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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg

Der Anzeigenpreis deträzt fiir den 9gesp Zeilenmillimeter 12.00 Mr, sKlein««. Familie».

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daß bei der nächsten Vorlage die Taxe für Presserele-1 besprach «ramme aus ein Drittel der gewöhnlichen Taxe festzu- rr r r r x

gramme.

lD, Bt't.) angenommen. Welch« verlangt.

ÄUf Ans

des Dr.

übergeführt. Entgegen anderslautenden Mitteilung«! tn einem Teil der Presse verdient hervorgeyoven z« iverdrn, daß die Münchener Polizei den Wünschen des Untersuchungsrichters In jeder Welse entgegen kam und dessen Ermittelungen durchaus sachgemütz «#1 tatkräftig unterstützte, . V,

-etzen ist. desgleichen eine Entschließung Delius (Dem.) auf Einfiibrung deS Zonentarifs für Tele-

Di«Oberhessisch« Zeitung »«scheint itchemal wöchentlich. Bezugspreis monatlich *00 Mk. mit Zustellungsgebiidr. Für ausfallend« Nummern iniolgr Streiks over elementarer Ereignisse leie Ersatz. Verlag von Dr. <5. Hirerold. Druck der Uuw^Buchdnuterei ooe3eb. Lug. Koch. Marit 21.23. Iternwrechi 55, Post, scheckkont»: Ar. 5615 Amt Frankiurr a. Main.

Ser Mst.

Friedenskonferenz.

fi»nbon, 5. Dez. Reuter meldet ans Kon­stantinopel, daß di« Rationalversamin- l u n hd onAngoradie Berichte Ismet Paschas über die Konferenz von Lausanne erörterte. Die Abgeordneten waren der Ansicht, dah, wenn keine Fortschritte gemacht worden seien, dies auf Um- triebe Englands zurückzuführen sei. Die Redner erklärten, cs sei notwendig, daß Ismet Pascha un­erschütterlich seine Stellung wahre, da die gegen­wärtige Zeit die Eelegenheit biete, die völlige Un­abhängigkeit der Türkei sicherzustellen.

Lausanne, 5. Dez. Am Montag abend fand eine Besprechung zwischen den alliierten De­legationen über die allgemeine Lage nach der ersten Sitzung statt, die der Behandlung der Meerengen-Frage gewidmet war. Die Besprechung nahm, wie die Schweizerzifche De- psschen-Agentur meldet, einen sehr befriedi­genden Verlaus. Tie alliierte Einheits­front werde nach wie vor a u s r e ch t e r h a l - t e n. Alles in allem habe man am Montag eine leichte Entspannung feststellen können und mckfi dürfe hoffen, daß sich die Türkei weniger unrersöhnlich zeigen werde als dis R y f f e n. Die Besprechungen zwischen den Alliierten werden Dienstag fortgesetzt. Es ist noch nicht bestimmt, wann die nächste Sitzung der Kommission für die Meerengenfrage statfindet.

Lausanne, 5. Dez. Rach einer Meldung der Schweizerischen Depeschenagentur veröffentlicht die türkische Delegation eine Erklärung als Ergänzung ihrer in der Kommission für die Meer­engenfrage am Montag abgegebenen Erklärung, in der sie betont, daß die Meerengen des Bosporus und der Dardan.ellen in einem Gebiet gelegen feien, über das die Türkei uneingeschränkte Herrschaft be­sitze. Da nun aber freie Durchfahrt durch türkische Gebiete verlangt werde, wolle die türkische Delega­tion die Angebote und Vorschläge der Mächte hören und prüfen.

Die Kris« tu der Mcerengenfrage.

