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Marburg

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feil hat.

In dem

eönliche Ansicht Süßere. Ich kann in keiner andere Londoner Bankiers sprechen.

2. In dem Bericht, den ich als einer Deutschland eingeladenen Sachverständigen

sich Vissering und Dubois nicht aus; diese Punkte seien 6e* 'Oberen Vereinbarungen vorzubehalten.

Das

57. toi 1922

werde, werbe ich meine Ansicht in Bezug auf fremde Anleihen oder Kredite in der ganzen Frage des Stabi- lisierungSproblemS Küstern. Hier dagegen werde ich mich auf den reinen banlt.chntschen Gesichtspunkt V.-- schränken.

3. Cs ist nach meiner Ansicht nicht möglich an ; vate Geldgeber in England wegen einer deutschen Anleihe heranzutrcten. Die Begründung, die das Bankierkomitee im vergangenen Juni dafür gegeben hat, behält volle Geltung. Dazu kommt, daß der kürz­liche Sturz der Mark Deutschlands Kredit im AuS* lrm^r völlig zerstört hat. Ich stimme mit der Ansicht

Gewlsthci« über

1 i* JOberbelfi!*« Zeitung" ericheiat ledjsmal wöchentlich. Lezugsvrris monatlich 185 Mk. mit Zustellung-gebiihr. Für ousiallende Nummern infolge Streik» ooei elementarer Ereigaisi« kein Eriatz Verlag von Dr. L. Hiyeroth. Druck de: llnio.-Buchdrnckerri von Satz. Ang. Koch. Markt 21«$. fkernivrecher 55, Post» icheckkonto: Rr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

Memorandum Brand

lautet tvie folgt: 1 1 "

Der Herr Finanzminister hat mich im Name» der deutschen Regierung gebeten, meine Ansicht über die Möglichkeit zu Küstern, im gegenwärtigen Augen­blick Anleihen oder Kredite am Londoner Markt zur Stützung des Versuches einer Stabilisierung der Mark zu erhalten:

1. In Erfüllung dieses Wunsches bitte ich eS als selbstverständlich anzunehmen, daß ich nur meine per-

Dentschlands zukünftige Verpflichtungen wesentlich ist; so lange diese nicht leststehen. halte ich rS nicht für möglich, an das Publikum heranzutreten.

4. Es bleibt daher nur die Frage einet unterstützen- ttu Mitwirkung der Bankwelt übrig. Es würde wohl ein? Anleihe auf der Grundlage einet Sicherheit durch das Reichsbank-Gold, das se nach den Wünschen der Bankiers an einem zmrtrnlen Platz zu deponteren wäre möglich sein."

Wenn aber die NnsicherheU vezügNch bet deutsche» Verpflichtungen am Ende des Moratoriums kottbe- ftünde, wenn die Möglichkeit eines vollständigen finan­ziellen Zusammenbruchs Deutschlands opi Ende dieses Zeitraums besteh n bliebe, dann würden die GlSubi- ger eine Sicherheit für die Rückzahlung vor Ablauf des MoratorittmS verlangen. ES würde auf leben 'n« nötig fein, dast sie zu dieser Maßnahme die Ge­nehmigung der Bank von England und das Recht er­hielten. die aus London gezogenen Wechsel bett zn diskontieren. ;;

