Marburg
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Nebelung.
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Der von
Morr, um darmif btnznwelfen, daß man unmöglich die nationale Verteldlcnmg und die Sicderdeit krank' reicds budgetären Rücttlchten opfern kömze. Frank, reich bade seine Dienstzeit um die fünfte und feine militärischen Ausgaben um ein Drittel vermindert. Wie fihrne «an e8 allo des Imperialismus bezicb- itaen? Wenn man die Zahlen von 1923 mit den Ziffern von 1914 vergleiche, müsse man die leiteten mit 3 oder 3% nmltivlizieren; dann werde man erfen»
material noch nicht da« Erforderliche aefcheden. Redner wendet flch auch gegen die Schließung Fabrifen. die KrteaSma-erial berstesten.
KriegSminisser M a g i n o t ergreift dierauf
57. Mn 1922
Stimmen ans England.
fi o n b o n, 29. Roo. Der Pariser Berichterstatter des »Jaily Telegraph" schreibt, wenn vor Jahresende nicht« getan werde, um die künftige« Zahlungen festzusetzen, so werde Frankreich drastische Mahnahmen erwägen. Es sei Frankreichs Wunsch, dah diese Maßnahmen intet» atiileilen Charakter haben. Wenn sich die Alliierte» Frankreichs diesem jedoch nicht anschliehen sollten, so werde Frankreich die Möglichkeit einer Conder« aktion in Betracht ziehe«.
London, 29. Roo. Die „Times" hebt unter Hinweis auf die im Unterhaus eingebrachte Anfrage, ob die französische Besetzung des Ruhrgebiets nahe bevorstehe, gie Gefahr her, vor, dah jede Tendenz auf Seiten Frankreichs, hl diesem ernsten schwierigen internationalen Problem eigenmächtig vorzugehen, zu tieJen Besorgnissen in England und, wie die letzte» Berichte aus Washington zeigten, auch In Amerika Anlaß geben würden. Das Blatt fährt fort, England hab« eine neue Regierung, die wie Bonar Law am Montag erklärt habe, vollkomme» frei sei. die gesamte Politik der Reparationen und interalliierten Schulden, wie sie in der Balfournote aufgeworfen wird, von allen Gesichtspunkten neu z» erwägen. Es müsse das Ziel der britischen Regierung sein, soweit wie möglich mit Frankreich zu gehen in dr Richtung, die sowohl Frankreich roie auch England wünschten. Es würde für England schwer sein, nach B r ü s s e l zu gehen, bevor der Bo, den mit den Alliierten geprüft worden sei. Di« Vorbereitungen dieser Art könnten nicht einseitig sein. Wenn die britische Regierung bereit sei, umfassende Vorschläge zu machen, so müsse die französische Regierung ebenfalls bereit fein, ähnlich« Vorschläge zu machen und England nicht nur mit Pläne« für Sanktionen und Pfänder kommen. Die französischen Staatsmänner und die . verantwortliche französische öffentliche Meinung müßte einsehe« ebensosehr, wie dies in England erkannt werde, dah eine „vereinigte Front" der Alliierten mit Bezug auf Deutschland und die wirtschaftlich« Lage Europas von weit größerer dauernder Bedeutung sei, als die Beschlagnahme irgendwelcher Pfänder am Rhein und darüber hinaus. Das einzige Mittel, die Lösung des europäischen Wirtschaftspro» blems zu beginnen, sei das Zusammenarbeiten und Zusammenwirken auf wirtschaftlichem Ge « bi«t wiederherzustellen. Es könne kein Zweifel darüber bestehen, dah eine eigenmächtige Aktion zur Erzwingung von Reparationen, wenn sie auch technisch und sogar moralisch noch so gerechtfertigt wär«, Europa noch weiter zersetze«, statt sein« Wiederherstellung fördern würde.
Tet»metgenprei« beträgt Dee Sgeip Zetlenmillimelrr 12.00 «kl,(Riete- e. Familie«» anytaen 20*/,teenigrt). Amtliche uhd a««u>. Anzeigen 15.00 IRL Andere Speltenbreitee enffpretbenb. #ie idunieri e« setz 50-/, Aunchlaz. Spät einlauteeoe ober Den flaum übet
trnfiiten mit in Kauf nehmen. So scklimm tote 6er- Fischbeck sie hinstellt. sind die Juden doch noch nicht
Abg. Bieter (Lannoo.) beklagt. b.xji Leute, dic über ein Jahr lang an den Toren des Wohnungsamtes vochcu, ohne Wohnung seien, während Zpgewandertr l'ofort Wohnung erhalten. Beamte, die sich zu diesem Zweck bestechen lasfin, gehören inS Zuchtbaus.
