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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurheMche) Oberhessen

Marburg

Hk. 267

Rebelnuq-

Die M in der Regierung

ver-

des

und ihre

regierung frei, hierbei Vertreter der Ukraine Georgiens notfi dem Vorbilde von Genua in Delegation aufzunehmen.

Sowjetregierung betreffend die Forderung auf Teilnahme an der Laufaner Konferenz abgesandt. Die Verbündeten betonen, daß ihre Länder sich noch nicht im endgültigen Friedenszustande mit der Türkei befänden und daß die Konferenz eben der Herstellung eines Friedenszustandes dienen solle. Die Sowjetdelegierten würden Gelegenheit haben, bei der Erörterung der Meerengenfrage an den Verhandlungen und Beschlüssen teilzunehmen und dabei ihre Auffassung über die verschiedenen Seiten dieser Frage auszusprechen. Es stehe der Sowjet-

Mlkerbundes Frithjof Nansen hat not seiner Abreise aus Athen einen Aufruf an die Völker und «Negierungen im Namen der kleinasiatischen und ost- .Hrazi'chen Flüchtlinge gerichtet, in dem es heißt- Die Zahl der Flüchtlinge beläuft sich nach genauer .Schätzung auf etwa 900 000, die zumeist dem grie­chischen Vo'.ksstamme angehören und teilweise grie­chisch^ Staaisangehörige sind. Dazu kommen noch ;50 000 Armenier, denen die griechische Regierung ihrer eigenen schweren Lasten Aufnahme ge- Bchit hat. Einige Tausend Armenier sind bereits tn Konstantinopel. 18 000 armenische Waisen treffen 6ur Zeit in Griechenland ein. Alle diese Flüchtling« foKcn nur die ersten Teile des Hauptstromes von ; ft uni 350000 Versonen sein, für die Europa im kommenden Winter zu sorgen hätte. Das Problem, sagt der Aufruf zum Schluffe, berühtt nicht Hun- berttausende von Flüchtlingen oder die Zukunft des kriechischen Volkes allein, es bedroht vielmehr die Stabilität der sozialen, wirtschaftlichen und politi­schen Zustände im Nahen Osten überhaupt. Darum sit dieses Problem für alle Nationen der zivilisierten Welt von größter Bedeutung. Darum bedarf das iriechifche Volk in dieser Stunde der Not der mora- ^chen und finanziellen Unterstützung der ganzen

Die Entente.

Paris, 11. Nov. DerTemps" schreibt, was die Orientlage betreffe, habe Poincartz gesagt, daß Frankreich in aller Aufrichtigkeit versuchen werde, seine Politik mit derjenigen der Verbündeten in Einklang zu bringen. Aber das bedeute noch nicht, eine Politik der anderen unterzuordnen. Er habe recht gehabt und feine Haltung sei auch für England zum Vorteil. England werde auf die Friedens­konferenz nicht allein dastehen, wenn die türkischen Vertreter, deren Ansicht offiziell nicht bekannt ser, sich zu einem ständigen Zusammenwirken mit den Verbündeten bereitfinden. Aber es würde unheil­bar isoliett erscheinen, wenn das englische Pro­gramm von vornherein über aller anderen empor­ragen sollte, wie einer jener Gipfel, die der Blitz bedrohe. An einer anderen Stelle sagt das Blatt, wenn man die den Türken gemachten Zugeständnisie zurückzieben oder bei den Türken den Eindruik er­wecken würde als wolle man nicht mehr mit ihnen verhandeln, so würde man sich selbst dementieren und sich in ein Wagnis stürzen, bei dem man sein eigenes Gewissen nicht auf seiner Seite hätte.

Paris. 11, Nov. Ministerpräsident Poin- c a r s hat nach demEcho de Paris" dem englischen Botschafter die Antwort auf das Verlangen Curzons. Frankreich, England und Italien möchten sich über eine gemeinsame Berhaltungslinie vor der Konferenz von Lausanne ins Beneh­men fetzen, übergeben. PoinrarS nimmt den Ge­danken der vorherigen Besprechung wohl an. Aber diese dürfe die Konferenz von Lausanne nicht auf» schieben und sie müsse den Eharatter einer alliierten Reg-lung annehmen.