In ihrem Antwortschreiben an die Revae rationSko mMission wiederholt die deutsche Re<«° nie rung zunächst die bereits früher ausgesprochene Ev- ",'urung ihrer Bereitwilligkeit. die von dem Garantie-^ Komitee übernommenen Verpflichtungen in Bezug aus die Kontrollierung der LandessinanzZmter und ähnlicher durchzuführen: sie verweist darauf, daß alle hierzu erforderlichen Maßnabmen bereits getroffen seien. So­dann betont die Reichsregierung erneut, daß sie eine Festi­gung und Besserung des Markkurses als die augenblicklich nichtigste und dringlichste Aufgabe ihrer Poli­tik betrachte. Zu den Vorschlägen zur Stabilisierung der Mark übergehend, weist die Note mit allem Nachdruck darauf hin, daß alle Maßnahmen, die jetzt ergriffen würden, immer nur Hilfsmittel wären, um ein gewisses Zerirauen des deutschen und des ausländischen Publikum» 'n die Zukunft der deutschen Wirtschaft und der deutschen Finanzen wiederherzustellen, und daß ein dauernde« D'olg nur dann verbürgt erscheine, wenn die endgültig« Lösung des gesamten Reparationsproblems aßtiÖ in Angriff genommen und mit größter Beschleunigung zu Ende geführt wecke. Immerhin sei es nötig und mög­lich, schon jetzt durch Zusammenarbeiten eines austän- dischen Banksyndikates mit der Reichsbauk Maßnahmen zur Stützung der Mark zu ergreifen. Die deutsche Regie­rung empfiehlt hierfür die beiden oben mttgeteüten Pläne von Vissering und Dubois und von Brand und erklärt:

Die deutsche Regierung macht sich insbesondere den Gedanken zu eigen, dast die darin in Aussicht ge­nommene Stützungsaktion durch ein internationale» Banksyndikat sofort in Angriff genommen wird. Auch die ReichSbank Hai sich bereit erklärt auch ihrerseits an dieser Aktion mitzuwirken und sich an der Aufbringung ter Mittel zu beteiligen. Auf dieser Grund- läge hätte sich bi« Stützung in der Weise zu vollziehe», dast bet Markkurs nach einheitlichen Gesichtspunkte» mit den so zur Verfügung gestellten Mitteln durch An- imb Verkauf von Mark und Devisen reguliert wird.

Die erste Bedingung, welche die Sachverstkndige» stellen, geht dahin, daß während bet Tätigkeit deS Syndikats und b-is zur vollständigen Rückzahlung der von dem Syndikat geleisteten Vorschüffe Deutsch- land von jeder Barzahlung auf Grund des Vertrages von Versailles sowie von Raturlieferungen füt Reva- rationszwecke vorübergehend befreit werden müsse. Die deuttche Regierung selbst ist bet Ansicht, daß der Stabilisierungsprozeß, welcher seinerseits eine notwen­dige Voraussetzung für die Wiederherstellung dc» Gleichgewichtes im Reichshaushalt bildet, zunächst ein­mal ohne Störung zu einem gewisten Abschluß ge­bracht sein must, um dadurch die deutsche Wirtschaft zur Wiederaufnahme von Leistungen anS dem Ver­trage von Versailles zu befähigen. $k deutsche Re­gierung ist jedoch, wie sie bereits der ReparationSkom- mission erklärt hat, bereit, Lieferungen für den Wie­deraufbau der zerstörten Gebiete auch während deO StabilisierungSvrozestes zu übernehmen, inforoeti et möglich ist, biefe Leistungen ohne Vermehrung bet schwebenden Schuld aus dem Budget »der dnrch te» ne re «»leihen zu bestreuen."

und dah die geringsten Zwischenfälle nicht nur der französischen Sache im Orient verhängnisvoll sein könnten sondern auch den Deziehungen, die die drei großen Verbündeten des Westens noch miteinander verknüpften.

P a r i s, 9. Nov. Havas: Aus London wird berichtet: Die Regierungen von England, Frankreich und Italien sind Lbereingekom- men, die Vorschläge ihrer Vertreter in Konstan- tinopel anzunehmen und alle Maßnahmen zu ergreifen, die die von den Türken geschaffene Lage erfordert. Die drei Oberkommissare werden einen gemeinsamen Bericht an ihre Regierungen richten, in dem sie ihrer llebereinstimmung über die Notwendigkeit Ausdruck geben, energisch auf die Achtung der Verträge von M u d a n i a und M u - d r o s zu sehen und das Prestige der Alliierten zu verteidigen; sonst seien ss in der Lage, ihre Autorität zu wahren.