Nachdem nach die Abg. Quedt (D-ntschn.) und Lönnarh (Z.) gegen die Bevorzugung von Ausländern bei der Zuweisung von Wohnungen kritische Ausführungen gemacht hatten, ist die große Anfrage erledigt.
Das Laus vertagt sich auf Tonnerstag 12 Uhr: Kleinere Vorlagen.
oetinger fet. Der Minister verbreitet... sich alsdann über technische Fragen der HeereSorganfiatton und sagt utm Schluß, man müsse die erforderlichen Cofet *flr da« Heer bringen, nicht nur um stark zu fehl, fon» der» um genügend stark tu fein, die Sicherbeit und den Frieden fowte den Sieg zu g mährlelsten.
Nach weiteren Bemertungen wird alsdann dtt Generaldiskufston gefchiossen und die Rammet geh' zur Elnzeldlskufston über.
Bei «Mtunft durch die Geulärtut unb Öermlttluni der Angebote 10 M., bet Üebetienbung durch un» 25— Mk. Sonbergebühr.
Tie jDberbelftW h-itung' erkbetm letbemai wöchentlich. — L^sugsoretr monatlich <00 Mk. mit Zustevungogebühr. Für ausratlenbe Nummern infolge Streit» oder elementarer «teigntiie lern Sita«. — Bering von Dr. <L hitzerotb. — Druck bet Univ^Bnchdrntterei von öod. Ana. stoch. Markt 21 23. — Rttnipiedtec Sä» Soft» toetHontet Rr. 5015 Amt Frank!irrt a. Main
AmUiches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen
Aus den Ausschüssen.
Berlin, 29. Rov. Der Grunbsteu «rausschuß des Landtages n a s m gestern den Entwurf zum Gr « nd steuergese- in dritter Lesung mit einigen Av- öndentngrn cn. Dagegen stimmten die Deulfch- nattonalen und der gröbere Teil des Zentrum«.
Berlin, 29. Rov. Der VerfaflungSausfchust deS vrenbifchen Landtags lehnte gegen die Stimmen der Deuifchnationaten und der Denttrten «,:ksvartei einen Antrag ab, der von der Regierung die fchieunlge Vorlegung eines Gesetzes zur Befriedung hee Berliner Rath auf«» und der Ratbätifer über- daupt nach Art des Gesetzes über die Bannmeile itm die Gebäude des Reichstag« und deS Landtags verlangt.
Berlin, 29. Rov. Sm Hauvtausfchub des Reichstags würde beim Rachtragsetat des ReichS- wehrm'nttteriums ein deutscbnationmer Antrag abge Ittmt, den Reichswebrosfi vieren außerdienstlich zu gestatten, die alten Vorkrlegsuntformen zu wagen. Beim ^achtt.tgSe'at der Marine bewilligte der Vuskchutz für den obersten Jngenieurches eine Admiralsstelle.
Berlin, 29. Rov. Im Hausdaltsausfchuft deS Reichstag« wurde bei der Behandlung von Rach- ttagseaiS deS Rechnungssabres 1922 erklärt, datz grundsätzlich im Haushaltsplan 1923 neue Stellen nicht geschaffen werden sollen, vielmedr die unvw- metdttchen Reusordernngen lediglich dem Nachtrags etat für 1922 vorbebalten würden.
. Reue Berordnungen.
Berlin, 29. Rov. Rach einer Berfüguna des Ministers des Innern sind, wie der amtliche prentzi- r(6e Pressedienst mitteilt, fortan viertellährlich Nachweisungen über die in den einzelnen Regierungsbezirken angeordneten und durchgefsibrten Ausweisungen läftiher Ausländer aus dem freutzischen Staatsgebiet einzureichen. Für den 1. Juli bis 1. Oktober ist ole RSchweifung umgebend nachträglich vorzulegen. Dabei ist eine lableitmaMae Nebersicht zu geben, wieviel Angehörige der einzelnen fremden Staaten von den im Laufe des Bericbts- BierteljabreS angeordneten und tatföchlich durchgeführten Ausweifungen betroffen worden sind.
Berkin, 29. Rov. Der preußisch« Landtag nahm eineu Gesetzentwurf wegen der «endenmg de« Be- amten-DtensteinkommengesetzeS in allen drei Lesungen an. Es fett dadurch -rmSgNcht werden, den Beamten die erhöhten Bezüge schon zum 1. Dezember auszu zahlen.
