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3. Kapitel.
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- „Seiber?" - „Ich daß ten Winkel von
Magnus war auf einen Platz niedergcsunken, flirrte vor sich hin. Drmißen peitschte der Regen gegen ine Scheiben deS Zuges; er saß in sich zusammen-- jgesunken und schaute nicht auf; er suchte zu denken unb , . o - ---------□....- ..........—7-
vermochte keinen Gedankxen zu fassen: es war ihm, als auJ, Wnng drängt? Jedenfalls ist die-Sache recht sei er hilflos in der Macht des Schicksals; er wußte nichts mehr, nichts, als daß alles aus war, sein Glück, feine Hoffnung, sein Leben. Er saß regungslos bis die Sonne niedersank, und achtete nicht darauf, wie die Reisenden kamen und gingen; er empfand feinen Hunger: er wußte nicht, ob er wache oder träume, —
„So glauben Sie an feine Schuld?" — „Herrgott, irir werden ja nach dem Allister suche», aber a>< den Haaren ist die Sache doch herbeigezogen. S^c fommt Allister (Newyork) g-rade mit ten Winkel zusammen? Woher weiß Allister von dem Schuldschein'' Wieso gibt ten Winkel diesen zurück, wenn er vorher
trübe." Das war der Bescheid, den er von dem Manne bekommen, den er als Verteidiger genommen. Und dvch, er glaubte, an Magnus' Unschuld.
Reiches aus der Ausfuhrabgabe und erhöhte Einnahmen aus der Kohlensteuer. Ts ist aber fraglich, ob diese Sicherung genügen wird, um den neuen Schatzscheinen den vollen Eoldkurs zu belassen, oder ob nicht schließlich auch diese Schatzscheine in den Ruin des deutschen Kredites hineingerissen werden können. Das Gold der Reichsbank soll scheinbar zu einer besonderen Stützungsaktion für die Mark, wenigstens zu einem kleinen Teilbeträge verwendet werden.
Weit mehr Interesse als die Maßnahmen der deutschen Negierung müssen diejnigen der R e p a - rationskommisston erregen. Es scheint, als ob Frankreich die Gelegenheit für günstig hielte, eine verstärkte Finanzkontrolle über Deutschland zu errichten. Dabei sollen offenbar die I überaus scharfen Bedingungen, die man Oesterreich gestellt hat, als „Vorbild" dienen. England dürfte in seiner jetzigen internationalen Lage kaum imstande sein, den französischen Forderungen kräftigen Widerstand zu leisten. Eine verstärkte Finanzkontrolle steht also in Aussicht, ohne daß es freilich oei der Einsichtssosigkeit, die besonders in Frankreich noch immer gegenüber den wirklichen Ursachen des deutschen Währungszerfalls herrscht, zu einer dauernden Besierung der internationalen Markbewertung kommen dürfte, solange nicht die Ausländsanleihe zustande gekommen ist, über die nur die Brüsieler Finanzkonferenz eine Entscheidung fällen kann. Voraussetzung für diese ist bekanntlich eine Herabsetzung der deutschen Eesamtschuld, also! eine grundlegende Revision der „Reparationen" I und damit des Versailler Vertrages.
am andern. Morgen, taumelte er wie ein Schiverkcanker in Amsterdam auS dem Zuge. u
Bedürfnisse der Produktion mehr Rücksicht nimmt, als es bisher geschah. Zum mindesten müsicn die Belastungen so gestaltet werden, daß sie möglichst wenig Schaden anrichten. Da die Regierung die von der Ausfuhr geforderte Aufhebung der Aus- fuhrabgaben leider ablebnt, so sollte sie diese wenigstens so beweglich gestalten, daß sie sofort, wenn sie die Ausfuhr abzuschnüren droben, entsprechend ermäßigt werden können. Die Ermächtigung, die der Reichskommissar für Aus- und Einfuhrbewilligung den Bewilligungsstellen erteilt hat, und die Voraussetzung, an die diese Ermäßigungen geknüpft werden, entsprechen den Wünschen von Industrie und Handel in keiner Weise, so daß weitergehende Erleichterungen dringend nötig find. Der Eesamt- vorstand des Verbandes sächsischer Industrieller hat bei der Besprechung der kritischen Wirtschaftslage ausdrücklich festgestellt, daß für den Rückgang der Ausfuhr in vielen Artikeln hauptsächlich die zu hohe Ausfuhrabgabe verantwortlich zu machen ist. Auf eine entsprechende Eingabe an den Reichs-! kanzler und den Reichswirtschaftsminister hin ist aber bisher nicht das Geringste geschehen, wobei das Hindernis hauptsächlich bei dem Reichswirtschasts- ministerium und seiner sozialistischen, produktions- feindlichen Einstellung zu liegen scheint.