Paris, 9. Nov. Nach einer Havas-Meldung aus Konstantinopel hat R i fa a t Pascha das Gym­nasium von Calata-Serail und die Unterrichtsan­stalt de lo Goutte de Stambul besucht und bei dieser Gelegenheit für Frankreich freundschaft­liche Reden gehalten. Er habe namentlich von der Dankesschuld gesprochen, die sein Land Frank­reich gegenüber eingegangen sei und von dem Ein­fluß Frankreichs auf die türkischen Ideale von heute.

Paris, 9. Nov. Nach einer Havas-Meldung aus Konstantinopel gab gestern N i f a a t Pascha in einer Unterredung mit den alliierten Generälen der Hoffnung Ausdruck, daß ein Modus vivendi zu- standekomme. Nach den Erklärungen Rifaats Pascha fei eine Entspannung eingetreten und man hoffe, zu einem bestimmten Ergebnis zu gelangen. Heute nachmittag habe in "bei Pforte die vor­gesehen- Sitzung zwischen den alliierten Generälen und Rifaat Pascha stattgefunden, iiT der die ein­zelnen Fragen betreffend die Polizei und Gendar­merie, Gesundheitswesen und wirtschaftliche Maß­nahmen geregelt werden sollen. Heute vormittag habe sich ein neuer Zwischenfall zwischen türkischer Polizei und englischen Soldaten ab­gespielt, bei dem ein Soldat getötet und ein Polizei- beamter festgenommen wurde. Ebenfalls heute vor­mittag seien Inmitten einer großen Kund­gebung englische Soldaten und Matrosen mit aufgepflanztem Bajonett durch die Hauptstraßen ton Pera gezogen.

Die Franzosen fiir ein strengeres Regiment in Konstantinopel.

Paris, 9. Nov. Der französische Oberkommissar und der Kommandant der französischen Desatzungs­truppen in Konstantinopel wollen nunmehr anstelle der bisher angewendeten milden Politik ein stren­geres Regiment einführen.

J* Zum Notenwechsel.

Das Schreiben, da: per Reichskanzler am 4. November an die Repamtionskommission richtete, wick jetzt in seinem Wortlaut veröffentlicht. Wir haben berefts nm 5. November über den Inhalt berichtet und möchten darum hier wir noch einmal im Interesse des Zusammen­hanges auf die wichtigsten Punkte dieser deutschen Note verweisen. Nachdem der Kanzler die Berufung einer 'internationalen Komitees von Finanzmännern in Vor­schlag gebracht hatte, fährt er fort:

Wenn durch das Zustandekommen eines berartigen Bankkredits die Vorbedingung für eine etwaiae Stützungsaktion der Mark, namentlich die Wiederkehr des Vertrauens im In- und Auslande zur deutschen Währung, gegeben ist, ist Deutschland entschlossen: ' v) seinen Haushalt im Gleichgewicht zu hatten,

b) eine Besserung der Handels- und Zah- lungsbileaz durch wirtschaftliche Maßnahmen, inS- ^sondere durch die Steigerung der Produktion, herbeizu- ; u k ähren,

c) die schwebeude Schuld einzudämmen, dl die innere Anleihen auszunehmen.

Die Antwort der RcParationSkommis- o n, die am 6. November übergeben tourte, bereich «et die deutschen Vorschläge zur Stabilisierung der Mark als bisher zu unbestimmt. Es sei Pflicht der deutschen Regierung, der Repo rationskommission ein Projekt vorzulegen, durch das ein wesentlicher Fortschritt zur Stabilisierung des deutschen Wcch- selkurscs herbeigesührt werde.

Berlin, 9. Nov. Die neuen Vorschläge, die der Äeparationslommission von der Rrichsregierung jetzt übermdit worden sind, stützen sich in erster Linie auf zwei Gutachten, die von den ausländischen Sachver- "'ls n M g cat erstattet worden sind. Es ist dies erstens bas Gutachten von V i s s e r i n g und Dubois, das der Regierung im Laufe des gestrigen Tages zugegangen ist, und zivritens ein Memorandum von Brand, der bereits !>ic ersten von KeyneS und Cassel verfaßten gutachtlichen Äenßerungen unlerfchneben und sich vorbehaltlich der in seiner Sonderäußerung enthaltenen Bemerkungen auch dem Schriftstück von Vissering und Dubois angeschlos-

W tonte für VttbmlttlM ihrer AeratMZ- 6ßüs.