Berlin, 29. Rov. Der .Reilbsanzeiger" veröffentlicht ein« Verordnung zur Erböbnng der patent- amllies'en Gebühren, eine Verordnung über die Verkaufspreise und den Reichsanteil für den inländischen Absatz, eine Bekanntmachung betreffend die Ausgabe der fünften Serie der Reichsbatiknoten zu 1000 M vom 15. September, ferner eine Uebersicht der Einnahme» deS Reiches an Steuern, Zöllen und Abgaben vom 1. Avril bis zum 30. Ottober.
Der .Staatsanzeiaer" veröffentlicht eine Bekanntmachung bettefsend die Abänderung der Gebührenordnung für approbierte Aerzte und Zahnärzte vom 15. März.
FWkM WniMMlilik.
Pari», 29. Roo. Z« den Beratungen im Elys^e schreibt das -Echo Rational": Tas gestrige Dementi dementiert nichts. Wenn In den Zeitungen erzählt wird, daß narichtise Informationen mit unterlaufen seien, so ist das weiter nicht überraschend I angesichts des Umstandes, baß einzelne Blätter Lber- mäßig viele Einzelheiten hinsichtlich der gegen Deutschland zu ergreifenden Maßnahmen gebracht halten. Aber es liegt auf der Hand, daß das offiziöse Dementi nur die Einzelheiten im Auge hat, dagegen nicht die Cache selbst, die sich nicht abstreiten läßt. Gewissen Anzeigen zufolge sollen die P f ä n der nicht recht» des R eines, sondern auf dem linken Ufer mit Beschlag belegt werden. Au» diesem Grunde wohnte der Konferenz vom Montag der Oberkommissar für die Rheinlande, Ti- rard, bei. Tie preußischen und bayerischen Beamten i»v«n aefgtf otbert werden, sich übet den Rhein zn- rnck,«ziehe« und die Verwaltung der rheinischen Gebiete soll mit Hilfe von heimischen Beamten reorganisiert und unter die Kontrolle Frankreichs gestellt werden. Die Zollgrenze Deutschland gegenüber fall wiederherrepellt uud der Überschuß der Steuern sowie die Erträgnisse der Domänen und der Zollein, nahmen sollen an die Kasse der Reparationrkommij» sion abgeliefert werden.
8m!nltz Ml.
Vari«, 29. Rov. Die Kammer ist heute im weiteren Verlause der Budgetberatungeu zur Diskussion des £>eere8hubcet§ überoegangen. Der Berichterstatter Oslarh de Lama ziere kam im Sri laufe seines Bericht« autb aus btt Frage der Abrüstung zu sprechen unb. erklärte, bie sranSstsche Sb eie habe bei den totsten Bewandt Mill eu W Völ- kcrdunbes den Sieg davon getragen. Es fet eine gerichtliche unb geographisch« Fatalität, batz Frankreich als Barriere gegen alle Gewalwersuche zu bienen habe. Frankreich bewache fast allein blc Rbcin- vrenze. ES scheine, bah augenblicklich sich alle chauvi- nisiischen Elemente gruppierten, in Italien, in Eng- lanb. in Polen, in Bavern. tu Preußen, tn ber Türkei unb. wie man augenblicklich febe, auch tn Griechenland. Ma» müsse di« Sichervett Frankreichs ge- wäbrieisten. um sich vor schmerzlichen Enttäuschungen zu bewahren.
Der Bertchterstotter desHeereSausfchusseS Fabrv erklärte, die Hoffnungen. btc er bei bet Beratung be« HreresgesetzeS über die Sicl-erbeii Frankreichs ausgesprochen habe, hätten sich nicht vollkommen tenll- fiert. Wir müssen immer bedenken, daß Amerika und England sich nicht um ihre Landesgrenze zu forgen hätten: st« feien durch das Meer geschützt. Richt fo stöbe es mit Frankreich, das immer die Augen nach Oft«» gerichtet hab«. ffreufreitW Sichetb it beruhe «mk der Besetzung »er Rbeinlanve. auf ber «brüstuua Deutschlands, auf dem Garantieabkommen und auf Uhu Bö'kerbund. Wa aber stehe man? Reichskanzler Enno vetlaua«. dah Frankreich sobald wie möglich das Rheinland verlasse. Di« Kommission des Generals Rollet stoße aus Mangel an mitem Wiw n bet Deutsckstand, das feine Industrielle Mobilmachung betreibe. das 500 00« Tonnen Stickstoff anstatt 13? 000, wie vor »em Kriege, herstelle. Die Garaniieabkorn- wen t-trn nicht unterzeichnet worden. Die französisch« Mtlltärorganifatinn f f a'-o b'e welen'liche Boran«, frruttß ber ttanrüstsch-n Sicherheit. Der Berichterstatter wirft noch einmal die Fraae ber Herstellung von priegsmawriaf unb »er industriellen Mobilmachung auf und font schließlich: Wenn wir in Berlin eine financielle Rnntroftfnmmlffion ähnlich der Kommission Rollet organisiert hätten, wären wir vielleicht schon bezahlt.