der dortigen Behörde vernommen wurde. Obgleich er es in biefem Falle gar nicht nötig gehabt hätte, stanb er sofort Rede." — „9hm?" — „Lesen Sie selbst." Er reichte dem Reeder ein langes Telegramm. „Ten Winkel eben von der Reise Deutschland heim- gekehrt. Gibt zu, in Bremen gewesen zu sein. Wollte außer anderen die Forderung Wörland eintreiben. Hatte durch Zufall vom Eintritt des jungen Wörland in Reederei Wörland erfahren. Wohnte Sonntag, 11. Oktober, Zentralhotel. Schickte Bote» und ließ Magnus Wörland holen. Gibt zu, daß er gedroht, sofort zum Senator zu gehen. Magnns sprach von der bevorstehenden Verlobung. Winkel drohte, um
Das Geld ist zu schade, um es nutzlos auszugeben. Darum färben alle praktischen Hausfrauen ihre Kleider, Blusen, Eardtnen, Strümpfe usw.nur mit den weltberühmtei^Heit»««»'» Sertew*, Marke „Fnchskopf iw Stern“, »eil diese die besten find.
I MMMe MchkoSbkkW.
Von unferm volkswirtschaftlichen Mitarbeiter.
Der letzte Sturz der Mark hat sowohl die Reichsregierung wie auch die Reparationskommission mobil gemacht. Soweit die Verordnung des Reichspräsidenten in Betracht kommt, darf man bei aller Erkenntnis der Eemeinschädlichkeit der Devisenspekulation und ihrer Ausschreitungen doch nicht vergesien, daß selbst, wenn die deutsche Spekulation ausgeschaltet werden kann, die Mark erst recht unter den Einfluß der ausländischen Spekulation gerät, gegen die der Regierung keinerlei Mittel zur Verfügung stehen. Eine andere Frage ist die, wohin das deutsche Publikum, wenn es wirklich an der Flucht von der Mark zu den ausländischen Zahlungsmitteln wirksam verhindert werden kann, sich flüchten wird. Die Reichsregierung will zu diesem Zweck Goldschatzscheine im Betrage von 400 Millionen Eoldmark ausgeben. Als Garantie soll ober nicht, wie man erst glaubte, das Gold der Reichsbank dienen, sondern nur die Einnahmen des
..Morgen schon'»' ..Aber natürlich."
Auch das noch! Er verbrachte fine schlechte Rocht. Wlc er am Morgen ins Büro kam, erwartete ihn der
Der Wert der Mark im Auslande. Rranthtrt, bett 18. Oktober 1»22.
Nr. 242
Sonnabend, 14. Oktober EMHardt 1922
zu seinem Geld zu kämmen, mit einem Besuch bei dem Senator noch vor der Verlobung. Magnus erfatM sich dann bereit, zu zahlen, und beglich die Schuld gegen Rückgabe des Schuldscheins. Winks reiste bunt sogleich wieder ab. Allister, Ziemßen und Berghausen kennt ten Winkel nicht, will auch nie von ihm gehört haben. Ebenso weiß er nichts von dem Dokument."
Handels- und Marktna^rr^ ten.
Frankfurter Läute- u. Fellauktion am 13 Okt. Die 39. Häute- und F«rt»nkt'on der Hmitever- wertungs-Vereinmnngen von Frankfurt a. M. H man, T^rRwbt, föörfift, Offenbach a M und Wiesbrdm brachte durchschnittlich für alle Sorten einen Prrtr->ns. fblaa von 40—50 Praz-ni gegen die September-Auktion. Ts herrscht lebhafte Nachfrage.
Frankfurt a.M., 13. Okt. (Produkte», markt.) Die Haltung war zuiräckll schwankend bei vorwiegender Zurückhaltung b»r Händler. Das Angebot Mm Inland war gering. D e Mühlen zeigten einige Kauflust für Weizen. Roggen war nur zu wesentlich 'wheren Forderungen zu haben. Gerste war wiederum in guter Brauware sehr knavv. Nach Donauzerste 6e- 'nb große Nachfrage. Besonders feste Haltung zeigte ich für Hafer, für den jedes selbständig« Angebot fehlt. Bon Mais war bald greifbare Ware stark gesucht. Cek r.-nten unb Hütsenfrüchte waren fest.
