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Mr 100 Mark wurden gezahlt:

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Mr die Echrif lrttung verantwortl: Dr. Earl Dvrifen. Mr den örtlichen und Provinz. Teil: Wilhelm Witzner.

97.80 Schill.

23M Doll.

125.40 M

vor dem Krieg:

125.42 M

59.20 (Bulb.

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1 Kr. 1 «r.

unb -erfahrene Turner stellten sich dem Publikum vor. Frder setzte sein bestes Können für seinen Verein ei». Der von Marburg in Frei-, Pferd- und Barrenübunge» erzielte Borsprung wurde von Kassel in den Recklibunae» bis ans 2 Punkte wieder ankaebolt. Nach 268 Uebunoe» batten die Gäste 4618, dir Marburger aber 4471 Punkte erreicht. Mit nur 47 Punkten Vorsprung siegte Kassel. Warme Worte der Anerkennung für Sieger und Besiegte fand der Leiter de- Wettkampfes. Mögen auch die uoch Fernstehenden immer mehr zu der Uebcrzeugung kommen: ,Ein kernfester Leib ist notwendig zum Ringen mit dem

Hessen-Nassau und Nachbargebiete.

Heesfeld, 15. Rov. Ein Händler aus Langen­selbold hatte hier einen Waggon Kartoffeln aufgekauft. Ja er aber keine ordnungsmäßige Genehmigung halte, wurden die Kartoffeln beschlagnahmt und verkauft.

Betzdorf. 14. Nov. In der Nacht auf Sonntag und in der folgenden Nacht sind in der Eisengießerei von Hermann u. Co., in Grünebach neu» kostbare Treib-' riemen im Werte von 262 500 Mark gestohlen Wochen.

rat, und des Reichsrats haben der Regierungs­vorlage immer noch bet weitem nicht eine solche Form gegeben, daß die Finanzen der Gemeinden auf eine nach den Umständen zu verlangende Basis gestellt find. Der Städtetag wird wie bisher schon, so auch bei den weiteren Verhandlungen mit allem Nachdruck die Interessen der Gemeinden zu vertreten bemüht kein.

Sportverein Dreibaus en Sportver­ein Hachborn 1:2. Sonntag, den 12. Nov., spielte «ine Mannschaft des Sportvereins Hachborn mit 10 Man» zu einem Gesellschaftsspiel in Dreihau>en. Beide Mannschaften traten mit Ersatz an. Ein hartes Ringe» von Anfang bis zu Ende, tn welchem oer Platzverein der Gästemannschaft den Sieg überlassen mußte. Rur da» mangelnde Schußvermögen, das der größte Eifer nicht zu ersetzen vermochte. Verhinderte den Sieg, der wohl-

künstlich abgewtrkt werden darf. Da- tut zwar der Diskontsatz in seiner heutigen Höhe durchaus nicht. Aber es ist doch notwendig, darauf htnzuweisen, daß. während schwache Maßnahmen, die in vieler Richt»" angewendet werde», erfolglos bleiben, stärkere, leicht durch Erdrosselung des für die Wirtschaft unentbehr­lichen Kredits großen Schaden anrichten können.