Der sozialistische Abgeordnete Paul-Donnour spricht sich alsbann ebenfalls über die industrielle Mobstmachuna ans unb bedauert, daß Frankreich noch gezwungen fei, 830 000 Mann unter den Waffen zu halten. Der Redner erklärt, Frankreichs Sicherheit sei mehr alS ir prekär.
Sodann erareift Andr« 2 e f e b t e das Wort und erttärt, Elemenc au habe mit einem wunderbaren Mitt j-nfeits be? Ozean« behauptet, daß Deutschland eine: Revanchekrlkg vorbereite. Damit habe Eke- . ernt ane-kcmnt. daß die Entwaffnung Deutschlands es nicht hltthrre, den Sri g vorznbereiten. Si"»r<? Stfebrt erinnert an b'e gahlretAen Zwischenfälle. deren Ovker die Kontrollkommission in Deutsch- land geworben sei. Er bemerkt, daß demnächst infolge eines lanae vorbereiteten und aevlanten Zwi- schenkalles man sich vielleicht in die Rotwenblakeit ver- setzt sehen würde, dieke Gewalttat^, nicht mehr hinzu- nehmen. Desba«b sei es die Pflicht ber Kammer und der Regierung. auf alle Eventualitäten sich gefaßt tu inochen. Der Redner unterstützt die von dem Ab«. Bonnour geforderte Krie (tSma »er ia lpolitk k. Man müsse aber au* eine Politik der Mannschaften betreiben. Trotz aller Bemühungen fet für bas Krieas-
Getreideumlaae.
Da« Ernährungsproblem.
Me bke Blätter mitteilen, beschäftigte sich gestern cm preußischen Ministerium des Innern eine KonsercN' ^er OberprSsStenten mit ber innerpolitischen Lage und Sen h- ?, Winters notwendig werdenden
Äc'rtschastsmaßnabmen. Im Vordergrund stand die Er- nährungsfrdgr. D r Landwirtschastsminister richtet-einen ntzdringlichen Appell an die Oberfwäs-'denttn. dafür zu sorgen, baß das Umlog-g-treide unbedingt restlos eingebracht werde. Nach der „Voss. Ztg." wird die Regierung allgemein 10 Prozent von dem Um^gesoll Nachlassen, da die Körneremtr schlecht gewesen ist. Die zwei Millionen Tonnen Auslandsgel reibe, die das Reich einführen muß, sind bereits gekauft, sodaß eine fernere Preissteigerung dafür nicht in Betracht kommt. Preußen wird beim Sketch eine Streckung des Brotgetreides mit Hilfe von Karwsselmehl beantragen.
Bei der Besprechung der innerpolltischeil Lage wurde mit Nachdruck betont, daß die ungesehlichen kommunistischen Konttollausschüsse nirgends geduldet werden sollen, daß aber den Bevölkerungslreisen, die zur Mitarbeit bere-t sind, durch Heranziehung zu den Preisprüfung-ausschässen Gelegenheit gegeben werden soll, die Behörden zu unterstützen.
Herabsetzung »es bayrische« Getreideumlagesolls.
München, 29. Nov. Im Wirtschaftsausschuß des Landtages teilte heute dir Regierung mit daß das bav- rcsche (MretbeumlagefoII erheblich herabgesetzt werden wird. Die Preisfestsetzung für das nächste Umlagesrchstel wird demnächst ersolgeu. ZndeS könne keine Rede davon sein, daß die bayrische Geneiderrrtte i» allo»..Gegenden Lleich schlecht fcl ™ _
PrnMkk Benblii.
, ISS. Sitzung vorn 29. November.
ÄnuSckst wurde di« Novelle »ur Besolduugsorb- «una debattelos tu alten drei Lesungen * Ugenom- me u. damit die neuen Gehälter beteil« am 1.12. gezahlt kerben können.
