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57. Mn.
1922
Warburg
SMlttdM. »n 21 Dtifltitt
AntUiches Derkündrgungsblatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (das früher kurheUche) OberheffE
Ter Waietaenptel« betritt fit bee Sgelp 3»üe»mtlimet»r 15JO Srt_ (Xleie» e. Remtlite» OT|etg«e 83*1,*#« weiger). ÄedtAe unb «eee. Blutige» 20 Wt Baben Svalteabteltea entiptetbeab. i6et Nbei«i'eai6«a .=*)♦/, BetldiUg. 6pat eiwloefesbe «bet bea lUam übet ’i. Seit» tinnebmeeae Bngetaea wrbea ee* bet Tertipaltenbtett» bendmet *efiamea He $eL»3e11e 120.00 Ml. 3» bet «statt eilt alb Farr chatt. Veteae eetbea bendmet Bei Bestantt durch die 6ei*äheft. anb Semtttlaa« bet Baue bete 1«Ä, bei Uebetienbaag durch aas 25.— Ät Seabergebübt.
3ie jDbetbetftitbe Zeltaag" etftbeiat >echs»ai wöchentlich. — Septgeetets menatit*
WO M!. Mit 3*HtQangsgebübr. Für austalenbe Baemera iatelge Sltei » ober Hf ?nj elemeatatet (Ereigaiüe teta Stieg. — Verlag von Dt L. Kiger» ttz. — Tratf bet
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In flrirat
Huf hm toten Punkt.
4 B««fan»e, 27. De». Die brotige Stfcang der Ktltctau-fchusseS für $tinbetbeit«fragea Kracht! vickt den geringsten Fortschritt, da die Türken weiter die Kulassung eines Völkerbunds kontrollenr« und tue miß' ! »irische Befreiung der Christen verweigerten. Diese an» ite anderen gelösten Fragen weichen nunmehr von der» ltnristifche« Sachverständigen bearbeitet .
Lausanne. L7. Dez. Die englische Abordnung Antwortete hrntc auf die letzte türkische DenK schrift über die Mossulfrage. Auf Grund ei»» gehender ethnographischer, historischer, wirtschastlicher u* strategischer Argumente weist fit die türkischen Darlegungen zurück und betont vor allem, daß, nachdem tun AuSgange eines siegreichen Kriege« die englischen Lrovven da« Gebiet von Mossul besetzt halten, sie unter leinen Umständen die Bewohner wieder der türkischen Herrschaft ausliefern könnten. Da« Gebiet gehörte $nat Königreich Irak, über das England ein Mandat vom Völkerbund erhalten habe. Alle«, was England lubill»- gen könne. £d eine leuchte Grenzregulierung im Nord««.
SmlWkn I« Strfln.
Berlin, 27. Deg. Die Sorvesprechungen bei Regteruug mtt den Sachverständige» sind in der Hauptsache |um Abschluß grtommcu. JrgendeNvaL Endgültiges stedt indessen noch nicht fest. Gegenloie ttg finden Beratungen innerhalb der Regierung über die Frage statt, was angeüchtS der beborfiebentrn Pariser Konferenz nnternommro werde» soll. * Schritte, die die Regierung tun werde, hingen von der Entwickelung der Lage ab. ES werde betont, datz nur ein ganz NeSner KreiS von Mrlgltedetn der Regierung mit entscheidenden Entschließungen beaujlragt sei. Für die nächsten Tage sei eine Besprechung mtt »ea CeiverrfchaftSmitgliedern vorgesehen. Ein heutige« Morgenblatt bringe diese mit der Reparationsfrage in Verbindung, mit der Re nichts zu tun habe; es werde
Gegenstand der Beratung n die teilweise Beseiit grmg des Achtstundentages angegeben, die bei den Cachversländtgenberatungen von der Industrie gefordert worden ist. Der «Germania' zufolge haben bei drn SachverstS'ttigenbesdrectomgen derartige Eris» gnngen keine Rolle gespielt.
Ei« Schritt der Gewerkschaft«« Bei der Reichs« regierung.