Paris, 5 Dez. Nachdem in der gestrigen Lausanner Debatte in der Meerengenfrage TNi- tscherin, Ismet Pascha sowie der bul­garische Ministerpräsident Stambuliski und zum Schlich Veniselos zu Wort gekommen waren, faßte Lord » urzon das Ergebnis der Debatte zusammen und erklärte; daß die Türken leider ihr Esichtspunkte nicht mit der nötigen Klar­heit formuliert hätten. Er versuchte noch einmal die Türken zu einer klaren Aentzerung über ihre Stellungnahme zur Meerengenfrage zu bewegen. Ismet Pascha, der sich mit seinen Kollegen

Paris, 5. Dez. Nach dem gestrigen Lausanner 3rot;Vr>.;fan haben die Türken ein Kommunique veröffentlicht, in dem sie sich gegen den von Lord Curzon erhobenen Vorwurf verteidigen, daß sie die Konferenz durch ihr Stillschweigen in der Meerengenfrage verhöhnten. Es handelt sich, so erklären sie, nur um einen Zank um die Ge- fchäftsordnung. Die Türken hatten es nicht ab­gelehnt, sich zu äußern, sondern sie ständen auf dem Standpunkt, daß sie in der Meerengenfrage keine Forderungen zu stellen haben. Sie seien die Be­schützer der Meerengen, und die anderen Mächte erheben Forderungen an die Türkei, die sich auf mehr oder weniger ausgedehnte Durchfahrtsrechte beziehen. Diese Forderungen müßten formuliert werden, dann würden die türkischen Vertreter da­rauf antworten können.

Paris, 5. Dez. Man rechnet in politischen Kreisen in Paris mit dem baldige« Abbruch der Konferenz von Lausanne, da sich bei den gestrigen Debatten mit den Rusien und Türken über die Meerengefrage ergeben habe, daß ein« Einigung über diese vitale Frage nicht möglich sei, und daher bil g nze Konferenz zwecklos wäre.

Die geteilte Entente.

Lausanne, 5. D^. Der erste Riß im Block der Verbündeten auf der Orientkonferenz ist gestern Abend offenbar geworden Die Vertreter der verbündeten Westmächte hatten gestern in einer Besprechung eine Note revidiert, die heute in Fortsetzung der gestrigen Verhandlungen über die Meerengenfrage der russischen Delega­tion als Antwort auf die gestrige Rede Tschitscherins vorgelegt werden sollte. Als die Note fast fertig vorlag, erklä ite der italienische Delegierte Earroni, daß er die Note entsprechend seinen Voll­machten nicht unterzeichnen könnt«. Er werde aber sofort ein Mitglied der Delegation nach Rom senden, um den Ministerpräsidenten zum Anschluß an die Entente zu bewegen. Tatsächlich ist Baron Lago, von Marquis Earroni persönlich zum Bahnhof begleitet, um 11 Uhr nachts abgereist.

1, erklärte, zunächst keine weiteren Erklärungen abgeben zu können. Lord Curzon nahm diese Weigerung zur Kenntnis und fügte hinzu: Die türkische Abordnung entzieht sich damit der Verpflichtung, die ihr ob­liegt. Cie spottet der Konferenz und erweist ihr weder Respekt noch Ver- trauen. Diese Verantwortung für den schlech­ten Eindruck, den diese Sitzung in der ganzen Welt Hervorrufen wird, wird ganz allein auf die T ü r k ci zurückfallen. Unter diesen Umstän­den, so fuhr Lord Curzon fort, kann die Diskussion nicht fortgesetzt werden

Aus den Ausschüssen.

V e r l i n, 5. Dez. Im Postgebührcnausschub ickstags wurde eine Entschließung des Aba.

Bayern.

München, 5. Dez. Zu der Meldung eines Ber­liner Blattes aus Parts, nach der die bayerischen Monarchisten versucht baden sollen, am Brüffeler £'0 Erkundigungen darüber cinzuziehen, wie die Wiederherstellung deS Königtums in B a y e rn von den EntenteinSchten a u f g e n om m e n würde, worauf Warnungsschritte der Tschechoslowakei und Galiziens bei der bayrischen Regierung etngetrof- scn seien, erfrört die Korrespondenz Hoffmann nicht­amtlich, aber von zuständiger Seite, daß irgendwelche Warnungsschritte einer fremden Mach« bet der bayrischen Regierung niemals erfolgt feien.

