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ArnLiiches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg

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Anzeiger für (das früher knrhesiifche) Oherhesie

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J'ieOberbeifiidx Leitung triebe tut «bemal wöchentlich. Seiugsoteie monatli*

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400 Mk. mit Zustkllungrgrbühc. Fiir auetaüenoe Stummer« infolge Streits ober

Verlag »o« Dt. T. ftieerotb. Ttu< »er

UeüMtßudrbrutferet nee 3eb. Sag. ftotfa. Start 21 L Remipretber ää, $oft.

teerftoato: Nr. M15 Ärnt Rtanfiurt a. Rain.

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Geldentwertung angepatzt werden können.

Angenommen wurde hierzu et» Antrag <D. Rat.), der für die Veteranen von 1864, 1870 eine Erhöhung der Monatsrente von 250 M verlangt.

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fehung der Tagesordnung noch nicht getrossen schttetzt Präsident LSbe um 3 Uhr die Sitzung beraumt aus 4 Uhr eine neue Sitzung an.

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*****^eHB***ÄSSBBS**V fei etwas Wesentliches, da» Deutschland zugestande« habe, daß seine Staatsangehörigen große Kapi­talien ins Ausland überführt hätten. Poincars entschuldigt sich schließlich, daß er nicht mehr sage« könne Es wäre jedoch seinerseits unzulässig, de« Verlauf der Unternehmungen kundzugebeu und im übrigen auch vollkommen unnütz, denn es wäre sehr schlecht, einen Monat voraus Deutschland, de« Schuldner, über die Absichten seiner alliierten Glätt, biger zu unterrichten. Er wünsche sogar, das, lei» Wort ausgesprochen werde, weder von der Regie, rungsbank noch von der Kammertribüne herab, da» die friedliche Aktion der französischen Regtrrung hindern könne.

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Sonnt Lm über ins MmNonumdln».

Würdigung de» französischen Standpunktes. Gegen die Sanktionen. Tie englisch-französische Einheitsfront.

London, 15. Dez. Der britische Premier­minister gab gestern abend im Unterhaus eine wich­tige Erklärung über die Reparatiousfrage ab. Er forderte die Parlamentsmitglieder auf, das Pro­blem vom Standpunkt der Franzosen aus auzu- sehen, die wie die Briten einmal ihre Hoffnung ge­setzt hätten auf die Geldbeträge, die sie von Deutsch­land erhalten würden. Die Franzosen hätten in solchem Maße daraus gebaut, daß das ganze Fi- ^anzsystem Frankreichs darauf beruhe, daß es große kummen von Deutschland erhalte. Deutschland jberpflschteie sich, gcwisie Beträge zu zahlen, aber fast nichts sei gczahll worden. Pessönlich habe er Pft Möglichkeit einer llebertragung dieser großen

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nach einer Möglichkeit gesucht, sich zu verständigen aus einer weit über Einzelheiten erhabenen Ge­sinnung heraus. Er wolle nicht die Gegenwart mit der Bergangenheit vergleichen, aber der gegen Frankreich so unaerechtfertigterweise vorgcbrachte und verbreitete Vorwurf des Imperialismus werde in britischen Skegierungskreise« niemals Widerhall finden.

Poincarä faßt dann die deutschen Vorschläge zur Stabilisiernng der Mark und zur Festsetzung der deutschen Reparationsschuld im Hinblick auf ein Moratorium für sämtliche Barzahlungen und Sach, liekerungen zusammen. Es habe sich darum gehan­delt. den Zahlungsplan von 1921 herabzusetzen und ein Moratorium für vier oder fünf Zähre zu er­langen. und zwar ohne eine der von den Alliierten entwickelten Reformen anzunehmen, namentlich was d?n Einzug der Steuern, die Stabilisierung der Mark ufw. anbrtrcffe. Tie T'ese der Herabsetzung der deutschen Schuld sei. wie man wisse, auch die These zahlreicher Finonzleute. Aber Frankreich, das hauptsächlich interessiert sei. werde Ende dieses Zakres für Deutschland 100 Milliarden verausgabt hoben. Frankreich könne also nickt auf seine For, dernnge« vernichten. Frankreich habe keinerlei Absicht seine Kriegsschulden zu verleugnen. Aber es könne sie weder de jure noch de facto bezahlen, bevor es selbst von Deutschland Beza'luna erhalt*-» f-nfce. Diesmal labe et Fortschritte er,zielt und die Möglichkeit ins Au»e oelaßt. eine Sonderregelung zu treffen, ofme auf die Entscheidung der Ver­einigten Staaten zu warten. Die Verhandlungen "eien eingekettet, und man könne an eine europäische Regelung denken, ohne daß Frankreich etwa« von dem opfern müßte, was Deutschland ihm schulde. Da» lei unmöglich.