London, 9. Nov. Der Pariser Berichterstatter derTimos" schreibt, es bestätige sich, haß für das Aeberei »kommen zwischen Frankreich und England eine neue und breiltre Grundlage gesucht werde. Am Montag habe Peincarö eine ausführliche Darlegung seiner An­sichten nach London gesandt. Er befaßte sich darin nicht nur mit der Orientfrage, sondern auch mit dem Reparationsproblem. Die Entente müsse sich grün­den auf ein umfassendes llebereinkommen und nicht auf eine Reihe separater Regelungen. Poincarö entwickelte wieder die Idee der produktiven Pfänder, die.con Deutschland gefordert werden sollen. Der französische Premierminister wünsche, dass Maßnahmen getroffen werden, um Deutschland ein? alliierte Kontrolle aufzuerlegener sei jedoch, wie früher, bereit, Ztigeständnisse zu machen und einer praktischen Herabsetzung der deutschen Schul­den zuzustimmen, unter der Voraussetzung, daß diese Herabsetzung durch eine Regelung der interalliier­ten Schulden ausgeglichen werde. Sobald die Wah­len in England vorüber seien, könne die Zusammen­kunft der Premierminister Frankreichs und Eng­lands erwartet werden.

Gutachten va» vissering und Dubois über die Frage der Intervention eines internatio­nalen Syndikats zur Stabilisierung der Mark unb über die Bedingungen, unter denen eine solche Inter­vention Erfolg versprechen könnte, wick zunächst selige stellt, daß die Ursache für die dauernde, sich immer mehr verschärfende Markentwertung »'n der Erschütterung des Vertrauens zur deutschen Währung im In- und Auslande liege. Bei einer Stabilisierungsaktion sei die .-ftlwirkuug des Auslandes wünschenswert. Dtc beiden Sachverständigen hatten es für zweckmäßig, unter den Auspizien (sous les auspiceS) der Reparationskommissio» fy tzaü> wie möglich eine Versammlung von Bankleute"

Staaten mit normaler Währung einzuberufen, das heißt aus den Vereinigten Staaten, aus Eng­land, aus Holland, rus Schweden und ans der Schweiz: weiter könnten Bankleute aus anderen Län­dern, die zur Mitarbeit bereit wären, daran teilnehmen. Das- Bankleute hätten die Frage der Gründung eines internetionakn Syndikats zu prüfen, dessen Ausgabe cS wäre, zusammen mit der deutschen Regierung und der Reichsbauk an der Stabilisierung der Mark mit Mitteln und aus Wegen zu arbeiten, die zwecDienlich erschienen. Obne den Beschlüssen dieser Bankleute vorgreifen -a wollen, sprechen sich die beiden Sachverständigen üb-r des dabri cinznschlagende Verfahren folgendermaßen aus:

L Deutschland müßte wöbrcnd der TStigkett beS Syndikats und 613 zur vollständigen Rückzahlung der cryaltenen Vorschüsse von allen ReparattonSzahtungcn und Sachleistung:n defrett werden.

2. Das Syndikat müßte mit einem Kapital von miudeft-ns 5!U> Millionen Golvmark begründet werden.

3. Dieser Betrag wäre in Form eines Akzepikrcdits oufzudr<ngcn. Die Wechsel wären von der deutschen Finanzverwaltung auözugeben, wären mit der Bürg­schaft brr Reichöbanl zu versehn und hätten auf die Währung ves Staates zu lauten, der die Wechsel akzeptiert.

4. Die Laufzeit der Wechfel könnte nm höchstens zwei Lahre verlängert werden, vorausgesetzt, daß die zentralen Emissionsbanken ihre Zustimmung erteilen.