Sodann begründet Abg. Aaeßler (Deutsch».) dir beuischnatwnale Anfrage, welche Maßnahmen d« Re- gieruirg gegen die Einwanderung von O st j u d e n ergreifen wolle und ob sie gedenke, unerwünscht« Gäste abzu- ! schieben und eine schärfere Kontrolle durchzusübrrn. Redner verweist darauf, daß sich dir Stimmung gegen die Ost' Juben verschärft habe und zwar krinesweg« msolge irgendeiner Agitation. ES handele sich dabei namentlich um ein Berliner Pwblent denn fast der fianje Schwarm falle über Berlin her. Redner schlägt al« Stichtag fttr die Ausweisungen den Revoluttonstag vor und führt 'Beispiele dafür an, baß selbst svzialdemokrättsch« Persön- Üchkeiwn aus die Schäden biefer unerwünschten Ein- vnnderiiug hinge wiesen haben. Der „BorwänS" b.itv ißemeint für die Ostjuden sei BerU» gmnfkermaßer -nur eine Brücke für die Auswauderunz uach Amerika k»ber das Asyl, daS die Ostjuden in d-r Grenadierstra^c t*rnb am Knrsürstrndamm gefunden hätten, scheine ihnei. j^behagtrch zu sein, daß sie eS vorziehen, hier zu
Minister des Innern ©ebering: Auch die Negerin,« meint, daß hier ein ernste« Pwblcm vorlngt. Wir dürfen uns aber nicht von Stimmungen feiten lassen. Au» I «Kv-sscr Seite mache man die Juden für alle- wcrtschaft- Iche Elend veranttvortlich, aber auch waschechte Ariel seien an den zu beklagenden Erscheinungen beteiligt. An- geblich sollen die Juden auS Ungarn ausgewiesen werben, «in großer Teil derselben dürste sich wohl hierher wenden Hebncr möchte den Völkerbund batauf aufmerksam machen daß Deutschland unb Preußen bei ber augenblicklichen Er- Näbrungslagr, dem WvhnungsmgLgel und der Arbeils- bstgkeit jeden FlüchtlingSstrom nicht cufnehmen könnten. Wenn der Bölkrbunb überhaupt einen Sinn habe, müsse er hier dHgmfen. Soweit Preußen« und Deutschtanr>s Interessen eine Abschnürung der Grenze erforderlich machten und soweit es mit den allgemeinen menschlichen Grundsätzen verrinbar sei, werde er eine Verschärfung k früheren Erlasses eintreten lasse«. Wir müßte» aber mich ans das Ausland Rücksicht nehmen. Wahrscheinlich Würden in einigen Jahre« Millionen deutscher Arbrster mcswandern müsse». Woh^u? Sollte« wir «ns durch gärten der Fremdenpolizei das Odium des Barbarismus
«he»? Rach be» Berliner LolizeWotifliL» Ende seien unter den 161222 Auswanderern 25 483 Ost- gewesen. Der fWtnflrr gibt ähnliche Zahlen über
nigsberg und Breslau und kritisiert die böse Saat.
Herr Kunze m Oberschlesi-n anSgesät habe unb dir Pc crome auszuarten drohe. Die am^i ben Statifti- Heu zeigten außerdem eine Auswanderung ber Ostjuden: Vom August inS Norrmber seien oflti» au« dem Nuhr- gebifi 5000 Ostjnden nach Frankreich abgcwandert. Preußen könne auch ta dieser Frage r i ht allein borgec-en. kelbstverfl^ndlich sei, daß ter Deutsche zuerst Anspruch mis eine anständige Wohnung habe« müsse, aber wir Müßten auch bedenke», baß diese« Problem neben dem nationalen auch einen menschlichen Inhalt habe.
Al^g v Etzver n (D. vpt.) führt in der Besprechung «er Interpellation aus, daß auch die jübische« Mitbürger Deutschlands die ostjübische Einwanderung als wenig erwünscht krtrachten. Gerade durch das Einstrsmen, vmrwimschter Elemente werde dem Autif-mitisrnus neuer Fr-beu zuaejührt. Dies sollten auch die Herren auf bet äußersten Linken einsehen. Er persönl'chß fei ton jedem Antiicmjiismu? stet, bitte aber das Wanderpwblem nach dem Grundsatz zu behandeln: Wohltätigkest beginnt im .«tz-neu Hcusr. Dorum müssen wir uns mit aller Energie g:gen solche Menscheneinsuhr wenden, auch wenn dah« Gefühle verletzt werden sollten, die jedem Menscher.' hcch anzu rech neu find. Die Aurnfung des BSlkerbundet dürste jedenfalls «tne En^täufchnng fein.