Die Erhöhung des Retchsbankdtskonts ist und bleibt eben ein rein äußerliches, mechanisches Hilfs­mittel ganz wie die Vermehrung des Paptergcldum- (aufs, von der die Reichsbank auch in letzter Zeit mit großem Eifer Gebrauch gemacht bat, um wenig stcns die Zahlungsmittelnot zu beseitigen. Das ist ibr bis zu einem gewissen Grade gelungen. Allein in der vorigen Woche bat die Rcichsbank für 47.6 Milliarden Mark neue Banknoten in Umlauf gesetzt, sodaß nunmehr für 517 Milliarden Mark Banknoten und für 14 Milliarden Mark Darlebenskassenschetne Im Verkehr sind. Zwar befindet sich noch immer ein großer Teil im Ausland, aber es herrscht dort sicht­lich das starke Bestreben, die Mark abzustoßen, sei es auch nur durch Erwerb deutscher Staats- und Kom- munalanlethcn. Bet der Benutzung der Notenpresse darf man auch nicht vergessen, daß die Stabilisierung, die ja kommen muß. um so schwieriger ist, und auf der Grundlage eines um so höheren Dollarkurses er­folgen muß, je größer der Notenumlauf wird. Bei der Erörterung des Siabilislerungsvroblems im Retchswirlschastsrat ist mit Recht darauf htngcwie- s»n. daß dieses Ziel nicht so sehr durch banftectmifclw also äußere Maßnahmen zu erreichen ist, als vor allem dadurch, daß es gelingt, die Preissteigerung im Inland« nach Möglichkeit aufzuhalten, um die An-, aletchung der Kaufkraft der Mark im Inlands an tkrem niedrigen Kursstände möglichst zu verhindern. Hierzu ist aber bisher nicht einmal ein Anlauf ge­macht worden. Im Gegenteil: vom 16. November ab ist wieder neue, sehr kräftige Kohlenpreiserhöbung in Straft getreten, die natürlich das allgemeine Preis­niveau abermals ein Stück Vorrücken mutz.

Wetze» loggen Somntetflttfht Wlntergerfte Hafer 'als Weizenmehl o-menmehl AagqenUei« Hape lübie» tzelniaak et.

1200012400

10600 -10700 12000- 12300

10500 IOROO 12200 -12300 12200

1R250-19500

15250 16750

64006500 20000

Hochschulnachrichten.

X Ernennungen. Die a. o. Professoren der Ana-' tomte an der Universität Halle a. S. Dr. med. Paul' E i sler, Projektor am anatomischen Institut, mck» Dr. Georg Wetzel, Abteilunasvorfteber am ge­nannten Institut, sind zu ordentlichen Professoren er- itmmt worden. Der außerordentliche Professor für elektrisch« Schwachstromanlagen an der Berliner Technischen Hochschule Dr. pbtl. Rudolf Franke ist zum ordentlick)«» Professor ernannt worden.

BraUlta«. Bollrei« startovel» 450-480

Spelleerbie», Viktoria.

14000-14500

18500 19500 14000-16000

15500 -165.00 25000-30000

5700-5900,

heut«: 0.08 0.405 0.03 0.06

Der Wert der Mark int Auslande.

Manksnet, den 17. Keecmbtr 1522.

«utleretble» Irferbobne» t'lnle« 'Kicken llupine» blaue , gelb« Setabefl« alt« neue frorfeniibtttUet liunlelrllvea

«Sdeen, rot» - - - gelb«

Mob» korkmelass» 'Oieienheu, lefe Kteebeu

tn

Zürich Amsterdam ftopenbagee Stockholm Wien Prag Vonbon New York Varl«

Nr. 272 |

Sonnabend, 18. November ,

Nebelung 1

1922 i

MUMM WMMMl.

von unserem volkswirtschaftlichen Mitarbeiter. ! Die gestürzte Reichsregierung hat roch ganz kurz vor ihre,» Scheiden einen wichtigen Schritt getan, tzioem sie der NeparationskommtsNon konkrete Vor- lchläge zur Stabilisierung der Mark überreichte. Das Schicksal dieses deutschen Plans, hinter den sich die große Mehrheit des Reichstags, von der Deutschen Volkspartei 618 zur Sozialdemokratie reichend, ge­stellt hat. hängt nunmehr ganz von der Entscheidung ptr Reparationskommisston, also von der Entente, ab. Diese aber steht noch aus und dürfte auch kaum vor der Brüsseler Konferenz, bereit Termin noch immer nicht festgesetzt ist. saven. Dadurch ist in der beut« fiten Volkswirtschaft ein Zustand der Unsicherheit entstanden, der bei längerer Dauer vielfach lähmend auf das Geschäftsleben einwtrken mutz. Der Mark­stur; ist infolgedessen zwar zum Stillstand gekommen. Bter der Zustand der Ungewißheit, der dafür einge treten ist, liegt weit entfernt von der erwünschten Stabilisierung. Vielmehr machen sich ziemlich heftige Schwankungen des Dollarkurses bemerkbar, deren miierste und oberste Grenzen btSber etwa bet 650(1 »n6 8500 lagen. Hierzu haben natürlich auch die inneren Krisen zustande wesentlich beigetragen, die dem Rücktritt Dr. Wirths vorangtngen und folgten. Schließlich tragen auch die in toter Bedeutung a«° Stunnanzetcben nicht zu unterschätzenden Unruhen »nd Ausschreitungen tn Köln und Düsseldorf dazu bet, die vorhandene Nervosität zu verstärken.

