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Marburg

Ak. 281

1922

9tebeInng.

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Kultusminister. Bei de« Landtagswahlen im Jahre 1920 ist er als Mitglied der Buneriscben Bolksverrei Lcndtagsabgeordneter geworden. Außerdem stebt Dr. von Knilling an der Spitze der Zweigstelle München des ReichsauSgleichsamte» und ist endlich bayerischer ver« tretet des ReichskommissarS für Auslandsfchäde» il. München bisher gewesen. ,,

TieDbetbelftW Zeitung ericheiut leMmal wöchentlich. Le,ug,orei, monatlich 185 Ltk. mit Zustellungrgrbichc. Für aurmüende Nummern infolge Streik, ooet elementarer Gteigniüe tein Griatz- Betlag von Dr. T. Hiserotd. Ttnif der Unio^SucbOrudetei von Jod. Äug. 1toch. Morri 2123. Iterntprecher 55, Boil» l&eiffonte: Rr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

Anrtliches VeMndigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurheMche) Oberhessen

Der Anzeigenpreis beträgt für bei »ge|p Zeilenmillimeter 6.00 SRt, amtliche un a«sw Anzeigen 8.00 MI. Andere Spaltenbreiten «ntiprechend. Bei ichwierige« 6o9 Mi«/. Autichlaq. Spät einlautende oder den Raum über *1. Seite einnebmende An- Soniofl. M 6. MM« SrÄS.'ÄS ÄÄTS bet» die Geichätwstekle an» Bermittlung der Angebote 5.00 Mk. Sondergebühr.

9« Srint.

Paris, 4. Nov. Havas berichtet aus London: 'ti ist möglich, daß der Zeitpunkt des Zusammen­tretens der Orientkonfernz angesichts des xriniit««oechsal»ün Z t a l i e n um einige Tage ver­schoben wird. Ä

Paris, 4. Nov. Nach einst Meldung 86t Chicago Tribüne" aus Konstantinopel sind Ia- «ed Pascha und Nuri Bey mit 31 Sachverstän­digen nach der Schweiz abgerist.

Paris, 4. Nov. Havas berichtet aus An­gora, Hassan Bey. der ehemalige Finanz- Minister, sei zum Finanzbeirat der Konferenz von Lausanne ernannt worden.

Paris 4. Nov: Zn Pariser Kreisen nimmt man an, daß der italienische Botschafter in Paris, 8raf Sforza, der gestern abend auf den Wu'ffck Mussolinis nach Rom gexeU ist. zum ersten Delegierten Italiens auf der F r i e d e n s k o n - ferenz von Lausanne ernannt wird.

Paris, 5. Nov. Die französische, die englische »nd die italienische Regierung einigten sich dahin, ihren Oberkommissaren in Konstantinopel eine In­struktion zu senden, sie sollten der Regierung von Angora auf die hinsichtlich der Konferenz von Lau­sanne gestellten Fragen antworten, die Mächte der (Entente erklärten, daß die Wahl der türkischen Friedensdelegation ausschließlich die Türken an- xehe, sie vermißten aber in der Antwort von An­gora die Annahme des Vorschlags, den Sih der Friedenskonferenz nach Lausanne zu verlegen.

Paris, 8. Nov. Havas meldet aus Konstan­tinopel: Der E r o ß w e s i r verständigte gestern die alliierten Oberkomissare, daß.das Kabinett die Beteiligung der Pforte an der Konferenz von Lausanne nicht für notwendig halte Das Kabinett ließ in Angora wissen, welche Hal­tung es unter den augenblicklichen Umständen ein­zunehmen gedenke. Man glaubt zu roiien, daß das Ministerium die Geschäfte weiter führen wolle, bis die Regierung der großen Nationalversammlung sie übernehme. Bisher ist von Angora über die Wahl des neuen Khalifen noch keine Nachricht einge­troffen.

London, 4. Nov. Nach einerTimes"-Mel­dung sollen mehrere Vertreter Syriens in Angora eingetroffen fein, um über die Zukunft Syriens, die Haltung der Kemalisten auf der Lau­sanner Konferenz und die Frage der arabischen Länder zu verhandeln. Einer ägyptischen Blätter- Mteldung zufolge sei Kemal vor zwei Monaten für die Schaffung einer arabischen Regierung eingetreten, die alle früher dem türkischen Reiche zugehörenden arabischen Länder umfasien und mit der türkischen Regierung in militärischen, Finanz- und außenpoli­tischen Fragen zusanunenwirken solle.