Anläßlich der Besprechung der Regierung mit be* Gewerkschaften, die am Freitag stattstnden soll, haben tie Gi-werkschasten laut „Vorwärts" fünf Fragen gestellt. die u. a. Auskunft verlange«, inwieweit bei der bnnmenden Brotvreiserhöhung ein Lohnausgleich a<ub tu der Privatindustrie geschaffen werden soll; 2. wirs gefragt, inwieweit die Regierung dafür gesorgt habe, bei d« innerwirtschaftlichen Maßnatonen in den Kreisen iw Wirtschaft feinen Widerstand finden und inwieweit die Regierung bereit fei, Sachverständige aus den Reihen der Gewerkschaften zu hören. Weiter wird Aufflärnng de-Kangt, ob die Regierung bereit sei. die Ungerechtte- frütn des ReichseinkommeNsteuergtsetzc«, insbesondere für 'Lohnsteuerpflichtige. bei den ergangenen Entwürsin M« iRcichSeinkommenstenergrsetz auszugle'cheu. Zum Schluß wird gefoltert: Erlaß von Maßnahmen zur Bekämpf' »ng der Wohnungsnot und des Wuchers.
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Zm mwfRfifitti «iltfttM
London, 27. De». Wie Reuter aus W a s h i n g ' ton meü»et, richtete der Bankier Otto Kahn an oaS Mitglied der SchuldenfundierungStommission Senator 6moo t einen Brief, in dem er nachdrücklich für die A n- «ullierung einer Teiles der Schulden der Alliierten oder für die Herabsetzung der zu zahlenden Zinsen eintritt Bezüglich Großbritanniens schlägt ikifcn vor. einen jährlichen Tilgungsfonds von */* bis l Prozent zu schaffen, »vodurch die Schuld in 47 Fahren beseitigt würde. Außerdem schlägt er vor, daß der Zinssatz für die erste Periode »en 8 Jahren 2 Prozent. Ar die zweite Periode 21/, Prozent, für die letzte Perwde don 7 Jahren 4 Prozent betragen solle.
London, 27. Dez. „Daily Telegraph" meidet Als Newyork: Die Wallstreet erhieft offiziöse Washing- Aner Berichte, wonach Amerika bald damit beginnen kirb, einen Teil seiner großen Goldreserve an?- »uführen. da erkannt werde, daß es für alle in Betracht kommenden besser fein toftrbe, wenn der Geldvorrat gleichmäßiger verteilt werde.
L o n d o n, 27. Dez. Rroter meldet aus Washington: Senator Mac Cormick, der socl«n aus Euwha zu- rtickgekehrt ist, gab eine Erklärung ab, in der er die Mög Üchkeit ernstester Ereignisse vor Ende des Winters voraussagt. falls die Alliierten die Reparations- frage nicht regeln.
London, 27. De; Die „Times" meldet aus Washington, bet Adändernnasantrag des Sena» t»rs Borah stehe im Vordergrund des Interesses. Heilte *erbe im Senat die Aussprüche darüber stattsinden ! London, 27. Dez. Der britische Schatzkanzler Valdwin fährt heute zusammen mit dem Gouverneur- :*t Bank von England Norman nach Amerika, um Mit der amerikanischen Regierung über die- Fun die **«8 der britischen Schutd an dir Bereinigten «-taten z« verbandeln.
Neue Drohungen!
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Bon Präsident v. S-aseuapp
In der Prvgrammrede da« eenen Reichskanzler« beißt e»: „DaS Wort: Erst Brot, dann Reparationen, fügt die Politik der alten unb neuen Regierung
Parts, 27. Dez. Die Reparation«, k o m « i s s i o n stellte in ihrer gestrigen Sitzung einstimmig fest, datz Deutschland die fit 1922 vorgesehenen -olzkiesernnge» nicht ooll- ftSndig an »geführt hat. Die Kommission beschtotz mit Stimmenmehrheit gegen di« Stimme de» englischen Delegierten, datz diese Richtn» süß- rung eine Verfehlung im Sinn« de» § 17 Annex 2 Abschnitt 8 des Friedensvertrag«» oonBrrfailles darstell«.