Poincarö führt dann ans. wie die Dinge in der Reparationskommisflon liegen. Diese habe sich be­kanntlich hinsichtlich der von Deutschand zu fordern­den Garantien in zwei Gruppen gespalten. Poin- car<s hält es für notwendig, daß die Kommission zu, sammen mit dem Earantiekomitee eine Kontrolle der deutschen Finanzen ausübe, damit die Mark sich nicht noch weiter verschlechtern könne, eine Kon­trolle, die, um Unregelmäßigkeit und Verschwen­dung zu verhindern, mit einem Vetorecht verbun­den sein müsie. Wir haben, sagte Poinratcr, nun­mehr über ein neues Moratoriumsverlangen zu entscheiden. Seit Januar 1921 lebt Deutschland unter dem Regime des Moratoriums. Im Monat März hat die Reparationskommiision entschieden, daß Deutschland 720 Millionen Goldmark zu be­zahlen hat. Davon seien 450 Millionen bezahlt worden, der Rest aber durch sechsmonatige Schatz­wechsel aufgebracht worden. Deutschland tabe nur für 900 Millionen Eoldmark Sachlicferungen er­stattet. im ganzen also 1400 Millionen Eoldmark bezahlt, an statt 2 Milliarden und darüber.

Poincar<r geht dann zur Besprechung der Lasten Deutschlands im Zabre 1823 über. 500 Millionen babe Belgien zum Teil bekommen. Dann kämen die Besatzungskosten und schließlich der Anteil Frankreichs. Tas gesamte deutsche National­vermögen könne beschlagnahmt werden. Der eng­lische und der französische Text weichen nach dieser Richtung leicht voneinander ab. Aber nach dem Völkerrecht und dem Zivilrecht sei das Vermögen des Schuldners immer ein Pfand für den Gläu­biger. (Der Abg. Blum unterbricht.) Poincarp aber fährt fort: Frankreich hat niemals den Ee- danken gehabt und werde ihn niemals haben, mili­tärische Expeditionen mit militärischem Charakter durchzusü'ren. Es wolle auch Deutschland keine Strassanktionen auferlegen. Aber es wolle in dem Mahr bezahlt fein, in dem es möglich sei nnd denke nur daran, in gemeinsamem Interesse der Alliierten den deutschen Reichtum zu konversieren. Wir möch­ten in Gemeinschaft mit unseren Alliierten vor­gehen und werden freundschaftlich darauf bestehen, daß man uns dielen Beistand nicht verweigert. Wenn wir aber zu unserem lebhaften Bedauern gezwungen sein werden, isoliert vorzugchcn und unsere Matznatmen zu treffen, bann werden wir es niemals anders als für gemeinsames Konto unter­nehmen. llcfier diese Frage sowie über andere hät­ten sich die Verhandlungen in London sehr ruhig und herzlich vollzogen. Bonar Law habe gestern im Unterhaus« den britischen Standpunkt zur Kenntnis gebracht. Er habe in London den Stand­punkt der französischen Regierung entwickelt. Bo­nar Law habe ihn ersucht, die Unterredung am 2 Januar fortzusetzen. Poincar6 unterstreicht das gemeinsame Interesse, das ein gemeinsames Vor­gehen zwischen ihm und Bonar Law zu Mos- so l i n i und T h e u n i s gezeitigt habe, als sie die unannehmbaren Vorschläge Deutschlands zurück- wiesen, das versucht hätte, die skandalösen Prrsite der deutsche« Croßindustric zu konsolidieren. Es

Ter «nwlaenpret» Witart rflrbe« Sgeip. Zetleamlllimeter 15.00 KL.(«lein» n. Familien« anyigee toenfgtr). Amtliche und au»m. Anzeigen 20 ML Andere Spaltenbreiten enttpreibenb. Be «baueti em See Aanchlag. Spat einlautende ober den Saum über '^Sette einnehmeirbe Anzeigen werden nach der Tertipattenbreite berechnet. J etlamen die (5»1.«-teile 90.00 ML Jeder ^Rabatt gilt al» BattabaN. Belege werden berechnet. Sei Äustunit bunb6te ®eid»äruit. und Vermittlung der Angebote 10M, bei Hebet,enbung durch un« 25. ML Sondetgedüht.