München, 5. Dez. Das Präsidium der vereinig­ten vaterländischen Verbände Bayerns richtete an den Ministerpräsidenten Tr. v. Knilling vor desien Abreise nach Berlin eine Anfrage des Inhalts, ob die bay- rtsck>e Staatsregiernng dem bei Eröffnung des Land- teaes bekundeten Standpunkt gemäß die Absicht habe, bei der neuen Reichsregierung ehestens dahin zu wir­ken, daß die sogenannten republikanischen Sckutzgesetze als Ausnahmegesetze auch km Sinne d?r Weimarer Verfassung aufgeb ob en werden. Ferner baden die Verbände angesragt, wie cs mit den Sicherungen steht, die zwischen der Regie­rung Dr. Wirths und der bayrischen Negierung Ler- chrnfelds bezüglich des Gesetz'S in Bayern vereinbart wurden und ob das Kabinett Euno diese Sicherungen erneut abgegeben habe.

Zu Ehrhardts Berhastung.

Berlin, 5. Dez. von unterrichteter Seite erfah­ren wir Über die Vorgänge bei der Verhaftung des Korvettenkapitäns Ehrhardt, daß bei mit der Führung der Voruntersuchung gegen Eürhardt wegen der Teilnahme an dem Kapp-Putsch betraute Reichsgericktsrat in dieser Sache in den letz­ten Tag^u in München eine Neide von Personen vor­nahm. Bei der Vernehmung einer dieser Personen ist bei ihm der Verdacht entstanden, dah der Vernom­mene falsche Angaben über seine Person machte. Bei einer nochmaligen Vernehmung und nach einer Gegen­überstellung mit zwei Personen, die Ebrhardt von früher her kannten, wurde festgestellt, daß man es mit Ehrhardt zu tun habe. Nach anfänglichem Leugnen gab er schließlich auch die Identität mit dem steckbrief­lich Verfolgten zu. Nach der durch den Untersuchungs­richter erfolgten Verhaftung wurde Ehrhardt unmit­telbar in dar Untersuchungsgefängnis «ach Leipzig

Mk ArM. *

München, 5. Dez. Zu Beginn der heutigen Landtagssttzung gab Präsident Königsbauer «in« Erklärung ab zu de« Eewaltmatznahmen der Entente gegenüber den Städten Ingolstadt und Passau, in der er namens des bayerischen Land­tages schärfst« Verwahrung gegen die Forderungen der Bstschafterkonf«re«z einlsgt, di« die neue er­presserische Methode darstellen, mit der der Weg zum Raube deutschen Eigentums in den besetzten Gebieten freixemacht werden soll. Das Bargehen der Boischafterksnserenz ziele offenbar darauf ab, Zwiespalt zwischen Payern und dem Reiche und zwischen Bayern und der Pfalz zu säen, um den lange gehegten Plan der Ausbeutung und der Be­sitzergreifung deutscher Länder verwirklichen zu können. Der Landtag habe zu der bayerischen Siaatsregierung das Vertrauen, daß sie ben Weg gehen werde, auf dem die Ehre und die Wurde des deutschen Namens gewahrt und die standhafte Treue der wackeren Pfälzer vergolten werde. Dis Erklärung des Präsidenten wurde vom Hause mit lebhafter Zustimmung begleitet.

Köln. 5. Dez. Die großen Sportvereinigungen in den Rheinlanden und zwar auch Vertretungen der Ac- beileisvortvrrbände, hohen einmütig mit den bürgerlichen Organisationen in einer gemeinschaftlichen Kuichgelmng ihren Willen zum Ausdruck gebracht, für ihre Heimat einzulreten und deutsch zu bleiSen trotz aller erobrrungz- lüstcr« en Bestrebungen, sie von ihrem Vaterland, der deutschen Kultur und ihren Hauptvrrbänd«» zu trenne:'..

BrotHtt SWitsg.

276. Sitzung vom 5. Dezember, 2 Uhr.

der Tagesordnung stehen zunächst «nstagen. eine Anfrage der Deittschnattonalen wird er-

Mavbrrvg ben 8. Zezmhek

Zulirrend.

Dem .vorwärts' zufolge hat die sozlLldemokra- Üscke Relchstagsfraktion eine Interpellation einge­bracht, worin unter Hinweis auf die fortgesetzte Stel- ecruitfl der Preise ßtier Lebensmittel und die dadurch hcrvorgernfene Beunruhigung und Erregung der Be­völkerung, die noch gesteigert werde durch die bedroh­lichen Nachrichten über den Stand der Brotversorgung, erfragt wird: Welche Maßnahmen gedentt die Reichs- tegierung zur Sicherstellung der volksernäbrung zu treffen? Was gedenkt die Reichsregiening gegen die Zurückhaltung de« Brotgetreides zu tun? Welche Maßnahmen will die Rcichsregierung gegen die nnge- benre Preissteigerung bei Milch, Zucker und den son­stigen Nahrungsmitteln veranlassen? Ist die Reichs- tegiening berett, die Nmsatzstencr, weiche die Preise statt erhöht, bet solchen Lcbensmiteln auszuheben, die btt öftentlichen Bewirlschastuug unterliegen?