P o i n c a r 6 hat gestern, im Anschluß an die alarmierenden Gerüchte aus Konstantinopel die ihm von Marschall Fach vorgeschlagenen Richt­linien für die Verteidigung von Konstantinopel ge­nehmigt. Man hofft, daß England mit diesen Plänen einverstanden sein wird.

<Pne Alliiertennote an Rußland.

London, 11. Nov. Die alliierten Regierungen Hai« die Antwort aef die letzte Rote der ruWche»

Mitteilung derMontagspost" soll es dabei gelungen sein,', alle fünf im Ausschuß vettretenen Patteien außer! den Regierungsparteien die Deutsche Volkspartei und. die Bayerische Volkspartei -ms gewisse einheitlich«.' Leitsätze zu einigen. Wie das Blatt schreibt, scheintj es sich um eine mehr akademische Auseinandersetzung zu handeln.

He jDberheifütbe Zeitung ericheint lecksmal wöchentlich. Brzugsvreis monatlich 185 Mk. mit Zustellungsgebiihr. Für ausiallenbe Nummern infolge Streiks ooer elementarer Ereignisse kein Eriatz. Verlag von Dr. E. hinerotb. Druck der llnin^Luchdruckerei von Job. Bug. Koch. Markt 2123. l-ernjprecher 55, Post­scheckkonto: Rr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

57. Mtl 1922

Wm Beginn der Konferenz nicht in Lausanne dringen, sondern nach Paris weiter reisen.

Ein Aufrns Nansens.

i Athen. 11. Nov. Der Oberkommissar

Sm gestrigen Sonntag hat im Reichstag der von den Parteiführern eingesetzte Ausschuß zur Aufstellung

M.» '

Seien die wMIende MerWiM JeniWnndr..

Aus Grossberlin wird von zuverlässiger Sette be­richtet, daß am 1. Oktober 1922 die Zabl der Aicht- reichsdeutschen, die sich dott aufhalten, nicht wenigen als 425 000 Köpfe betragen bat. Hierbei sind btf Durchreisenden, die sich nur vorübergehend dort auf» halten, nicht einmal mitgerechnet. Jene gewaltige Zahl, macht rund den zehnten Teil der Grossberliner Ge-; samtbevölkerung ans. Dabei möge man wobl bt* achten, daß die 425000 Fremden lediglich die polizei­lich und amtlich Angemeldeten sind, die auf dem Wege des Gesetzes und der Ordnung bereingelangt sind und sich auf längere oder kürze« Zeit niedergelassen haben« Gar nicht zu schätzen sind aber dtetenigen, die mit sa'scben Papieren oder durch die Lücken an den Gren­zen verbotener Weise durchgeschMpft und auf allerlei krummen Wegen nach Berlin gelangt sind. 6ttt Kenner dieser dunkelen Verhältnisse meinte kürzlich, datz mit mindesten 80 000 Fremden zu rechnen sei. die sich ohne Anmeldung in Grossberlin mifbalten und tut Getümmel der Grossstadt ihr bedenkliches Wesen trei­ben. In bet Tat die Taschendiebe. Banknoten» falscher, Einbrechre und andere Verbrecher, die in Oiro^bcrltn ihr unsauberes, hier nickt näher zu be­schreibendes Wesen treiben, sind zu % Fremde, namentlich aus dem Osten, vornehmlich aus Polen, Slowakien. Russland, der Ukraine. Aus diesen Ge­bieten stammen nickt allein geübte Verbrecher, sondern auch die beutegierigen Massen, die sick. Aasgeiern und Natten veraleickbar. als Valutaspekulanten, Sckieber, Auskäu"er,Zwischenhändler auf unter verarmte deutsches Volk stürzen und die letzten Fetzen vom blutenden Leibe W kranken Löwen zu reissen sich bemühen. Es, gibt tatsächlich panze Strassenzüge in Grossberlin. wo man mir ausnahmsweise deutsch sprechen hätte, dafür! aber ein Geschnurre aller möalicher, namentlich öst­licher Sprachen. Die Kellerwirischaften «m Nordei» und Osten der Stadt sind von den niederen Schichten dieser Zultrömlinae bevölkert. Die sogenannte» »höheren" Streife halten die »feinen* Gaststätten des W'ftens besetzt, wo es. allen Polizeiverboten gegen Schlemmerei und Geniessertum zum Trotz, bei schäumendem Wein und pttckelnder Musik bis gegen: Morgen doch herzugeben pfleat. !

