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Igefrinben nnd daß die Drohung mit Erschießen den aehormfiimstvilligen unb nicht sehr wLerstandSsähigen jungen Menschen ganz in den Bann der beiden Atten- täter geschlagen hat. Hätte das Gericht bewußte Mitt- täterschaft angenommen, so wäre die Todesstrafe ander- weidlich gewesen. Mit der Annahme der Beihilfe hat «S Erwägungen Raum aegrchen, die zugunsten des tzauptan- g'klaqten sprechen und die also ganz gewiß nicht von einer parteiisch?» Voreingenommenheit gegen diesen Angeklag­ten eina geben sind. Dabei braucht man keineswegs anzn- n.ehmcri, daß das Gericht sich etwa gescheut hätte, seine erste öf'entliche Gerichtshandlung mit einem Todesurteil zu besiegeln. Ebenso maßvoll und gerecht wird man die Urteile auch gegen die übrigen Angeklagten finden. Ueber- all wo die Beihilfe feststand und' zum Teil sogar zuge­standen war, ist di« Zuchthausstrafe verhängt und je nach dem Grade der Verschuldung abgrstuft worden.

Bedenken kann man geltend machen gegen di« Ver­hängung des Ehrverlustes, da sich die Tat zweifellos ats politischer Mord erwiesen hat und bisher in diesen Fallen, z. B. bei den kommunistischen Attentaten, das politische Motiv bei der Strafe gesondert gewertet wurde.

Wenn die radikale Linke gleich nach der Tat glaubte, sie den rechtsstehenden Parteien an die Rockschöße hängen zu können, so hat der BerKrus der Verhandlung erwiesen, daß diese damals politisch so wirksamen Angrifjr keine Grundlage hatten. Es war «ine Wahnsinnstat junger Menschen, ober eine Orgamsation irgend welcher Art stand nicht hinter ihr. Ob diese Feststellung des Prozesses freilich einen Erfolg hat, bleibt abzuwarten. So oft der Sozialismus sich verbeten hat, daß man ihm die Attentate seiner Zeit in die Schuhe schob (selbst bei dem Adlerschen Attentat auf Graf StLrkgh!), doch immer hat er andere Mit solchen Taten gern belastet.

Ar nW Tagung der AnaKmiArhOr.

Wie dasTageblatt aus Leipzig meloet, sind für die nächste Tagung des Staatsgerichtshofes zum Schutze der Republik, die am 24. Oktober beginnt, zwei Ätz- ungstagc in Aussicht genommen. Neben der Rathenau- sachr gegen Kapitänleutnant Dietrich und Dr. Stein sind noch zwei andere unter das Schutzgesetz fallende , Sachen gegen den Kaufmann Goethe aus Halle und gegen den Maschinenbauer Zie p ke angesetzt.

Der MwtWM Fechenbach.

München, 14. Oft Der Fechenbachprozeß ist gestern Abend bis zur Urteilsvrrkündigung zu Ende ge­bracht worden. Rechtsanwalt Dr. Hirschberg, der Ver­teidiger Fechenbachs, hatte die Ansicht ausgesprochen, daß eine Zuchthausstrafe di« notwendige Aussöhnung des Volkes außerordentlich erschweren würde. Fechenbach habe mit seinem Komps gegen den Rechtsschutz vaterländischen Interessen gedient. Der Verteidiger des Dr. Gargas, Rechtsanwalt Dr. Ballin, erklärte, sein Mandant fei immer deutschfreundlich gewesen, niemand werde be- baupte» können, daß er für die geringe Bezahlung des Rotterdamer Büros Deutschland vermtrn wollte.

Auf Befragen des Vorsitzenden, ob einer der Angeklag­ten noch etwas zu erklären hätte, äußerte Fechenbach, baß er sich den Ausführungen seines Rechtsanwalts an- schließe. Dr. Gargas beteuerte, daß er die Vertretung des Rotterdamer Büros nur übernommen habe, im seine« hohen Avalen im Interesse Deutschlands zu bienen. Er habe zeigen wollen, daß es im englischen Interesse liege, daß die Konsolidierung Deutschlands fort« schreite, und welche Gefahren dieser Konsolidierung ent­gegenstehen. Der Angeklagte Lembke gab keine Erllä- rungen ab. Damit war die Verhandlung geschlossen. Das Urteil wird Freitag, den 20. Oktober verkündet werden.