P a re i s, 27. Dez. Der Wortlaut de» k » «- inunigu^e der Reparationskommtf- f ioe, über dessen Inhalt bereit» heute vormittag berichtet worden ist und das sich mit den deutschen Hvlzliefnmgen beschäftigt, ist folgender:
Im Laufe der gestrigen Sitzung hat die Repa- ratio»»?«mmiM»n folgende Beschlüsse gefatzt:
1. Die Reparationoäommisftan hat einmütig f e ft g e st e l l t. datz Deutschland die auf Stund de» Annexes 4 Teil 8 des Ftiedensvettrage» von Versailles gemachten Bestellungen Frankreichs für Holzlicferungen »elrenb de» Jahre» 1922 nicht in ihrer Gesamtheit ««»geführt hat.
2. Die Neparationrkommlssion hat mit Stirn« meneinüeit (der britische Delegierte stimmte da, freien) entschieden, datz diese Nichtausführung eine Verfehl« n, an den VerpfNchtnngen Deutschland, ha Sinne des S 17 Annex 2 darstellt.
3. Die SkeparationskommWo« hat mit Ekkm- menetnheit (der britisch« Delegierte enthielt sich der Stimme) beschlosten, di« interalliierte» Regierungen daran zu erinnern, datz in ihre« Brief »ew 21. «arz, in dem die Zahlungsverpflichtungen Deutschlands wahrend de» laufenden Iahte« fester elegt »urden, die Reparationstommissto» er lärt: Sollte die R eparationskommissio a in Verlaufe de» Jahre» 1922 festftel* len, datz von Frankreich oder feine« Staat», angehörigen oder von feder einzelnen der übrigen ans Reparationen Anspruch badenden Mächte oder chren Etaatsaup-Hörige« in Gemäßheit de» im vertrag vorgesehenen Verfahren» oder in Semützhett eine» »en der Rexaral ionskomMission gebilligten B erfahrens sowie auch inner kalb »er Grenzen der obengenannte» Zahlen geforderte 9 i e f«t« « g « n in natura nicht zur Ausführung gelangt stnd, und zwar entweder »egen einer von Seiten der deutschen Regierung oder einer ihrer Organs gemachten Obstruktion, oder aber infolge von Set, stützen gegen das im Vertrag vorgesehene oder ge. gen ei» von der Repeumtion-kommissio» geneh, migte» Verfahre», so werde»' am Schlüsse dieses Jahre» 1922 znm Ersatz der »icht zur Ausführung gelangte» Lieferungen von Deutschland gleichar ige Znfatzzah, langen in bar verlangt werde«.
Entsprechen» »em Wortlaut de» § 17 hat die Re- parationrkommiMon da» hiermit festgestellte Ber- feh^n den interalliiert»« Regierungen notifiziert.
