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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

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Anzeiger für (das früher kurheffifchej Oberhessen

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T ieDbetbeifiltbe Zeitung erscheint lecksmal wöchentlich. Lezugsoreis monatlich 105 Äik. mit Zusteüungsgebühr. Für ausiolienbe Nummer» infolge Streiks ooer elementarer Ereigniiie ter» ünatz. Berlaa von Dr. L. Hiserotd. Druck der Univ.-Buchdruckerei non 3eb. »na. Äoeh. Mär'? 21 23. Rerniptedjet 55, Pof!, icheckkonro: St. 5015 Lmt Frankfurt a. Main.

Marburg RWöch, Sei 25. Wer El-Hardt.

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57. Mrs.

1922

Der Krieg im Orient.

Die 3rieMon1eteni.

Ein scharfer russischer Protest an England.

P a r t s, 23. Okt. Zn London ist gestern eine i^lote der Sowjetregierung eingetroffen, in der diese !ouf die Zulassung Rußlands zur Friedenskonferenz gesteht und die der Verwunderung der ^russischen Regierung darüber Ausdruck gibt, daß auf die erste Rote dieses Inhaltes keine Antwort gegeben wor­den sei. Nichts könne die Abhaltung einer Kon- ftrenz im Osten rechtfertigen, an der Mächte wie Jugo-Slawien, Rumänien und Japan teilnehmen, »on der aber Rußland, die am Schwarzen Meer am stärksten interessierte Macht, ausgeschlossen bleibt. Leberdies sei Rußland die einzige Macht, die die nationale türkische Regierung anerkannt und mit ihr einen Bündnisvertrag abgeschlossen hat. Die Rote erinnert schließlich daran, daß die Sowjetrrgierung seinerzeit auch gegen die Regelung der Fragen des Srillen Ozeans und die der Aalandsinseln ohne Be­teiligung Rußlands sich widersetzt habe und gleich­zeitig sich auf den genannten Inseln ihre volle ! Handlungsfreiheit vorbehält.

Keine Berschkebung der Lausanner Konferenz?

London, 24. Okt. Rach einer Bekanntmachung von englischer offizielle Seite trifft die Nachricht, daß die englische Regierung bei der französischen eine Verschiebung der Lausanner Konferenz nach gesucht habe, nicht zu. Die englische Regierung habe Ihre am 20. Oktober durch die Note von Lord Tur- zen bekanntgegebcne Haltung nicht geändert.

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Paris, 24. Okt. Man versichert, daß die kemalistische Regierung bei dem inter- astiierten Kommissar Schritte unternommen habe «m die Räumung der Halbinsel Gallipoli durch die Griechen und die Ersetzung der griechischen Ver­waltung durch eine türkische zu fordern.

Zur Men-limniW.

Seit Montag ist im Rrickstaq eine Krisis im Range, die in ihrem weiteren Verlauf zu einer Aen. drrunz in der bisherigen Regiernngsnrsammen^.ung stihren wird. Die größte Wahrkcheinlich'eit geht dahin, daß die sozialdemokratische Neich?<agssralti m. in dem Bestreben sich den kommenden schweren Verant'nor- tAeneu zu entziehen, eine günstige Gelegenheit sucht, «m aus der Regierung auszutreen. Ein weiterer Krisen anlaß ist darin zu suchen, daß das Kabinett in sich ziemlich zerfallen ist. Der Reichskanzler Dr. Mrtb sit Wohl persönlich nicht abgeneigt, der großen Koa- sition den Weg zu ebnen. In diesem Sinne hat er auch am Montag eine Konzentration der wirt'chast- kichen Kräfte als notwendig hinaestesit. die natür- sich auf politischem Gebiet eine Auswirkung finden müßten. ES hat aber keineswegs den Anschein, als vb die Sozialdemokratie der Parole des Kanzlers folgen wollte. Ne verlangt u. a eine Erfassung sämtlicher 3ebensmittelvorräte auf dem Wege der schärfsten Zwangswirtschaft, abgesehen von anderen unmögl'chen Forderungen. Eine weitere Zuspitzung der ietzigen Krisis wird die Frage in den Vordergrund rücken, ob die Regierungskoalition mit den Sozialdemokraten noch ausrecht zu erhalten ist oder ob gegebenenfalls eine andere Regierungskombination an ihre Stelle zu trete» hätte.