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die Tol.-Zetle 75.00 Mk. Sehet Rabatt gilt als Batradatt. Belege werben berechnet.

Bei Auskunft butchdi« EeschSstsst. unb Vermittlung bet Angebot« 10 M., bei Utbetjenbuna durch uns 25. Mk. Sondergrbühr.

Denugoiie ober GtoalsW

Die am 30. November erfolgte Verhaftung bei vettentiapitänS Ehrhardt wirb auf die weite« @eflat« tung unsrer innerpolitischen Lage nicht ohn« Einfluß bleiben. Es ist nach dem Vorgefundenen Material nicht von der Hand zu weisen, daß Ehrhardt mit den neuer* ding? so ungeheuer rührigen Nat-onalsozialisten FühlunF genommen hat und es ist keineswegs auSgeschlosfin, daß die Verhaftung von der neuen Partei als erwünschte G$e* legenheit ergriffen wird, um dem von ihr gesteckten Ziel einen Schritt näher zu rücken. Vielleicht findet die Regie­rung noch zeitig genug Mittel und Weg«, um leichtsinnig bervorgentftue innerpolitische Katastrophen, die wir geraN jetzt am wenigsten gebrauchen können, hintanzuhalten«' Eines aber ist wohl sicher. Der bommenbe Prozeß wich manches Schlaglicht auf die heut ge Stimmung werfen, in bic die hirnverbrannte Erpresserpolitik des haßerfüllte» Frankreich das deutsche Voll getrieben hat, eine Stim­mung, die bei allen inneren Verschiedenheiten Rechts unV Links in dem einen Gefühl des Abscheu- zusammen« schweißt.- Die Ereignisse von Passau und Ingolstadt so traurig sie in ihren unmittelbaren Folgen fite uniff sind, lassen hierüber feinen Zweifel auflommen. ®te durch unerträgliche Lasten und Drohungen aufs äußerste gereizte Stimmung macht sich Lust. Das taut, bd der gehässigen Art und Weise tote Frankreich gegen une vorgeht, wahrlich nicht Wunder nehmen. Kaum ist bte neue Drohnote an die deutsche Regierung gelangt, i» der uns unerhörte Demütigungen auftrlegt werde«, br kommt auch schon die Nachricht von der Verdreifachung der- sowieso schon übermäßigen Besatzungskosten für di» alliierten RheiulandSarmren. Und all da« ganz abgeftije»] von den ständig laufenden Lasten, mit denen uns Poirte' carös Versklavungspolitik systematisch zu erdrücken sucht,!

ES ist für unS verhängnisvoll, daß «in« solche zwar- engstirnige aber ungeheuer zkelbctoußte Vernichtung-^^ Politik gegen unS eingesetzt hat schon zu einer Zeit, n< eS unS wie kaum jemals in der deutschen Geschichte, ae- wirklichen Persönlichkeiten mangelt«. Der dauerndes Wechsel in der Negierungsleitung, der während unb nach! dem Krieg« unsere innere Zersahrenheit zur Genüge! kennzeichnet und ein« wirklich eindeutige, zielsichere deutsche? Außenpolitik unmöglich machen muß, spricht deutlich? genug. Der von uns vollkommen mißverstanden« Par«' lamentarismuS hat neben manchen selbstsüchtigen Clemens ten eine Fülle von Mittelmäßigteiten gebracht, die einzig und allein durch ihre Zahlhervorragen". Eine wirkliche Größe aber, die mit und durch das Parlament unfa Staatswesen z« einem einheitlichen Ganze» zusammen« gefaßt und zu einem Ziele geführt hätte, haben tote leider bisher nicht aufzutoeisen gehabt. DaS ist ei» Mangel, den toir heute doppelt am eigenen Leibe i< spüren haben. Außenpolitisch durch Frankreich, innere politisch durch die unverkennbaren Strömungen, die auf Aenderung und Umsturz gerichtet sind. Daß durch bie französisch« Haltung diesen Strömungen immer neue? Nahrung zugeführt wird, ist psychologisch nur zu Vere stündlich.