Pari», 27. Dez. Die Hava»-Agent«r beschäftigt sich in einer längeren offenbar beeinflußten Note mit dem gestrigen Beschluß der Reparations- kommisfion betreffend die deutschen Holzlieferungen. Nachdem zuerst sestgestellt wird, »atz es der französische Delegierte B a r t h o u war, der infolge vom Ministerpräsidenten erhaltener Instruktionen die gestrige Entscheidung herbeigeführt habe, heitzt es in der Mitteilung, es sei nicht zweifelhaft, datz Poincar^ anlatzlich der interalliierten Beratung vom 2. Januar seine Kollegen über die Matznah- men unterrichten werde, die die französische Regierung infolge der Verfehlungen Deutschlands bei den Holzlieferungen für notwendig erachte. Diese neue Lage könne übrigen nur die stets von der französischen Regierung unterstützte These bestärken, datz Deutschland kein neues Moratorium ohne sofortige produktive Pfandnahme gewährt werden oll. Nach dieser Richtung scheine sich in der diplomatischen Lage — was mit Befriedigung festzustellen fei — ein Fortschritt zu zeigen. Obzwar man über die endgültigen Absichten Bonar LawS noch nicht vollkommen unterrichtet sei, wisse nlan im Gegenteil, datz keine Meinung-verschiedenheiten in der Reparationsftage das Pariser und das Brüsseler Kabinett trennen. Auch von R o m komme das Gerücht einer progressiven Annäherung des italienischen und des französischen Standpunktes. Nach den letzten Nachrachten werde Mussolini persönlich nach Paris zu kommen trachten, um seine royalistische Politik yyn Siege zu führen, di« de»
berechtigten Wünschen seines Laiche, veftiedlgung «ehe. Der italienische Delegiert« in der Repara- iionskommisfion. d'Ameglio, der Musioltni» vollkommene» Vertrauen genietze, arbeite aktiv seit der letzten Konferenz in diesem Sinne. Italien solle mtt der ««»schlietzliche» Kontrolle der Domanial- sorste« und Etaatsgruben des Ruhrgedietes, der Beschlagnahme der Zolleinnahmen sowie der Emission einer innerdeutschen Anleihe von drei Milliarden Toldmark. daranttert von Banken und Zndu^ striellen, günstig gesinnt sein. Buch solle« interalliierte Sanktion«« automatisch erfolge«, wenn Deutschland seine Verpflichtungen nicht erfülle. Man sehe allo, datz bi« italienische Auffassung keineswegs von der französischen These abweiche, die ebenfalls die Kont»olle des Ruhrgebiets ins Auge sasie, jedoch ohne Anwesenheit eines Minimums be- Steltender Truppen zu verlangen, die in Frankreich für notwendig gehalten «erden.
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London, 27. Dez. Hebet die gestrige plötz- liech Einberufung der Reparatio«»k»m- i.'ss i on, auf d-ren Sitzung die französisch-'- Delegierten eine Mehrheit von drei Stimmen gegen eine (die des englischen Delegierten Brad- bury) zugunsten einer Erklärung erhielten, datz Deutschland in den Holzlieferungen vorsätzlich im Verzüge sei, schreibt der Pa- rtser Berichterstatter der' „limes-, die Bedeutung einer solchen Erklärung trat Vorabend der Pariser Konferenz trete sofort zutage. Bradburq beabsichtigte, wie verlautet, gestern um Mitternacht nach London abzufahren. Es könne jetzt für Frankreich möglich sein, mit dieser Entscheidung bewaffnet, gegenüber Deutschland allein vorzugehen. Man sei gezwungen, an diesem Schachzuge einen taktischen Vorteil zu sehen, der von den Franzosen ergriffen worden sei. Die Folgen könnten beträchtlich sein. Der tatsächliche Wert, um den es sich bei dem Verzüge handele, betrage zwei Millionen Goldmark, was eine iiutzerst geringe Summe sei, verglichen mit den Gesamtforderungen an Dttttschland. Es entsteh« die Frage, ob in Wirklich- Mt ein Bruch vorliege, der Deutschtond unter die allgemeinen Strafbestimmungen der Vertrages »ringe.
Der Pariser Verichterstatter des „Dail Telegraph" sagt, am Vorabend der Zusamnoenkunst der alliierte« Premterminlfter zur Erörterung der gesamten Reparationslage werde jetzt ein Bor wand vorhanden sein, fall» irgMd- welche alliierten Mächte die» wünschen sollten, eine Aktion gegen Deutschland zu unternehmen. Die Bedeutung der gestrigen Entscheidung der ReparationkosmmWon liege vor allem darin, »atz, wenn die alliierten Premierminister nächste Woche i« Paris zusammenkommen, jede etwaige Forderung nach einer Aktion gegen Deutschland, dir Frankreich stellen würde, nach der französischen Ansicht durch die vorherige Derzugserklärung Deutschlands durch die Reparationskommisfion gerechtfertigt wäre.
