Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg
Anzeiger für (das früher kurhessifchej Oberhessen
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LW George und sein Kabinett zvrulkgettelen
3 Uhr Anträge zur Reichs-
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Aus den Ausschüssen.
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beiten beendet. Ein entsprechendes Abkommen ist gestern abend in Schileh unterzeichnet werden.
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Morgen Nachmittag Präsidentenwahl.
Schluß nach 6 Nhr.
L » n d 0 n. IS. Ott. Havas meldet: Das eng, lisch« Äoiinett ist in seiner Gesamt, heit znrLck-etreten.
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ausschust trat beute »um ersten Male zur sachliche« Beratung Der einzelnen vorliegenden Gesuche der politischen Gesangenen zusantmen. Tie Beschlüsse über dir verbandelten Fälle werden nicht b’fannt gegeben, da der Ausschutz sich lediglich alS ein gutachtliches Ctgan siir den Neichssuslizminister und den Reichs« prästdenten betrachtet.
Die »Oderhesfische Zeitung erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich 105 Mk. mit Zustellungsgebühr. Für ausfallende Nummern infolge Streik» eeet elementarer Ereignisse lein Ersatz. — Verlag von Dr. L. Hitzerotb. — Druck der llnw-Buchdruckerei von Job. Lug. Noch. Markt 21,28. — Kernsprecher 55, Vost- scheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.
Sämtliche Fraktionen des
Berlin, 19.
Oft. Der ReickStagSauS«
Berlin, 19. Oft.
Berlin, 19. ort.
tntt einer Erhöhung dir Abgabe zur Förderung de» Wohnungsbaues. Der 93er fettet des Reichs wirt» schastsministetiumS etftärie, datz das Minist-tium da«' für sorgen werde, datz Baustoffe für den Kfrinwoh-! nungsbau genügend geliefert würden. Ziegel würden' genügend erzeugt, dagegen ’eten die Dachziegesfabtike« bi§ an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit befchästiat, waS auf den vermehrten Bau von Sinfamilicnbäu« fern zurütkznfübren fet Der AttssLutz beichlotz. die Beratung morgen fortzusetzen und zu dieser Sitzung die zuständigen Minister rum Stsch-inen mtftnfoe» derii.
«tue Wartet bilden wird. Bemerkenswert ist, oaß die politischen Reden', die Lloyd George in Leeds und in der Guild Hall zu Halten beabsichtigt, nicht abgesagt werden
Paris, 20. Oft. Nach einer Havasmeldunz aus London Hat sich die Demission des Kabinetts wie folgt abgespielt: Sobald die Unionisten durch einen Beschluss mit 186 gegen 87 Stimmen klar ihre Ansicht bewiesen ‘?atten, ihre politische Unabhängigkeit zurückzugewinnen, lag es auf der tzand, daß das Ende der Koalition gekommen war und dass die Demission Chamberlains und des Premierministers unvermeidlich wurde. Cham- cerlain begab sich sofort zu Lloyd George, um mit ihm die Lage zu erörtern, und es sand eine Beratung mit- den Ministern statt. Inzwischen warteten jedoch einige unionistischc Minister, die für die Unabhängigkeit estimmt hatten und für die es unmöglich war, weiter im Kabinett zu bleiben, nicht die Entscheidung ihres ilxfö ab. sondern reichten foiort ihre Demission ein Die-cr 3cf;ritt wurde dann unmittelbar daraus durch den Gesamtrücktritt des Kabinetts überholt.
London, 19. Oft. Der König hat das A b - schiedsgesuch Lloyd Georges genehmigt.
London, 20. Okt. Es wird gemeldet, daß Donar Law eine Regierung erst bilden wird, nachdem er von einer Versammlung der konservativen Mitglieder des Parlaments zum Führer der konservativen Partei ernannt worden ist. Tiefe Ber- sammlung wird von dem Parteiführer unverzüglich einberufen und am Sonntag oder Montag stattfinden. Der „Times" zufolge ist es sehr wahrscheinlich, dost die konservative Partei Donar Law zu ihrem Führer wählen wird. Zn unionistischen Kreisen wird es als sicher angenommen, dah Donar Law Premierminister und die Regierung in wenigen Tagen bilden wird. Der genaue Zeitpunkt der Auflösung des Parlaments ist weniger sicher, da dies bis zu einer gewisien Kraft von der Zeit abhängt, die bis zur Ratifizierung des irischen Friedensvertrages notwendig ist.