Konstantinopel, 4. Nov. In Ueberein- stimmung mit den Vorschriften des Abkommens von M u d a n i a wurde die Leitung des Bezirkes T f ch o r l u in Ostthrazien an die türkischen Be­hörden übertragen. Dies ist der erste Bezirk des Landes, der wieder unter türkische Verwaltung kommt.

Paris, 4. No». Nach einer Meldung der Chicago Tribüne" aus Konstantinopel wird der 1. November, der Tag, an dem die Rationaloer- semmlung von Angora den Beschluß gefaßt hat, den Sultan abzusetzen, zum Nationalfeier­tag erklärt.

Konstantinopel, 5. Nov. Havas meldet, daß das Kabinett zurückgetreten ist.

Paris, 5. Nov. Nach einer Meldung des Newyotk Herald" aus Konstantinopel soll der Sul­tan es «bgelehnt haben, die Gesetzmäßigkeit des Beschlusses der Nationalversammlung über die Ab­schaffung des Sultanats anzuerkennen. Auch die Minister sollen nach der Meldung des Blattes be­schlossen haben, den Nationalisten Widerstand zu leisten. Es werde eine vom Sultan unterzeichnete Proklamation in diesem Sinne erwartet.

P a r i s, 4. Nov. Havas berichtet aus Athen, den Zeitungen zufolge wurden gegen Exkönig Konstantin folgende Anklagen gerichtet: 1. daß et unter Verletzung der Verfassung den tatsächlichen Befehl über das Heer geführt habe und infolge­dessen verantwortlich fei; 2. daß er, obschon er da­von überzeugt gewesen sei, daß seine Abdankung eine günstige Lösung der nationalen Frage herbei- lsihren würde, sich nicht beeilt habe, abzudanken: 3. daß er als Chef der Armee seinen Posten vor dem fctinbe sofort nach der Niederlage von Adana auf- Jegeben habe.

Die deutsche« Vorschläge am Sonntag der Repara- tionskommisfion überreicht.

Berlin, 6. Nov. Die am Samstag in den beiden Kabinettssitzungen von der Reichsregierung endgültig formulierten Vorschläge sind am gestrigen Sonntag vormittag der Reparationskommission übermittelt worden. Ob und inwieweit eine Ver- isfentlichung dieser Vorschläge erfolgen wird, unter­liegt zur Zeit noch weiterer Beratung.

Der von einem Redaktionsausschuß endgültig festgesetzte Wortlaut der Vorschläge für die Repa- iatirmskommission wurde in später Abendstunde vom Reichskabinett genehmigt. Wie das23cd. Tagebl." wissen will, legt die deutsche Regierung insbesondere ausführlich dar, was sie zur Erzielung des Vudgetgleichgewichts und auf dem Gebiet der Steuergesetzgebung zu tun gedenke. Die deutsche Denkschrift beschränkt sich fedoch wahrscheinlich nicht nur auf die Darlegung bi« Absichten des Reichs- Kabinetts, sondern berührt auch die Frage der Finanzkontrolle.

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Berlin, 4. Nov. Die nächsten gemeinsamen Sitzungen der Reparationskommission mit der beut« chen Regierung sollen nicht bie Stabilisierung der Mark, sondern die Kohlenliefern ng Deutsch­lands an die Alliierten zum Gegenstand haben Heute nachmittag V5 Uhr wird das Reichskäbinetf zusammnetreten und voraussichtlich definitiv zu den konkreten deutschen Vorschlägen an die Repara-

Des ntnt Stalin.

Der Zerstörungskrieg der Fasziste« gegen die Zeitungen.

Mailand, 4. Nov. Der Schaden, der durch int Feststen in den Räum-n her Redaktion und der Druckerei desAvanti" angerichtet wurde, toirb auf etwa 4 Mil­lionen Lire beziffert. Alle Redaktionsräume. sowie b"t tröste Teil der Druckmaschinen und technischen Einrich­tungen sind völlig verwüstet Di? Berftcherungsgesell- schaft haftet nicht für den Uebenall Ter Mailänder Pressevr-in hat durch Bermittlung Dianochis den Mini- sterprafidenten aus diese» SkundalismuS aufmerksam machen lassen.