5. Die ReparationSkommisston wäre aufzufordern, für die Rückzahlung oct von dem Syndikat gewährten Vorschüsse ein Prioritätsrecht vor allen ReparationS- varzakiiungen zn gewähren.

k. Die deutsch« Regternng hätte mit Zustimmung der Rcpara-ionßk ommtfsion als »eso-teere Gu-rmtte siw dir Rückzahlung der von dem Syndikat gewähr­ten Vorschüsse dir Erträgnisse uet Auriuyradgabe nach ci -em noch zu vereinbarenden Verfahren zur Ber- fiipung 5« stellen.

7. Neben den Leistungen ocS Syndifais hätte sich die RetchSbanl zu verpflichten, an der Stabilisiernngs- ak.ion mit einem Betrage von gleicher Höhe teilzu- netzmen, indem ste sich dnrch Verpfändung eines Teils ihres Ptoldbeftandes einen Kredit vo» gleicher Höhe befche' e. Am diese Weise würden die insgesamt zurL-vtfügtmg stehenden Fonds einen Betrag von einer Milliarde Goldmari oder deren Gegenwert er* rrich-n.

Ueber die ZinsbedingunKN und die Vermittlung?ge- -l.hren, die von Deutschland »u zahle» wären, sprechen

deö Daukicrlsmitt-s überein.

toschfl AWW.

Berlin, 9. Nov. Der Reichstag beginnt die große ob'tische Debatte, die sich mit der Stabilisierung der Mark und den Verhandlungen r.üt der Neparationskom- ttu'ssio» beschäftigen trnck. durch eine Erklärung der Reichsrcgierung am Dienstag Nachmittag um 1 Uhr. Am Montag Nachmittag findet bereits eine Plenarsitzung um 3 Uhr statt, die kleine Gesetze Beraten soll. Am Montag Abend werden die Fraktionen zu den großen volltischen und finanziellen Fragen Stellung nehmen. Der auswärtige Ausschuß wick sich hiermit bereits em Freitag Vormittag beschäftige», "y*--

Der Änyigenpreie beträgt füt den Sgejp Zeileamillimeter 6.00 3RL amtliche und aus». Anzeige« 8.00 Mk. Andere Spaltenbreiten entsprechend. Bei schwierigem Satz 50/, Aufschlag. Spät «inlautende oder den Raum über */. Seite einnehmende Mn* ilMl Iw lifiUMflWT zeigen werden nach der Teztspattenbreite berechnet. ReName« die Tol..Zeil« 50.00

vrii IV. /IVUtlHUCl M Jeder Rabatt gilt als Sartabalt Belege werde« berechnet, «ei «astueft

durch die Gesthästssielle «ad Vermittlung der Angebote 5.00 Mk. Sondergebühr.

AnMches VeMndigungsblatt des Kreises Marburg

Anzeiger für (das früher kurhesiische) Obephessen

5« flritsl.

Die Friedenskonferenz.

Pari«, 9. Roo. Angesichts des in Angora auch in Konstantinopel durch den englischen Lerlagungsantrag für die OrientWebenskonferenz hersorgerufenen schlechten Einbrucks unb ba bk Türkei gesonnen ist, hierin ei» Ausweichen ber Alliierten zu sehen, hat PoincarS ben englischen Botschafter in Paris gebeten, nachbrücklich seine Re- ißierung auf bk Unzuträglichkeiten hinzu- vcisen, bk jede weitere Verzögerung in bet Eröfsnug ber Friebensverhanblungen mit ber jXütfei mit sich bringen würbe. Nach ben letzten in Paris eingetroffenen Nachrichten haben bk alliier­ten Oberkommissare nicht ben Belagerungszustand iber Konstantinopel verhängt, obwohl ihre Regie­rungen sie ermächtigten, alle von ihnen für erfor­derlich gehaltenen Maßnahmen zur Aufrechterhal­tung der Ordnung zu treffen. Da sich bk Lage je­doch nicht bessere erwarte man nunmehr bie Ver­hängung bes Belagerungszustandes über Konstan­tinopel.