Oberschlesien.

Unterprückung der deutschen Minderhelte« Im schlesische« Sejm.

Kattow ttz, 14, Okt. In der gestrigen zweite» Sitzung des schsestsche» Sejm kam es zu lebhaften Auseinandersetzungen zwischen den deutschen und den polnischen MitMedern des SauseS. Diese Ausein­andersetzungen sührten zu einem Rededuell zwischen .UL ehemaligen Reichstagsabgeordnetenl Szozepanek »nd dem Polenführer Korsanty. Von deutscher Seite Wurde sie Streichung oder Milderung einiger Be­stimmungen der Geschäftsordnung beantragt, die eine schwere DerinlrLchttgnng der deutschen Minderheit be- kcuteu. Mit großer Wärme verteidigte Szezepanet die deutschcn Forderungen, die Korsanty ablchnte. In der darauf folgenden Abstimmung wurden sämtliche deutschen Anträge von sämtlichen polnischen Abgeord­neten gegen die Stimmen der Deutschen abgelebnt. Auch die polnischen Sozialisten sttnmtten mit dem Korsanty-Block. Die Geschäftsordnung wurde in der Endabsttmmung mit allen gegen die Stimmen der

(Nachdruck verboten.)

Magst rrs Wörland und ferne Erben.

Roman von Günther von Hohenfels.

15. Fortsetzung

«Sie sehen, Herr Senator"Das wird immer »inglaublicher! Dann hätte ja mein Neffe das Geld schon im voraus mitgenommen, ohne zn wissen." Mir scheint, daß er überhaupt von vornherein die Absicht hatte; warum hätte er sonst das Dokument an jenem Abend gestohlen?" begreife nichts mehr."Herr Senator vielleicht läßt sich doch eine Brücke finden. Ich hörte, di« Verlobung kam ganz überraschend"Allerdings."Verzeihen Sir; wenn ich indiskret bin, aber ein Kriminalist ist in gewisser Weise ein Arzt, kam die Verlobung vielleicht auch für dcn Bräutigam selbst überraschend?"Ri« meinen Sie?"Dienstbotengeschwätz, Gerüchte, unsereiner hat die Ohren offen ich hörte so etwas läuten, als wenn man die Verlobung Ihres Fraulein Tochter mit einem anderen Herrn erwatet und Ae erst in Ktzter Stunde Ihre Absicht geändert hätte?,." Ich begreife nicht, wie das, wenn so etwas wirklich der Fall wäre, in Zusammenhang."

j Wvrland war ärgerlich diese Familiengcheimnisse. Nun, da wäre doch vielleicht «ine Möglichkeit. Rehme« wir einmal an, der junge Mann habe gar wicht « bfe Verlobung gedacht, er hatte Schulden, tt fühlte bk hunderttausend Mark, die ihm an jenem Abend tx Vertretung des Hauptkassierers arwertraitt teavn^ fa seiner Hand. Wäre «S nicht denkbar, daß er schon in jener Stunde den Entschluß faßte, mit dem Gelbe durchzubrennen und deshalb bem Kom- tuerzienrrtt da- Dokument gav nicht gab; sondern «n dessen Stelle bet mit leerem Paffer gefülLeni

DeNffchÄt^MgensunnM. Bet der daraus sokge«den Wahl des Sejm-MarschallS wurde Recvtsanwalt Woluy, Mitglied der gemischten Kommission, zum Sejm-Marschall gewählt. Als Vizepräsidenten wur­den vier Mitglieder gewählt, davon für bk Deutschen Ghmnastaldireklor Dr. Pant auS Vteljtz,

Aus dem besetzten Gebiet..

Berlin, 15. Ott. Zu dem ovn der interalliterten Rheinlandkommtzsston ergangenen Verbot der Voll' ftredima der gegen den Hochverräter Smeets erlasie- nen rechtsttäsitgen Sttafurreile dcuischer Gerichte er- fayren wir, daß Schrttie der Retchsregterung gegen den unerttäglichen Eingriff in die deutsche Rechts­pflege bevorsteben.