Berlin, 24. Okt. Der heutige Vormittag war Mit mannigfachen Besprechungen der Frak­tionsführer Regierungsparteien untereinander »nd mit den Vertretern der Reichsrrgierung ansge- Alt. Gegen Mittag empfing der Reichskanzler die beiden Vertreter der sozialdemokratischen Fraktion Hermann Müller und den Reichsschatzminister Bauer 5« einer Besprechung. Die beiden Herren teilten die Nstrigen Beschlüsse der sozialdem okrati- ich en Fraktion über die Hebung der Mark und den Ausbau der Devtsenordnung mit. Sie verlangten, M die Reichsbank etwa 300350 Millionen Gold- ®*ar? aus ihrem. Goldschätze für die Stabllisierung der Mark zur Verfügung stellt. Nach demB. T " drohen die Sozialdemokraten aus der Koalition aus- Wreten, wenn man nicht in irgeich einer Form ihren Wünschen gerecht werde. Auf heute Nachmittag sind me Parteiführer zu einer Besprechung beim Reichs- »iizler gebeten.

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Senter Mstog.

2 6 4. Sitzung vom 24. Oktober. 'Auf der Tagesordnung-stehen zunächst kleine An« Vagen.

eine Anfrage des Abg. Dr. Kahl (D. Vpt.) wird daß im Falle de» EijenbahuaWeuteu, der ge-

Ebert bleibt Reichspräsident.

Berlin, 24. Ott. Der Reichstag hat heute nachmittag mit 314 gegen 76 Stimmen bei einer Enthaltung den Gesetzentwurf über die Verlänge­rung der Dauer des Amtes des Reichspräsideute« bis zum 30. Juni 1925 angenommen.

Gegen den Antrag stimmten nur die Kommu­nisten und die Deutschnationalen. Die nach der Vcrfasiung notwendige Zweidrittelmehrheit war damit erheblich überschritten. Ter deutschnationale Antrag, die Verkündigung des verfassungsändernden Gesetzes um zwei Monate hinauszuschiebem, wurde mit 310 gegn 70 Stimmen bei 10 Stimmenthaltun­gen abgelehnt. Der Antrag hat also keine Wir­kung, da er nicht ein Drittel der Stimmen auf sich

legenflich ein-s in Bingen gegen ihn eingeleiteten Strn»- verkehrens erklärt hat, daß er sich nur euer französischen Behörde stellen iwröe, da er die französische Staatsan,ge- _h 5 rin feit erworben habe, disziplinarisch gegen ihn eing: 'chri'ten werden soll. '

Aus eine weitere Anfrage desselben Abgeordneten wird erklärt daß eine Zusammenstellung der Ausschreitungen der Bsi-tznngstrnppen demnächst dem Reichstag vorgclegt werden soll.

Ank eine Anfrage des Abg. Giebel (Soz.), welche sie Vermutung ausspricht, daß die Landwirte absichtlich Kartoffeln zurückbalten, nm bessere Preise zu tryelen wird evpidert, daß der Regierung nichts davon bekannt fei. Die demokratische Interpellation zur Lehrer- bildungs frage ttrir^ die Reaierung in der geschäfts- ordnnngsmäßigen Frist beantworten.

Die vierte Ergänzung der Besoldungsvor- > ch r i s te n wird dem Ausschuß übfrtvi sen. Der Gesetz entwurs über di« Pfändbarkeit vonGehaltsan- sprächen und ebenso derjenige über die Berlängeruna der Z u ck e r u n g s f r i st der Weine dieses IahragnaeS w°rden in all»n drei Lesungen angenommen. Die dritten Lesungen der Vorlage über die Verlängerung der Amts- dauer de? Reichspräsidenten und über die Getrrideum- läge werben debattelos erledigt. De namentlichen Schluß Abstimmungen werden bis/,>l Uhr zurück«-st l't Dr wegen der schnellen Arbeit des Reichstages die Re« aierungsvertreter zum Angestelltengcsetz noch nicht za- Stelle sind, muß eine Verhandlungspause bis 12 Uhr mittags eintret-n.

Nach der Pause kommt das Angestelltenver- sichcrungsgesetz zur dritten Lesung.

Reichsarbeitsminister Dr. Braun bittet nochmals die beamteten D rektionsmitglieder als Beamte auf Sebensz-it anzustellen. Für den Fall der Ablehnung diests'Wunsches empfiehlt er einen vom Zentrum eingr brachten Eventualantrag, der die lebenslängliche Aast->l lung in den ersten drei Jahren der Amtstätigkeit wid-r ruslich sein Essen will. Nach kurzer D batte wird der Haupt antrag'auf lebenslängliche Anstellung mit 210 gegen 192 Stimmen abgelehnt und der Zentrumsantrag mit 20! gegen 174 Stimmen angenommen. Ebenso gelangt das ganze Gesetz mit obiger Abänderung zur Annahme.