DaS Ausland fährt fort, deutsche Realwerte aller Art, Industriepapiere, StaatSrenten unb Grundstücke ziemlich wahllos aufzukaufen. ES scheint, daß diese «uslandSkäufe, ko schädlich sie tn anderer Hinsschl mrch wirken, dazu betgetragen haben, dte Geldflüsssg Seit bisher einigermaßen aufrecht zu erhalten. In ieuefter Zeit aber macht sich ein immer stärkerer Drang der Industrie und der sie mit Kapital speisen den Großbanken nach Kavitalverstärkunq geltend Ienthalben sind KavttalerhShungsanträge gestellt.

:r eS werden solche beabsichtigt. Unter den nken bat beispielsweise die Commerz- und Privat- >k In den letzten Tagen eine Verdoppelung ihrer her S50 Milliarden Mark betragenden Aftienkavi- i deanttagt. Dte Ansprüche der Industrie an den pitalmarkt wachsen tns Ungemesscne. und s» wird ttsellos dte Geldlage sehr bald wieder eine über ( gekannte werden. Dte Retchsbank bat geglaubt, fern Umstande vorbeuoend Recknuna tragen zu ssen, indem sie wiederum und zwar innerhalb ver MiSmätzig kurzer Zeit zum dritten Make «in« Er- lunfl des Diskontsatzes vornahm. Der Diskontsatz

Reichsbank beträgt nunmehr, nachdem er diesma' ich um 2 Prozent beraufgesetzt wurde. 10 Prozent, iter Lombard zins satz 11 Prozent. Die Io'ge bn^-o wird eine allgemeine Verteuerung des Kredits sein. Ter Reichsbankvräsident glaubt aber hierdurch et^er Unberechtigten Aufstapelung und Zurückhaltung von Daten entgegenwirken zu können. Ob dieses Ziel mit Dem viel zu schwachen Mittel der Geldverteuerung et« «reicht werden kann, ist bei dem heutigen ravtden jTempo der Preissteigerung und damit der Gewinne ck>us Warenvorräten durchaus zweifelhaft. Die Reiws« bankleitung ist sich dessen auch bewußt. Aber sie will ^dutch die Diskonterhöhung gewissermaßen «tn %'-"= nungssignai geben gegenüber dsr immer stärker >i,t unserer Wirtschaft sich geltend inacbenden Ge'd- und Kredimot. Dabei hat zloeifeilos auch die in dem Gutachten der ausländischen Sachverständigen zur Marfftabilistetuirg enthaltene Forderung einer Her­aufsetzung des NeichsbankdiskontlatzeS unb Aufrecht« erdaliuug teuren Geldes biS zur völligen Sicherung der Markbefesttgunq auf den Entschluß der Reich4« bauNeitung einigen Einflutz gehabt. Aber die Sach« derständtgen dachten sich diese Maßnahme im Zufnm« menhang mit zahlreichen anderen, und doch immer nutet der Voraussetzung eines Moratoriums verwirk­licht. Aus diesem Zusammenhang herausgerissen kann die Heraufsetzung der Zinssätze allein nicht w Gesundung unseres kranken Geldmarkts P'-hren. Mg» darf auch nicht vergessen, datz die ausländischen Sach­verständigen gleichzeitig eine welttzetziye Behandln"' Her Handelswechsel durch die Reichsbank

Damit tst schon zum Ausdruck gebracht, datz der not jtoeitolg« Kreditbedarf des Geschäs! siebens nicht et"v

Berliner Produktenmarkt.

Prell« für 100 Vfb. ab Station: Serif*, be* 17. S»weiter m

Die Ernährungslage der Städte.

