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ZE Dem LlebMeü zur Linderung der Winierns!!
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Besten waren.
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die Tanzstunde mit-
die Mutter aus dem
sind und sich zurückgesetzt fühlend
Mtwe schaute ihr zornig nach.
AjvQlttin |lullü Ulli lycilfici Uliv UU| “ * f r _ t ' c . Cfc^fT t
ftxafe- himftu Die fröjtette. Dieser.Worttampf tobt» Erlaßt-sich uikumuö gern lebendig daS ßcU abziehcu.
häufiger Lebensmittelpakete. So und tat es auch.
Kirchliche Nachrichten.
Sonntag, den 12. November.
Xefceluttg
1922
Was arMt Fräulein Walter legte den Brief fort.
Träne» rannen über ihre Wange». <
„Ich habe es doch so gut gemeint", schluchzte f:eJ
6t8 zur Halbzeit ohne ei» Erfolg zu erzielen. Halbzeit 1:0 für Cassel. Nach der Halbzeit erfolgt nu» Angriff auf Angriff von Marburg und bald ist der Ausgleich durch Bender erzielt, dem bald darauf Peter ll durch Prachtschuß das 8.Tor fällt. Bei diesem Resultat bleibt es bis zum Schluß, mußte alleroings höher sein. Bet Cassel war die Läuferreihe und der linke Verteidiger die Besten, während bei Marburg Schimpff und Hübner die
* Musik- und Werbrabend. Am Sonntag, den 12. November, abends 8Nhr hält der Christliche Verein junger Männer in der Aula der höheren MD- chenschuke (Universitätsstrastei eine Werbe- und Muiik- abend ab, wozu er ganz besonders die männliche Jugend der Stadt und deren Angehörige einladet Unter anderem wird geboten: „Ansprachen. Musik- und Eesangsvorträge. Deklamationen usw., worauf wir besonders Hinweisen. Näheres siehe Anzeige.
D'e Stadt Marburg steht vor einem Winter härtester Not. Zahlreiche Mitbürger und Mitbürgerinnen find bitterstem Elend preisgegeben. Sic hungern und frieren. Die Entwertung der Mark treibt die Preise für Lebensmittel, Brenn- stofte.und Kleider in grausige höhe. Vielen Einwohnern ist der Einkauf des Allernotwendigsten unmöglich. Ersparter Besitz ist ausgezehrt, Renten und Unterstützungen haben kaum noch Pfennigwerte, alte Männer, gebrechliche Frauen stehen hilflos da im Kamps um das tägliche Brot. Anvaliden leiden, Kinder darben, ganze Familien verarmen, viele stehen vor der Verzweiflung.
Es ist Vaterlands- und Bruderpflicht, allen denen zu helfen und zu dienen, die heute in tieflter i Not alleinstehen, den Scheuen, Verschämten, den Ratlosen, ben Unbemittelten, den Erwerbsbefchränk- ten den Sozial- und Kleinrentnern.
Das Elend ist groß, die Not ist hart!
Das Hilfsrverk zur Linderung der Winternot ruft die Bürgerschaft Marburgs, rüst die Landwirte der Dörfer auf zur Hilfeleistung. Die bisher in hochherziger Weise aus allen Kreisen der Bevölkerung gespendeten Mittel in Geld- und Sachwerten genügen bei weitem nicht, um die Not zu lindern. Auch d'e ans Amerika, der Schweiz und Dänemark erhaltenen Geschenke reichen dazu nicht aus. Hier mutz die gesamte erwerbstätige Bevölkerung in Stadt und Land helfen und unterstützen.
| Alle Gaben, auch die kleinsten werden dankbar angenommen sei es ein Etundenlohn, sei es das I £pfet für den Verzicht auf ein Geschenk, auf ein
Ungefähr eine Woche nach dem Zusammenstoß ttri ein Schreibe» aus Newvork ein. Frieda Walter las er am Familientisch abends, als Lisbeth bie Strümpfe der Kinder stopft« und sie selbst sich für chre Stunde» am nächsten Tage vorbereitete. Ein lautes, anhaltendes Laiben entfuhr ihr, dann entströmten Tränen ihren Augen. „Da — Les! Und triumphiere!" sagte sie hatt und schob der Schwester ben Brief hin, der in englischer Sprache abgefaßt war.