Pari», 20. Oft. Wie der „Temps" aus London erführt, hat die konservative Partei in der gestrigen Dir- mittagssitzung im Carlton-Klub mit 186 gegen 87 Stimmen beschlossen, sich bei den Neuwahlen als unabhängige konservative Partei zu präsentieren. Der Beschluss stellt gleichzeitig fest. dass, wenn dw Konservativen im nächsten Unterhause die Mehrheit haben, der Premier- Minister ein Konservativer sein müsse.
In der Umgebung des Carlton-Klubs, wo um 11 Uhr die konservativen Minister und Abgeordneten de- Regierungskoal'tion »usammentraten. hatte sich eine Volksmenge angesammelt, die so dicht wurde, dah dir Polizei sie zwücktreiben muhte, um den Konserenzteilnel- mem den Zutritt zum Klub zu ermöglichen. So na t Law und Lord Balfour wurden bei ihrer An kunft von der Menge begrüßt. Chamberlain wurde von einigen der Anwesenden begrüßt. Don anderen wurden bei feinet Ankunft Zeichen der Mißbilligung laut. Ein» ober zwei Personen sind nach dem Blatte fotocit gegangen, ihm zuzurufen: „Verräter!"
London. 20. Oft. Aus der gestrigen Dormittags- fttzung der Konservativen im Carlton-Klub werden so! gende Einzelheiten berichtet: Zu Beginn der Sitzunu gab Chamberlain eine Erklärung im Sinne seiner Rede in Birmingham vom letzten Freitag ab und sprack' zu Gunsten der Aufrechterhaltung der Koalition, die nach feiner Ansicht der letzte dem Bolschewismus entgegen- stehende Wall sei. Er gab klar und deutlich zu verstehen, daß, wenn man den Rat der unionistischen Führer »urückweisen würde, die letzteren eine derartige Zurück Weisung nur als einen verhängnisvollen Fehler betrachten müßten. Die Rede Chamberlain wurde kühl aufgenommen. Der Präsident deS Handelsamtes Baldwin sprach sich unbedingt gegen die Beibehaltung der Koalition und für die Rückkehr der konservativen Partei zur tolfigen Unabhängigkeit auS. Die Erklärung Bonar LawS beseitigte die letzten Skrupeln der noch Schwan fenben. Die Schlussfolgerungen feiner Rede wurden mit langanhaltendem Beifall ausgenommen. Der Haupt einpeitscher der Unionisten, SirLeSliSWilson, teilte mit, dass er für bw Beibehaltung der Koalition mtf einem konservativen Premierminister stimmen würde Balfour wurde mehrmals während seiner Rede unterbrochen. Er erklärte, die Koalitionsregierung habe nich-s getan, was den konservativen Prinzipien geschadet hätte Mehrere Abgeordnete unterbrachen ihn mit den Rufen. „Und Irland!" Indien!" f^in* Abordnung schlug vor, die Sitzung bis 3 Uhr nachmittags zu vertagen, um der Regierung Zeit zum Nachdenken zu geben, aber dieser Vorschlag stieß auf heftigen Widerspruch und wurde zttrück- zewiesen.
London, 20. Oft. Der Rücktritt der Regierung erregt, obwohl er nach dem Ergebnis der unionistischen Zusammenkunft im Carlton-Klnb erwartet wurde, ungeheure Sensation. De Blätter nennen das Ergebnis der tonservativen Versammlung den Todesstoss für die Koalitionsregierung, und weisen darauf hin, daß in der kurzen Zeit von zwei Stunden eine Zu-
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Marburg
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Dr. August Müller im Gegensatz zu der Auffassung der Sozialdemokraten.
Abg. Heydemann (Komm.) verweist auf die grosse Erbitterung, welche die Brotverteuerung bei det Bevölkerung hervorgerufen habe. Von den Agrarier» werde die Volksernähruung sabotiert durch Verminde- ntnz bei Anbaufläche. Die Auswucherung der »Bevölkerung könne erst verhindert werden, wenn eine planmäßige Kontrolle der Produktion durch Organe der ctbeitenben Bevölkerung erfolge.
Abg. Heim (Bayr. Vpt.) verzichtet aus das Wort, weil er erst so spät durch die Kommnunsten zum Wort komme.