Bs sie M alles

Berlin, 14. Ott. Während der gestrigen Abend­vorstellung in der Komischen Oper kam es zu einem erregten Zwischenfall. In einer Loge, in der sich eine englische Gesellschaft befand, drückte eine der Damen während des Spiels ihr Mißfallen tu erergler Weise aus, indem sie die ungeheuerlichsten engliscven Schimpfworte auf die Bühn« warf, sodaß sich die Di­rektion gezwungen sah, die Loge räumen zu lassen.

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Die FaziilMSklW.

«iw »««es Faszisten-Abenteuer in Fiume.

Belgrad, 15. Oft. Di« Blätter bringen beun­ruhigende Nachrichten aus Fiume und Suchhak. Diesen Nachrichten zufolge findgestern italienische Fas-isten in Suchhak eingefallen und haben die Stadt besetzt. Sie haben fbbenn mittels Kraftwagen Wassen, Mun.tion und Handgranaten herb«ig«schafst. In 5'ume sei durch Pla­kate bekannt gegeben worden, daß d'Annuzio nach Fiumr wmme, um den Oberbefehl zu übernehmen. Es bestehe die ernstliche Gefahr eines Zusammenstoßes mit seinen schweren Folgen.

Ein neuer Zwischenfall in Südtirol.

Rom, 15. Ott. In Steinach am Brenner drang eine Anzahl Innsbrucker Studenten in eine ita­lienische Villa mit vorgehaltenen Revolvern ein und Zwang drei italienische Be- nte zum Verlassen des Ortes und zur jofortigen Rückreise über die Grenze.

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Die Emminm ie§ Mm.

Im weiteren Verlauf seiner Erinnerungen spricht der Kaiser von der Durchführung des Flottengesetzes, das endlich angenommen wurde, unter der fingen, energischen und zielbewutzten Lei­tung des Admirals v. Tirpitz, ganz ausführlich. Es kam der Ausbau Helgolands als Stützpunkt für kleine Kreuzer und Torpedoboote, die Verbreiterung des Kaifer-Wilhelm-Kanals und die Modernisie­rung der Werften. Der von Admiral Fisher in England inaugurierte Bau derDreadnoughts" brachte auch bei uns eine Aenderung, indem er das frühere Material mehr oder minder zum alten Eisen warf. Tirpitz sah voraus, daß England bei den ungeheuren Mehrkosten noch neidischer auf die Neubauten anderer Staaten, besonders auf «ns, werden muffe, wenn es den Zweimächtestandpunkt aufrechterhalten wolle. ll-Boote konnten vor dem Krieg nicht genügend gebaut werden, wett die Waffe erst zu voller Seetüchtigkeat auf weite Strecken ent­wickelt werden mutzte. Das glänzende organi­satorische Talent Tirpitz' bewährte sich besonders in der Schöpfung von Tsingtau. Tirpitz habe sich später immer mehr auf das politische Gebiet begeben, be- londers im Krieg«. Es kam zu Zufammenstötzen mit Bethmaun, und er mutzte gehen. Der Kaiser ließ 'chweren Herzens den Mann gehen, der feine Pläne n genialer Weise ausgeführt habe. Es sei zu Hof­en, dah diese K«lft dem Vaterland bald wieder helfend zur Seit« stehe.Sie wird können und wagen, was viele andere nicht wagen." Durch dir

^irpitz' über ihn in seinem Buche könne fein Urteil über Tirpitz nicht beeinträchtigt werden.

Die Erinnerungen wenden sich dann dem Kriegsausbruch zu. Nach der Ermordung des Erzherzogs Franz Ferdinand, bei dessen Bei­setzung er auf Wunsch Wiens nicht zugegen gewesen ei, habe er mit Rücksicht auf die gespannte Lage eine Nordlandsreise ausgeben wollen, v. Bethmann und das Auswärtige Amt hatten aber, zum Zwecke, dah man bei uns die Lage ruhig beurteile, die Reife dirett gewünscht. Der vielbesprochene

Umschlag den der Kommerzienrat nach VerqHausens Angabe in der Aktenmappe fand, av er in Berlin ausstitg? Er hatte vielleicht vor, an demselben Abend zu verschvinden und vorher Ihnen da« Dokument zu- rüzuschicken und Ihnen das Märchen aufzubinden, daß der Kommerzienrat sein ®eS> zurückgefordert habe. Sie hätten keineu Argwohn geschöpft, und er toäre ottgekommen. So aber kam dann nnerwartet die Verlobung, und er glaubt«, nun den Betrug nicht mehr nötig zu haben. Das Geld aber hatte er uicht m Tresor, sondern noch immer bei sich, auch, als er am Sonntag zu ten Winkel in das Hotel ging."