«Mein« liebe Miß Walter", lautete daS Schreiben, „wie geht es Ihne»? War meine Freunbi» Evelpne Smith schon bei Ihne»? Sie will bei Ihnen Stund« l nehmen, und wir werden Ihnen noch viele Schüler empfehle», sobald die Amerikaner erst wieder nach Deutschland reifen. Man erzählt sich hier bei uns, I daß jeder Ausländer in Ihrem Lande ausgeplündett .oird.
Vorschau zum Gau-Liga-Spiel T. n. Sp. B. 18601.— S. C. 1900 Gießen l. Am kommenden Sonntag stehen sich vorbenannte Mannschaften im (ückswel auf dem Spottplatz an der Casselerstraße gegenüber. Gießen 1900 stellt eine äußerst spielstarke Mannschaft ins Feld. Der lange Paulus spielt jetzt in der Vetteidigung. Paul Will als Mittelstürmer, Zutl I aus der Kreismannschaft rechter Läufer. Im Tor stebt Ziealer. der gewandt wie eine Katze zu den besten Hütern | des' Lahnkreises gehört. 1860 tritt in neuer, stärkster
Vergnügen, das sich der Geber auferlegt, oder sei es I die Sammlung in einem Verein, in einem Büro, in I einer Werkstätte, seien es aber auch Lebensmittel und andere Zuwendungen vom Lande. Zeder, der I noch über hi reichende Mittel verfügt, jeder, der noch in der Loze ist, fein Einkommen der zunehmenden Eeldentw?rtung einigermahen angleichen zul können, ist zur Hilfe für die in Not Gesunkenen verpflichtet. Jede Gabe für die Wintemot mutz ein Zeugnis aufopfernden Eemeinfinnes werden.
Der unterzeichnete aus allen Verufskreifen zusammengesetzte Ausschutz bürgt für sorgfältige Auswahl der wirklich Bedrängten und für gerechte Verteilung und Verwendung der der Winternot zu- gewen veten Gaben. Ein engerer Arbeitsausschutz ist mit der Durchführung der Aufgaben des Hilfswerks betraut. Geldspenden, bei deren Bemesiung man der Geldentwertung Rechnung tragen möge, nehmen die hiesigen Banken, die Städtische Sparkasie und die Raiffeisenbank unter dem Konto „Hilfswerk" entgegen. Alle anderen Zuwendungen sind dem Land, ratsamt, Herrn Kaufmann Arnemann, Neustadt 26, Frau Professor Rade, Rotergraben 8%, Herrn Bankdirektcr Rothschild (Mitteldeutsche Kreditbank) oder Herrn Lehrer Trieschmann, Savignystratze 17, mitzuteilen bezw. bei Herrn Arnemann abzugeben.
Die Rot wächst von Tag zu Tag!
Arnemann. Frl. Bach. Frau Dauber. Dietrich. Estor. Hartmann. Henkel. Jlk. Liebegut. Lind, von u. zu Löwenstein. Quanz. Frau Rade. Rothschild. Rohde. Trieschmann. Troje. Tuczek. Vogt. Wender. Wildhack.
Schwurgericht.
4. Berhandlungstag.
Die Anklagesache geoe» de» Maurer Löwer aus Großseelheim endet« damit, daß die Geschworenen die Schuld« fronen bejahten. Das Urteil lautete aus 4 Monate Gefängnis. Bei Zahlung einer Geldbuße von 10000 Mark tritt Strafaussetzung ein.