In der letzten Vorstand:fitzung des deutschen Städtetages wurde u. a über die Ernährungslage verhandelt. In dieser VsrlDndlung, an der ai^ch Staatssekretär Hcinrici l^oin Ernährung-ministc- rium teilnahm, wurde vor mkörn die Notwendig'.'' betont, durch Intensivierung der Landwirtschaft die heimische Produktion auf den l cchftrniglich n Stg'' ;u bringen. Die Notwendigkeit energischer Maß­regeln sollen dem Herrn Nnchskcmzler durch eine Deputation noch besonders naheae'egt werden. Das Unterstützung ohnsitzgeketz erfordert durch die notwendigen B rlmndlnngen über den Unterstützungswohnst!', einen Zeit- und Geldauf­wand der mit dem Zweck nicht in Einklang steht. Der Vorstand des Slädtetages stimmte daher dem von einem Ausschutz des Deutschen Vereins für öf­fentliche und private Fürsorge ausgestellten Ent­wurf eines Notgefetzes zu, nachdem gruitdsästlkch der gewöhnliche Aufenthaltsort auch die endgültige Kostentragung last bestimmen soll. Die Unter« ftützung.sätze in der Erwerbslosenfürsorg« sind weitet hinter dem Steig n aller Preise für den not« wen8ig:n Bedarf zurückgeblieben. Der Vorstand hält eine Erhöhung mindestens auf das fünffache der jetzigen Sätze für notwendig Eine Abänderung der Grundsätze für die Beihilfe aus der fog. wert- schaffenden Errverbslolenfürsorge hält der Vorstand gleichzeitig für notwendig, um der etwa notwendig werdenden Beschäftigung von Erwerbslosen genü­gend Unterstützung zuteil werden zu lassen. Weitete Gegenstände der Tagesordnung waten die Bau­kostenzuschüsse und die Baukostenabgabe, das Reichs- Mietengesetz, die Baustoffbeschafsung und das Lan des sie» erg «setz. Die bisherige» Be­schlüsse aus den Ausschüssen des Reich-Wirtschafts-

Marburg und Umgegend.

Marburg, 17. November (Nebelung).

* Marburger DouS ftauenverein. Mal schreibt uns: Wir teilen auf vielfache Anfragen mit, datz in dusem Iobre in de» ersten Dezembertmien wider ttne im Vorjahre eine Weihnachtsmesse fiattssndet. Da- rtn wird sich anschließen ein Verkauf von gebrauchten Kleidern, Spielzeug und KinderuntethaltungSleftüren zu Gunsten des notlcidenden Mittelstandes. AlftS Nähere in röterer Anzeige. Es sind jetzt 2'^ Ja>'re, daß di Häusliche Rothilfe" von einigen Damen deS ^xiu sst-tuenv-rins gegründet wurde unb genau 2 Jahre, fett der Stadtverband der Frauenvereine für das ge- MkinnützM' Uut rtebwit einfeat. Wir haben in diesen Iahten kein- großen Werte geschaffen, nicht bet allgemei­nen großen Rot abhelfen können aber manche bedränoft Frau lernte öurch uns roieber Mut fassen zum Kamps mir dem Hirten Leben, ba ihr« Kräfte und Fähigkei'en. ochtig eingestellt, ihr wieder Lebensmöglichftft gaben, und mancher überlasteten, abgehetzten Hausfrau konnten wir Hilfe zuführen. Nicht jede Arbeit, nicht jede Hilfe­suchende konnten wir beftiedigen, aber so manche Fäden.

e nie zufammeng '.mmen wären, ließen sich durch 'neHäusliche Nothilse" verknüpfen. Wir bieten Euch Rarburaer Fronm all-r Stände, auch weiterhin unfern Mften Willen. Die rotschwarz geschriebenen Blätter rni- ^«m Sprechstundenverzttchnis sind noch überall in Geschäft 'en. Büros ufto. angeschlagen und unsere Zentrale Bar» mßerstraß? 54 aibt gern Auskunft.