Der Nackttagsetat zum Wtederausbaumtnlstetlum wird bewilligt.

Beim Etat des ReichsernSvrungsministerr sorden Abg., Philipp (dntl.) schleunige Beseitigung der Getreldeumiage.

Abg. Schmidt-Köpenick (S.) erfuebt den Ni Ulster, die Verordnung über den Markenbrotbezug der Geldentwertung bester anzupassen.

Abg. Dr. Heim (Bahr, ^v.l: Mucker- und Sckte- bertnm kann nur durch Produkttons ttelge- »ung bekämpft werden. Keine Reylcrung werde die Brotversorgung dem freien Spiel der Kräfte über­lassen können. Ter Bund der Landwirte treibt aus dem Lande eine Agitation, wie man sie sich nickt lcklimmer vorstellen kann. Wenn das nicht anders wird, werden wir mit Ihnen (nach rechts) die Schwer­ter kreuzen.

Nachdem Abg. Hepv (D. Vvi.) den Landbunb ge 6«t die Angriff- des Ab«. Seim in Sckutz genom­men batte, erklärt ReiälsernährungSminister Luther: Ter Ernst der Lage ist zu «rotz, als datz wir der an­geschnittenen Frage mit Gleichmut gegenübersteben können. Rur bet Anwendung aller Kräfte können wir die Ernährung im Winter sickern. Die MUckverfor- gimg der Städte löst schwere Bedenken aus. Auck fiir das dritte Sechstel der Umlage mit ft ein Preis festge­setzt werden, der der Geldentwertung Recknnna trägt. Das wird zu einer erbeb Heben Brotpreissteiaeruna führen. Wir willen noch nickt, ob die Landwirtschaft mit dem neuen Preis zufrieden sein wird, richten aber die dringende Mahnung an die Landwirte, stck als Angehörige einer Lebensgemeinsckast mit der städti­schen Bevölkernna zu fühlen. (Beilall.

Der Etat deS ErnäbmngsministerS wird anae ttommett. ebenso ciniae Entschließungen dazu. Mon tag vormittag dritte Lesung. Schlutz nach 9 Uhr.