Der zweite Fall, der noch zur Verhandlung stand, betraf «ine Anklage gegen den Arbeiter Johannes Haseita pflüg aus Schwarzenborn am Knüll, der im Walde bei der Holzabfuhr mit einem Hilfsförster, der von ih« den Holszettel zu sehen wünschte und der ihn zur Rede stellte, zusammengeriet und diesen dabei beleidigt, bebtofit und getreten haben soll. Der Angeklagte machte geltend, daß ihm der Hilfsförster unbekannt gewesen sei, während dieser der Ansicht war, daß der Mann hätte wisse» müssen, daß et den Fotstschutz ausübe. Die Geschworen neu verneinten die Schuldfrage bezüglich deS tätliche», Angriffs auf einen Beamte» und bejahten die Frage bet Beleidigung des Försters. Das Urteil lautete auf 1500 Mark Geldstrafe. Bei dieser Sache hatte Rechts« anwalt Müller-Eigner die Verteidigung übernommen. ■
„Jeden kann nur sei» Schuh drücken, daß btt die? nicht einsiehst. Sentimental hast du gehandelt, Der« dreht", rief Frau Horn grimmig.
Die Schwester verließ das Zimmer. Sie war mit sich, mit ihrem Stolz, ihrem Familiengefühl im Kampfe, seit der erste Scheck «ingetroffen war. Ihr Gewissen batte gesiegt über eigene Bedenken und Wünsche. Die
Wer sein Geld liebt, der färbt Kleider, Blusen, Strümpfe, Gardinen »sw. wat mit ben weltberühmten ^>e tmernt’» garten“ Marke „Fach»köpf int Ster»“ weil dies« die beste» find.
Brief erhalten?"
Die Besucherin hatte Platz genommen. „Meine Freu»- Hin wünschte gar nicht diese Quittungen, Miß Walter. sSie hätten diese große Mühe sparen können."
Die andere reckte sich steif empor. „Die Güte der Miß Clayns hat mir in den schwersten Zeiten meines Vaterlandes die größte Freude bereitet, weil ick mit der Anweisung der hundettzwanzigtausend Mark un- «idlich viel Gutes zu tun vermochte."
„Wir hielten alle die Klagen für übertrieben", meinte die Smith; aber ein Blick auf ihr Gegenüber erschreckte pe. „Erst als Ihr erstes Schreiben eintraf, wurde Miß Clavns betroffen und begann zu sammeln." . „Oh, fi« hat viele Tränen gestillt, hat vornehme «nd hochgebildete Frauen vor Verzweiflung bewahtt und arbeitsfähig gemacht", sagte die Lehrerin ernst und in stolzer Abwehr. „Ich Handelle nach Miß Clayns Wunsch: »Ich prüfte sorgfältig, ehe ich die Spenden »erteilte".
Als die Amerikanerin nach einer Viertelstunde wieder
besprochen. Jedoch der Freundin drüben konnte sie nichts Näheres Mitteilen, als daß ibt nach Wohnung und Kleidung die Walter selbst recht bedürftig erschienen wäre. Zu stolz, von dem gesandten Geld auch nur einen Pfennig für sich zu verwenden, habe sie, wie fie selbst behauptete, aus Ordnnngs- und steuerlichen Grün- ben Rechenschaft abgelegt. Wenn Miß ClaynS ihrer früheren Lehrerin helfen wolle, so könne sie dies nur durch Zuweis von Schülern und durch Zusendung Keiner wollte sie berichten
Handels- und Markina chMten.
Kirchhain. Zum Schweinemarkt am D'enstaß waren anscheinend wegen der ungünstigen Witterung nur tttn 150 Ferkel ausgefahren. Die Preise waren; miße,gewöhnlich hoch. Für ein Sanjrierkel würben 9000 M li 000 Mark gefordert und geboten, in einzel tat r--lln waren die Preise noch höher. Der gesamt« Auftt-eb wurde nach kurzer Zeit ausverkauft.