Abg. Ledebour (U.S P.) polenisiert gegen bit Ausfuhr"-'en des Ernährungsministers. Es sei bei Agrarier,, .ucht um Produktionssteigerungen zu tun, sondern nur um den Profit. Er fordere die Sozial« demokratic auf, ans der Koalition auszutreten, da sie sonst den jttasseukamps verleugne.
Dami. schließt die Aussprache.
Tie A n t r ä g e des Zentrums uub der Demokraten für Kleinrentnerfürsorge werden debatte« los einem Ausschuß stberwiesen, eberjo der Gesetzentwurf zur Aenderung des Ein- kommenste nergeseyes.
Reichstages, ausgenommen die fiomiuuniftcn. brachten folgende kleine Anfrage ein: Im Lause des letzke« Fabres erlaubten sicv die Beiatzungsbebörden tm besetzten Rheinland mehrfach ttebergrifse gegen Parlamentarier des Deutschen Reiches und der Länder. Es kamen Verballungen ttotz der gesetzlich testgelegten Jmmunilät der Abgeordneten vor. Es sanden Bernebmungen ohne einen genügenden, Sin» '.ar stau und sachliche Reden der 'Abgeordneten >n den Parlamenten oder in Versammlungen, mich im unbesetzten Gebiet, sind zum Gegenstand von Untersuch, ungsverjabren gemacht worden. Weiche Schritte bat die Nelchsregiernng demgegenüber zwecks Wahrung der Immunität der Abgeordueien, seitens der Be- satzungsbeyörden unternommen 1
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259. Sitzung am 19. Oktober.
Nachdem Minister Köster sich zu Beginn der Sitzung bereit erklärt hatte, die Interpellation Stresemann über die Krawalle am Zirkus Busch innerhalb der geschästsordnungsmäßigen Frist zu beantworten, wurde die Aussprache über die Preiserhöhung für das erste Drittel der Getreide- Umlage fortgesetzt.
Abg. Blum (Z.) bedauert, daß er in wirtschaftlichen Fragen die einzelnen Stände so tief zerklüftet habe. Der Bauernstand werde zu Unrecht des Egoismus beschuldigt. Die Regierung solle den zu- nihmer-den Getreideschieäungen nachdrücklicher ent» gegentreten. Der Dollarkurs beeinflusse auch die Produktionskosten der Landwirtschaft. Der für das erste drittel bet Umlage festgesetzte Preis sei unter politischem Druck viel zu niedrig angesetzt worden. Darum sei die Erhöhung unvermeidlich.
Abg. Cuno (D.Vpt.) beklagt ebenfalls die sals.che psychische Einstellung der Bevölkerung zum Er- nährungsproblem. So führe man die allgemeine Not fälschlich auf das Wucher- und Schiebertum zurück statt auf die katastrophale Geldentwertung. Man könne der Landwirtschaft unmöglich zumnten, daß sie alein ihre Preise der Geldentwertung nicht anprsfl und das Umlagegetreide für ein Siebzehntri der Preise angeben, der für freie Getreide gezahlt wird.
Abg. Dr. Böhme (Dem.) bedangt von der Regierung eine größere Aufklärungstätigkeit, nm die Bevölkerung zu einet gerechteren Beurteilung bet landwirtschaftliche« Produktionsverhältnisse zu bringen, und Verweist 6uf die einsichtsvollen Darieauuaeu dsn
Som MMmpIlch.
Athen, 19. Okt. Nach einer hier eingekrof- fenen Nachricht verlassen die christlichen Ein - »ohner Thrazien trotz der von den griechischen Behörden gegebenen Ratschläge in völliger Vanik das Land. Die Zahl der Flüchtlinge, die sich in den Häfen einschiffen wollen, wird au: ßSOOO geschätzt Die Zahl der Schiffe ist völlig «lzureichend. Hierzu kommen noch die Einwohner, He das Land mit der Eisenbahn zu verlasien hoffen.
Konstantinopel, 10. Okt. Der massenhafte Elbzug der christlichen Bevölkerung Anatoliens gibt » ich weren Sorgen in wirtschaftlicher ^Ziehung Anlass. Wie verlautet, bereitet die tür- Mche Nationalversammlung einen Entwurf für ein allgemeines Amnestiegesetz vor. Man hofft, £6 dessen Verkündung der allgemeinen Abwan- "tunfl Einhalt tun wird.