Aber so erfreulich im Hinblick auf eine kommende Einigung aller Stände bte wachsende Erbitterung sei» mag. man täusche sich doch deshalb nicht über bte Ar^ von der der Mann fein muß. der uns zum Bessere» wirklich führen soll. Leute vom Schlage Poincares können wir nicht brauchen. Bloße Kraftmenschen, die mit nur allzu kurzsichtiger Gewaltpolitik die Welt vor vol­lendete Tatsachen stellen wollen, sind für uns ebenso voM Liebel wie Leute, denen nur an einer meist sehr eigennützig gefärbten Wiederherstellung dessen gelegen ist, was unwiederbringlich verloren bleibt. Nicht zurück, sondern mir vorwärts dürfen wir heute schonen. Mit einer einfachenReaktion" (in schlechtem Sinne) ist nn? nicht gedient und nicht minder toeltfremb zeigt sich derjenige, der sich blindlings an die Lobredner der Ver­gangenheit ansliesert wie der, der sich den blutleere« Ideen menschheitsbeglückender Theoretiker verschrieben hat.! Aus diesem Grunde müssen wir vorbehaltlos alle» abtveifen, was heute durch irgendwelche dunklen Machen-! schäften versucht, eine Aenderung desSystems" von sich« aus vornehmen. Als ob es darauf anfäme! Es ist ein' verhängnisvoller Irrtum, auf solche Weise 'die Ge­schichte korrigieren zu wollen, indem man entweder eine tote Vetgangenhe i t wieder zu beleben sucht, oder aber eine abstrakt konstruierte Zukunft vottvegmmmt, die nie kommen kann, au8 dem sehr einfachen Grunde, weil man über all diesen Träumereien bV wirkliche« Kräfte der politischen Gegenwart völlig vergesse» hat. Allein aber aus di ser Gegenwart kann uns da; erwachsen, was wir wirklich brauchen unb es ist keines­wegs das muß mit allem Nachdruck immer wieder betont werden die Frage, ob das. was wir jetzz baden, wünschenswert ist oder nicht, sondern es hanoekk sich lediglich twrum, daß au5 der gegenwärtigen Lage dil Kräfte gezogen und ausgenutzt werden, oie geeignet finit den wirksamen Gehalt einer positiven fruchtbringende« Politik von Dauer zu bilden. Um das aber zu bringen, dazu bedarf es weder einesReaktionär-^ noch eines sturen Revanchevolitikers, fonbern ~ echten, auf nationaler Grundlage stehenden Staat Mannes, bet mit Weisheit und Mäßigung die lübcn Tatsachen abzuschätzeu unb gegeneinander ittpfefe* Mtz. fgiwi

Otbert, daß bet den deutsch-polnischen Wäh- rjkunasverhandlungen bte Interessen der .ffeuifchen Ansiedler Nr den an Polen abgetretenen Ge- tetcn geschützt werden soll«.

Abg. S ch u l v - Bromberg (D.-R.) fragt, welche» Ausgang dl« Verhandlungen genommen hätten, zur Aufdeckung der VerfchwSrung, bte «ach der Mtt- Jtilung des früheren Reichskanzler» gegen Ihn ange- zeitelt gewesen feien.

Ein Regleningsvertteler erwidert, am 16. Oktober -fit der Kaufmann Willi Schulze aus Dresden auf jbtt Bahnhofswache tn Hagen t. W. erschienen und .habe erklärt, daß er auf der Reife nach Essen fei, um flw Auftrage von Offizieren 2 Revolver abzuholen, die « einem Motdanfchlag gegen Dr. Wirth verwendet werden follen. Außer ihm fei ein Major, «t» Rittmeister unb et« Student an bet Sache be- teingt. Die Tat solle am 22. Ottobet ausgefiihtt teetden. Schulze habe fchte Aussagen auch bet spä­teren Vernehmungen emftechterhalten, fchlleßll» aber Habe et alles widerrufen und ars frei er- jun den erklärt. Da außer der Selbstbeschuldlgung ,«!Ets Belastendes gegen Schulze vorlag, was eine ge­setzlich« Handhabe, gegen ih« eine öffentliche Anklage zu erheben, gerechtfertigt hätte, fei er wieder entlasse» worden. Als Abgeordneter Schulze-Bromberg es für Hichttger bezeichnet, daß der Reichstag angesichts der großen Erregung, welche damals der Vorgang hetvor- »erufe» hatte, sofort von der Aufklärung benachtich- ttgt worden wäre, ivird regierungsseitig erwidert, daß Mt Aufklärung erst in den alletlevten Tagen erfolgt fii.