Hockey. Turn« u. Sportverein 1860 Marburg — Turn- u. Sportverein 1848-Cassel 2 :1. Marburg ohne PeterS, Groß, Lott und Lukhardt. Vom Anschlag ein flottes Spiel, wobei Cassel etwas im Vorteil ist und I Für die Schrif'leitung verantworkk.: Dr. Carl DvrffeN. auch ihr einziges Tor erzielt durch Mißverständnis der Für den örtlichen und Provinz. Teil: Wilhelm Wt ßnek. Marburger Verteidiger. Marburg drängt nun dauernd Sprechzeit der Schriftleitung b's /,11 Uhr vormittag«.
Marburg und Umaegettb.
Marburg. 11. November (Nebelung).
x * Hilfswerk. Die Arbeiten des Hilfswerkes zur Minderung der Winternot schreite» flut vorwärts. Durch Ausgabe von Gutscheinen auf Bezug von Kartoffeln hat zunächst der ärgsten Not in vielen Familie» gesteuert beerben könne». Mit ben sonst versugbaren Mitteln wird der Ankauf notwendigster Lebensmittel und Brenn- ftoffe «»«geführt werden. Naturgemäß beanspruchen lieft ftfafe bei Lage ta? heutigen Warenmarktes große Summen. Außer zahlreichen Zuwendungen an barem Geld«, en Naturalien und Lebensmitteln au» der Stadt- und von der Landbevölkerung konnte» dem HrlsAver. in diesen Tage» wieder zwei ansehnliche Beträge ans Amerika und der Schweiz Überwiesen wend». Erfreut
nickt nut hier, fordern bittere Anspiegelungen, ja schwere Nur allmählich wird sich die Stimmung ändern. Und Vvrwürse mußte sie jetzt überall andren und sich wer Musik studieren will, muß doch nach Deutschland, verteidigen. Sie hatte Fnund« verlonn, Feinde ge-1 Was haben Sie mir für Arbeit gemacht mit Ihrer Wonnen, und die Dame», denen sie wirklich geholfen, großen Rechnung, und all Dankschnchen der vwlen dielten sich fern. Ungewohnt des Annehmens, schämten Damen, die ich lesen mußte.. Ich sehe aus den Brieiea sie fick und mieden, um an die Peinlichkeit nicht erinnert und der Ausrechnung, daß Sie die gatA Summe verteilt 5» toerben, möglichst die Vermittlerin der Wohltat. haben und nichts für sich Wien! Wie etc mit mit- Zetzt, wo ich wieder die gut bezahlte Stunde habe, teilten, hat Mistreß Horn, Ihre schlrnstet, Gatten und sollt Ihr alles nach und nach erhalte»", stieß das Sohn verloren, eie miiß doch nun sich und ibre Sinba alternde Mädchen hervor. „Weber mein Geld kann felbst ernähren, vielleicht mit SSrer fctfle. SMtu* ich verfügen, aber nicht Über fremdes. Miß Clavns beginnt zu Hause, warum haben ^^ uicht der Fa.mbe schrieb rnr ausdrücklichst: „Geben Sie es den bedürftigen Horn zehn- oder zwanzigtau,end Matt geschentt? Urch Frauen und Mädchen, die Sie in Ihrem Kreise kennen, von bet feinen alten Dame, der ^n« von Jhmn, bri Stiften Sie mit dem Wenigen etwas Freude, wo nach der wir ein paarmal euzgeladen wann ist auch letne dem langen Kriege gar keine Fnude mehr ist." Danach Quittung dabei!? ^^ie Me ^be ich doch zuerst gedacht hatte ich mich zu richte» und sand, als ich mich daraufhin und wollte ^hnen das Leben leichter machen. Ich hriw 'msab, eben noch viel Aermen und Hilfsbedürftigere I eine Freude gehabt m diesem Gedanke»! Was gehen als Euch, mich, als all die Freunde, die jetzt verbittert mich die Fremde» an?