Es folgt die Schlußabstimmung über die Amtsver- ! ä n g e r n n g des Reichspräsidenten.

Ein Geschästsordnungsantrag der Mg. Ko e neu lKemrn.) und Ledebour (NnabhO auf Wiederaufnahme der ® batte wird abgelehnt und die Verlängerung der Amtsdauer des Reichspräsidenten bis zum 30. Juni 1925 mit 314 gegen 76 Stimmen angenommen, bei einer Stimmenthaltung.

Präsident Loebe stellt fest, daß die Annahme des Antrages mit der für die Verfassungsänderung notwen­digen Mehrheit erfolgt ist. Durch diesen Beschloß wird das bisherige Provisorium beendet und der gegen wärtige Präsident Ebert ersucht, sein Amt als Reichs­präsident bis zum 30. Juni 1925 weilerznMren.

Ein deutschnationaler Antrag, der die Verkündigung dr.-cs Beschlusses um zwei Monate binausich »>-e t r i(i, um inzwischen einen Volksentscheid berbeizusübren, wird in namentlicher Abstimmung mit 310 gegen 77 Stim­men. bei 10 St-mmentholtungm, abgelehnt.

Präsident Loebe: Der Antrag hat nicht das für solche Fälle rorgeschriebene Drittel der Stimmen er­halten. der erste Beschluß tritt damit sofort in Wirk­samkeit. Dis Präsidium des Reichstages wird sich unmittelbar nach Schluß der Sitzung zu dem Reichs­präsidenten begeben, um ihn zu fragen, ob er diesem Ersuchen stattgeben will.

Vor der Cch'ußabstimmvng über die Getwideumlage beantragen die Abg. K o e n e n (Komm.) und Ledebour (Unabb.) nochmals Wiederaufnahme der Debatte, zumal da eine Regierungskrise eingetreten sei.

Der Antrag wird in der Geschäftsordnung«^ alte abgelehnt und die Getreideumlage nach den Beschlüssen der zweiten Lesung mit 236 gegen 160 Stimmen an­genommen.

Abg. Ledebour (Unabh.) beantragt zur Ge­schäftsordnung die Sitzung eine Stund« auszusetzen und den Reichskanzler zu ersuchen, in der neuen Sitzung Auskunft darüber zu geben, aufwelcheParteien er sich in Zukunft zu stützen gedenkt. Nach dem Ausfall der Abstimmung stehe der Reichskanzler vor der Unmöglichkeit, seine bisherig« Politik weiter»

vereinigte. Der Reichstagspräsident teilte nach der Abstimmung mit, daß das Präsidium des Reichs­tags sich nach Schluß der Sitzung zum Reichspräsi­denten begeben werde, um ihm den Beschluß des Reichstags mitzuteilen und ihn zu fragen, ob er dem Ersuchen um Weiterführung der Präsidentschaft nachkommen wolle. Beim Reichspräsidenten waren bereits der Reichskanzler und der Reichsminister des Innern anwesend. Auf die Ansprüche des Reichstagspräsidcnten erwiderte Reichspräsident Ebert, daß er bereit sei, dem Beschlüße des Reichstags Folge zu leisten. Im Laufe des Nachmittags machte dann der Reichspräsident einen Gegenbesuch.

znsübren. Er müsse daher den Reichstag auslösen and an die Wähler appellieren.

D»r Antrag wird abgelehnt.

Sodann wird das Gesetz, das di« G e b a lt S - Pfändungsgrenze aus 120 OOOSJlart srstsetzt in dritter Lesung angenommen.

Drs Daus vertagt sick> darauf bis zum 7. November, nachmittags 3 Uhr. Die Festsetzung der Tagesordnung bleibt dem Präsidenten überlassen.

TmiWtr ftsnölw.

18 0. Sitzung vom 24. Oktober.__

Vief-Befprfchnng'd--r 3T6ein» anb Saarland- intcrceUation wird 'ortgefefct.