Summen von einem Land zum andern stets skeptisch gegrniibetgestanden. Die Franzosen sagen: Wir haben Konferenzen auf Konferenzen gehabt und was ist das Ergebnis gewesen? Jedesmal gaben wir in dieser oder jener Form so etwas wie ein Moratorium und nach desien Ablauf befanden wir uns stets in einer schlechteren Lage hinsichtlich der Aussicht. Geld zu erhalten, als vordem. Das sei die Ansicht der Franzosen. Es sei nicht der ge­ringste Zweifel, daß es dadurch, daß die deutsche Regierung die erschreckende Inflation zuließ, un­möglich wurde, irgendwelchen Reparatirnsansprü- chen zu entsprechen. Die Franzosen gingen weiter. Sie sagten, daß das abstchtlich von Deutschland ge­tan wurde. Ehrlich gesprochen, könne er, Bonar Lato, diese Ansicht nicht teilen. Es sei ganz richtig, daß Deutschland durch eine derartige Methode passiver Resistenz vermeiden könne, jemals eine Entschädigung zu zahlen, aber der Zahlung der Entschädigung könnte dann nur entgangen werden durch eine Methode, die dem Selbstmord ähnlich sei. Wenn in Deutschland eine genügend starke Re- oiernnq cewe?en wäre, die die wirkliche Lage ins Ange fassen konnte, so wäre es ihre Pflicht, nicht allein im eigenen Interesse, sondern auch um ihre Vetpflicktuneen zu erfüllen, der Inflation um jeden Preis Einhalt zu tun und zu versuchen, die Fi­nanzen auf eine gesunde Grundlage zu stellen. Ta» habe sie nie versucht. Es meg fein, daß sie nicht die Macht dazu gestabt hat. Donar Law faßte die französische Ansicht in die Worte zusammen: Wir baben nichts erhalten und sind weiter davon ent­fernt als je. irgend etwas zu erlangen. Wir sind indessen müde und muffen stärkere Maßnahmen ergreifen. . Der Premierminister kam dann zur britischen Ansicht nnd sagte, er stabe st t? «rBcr>, daß jede» Zugeständnis, das Großbritannien in der Schuldenkrage macke, wenn nicht mit der Eewiß- steit, so doch auf joden Fall mit bet Wahrscheinlich­keit verbunden sein müsie, daß die 9?cg:Iung end- "iiltig sei und die Verhandlungen nickt wieder er­öffnet werden müßten. Es sei vorgcscklaoen wor­den, Großbritannien solle sein» Ans»rücke auf die Reparationen streichen sowie die alliiert-n Schul­den und gleichzeitig eine ungeheure Schuld an Amerika bezahlen. Es kann niemand in der Welt geben, der glauben würde, daß vom Standpunkt der Gerechtigkeit aus betrachtet, Großbritannien allein von den Alliierten Zahlungen leisten müßte. Un­sere Finanzlage vt jetzt stark, weil wir die Steuer- zabler arm gemacht baben. Wenn nicht zur rockten Zeit eine deutliche Besserung eintritt, würde Groß­britannien eine Stellung erreichen, die schlechter märe als die fast jedes der alliierten Länder. Großbritannien sehe das Reparationsproblem air- fchließlich von dem Standpunkt an, welches die beste Methode fei, den Betrag zu crlattecn, den Deutschland unter allen Umständen zablen solle. Es bestehn Meinnngsverschiedenbeiten hinsichtlich inneren Schuld, die so sehr auf Großbritannien der Höbe dieses Betragxs. Wenn Deutschland sich le erhole, wäre es frei von der schrecklichen Last b t laste. Deutschland werde sich eines Tages sicher «r- boken. Wir muffen beraten, auf welchem Wege wir die gesetzmäßigen Zablungen er hatten können, o'ne bet übrigen Welt nnd uns selbst zu schaden. All» Rachrickten, die et babe, laufen darauf hinaus, dab Deutschland dem völli»en Zusammenbruch fett na'e fci. Zn der Rubrfraoe gab Bonar Lav fol­gende Erklärung ab: Die brrti'cke Regierung kann keiner Handlung mit Gleichmut zufesten. von der wir glauben, daß fie keine Reparationszahlung ster beiführt, sondern diele vielmehr schwieriger, ja viel­leicht ganz unmöglich macken würde. Znm Schluß drückte Bonar Lam die Hoffnung aus, daß es in der schrecklichen Verwirrung, in die Europa gestürzt iei. fast feine Hoffnung auf eine Lösung gebe, wenn nicht Frankreich und Großbritannien zusammen handeln könnten.

Marburg SOMOW, len 16. jejemta 3#laww>.

Mmer MlNMttdk.

Paris, 15. Dez. Zu Beginn der Kammersitzung ergriff Ministerpräsident das Wort. In diesem Augenblick schreit

fafiung angenommen. Die sofortige Dornabme dritten Lesung sckettert an dem Widerspruch der giatbemonaten. Die Ausschuftentschlicbung wird genommen.

Retcysbausbalts Ordnung in dritter Lesung angenom­men. welche dem Äictcksiinanznitnisler ein gewisses Bcwreckt bet allen Reicksauögaben einräumt.

Es folgt die zweite Beratung des Zwangsanlelhe- gesetzes. Danach wird die Begrenzung vdn 79 T>i.li- arten gestrichen nnd die Freigrenze verdoppelt, demgc- ntäfj also die Erstcinzänge von 100 000 auf 200 000 Jl erhöbt. Der Ausschutz bat der Vorlage zugestimmt und beantragt eine Entsckiietzung, wonach das Reich Ländern und Gemeinden In Rücksicht auf ihre Finanz not Vorschüsse aus d« Zivangsanieitze bewilligen wolle.