In der vergang nen Nacht haben iw Rom Faszisten di? Druckerei deS AnarchistenblottesHumanita Nuova' sch,tuet beschädigt. Di? Mannsskript? und Pawervorrate würben verbrannt. Ferner haben folgende Blätter in Rom unter dem ftszistischen Regime ihr Erscheinen ein» gestellt: D rParse", das Organ Mitis, daS Blatt Jl Eommunista" und dieBoee Repiilbirana".

Eine Kundgebung Mussolinis an da« Volk.

R om , 4. Nov Ti? Rr-n rung Mussolini erläßt an­läßlich d?S vierten Jahrestages der Sieges von Vik- wrio Veneto, der beute in ganz Italien festlich be- gangm wird, folgende Botschaft an das Volk:

In Erinnerung und zur Feier des großen Sieges unserer Waffen möge sich die Nation wiederfinden und bi: Notwendigkeit der harten Gegenwart erkennen. Di? Regierung trachtet zu regieren und sie wird regieren Alle ihre Energie toirb daraus gerichtet fein, den Frie­den zu sichern und das Ansehen der Nation im Auslände zu heben. Nur durch Arbeit, Disziplin und Einigkeit roirb daS Vaterland die Krisen überwinden und einer Periode des Gedeihens und der nationalen Größe ent­gegengehen."

Varis, 4.Nov. DemPetit Parisien" wird au- Rom berichtet, Zeitungsmeldungen zufolge werde Sa'° Dago Raggi, bet italienische Vertreter in der R e p a r a- tionSkommifsion, zum Minister des Arußern er­nannt werden. D.'tMalin" nennt als zukünftigen Minister des Arußern den Generalsekretär der Conjultu, oen Senator Lugi Conlarini.

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London, 4. Nov. In einer vormittags in London vor einer Versammlung von 3000 Teil­nehmern gehaltenen Rede wandte sich Loyd George gegen die von Sonar Law angekündigte nega­tive Politik. Er betonte die dringende Notwendig­keit, daß im kommenden Parlament in diesem kritischen Augenblick eine starke Gruppe unabhän­giger Männer vorhanden sein müsse, die bereit seien, darauf zu bestehen, daß die Regierung einen sicheren Weg gehe und sich weder der Revolution noch der Reaktion verschreibe, sondern eine Politik verfolge, die den Ueberlieferungen Englands ent­spräche.

London, 4. Nov. Bonar Law erklärte in einer Rede in Leeds: Wir können in unserer Außen-

tionskommisston Stellung nehmen, sodaß ste bann, wie vorgesehen, morgen früh der Reparationskom­mission überreicht werden können. Die Beratuttgen der ausländischen Sachverständigen sollen, wie das Berl. Tagebl." zu wissen glaubt, gewisse Aussichten dafür bieten, daß die Konkretisierung der deutschen Vorschläge In einer Weise erfolgen wird, die einen positiven und dabei durchaus sachlichen Fortgang mit der Reparationskommission gewährleisten.

Berlin, 4. Nov. Die von der deutschen Re­gierung nach Berlin geladenen Finanzsach­verständigen haben derB. Z. a. M " zufolge heute und morgen volle Arbeitstage. Ihr Gut­achten werden sie am Montag erstatten und darauf Berlin am Montag abend verlassen. Im Mittelpunkt ihrer Erörterungen stehe noch immer der Plan des amerikanischen Experten Prof. Janks.

Neue Pläne Bradburys und Delacroix'.

Paris, 4. Nov. Der Berliner Berichterstatter desEcho de Paris" meldet, daß der englische Dele­gierte Bradbury einen neuen Stabilisierungs­plan für den Markkurs ausgearbeitet habe. Der belgische Delegierte Delacroix bemühe sich sehr seinen sehr positixen Plan zur Geltung zu bringen. Es gilt, noch einige Meinungsverschiedenheiten zu beseitigen, man hoffe aber bestimmt, noch Im Laufe der heutigen Verhandlungen zu einem vollen Ein­vernehmen zu gelangen. Einer der alliierten Dele­gierten erklärte dem Berichterstatter des genannten Blattes, man fei allgemein optimistisch, und er glaube bestimmt, daß es gelingen werde eine erfolg- .eiche Stabilisierungsakiion in Gang zu bringen.