Pari», 27. Dez. Die gesamte Abendpresse billigt den gestrigen Beschlutz der Reparationskommission. Das „Journal des Dubais" meint, »unmehr sei die Frage der Sanktionen gesichert. Der „Temps" schreibt: Die Verfehlung Deutschland, die von der französischen Regierung angekündigt wurde, ist nunmehr von der Reparationskommisfion angezeigt worden. Die französische Regiorung mutz also schon die Maßnahmen festlegen, die sie ergreifen wolle, sei cs gemeinsam mit ihren Alliierten, oder isoliert. PotncarS, der immer eine gemeinsame Aktion einem isolierten Vorgehen vorziehe, werde aber nicht darauf verzickften können, zu handeln und den Plan sofort mit den alliierten Regierungen zu besprechen. ®t werde der Pariser Konseren Matz- nahrnen zur Kenntnis bringen, die er anzuwenden gedenke. Der „Temps" weist darauf hin, datz allein der britische Delegierte in der Reparaiionskommission gegen die Fesistellmig der Verfehlung Deutschlands im Sinne des § 17 gestimmt habe. Der erste Paragraph der gestrigen Äbftimmung stelle die Richtausführung Deutschland übermittelter Aufträge fest. Warum aber habe der britische Delegierte für den ersten Paragraphen gestimmt und gegen den zweiten? Man könne kaum glauben, datz er die Billigung feinet Regierung finden werd«. --
ob« Brorb ineinander." Die Ernnnrnis. daß die Lebens- mittrltxrforguug de» deutschen Lölkes der Zablnnq von Reparationen unbedingt vergeben muß. ist der Reqic- rang Wirth erst recht spät gekommen: da« $3 ort .Erst Brot, dann Reparationen" hat der ReickSkan,ler D i r t b erst im Laufe des lebten SommerS ausgesprochen, bi« dahin lebte er »nschei«nb nur im Dabne der Srrül- InngSpolftik. Auch ferne ganze Stellungnadme zvm Lev- Miller Diktat erfrUnftr sich last bi« zuletzt tat der Verfolgung 6c5 umndalichen Zieles der Erfüllung. Selbst der Erörterung der Echuldfrage. die den AuSzangSvunkt für die Revis»« bei FricdensvertrageS bildet, ging er konseq«nt aus dem Wege: das im September ». Js. ausländischen Pressevertretern gewährte Jntenne« be* tätigte als Ausnahme nur die Regel. Auch gelegentlich« Berlantbarunge» rinnelner Reichsmimster konnten an jem Gesamtbilde nichts ändern, dem Ministerium Wirth seblte es vollständig an einer etnbeitlichen Auffassung, «vir an einem einheitlichen Borgehen in der Frag« der Revision des Friedensdiktates.
Umso mehr dorl die Hoffnung ausgesprochen werven, daß die neue Regierung in dieser entscheidende» oolilischen Frage eine andere Stellung ernnebmen nnrd In der Programmrede wird das Diktat von Berfmlle» als ein Bertrag bezeichnet, „bet mit einem rechts- giltig geschloffenen Beroertreg^airbt i« Einklang stand" Diese Kennzeichnung ist Morifet« los zutreffend: eS ergibt sich daraus aber auch, daß da Friedensvertrag, soweit er mtt dem auf Der Grundlage des Wilson-Programm» abgeschlosiene« lvorveo- trage nicht im Einklang steht, rechtsungiltig ist Bettet heißt es in bet Rede des Reichskanzlers: „So wen» die tragische Frage der Schuld am Weltkriege für da« richterliche Gronssen der Weltgeschichte durch irgend er» geschriebenes Wort entschieden werden kann, ebenso wenig Sinn hat es für uns. den Titel de« verlorene», nickt he« verschuldeten Krieges -m leugnen. Die Regierung betrachtens als ihre Pflicht, ohne jegliche« Säumen alles beizutragen, was ent gerechtes Urteil über die Schuldfroge herbeiführen kann." Bemerkenswert bter» bei ist, daß der Krieg als verlorener, aber