Wen-MW.
Die große Koalition. — Winzige Wichtigkeiten. — Das Ende eines Friedensvertrages. — Lloyd George. — Der finkende Dollar.
Reeder Wörltend saß in seinem Privatkontor — ’.cjs; erst kam er zu rechter Besinnung. Er überbaue uoch einmal bas Ganze. Jedenfalls hatte er richtig
Am Aöend fragte ihn feine Frau. „Wo ist
Kriminalkommissar. „Nun, Herr Doktor? Et-vas
der „Friedens"-Vertrag von Versailles. Solange keine meindcn die Aussichten überaus schlecht. Trotzdem Bestimmungen in Kraft sind solange wird meint Rkber, muß gefordert werden, daß die Regierung auf die auch der Kamps gegen bie deutsche Geldentwertung ' - ■ - - - '
an der Oberfläche bleiben.
Reuest — , Leider ja.
'>ur jemanden ab, aber Sie?" — „Bringe meinen Nesfen zur Bahn, soll znm ersten Male als zukünftiger Chef auf eine Reise gehen und mich vertreten." — „So, so! Gratuliere! Scheu ja so blaß aus. Sie glücklicher Bräutigam?" Er betrachtete ihn lauernd. — „Ist nicht ganz wohl!" — „Und bann reifen?" — „Wirb nicht so schlimm, kann keinen.Wein vertragen unb war gestern mit im Ratskeller." — ,Habe ihn gar nicht gesehen."
Wörlanb biß sich auf die Lippen, er selbst war ja acstem mit Sörensen zusammen im Ratskeller gewesen - er tat, als hörte er nicht. „Sie entschuldigen. Schnell, Zunge, brr Zug fährt ein! Er brückte ihm einen Kuß auf den Munb, Magnus schluchzte leise auf. — „Nimm dich zusammen, es wird schon gut" Sörensen kam wieder heran. „Glückliche Reise!" Zum Glück rückte der Zug an, unb Magnus konnte in das Abteil treten. Wie Sörensen sich umschaute, war auch der alte WSr« land schon verschwunden. Sörensen schüttelte den Kops. „Da stimmt doch etwas nicht."
I vunkt in der Geschichte der Türket Seit 1911 befindet I sich dieses Land ununterbrochen im Kriege. Erst raubte I Italien Tripolis, dann fielen die Balkannachbarn über die I Türkei her. unb schließlich traten die Türken im Well- I kriege an die Seite der Mittelmächte in der Erkenntnis. I daß bei einem Siege fett Entente auch ihr Schicksal I besiegelt wäre. Der „Frieden-vertrag" von S^vres unter« I schied sich seinem Geiste nach in nichts von den Ma<h- I werken von Versailles und St. Germain. Kemal Pascha I aber organisierte von Angora aus einen nationalen I Widerstand, der jetzt endlich nach weiteren furchtbaren Entbehrungen und Opfern glücklich beendigt worden ist. Der Appell der Angora-Türken an das Schwert hat
I zum Erfolg geführt — ein neuer Beweis dafür, daß trotz Völkerbund und Pazifismus es bk Wehrhaftigkeit eines
I Volkes ist, tue über fein Schicksal entscheidet IV.
I Die Niederlage, die sich England in der Türkei geholt hat. wird scheinbar für das politische Leben Llovd Georges vernichtend. Seine Stellung ist schon lanoe nicht mehr uuerschüttert. ruht sie doch auf der aus dem Krieg geborenen Koalition, die nicht mehr zeitgemäß ist. j I Sein Spiel mit dem starken Eingreifen in Kleinasien ist mit dem Einsatz verloren. Daß er Griechenland so ohne jede Scham fallen ließ, nimmt man in England einem Politiker weniger Übet Kurz, man fordert feinen Rücktritt, ob vor ober nach der Wahl, ist noch die Frage. Als seinen Nachfolger sieht man allgemein Lord Curzon an, der seit langem fein stiller Widersacher war und in orientalischen Fragen andere Anfsassungen verfocht. Wenn Lloyd George nun von der politischen Bühne abtritt, werden wir Deutschen uns erinnern, was er seinem Lande ju unfern Ungunsten geleistet hat Die angebliche englische Demokratie setzte sich einen Autokraten, der den Krieg gewann in der Zusammenfassung aller Kräfte.