Politik nur Erfolg haben, wenn wir zu ihrer Wur­zel ein Zusammenwirken mit Frankreich und Ita­lien machen. Die Politik, die ich jetzt dem Lande unterbreite, ist genau dieselbe, die D i s r a e l i 1874 vorschlug. Es gibt Zeiten, tn denen man rasch leben muß, es gibt aber auch Zeiten und da» ist jetzt der Fall, wo man langsam gehen muß. Ich habe die Zuversicht, daß wir eine große Mehrheil erhalten.

L o n d o n, 4. Nov. Nach Blattermeldungen soll die politische Organisation Lloyd Georges gestern abend beschlossen haben, die Zahl der natio­nalliberalen Kandidaten bedeutend zu ver­mehren. Sobald Lloyd E'v'g? wwd-r! erge^elft sei. werde er im Londoner Opernhaus vor einer großen Versammlung sprechen.

L o n d o n. 4. Nov.Daily News" meldet, beide Flügel der liberalen Partei in Manchester hätten beschlossen, bei den Neuwahlen als eine Partei zu kämpfen. Das Blatt erma"^»t r-*« diese- Ver^i"! gung der Liberalen von Manchester eine große Förderung des liberalen Gedankens im Lande.

London, 4. Nov. Reuter zufolge veröffent­licht Valero eine Erklärung, wonach dis Wablen die durch die englischen Behörden für sechs Ulster- grasschafteu ausgeschrieben wurden, von dem Dail Eireann nicht ausgeschrieben oder bestätigt werden. Der Dail Eireann sei aber die dazu einzig befugte Stelle. Die Teilnahme an diesen Wablen zu einem fremden Parlament hieße der Einmischung in die Angelegenheiten Irlands durch eine fremde Re­gierung zuzustimmen und das Recht dieser Regie­rung anzuerkennen, Gesetz« zu machen, die für Ir­land bindend find.

Br. g. Mine kMlher MÄmnMml.

München, 4 Nov. Auf Grund der beute Samstoe Nachmittag gepflogenen Koalftionsverbandlungen sieb' die Wahl des Abgeordneten Dr., v Knilling zum bayerischen Ministerpräsidenten fest. D er Landtag ist au1 Mittwoch, den 8. November Nachmittags zu einer Voll­sitzung einberufen. in welcher der Landtogsprasideul Königbauer das Rücktrittsschreib.n des bisherigen Mini­sterpräsidenten Grafen von Lerchenfeld verlesen und der Landtag insbesondere zur Wabi des Abgeordneten D>. von Knilling als Mrnistervräsidenlen schreiten wird. In einer neuen Vollsitzung am Donnerstag Vormittag toirb der neu gewählte Mimsteeprösident dann dem Land­tage sein Kabinett die einzelnen bayerischen Mnister Unb formell ebenfalls znrüelgetreten vorstellen und im Anschluß daran siine Antrittsrede halten. Hieraus wird der .Landtag vertagt, um am 13. November in den Ausschüssen seine ständige Sessionsarbeit auszunebmen

Der künftige Ministerpräsident Dr. von Knilling steht im Alter von 57 Jahren befand sich fest 1898 im bayerischen Staatsdienst und gehörte vo» 1902 bis End? 1918 dem Kultusinimstclium au, davon 7 Jahre et»

3n Den WMMe« In MnAn.

München, 5 Nov. Amtlich werden zu den Putsch ankündigungen der letzten Tage Erklärungen verbreitet, in denen es n. a. heißt: Es ist nach absolut sicheren Fest« stellungen nicht wahr, dost Kachtän Ehrbardt sich dauerns in München aushält und im Hotel Marienbad wohnt, und dort sein Houvtauartier hat. Bon den Zehn« tausenden, die nach den Behauptungen derVoss. 8tg * von diesen Tatsachen wessen wollen, ist bisher leit Einziger mit einer solchen Anzeige an d'k Polizei bete angetreten. Es ist auch nicht wahr, daß Kapitän Ehrhardt in der Billa des Regierungspräsidenten von Kahr verkehrt. Herr von Kahr hat ktene Villa, sondern wohnt in einem der großen Regierungsgebäude in der Maximilianstraßc, also mitten in der Stabt unter den Augen von Zrhutausenden. Es ist auch nicht wahr, daß in München ein Putsch unmittelbar bevorsteht. Beweise für die Beabsichtigung eines solchen Putsches sind bisher weder bei der Polizei noch bei der Regierung von keiner Seite, auch nicht von sozialistischer, von eittroanbfreien Zeugen ober durch einwandfreie Tatsachen erbracht wote den. ES bleibt also auch diesmal von den ganze« Schauergeschichten über Putsckpläne in München nichts übrig als dummes Geschwätz uitb erfundene Erdich­tungen. Die einzige Entschuldigung dafür dürfte sük manche daS angsterfüllte schlechte Gewissen fein. . ....

