die Verzögerungen in den Ablieserungen auf Umstände zurückzufützren find, bie zu beseitigen die deutsch« Regierung nicht in der öftge war, und die bis zu einem gewissen Teil auch durch Verzögerungen in der Abnahme hervor- gerusen umrden, dieser Antrag der Billigkeit zu entsprechen scheint.

ÄtwsflrrJÄWreWtH mW» FrorlW M Gaglimi.

/Paris, 28. Dez. DerTemps" beschäftigt/sich in seinem heutigen Leitartikel mit den englischen Einwendungen gegen den französischen Ctandpuntt tn der Holzliefcrungsfrage. Man suche vergeblich nach einem juristischen Grund für die Haltung des englischen Delegierten Bradbury, für die man nur einen politischen Beweggrund annehmen könne. Bradbury wolle nicht, daß Frankreich gegenüber Deutschland ine Rechte aus übe. die im Friedens­vertrag eingeschrieben seien. Gestern habe er (der Temps") die Hoffnung ausgesprochen, daß Brad- burq nicht die Billigung seiner Vorgesetzten finden iverde. Es scheiiw ober, daß ein Teil der englischen Presse mobil gemacht worden sei, um ihn zu ver­teidigen. DerTemps" erwähnt die Aeutzerung desDaily Ehronicle" von denfranzösischen Me­thoden niedriger Schikane", und auch dieTimes", die schon int voraus gegen jebe Zwangsmaßnahme protestiere. Die von der Reparalionskommission sestgestellte Verfehlung beziehe sich auf Lieferungen des Jahres 1922. Die für die Verfehlung notwen- tzigsn Maßnahmen seien vollständig zu trennen von oen D.'dingunoen, unter denen Frankreich das nächste Moratorium gewähren wolle. Selbst wenn Deutschland keine Verfehlung bei den Holzlieferun­gen begangen hätte, wäre Frankreich vollkommen im Recht, Pfänder zn verlangen und zu nehmen, wenn Deutschland im kommenden Jahre nicht be­zahle. Obzwar Deutschland nicht das Holz für 1922 vollkommen geliefert habe, dürfe Frankreich für 1923 keine Pfändr verlangen, wenn Deutschland im kommenden Jahre die durch den Zahlungsplan fest­gesetzten Summen bezahle. Akan müßte jede Kalt­blütigkeit verloren haben, wenn man in der Holz, geschichte ein solches Komplott der franzöfij^n Re­gierung erblicke. ...

Btt Md SMlWmd.

Unter dem Weckruf .Deutscher Mickel, wach' au ft" fiat tn bleien Lasen eine ®d>rfftenfo(ge nationaler Arbeiten zu erscheinen begonnen. Dee Herausgeber ist bet unseren Lesern nicht imbeftnmn Oberst a. D. Imanuel - Marburg. Den Berta« bo> sorgt bte «erlagst»ichbandlung Ernst Letsch-Hanno» ver. Zu de,leben stnd bte Hefte, bte in zwangloser Folge »erauSwmmen. durch lebe Bucdbmtdluna Del auf vaterländischem Boden stehende Unternehmen gebt von Bismarcks Mahnung auS. die der große Messt« und Rennet der deutschen Volksseele tm Jahre 1867 getan hat: .Dar deutsch« Volk darf sich nicht mehr darauf beschränken, immer nur das Volk der Denk« und Dichter sein zu wellen. DoS ist zu wenig! <61 muß das Volk der Bekenn« und RSmvfer werden.* Wit sind «S gewesen, bis wir Ende 1918 daS gute Schwert aus der Hand lallen .teßen. Somit ist Bis­marcks hochgemute Mahnung uns beute nötiger denn le zuvor. Dieken Geist vertritt bte genannte Schritt- soige. Sie stehl fth den vaterländischen, nationalen, volkSeinigenden Gedanken ein- Hoch erhaben über die Schrecken engserziger Parteivolitik, will sie bett weitesten »reifen der deutschen Volke» tn dieser Zett der Not und deS LiefftcmdeS praktisch« Anregungen ,mn vaterländischen Empfinden geben, alle einftDiagt- gen Fragen beleuchten, die Gleichgiltigkeit, den.Back- flttsmuS, den Internationalismus bekümvfen und dir Wege zum «ufttte« tn voikStl^nttcher Art weifen. BIS jetzt stnd erfchlenen: .Wir und Sowielrußland', .Schfeflen unteilbar, deutsch, preußisch!",Riaffen» komvf oder Bofksaemelnfchalf,Arbeitsrecht, Ar­beitspflicht. Arbeit» zwang". Wettere Arbeiten folge» in naben Fristen. Nur bewähne Schriftsteller sind be- trttlat.