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Wer auch diese Woche stand wieder unter dem Zeichen I Die Anzeichen dafür mehren sich, daß der deutsche deS Dollar ober der Entwertung der Mark. Ist-s doch Währungsverfall auch unsere Wirtschaft erheblich dahin gekommen, daß viele Gescharte nur noch nach in Mit»ridensckaft au liehen beainnt Die Poften Dollar verkaufen, da ihnen die Mark kein Wertmesser ” r^lL n • 8 * * - r T? k r
mehr ist. lieber die Gründe erbrechen sich viele Leute toer£en , UJ imm” unerträglicher, der Mangel >en Kopf. Für den einen ist es die Spekulation, fiir den Ian Kapital, das wie das Blut für den Körper für inderu der D.visenhanbel, die unterbunden werden sol- I unsere Wirtschaft die belebende, Bewegung schaf- len, um dem Steigen des Dollar Einhalt zu gebieten. I sende Kraft darstellt, wird immer fühlbarer, je Zu allen diesen Vorschlägen meint Mbg. Dr. Rießer I mehr Marksturz unb Preisrevolution die heutige kürzlich in einem Jntervi.'w, daß hier lediglich der Versuch I Kapitaldecke zu einer völlig ungenügenden machen, gemacht würbe die Symptome zu behandeln. Einen Auch hier könnten die geplanten Eoldsckxitzscheine, L Efiewz ;=“*»-K™ ”• Es bleibt Pflicht der Regierung, alle Maßnahmen, auch Die Hauptsache freilich ist, daß man
die kleinen Mittel, die die Entwertung aushalten, oder endlich aufhört, auf unsere Wirtschaft immer neue ganz rückgängig machen, anzuwenden, aber täuschen soll "asten zu häufen. Hier sind aber bei der trostlosen man sich nicht darüber, daß das Grundübel ist und bleibt: I Finanzlage des Reiches, der Lander und der Ge-
— „Nichts von Bedeutung, mein Kopf schmerzt mich, I — man wird alt" — „Kannst ja jetzt viel auf Mag ,»s I abwälzen." — „Gewiß." — Sie sah ihn an, sie Mite, I daß irgend etwas auf ihm lastete, aber si- fragte nicht- I sie wußte, er sprach von allein, wenn er wollte. ■ „Gute Nacht, Therese." — „Gute Nacht, Magnus, I schlag dir die dummen ©ttanfen ailS dem Kopfe. I®
Magnus?" — „Eine eilige Geschäftsreise." — ,Hist du Sorgen?" — „Warum?" — ,Lch frh- es dir an."
* (Nachdruck verboten.)
Magnus Wsrlaud und seine Erben.
Roman von Günther von Hohenfels.
14. Fortsetzung.
- Magniis saß in seinem Zimmer. Automatisch we.hm er die Wäsche und Kleidungsstücke unb legte sie in ben Koffer. Er wußte nicht ob et wache aber träume, sein Herz war wie ausgebrannt. Ta kam auch der Onkel schon nueber. „So, ber Paß ist da; altes in Ordnung! Aber mach 'schnell, -s ist höchste Zeit! Tn ißt in der Bahn." — Magnus schloß ben Koffer, er sah an ber Wanb umher; ba h'vj- feine t'eigr, einen Augenblick buchte er batan fte mit« zuukhmeil, dann schüttelte er ben Kopf. „Ich bin bereit" — . Ich bringe dich zur Bahn."
Sie saßen im Auto. „9hm Kopf hoch. Junge, ick, werbe heute noch selbst zu einem tüchtigen Rechts- ] Anwalt gehen, unb Magna bleibt bir Du mußt fort, du wirst es selbst einsehen! Unb Magna unb bie i Mutter haben keine Sorgen." — „Onkel, glaubst bu wir wirklich?" — „Sonst spräche ich anbers." - „Nun ist ja boch alles vorbei, selbst wenn es sich aufllärt, silbft wenn alles an ben Tag kommt, — bu wirst Hie tuieber Vertrauen zu mir haben." — „Unsinn! 5a, Junge, bu hast gar nicht an Gelb gebucht; bas wirb für das erste reichen. Nach Amsterdam bekommst du weitere Weisungen unb Nachrichten." — „Darf ich Magua schreiben?" — „Vorläufig nicht, ich werbe sie grüßen."