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Regierung uni Stelle.

Die Reichsregierung führt gegenwärtig außerordentlich wichtige Verhandlungen mit der Reparationskommiftwn. Bon dem Verlauf der Besprechungen hängt viel für Deutschland ab. Man sollte es nun für selbstverständlich I halten, daß die Reichsregierung sich das Instrument dte Presse zunutze macht, um die öffentliche Meinung rilt ihre Argumente zu gewinnen. Weit gefehlt! Die Re­gierung hüllt sich in Schweigen. Fast 24 Stunden nach Beendigung einer Sitzung mit der Reparationskommission wird ein dürftiges nichtssagendes Kommunique beriuS* gegeben, welches mit der Kommission gemeinsam redigiert wird. Das ist alles! STje Anfragen prallen an dem bedauernden Achselzucken der zustehenden Pressereferenten £6. Man beruft sich auf eine Abmachung mit der Reparationskommission, nur ben gemeinsamen amtliche» Bericht zu veröffentlichen.

Wie steht es aber in Wirklichkeit? Der amtliche Bte richt Über den Empfang der Reparationskommission beim R-ichskanzler wurde in Berlin abends nm 7 Uhr ousge- geben zur gleichen Stunde konnte man in der Panier Zeitung ,.La Presse" die Reden Wirths und Barthou» lesen! Während die deutsch« Regierung jede Informie­rung der Presse ablehnt, empfangen Herr Barthou und der amerikanischeBeobachter" bei der Repara» lionskommission die Pressevenreter ihrer Länder: MaN hört, daß bei diesen Empfängen ziemlich eingehende Mit­teilungen über den Verlauf der Verhandlungen gemacht werden.

Dir deutsche Presse wird also wieder einmal inS ben ausländischen Zeitungen erfahren, was in Berlin be­sprochen wurde. Dieser Zustand ist zwar unerträglich aber nicht neu. Ein französischer Korrespon­dent erbot fick dieser Tage deutschen Jour­nalisten Berichte über den Gang der Re­parationsverbandlungen zu geben unter ausdrücklichem Hinweise daraus, daß bie deutsche Regierung ihrer Presse ja dock nichts Mitteilen werd«! Durch den freiwilligen Verzicht der R-icksregiernng auf die Unterstützung der Presse geht die Initiative bei den Verhandlungen, die in ohnedies ziemlich in Händen der Revarationskommission zu liegen scheint, vollends auf diese übet. Die Frau,o>'en verstehen es meisterlich, auf dem Instrument der Press« zu spielen und werden den Vorsprung, den ihnen di« deutsche Regierung gewährt, auszunutzen verstehen. In einem offiziösen Artikel derGermania" tuu-be die Parole ausgeg'ben:Schweigen ist jetzt erste Journalisten» vilichl!" Nach diesem Motto band.lt in der Tat bie Reichsregierm.g. Ihre Unkenntnis von der Wiikiiugs- möglich^nt der Pr«.sse kann nur als erschütternd bejei> net werden.

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AUtmdeutgg md MnlMeigtmng.

Berlin, 4. Nov Die vier S pitz« nver nbf der Gewerkschaft en sandten am 4 Nov. eine Vete tretung zum Reichsarbeitsminister, um ihm ihre Stellung­nahme zur gegenwärtig viel erörterten Frage der Ar« beits zeit und ihrer gesetzlichen Regelung darzulegen.

Die Gewerkschaftsvertreter betonten, daß sie durch eine einseitige Behandlung dieser Frage durch bie Unterrnehmer zur Sicherstellung ihres Standpunktes genötigt seien. Sie verwahrten sich mit allem Nach druck gegen die Annahme, als sei die Steiget rung der Produktion lediglich eine Frag« de> Arbeitszeit. Sie werde vielmehr bedilkzt durch die verschiedensten Faktoren, insbesondere müßten die Unter­nehmer selbst durch die Art ihrer Wirtschaftsvolititz mehr als bisher produktionssteigcrnd wirken. Die heutige Politik der Kartelle und Truste verhindere tat* sächlich bie volle Ausnutzung der produktiv«» MHbj