Nach weiterer Debatte wird die Vorlage unter Ab­lehnung aller Abänderungsanträge tu der Ausschutz-

li'tische Abgeordnete Daudet:Ich verlange das Wort!" Der Ministerpräsident sagt:Ich schulde dem Parlament Rechenschaft über die Er­eignisse die sich seit einem Monat abgespielt haben." Er habe sich deshalb nach London begeben, um dort über das Problem der Reparationen und der inter­alliierte« Schulden vor der Voikskonfcrenz von Brüssel zu verhandeln. Die Londoner Besprechun­gen hatten er zögere nicht, das auszusprechen in der gesundesten und freundschaftlichsten Atmo­sphäre ftattgekunden. Auf keiner Seite habe es Hintergedanken gegeben. Wo eine Meinungsver­schiedenheit aufgetreten sei, hätten die Beteiligten

Mhter Mfllsloi.

283. Sitzung vom 15. Dezember, 12 Ubr mittags.

Aus der Tagesordnung stehen Anfragen.

Abg. v. S ch o ck (D. Vvt.) weist in seiner Anfrage darauf hin, datz bet Fraukkurt a. M. ein Schreiner von marokkanischen Soldaten uno ein Villeubesitzer Coyn von Wiesbaden von einem sranzöstschen Mafor D u - Vic ntedergcschoffen worden sind. Er fragte, was die Regierung gegen diele Sckandtaten unternommen uno wieviel Goldmillionen sie nach dem Bcifpiel der ententt in den Fällen Passau und Ingolstadt als Gchadenerfatz gefordert habe.

Von einem Regierungsvertreter wird geantwortet, die Marokkaner sein vom französtsckcn Krtegögericht zum Tode verurteilt wordett. Bet der Sckadenersatz- sorderung habe fick die Rctchsregierung streng an die Grundsätze des Pölkerrcckts gehalten. Der tnakiwe Matvr Dupic habe mit der Besatzungsarmee ntckts zu tun. vom deutschen Gericht sei das Strasversahren gegen ibn bereits etngelcüct worden.

Die Novellen jum Gesetz über die Gesellschaf­ten m. b. H. und zur Konkursvcrordnung Werden in allen drei Lesungen angenommen. End- gülttg angenommen werden sodann die Grsetzenlwürfe über die Genossenschasten zur Bodeuverbcsserung, über Erstattung von RechtZanwattsgebühren in Ar­mensacken, über die Beickästigung Schwerkriegsbe­schädigter sowie die Novelle zum Kraftfahrzenggesetz. wonach die Hastpflichtsuntinen bei vlutounfäUcn der

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Die Franzosen haben plötzlick ihren Plan der Rubr-i k>es-tzunageändert". Mit imveraior-scher Gebärde hatte. Herr Potneare in Londoit seine uustreitiq militärischen Absichten vorgetragen. llnü kaum aus England zurSck- gekehrt, führt er eine ganz andere Sprache. Er ist mit einem Male auf Moll gestimmt, ja er scheut sich nicht zu behaupten, es wäre von Pfändern überhaupt nicht die Rede gewesen, eine Behauptung ,dte allersings etwa» eigenartig anmut-t. wenn man berücksichtigt, dah Bonak Lew ausdrücklich ans dte Ablehnung der Wan» zZsischen Bcs'tznngSvIäne bonrerten Englands hingewieleu hat Wozu bisse Erklärung des englischen Premiers, wenn non foleben Dingen überhaupt keine Rede gewesen fein soll? Auch Oft Hetzer Clemeneeau scheint einen W nk bekommen zu haben. Dann seineGesinnung" ist plötz­lich ganz unwahrscheinlich ftieoüch geworden. Er gab Mt seiner Abreise aus Amerika derHoffnung Ausdntck. daß Frankreich und England sich auf eine vernünftige Summe einigen werden, die Deutschland zahlen könne". Er habe direktFurcht (!) vor dem Ruhrgebiet" und sei gegen dir Beietzung.