* Der. Stellenabbau durch bfe Ge­meinden. Um Zweifel, dte durch einen älteren Erlaß entstanden sind, zu beheben, weist der preu­ßische Minister d«s Innern in einer neuen Der- fügung darauf hin, daß bei einer etwaigen Ver­minderung der vorhandenen Stellen durch die Ge­meinden nicht nur die Beamtenstellen, sondern in erster Linie auch die Dauerangestelltenstellen in Be tracht kommen müssen.

lernen, Spiel end Sport.

Turnerischer B ereinSwett kampf (nm 5 'ov. 1822 in den Stadlsälen).Man übt am starken "erntet a-rnr s-incn Mut und seine Kraft." So hatte ?obl auch der M-rburget T. u. Sp B. 1860 gedacht, alS 't sich die Kasseler Turngemeindr zum Gegner erkor t Alle Herren, 6 aktiv« Turner. 4 Jugendturner, 4 Schü- ''r. 4 Tarnen. 4 Jugendturnerinne» und 4 Schülerinnen raten für jeden Verein in die Schranken. Auf di se Weise wurde gezeigt, daß d"s Turnen iedem Alter unb Ge- -chlecht Gel'genl>eit zur Betätigung bietet. Univ.-Tum- iebrer Fisib'r. der den Wettkampf leitete, begrüßte dir rhlreich Erschienene» »nb wies auf die Bedeutung fett 'urnetet und bet Leibesübungen überhaupt hi«. $fe Kräfte wurden nun in Frei». Pferd», Barren- und Reck rbunaen gem ffen. Recht wacker hielt sich das Marbnr» -er weiblich: Geschlecht, das in allen Abteilungen den Kasselern seine Ueberlegenheit zeigte unb diese mit )5 "funkten Vorsprung zum Ausdruck bringen konnte. Mar­burgs Schüler erreichten mit ben Gästen gleiche Punkt 'üblen, während die heimischen Jugendturner und Alten Herren mit 41 unb 23 Punkt?» hinter den Gegnern zu» eückblieben. Das beste Material hatte» beide B-reine tu ijren B,.Aktiven", deren Leistungen man mit Svannang utgegensah. Zähe, sehnige Gestalten, Wettkampserp-obte

Ml 1215.* . 2032. 1720. _ 1341.50 . 0.08

, 210. . 15211. . 6737

I (Nachdruck verboten.)

Die Abenteuer des Grafen Mettenheim.

Roman von Gertrud v. Brockdorff.

L

, Da hinten Poldl, der blonde Herr, feer wie ein Amerikaner ausschcmt das ist der Erzherzog."

Emanuel Ferdinand?" - -

Wunoerl's dich^

,^Ich hält' ihn nicht wiedererkinuü."

Freilich et hat sich verändert."

Ter ehemalige Rittmeister der Wiitoisch- Graetz-Dra-« goner Georg Vegerndorffer sprach mit gedämvfter Stimme. Mellenheim hatte Mühe, ihn zu verstehen. Die Personen der H aOnscheri Mariazellermesse waren vm sie her ttnb ließen das Schiff der Fesvitenkirche dröhnen. Blauer Weihrauchdust wölkte sich um das kühle amerikanische Gesicht des Erzherzogs Emanuel Ferdinand.

Ein Wunder, daß er sich hier zeigt", flüsterte Vegerndorffer.Er hat es bisher vermieden."

Gras Leopold Mellenheim bewegte ben Kopf, als ob er eine Fliege wegscheuchen wollte. L)as Geschwätz des landeten ärgerte ihn. Der ganze Mensch» der aus Grund seines großen, vorsorglich in ausländischer Valuta angelegten Vermögens sorglos, rosig und nach Kölnischem Wassxr duftend, inmitten dieser veränderten Zeit wandelte, ärgerte ihn.

Vielleic^ tut er's aus Opposition, lieber Freund." Der Rittmess.^ zog die dichten, blonden Augenbrauen hl di« Höhe.

Opposition? Na ja warum nW? Wenn's ihm Spaß macht."