Magnus Wörland fühlt« einen kalten Schauer über «inen Leib rinnen, mit jeder Minute glaubt, er mehr an die Schuld des Ressen.Aber nun behauptet doch mein Neffe, der Portier habe fLbst in 'seiner Gegenwart den Namen Berghansen von der Tafel ab- gdefen."Auch das habe ich nachgeprüft. Es war Sonntag unb ber richtige Portier wurde vom Hausknecht vertreten, der nicht Bescheid «mißte. E: agt«, daß der Hem; ber sich erkundigte, schon einig* Zeit allein im Hausflur, wo di« Tafel hängt, ge­wartet hab«; ehe er kam. Dann stand allerdings der Namen Berghausen an der Tafri. Wie später bet Portier zurückkam, habe sich dieser aber gewundert, wie e» möglich sei, und den Namen sofort ansgewifcht. ES ist meiner Ansicht nach durchaus möglich daß Ihr Neffe; ber wohl aus dem Brief, den ihm ten Winkel gesandt, bk Zimmernummer kannte, selbst die Zett des Alleinseins auf bem Hausflur benutzt hat, l*« Namen ten Winkel auszulöschen und dafür Berg­hausen ^nzuschreiben. Schwamm und Kreid« waren ja an der Tafel zur Hand."--Aber, bann wär«

« ja «in richtiger Verbrecher."Steinenk ein Vorleben so genau?"Allerdings nicht, aber"Ich habe in seinem Zimmer eine Photo­graphie mm ihm gefunden und nach Berlin geschickt.

Kronrat vom 5. Juni habe nie statt- gesunden. Von Kriegsvorbereitungen sei bei den üblichen Besprechungen mit einzelnen Ministern vor feiner Abreise nie die Rede geivesen. Der Kaiser erzählt dann, wie er über die gespannter werdende Lage, ja sogar über das erste Ultimatum, zuerst durch die norwegische Presse, nicht von Berlin aus, informiert worden sei. Seine Rückkehr habe man in Berkin nicht gewünscht. Als er abfuhr, hörte, er aus norwegischer Quelle, datz ein Teil der englischen Flotte ausgelaufen sei, ihn zu fangen. Der englische Gesandte erklärte am 26. Juli gleich­zeitig im Auswärtigen Amt, die plötzliche Rückreise sei bedauerlich, da dadurch aufregende Gerüchte ent­stehen konnten. In Berlin glaubte der Eeneralstab an Krieg und forderte die entsprechenden Matz- nahmen. Herr v. Bethmann glaubte an Frieden solange, bis Herr v. MÄtke meldete, dah die Russen ihre Erenz-Eordon-Häuser angesteckt hätten. Dann ging allerdings auch den Diplomaten ein Licht auf, und sie brachen zusammen. Der Kaiser zeigt, wie wenig wir im Juli 1914 auf den Krieg gefaßt waren. Ein Herrscher, der Krieg will, geht nicht auf Reisen nach Korfu, Wiesbaden und Norwegen und schickt seinen Eeneralstabschef nicht nach Karls­bad. Er zitiert wieder das Wort des Zaren, der erklärt hatte, was der Kaiser erst 1918 erfuhr, datz er nicht verreisen werde, dennwir werden Krieg haben". Derselbe Zar, der zweimal ihm sein feier­liches Ehrenwort gegeben habe, datz er aus Dank­barkeit gegen Deutschlands Haltung im russisch- japanischen Krieg niemals gegen uns das Schwert ziehen werde, am allerwenigsten als Bundesgenosse Englands, das er des japanischen Krieges wegen hasse.

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3m MgMMrage.