Für beute haben wir un» mit dem ersten Heft zn brfchSfttgen: .Wir und Sowjetrußland'« Der Verfaffer ist Oberst Jmanuet. Ein schwierig« Stoff wird man lagen, denn die La« tu Sowiet» rufuaud ist wirr und ungenau, auch lauten die Nach­richten |e nach der Quelle, au» ber sie entsprungen stnd, fo widerspruchsvoll, daß e» überaus schwer, ist, ein NareS. zuvertässtgeS, abgerundete» Bild' zn schaffen. Noch »nnen Jahr« dabingeben. bis stch bte T!n« tn Rußland ,u fest«, blewender Geflalt ge­formt haben werden. Gleichwohl ist e» eine drin- gende Pflicht de» deutschen Volkes, auch In dies« Zelt her eigenen Not die Vorgänge tm Osten nicht außer Acht zu lassen, sondern ste aufmerflamen Anae» iw verfolgen. Au» zwei Gründen. Erstens müsse« wir die Gefahren erkennen »nd werten, die un» von dorther auch heute noch für untere Innere Rude droben, fe größer die Ernäbrungs- und DaseinSfchwlerigkettefl bei uns w«d«t. fe näher als» bte Möglichkeit in­nerer Unruhen heranrück«. Zweitens müsset wir. möge» wir z. Z. in einer auch noch so großeq wirtschaftlichen Ohnmacht befinden, unsere Anftnerk» kamkeit nach Rußland hin nicht etnfdbfafen fassen, da, mit wir nickt durch die Westslaaten und durch Amerika au» den Handels- und Verkehrsbe,iebt.ngen mit Rußland berausgedrängt werden und wieder einmal da» Nachfeben haben. Beide Gedaitkenkreile Bcuaite del« der Verfasser in sehr eingehend« und Übersicht» licher Weis«, indem er auS der F-llle eines rcicken, vorwiegend russische« QnellenftofleS schöpft, tn vieren Beziehungen völlig neuer GesichtSpuntte und Dar­legungen entwickelt.

Der Werdegang de» Bolschewismus ist nur bann voll zu verstehen, wenn man tn die Geschich'e e" kands seit 1862/63 sich Vertieft. Um btefe Zett v«- kündete Raffer Alercmder II.. d«Zar-Befreier", bte Aufbebuna der Leibeigenschaft d« Bmiern. die. al» edle Tat gedacht, eine Fülle der schwersten Verivick- lungen schuf. Er batte vor allem eine starke Hand, bte tn d« Sa« war. die Zustände zu entwirren tind Rußland aus der Tiefe eines balbbarbarifchen Staates zu einem OrdnnngS- und verfassilngsslaate hinüber- zufeiien. Die Bauern obne Eigenschutz. die Arbeit« ovne Schutz, der Bürgerftand ohne Recht, dazu fett 1906 eine Art von Sckeinverfastmw. tn Zar Niko­laus II. ein febr fchwacher Herrscher, dam eine ver- lotterte, verdorbene Verwaltung ketu Wunder, daß stch auf fofchem Boden der Umstur; durch eine ganz radikale Richtung vorbereiten konnte. Die feit den Befreiungskriegen bestehende nabe Freundschaft zwl- Iwen Preußen »nd Rußland flaffte auseinander, fei« Bismarcks Nachfolger das Geheimabkommen twifchen Teuttofanb und Rußland zerrissen batten. So fwwenkte das selbstherrliche Zarentum zu engstem Wafsenbunde mit dem rack-egieriaen demokratischen Frankreich ab, das mebr als 20 Milliarden Goldfran- fe» zu rufssfchen Rüftungszwecken bereitwillig bergab.

So fah die Entente, als es ;um Weltkriege kam. die «Walti« Macht Rußlands stch als Bundesgenossen zur Seit«, einKoloß auf tönernen Füßen", tote BtS- marck treffend «fagt hat. Der Todesketm steckte im Innern, so treu «nd willtg attf die Massen de? rufst, fchen Heeres stch gegen Hindenburg und die Seinen gefchlagen babeu. In Rußland gabrte und brodelte es infolge der furchwaren Niederlagen, in der Schweiz ober saß Lenin und fein Anhang, auf den Rnaen- blick lauernd, ivo die Umsturzbewegtrng losbrecke« konnte. Hätte Bethmann Ho!kweg «nd feine Nachfolger eine «schickere Hand gehabt fürwabr. Ne hätten Ende 1916. vielleicht sogar noch Mitte 19(7 einer fciirgerlftöen Regierung Rußlands euworbeife» und tm Osten wahrhaften Zueden, ja sogar gute Frrunde finden können. Das Gegentett geschah. Wir ließen die Bolschewisten a»8 der Schwei; durch Deutschland nach Rußland reisen und begünftigten ste In jeder Form. Sie dankten eS uns damit, daß sie das Gift der proletarischen Revolntion nach Deulschlanh träufelten und sich, als sie aus Ruder gekommen wa­ren. als geschworene Feinde Teiit'chlands bekundeten, geleitet überdies von dem Gedanken, daß wir tm Frieden von Brest-L11owsk Rußland versttimmel- ten, indem wir die westlichen Randstaaten und die Ukraine selbständig machten.

Das Buch schildert sehr eingehend den iuu«licheq Zusammenhang zwischen der russischen Umsturzhf. wrgnug nutz «ui Werdegang der deutschen Revolu-