Paris, 10. Nov. Das orientalische Pressebüro übermittelt Havas folgenbe Melbung aus Angora jom 7. November: Die türkischen Bevollmächtigten für den Fricbenskongreß sollen unter Führung von Asmib Pascha in Smyrna mit ben übrigen Dele­gierten, bie ihre Manbate von Konstantinopel hät­ten, zusammentreffen. Unter ben letzteren befinde sich Rischib Safi Bey, welcher ber Generalsekretär der türkischen Friedensbelegation sein werbe. So- tald bie türkische Delegation vollzählig sei, werbe fte sich nach Brinbist einschissen unb am 11. No­vember in Lausanne eintreffen.

Ä«6Ia»b unb big. Friedenskonferenz.

London, 9. Nvo. Wie verlautet, ist der bri- Üsche Etandpuntt gegenüber ber gestern hier über­reichten Note ber Sowjetregierung vom £. November, in ber sie gegen ben Ausschluß von der Lausanner Konferenz Einspruch er- hcbi, ber, baß bie Beantwortung ber Sowjetnole Nicht Sache ber britischen Regierung allein ist, son­dern erst nach Erwägung mit den Alliierten erfolgen km». Auf britischer Seite ist man jedoch nach wie »or ber Ansicht, baß bie Lausanner Konferenz in erster Linie eine Konferenz zur Wiederherstellung des Friedens zwischen der Türkei unb ben alliierten Mächten ist, wahrenb sich Rußlanb bereits im Frie­den mit der Türkei befindet unb baß bas Interesse Rus 'unbs erst einsetzt, wenn auf einer auf bie Lau­sen,:er Konferenz folgenden' Zusammenkunst bk Meerengen frage erörtert wirb. Was ben Zeitpunkt 'ki Lausanner Konferenz betrifft, so wirb auf bri- Mcher Seite nachdrücklich dafür eingetreten, baß bie mviiferenz so halb wie möglich stattsinbet, und es jeitb gehofft, baß die Erünbe, bie nach Ansicht ber Kritischen Regierung eine kurze Verschiebung ber «Konferenz notwendig machen, nämlich die augen- lickliche Lage in Konstantinopel, der Regierungs- ssel in Italien unb bie innerpolitische Lage in nymb, trotzdem ben Beginn der Konferenz nicht ittsr als am 20. November gestatten werbe. An­gesichts ber neuen Forberungen, bie bie Angora- Fkgierung, wie verlautet, auf ber Lausanner Kon­ferenz an bie Alliierten zu stellen gedenke, tritt yach Ansicht bet britischen Regierunb bk dringende Not- ,wenbigkeit einer kurzen Verschiebung zwecks Her- Dellung einer gemeinsamen Front bet Alliierten bet Türkei gegenüber deutlich zutage.

Die Lage in Konstantinopel. x

London, 9. Nov. Blättermelbungen zusolge erlautet, daß bie Kemalisten bem französischen Oberkommissar in Konstantinopel, General Pellet fotzende Forberungen übermittelten:

1. Sofortige Räumung Konstantino- jpels,' bie Alliierten können, falls sie es wünschen, Br Tschabaldscha, Skutari unb Tschanak bleiben;

2. Aufhebung bet Kapitulationen; L 3. Abhaltung einer Volksabstimmung in ^8estthrazien, um festzustellen, ob dieses Ee- ffiet nicht an die Türken zurückgegeben werden soll

4. R ü ck g a b e von M o s s u l an die Türkei unb ! 8. Bezahlung einer Kriegsentschä­digung burch Griechenland in Höhe von 6 Mil 'Barben Golbfranken.

! Paris, 9. Nov. DerPetit Parisien" teilt baß ber ftanzöfische Oberkommissar in Konstan- Etnopel, General P e l l 6, vor zwei Tagen seine Demission angeboten h«be, weil bie französische Legierung gezögert habe, ihm bie Machtbefugnisse erteilen, bie er zur Sicherstellung ber Orbnung h Äflepxmtinopd verlangt habe. Das Blatt ist ber Ansicht, daß bie Lage bet Franzosen in Konstanti­nopel Atcht besser sei, als bie ber anbere» Fremden