— — 1 Meine Freunde und ich wate» sehr ärgerlich in»
haben gelacht über die sentimentale, nur allzu unpraktische und gewissenhafte Deutsche, eie. Sir Volk sind unheilbar. Entweder lasse» Sie sich ben beste» Bissen aus der Schpssel fortefien ober sie schenk, diese selbst fort und trösten sich mit Ihrem teilten Gewissen und Ihren philosophischen Systemen, sie grübeln und reden zuviel und handeln unpraktisch in bet Politik wie im Leben. Hätte ich. Miß Clayns. eine Summe angewiesen erhalten, so würde ich davon meiner Familie, meinen Verwandte» und Freunden ben größte« Teil geschenkt habe» und ben Rest verteilt. SBenn ba« jeder tut. gedeiht auch der Staat. Ich sende Much, Zucket und Fett, aber nut für Sie und Ihn Geschwister, meine gute Miß Walter.
Immer Ihn Freundin Ethel CtaynS."
LandeSkirchl. Gemeinschaft Marburg-Süd, Schwanallee 51. Sonntag, norm. 8 Uhr: Motgenandacht. 10V8 Uhr: Sonntagsschule. Nackm. 4Vi Uhr: Jungfrauenveniil (Wilhelmstr. 8). Abends -T/t Uhr: Evangelisation. Montag, »achm. 41/, Uhr: Frauen-Bibelstunbe. Dienstag, abenbs 81/* Uht; Jiigendbnnd für ig. Mädchen (Wilhelmstr. 8). Mitt- ttiocb, abends 8V2 Uhr: Jungmännet-Bibelstunde. Freitag, abends 8V- Uhr: Bibelstrnde.
Stadtmissio», Rotergraben5. Sonntag, morgen# 8V, Uhr: Frühstunde. 11 Uhr: Sonntagsscknl«. Nackm. 3 Uhr: Frauenmissionsstnnde. Nachm 4 Uhr: Fungfrauenstunde. Abends 8V» Ubt: Versammlung.
i Montag, abends 81/, Uhr: Chorstunde' Mittwoch, 8*/s Uhr: Jungsrauenstunde. Frriiag, abenbs 81/»
HW 266
Sonnabend, 11. November
MWIMe WMMttsiA. unserem volkSwtrtschaftltchen Mttatdettet. gewaltige» AuswSttsbewegung des TollatS I letzten Wochen entspricht auch die Gestaltung - ^ deutschen Inlandspreise. Besonders schnell sind Srotzhandelspteise dem Dollar auf seine Pvanta- ■«(fien Höben nachgerückt. Der Gtotzvandelsindex des ziatistischen Reichsamts, der im September das 287- ^e »es FriedensstandeS betrug, ist im Oktober im Durchschnitt auf das 566fache, also in einem einzigen wönat um 97.2 ?o gestiegen. Das bedeutet, datz sich ue Bosten der Sebenshaltung wiederum verdoppelt '-wen wobei die »ebensmittelpreif« am stärksten, uam- ",ch um 118 <fc gestiegen sind. Diese vett'ängnisvolle Kreisbewegung hat sich Ende Ottober und Anfang »svember mit erhöhter Geschwindigkeit Jortgefebt. I nm 25. Oktober betrug die Grotzbandelsinderziffer I "reit« das 726fache und damit ist eine Steigerung Kt greife um 153% gegenüber de» Septemberprei- fpfi oeff eßt» I
K -rrotz Vieler Preisumwälzungen auf allen Gebieten I «t die Beschäftigung unserer Industrie btsber noch ttne reckt günstige gewesen, wenn auch ein Nachlassen ze? Beschäftigungsgrades auf einigen Geboten z» bedachten war. Das gilt besonders für gewisse Zweige kr Bekleidungsindustrie, wo infolge der gesebwachten inländischen Kaufkraft die ins iingemeficne gestiegenen Herstellungspreise vielfach nicht mehr zu erzielen wa- fen Auch über mangelnde Robstoffversorgung, teils kwäett der Devisenteuerung, teils wegen unzureichende Kohlenproduttion, wird häufig geklagt. Die veberfchickten im Bergbau haben die auf sie gefetzten Erwartungen nicht voll erfüllt. Dazu kommt, datz die fcmebnung der Schiedssprüche über die Regelung der kovemberlövne neue Konslittsgefahren M den Ruhi- berabau heransbeschwört. Insbesondere beweist die grundsätzliche Ablehnung des vorgeschlagenen Kollek sivvrämiensvstems, datz