ausdrücklich nicht als verschuldeter bezeichnet wird: darin liegt eine bestimmte Abwehr gegen die Sckijldlüge. Wenn du Re« aierung alles beitragen will, um ein gerechtes Urteil über die Schuldfrage hetbeizufübren, si> wird sie in allen Bollskreisen allgemeine Zustimmung dazu finden. Je weiter die Klärung in der Schuldfrage fortfdirettet, ie weitherziger die Staatsarchive in Deutschland. Oesterreich unb Rußland geöffnet werden, umso klarer ergibt sich trotz der Geheimbaltung der Archive der Gegner die Schuld der Entente-Regierungen am Weltkriege. Wen» aber da« Fundamem veS Bersalller Diktats erschüttert ist. so ist die Notwendigkeit einer durchgreifenden 3to» Vision von selbst gegeben. Die Revisionsirage darf ebenso wenig wie die Schuldfrage unter innerpolitische» Gesichtspunkten behandelt werden, sie ist eine Angelegenheit der auswärtigen Politik. Die passive und wenig würdige Rolle, welche die auswärtige Politik unter dem Ministerium Wirth spielte, wird von der neuen Regierung sicher nickt fortgesetzt werden. Wie sehr die Außenpolitik in den Hintergrund getreten war. ergab fick schon aaraus,, daß zeitweise und wiederholt ein Minister des Nus- roärtigen im Hauptamt nicht mehr vorhanden war. Wir waren eben nur noch Objekt, nickt mehr Subjekt der älter*; rationalen Politik, und die deutsch« Regierung unterstützt« diese Auffassung durch ihre Passivität und Schwäch«. ES gab kaum eine Forderung der Entente. Sie nicht ganz - oker teilweise erfüllt worden wäre, auch wenn unsere i Ehre dlckurch getroffen wurde. Mit dieser eine«, großen Volke« unwürdigen Politik wird etzt gebrochen «erden. Das zeigt sich schon i» der Haltztng der R-qiernng zu der unerbSrten Sühne- ferberung für die Borfälle in Ingolstadt, Passau nnb ■ Stettin. Der Reichskanzler Enno hat aber auch schon, einen bemerkenswerten Erstilg dadurch erzielt» daß btt! Zurückzwhung der amerikanischen Truppen an« de«; besetzten Gebiet auf sein« Initiativ» in dieser kritischen' Zeit aufgehoben ist. Diese Maßnahme stellt sick 1!« ein j deutlicher Gegensatz gegen die Raubvlän«i Po inearsr dar.
Auch in der Revisionsicage wird ein praktischer Er-' folg sich wohl nur mit Hilfe der Bereinigten Staaten erreichen lassen. Boraussetzung dafür ist al!-«'Ngs, daß die amerikanische Regierung aus ihrer bisherigen Zurückbaltung gegenüber der europäischen Politik heraus-^ tritt. Anzeichen für eine Aenderung in der bisherigen j Haltung sind vorhanden; auch das Auftreten des mneri»: konischen „Beobachters" aus der Konseren; in Lausanne ist' ein Annchen dafür. Bon^großer Beoeutnng ist natür** lich auch die Bolksstimmuns-^Maß bierin neuerdings ein^ Umschwung zn unseren Glatzen ekklgrtreten ist, zeigt j ich deutlich in dem auffallenden'Fiasko, das Clemen-^' cean mit seinen Werbevvrträgen in Amerika erlckt hat. Die bestimmte Ablehnung in amtlichen Kreisen wie fast! 'allgemein in bet Bevölkerung ist ein erfreuliches Sri' chen dafür, daß die Wahrheit über die ftanzösische Raub- Politik und übet die Folgen des Versailler Vertrages: in Amerika sich Bahn bricht. Dieser Umschwung ist besonders der Aufklärungsarbeit bet Deutschamerikaner ju verdanken, die wieder durch eine umfassende AnM5- rungstätigkeit privater Kreise von Deutschland unterstützt wir». Aber gerade von deutschfreundlichen Ametito- netn ist öfter darauf bingewiesen, daß der Kampf gegen Me Schuldttigc und gegen da« Liktot Iw Serjaiät» in