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k Konstantinopel, 19. Ott. Der Oberste Mt des Kaiserlichen Hauses ist gestern zu einer ;«ctzerordentlichen Sitzung zusammengetreten, die Wer dem Vorsitz des Sultans stattfand. Heber das Ergebnis der Beratung ist noch nichts bekannt/
t. London, 19. Okt. Die „Times" meldet aus Konstantinopel, die dortige französische Wandelskammer habe an die französische Re- ftktung und an die Mitglieder der französischen -Kammer einen scharfen Protest gerichtet, der sich die Regierung von Ang 0 ra und gegen die «ofhebung der Kapitulationen richte.
_ Salihli, 19. Okt. Mustapha Kemal Pascha » hier eingetroffen und mit Begeisterung empfan- *•« worden.
JPariS, 19. Ott. In Konstantiopel erwartet
*n kürzester Frist das Eintreffen der ersten Ab- ^urng der für Thrazien bestimmten türkischen Een- !*rinerie. Zu ihren Ehren hat die Hauptstadt ge- ^Sgt. An mehreren Stellen sind grosse Triumph- errichtet worden.
^El n g 0 r a, 19. Ott. Demnächst werden hier ^Handlungen wegen des Abschlusses eines Han- ^vertrages zwischen der Türkei und Russland auf- **ommen werden.
$atis, 19. Ott. Das „Petit Journal" meldet ^bevorstehende Ankunft Trotzkis in Angora, um
Kemal Pascha zu verhandeln.
» n 6 0 n • 19- Dkt. Nach einer Reutermeldung ^Konstantinopel hat die Kommission für die Ab- ^^»ung der neutrale« Zone Lei Jsmid ihr« Ar-
c u § f d) 4 S des Reichstages beichäftigie stch mit der nebuiteu Ergänzung des Vefolvungsgeletzes und mit dem Vierten Nachtragsetat. Staatssekretär Schröder vom Reichsfinan;mini:t>rium bezifferte die Mehrkosten des Entwurfs für die Neicklsbeamteu und Penstonäre auf etwa 48 M lliarden Mark. Zum vierten Nachtragsetat bemerkte der StaatSiette« tat, dass infolge der fortschreitenden Geldentwertung die. durch den ausserordentlichen Haushalt siir 19-22 namentlich zur Ausführung des Fliedensvertrages bewilligten Geldmittel nicht ausreichen. Den beriet« Ilgen Verhältnissen entsprechend wird allein für die Ausführung des Friedensvertrag.'s ein Mehr« b«barf von -twa 15-3 Milliarden Mark er» forderlich werden. Hiervon werden biS zur Verabschiedung des Nachtragsbausbaus vorläufig 120 Milliarden Mark beantragt.
Berkin, 19. Oft. Der HaushaltungS« u u s f ch u ss des Reichstags bat die Paragraphen 2 und 8 des Gesetzentwurfes zur Feststellung des vierten Nachtragsetats für das Rechnungsjahr 1922 angenommen. Darin wird der Reichsiinanzminifter er« mächttgt, die zur Beftteitung der in dem Haushalts« plan für 1922 vorgesehenen einmaligen ausserordentlichen Ausgaben von 120 Millionen Mark int An leibe wege flüssig zu machen. Tie zur Ausgabe gelangenden Schuldverschreibungen,' Schatzanweifungcn und Reichswechfel sowie etwaige zugehörige Zinsscheine können sämtlich oder teilweise auf ausländische oder auch nach bestimmten Wertver- jartitiffen g'efch zeitig auf inländische und ausländische Währung sowie im Anstande zahlbar gestellt werden. Tie Festsetzung der Wertverhältniffe sowie die näheren Bedingungen für Zahlungen im Ausland bleibt dem Reichstinanzminister überlasten. Auch wird et ermächtigt, zum Zwecke der zur Sicherung der Volks-' ernähruna erforderlichen Ankäufe von Auslands- nnb: Fntandsgetreide Reichsschatzanweilung m bi? zur Höbe von 120 Milliarden Mark ausz.tfertigen. Dieser Kredit ist jedoch aus den Erlösen beim Verkauf des Ge» tteides abtndecken.
sstmmenkunst konservativer Parlamentsmitglieder, btt von Chamberlain eigentlich dazu einberufen worden war, nm seine Politik anzunehmen, ihn über Bord geworfen und die Unabhängigkeit her Partei zu Wege gebracht gäbe. Llovd George hat dem König angeraten, Bonar Law aufzufordern, die Regierung zu biDen. Man erwarte, daß bei seiner Bildung der neuen Regierung unter Bonar Law das Parlament aufgelöst wird und Neuwahlen anberaumt werden.