Doch nun genug von der ReichshanvMadt, die mit Ihren »fabelhast billigen Preisen* der europäische Sammelplatz aller Fremden aeworden ist. die ent- weder tbre »Valutaftärke* gehörig auSnützen oder im faulenden Sumpfe der Grossstadt irgendwie im Trü- bkn fischen wollen. i

Unser unglückliches deutsches Volk leidet zur Zeit an allerlei bösen Krankheiten. Wir nennen die Knie­beuge vor den immer unverschämter werdenden Er- drosfelungsfordernniaen der Entente, die Geisiesver» «rrung des pazisistiscken nnd «nternattonalen Denkens, den prassen Materialismus, den Verderb der balb- wsichsiaen Fuaend durck Verschwendung, dazu die Noi des Mittelstandes, den Wucher, die PretStretberet. das A'iskäufertum. die Minderbewertung der geistigen Ar­beit vor der körperlichen, ia der »nae'ernien Arbeit. Alle diese Leidenserschetnungen. deren Zahl und Att sich nack der einen ober anderen Seite noch ergänzen liesse, werden in einer höchst bedenklichen Weis« Der» fckättt durck die von Tag zu Tag unheimlich zu- nehmende Ueberfremdung. deren Vorherrschaft in Grossberlin wir bereits zum Eingang an bet Hand von Talsacken gedacht haben.

Wir leiden an emvsindlickstem Wobnuugsmangek. .e>und?rttausende von Familien in grossen nnd kleinen Slädten können keinen UnterkunftSraum finden ober müssen sich so enge zusammenpferchen lassen, dass die schwersten körperlichen und sittlichen Sckäden ent­stehen. Die Lebensmittel und die nötigsten ®e»; branchsgepenktände für die Nockurfl de« Leben? sind für viele Millionen des denttcken VokkeS nahezu un- erickwingkick teuer. Die Preise schrauben sich mtt der, wachsenden Geldentwertung In unheimlicher, geradezu, unabsehbarer Weise in die Höbe noch ist ein Ende onr nickt im Taumel des Steigens zu erkennen. ®te; Fremden aber können »ns auskausen und für Spott-! arld alles erwerben, denn ihre Valuta aesiattet ihnen; die Befriedigung jeder Kauflaune und ieber ErwerbS- tust. So haben z. B. im Sommer 1922 die Dänen,' Schweden. Ba'ten. Norweger. Finnen die denttcken Seebäder an der Nord- und Ostsee fast aussckliesslich, bevölkert. Die Holländer lassen im Harz und in Tb'-'rinpen. die Franzosen in Homburg, Baden- Baden Aaubenn, die Sckweizer im Schwarzwald. die Amerikaner in Ooerbavern. Die Deutschen aber hatten das Zusehen und mussten fein zu Hause bleiben. Die o'önzendkten Geschäfte verkaufen fast ausschliesslich an Fremde, in den teueren Gasthöfen wohnen beinahe mir Fr-mde. in der zweiten Eisenbahnklasse sitzen die Fremden, während die Maste der atmen Deutschen bür» die Spiegelscheiben der schönen Geschäfte und Wlttsstätten mft neugierigen Augen und ivtt-en Nasen zusiebt und sich in der vierten Wagenklasse, einer Hammelherde nickt unähnlick, ztikammendrückt. So führt z. B. der Fremde im LuruSzna erster Klasse Mr einen halben Dollar (gleick wenig mehr alS 2 X Friedenskurs) durck Deutschland. Der Deutsche selbst zahlt tm Bummelzug vierter Klasse Hunderte und Aberhunderte, berrn von Monat zu Monat steigt der Tarif für unS, fällt die Ausgahe für beit Fremden. »Oh*, sagte uns ein Ausländer. .Deutschland ist fei unendlick billig, alles kann man haben. «8«»l wird angeboten, dabei ist daS Volk gegen di« Stern», den so höflich, so zuvorkommend und gibt alles der,, was e« bat! »S tfl eine Freud«, tu Deutschland «! feint* - --*