Snrüchufflbren ist diese plötzliche Wandlung letzten Endes auf die Hrltung Englands und Amerikas. Daß aber befand-rZ England in diesem Falle bet seine» Reserviertheit gegenüber Poincares Macktgelüsten ge­blieben ist. darf man wohl nickt zum wenigsten dem iul übrigen von der Entente als höchst unerwünscht anfge» nommene« Reparationsvorschlag Eunos zuschreiben. Man machte damit der von Poineare so gerne benützten Bös- willigkeitsfloskel ein Ende und nahm den Franzasen iten Wind aus den Segeln. Die Verstimmung .Herrn Po-n- carös hierüber hat sich in mürrischen Bemerkungen über die unerbetene Anwesenheit des Staatssekretär- Berg­mann nur »n durchsichtig gezeigt. Aber seine empfind­liche Niederlage bat der ftanrLsische Mini'terpränden« damit dock nicht bemänteln können. Mit diesem divf»« matiscken Schritt ist der deutsche Reichskanzler dem ans* holenden Gegner geschickt in den Arm gefallen. !

Indessen muß man sich dock vor Ovttm-smns bäten. Der Gang ist damit nur aufgehalten und die sanfte Mi-n*, die man plötzlich in Paris zur Schau trägt, ist eine Finte, die denn doch zu auffallend ist, als daß nnv darauf bereinfallen könnten. Mit seinerSinnesände­rung" wechselt Frankreich nur die Mittel, das Ziel ist dasselbe geblieben. An die Stelle der erst geplante«^ militärischen Aktton tritt nunmehr die Errichtung einer Zollinie, die in ihrer Linienführung weiter nichts ist a(8 ein Keil, durch den das Ruhrgebiet mitten durch gewaltet» wird, sodatz eine wirtschaftliche Zusammenarbeit innerhalb dieses Industriebez-rks einfach gehindert wird. Er braucht für diese-friedliche" Manöver freilich kein einziger Soldat erst ausgehoben zu werden, man müßte zn bietent Zwecke nur die bereits in der besetzten Zone anroefmben Truppenleicht vorrücken" lassen, um damit von Duis­burg und Ruhrort aus faktisch die tzerrschast aber das ganze Ruhrgebiet zu haben. Man sieht: die Samt­pfötchen des Herrn Poineare haben ganz empfindlich« Krallen. Es mutz nach Lage der Dinge doch sehr zwei- telhaft erscheinen, ob es gelingen wird, trotz aller Ge­heimtuerei das zu verbergen. Und Pornrare steht in diesem Falle für garrp Frankreich. Es wird, auch wenn die jetzige Niederlage des französischen Premiers seine volitische Stellung b-ssiegeln sollte, kein Mensch desbaib an der Hartnäckigkeit der französ.scheu Raubpolitik über« bau Pi zweifeln .

Ans alledem ergibt sich mit unzweideutiger Sicher­heit die Linie unserer Politik. Wir müssen da« Ziel weiter teriolgen, für das London eine Etavve ist. Gewiß war bet deutsche Vorschlag nur bet Versuch einerZwi­schenlösung". Die d.utsche Regierung ist kick seht locht bewußt gewssen. daß zu einer endgültigen Erledigung bet Reparationsfrage auch auffeiten unserer Gegner so gut wie alk Vorbedingungen noch fehlen. So lange man 'bort nicht zu einer wssentlick durch wirtschaftliche Er­wägungen geleiteten Einsicht kommt, kann von einer glatten Erledigung be fer brennenden aller gegenw'tti- »en Fragen ganz gewiß keitze Rede sein. Auf bjfe. Ein­sicht aber können wir unmöglich warten. Dan- ist die Notlage unseres Volkes denn doch zu groß. Wit dürfen nicht die Hände in den Sckoß legen und zusehen, was die Andern über uni beschließen. Die Berölkeruitg, die heute in ihren (>enen und solid sten Schichten buchstäblich oem Hunger­tode entgegensieht, wurde verständnislos einer solchen ungeheuerlichen Ergebenheit gegenübersteben. Wir mütfeu heute alles daran seh it, wir müssen -jede, auch die un­scheinbarste ('M 'genlpit ergreifen, uui dem er-efinten Ziel« Ser B e s r e i u u g ton einem unerträglichen Joch einen, roenu auch noch so Heinen Schritt nähet zu kommen. Wir haben fein« Zeit zu verlieren. Die Not brennt uni cuif den Nägeln und es aäu uuoetanuwtUu6, wau m«