Abg Backem (Deiitschn.) kritisiert die Expa«- f'onsvolitik Frankreicks, die am Rhein auf- msillaoen w-'rd. Daher der Plan Barthous. In dieses Spätem Posse nüch vortrefflick di« Behauptung, baß di- Besatzungsfrist überhaupt noch nicht zu laufen l'egonnen habe. Ju diesem Zusammenhänge erinnere ei on das Ehrengeschenk, das im Jahre 1873 der kam '"andiereilde General v.Manteuffel nach beendeter WjMtion ran Frankreich erhalten habe. (Säur bei den Kommunisten.) D-r Militärwillkür stelle'sich die der Z'v'lbehö'den und der Rheinlandskommission würdig irr Seite. D? Beamtenabsetzunaen svräcken selbst dem "heinwndsobk'mmen ^ohn. Die Belästigungen deutscher 916-a eotbneter, ja sogar Mini­ster, m e b r t e n si ch fortgesetzt Der beutscken Borbut im Saargeksiet könne man nicht ohne tiefe Dankbarkeit pedtnh n <L bbasir-Zu^immuna rechts.)

Abg D a n k l e r lD. Bvt.) korben, daß bie B»k«tz- ungsb borden dafür fcrg»n, baß Vorfälle, wie in Düisei- darf, Oberkass l. Du-svurg unb Hamborn in Zukunst unmöglich gemacht werben.

Ein R'g'erungsvertreter erklär», daß zur Verbessern ne b-r M i l ck v e r so r g u n g im Aachene. Gebiet bereits Maßnahmen ergriffen würden, auch sei Amveifung er- e.ongen. die Ouartierents^'ädigung b«r Geldentwertung anznp ff n. G aen d-n Ausverkauf sei bereits eine Pali »'iverordnung vom Eb.rpräsidenten erlassen worden. Auch sch das Zellp«nck?ial an der Gl'vze verstärkt worden

Tlbg. Blenge (Komm) erflört, die klassen- bewußte Arbeiterschaft könne sich aneinem Protest gegen Rechtsbeugung durch die interalliierte Kommission nicht beteili-

Gegen die deutschen Arbeter sei von deutsch-r Seite das Recht zu oft gebeugt worden.

Abg Dr. Gottschalk (Dem.) weist daraus h>'n.

Frankreich D'utschland zerschlagen wolle. Demokratie '»eLoute, den Einbeitsgedanken an erste Stelle zu eben. Das Rheinland werde der deutschen Treue Ober- chlesi-ns n'cht nachstehen.

Abg. Dr. Schwerin g (Ztr.) legt Verwahrung ein eaen di» Angriffe des Mg. Plenge auf die Zentrums oortei. Die Partei stehe auf dem strengen Boden des Reckts und auf dem der nationalen Politik.

Abg Frau Backe m-Königswinter (Ztr.) erhebt E i n- vruch als deutsche Frau gegen die schwarze Besatzung in den Rheinlandcn. Zweifelsfrei feien die Feststellungen über ihre Folgen durch englische, amerika­nische, ja selbst fianzösische Rb»inlandsb«sucker. Männ«', und Frauen der gesamten zivilisierten Welt hätten bereis Protest eingelegt. Angesichts der Ernährungsschwierig- körten und der Finanznot Deutschland» müsse die Bo sotzt'ng herobgemindert werden.

Damit schließt die Aussprache und damit verab» schiedet das Haus endgültig die Entwürfe über die Er­weiterung des Stadtkreises Kiel sowie über die Be­willigung weiterer Staatsmitdel zur Förderung der Königsberger Hafenanlagen.

In sämtlichen drei Lesungen nimmt das Haus darauf oie Novelle zur Besoldungsordnung für unmittelbare Staatsbeamte an. Gleichfalls verabschiedet werden im Anschluß daran die Gesetzent­würfe über die nnre Gehaltsordnung für Leh- rer und Lehrerinnen in Volks- unb Mittelschulen.

Das Haus setzt darauf die neuen Diäten für Mitglieder und für den Präsidenten des Preußischen Landtags fest. Sie betragen nun­mehr anstatt 25000 3 5 0 0 0 Mark monatlich Da­zu tritt der bei deu Beamteugehälhkr» vorgesehene Aus- glrirbszuschlag. *

Mittwoch 11 Uhr nächste Sitzung. Tagesordnung: Fall Stubturauch, Verkauf städtisch en Haus- besitzes an Ausländer.

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Aus den Ausschüssen.

Die Eetreideumlage. -

Berlin, 24. Ott. Nach der Annahme de» Gesetzentwurfs über das Umlagegetreide, bet in der Ausschußfassung mit 236 gegen 160 sozia« lrstische Stimmen angenommen wurde, hat sich der Reichstag auf Dienstag den 7. November vertagt.