Magnus saß ganz zusammengedrückt in einer Eck- des Nagens. Nun waren sie am Bahnhof. „Nun I Ifit bich zusammen, es dars niemanb etwas sehen" I Magnus zwang alle seine Energie zusammen. „Guten Sag, Wörlanb." — „Sieh da, Sörensen!" Der fehlte I dem Senator jetzt gerade. „Auch verreisen?" — „Hole |
I _ Unte: dem Druck der ständigen Steigerung aller lauern und Verkehrstarife ist natürlich an ein* I >-rtllstand bet verderblichen Preisentwicklung, i* bet wir feit längerer Zeit stehen, nicht zu denken. Für bas zweite Drittel bes Monats Oktober hat bet Eifenwirtschaftsbunb bereits weitete Erhöhuw gen bet Roheifenpteife festgesetzt, bie wiebeturn um etwa 15—20 Prozent höher sind. Infolge bet am 15. Oktober eintretenden Frachterhöhungen ist aber für diesen Termin bereits eine neue Preissteigerung für Roheisen vorgesehen. Auch in dem kürzlich veröffentlichten Geschäftsbericht des ostelbischen Braun- kohlensynbikats wirb darauf hingewiesen, baß bie Frachtgestaltung auf bie Preise bet Massengüter einen starken verteuernden Einfluß ausubt, wobei die Kohle noch durch die schon jetzt sehr hohe Kohle«, steuer besonders stark belastet ist. Jede weitere Be. Neuerung bet Industrie muß also die Geldentwer. tuug in erheblichem Maße weiter steigern und zugleich bie Geldnot in verhängnisvoller Weife verschärfen. Das Reich muß sich daher bewußt bleiben, daß wir in bet Besteuerung an bei ®tenjen bes Möglichen unb Ertrllg. (idjen angelangt pnb und daß alles, was darüber hinaus etwa noch aus bet Produktion herausgepreßt werden kann, sehr bald für Arbeitslosenunterstützungen und für Preisverbilligung bei unentbehrlichsten Lebensbedürfnisse der Masten wieder aufgewendet werden müßte.
Berliner Produktenmarkt.
Prelle für IW Md -ih Station: Serlh«. ben 13. Dftobr '922.
Das Ende der parlamentlosen Zeit ist erfüllt von «tuen Erörterungen über die „große Koalition". Im Lande der individualistischen Zersplitterung will allein bas Bekenntnis zu einer Einigung schon etwas heißen, unt nur bie wahre Not kann bie Herren Politiker veranlassen, einmal ibr PWvfüPpchen nicht kochen zu wollen Dabei ist es rflTr. daß eine parlamentarische Regierung, die sich auf eine möglichst große Wählerzahl stützt, einen umso größeren Einfluß auch nach dem Aus« binde hin hat. Wer möchte bezweifeln, daß wir den gut gebrauchen können? Aber auch im Innern ist unter dem Druck von Versiiilles die wirtschaftliche Rot so hoch gestiegen, daß man öfttfer sollte, die politische Zänkerei müßte den Herren im Halse stecken bleiben. Die Safin- listen haben die Einigung schon vollzogen. Das Bürger« tum wird eine Einigung dieser Art nie vollziehen können • aus Gründen, die hier nicht erörtert zu werden brauchen , 806er eine Zweckgemeinschaft sollte das gesamte Bürgertum ebenfalls bilden. Eine Gemeinschaft, die durchaus keine antisoziafistische Spitze hätte, wenn auch die Sozialisten immer von der ungeheuren Kluft reden, bie sie von den Bürgerlichen trennt. Der „Vorwärts", der sich jetzt mit der Frage des Bürgerblocks beschäftigt, sieht schon den Vorstoß des Bürgertums kommen. Die Einigung ist offenbar bloß der Sozialdemokratie erlaubt. I So lange man freilich alles, was für das Volk nötig ist.l vom Partristandpunkt aus betrachtet, wird es ohne Druck und Gegendruck nicht abgeben. Aber es gibt ein gutes Zusammenarbeiten auf breiter Basis, das dem Auslande gegenüber nicht ohne Erfolg fein wird und das in der Innenpolitik auch feine Früchte zelligen muß.