Berlin, 13. Okt. Frhr. v. Romberg, der Herausgeber der SchriftDie Fälschungen des rus­sischen Orangebuches" äußerte sich einem Vertreter d«? WTB. gegenüber zu den Bemerkungen des Herrn Viviaui über seine Veröffenttichungen u. a.: Wenn SSen: Viviani schreibt, Deutschland hab« den Zu- stand ber Kriegsgefahr erklärt, bevor es von der russischen Mobilisierung Kenntnis hatte nnd die Erklärung des Zustandes der Kriegsgefahr bedeutet für all« ernsten Leute bassede wie bi« Mobilmachung so ist dazu zu bemerken: In Wirklichkeit ging die Meldung von der russischen Gesamtmobilmachung beim Auswärtigen Amt in Berlin am 31. Juli 1914 um 11,10 Uhr vormittags ein (deutsche Dokumente 173) mb erst dann wurde 1 Uhr nachmittags die Er­klärung drohender Kriegsgefahr erlassen, was aber richt Mobilmachung bedeutet. Der deutschen Maß nahuic be; Erklärung eines drohenden Kriegszustandes entspricht ir Rußland der Beginn der Kttegsvorberei- tunasperiode, der bekanntlich auf den 26. Juli siel und in Frankreich die Orb re de Deport en Ouvertüre, die h. Paris schon am 30. Juli ausgegeben wurde. Daraus geht hervor; daß Deutschland zu allerletzt zu den kriegerischen Boriereitungen schritt. Was die Zurückziehung der französischen Truppen um 10 Kilo­meter vo.t ber Grenze betrifft, die am 30. Juli erfolgte, so will ich darauf Hinweisen, daß man seit dem 29. Juli von Patt"! ununterbrochen dem russischen Bundes- genotten di« französische Waffenh'lfe in Aussicht stellte und ihn dadurch auf dem Wege zumLosschlagen vor­wärts stieß, daß man ihn jedoch ermahnte, feine Kriegs- lortereihmgen geheim zu halten und zugleich in London nachdrücklich auf die erwähnt« Zurückziehung der Truppen aufmerksam macht«. Herr Viviani dürfte die entscheidend« Tatsache nicht weqlassen, nämlich die meines Erachten? bei seiner Aufzählung bet Tatsachen allgemein« russische Mobilmachung, di« ausgerechnet in bem Augenblick einsetzte, wo sich eine greifbare Aus­sicht aus friedliche Verständigung zeigt«. Daß die Mobilmachung den Krieg bedeutet, das wird sicherlich unter err flen Leuten" nicht bestritten und entspricht auch bet französischen Auffassung.

Die an die Reichsbank gestellten Ansprüche an Zahlungsmitteln haben sich, wie der Ausweis nom 7. d. M. erkennen lätzt, in der ersten Oktober- woche weiter in gewaltigem Umfange fortgesetzt.

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M Sankvgteu-ölvM

um im Verbrecheralbum nachforschen zu lassen. Schade, daß ich gestern versäumte; gleich einen Daumen abdruck zu nehmen."Herr 'Stettin, ich bitte Sie!"

Der Kommissar ging und Magnus Wörland saß in seinem Suhl wie ein gebrochener Mann. Mit Keulenschlägen hatte der Kommiffar auf feine Seele geschlagen, er glaubte au MagnuS' Unschuld, er flam- werte sich an diesen Gedanken, aber er fühlte, daß es hm selbst nicht mehr «ruft war mit diesem Wanben, ')ag er in Wahrheit zweifelte. @r schaute aufl Magna hrnb vor ihm.Guten TaK Papa."Mein Kind!" Unwillkürlich schloß er sie in seine Arme.

»Was ist geschehen, wie biß du?"Ach nichts." »Do ist Magnus?"Er mußte verreisen." So plötzlich? Wohin denn?"Nach Holland vorläufig."DBiefo vorläufig?"Vielleicht auch noch Wetter."Wann kommt er beim wieder?" Vielleicht sehr bald, vielleicht bleibt er auch lange."