b Abg. Scho lern (Komm) betont, daß hier tot iem ein." proletarische Frage zur Beratung stehe. Da» utsche lapitalistische Jubentum fe- selbstverständlich getan:
*fo oegen die ostjüdische Einwanderung wie Herr Koehler ünb seine deutschnationaleu Freunde. Bei beiden sei lediglich die Konkarrcnzfurcht die Ursache ihres Auftretens. Statt auf die ostjüdischen Proletarier, sollte der Minister seine Aufmerksamkeit besser auf btt russische Monar . chiüen lenke«.
, Abg. Fischbeck (Dem.): Antisemitismus ist verwert lich. aber man sollte sich nicht' durch die Abwehr des Antisemitismus dazu verleiten lassen, die Dinge nicht sehen zu wollen, tote sie einmal sind Das gilt besonders vom ZLohnungswesen. ES handelt sich hier um Elemente fremder Kultur, die der unsrigen nicht gleichwertig ist. Dazu hat allerdings ein gewaltsamer Antisemitismus becgetrogen Daß wir teilte Antisemiten sind, brauch ich nicht zu versichern. Die Bekämpfung ber ostjüdischen Einwanderung ist für uns noch lange kein Antisemitismus. Jedenfalls muß die Regierung alles tun, um uns vor uneiwünschter Nnwanderung zu schützen.
Abg. Bredt (Wirtschaftspartei): Seine Partei treibt grundsätzlich feinen Antisemitismus. Aber bie Bcror- jiiigung ber Ausländer beim Wohnungswesen muß aus- .idöre». Wenn bie Volksseele einmal gegen das ostjübische Händlertum überfließt, so ist das nicht zu verwundern.
Abg. Dr. Cohn (Soz.): Die Träger deutscher Kultur sm Osten sind vielstich Juden gewesen. Juden aus dem Aten sind Zierden deutschen Geistes und deutscher Wissenschaft geworden. Ohne btt Ostjuden als Vermittler Rlcn sich die Wirtschaftsbeziehungen zu Rußland nicht «cher aufnehme«. Der freieLsodel must mich dfeDchot-
5k MU M RhtiN. ;
Bon unserem politischen Mitarbeiter.
Clemenceau, nach dessen Ansicht bekanntlich 20 Mü« ’tonen Deutsche zu viel aus der Welt find, hat d« lang* wicrigen Verhandlungen, bie der Verrrogsabfibluß vv» ; > Versailles zwischen den Staaten der Entente vorcntsgin- arn, durch das Wort kurz und treffend beleuchtet: Ich wollte damals den Rhein haben. Diese Beute ist der« ftanzöfischen Unterbändler damals entgangen. Aber im» met war die französische Hand insgeheim danach ausge- üreckt und sie hält jetzt den Augenblick für günstig, um mzupacken. Trotz aller nachttäglicheu Abmilderung ber «fielt Alarmgerüchte ist garnicht daran zu zweifeln, daß Herr Poincare in den Fußspuren Clemenceau« wandelt und einen Raubzug gegen bo« deutsche Rheinland im Schilde führt. Vielleicht erwartet er nicht, daß ihm bet ganze Raub aus bett ersten Schlag glücken wird, vielleicht benft er sich feie Vorgehen etappenweise. Al» Zttt ‘ aber schwebt ihm zweifellos jenes Wort vor. da« 6Lernen» tou in seiner brutalen Offenheit gespwcheu hat: W« wollen ben Rhein habe«. j
Aber e« gibt «« andere« Dort mindestens ebenso all wie btt französischen Gewaltpläne und nnS alle» heilig:- Sie sollen ihn nicht haben, den freien, deutschen Rhett». Seit mehr al« vier Jahre» ist ber Rhein fehl freiet deutscher Strom mehr. Aber er ist und bleibt bo< Symbol deutscher Größe und nationaler Unabhängigkeit. Und wenn wir uns die deutsche Freiheit wieder e»*i ringen werden, — für 60 Millionen Deutsche et» felsen-j festes Ziel — so ist an sie die Freiheit be« Rheinsirome^ ein für allemal mit unlösbaren Banden befestigt, fern», deutsche Freiheit ohne freien Rhein! Unb wenn Fraaü»j reich jetzt zupacken und ben Rhein rauben sollte, so tottk es damit in da« Herz de« deutschen Volkes eine»
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