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= ' Eine Tatsache von winziger Wichtigkeit hat sick- kürzlich ereignet. Herr Smeets ist wegen Beleidigung zu Gefängnis verurteilt worden. Die Rbeinlandkommiiiior. hat nun über ihren Schützling die Hani, geholten, Smeets braucht die Strafe nicht anzutreten. Die Begründung dieser ,,Entscheidung" strotzt von Beleidigungen gegen die I dänische Gerichtsbarkeit und ist in einem Tone gehalten, I bettt man die Absicht, Deutschland zu kränken, nur zu I sehr anmerkt. Es wird behauptet, Smeets werde nur ver- I - folgt, um einen politischen Gegner unschädlich zu machen. I Dies gehe schon daraus hervor, daß Smeets wegen eines I „Haufens von Tatsachen von winziger Wichtigkeit" angc- I klagt unb verurteilt worden sei. Diese bestehen darin, daß I er den Reichspräsidenten „einen aufgedunsenen Platzhalter I der Hohenzollern" und einen „Repräsentanten der Schie- I berrepublik" nannte, daß er einen Oberpostdirektor als I „Landesverräter" bezeichnete und einen Leipziger Polizei- I kommisfar „ein gut gemästetes Schwein mit kaum noch I }u tragendem Specknacken" titulierte, dessen „Feigheit I «nd Gemeinheit nicht zu überbieten" seien Dk Rhein- I landkommission fühlt sich aber tont Begründung noch I besonders deshalb berufen den Verräter Smeets zu I schützen, weil dieser sich stets als wahrer Freund! der Besatznngstruppen gezeigt habe — waS I nicht bestritten werden soll. Daß auch die Beleidigung I des Reichspräsidenten und die Beschimpfung der republika-1 . mschon (Staatsform für die Franzosen nur von .^vinziger I Dichtigkeit" ist, zeigt übrigens, tok wenig Achtung I man in den westlichen Demokratien vor der deutschen I Republik empfindet, und was hat man früher uns immer I dorgeredet. I
i _ Die Regierung wird sich mit diesen Tatsachen von I einziger Wichtigkeit noch zu beschäsfigen haben, denn sie I wird die unerhörte Beleidigung durch die Rheinland« I Kommission nicht einfach einstecken können. I,
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t Die Konferenz von Mudania ist mit einem Abkommen geschlossen worden, welches den Rationaltürken Thrazien zurückgibt. Sultan Mehmed VI., der den „Friedens-1 vertrag" von SeDres unterzeichnet hatte, hat feine« I Thronverzicht angeboten, der dann auch angenommen wurde. Alle Abmachungen, Verträge und Dekrete, die I; »ach dem Abschluß des unseligen Sevres-Vertrages obae-1 -schlossen wurden, sind von der Angora-Regiernng bereits 11 für nichtig erklärt worden. Das bedeutet einen Wende- ■
^ebanbelt, daß er der Firma und seiner Tochter die Morgen kommt Magna? Schmach ersparte; er hatte mit feinem Rechtsanwalt ge- I „Jst's dir nickt recht?" sprachen — der alte Justizral Schuhmann war ein - gewiegter Jurist. „Lieber Freund, wenn ich auf« titflig fein fort, die Sache steht böse. Warum so" der junge Mensch nicht wirklich in der Verzweiflung des Augenblicks — wenn fo ein Wucherer ordentlich drohe. Aber von Ihrem Standpunkt haben Sie recht: wer ireiß^ eine Untersuchungshaft —" Dann hatte er den Kaps geschüttelt. „Schließlich, so schlimm tünn e§ nickt werden. Ter Diebstahl des Dokument?, der Bri-fbagen, ein« Urkundenfälschung liegt ja in W:ri- lichkeit gar nicht vor, da Brief und üuiihtng ohne Unterschrift sind. Bei der Veruntreuung des Geldes kommt es ja daraus an, ob Sie sich geschädigt fühlckn Bc: der nahen Verwandtschaft, unb wen-isMe ausdrück- Ilch «rllären, daß Sie von einer Verfolgung absehen —"
Selzen
5700—5820
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5100 5250
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Sommernerfte
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0.17
97.80 Sihill.
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New York
6.03
23.80 Doll.
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2700.-
Paris
0.50
125.40 Ft.
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