Av5 dem ReichMiMMltt.

Di« Stinnes-Red«.

Berlin, 11. Nov. Nach einet in derNvrdden!- ilben Allgemeinen Zeitung" veröffentlichten Rede von Stinnes vor dem wittsckaftS- und finanzpolitischen Aus­schuß des Reickswirtschastsrats führte Stinnes tut Frage der Stabilisierung der Mark aus. es sei kein Zweifel, daß jeder, der in der Industrie stehe, den drin­genden Wunsch haben müsse, daß dir jetzigen Irrflations- nlstände aushöreo und daß r? zu einer Stabilisierung der Mark komm«. Verschieden feien die Meinungen in Deutschland in der Frag«, wie und unter welchen Be­dingungen man stabilisieren sänne. Wenn die Sache al? Pumpgeschäst ohne wirkliche Behebung der Fehlet und ohne Sanierung brr hiesigen Verhältnisse versucht werd« komme man nie zum Schluß. Ts sollten Maßnahmen aus einer vernünftigen Basis gemacht werden, tote redet Geschäftsmann machen würde, dann würde man bald einig sein. Dann gingen die Hoffnungen und Iuteresieu von allen parallel, nömkich dabin, daß wir mögsichst rasch eine stabilisiette Mark und eine anständig« Währung haben müssen. Was die Arbeitsfrage angeh«, so sei dis keine spezielle Arbeiterfrage, sondern überhaupt eine Frage von Leben und Sterben, daß man diese Instrumente so ausnütze, daß damit genügend Güter erzeugt würden und daß wir leben Knittert, ,

Berlin, 12. Nov. Die Frage der Umbildung des Reichskabinetts bildete auch gestern Nachmittag den Ge­genstand weiterer Gespräche zwischen dem Reickskanzler Wirth und den Patteiführern. Zuerst empfing brr Reichs­kanzler die Führer der nichtsozialistischen Parteien mil Ausnahme des Zentrums, bann die Sozialdemokraten, zu­letzt den Zenfrumsfübr-r. In den Besprechungen hat der Kanzlet die Parteiführer ersucht, ihikl Männer vor­zuschlagen, die ihnen zur Besetzung-der Mmisterposten geeignet erschienen, wobei er sich das Recht der Auswahl Vorbehalten will. Wie dieVofsiscke Zeitung" Mtt, haben die Parteien der Arbeitsgemeinschaft dem Reichskanzler das umgekehrte Vet-ahren votgeschlagen. Er solle au? eigener Initiative Ministerien besetzen und dann die Vertrauensfrage stellen. DemBerliner Tag blatt" zu­folge dürste neben Besetzung der freien Ministerposten und Umbesetzung der wirtschaftlichen Ministerien auch ene Veränderung in der Leitung des Reicksfirmngrnrrr-.sterrumo zu erwarten sein Der Reichskanzler hatte gestern nach mittag mich eine längere Aussprache mit Hermr-s. Nach Informationen des Blattes feien die beid n Hauptpunkte des Programms, nachdem der Reichskanzler die Hinzn- ziehung von Wirtschastsleuten in das Kabinett ennägt die Frag« der Markstabilifierung und die Produft'onsver- mehrnng. Nach demVottvärts" haben die Vertreter der Sozialdemokratie dem Reichskanzler keinen Zweitel darüber gelassen, daß ihrer Auffassung nach ein gemein­sames Programm mit der Voltspartei, und damit mit der großen Kvalition, unmöglich sei. D:eDeutsche Mpemei« Zeitung" will wissen, daß bisher übet die Personalfvagen noch nicht gesprochen worden sei. Morgen treten sämtliche Fraktionen de? Reichstages zu Sitzungen zusammen, nm sich mit der Frage der Regie­rungsumbildung zu beschäftigen.