Um Mellenbeims Mundwinkel war ein nervöses Zucken. Gab es etwas Ekelhafteres als dieses satte Selbstbewusstsein, das von seiner geschützten Höhe aus «in mitleidiges Lächeln an die im Abgrunde Kämpfen­den verschwendete?

Unsinn!" dachte er gleich darauf.Ich bin heute .geneigt, die Welt aus der Froschperspektive zu be­machten. Wenn ich die Taschen voll Geld hätte wie sPegerudorfser, würde ich wahrscheinlich ebenso denken.

So aber stehe ich hier mit einem Vermögen von zwanzigtausend Kronen und her löblichen Absich'. mein: Schwester Samemn nach den Messe um ihre Hilfe z» bitten. Ich hätte niemals geglaubt, daß Bitten eine so verzwickte und schwierige Angelegenheit sein könnte."

Seine Blicke suchten in einer gewissen Scheu e as- strenge, diskret gepuderte Gesicht bet Gräfin Lamezan das sich unter bem violetten Kapotthütchen scharf uon Dem buntfeunile» Hintergrund der Kirchenwand abhob.

Di: bist die Klügere von uns beiden gewesen, meine gut» Therese! Der Poldl ist und bleibt feer arme Tropf, der zeit seines Lebens auf die verkehrte Karte gesetzt hat. Vielleicht ist's mein Schicksal, daß ich's tu» mußte. Vielleicht hat das Schicksal noch allerlei Ueberraschungen für mich in Bereitschaft, ob­wohl ich's mir nicht denken kann, daß es für zwanzig« tausend Kronen heutzutage noch Ueberraschungen zu kaufen gibt."

Tie Posaunen dröhnten. Mellenheim schloß die Augen und dachte daran, wie seltsam das .Heutzutage" sich inmitten dieser Versammlung ausnähme. Hier gab eS keinHeutzutage", keine Revolution, teilte nackten, häßlichen Sorgen um das tägliche Brot, die einem ben Schlaf stahlen und die Kräfte zermürbten. Hier war noch alles genau so wie früher, wenn man als Je­suitenschüler nach Wien gefahren war, um den Sonn- togsuttaub in den Mauern der Kaiserstadt zu ver­bringen: die edel und scharf geschnittenen Physiog­nomien der Exzellenzen. Hofräte, Sektionschrfs, Kämmerer und verblühender Prinzessinnen, die be­hütete Ahnungslosigkeit großäugiger junger Mädchen, die glatten und beherrschten Diplomatengesichter hunger Herren, denen man die Erziehung tut Theresanmn. bei btn Kalksburger und Feldkirchner Jesuiten ansah. Hier war die alte Welt, über die das Leben hinwegge­gangen war.

Mellen heim atmete schwer. ' '

Er dachte: ,Hter stehe ich inmitten meinet eigenen Vergangenheit mit zwanzigtausend Kronen in der Tasche, von denen ich auch bei sparsamsten Bedürf­nissen nicht länger als acht Tage zu leben vermag."

Ein sonderbares Gefühl be» AilKojigkeit jchnsttte ihm dir Kehle zujammyi«, -^***-.

Die lchten Jahre waren ein allmähliches hinab- gleiten gewesen. Hin unb wieder ein Stillstand unter aufflackernden, törichten Hoffnungen. Man hatte ben letzten Rest seines Vermögens auf Rennplätzen ver­geudet, um dem Glücke eine Hand zu bieten, unb bann ft'llos auf Gütern herumgesesjen, die unter den Händen ihrer Besitzer langsam zu zerbröckeln begannen.

Man hatte sein künftiges Leben darauf eingestellt, daß diese ganze Umwälzung doch letzten Endes nur ein schlechter Scherz des Schicksals gewesen wäre unb daß die Welt eines Tage» ganz von selber ein lächelndes Besicht zeigen würbe.

Aber die Welt lächelte heute weniger denn je. Man stand ibr mit gebundenen £ änöen gegenüber. Ohne Geld, ohne einflußreiche Freunde und fast ohne Ver­wandte. Denn bei verwitwete General Graf Mellen- beim, der hart genug um seine eigene Existenz zu kämpfen hatte, zählte nicht, und der Fürst Szechanvi auf Sonogy-Kasteü, Mettenheims Großonktt mütter­licherseits, war em eigenwilliger alter Herr, der schon in guten Zeiten jede Behelligung mit Geld angelegen­heften als persönliche Beleidigung angesehen hatte«.