Beihilfe« zur Unterstützung gemeinnütziger Anstalten.

Berlin, 24. Ott. Im sozialpolitischen Aus« schuß des Reichstags wurde ein gemeinsamer An­trag beraten, der auf Antrag zu gewährende Bei- Hilfen bereitstellen will zur Unterstützung gemein­nütziger Anstalten u»jB solcher öffentlichen Anstalten, denen aus Mitteln der Länder, Gemeinden und Ge­meindeverbänden nicht ausreichend geholfen werden kann. Man war sich darüber einig, daß schnelle Hilfeleistung notwendig sei. Eine Unterkommisfion soll die praktische Durchführung beraten.

Erhöhung der Entschädigungssumme für Ausland», deutsche.

Berlin, 24. Ott. Der Ausschuß für die Ber. drängungsschäden nahm eine Entschließung an, in der die Entschädigungssumme aus dem Verdrän» gungsschädcngesetz und dem Auslands- und Kolo, iiialschädengefetz erhöht werden soll. Die Regierung erklärte sich damit einverstanden, daß ein Unter» ausschuß ein Initiativgesetz ausarbeiten und dem Reichstag vorlegen soll.

Endlich eine gering« Hilfe für die Presse in Aussicht.

Berlin, 24. Ott. Der Steuerausschuß de» Reichstags beschäftigte sich heute mit der Inferaten« steuer. Die Deutschnationalen beantragten die Auf» Hebung der Inseratensteuer und später im Verlaufe der Beratung Festsetzung der Steuer für die ersten 500 000 Jl auf y2 Prozent, für die nächsten auf l Prozent, für die folgenden auf li£ Prozent und über 2 Millionen Mark auf 2 Prozent. Ein Unter« ausschuß wurde eingesetzt, der eine endgültige Re­gelung vorschlagen soll. Es ist zu erwarten, daß bet Ausschuß allgemein einer Erleichterung für die Preffe zustimmen wird.

Wohnungsbanabgabe. \

Berlin, 24. Qft Der Wvhuungsausscknß bei ReickStag«S beschloß, dafür einzutrten, baß zur Bereit­stellung der «rforberlichen Mittel für bie nächstjährig Bauperiode eine Wohnungsbaubgabae von 300 Prozent ber FriebenSmiete erhoben werden soll.

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Bit Stile in 6mIihö.

London, 24. Ott. DieTimes" berichtet, daß die M i n i st e r I i st e wahrscheinlich bis morgen abend mitgeteilt werde. Am Donnerstag werde bann der neue Premierminister in einer Rede in Glasgow seine Politik auseinanderfetzen. Es werde erwartet, daß sein Programm eine Bekräfti­gung des treuen Fest haltens an der Entente mit Frankreich und die Erklärung enthalten werde, daß das Mutterland mit den Do» minions in allen Fragen der Wirtfchafst- und Steuerpolitik eng Zusammengehen werde. Ferner o.erde Bonar Law ausdrücken, daß er entschlossen sei, die auswärtigen Verpflichtungen des Reich« binnen kurzem zu vermindern, sobald dis Untersuchung der bereits eingegangenrn Verpflichtungen zeige, wie sie am besten und mit Ehren vermindert werden könnten.

L o n d o n, 24. Ott. Die ..Daily Mail" schreibt, es fei nicht zu erwarten, daß Balfour ein Mit- clieb des Kabinetts Bonar Laws würbe. Sein Rücktritt als britischer Vertreter im Völkerbund werde bald erwartet.Daily Erpreß" sagt in einem Leitartikel, das Gerücht, daß Bonar Law möglicher­weise Balfour in seine Regierung aufnehme, rufe beträchtliche Besorgnis hervor, denn Balfour sei bie Verkörperung der bisherigen britischen Politik in Palästina. Von der neuen Regierung werde er­wartet, daß sie diese Politik ändern werde.

London, 24. Okt. Die Liberalen von Manchester veröffentlichen ihr politische» Programm. Es enthält folgende Punkte: Dolle Unterftlltzung des Völkerbundes als Angel­punkt der internationalen Politik, allgemein fort­schreitende Abrüstung durch ein Uebcreinkommen unter den Völkern mit gegenseitigen Garantien für bie Sicherheit, die mit den Idealen des Völker­bundes vereinbar sind, keinerlei kostfpiefige auswärtige Abenteuer, Verminderung bet Pflichten im Ccknt, Herabsetzung der vm»