Berlin, 13. Nov. DieBerliner Montagspost" schreibt: Zunächst will Reichskanzler Dr. Wirth am heutigen Montag an den Generaldirektor der Hambura- Umerika-Linie, Cuno, die vffiz'elle Frage richten, ob er bereit wäre, die Leitung des Ministeriums deS Aeuße- ren zu Übernehmen und man kann auf Grund einer vor angegangenen Unterredung zwischen Wirtb und Cuno mich mit ziemlicher Sicherheit annehmen, daß Cuno b'e Anfrage mit Ja beantworten wird. Asses andere aber befindet sich noch durchaus in bet Schwebe.

Ser Driflrt.

i Paris, 12 Nov. Nach einer Havas-Meldung Lg Konstantinopel ist Rifaat Pascha zum votläu- fegen Vertreter der Regierung von Angora ernannt pcrdcn.

i Paris, 11. Nov. Das orientalische Nachrichten- Mto verbreitet folgende Nachricht ans Konstanti­nopel vom 11.: Wegen der neuen Verwaltung in Konstantinopel find a l l e B o t s ch a f t e n und E s- sandtschaften, die von bet Hohen Pforte ein­gerichtet wurden, im Ausland« aufgehoben worben. Nur bie Botschafter unb Geschäftsträger, |He in benjenigen Ländern akkreditiert find, in jtenen die Regierung von Angora noch keinen Ver- treter hat. bl-eiben vorerst auf ihrem Posten.

Paris, 11. Nov. Nach einer von den Morgen- blättern wiebergegebenen Melbung aus Konstan­tinopel hat bie Nationalverfammlung von An­gora ben Kompromißvorfchlag zurLck- dewiefen, der von Rifaat Pafcha zusammen mit |en alliierten Regierungen ausgearbettet worben fei, um bie alliierte Okkupation mit ben Forbetun- ten bet Nationalversammlung in Bezug auf bie Besitzergreifung ber Regierung von Konstantinopel gn verhindern. In alliierten Kreisen werbe bie Page als sehr ernst bezeichnet.

Lonbon, 11. Nov. Die alliierten Negierun- en erhielten heute von ihren Generälen in Kon- fiantinovel bie Nachricht, baß angeblich Tausenbe in Zivil gekleibete Kemalisten in Konstantinopel seien, «c beabsichtigten, einen Aufstanb gegen bie Alliier­ten zu erregen, um so Konstantinopel noch vor bet Konferenz von Lonbon in ihre Hgnb zu bekommen, ferner wiesen bie Generäle barauf hin, baß sie feine Kontrolle übet bie Stabt unbbie Meerengen nicht mehr an s fi b e n konnten.

Paris. 13. Nov. Nach einer vavasmelbung Ms Konstantinopel finb am 8. November acht wegen 'Hockverrats angeklagte Personen htngertchtet Worben.

Athen. 12. Nov. Nach einer Melbung bet »Agence d'Athen* aus Atianopel hat eine ftanzö- lfid>e Abteilung, bie nach Kirklasfa entsandt Worben war. um über das Schicksal von 30 ver- wiounbenen griechischen Genbarmen Erkundigungen Änzuziehen. 23 dieser Gendarmen als Leichen auf- Wrsiinben.