Mettenheim schüttelte den Kopf, als ob er jeden Gedanken an eine derartige Lösung von vornherein von sich abgleiten lassen wollte. Sein Blick fiel auf das Gesicht der Erzherzogs Emanuel Ferdinand. Das kühle amerikanische Gesicht schien ganz losgelöst von allem, so, als ob es inmitten eines weiten, leeren Raumes schwebte. ES hatte keinerlei Beziehung zu seiner Um­gebung; es war wie ein fremdes und feindseliges Element, das sich aus verbotene Weise i» diese feier­liche Versammlung geschlichen hatte.

Der Erzherzog Emanuel Ferdinand hat seine Vergangenheit abgeschüttett", dachte Mettenheim.Er handttt mit Automobilen. Er ist tot für die andern. Nun ja « hat vielleicht auch eines Tages dem Leben so gegenüber gestanden wie ich"

Er lächelte ein wenig spöttisch vor sich hin. Ein un­sichtbarer Faden schien den Erzherzog Emanuel Ferdi­nand mit dem Grafen Mellenheim zu verknüpfen. Sie gehörten im Stunde beide nicht hierher. Sie waren Außenseite^ bet eS unett allen Umständen für vorteil­hafter hielte», zu leben <ch» i» erlauchter Schatten- -ajchM M «tläjch» Emw-y» vielleicht ftuj

eine Weise vo» dieser neuen und seiudlichgesinnte» Zeit infiziert.

Mettenheim erschrak aus seinen Güranke» in feit Höhe. Eine Bewegung ran» durch die andächtige Ver­sammlung. Die Messe war zu End«.

Ich darf Therese nicht verpassen", dacht« er. auf* gestört.Der Himmel verhüte, daß sie jetzt vo< Bekannten begrüßt wird. Ich muß sie unbedingt allein sprechen."

Er beeilt* sich zum AnSgange zu gelangen. Seid« rauschte. Spitzen raschelten. Die Flügel des Kirchen* totes klafften auseinander.

Mellenheim trat durch da» weihrauchwolkende Tor aus die Kirchenstiege hinaus, die ein Spalier von Bettlern einrahmte. Ein zahnloser, triefäugiger Man» hockte regungslos neben seinen Kücken. Ein schwarz-^ haariges Mädchen, dessen Gesicht weiß wie Aussatz trat,] zeigte qualvoll verkrüppelte Hände.

Mellenheim blieb auf den Steinstufen stehen und erwartete die Gräfin Lamezan. Feierliche Eauipage» rolltet, langsam über ben Platz» dessen altersgrau« Gebäude in ter CUoterfonne leuchteten, tauben flat­terten durch die blaue, herbstkühle Lust, kreisten um zwiebelfvrmig geschwungene Barocktürme und bröcklig gewordene Klostermauern.

Mellenheim sah das violette Kapotthütchen der Gräfin im Rahmen der Kirchentür auftauchen und trat mit einer hastige» Bewegung auf sie zu.

Therese Lamezan war allein. Nrc große, hagere Gestalt überragte ihre Umgebung. Sie trug ein Dunkles Seidenkleid, dessen alte Spitzen laug über ihre Häufe; fielen. Eine Schnur bleicher Perlen rann um ihren Hals unb mündete in einem winzigen, goldere ij Kruzifix.

(Fortsetzung felgt.)

Das Geld hat keinen I

Werl mehr, lagen Viel«. Weit gefehlt, man muß e, nur 3 richtig anwenden. Wer ieine Kleider, Blusen,Strümpfe, 3 Gardinen nut mit den weltberühmtenSeilmanus | Serbe**, MarkeMchakapf h* etere* lelbjtiätbt, I wird an dem prachtvollen Erfolg erkennen, welkten 1 hohen Wert felbft der veran^abt« klein« Betrag hatte. I