Sätet; was ist denn geschehen? Du biß wie Der- kört? MagnuS ist abgereist inS Ausland, vielleicht auf lang^ und hat nicht gewartet, bis ich da war, obgleich er doch wußte, daß wir.heut« zurückkame«, «ne Mutter und ich das verstehe ich nicht." - Kind, du bist doch meine klug«> starke Tochter." Spanne mich nicht auf die Folter!"Ein großes Unglück ist über uns heveingebrochen."Ein Unglück?"MagnuS"Ist er verunglückt, wenn auch nicht körperlich sondern seelisch" Magna wurde »erdSS:Ich bitte dich sprich nicht in RätselndMein Klnd, was ich dir sagen mufc ist schwel; ich glaube, wir haben uns übereilt." Uebertett, wann?"Als wir so schnell bereit waren, MagnuS in unsere Familie aufzunchrnen. Die Schuld trifft mich ich hätte nicht so rasch einwilligen üchm" ,Mter, jetzt verlange ich, sage mir klar."Es ist ein Verbrechen begangen worden." »Bon Magnus?"Es hat den Anschein."1

Der Banknotenumlachf Mgt eine neue Höhung um 27,3 Milliarden Mark auf 344,2 Milli« crrden Mark! der Umlauf an D-rrlehnskassenschclneT. ist verhältnismäßig wenig und zwar um 36,8 SKll/i Honen Mark auf 14 032 Millionen Mark. Fütz beide Geldzeichen zusammen beläuft sich die Zu« nähme des Umlaufs in der Berichtswoche also auf 27,3 Milliarden Mark. Die Kredittnanspruchnahme bei der Reichsbank nahm, wie nach Abwicklung de» Quartalsbedarfs üblich, ab; die gesamte Kapital­anlage verminderte sich allerdings nur um 345,8 Millionen Mark auf 400,1 Milliarden Mark, bie bankmäßige Deckung allein um 387,9 Millionen Mark auf 399,6 Milliarden Mark. Die Abnahmt ist ausschließlich durch die Bewegung auf dem Schatze anweisungskonto bedingt; denn während die Ee-> ichäftswechsel weiter um 3,8 Milliarden Mark zu­nahmen. ging der Bestand an Schatzanweisungen hauptsächlich infolge eines verstärfien Absatzes um 4.2 Milliarden Mark zurück. Der bilanzmäßige Gegenposten für die Erhöhung des Zahlungsmittel» Umlaufs ist vornehmlich in den Konten der fremden Gelder zu erblicken, die eine Abnahme von 22,6 1 Milliarden Mark auf 87,4 Milliarden Mark er­fuhren. Bei den Darlehnskassen ist ein« Zunahme der Darlehensbestände um rund 1 Milliarde Mark auf rund 37 Milliarden Mark eingetreten. Dem« gemäß! hatte die Reichsbank einen der Zunahme entsprechenden Betrag an Darlehnskassenscheinen von den Darlehnskassen zu übernehmen, so datz sich der Bestand der Bank an solchen Scheinen unter Berücksichtigung der in den Verkehr gegebenen Summen auf 22^? Milliarden Mark erhöhte.

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Marburg und Umgegend^

x Marburg, 16. Oktober (Eilbhardt). ij

* Universität. Nach berHochschulk." ist zuv Wlederbesetzung des durch die Uebersiedlung des Geh. Med.-Rats Franz Hofmann nach Bonn frei­gewordenen Lehrstuhls der Physiologie an bei Marburger Universität ein Ruf an den a. o. Professor Dr. meb. Rudolf Dittler in Leipzig ergangen. Dittler, der aus Höchst a. M. gebürtig ist, war Schüler und langjähriger Assistent bei Geh. Rat Hering am Leipziger physiologischen Institut« Im Jahre 1909 erwirkte Dittler seine Zulassung als Privatdozent in der Leipziger medizinischen Fakultät, 1915 erhielt er die Beförderung junt l autzeretatsmäßigen Extraordinarius ebenda.