Abg. Schiffer (Dem.) weist In einer Anfrage Darauf hin, daß die polnische Regierung durch die llnterlassung der Errichtung von Minderheitssckztlen « abgetretene» Ob erschiessen Vas Genfer Abkommen versetzt habe. Regierungsseitig wird erwidert, das; die deuffche Regierung die Angelegenheit aufmerksam herfolge und darauf bedacht fein werde, die Rechte her deutschen Minderheiten zu schützen.

Abg. Wulle (D.-Völk.) beschwert sich in einer An­frage darüber» daß der preußische Jnnenrntnister die «attonakfozftallstlfche deutsche Atbet- sterpartel verboten habe. Regierungsseitig wird darauf erwidert, eine Prüfung des Verbotes sei 'iwk auf dem Wege der ordentlichen Beschwerde mög­lich, ein« solche Beschwerde fei aber noch nickt er- 1 «äugen.

Alsdauu kommt der Haushalt der Reichs - dr äs Identen zusammen mtt dem Gesetzentwurf tocr den Nachtragselat des Reichspräsidenten zur Beratung.

Der Gesetzentwurf geht dem HariSbaltsausschuß zu. .Her Nachtragsetat des Retchsprästdmten, des jMrichskanzlers, des NeichswirtschaftsmlnisterS und tzeS Reichssochrministers wird angenommen.

i Bei dem Nachtrag des ReichsiuMzministerS fordert 'Abg. Rofenfeld (S.) den neuen RetchSjnstizmtnt- ,|!cr auf, eine programmatische Erklärung abzngebcn «id stellt konkrette Fragen wegen der Strafrechts- ttsorm, der Erleichterung des Ehefchcidimgsverfah- »ens, wegen seiner Stellung zu den Bestrebungen in j Bayern, die Justizhohcit des Reiches nicht anzncr- finnen und wegen seiner Stellung zur Klassenjustiz.

' Abg. Dr. Bell (Z.) wendet sich gegen jede weitere Erleichterung der Eheftl-eidung und bittet bet Notlage des deutschen Snwaltstandes abzuhelfen.

NelchSjustizminister Dr. Heinze dankt feinem Amtsvorgärrger für die etnfte Mühewaltung und die Eiewissenhaftigkclt mit der er fein Amt verwaltet habe unb erklärt, daß bei der Justizreform, wie bei allen anderen Reformen wirffchaftliche Gesichtspunkte und finvüZlelle Leistungsfähigkeit berücksichtigt werden müsse. Der Not der Rechtsanwälte werde er seine be­sondere Aufmerffamkeit zuwenden. In bet Frage der EbeschttvungSreforn! seien abet gewisse Bedenken großer Volkskreise zu berücksichtigen, denen man nickt vor den Kopf stoßen könne. Uebet den Prozeß stech en back werde er im Ausschuß Auskunft geben. Was seine Stellung zur K la f s en in st l z anbelanoe, so werde eS sein Bestteben sein, die Justiz aus dem Kampfe bet Parteien herausznhebcn. Er bitte alle Parteien ibn bei der Erreichung dieses Zieles unter­stützen z» wollen.

Der NachteagSetat zum JuftiZuaushalt und zum allgemeinen Pmsiousfonb wird darauf angenommen. 1 Morgen nachmittag 3 Uhr sozialdemokratische TeuernngrLnterpeklation, Weiler« Nach- tragseralS und Reichswahlgesetz.

' Schluß 54 tzpr 5 Uhr. <

anzeigen 20»/» weniger). Amtliche und ausw. Anzeigen 15.00 Mk. Andere Spaltenbreiten KH,

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