die Bergarbeiter immer noch stickt die entscheidende Wichtigkeit einer m" allen Mitteln zu erstrebende» Mehrleistung begriffen habe» teuf den Erfolg dec Bestrebungen nach einer Erbövnng tenkrer volkswirtschaftliche» Produktion wird schlietz- Nck alles ankommen. Wenn ttotz der nickt ganz be- Kiedigeudcn Geschäftslage der Industrie und ttotz der taotzen Schwierigkeiten, mit denen die Produktion zul Lmpfen bat, die Kurse auf ben Jndusttieaktienmärk- tan in beit letzte» Wochen einen ungeahnten Auf-1 Mvung genommen haben, so ist dies einfach eine »etge der ungeheuer gesteigerten Jnsla.ion. Wenn tairch die schrankenlofc Markentwertting das Berhatt- stis der Papiermatt zu de» in der Industrie investieren Sachwerte» immer mehr zugunsten der letztere» verschoben wird, so mutz das über kurz oder lang in »en Aktienkurse» zum Ausbruch kommen. Zu der 1 siiirmikche» Hauste, die auch in der letzten Woche die itzssektenniärkte beherrschte, hat es natürlich viel beige- tragen, datz die Zahlungsmittelnot durch die fieber- »aste Tätigkeit der Notenpreste vorläufig beseitigt taorden tst. Der Pavierumlauf ist allein in de» letzten Woche» um 60 Milliarde» Mark gesteigert worden und bettägt setzt bereits 483 Milliarden Mark. Der Realwert dieses ganzen Paviergeldumlaufs bettägt freilich bei einem Dollatturs von 8000 nur 240 Millionen Goldmark, und das erste Gutachten der in- iernatlonaten VlnanzrackverstSndigen weist anSvE Itd) auf di« Tatsache bin, datz bie im Verhältnis zum Realwert des PapiergeldumlaufS so hohe Goldreserm jtar Retchsbank die Stabilisierung wesentlich erleichtere.
Die hagere kleine Amerikanerin stand in dem schmalen Zimmerchen, schaut« aus dem Fenster hinaus in den engen Hof. Als gleich darauf eine blasse müde Francn- tzestatt in dürftigem Kleide eintrat, wuchs ihr inner?-! Staunen. Diese Weißhaarige in dem bescheidenen Hinter- zimmer der einsachen Vorstadtstraße glich so gar nickt der energische», vielgesuchten deutschen Lehrerin der amerikanischen Berliner Kolonie. „Ich komme mit vielen Grüßen von Miß Clayns", eröffnete sie das Gespräch, l „Mutter, ich möchte zu gern „Ich will ein halbes Jahr hier Musik studieren unb whnen« drängte Ella Horn, als ... ---------- .
6e- Ihnen deutschen Unterricht nehmen. Ich hott? I grmt h^uigekcbrt war. Uebermübung unb gereizte Nerven I viel Gutes von Ihnen zu Hause!" machte» die frühzeitig gealterte Frau herb und unzn-
Ei» flüchtiger Freudenschimmer um de» herbei Mund I ^Zuglich. „Tante Frieda, das geizige Ekel, will mir Innb in den grauen Augen. Dann schüttelte Fräuleist j,aar Mark auch nicht geben!"
Walter die ihr gebotene Mchte und sagte sachlich: „Tanke. I Frau Liesbeth Horn lachte bitter auf. „DaS kann
Ich will Ihnen gern die Stunden geben. Bitte, wollen I mir denken! Wozu fragst du erst, du Schaf? Tante
Sie nicht Platz nehmen. Miß... Smith", nachdem Frieda kriegt über hunderttausend Mark aus Amerika: hie andere ihttn Namen genannt, „wir können gleich I afcr f„r ihre eigene Familie hat sie davon miM ^He5 Nähere vereinbaren". Sie wies auf das schmale j übrig! Das wendet sie Fremden zu. Jawohl, tot« I tzvfa und fragte, sich einen Stuhl herbeitragend unb ^ank ober verhungert mußte einer fein, ehe sie einen fetzend: „Wie geht eS Mß Clayns, hat sie meinen Mnnig 'rausrückte. Alle Wett hat sie sich zu Feinden ~ ' zemacht mit ihrer Amerikaspende!"