Ms Lloyd George gestern Nachmittag vom Bücking bam-Palast zurückkebtte, erwartete ihn im Flur der Downingstreet eine Abordnung von Bergarbe!terdelezi.-r- ten unter Führung von Hodge, die für gestern Nachmittag zu einer Unterredung mit dem Premierminister eingeladen worden war. Pion1" George begrüßte die Abordnung mit den Worten: „Ich bin nicht mehr Premierminister." Wie verlautet, kann angenom-
$it Sage In Atttn.
Belgrad, 19. Ott. In Griechenland wird, hiesigen Pressemeldungen zufolge, namentlich in den Hauptorten der VeniselistenLbermacht eine starke Propaganda für die republikanische Staatsform gemacht. Ein« Erklärung von vier bekannten Veni- selistenführern besagt: Griechenland als Monarchie sei untauglich. Die Bewegung richtet sich scheinbar gegen Georg TI. Das revolutionäre Komitee gab einen Erlass heraus, nach dem jeder Konstantinist ein Staatsfeind und an und für stch bürgerlich und moralisch gerichtet ist. Das Komitee will, wie der Stambulinstt in Bulgarien, die Regierungsmitglieder Eunaris mittels Revolutionsgesetz vor ein Gericht stellen. Die hiesige Presse sieht baldige Unruhen in Griechenland voraus und hält selbst einen Bürgerkrieg nicht für ausgeschlossen.
Athen, 19. Okt. Die griechische Regierung hat beschlossen, aus Gründen der Sparsamkeit die griechischen Gesandtschaften in Berlin, Sten, Madrid, Tokio, Petersburg! g, Kopenhagen, Kristiania, Brüssel, dem Haag, Stockholm, Warschau und Du- razzoaufzuheben.
A t h e n, 19. Ott. Der frühere griechisch« Oberkommissar in Smyrna, Stergiades, ist von dem revolutionären Ausschuss ersucht worden, nach ! then zu kommen, um stch über seine Tätigkeit in Kleinasien -u rechtfertigen.
Der Krieg im Orient.
$lt JritDtnsftralettnj.
9tt 6. November als Datum der Orientkonferen,.
Paris, 19. Okt. Zu dem Zusammentritt der sFriedenskonferenz hat die ftanzöfische Regierung lästern in Landon den 6. November vorgeschlagen.
Paris, 19. Okt. Nach der „Chicago Tribüne" fett der Hauptgegenstand der Tagesordnung auf der -tzachverständigen-Vorkonferenz für die Regelung tzes Friedens im nahen Osten die Frage der ständigen Besetzung der strategischen Zonen sein.
Paris, 19. Ott. Der Moskauer Karre» fMdent der „Chicago Tribüne" erttärt, in der Lage zu fein, auf Grund von Erttärungen T s ch i - tscheri n5 das russische Programm für die Dardanellen-Konferenz folgendermassen wiedergeben zu können: 1. Russland unterstützt alle territorialen türkischen Ansprüche, wie sie von den türkischen Nationalisten festgelegt worden sind; 2. Russland unterstützt die Souveräni- Ltsansprüche der Türkei auf die KLsten der Meerengen; 8. Russland ist gegen die Beibehaltung der gegenwärtigen oder die Bildung ■euer neutraler oder internationaler Zonen; 4. Russland ist gegen jede Kontrolle des des Völkerbundes^. Russland ist gegen jede von einer aus- »artigen Macht über die Dardanellen oder sonstige türkische Gebiete ausgeübte Kontrolle oder jedes Mandat; 6. Russland unterstützt die Freiheit der H a n d e l s s ch i f f a h r t in den Meer- eugeu im Einklang mit den souveränen Rechten der Türkei.
i Zur Vorkonferenz für den Ostfriede«. — Paris oder London?
Paris, 19. Okt. Aus London wird gemeldet: Zn Kreisen des Foreign Office erttärt man, keinerlei Hindernisse dagegen zu sehen, dass die Vorkonferenz für den Ostfrieden in Paris oder in London zusammentritt, falls die ftanzöfische Regierung
daß verschiedene unionistischc Mitglieder zu Lloyd George stehen werden, der, wie unmöglich erscheint, nach der Uebernahme durch den neuen Premierminister ei n e
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Berl'n, 19.
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