London, 11. Nov. DisTimes" meldet aus Kairo, bie arabische Palästina-Aborb, Xu ng, bie seinerzeit in London mit englischen Re- -ierungsmftgliebern verhandelte, sei nach Konstan- jtinopel abgereist, um sich von dort nach Angora hu begeben. Das Ziel bet Aborbnung sei, bei Mu- sstopha Kemal barauf zu bringen, baß bie nattonali- jpifd'en Vertreter in Lausanne an bem nationalen Saft festhalten sollen, bet bie Unabhängig­er i t aller früher zum türkischen Reich gehörigen Arabischen Länbet verlangt.

s Varis, 13 Nov. Wie bie Agence Havas mit, teilt, ist bet Vetttetet bet Regierung von Angora Desiern mittag offiziös durch den Quai d'Orsay von iber Verschiebung ber 9auf<wner Konferenz bis zum M. November in Kenntnis gefetzt unb ersucht wor- Jbc*. ben auf ber Reife nach Lausanne befinblichen ^Vertreter Angoras Ismib Pascha davon zu «nferrichten. Ismib Pascha werbe bie Tage bis

Die Regierungsumbilbung.

Berlin« 11. Nov. Die Mitteilung deS Reick?* kanzlers, daß er vom Reichspräsidenten mit der Umbil­dung des K-binrtts beauftragt sei. und daß et dir Absickt habe, aus Dienstag bem Reichstag eine nrur Regierung vcrzultellen. ist allgemein überraschend gekommen. Man glaubt, daß der Entschluß der RcickSregernng zur Um­bildung d?S Kabinett? wesentlich beeinflußt worden ist von der Aktion der Demokraten, die beftrnntlich aessern ; der Regierung ihr Proaramm vorlegien. Ju politischen Kreisen ist man der Ansicht, daß die innere Lage durchaus bestimmt sei von den außenpolitischen Erfordernissen. Weitere Verhandlungen mit der RevarationS- kommissivn seien nur möglich auf der Basis rineS durchgreifenden wirtschaftlichen und finanziellen Sanie­rung Svrogrammes, das nur von einer in sich gefestigten und erwriterten Regierung durchgefühtt werden käunr. Wir sich die Sorte bis kommenden Dienstag gestalten wird, stebt noch nickt seit. Immerhin muß man sich sagen, daß der Gedanke einer Kabinetts der Persönlichkeiten ans gewisse W-der- stände stoßen wird- weil Meinungsverschiedenheit-n dar­über bestehen, ob innerhalb der Regierung die Vertreter der Parteien das Kabinett nur von Fall zu Fall unter­stützen, oder ob sie grundsätzlich hierzu verp-lichtet fein fallen. Infolgedessen wird in politischen Kreisen die Frage der Regierungsbildung aus der Basis der großen Koalition für möglich geholten, zumal da eine Einigung der in Betracht kommenden Patteien über ein gftn-in- sames wirtschaftliches Programm durchaus möglich ist. Dieses wirtschaftliche Programm müßte zugleich die Er- bähnng der Produktion mit der der Repko zugestandenen Nutzbarmachung des Goldes der Reichsbank enthalten. In den Besprechungen ber bürgerlichen ArbeitSaemeinschaft ist- ffir den Fass, daß die Sozialdemokraten sich aus das erwähnte Programm nicht einlafsen würden, die Möglick- fat einer bürgerlichen Minderheitsregierung in« Auge gefaßt worden.

Berlin. 11. Nov. Heute Vormittag haben die Einze lbesprechnngen deS Reichskanzlers fnit dem Führer der KoalitionSparteien. der Deutschen Bolkspartei und der Bayerischen Vvlkspattei über die Umbildung deS Reichrkabinetts begonnen Nach einer Mitteilung deSBerliner Tageblatt?" soll die allge­meine Mermrng dahin gehen, daß daS ganze Kabinett zum Rücktritt veranlaßt und dann gegebenenfalls Dr Wirth mit der Neubildung dr« Kabinetts beauftragt wird. ,

Der -Vorwärts" bot gegen die Besetzung der offenen Ministerien mit geeigneten Männern der Wirtschaft nichts rinzuwenden, dagegen müsse, wie das Blatt schreibt gegen jede Umbildung der Regierung in der Richtung, daß der Stinues-Polftik ein erhöhter Einfluß gewährt wird, Protest rtetgetegt werden.

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