Vom Grund- nnd HauSvefitzer-Ver« ein. In den Stabtiälen fand amf gestrigen Sonntag eine Sonderlaynng des Provinzialverbandes des Zen« iralverdandes der deutschen Grund- und Hausbesitzer« Verein« stau, zu der auch der Generalsekretär b«8 letz«' 1 ternt, Herr Tr. Quratsch erschienen war. Au« bett Verbandlungen, die geschäftlich intcrnet Natur waren«r sci «rwäbnt, daß Dank der Bemühungen der Vor-tt sitzenden des hieflgen Grund- nnd Hausbesitzer-Ver«, eins, Herrn Kaufmann Schneider, Bahnhofstraße, be­stimmte Aussicht vorhanden ist, daß in Marburg Int- nüchs-en Jahre in der Zeit vom 15.-17. Angnst digj aroße Hauptversammlung des Zentralverbandes dcut-tt scher Grund- und Hausdesttzer-Vrrein« stanstndetZ Stithe'. fanden diese Versammlungen nur in deutschem Großstädten statt. Gelegentlich der erwähnte» Sonder-^ tägnng hielt Herr Dr. Qurattch vor einer Anzahl Mwff glieder des hieflgen Grund- und HauZbefltzer-vereinS!' einen Vortrag über die Aussichten des neuen Mieter«! scknitzgesetzes, das gegenwärttg die gesetzgebenden Kör-l, perschaften bcscisiiftigt. Die deutschen .Hausbesitzer hättt ten all« Ursache, aus ber Hut zu sein w.ib Front 311 1 machen gegen alle geplanten weiteren rntrechlenben Desiintmungen. Die Anwesenben folgten bett Dar- legimgen bes Rebners. in denen er den Ernst bet Lage gebührend kennzeichnet«, mit regem Interesse.

*Bürgermeist«rv«rsammlung. AmEoiiik- abend fand im Seebodttschen Saale eine gut besucht« rgermeister-Versammlnng statt. Landrat v. Loo- Wen stein schilderte bi« traurige Lage unseres Baier« ", kandes. Ein schlimmer Winter stände uns bevor uu8 Rücksichten kenn« man virifach nicht mehr. Man fprachs Hann über di« Milchbelieferung. Ein großer Teil des Volkes müsse diese entbehren. Kinder und Krank« litten sehr darunter. Bezüglich des UmlagegetreideSl wurde gesagt, daß bas erste Drittel bis zum 30. Oktober geliefert fein müsse, andernfalls Zwangsmaß­nahmen folgten und der halb« Preis bezahlt würde. BezügikW ber Kartofselversorgung wurde gesagt,!» die Bürgermeister das Verbot der Ausfuhr gntheißen. Es soll nach Möglichkeit gesorgt werden, daß del Bedarf gedeckt Wied.. ;

Unmöglich!"Komm, laß dir erzählen; eS ifl mir ja"

Sie -wehrte hart ab. ,Laß jetzt, bitte. Trostwort« und sage mir klar; was geschehen ist. Ich als fein« Braut habe da- Recht." Der Vater erzählte ans« führkich von der Sitzung mit Mister bis zu bet> letzten Vernehmung des Wucherers in Shnjktb«*. Magna hörte ruhig zu, di« Hände ineiuandergeleg^,' den Kopf gesenkt. Jetzt schaute sie auf.Und nun tzlaubft du, daß Magnus schuldig? Vater, daD glaubst du im Ernß^Ich habe mich dagegen gewehrt. Ich wollte es uicht glauben, aber die Tat­sachen"Pfui!"Magna!«

Verzeih, aber, Suter, hälft du dein eigene» Kind eines Verbrechens fähigeAber Magna, du" ich; denn ich kenne MagnuS, wie meine eigene Seele. Ist er ein Verb rechet; dann bin ich es auch Wer den Betrug verübte, ich weiß es nicht, ich bin kein Kriminalkommissar; aber ich weiß: er war es nicht; er nicht! Und du. Vater, du haß ja gehandelt wie ein Barbar! We^ßt du nicht, wie er leiden muß? Unschuldig verdächtigt fortgeschickt. Hals über Kopf! Ohne mich und seine Mutter noch einmal zu sehen, gezwungen, feige zu fliehen." Er wäre vechastet worden."Und wenn schon! Weiß ich daß ich unschuldig bin, dann mögen sie mich in das Gefängnis freuen; ich Wtifc daß ich unberührt und fleckenlos wieder daraus hervargehe." --Aber in Bremen" ,Hätte es Aussehen erregt; frettich! Glaubst du, so sieht es besser »uS? Hätte er gewartet, Hache er sich du selbst sagtet datz er es wollte selbst bem Staatsanwalt gestellt dann hatte er wohl Staunen erregt, aber von vorn­herein war die gute Meinung auf seiner Seite. Sa ist er geflohen, da» kann man ihm att Beweis aw- rechnen."

__ (Fortsetzung folgt.) 9