Srieba Walter, bie gerade in das Speisezimmer kam, hört« noch diese Worte und lächelte bitter. „Das alte Lied! — Ihr, meine nächsten Verwandte», unb meine Freundinnen singt es am liebsten. Nur die Fremden sind dankbar. DaS sind meine peinliche» Erfahrungen. Sie haben meine Menschenkenntnis zwar vermehrt, aber nicht meine Menschenliebe!" — Ihre Schwester schob ben leeren Teller heftig beiseite: „Absolut falsch verstanden hast du dein« amerikanische Spenderin, davon bin ich überzeugt. Seit siebe» Jahre» waren bie Kinder nicht aus Berlin fort. Von mir abgesehen. Und ge» knapst und schlecht ernährt und gekleidet habe» wir uns gewiß? Warum hast du dein« Nichte» nicht einmal vier Wochen auf3 Land geschickt? Warum hast du mir nicht 'mal bie Speisekammer gefüllt ober einen Wintermantel gekauft? Warum hast du Meta nicht ihttn Rheumatismus im Babe auskurieren taffen?"
Die Lehrerin stand am Fenster und schaute auf bte
über die tatkräftige Unterstützung von drinnen und draußen sei allen Gebern in- Stadt und Lavo innigster Dank gesagt, damit aber auch die Bitte um weitere Hilke verbunden. Für die Zuwendung von Karwsfeln sei noch mitgeteilt, daß diese für den Nord- bezirk im Jeßbergschen Keller, Wehrdaerweg 2. (Schlüssel dazu im Geschäftslokal der Mitteldeutschen Krebitbant erhältlich), für ben Südbezirk in der Wanderarbeitsstatt,' abgeliefert werden können. ®-r
»Vorn Arbeitsmarkt. Das Arbeitsamt schreckt uns: Die Zahl der Arbeitsuchenden in der Stadt Marburg, die in den Sommermonate» bis auf 42 herab g-gangen war, hat sich jetzt toieitr airi 70 erhöht. Von biefen werden 48 bei den Lahnrrgulierungsarbeiten b.- | schästigt: da diese Arbeiten in den nächsten Wochen zu j Fnde gehen, wird bann bie Zahl bet Erwerbslosen erheblich anwacksen. Erwerbssoienuttterstützung erhalten in der Stadt Marburg zur Zeil 6 Personen. Auf ben dörflichen Ortschaften der Kreise Marbnra »rb-Fe-nken bera bat sich bisher die Zahl der Arin-ftssuehenden nicht erhöht: sie beträgt 167, von denen 157 bei Notstands-
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!, . 1 ” -1 ^anoeliscke Weltmisi wärmstens empfohlen werden kann. Spielbeginn pünkt- Aula der höheren Töchterschule (Universität^
feHot der The^ogie D. mch^d m ät Am^g: Zwick^Schneider Dre- nbe, Wörthstr. 15a. Sonn-
tangen der erste» ^rarügen Zusammenkunft nach ^ Schneider, Schmidt, Bartholmai, Kirchham, Achen- v 'te 's Gottesdienst. Abends 8,30
sionskonserenz ist am Montag ll1/* Uhr jedermann
! Gelegenheit gegeben von ihnen zu hött». Der Direktor hcr Basler Mission D. Dipper, der selbst China kennt, wird über das Kirchenprogramm der Konferenz in Shanghai sprechen. (S. Anzeige.) Der Hörsaal ist geheizt.
Gewisiensnot.
Skizze ans der Gegenwart von Ernst G e o r g v (Berlin).